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Jüdische Rundschau · 1924-03-07 · Heft 19 (7.3.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 19 (7.3.1924)
Date
1924-03-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sdte 123 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 19 ist, welches am meisten seit dem letzten Kongreß z i o n i s t i s c 11 gearbeitet hat. Nur noch Deutschland zeigt eine ähnlich große Ak• tivität lind große Er folge auf den verschledenen Gebiete«. in d<׳n nuisleu anderen Ländern, so vor allem in so wichtigen Ländern wie ,Pole«, Eng- 1 a 11 (I iisw, muß die Aktivität erst wieder angcfacht werden, und wir hoffen, daß dies in der nächsten Zeit, mit Unter- Stützung aller Gesinnungsgenossen gelingen wird. Die Amerikaner werden dazu einen starken Anstoß geben können. Wir begrüßen cs, daß durch die A.-C-Sitzung die Gelegenheit eines engeren Kontaktes zwischen amerikanischen und europäischen Zmnislcn gegeben ist und versprechen uns davon nicht mir eine günstige Wirkung auf die A.-G-Sitnmg, sondern auch einen günstigen Einfluß auf die kommende Tätigkeit in allen Ländern. Eralr Al’flifilali in Jerusalem Jerusalem (J.T. A.) Emir Abdullah von Transjordanien und sein Bruder Emir AI i, der Thronerbe von llcdjas, wurden für den 28. Februar in Jerusalem erwartet. Sie sollen mit dein britischen Oberkommissar Sir Herbert Samuel eine Besprechung abhalten. Wie bereits gemeldet, sind am 22. Februar der Premierminister von Transjordanien, Hassan Kalid Pascha, der Außenminister von 1 ledjas, Scheich I n u a d Oattid, 11ml König Husseins Vertreter in Rom, Emir Habib Lut fall ah, zu einer Besprechung mit Sir Herbert Samuel nach Jerusalem gekommen. Es wurden auch politische Fragen eingehend erörtert. Wie verlautet, sollen in der jetzigen Zusammenkunft der Söhne Husseins mit Sir Herbert Samuel diese Besprechungen fortgeführt werden. König Hussein wieder in Amman Jerusalem, (J.T. A.) Am 20. Februar kehrte König Hussein aus Stimm nach Amman zurück. Er beabsichtigte, in einigen Tagen seinen Aufenthalt in Transjordanien zu beenden und die Reise nach Mekka anzutreten. Die Besprechungen über den Anglo-Hcdins-Vcrtrag werden dann seine Söhne Emir Abdullah und Ali sowie der Emir Luftaltah fortftihren. Der 'Korrespondent der ״Times“ telegraphiert: Am 20, Fe• bniar hielt König Hussein eine längere Ansprache an die Mitglieder des Exckutiv-Komitccs des palästinensisch-arabischen Kongresses, in der er die Verhandlungen über den Anglo• Hedjas-Vertrag behandelte. Der Ton der An• spräche war sehr gereizt. *• Vertreter der tr ans jordanischen Regierung sind au! dem Wege nach Jerusalem zwecks Abschlusses der Verbandlungc 11 über den Vertrag England-Transjor• danien, die während des Besuches Emir Abdullahs in London im Jahre 1922 eingeleitet worden waren. Emir Abdullah befindet sich bereits als Gast Sir Herbert Samuels in Jerusalem, wohin ihn auch sein Bruder Ali, der Thronerbe von Hcdjas, begleitet hat. Die Strcilighcltcn iai Hause König Husseins Jerusalem. (J.T.A.) Es sind hier Gerüchte im Umlauf, König Fei sul von Irak beabsichtige, einen Bündnis■ vertrag mit dem Sultan lbn Saud von Nejd abzuschlicßcn, ohne erst den Abschluß der Verhandlungen mit seinem Vater, König Hussein, abzuwarten. Wie berichtet wird, wollte König Hussein darüber mit lbn Saud in Verbindung treten. Diese Mitteilung hat hier nicht überrascht, da ,die Be- Ziehungen zwischen König Feisul und seinem Vater als gespannt bekannt sind. Verschiedene ara• bische Zeitungen äußern sicli sehr erbittert über Feisul, weil er sich nicht zur Begrüßung seines Vaters in Trans- Jordanien cingcfunden hat. Ihn Saud hat eine Kundgebtmg an die arabische Nation erlassen, in welcher er die Politik König Husseins verwirft. Die arabische Zeitung ״El Carmel“ will wissen, es seif 11 Verhandlungen im Gange betreffend die Errichtung eines Pufferstaates zwischen Maan und Akaba als eines Schutzes gegen lbn Saud und die Wahabitcu. Ein Meinortuulum der Apdas-Jisroel an König Hussein Jerusalem. (J.T.A.) Am 28. Februar veröffentlichte der ״Doar Hajom“ die Meldung, daß eine von Rabbiner Sonncnfcld geführte Delegation der Agudas-Jisnoel am 24. Februar bei König Hussein erschien und ihm ein Memoramluin von scharf antizionis tische ni Charakter überreichte. Der Jerusalemer J. T. A.-Vertrctcr hatte ein Interview mit Führern der Agmlali, wobei ihm eine Kopie des dem König Hussein überreichten Memorandums gezeigt wurde. In dem Memorandum wird erklärt, daß Palästina im Mittelpunkt der Sehnsucht der orthodoxen Judenhcit steht, die den Aufbau Palästinas in Harmonie und Ln Zusammenarbeit mit allen Rassen wünscht. An der Abfassung des Memorandums ist die jetzt in Palästina weilende Delegation agudistischcr Rabbiner aus Polen unter der Führung des Ucrer Rcbbc beteiligt gewesen. Mc Bedingung lllr die Annahme der Halfour Deklaration durch die palästinensischen Araber Jerusalem. (J. T. A.) Das offizielle Organ der nationalarabischen Partei, der ״Mirat cl Sherk“, teilt mit, die Mitglieder der palästinensisch-arabischen Exekutive hätten während ihrer Beratung mit König Hussein in Sliuna (Trans- Jordanien) ihre Zustimmung zu der Annahme der B a I f o u r ־ D e k 1 a ra t i o!1 und des britischen Mandats unter der Bedingung gegeben, daß eine nationale Regicrung in Palästina eingesetzt werden würde. Herbert Samuel Das offizielle Organ der p a I ii s t i n c 11 s i s c 11 - a r a bischen Exekutive teilt mit, der britische Obcrkcmmissar Sir Herbert Samuel habe sich privatim dahin geäußert, 1 r würde auf Ersuchen der britischen Regierung bereit sein, weitere fünf Jahre 1 n seinem Amt zu vc r• )leiben. Sir Herbert Samuels Amts ver trag äuft im Jahre 1925 ab. Ein Iclchies Erdbeben in Palästina Jerusalem. (J.T.A.) In der Nacht des 27.׳ Februar wurde in Jerusalem, Tibcrias und anderen Orten Palästinas :•in leichtes Erdbeben verspürt. Heber etwa vorgekommene Beschädigungen wurde jedoch nichts berichtet. Ilaron Rntluie.l׳,M, In PalSstlnt J <• r 11 ■> a 1 c 111. (J T, A.) Baimt Edmund de i’olliv!11kl, der zurzeit in Aegypten w» 'it, v. .rd in m'ich :׳,׳ Zeit 11 ,־ dl J'alä Iß.a kommen. I ’> Vau ein׳ der Jevvi h t!,,ioiii״ :!on L lion (iea) ■׳im! am 29. i'elin! ir und! A<״׳v(.it 11 gen lit, um den Baron zu begrüßen mul ihm bei den Anordnungen für den Aufenthalt in Palästina zur Seite zu sichen. Erivcrbnng der Kt!:iI0:I1ek Pro!cs־;or GoWztehcrs für die Jen1s::!eu:cr K;1lleH1;II1i״lir4l5dc Das Komilce für die hebräische Universität In Jerusalem bei d׳׳r zionistischen Exekutive in London hat dieTveiülimte oiientalistisdic Bibliothek Professor Ignaz Ooldziclicra in Budapest für die Jüdische Nationalbibliothck In Jerusalem erworben. Die Verhandlungen, die mehrere Monate vorher begonnen worden waren, wurden vor kurzem durch ,den Sekretär der Exekutive Israel Cohen abgeschlossen. Cohen fuhr nach Budapest, um die Erlaubnis der ungarischen Regicrung zur Ausfuhr der Biidicr zu erlangen. Er wurde hicrlrci von der britischen Gcsaiidtachnft in Budapest unterstützt. Die Bibliothek, dir 6(XX) Bände umtaßt, ist Ende Februar über Triest nach Palästina abgesamlt worden. Die Bibliothek Professor Ookl/icliers ist vielleicht die bekannteste Privntsanunliuig von Orient,■llistisehcn Werken in der Welt und wurde von Goldzieiier sein ganzes Leben lang aus allen Teilen des Ostens gesammelt. Sie umfaßt alle Zweige der semitischen Wissenscliaft in den verschiedenen orientalischen Sprachen, wobei die arabische lind islamische Welt besonders gut vertreten ist. Sie enthält zahlreiche seltene arabische, persische und türkische I )nicke, von denen ca mir ein einziges Exemplar in Europa gib!. Alle berühmten oriciitaÜHtlscheii Werke des letzten Jahrhunderts sind ebenfalls vertreten. Besonderen Wert haben die umfangreichen Anmerkungen Gotdziehers 111 einer großen Anzahl von Büchern. Außer der rein oricntalistlschcn Abteilung der Bibliothek enthält diese auch noch eine Samm• 11mg von hebräischer und biblischer Literatur und die Werke der modernen jüdischen Wissenschaft, — Wir möchten, ab• gesehen von der wissenschaftlichen■ Bedeutung der Erwerbung der Bibliothek für die die ja das Zentrum j׳ werden soll, ihre kultur-politische Bedeutung unterstreichen. Als eine Sammlung der wichtigsten arabischen Wissenschaftliehen Literatur wird sic vielleicht auch in besonders hohem Maße von Arabern benutzt werden, und cs liegt auf der Hand, daß sich liier eine Möglichkeit einträchtigen Zusammenarbcitens zwischen Arabern und Juden bietet, die auch weiterhin ausgebaut werden sollte. Es gibt vielleicht kaum einen besseren Beweis für die jüdischen Bemi'itumgcn, zu einer VersläiKügung mit dem arabischen Volke zu gelangen, als da« Streben, seine Kultur und Wissenschaft kcnncnzulcmen. Die Gelehrten waren oft die besten Mitttcr zwischen den Nationen, Der Rücktritt Monsg. Barlasslnas Rom. (J.T.A.) Im Zusammenhang mit der Abreise des katholischen Patriarchen Monsg. Barlassina aus Palästina veröffcntlieht die Turnier ״Stainpa" einen Aufsatz ihre* vatikanischen, gewöhnlich gut unterrichteten, Mitarbeiters, laut welchem Monsg. Barlassina in Befolgung der An- Weisungen des Vatikans eine Politik des heftigsten Widerstandes gegenüber dem Zion i s m 11 s betrieben hat, wodurch seine Stellung sehr schwierig geworden und er sogar mit den katholischen Organisationen von Palästina in Konflikt geraten ist. In dem Aufsatz wird weiter gesagt, ״der Vatikan hege ln seinem Kampfe gegen den Zionismus große Hoffnungen in bezug auf die neue englische Regierung, da bei der Labour-Rcgienmg diejenigen besonderen Gründe" fehlen, die die früheren Regierungen dazu bestimmt haben, den Zionismus zu unterstützen". (?) Die katholischen Zeitungen, vor allem ״Unita Cattollca“ behaupten dagegen, die Stellung Barlassinas sei infolge der ungerechten Politik des britischen High Gommissioncrs unhaltbar geworden. künftige Universität ln Jerusalem, liseher Whir.rnr.cliaft in der Welt Die Finanzen Palästinas ׳ Abwehr der Kritik. Das Mauptsckrctnriat der palästinensischen Regierung veröffentlicht ein Communique, in welchem gesagt wird; Die von Zeit zu Zelt in der Presse angesielltcn Vergleiche der Besteuerung Palästinas jetzt und vor dem Kriege, ferner der Besteuerung Palästinas und derjenigen Syriens lassen Wichtiges außer acht und sind darum ohne Wert. Z. B. schließen jetzt die Einkünfte Palästinas auch die Einnahmen aus den Eisenbahnen mit ein, während cs vor dem Kriege liier keine staatliche Eisenbahn gab, und cs in Syrien aucli heute noch keine gibt. Man kann doch nicht diese Einnahmen als eine dem Volke aufcrlegte neue Steuer behandeln. Auch die Einnahmen aus dem Fernsprech• dienst, die brutto etwa 25 000 Pfund betragen, können nicht als eine Stcucrcinnahmc betrachtet werden. Solcher Fälle gibt cs mehrere. Der Stand des Budgets von 1921 b I * 1924. Das erste vollständige Finanzjahr der Zivilrcgicrung lief vom 1. April 1921 bis 31. März 1922. Die Einnahmen in diesem Jahre betrugen 1.927.000 Pfund, die Ausgaben 1.881,000 Pfund. (111 folgenden Jahr 1922/23 gingen die Einnahmen zurück und es ergab sich ein Defizit von 73.000 Pfund. Acußerste Sparsamkeit war datier die Losung. Man schätzt die Ziffern für 1923/24 wie folgt: Einnahmen 1.787,000 Pfund, Ausgaben 1783.000 Pfund. Demnach wird dieses Jahr wahrsclicintich ohne ein Defizit abschtießen. Im nächsten Jahr wird jedoch die aus dem Eriedensvcrtrag mit der Türkei erwachsene, Palästina autertegte Zahlung für die türkische Vorkriegsschuld fällig. Somit wird eine weitere Erhöhung der Einnahmen erfolgen müssen. R ü c I: g ה n g «i c r Z c h 111 e 11 E i 11 k ü n f t e. Zum großen Teil sind die finanziellen Schwierigkeiten der Regierung auf eine starke Verminderung der von den Bauern in Form des Zehnten zu leistenden Zahlungen zurück/ufülireii. Die Einnahmen aus diesen Posten sind folgende: 1920/21: 391.000 Pfund, 1921/22: 279.000 Pfund, 1922/23: 203.000 Pfund, 1923/24: schätzungsweise 130.000 Pfund. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf das Fallen der Marktpreise zurück- /.!!führen. Die Eisenbahnen. Die Einnahmen aus den Eisenbahnen haben sieh im letzten Budgetjahr vermindert, was zu einem Teil auf den Abzug eines großen Teils der Besatzung und der damit zusammenhängenden Reduzierung der Militärzüge, zum andern Teil auf die Zunahme der der Motorfahrzeuge, nicht z.ulctzd aber auch mit dem Rückgang im Gcschäflslchcn zurückzurühren ist. Die Einnahmezittern lauten: 1921/22: 757.000 Pfund, 1922/23 : 381.000 Pfund. Angesichts dessen wurde die Zahl der Eiscnhahithcnmtcn im Jahre 1022 von 4921 auf 4071 und im Jahre 1923 weiter auf 2365 herabgesetzt. Die Aufwendungen für die Elsenbahnen betrugen 1921/22 : 527.000 Pfd. Mr. J. Chanock, Mitglied der South Afrlcan Enterprise (Binian) Corporation Ltd., erbot sich, zum Andenken seines verstorbenen Sohnes in Palästina ein Haus für Chain• zim zu errichten, und betraute den Keren Knjcmcth mit der Ausführung, Er spendete 500 £ dafür. Mlltells^jen des Palästina Amts Berlin F•*- .יי!־ Zc: äi'knlc InfoD!' umf.'i'grekiitr Tabakanpflanzungen, die schon in » :f/r..!er/eit in Palintma vorgrnommen weiden, sind der zionistischen Exekutive eine größere Anzahl von Zertifikaten (Ei11reise-Ertaulmls.se) für landwirtschaftliche Arbeiter zur Verfügung gestellt worden. Auf das Palästina. Amt Berlin entfallen hiervon 40 Zertifikate für Landwirte im Alter von 18 bis 45 Jahren. Dieselben gelten gleichzeitig für deren Frauen und Kinder, mit Ausnahme von Söhnen, die das 18. Lebensjahr bereits erreicht haben. Infolge* der Dringlichkeit dieser Anforderung, da mit den An- Pflanzungen in kürzester Zeit begonnen wird, sind Be werbungen umgehend durch die jüdischen Organisationen oder direkt beim Palästina-Amt Berlin, Wilmersdorf, Emser Straße 12/13, einzureichcu. Ferner sind von der palästinensischen Regierung der Zionislisehen Exekutive eine Anzahl von Zertifikaten für Arbcitcrlnnen im Alter von 20—35 Jahren zur Verfügtuig gesteUt worden. Dem Palästina-Amt Berlin sind hiervon 20 Zertifikate ת!erteilt worden, die in nächster Zeit zur Verteilung gelangen. Bewerbungen sind umgehend durch die jüdischen Organisationen, oder direkt beim Palästina-Amt, Berlin -Wilmersdorf Ernten Straße 12/13 einzureichen. And! eine Antwort Der ״Israelit“ vom 28. Februar glaubt ln seiner Wochenrundschau (״Zum Erez Isroel-Problem“) auf unsere wiederholten Anfragen nach den Beziehungen der ״Aguda" zu Jacob de Haan folgende Antwort geben zu sollen: ״Wenn der zionistische Moniteur in Berlin in einem so ernsten Augenblick keine größere Sorge hat, als sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob Herr Professor de Haan in Jerusalem, der schwarze Peter der zionistischen Presse, als Vertreter der ״Agudas Jisroel“ oder als angeb• lieber Korrespondent eines englischen Blattes oder als Privatmann bei König Hussein war, und wenn das Blatt darob zu wiederholten Malen inquisitorische Fragen an die Aguda richtet, so werden wir cs in diesem Zeitvertreib nicht stören. Herr Prof, de Haan Kt ein ״Verräter“ genau in dem Sinne, wie jeder besonnene Politiker als ״Verräter" plakatiert wird, der die zionistisene Kraftmeierei nicht mitmacht. Das jüdische Volk und die jüdische Ocschichte aber wird ״Agudas Jisroel" einst dankbar sein, daß ihre Politik nicht diejenige des Zionismus war." Es ist ein Witz und nicht einmal ein guter, sondern ein recht kindischer, wenn das Organ der Aguda auf unsete wiederhollen Hinweise, die Aguda möge sich einmal den Kopf über ihr Verhältnis zu Herrn Prof, de Haan zerbrechen und das Ergebnis dieses Kopfzerbrechens der bisher absichtlich im Unklaren gelassenen Oeffcntlichkeit mittcilcn, mit der Bemerkung beantwortet, w 1 r zerbrächen uns den Kopf. In diesem Falle ist das wirklich nicht nötig. Prof, de Haan kt für jeden Juden, der sich dies« Namens nicht schämt, Zionisten oder Nichtzionisten, längst erledigt. Nur nicht für die Aguda, die cs wiederum sorgsam vermeidet, von de Haan abzurücken. Ein Organ, das einen Mann deckt, der ln einem antisemitischen Hetzblatt wie dem ״Daily E.vpreß" dem jüdisehen Palästinastrcbcn unausgesetzt in den Rücken fällt, richtet sich damit selbst. Wir geben freilich den Glauben nicht auf, daß diejenigen Elemente in der Aguda, die die Hoffnung auf Erez-Israel nicht nur als parteitaktisches Manöver in ihr Programm aufgenommen haben und die noch soviel jüdisehen Stolz und soviel persönliche Würde haben, die Gemeinschaft mit diesem neuzeitlichen Pfefferkorn abzulehnen, den Verrat, den die Aguda solchermaßen verteidigt, nicht mitmachen werden. Der Plan einer indischen Siedlung In Rußland Moskau. (J.T.A.) In der Frage der Schaffung eines jüdischen autonomen Gebietes zwischen der Krim und Odessa erklärte der Direktor des Joint in Rußland, Dr. J. Rosen, dein J.T.A.-Vertreter, der Plan werde von führenden Mit* gliedern der Sowjet-Regierung, wie Rykow, Kamenew, Tschltschcriii und Trotzki mit Wohlwollen behandelt•, sie haben sich bereits für seine Verwirklichung ausgesprochen. Er ist auch schon von den höchsten Reglcrungsstcllcn genehmigt worden und soll jetzt nur noch von der Wzik (Allrussisches Exekutiv-Komitec), dem obersten Regierungsorgan, geprüft werden, deren führende Personen sich bereits im zustimmenden Sinne geäußert hätten. Nach dieser letzten Prüfung wird die Regierung ein Dekret veröffentliehen, wonach die Errichtung eines jüdischen autonomen Gebietes nach denselben Richtlinien erfolgen sotl, wie sie für alle anderen autonomen Länder nationaler Mlnorttäten in Rußland Geltung haben. Der Text des Dekrets ist schon vorbereitet und man erwartet schon in allernächster Zeit seine Veröffentlichung. Auslandslinie Iflr deutsche Juden Nach Beratungen zwischen der Jüdischen Welt• hllfskonfcrcnz und der Zcntralwohlfahrtsstcllc der deutsehen Juden hat am 20. und 21. Februar in Berlin eine Konferenz unter dem Vorsitz von Herrn Leo Motzkin, Paris, staUgeftmdcn, welcher Vertreter jüdischer Hilfsaktionen aus der Schweiz, Deutsch-Oesterreich, Holland, Schweden, England und der Tschechoslowakei beiwohnten. Vertreter aus anderen!.ändern waren am Erscheinen verhindert, haben jedoch ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung schriftlich zum Ausdruck gebracht. In den einleitenden Worten gab der Vorsitzende ein Bild dessen, was bisher von der Jüdischen Wclthilfskonfcrcnz zur Abhilfe der jüdischen Not in Deutschland geschehen ist. Herr Eugen Caspary drückte im Namen der Zentralwolilfalirtsstellc der deutschen Juden die Genugtuung darüber aus, was bisher vom amerikanischen Judentum und der Wcltliilfskonferenz auf diesem Gebiete geleistet worden Ist. Im Namen des österreichischen Judentum» und der mislämlisehen Vertreter begrüßte Oberrabbiner Dr. C h a j e 8 - Wien die Konferenz, im Namen der Jüdischen Gemeinde Berlins Kammergerichtsrat Wol ft, im Namen des Verbandes der russischen Juden Staatsrat Tcitel. Dr. Scgnll, Generalsekretär der Zentralwohlfahrtsstelle, gab eine zusammenfassende Darstellung der Verhältnisse in den Gemeinden, den Anstalten, im Mittelstände usvv, auf Grundläge eines reichen Ziffernmaterials. Frau Brode gab im Anschluß daran einen Uebcrblick über den Umfang der materiellen Hilfe, die in Berlin im letzten Jahre aufgebracht worden Ist. Diese Ausführungen werden durch «in Referat von Frau Henriette May über ״Kinderhilfe" ergänzt. Die ungünstige Lage eines großen Teiles der cimvanderndcn, durchwandernden und auswandemden Ostjuden wurde von

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