Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 12 (12.2.1924)
- Date
- 1924-02-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.נו 1 •% t I s? 1 & i 1 I Seite SO Aus der llSäisclten Welt Dcutothtand Die ״Deutsche Tageszeitung“ veröffentlichte einen Artikel rn den kommenden Wühlen, in welchem es heißt; ״Die Rcctumn!!, deren lk׳glciduun׳( die kommenden W.dilcn zum Reichstag urlnßcn müssen, wird in vollem Umfange puirentiert wcnlcri; ein wichtiger Posten ist die seit der Revolution In Deutschland ständig gewachsene Machtstellung des Judentums", In dem Artikel wird dann angeführt, die Rechnungen zwischen den einzelnen Rassen und Völkern können nkltt anders als durch Haft und Kampf .u1'״-׳drnr;ct1 werden, ״Die Juden lind und hleibon ein Frandkorpcr'ati unserem Leib«. Solange der Leib unseres Volkes stark und gesund war, konnte er diesen Fremdkörper einen noch ertragen, jetzt, da der Leih unseres Volke* siech und krank Ist, droht {hin der Fremdkörper verderblich zu werden. Ob wir dieses Fremdkörpers Herr werden wollen oder nicht, ist heute deutsche Schicksalsfrage geworden." Oeotmcfdi Im Verlauf des Jahres 1923 starben in Wien $84 jüdische Personen. Die allgemeine Sterbeziffer betrug in diesem Jahre 12087. Die jüdische Sterblichkeit macht demnach 7 *’« aus, während das prozentuelle Verhältnis der Juden z» der all• gemeinen Bevölkerung in Wien ungelähr 15«,'« ausmacht. Der Präsident der österreichischen Republik. Dr. M. Hainiseh, sagte in einem Interview mit den] ״Rester Lloyd": ״Die Rassenschutztheorie ist wissenschaftlich ebenso falsch, wie sic im praktischen Leben töricht ist. in jeder alten Familie werden fremde Einschläge zu entdecken sein, so daß eine absolute Rassenreinheit in den seltensten Fällen dokumentiert werden kann. Die ganze rasscnsehiitzlcrlsche Bewegung ist nur eine antisemitische Hetze und eine solche halte ich in einem Kulturstaate für absurd und widerlich. Es ist ein unstatthaftes Beginnen, die ehrlich arbeitenden und ihren Platz im wirtschaftlichen und geistigen Leben honorig ausfüiiendcn Juden mit Gewalt in uen Hintergrund zu drängen, ihnen ihre Rechte zu rauben und sie zu Bürgern zweiten Grades degradieren zu wollen. In einem modernen Staate müssen alle Bürger die gleichen Pflichten und Rechte haben. In Oester-, reich gab und gibt es Antisemiten, die aber nicht so borniert sind, daß sie die jüdischen Begabungen nicht anerkennen und das Mitwirken der Juden im politischen sowie kommen ziehen Leben nblchncn würden. Ich wollte einen Israeliten zum Finanzministcr machen (den inzwischen verstorbenen Dr. Wilhelm Rosenberg) und als cs nicht gelang, weil seine Privatverhältnisse es nicht zuließen, zog die Regierung ihn als Mitarbeiter des Finanzministeriums heran. Auch die Tat- Sache, daß etwa 30 ״/o der Hochschullehrer Wiens Juden sind, wird keinen Vernünftigen bekümmern, denn die Hauptfrage bleibt, ob die Betreffenden ihren Ehrenplatz verdienen." Hainisch wurde wegen dieser Aeußerung von dem christlich• sozialen Abgeordneten Jerzabek im Parlament angegriffen. 1 Jerzaheks eigener Parteigenosse, Bundeskanzler Dr. bcipel, mußte den Präsidenten in Schutz nehmen. ■ nngarn Die ungarische Regierung hat nach dem Wiener Muster eine Notaklion zur Rettung der ungarischen Hoch• schulen und ihrer Institute cinpdcitet und, um die jüdischen Spender zu gewinnen, an die Spitze des Aktionskomitees den unlversitätsprofcssor Emil Groß, einen getauften Juden, gestellt. Professor Groß besuchte den Budapest« Oberrahbiner Dr. Hevesi, um auch ihn für die Förderung der Rettungsaktion zu gewinnen. Dr. Hevesi sagte, eine Beteiligung der Juden an dieser Aktion sei solange u n möglich, als der Numerus clausus in Kraft Ist. Der Oberrabbiner fügte hinzu: ״Hätte der Numerus clausus auch schon vor Jahrzehnten bestanden, so hätte aus dem Sohn des Großwartlciner jüdischen Arztes nicht der berühmte Augenspczialist Professor Emil Groß, der jetzt vor mir sicht, worden können." Dr. Emil Groß erwiderte: ״Es herrscht also der Geist der Rache und nicht der Geist der Versöhnung." Oberrahbiner Hevesi antwortete: ״In der Tat herrscht der Geist der Rache, aber nicht in unseren Kreisen, sondern in jenen, die seit Jahren an der gesamten Ungarisch-jüdischen Jugend Rache nehmen und sie von den ungarischen Hochschulen ausschließen," Unter der Führung des Grafen Albert Apponyl wurde ferner in Budapest ein Komitee zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Ungarn gegründet. Führende Persönlichkeiten der Budapester jüdischen Gemeinde, die ein• geladen wurden, diesem Komitee bcizitircfen, erwiderten, sic würden solange keinen Anteil an den Arbeiten des Komitees nehmen, als nicht der Numerus clausus, durch den die ungarischen Universitäten dem grollten Teil der jüdischen Studenten verschlossen sind, abgcschafft ist. Der bekannte ukrainische Pogromhcld PctlJura traf mit einem auf den Namen Stjevan Mogllcr ׳lautenden Pall in Wien ein, wo er sich einige Tage aufhielt, um *ich dann nach Budapest zu wenden. ftwnänfcn Von der J. C. A. und dem Obcrkommissarlat des Völker• blindes für russische Flüchtlinge wurden gemeinsame Schritte bei der rumänischen Repjcnmg unternommen, um eine Veriängerimg der Aufenthaltserlaubnis für diejenigen jüdischen Einwanderer zu erlangen, die laut einer Verfügung das Land vor dein 1. Januar 1924 hätten verlassen müssen, deren Aufenthalt aber vorläufig verlängert worden war. Dem Gesuch wurde stattgegeben und die Aufenthaltserlaubnis bis zum 1. Juli 1924 ausgedehnt, zu welcher Zeit der größte Teil der Flüchtlinge auf Grund der neuen Quote in die Vereinigten Staaten einwandern kann. Der Führer der rumänischen Liberalen, Professor Jo rga, veröffentlichte in der dem Prager Außenministerium nancstchcn• den ״Prager Presse“ zwei Artikel über die Minoritätenfrage in Rumänien und präzisiert in diesen seine Slcllung zu der J11 d c n f r a g c. tr bekämpft das jüdische National• bcwutitscin in! allgemeinen und den Zionismus Lin besonderen und cchllcllti 1. Es ist mehr als zweifelhaft, ob eine Nation, die keine heimische Erde besitzt und unter der übrigen Be• völkerung ohne das Fundament des Bauerntums lebt, über• haupt als Maclitfaktor In Betracht kommt:! könne. 2. ״Insbesondere die Zionisten, die innerhalb der ,Union rumänischer Juden* maßgebend sind, denken an nichts anderes, als an die Vereinigung des gesamten Judentums. Die Union ritmn• nisclier Juden verhandelt mit der rumänischen Regierung wie <Hö Vertretung eines fremden Staates.“ Die jüdische Presse in ,Rumänien weist darauf hin, daß der liberale Historiker über den gesamten Komplex der jü- «fischen Fragen ln Rumänien verblüffend falsch informiert ist. Professor Jorga weiß nicht einmal, daß der Führer der Union rumänischer Juden, Dr. Fiklermann, niemals Zionist gewesen ist. Daß die Juden Rumäniens im Bauerntum so schwach vertreten sind, sei darauf lurückzuführen, daß de« , rumänischen Juden bislang; der Erwerb von Grund und Boden und überhaupt die Beteiligung an der Bodenwirtschaft ver• boten war, Am 5. und 6• Januar tagte die IX. Landeskonferenz der Bukowinacr 2ionlstcn. Es waren zusammen 89 Ortsgruppen' durch Delegierte vertreten. Der Präsident Dr. Mayer Ebner hielt die Eröffnungsrede, Der gcschäftsführende Vizepräsident Dr. Theodor Weißeibergef erstattete das Referat über die allgemeine Lage des ZioiiLm!« u״-:l den P/cbeusoliafis» bericht. Speziaireferate hielten Prof. Julian Sil he rhu sei! über ״Die Richtlinien in unserer PatürtUtrmrtintt", Dr. Markus 1( riimer über ״Die Keren [lajrosoil-Arbait ln der Bukowina", l>r. Leun «S c h m c I 7 c r über .,Ihn K. K. L,•Arbeit", Prof, Dr, Hermami Ularer hielt das Kulturrcfcrat, Moritz Geiger «las Jugcndrcferaf, Josef Wiznitzer den Finanzbericht und schließlich sprach Dr. Markus Krämer über ״Soziale Für. sorge". In einer besonderen Resolution wurde Dr. Welz, m a 11 n und Dr. R u p p i n der Dank der Konferenz für die K. H.-Arbeit in Amerika ausgesprochen. Es wurde das bis»!irrige Präsidium wiedcrgcwaliH und zwar zum Präsidenten Dr. Mayer Linier, zum gescliiiftsffllirenden Vizepräsidenten Dr. Theodor Weiltelbcrger und zum 2. Vizepräsidenten Dr, Salomon Kassner. ItuooUnd Das Büro des am 26. Januar In Moskau zusammengetretenen Kongresses der russischen ko mm 11 י nistisehc 11 Partei jiat eine Liste der an dom Kongreß tcilitelimcmlen Delegierten, nach Nationalitäten elngcteilt, her• ,1u<;f:<׳j׳cbc11, Laut den darin enthaltenen Ziffern beträgt die Zahl vier jüdischen Kongrcftddrtpcrten nur 1 0/# der Gesamt* zitfer, was והו Verhältnis zur jüdischen Vertretung auf den früheren Kongressen eine Verminderung um 3 °/0 bedeutet. Auch die Zahl der jüdischen Delegierten zu den Landes• und Oriskongressen hat sich beträchtlich vermindert. In der europäischen Presse tauchten neuerdings Gerüchte über Pogrome auf, die in Siidrußland statt,׳lehmdcp haben sollen. Dein Moskauer J.T. A,-Vertreter wird nun seitens der obersten Behörde auf Grund offizieller Bericht« aus den in Betracht kommenden Distrikten mitgeteilt, daß alle P0• gromgcrüchtc vollkommen aus der Luft gegriffen sind. Der J. T. A,-Vertreter hatte ferner eine Besprechung mit dem ukrainischen Vertreter des Joint, pr. KovalfiUy, der soeben aus Siidrußland nach Moskau gekommen ist, Dr. Kovalsky erklärt, daß er In Südrußland nichts von antt. jüdischen Exzessen gehört habe. ’ Von einer vor kurzem aus der Ukraine ciimtroffencn jüdischen Persönlichkeit wird der J. T• A. mitgetcijr, «Jaß da» jüdische Erzleliungiwesen dorischst tn rapidem Niedergang begriffen ist. Die jüdische Jugend, die fast keine andere Möglichkeit hat, als mir Sowjet-Schulen zu besuchen, bleibt ohne jüdische Erziehung, Auch die kommunistischen jüdischen Schulen werden allmählich russiiiziert bzw. ukrainisiert. So z. B, wurden im Sommer 1923 die russischen Schulen in Kiew von 8000 russischen und 7000 jüdischen Kindern besucht. Ferner besuchten 2500 jüdische Kinder die ukrainische Schule. Das Joint Distribution Committee hat soeben einen Gesamtbericht über seine Tätigkeit in Rußland zusauimcngestcllt, der in einiger Zeit zur Veröffentlichung gelangen wird. In der Einleitung zu diesem Bericht wird fcstgestcllt, daß die amerikanischen Juden für das amerikantsdie Hilfswerk zugunsten Rußlands den größten Teil beigesteuert haben. Die Gesamtsumme, die dia ״American Relief Administration" (Ara) in Rußland atisgcgcbcn hat. beträgt 5 8 Millionen Dollar. Davon hat der Kongreß 22 370 000 Dollar geleistet; die Lebcnsmlttclpakete haben etwa 10 Millionen Dollar gekostet; der Rest, ungefähr 26 Millionen Dollar, wurde durch freiwillige Spenden aulgebracht, ln diese Summe ist auch der Anteil des Joint, über 8 Millionen Dollar, inbegriffen. Diese 8 Millionen Dollar bedeuten aber nur die Ausgaben des Joint seit August J92J. Für scbio Arbeit in Rußland bis m diesem Zeitpunkt (tat dar Joint außerdem noch 5 7&0CÜQ Dollar ausgegeben. Demnach betragen die Leistungen des Joint ,1) ןs sc inen eigenen Mitteln etwa 1 4 M i 111 o n e 11 Dollar, Außerdem wurden durch Vermittlung des Joint für etwa 4 Millionen Dollar Lebensmittel- und Klcidcrnakete von amerikanischen Juden nach Rußland gesendet. Demnach machen die direkten und indirekten Leistungen de» Komitees für die Hilfsarbeit In Rußland ungefähr 13 Millionen Dollar aus. Angesichts der vom Joint für das allgemeine Hilf«• werk ausgeg ebenen Summe von 63 Millionen Dollar erscheint diese Summe verhältnismäßig gering. Der Grund aber, daß für Rußland verhältnismäßig weniger Mittel ausgegeben wurden als für polen, Hegt darin, daß Rußland während einer Anzahl von Jahren von der übrigen Welt abgeschlossen war; während dieser Periode war eine Hilf», arbeit in Rußland nicht möglich. ׳JtaUcn Roin. (J.T.A.) Premierminister Mussolini hat ein Dekret veröffentlicht, nach welchem sämtliche Aus• 1 ander an den italienischen Universitäten von jeder Art Gebühren befreit sein sollen. Dieses Dekret, das be״ sonders den Bemühungen der Pro|essoren Enriques, Padua, L i m 0 n t an i, Florenz, und Magran I, Ferrara, zu danken ist, wird in italienisch-jüdischen Kreisen ab eitl bcsolideres Freumlschniiszcichcn der italienischen Regierung gegenüber der großen Zahl der an Italienischen Hochschulen inskribierten Studenten ans Osteuropa, dis in Ihren Heimat• ländern infolge der Einführung des Numerus clausus vom Studium ausgeschlossen sind, aufgefaßt. -י- (So wirht man וun Sympathien im Auslände. Italien glaubt eben, diese trotz seiner starken politischen Stellung nötig zu jiabqti. Andere schwächere Staaten bedürfen ihrer offenbar nicht. — Red. «I- 1״• R•״.), } Von jüdischen Studenten aus Osteuropa «ind bisher an den italienischen Universitäten etwa 140 immatrikuliert worden. Von diesen studieren 60 in Padua, 30 in Florenz, 20 in Malland mul 30 verteilen siel! auf die hiesige römische Universität und auf die Universitäten Turin, Porugla und Neapel. Die jüdische Welthilfskonfcrcnz hat zugunsten dieser ausländischen jüdischen Studenten zunächst einen Betrag von 10000 l'rcs. zur Verfügung gestellt als Teil einer Sammlung, die In Italien selbst von der Wcltliiltskonfercnz veranstaltet worden ist. Holland Die neue Biindesleitung des Niederländischen Zionistenbuudes mit Herrn Nehemia de Ljeme an der Spitze hat an die Londoner zionistische Exekutive ein ausführliches Schreiben gerichtet, in welchem die Exekutive aufgefoulcrt wird, die Möglichkeit einer entsprechenden Vertretung der kleinen Landsmannschaft n bei allen zio• nistischen Instanzen zu schaffen. ״De Joodiche Wächter“, das halbmonatliche offiziell«! Orgah des Zio• nistcnbundes, erscheint jetzt als Wochenblatt. Gruppa Ost d. Berliner Zionistischen Vereinigung Mittwoch, <Jon 13. Februar, atjenda B'/jllhf im Zionistlaohon Holm, Landoboraer Str. ,89 Vortrag von Herrn Dr. Splovzeiisclilk ”Wa5CCSär.H;.J.Zi AniditUÜond!WlM Um die 0fg3nbailon des bulgarische» Jufeataas Nach langjährigem zähm Kampf Ist cs der Zionistischen Organisation geglückt, sich in aämtnehen jüdischen Gemeinden des Landes eine airgccproclicne Mehrheit zu erkämpfen. Die ait! 5. .September 1921) 1dall!;rfm1<lcuc Tn;1׳u!g dieser Gemeinden hat das Statut, das die Organisation des bulgarischen Juden• tum» und seiner Gemeinden regelt, fast einstimmig angenommen. Die Grundlage dieses Statuts Ist ausgedrückt וזזו ersten Artikel de!»!:elb•-:!, der besagt: ,,Zweck der Organisation der jüdischen Gemeinden Bulgariens ist die Befriedigung ihrer religiösen und kulturellen nationalen Bedürfnisse, alt Teil des gesamten jüdischen Volkes." Damit wird unterstrichen, daß das Judentum nicht nur eine religiöse, sondern auch eine nationale Gemeinschaft ist. Es ist selbstverständlich, daß diese» - Statut ganz iin Geiste der neuen national-jüdischen und demokratischen Ideen das Wirken unserer Imiltutiancn in mmterhaiter Weise regelt und ein recht ausgedehnte■ hebräisches Schul werk Vorsicht, Die jüdischen Schulen in Bulgarien, die auf dein Wege sind, die I lebraisicrung de« bulgarischen Judentum» durchrnfülircii, erfordern beträchtlich« .Summen, die das bulgarische Judentum, das durch die Nach. Jtriegspteuern besonders betroffen wird, allein nicht mehr imstande ist auizubiingcn. Und der Staat, der wie von jedem Steuerzahler mich die dem jüdlirhen mifcrlegte Schulsteuer ciuzlcht, denkt gar nicht daran, diese jüdischen Schulen zu unterstützen, die letzten Endes doch seine Volksschulen entlasten. Die gleiche Mißachtung der Rechte jüdischer Bürger war auch insbesondere ausgedrückt in der Nichtanerkennung des obengenannten Statuts, das seit 1920 im Ministerium des Inneren liegt. Die neue bulgarische Regierung, in welcher auch die Sozialdemokraten ihre Vertreter haben, und die stell mit Recht als Hüter der Rechte der bulgarischen Minder, heilen in den Nachbarländern betrachtet und für diese eine au»- gesprochene nationale Autonomie verlangt, glaubt der bulgarischen Sache zu dienen, indem sie den gerechten und maßvollen Forderungen der bulgarischen Juden kein Verständnis entgegenbringt. Wie das Organ der Zionistischen Ürgani- »atlon Bulgariens ״Haschofar" m *einer Nummer 4 vom 20. Jaftuar mitteilt, hat «ine Delegation des Zentralen Konsistorium« der bulgarischen Juden nicht das ausdrückliche Versprechen der Anerkennung des Statuts von 1920 vom Minister des Inneren erhallen können. Der Minister ist in einer geradezu charakteristischen Acußcrmig die Antwort schuldig geblieben und hat versucht, die Tatsache weiter zu verschieben. Er hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, da» Konsistorium möge die Bevölkerung becmliusscn. damit diese den linksradikalen Parteien keine Unterstützung leihe. Auch der Ministerpräsident, Prof, Zankoff, hat dieselbe Delegation empfangen und ihr erklärt, er werde die Sache untersuchen und nach Möglichkeit die jüdischen Schulen unterstützen. Es scheint aber, daß das bulgarische Judentum sich nicht den Kampf ersparen können wird, um *eine gerechte Forderung, seine Entwicklung au( nationaler Grundlage zu sichern, durcluusetzen. E« hofft In diesem Kampfe bei seinen Brüdern in der Welt starke Unterstützung zu finden. Eine Aktion liir die Arbeiterbank Der Zentrale Wand des Hapocl-fUzair (Hitachduth) in Deutschland veröffentlicht den folgenden Aufruf an die Cha* wertm und Freunde des deutschen Hapoäl* Hazair: Chawerim und Freunde de« deutsch«■ Hapoil.Hazairl ״Das arbeitende Palästina ruft Euch in einer schweren Stunde zur Mitverantwortung auf. ihr wißt, wieviel angesicht» der wirtschaftlichen Lage in Palästina jedes Pfund, das unserer Arbeiterbank zur Erweiterung Ihrer Tätigkeit zur Verfügung gestellt wird, für die Behebung der Arbcitslosig* keit, (ür die Festigung unserer landwirtschaftlichen Betriebe, für die Möglichkeiten «1er Alija, für das Selbstbewußtst der arbeitenden Jischuw bedeutet. Ihr wißt, daß heute auch in Ländern, die jahrelang für eine derartige Aktion nicht in Befracht kamen, die Voraussetzungen dafür gegeben sind, durch eine energische Werbungsaktion Tausende von Aktien der Bank zu verbreiten. Die Erfahrung hat gelehrt, daß auch das deutscho Judentum genug Verständnis und Achtung für das konstruktive Schaffen unserer arbeitenden Genossen Im Lande besitzt, um cs nach Kräften fördern zu wollen. Deutsche Zlonlstenl Der Kasseler Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hat auf einen Antrag unserer Fraktion einstimmig folgenden Beschluß gefaßt!. Der 18. Deleglerientag der Z. V. f. D. erblickt ln der jüdischen Arbeiternank 4׳n wichtige» Instrument der Final!• ziertmg und Wirtschaft« .hen Entwicklung de» Palästinaaufbaus. Er ruft alle Zionisten zur Unterstützung der Aktion, zur Verbreitung der Aktien der Arbeiterbank auf und bcauf• tragt den L. V,, die Aktion aufzunchmcu und mit allen Mitteln zu fördern. Der Augenblick ist gekommen, wo Ihr diesen Beschluß In die Wirklichkeit umsetzen sollt. Wir erwarten von allen Chawerim tuuerer Partei und allen Zionisten in Deutschland, daß sie in der aktiven Unterstützung der »Tätigkeit d» ,Komitees für das arbeitende Palästina‘ Ihre Pflicht tun werden.“ Mitteilungen des Verlages JiltHselie Rundschau 1. Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß wir die Abonnementsgebühren für März für alle Elnzelabonncnten jetzt durch Nachnahme erheben werden, da die Post die Anmeldung der März- Dczicher bis spätestens den 18. Februar verlangt. Wir bitten dringendst um sofortige Einlösung der Nach* nähme, damit in der Zustellung kein« Unterbrechung einzutreten braucht, % Pie Ortsgruppen, die S«mmel3bQ1tn«mt nts bestellt haben, werden dringendst darum gebeten, die Abonnements-Listen für März und die darauf entfallenden Bezugsgebühren einzuschicken. 3. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß wir in allen Oegenden Deutschlands gut eingeführte fnseraten-Akquisiteure gegen Zahlung hoher Provision suchen. Wir bitten ferner alle Gesinnung»- genossen, die geschäftliche Beziehung zu Firmen haben, die für eine Insertion in der ״Jüdische» Rundschau“ in Frage kommen würden, »ich m>t uns in Verbindung zu setzen und uns Ratschläge für die Gewinnung dieser Firmen als Inserenten zu erteilen. t