Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1924-02-12 · Heft 12 (12.2.1924) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 12 (12.2.1924)
Date
1924-02-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652607--15521-2674826
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

I שז* ו. v —-־*־־־ן 1»■ w■ין |׳״0W!1nu■^ ץז |»...^ { g/\J x yJ 1 ■ ן S i ] ^\i! i j! 1 :! ך •—--!ן ן—״***| v■־“■ - ־———•׳■•»ן ן j! j ׳ י י 1 r gWin WJ -iun.w.1 Ml - ״X /X t j 1 \ l ן ן ן 1 r־ r ר; ־׳־׳׳/ - > , 1 r\ j Cxx 1 S דיי/ i \ ך/ ן .!; // \ V L•• 4! 1 l ‘ J ׳׳׳■• ל .V ו' \ 1'; t f . j j •J V j 1' 1 r\ J!; / ' i ׳י-" . \ 1. /7 I r 1 r ■ ־■*' ״ ' ־—■ w ר" 1 r נ״״ r ^#*1. .x ■* Redaktion und Vcrlns! W 15, Sächsische Straße 8. Erscheint jeden Dienstn(! und Freitag. BerugspreU bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark, f* AtiUaDdsabonfiFmtmts werden in der WStiruntJ der einreinen Linder berechnet. Berlin. 12. II. 1924 Nummer 12 *■&. 1»*».•- -J'wüS IHL•. AnzeijJ ca*V crv/olluii{* 5 Jüdische IUindcchau G.m.b.H., BcrlinW15, Sichtliche StraOi: 8. — Telephon! Amt Pfakburg 6697, 6698 u. 6699, Anz^Igenprciii 8!,*e»paU.NonparelUezeilA 0,25Gotdmark. Fßmiiitmanteltf»» urul SteUcnjJciueh« 0,15 Goldmai k. Für hebtäSacke Anleihen 10Q% Aultchlog, i’tr AusUtuisinserst• 100% Aufschlag D i e tt t a £ und Freitag tiac» mittag 4 Uhr, Telephon! Plalihurg6697u.6698, Postscheckkonto! BerlinNr. 17392. Für Oesterreich! Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: Poslsparkasscnamt Prag. Konto Nr.59410, — Rednktionsschluü Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ו׳ אדר א׳ תרפ״ר Aor.Hgert'iehluQl l) i t m I * g Dar Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öfJer.tllcIi - rechtlich gesicherten iteimstütte in Palästina. I3־fS־~ XXIX. Jahrg. ,Baseler Programm.** rsiss Die Touristensaison in Palästina verspricht in diesem Frühjahre besonders günstig zu werden. Zum ersten Mal werden auch die mitteleuropäischen Länder mit einer erheblicheren Anzahl von Besuchern in Palästina ver* treten sein. In Deutschland, Oesterreich, der Tschccho- Slowakei und den osteuropäischen Ländern werden größere Gesellschaftsreisen veranstaltet und nach den bisher bekannt gewordenen, zum Teil auch veröffentlichten Ziffern der Anmeldungen ist zu hoffen, daß die Zahl der Palästinarcisenden aus diesen Ländern in diesem Jahre einen Rekord darstellen wird. Aber auch aus Amerika, woher schon in früheren Jahren besonders in den Frühlingsmonatcn zahlreiche jüdische Reisende kamen, wird in diesem Jahre eine merklich gesteigerte Zahl von Touristen erwartet. Es ist offenkundig, daß vor allem die gebesserten wirtschaftlichen Verhältnisse, in Deutschland und den übrigen niittclcuiopüischcn Ländern hauptsächlich die Stabilisierung der Währung, in Amerika die dort herrschende günstige wirtschaftliche Konjunktur, ein solches Anschwcllen der Besucherzahl bewirken. Diese Tatsache gibt auch die Hoffnung, daß cs sich bei den meisten dieser Palästinareisenden nicht nur um bloße Ausflüge und reine Erliolungsrcisen handelt, sondern daß die meisten der Reisenden die Absicht haben, sich persönlich oder wirtschaftlich enger mit dem Lande zu verknüpfen, nachdem jetzt für viele die Möglichkeit hierzu gegeben ist, die vorher nicht bestand. Man muß in diesem Zusammenhange besonders die von der P. L. D.C. in allen Ländern eingeleitcte Aktion für den Kauf palästinensischen Bodens durch Private begrüßen. Es handelt sich hier um mehr als die Gewinnung neuer Mittel, die dem Ankauf größerer Bodenflächen in Palästina dienen sollen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß seit dem Jahre 1921, in dem der Nationalfonds die Emekböden kaufte, also seit mehr als zweieinhalb Jahren Bodenkäufe in diesem großen Stile nicht mehr unternommen wurden. Wenn cs durch Weiterverkauf der von der P. L. D. C. erworbenen Böden und durch die Steigerung der Einnahmen des Nationalfonds, die hoffentlich in dem neuen Jahre sich in noch weit höherem Maße als in dem letzten fortsetzen wird, gelingt, diese unterbrochene^ für unsere Kolonisation entsciicidend wichtige Entwicklung wieder aufzunehmen, so wäre dies ein nicht hoch genug zu veranschlagender Erfolg und der Anfang zu einer neuen, größeren Siedlungstätigkcit. Davon abgesehen ist die Aktion der P. L. D.C, auch geeignet, die in den letzten Jahren wieder gesunkene Bautätigkeit im Lande neu zu beleben. Die Erwerber städtischen oder garlcnstädtischcn Bodens müssen sich nämlich verpflichten, binnen einer kurzen Frist das von ihnen erworbene Grundstück zu bebauen. Es versteht sich ganz von selbst, daß der Besitz eines Grundstückes in Palästina auch für den ein starker An• reiz ist, seine endgültige Uebersicdlung nach Palästina ins Auge zu fassen, der vorerst nicht daran denkt und nur die Absicht hat, zunächst einmal durch Erwerb eines Stück Landes zwischen Erez-lsrael und sich selbst eine realere und konkretere Beziehung als bisher herzustcllcn. Wir gehen wohl in der Annahme nicht fehl, daß ein großer Teil der zionistischen Palästinarcisenden dieses* Jahres aus Personen besteht, die durch die Aktion der P. L. D. C. (in Amerika wird diese Aktion unter dem Namen des ״American Zionist Commonwealth“ unternommen, der ebenfalls auf recht erfreuliche Erfolge in den letzten Monaten hinweisen kann) für den Bodenerwijrb in Palästina interessiert worden sind. Wir müssen auch unseren engeren Freunden, die in Palästina leben, dafür Dank wissen, daß sie sich bereit gefunden haben, durch geeignete Vorkehrungen für die im Frühjahr erwarteten Reisendenscharen vorzusorgen, insbesondere was Unterkunftsmöglichkeiten in den für zionistische Besucher wichtigsten Teilen des Landes betrifft. Daß der Reisendenstrom in Palästina an diesen Landcsteilcn, vor allem an den landwirtschaftlichen Siedlungen im Norden, bisher achtlos vorbeiflutete, so daß eine unserer wirksamsten Propaganda- und Einwirkungsmöglichkeiten auch den Nichtzionisten und Nichtjuden gegenüber unausgenutzt blieb, darf man wohl als eine schwere Unterlassungssündc der .zionistischen Leitung in Palästina, aber aucli mancher Landesorganisationen bezeichnen. Vor einem Jahre wurde bereits in unserem Blatte darauf hingewiesen, daß beispielsweise das bekannteste Reisebüro, das von Thomas Cook, bei der Zusammenstellung seiner Gesellschaftsreisen nach Palästina das jüdische Palästina so gut wie ganz vernachlässigt. Bei einer entsprechend wirksamen Propaganda im Lande selbst, wie diese von allen Fremden- und Verkehrsvereinen in Deutschland betrieben wird, beispielsweise durch Plakate (allerdings andere als das in der vorigen Nummer kritisierte der nationalen Festwoche in Jerusalem), Inserate in den Blättern. Prospekte. Illus trationswerke in allen ägyptischen und palästinensischen Hotels, ist mit Sicherheit anzunchmcn, daß solche Widerstände, wenn sie tatsächlich vorhanden sein sollten, gebrochen werden können. Ebenso sind zweckmäßige Führungen durch wirklich international ausgcbildctc jüdische Führer notwendig. Ein Anfang dazu ist ja schon gemacht worden. Das Wichtigste aber sind die geeigneten Untcrkunftsmöglichkciten, die Einrichtung von gut zusaminengestellten Automobillinicn in den erwähnten Gebieten während der Reisezeit und anderes mehr. Bei entsprechender Förderung durch die palästinensische Exekutive muß es sicherlich möglich sein, für solche Unternehmungen Privatkapital heranzuziehen. Und die propagandistischen Ausgaben, die mit diesen Bemühungen verbunden sind, werden sich besser bezahlt machen, als manche andere jetzt noch für unentbehrlich gehaltene in den Galuthländern. Es gibt ja keine wirksamere und sinnfälligere Propaganda, als die des Sclbsterlebtcn und Sclbstgcschauteil. Es sollte ferner das Augenmerk aller zionistischen Landesverbände auf die außerordentlich wichtige Aufgäbe einer intensiven und umfassenden Reisepropaganda unter den nichtzionistischen Juden ihrer Länder gelenkt werden. Auch der Film sollte in den Dienst dieser Reisepropaganda gestellt werden. Wenn es nicht nur aus agitatorischen Gesichtspunkten, sondern auch rein wirtschaftlich gesehen, gelänge, nach Palästina einen von Jahr zu Jahr wachsenden Fremdenzustrom zu lenken, der dann eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes bilden würde (auch die Errichtung eines geistigen und wissenschaftlichen Zentrums wie die Universität ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung), dann könnte das Wort von der ״jüdischen Schweiz“ in einem zwar anderen, darum aber nicht minder erfreuliehen Sinne Wirklichkeit werden. S.K. Lenin und Wilson Von Arnold Z w e 1 g* 111 dieser Dekade Ist die Welt, zerbeult und vcrschleft, wie sie nach Krieg und Ruhrkrieg sich uns präsentiert, um zwei Männer großen Formats ärmer geworden. Vcrschicdenen Formats, mißt man sie aneinander; aber an dem Rest gemessen, der heute im Westen Staaten ״lenkt“ — ach die armen geschleiften oder geschobenen Lenker! — zwei Tote, die beide, jeder für sich, ein Stück bestimmender' Welt mit sich nehmen. Beide die Richtkräfte größter Staatsgcbilde, und beide angefeindet nicht nur in diesem Lande, verhöhnt, verleumdet, hinter einem Wall von Papierlügen dem Bürger verborgen; beide Träger von Ideen und zugleich Führer von Staaten, in denen also Geist und Macht sich personal und wesentlich vereinigen können, um jenen neuen, uralten, jenen wahren, jenen Moscstyp von Stantcnlcnkcr zu ermöglichen; beide von einem Werke, ihrem Werke, bei lebendigem Leibe ausgehöhlt und wie tot schon vor dem Tode, beide also wahrhaft Diener ihres Werkes und der Idee; beide vom Lauf der Welt gezwungen, ihre Ideen mit dem diametral entgegengesetzten Mittel zur Wirklichkeit zu verhelfen — der Pazifist führt ״den Kreuzzug gegen den Krieg“, der Kommunist schließt Verträge mit hochkapitalistischen Gruppen und muß dem privaten Egoismus Konzessionen machen — beide polar gegeneinander in der sonst völlig ideenlosen, rein auf Machtzuwachs und Ausdehnung gestellten Kriegs- und Nachkricgswclt; beide den Willen groß auf die Zukunft der Erde gespannt, die beide mit dem Griff ihrer Hände erreichen zu können glauben, und beide betroffen von dem hartnäckigen Fleisch der Erde und ihrer Einrichtungen, die sich aus der furchtbaren Dageweseuheit einer ewigen Gegenwart nicht mit dem Ruck noch so machtiger. Griffs zur Zukunft verändern lassen wollen. Beide, endlich, darauf eingestellt, den Menschen zu ändern, indem man zunächst die Zustände ändert und rousscauisch von den veränderten Bedingungen das Zutagdassen der ״Ursprunglieh guten“ Natur des Menschen erwartend; beide aber vom Menschen desavouiert: der eine Im Kampf um seine Ideen mit den ״Siegern“, die sich seiner und ihrer bedienen wollten, um erst einmal zu siegen, der andere dadurch, daß der Mensch hartnäckig auf einer anderen Vernunft als der reinmarxistischen besteht, daß er auf seiner Natur besteht, auf seiner Freiheit, auf der Hingabe an Prinzipien, die zu beseifigen nicht der Sowjetidee gelingt, sondern nur der Sowjet* macht: daß er sich zu keinerlei Heil zwingen lassen will, das ihm nicht innerlich zugeordnet ist, zugeordnet wie die eigene Sprache, der eigene Geist, das Klimti des eigenen Landes. Beide tragische Gestalten, verehrenswürdig und im Anschaticn befreiend von der Pest dieser Gegenwart, die wahrhaftig eine ״Jetztzeit“ genannt werden darf, Männer, Plastiker der Menschheit, um die schon bei Lebzeiten jene Aura war, die verrät, daß mau sich unserer Tage einmal erinnern wird in der Formel: ״damals, als Wilson und Lenin lebten“ — Völkerführer. Uns ist kein Raum hier, weder für Darstellung von Wilsons Leistung noch der Lenins. Aber wir erinnern uns, um von Wilson zu sprechen, wie im Kriege über den wüsten Egoismen der Parteien gleich Gestirnen die großen Maximen des Amerikaners aufgingen. Er brachte die Parole vom Krieg gegen den Krieg. Er prangerte das System der geheimen Verträge an und der verborgenen Diplomatie. Er verhinderte die offene Annexion des linken Rheinufers, er verwebte. zum erstenmal, in dem Pakt, den Siegergeist den Besiegten aufzwang, Idee und Realisationsversuch eines Völkerbundes mit schiedsrichterlichen Funktionen. Und wenn *eine Formel ״weder Sieger noch Besiegte“ ebensowenig der Wirklichkeit stamihiclt wie seine berühmten vierzehn Punkte und das Selbstbestinunungsrccht der kleinen Nationen, so steht doch uncrschütterlich fest, daß seine Ideale wahrhafte Ideale waren, daß ohne Wilson der Friede noch weit törichter, gcwalttätiger, der Nachkriegszustand noch weit unerträgheher geworden wäre, daß Amerika keinen Fußbreit Landes und keinerlei politischen und wirtschaftlichen Machtzuwachs aus seinem Kriegseintritt und Sieg beanspruchte, und daß Woodrow, Wilson mit der vollen Kraft seines allzu geradlinigen, allzu amerikanisch-jungen Verstandes um alle seine Ideale gekämpft hat, ohne freilich der stählernen Gewandheit von Clemcnceml oder der unheimlichen lntcrprctationskunst Lloyd Georges, dieser keltischen Vertreter alter, intellektueller Kulturen, gewachsen zu sein, und ohne alle genauere Sachkunde in eure* päischcn Dingen. Er unterlag auch aus persönlichen Schwächen, unterlag aber doch vor allein aus einem tief in der Sach« selbst liegenden Grunde: er zwang Regierungen und Staats•' Vertreter verhamilungsweisc zu ideellen Entschlüssen, die doch nur von innen her, als leidenschaftgetragene Neugestaltungen der Welt, von revolutionierten, geisttragenden Völkern, wirk* lieh errungen werden können. Wilsons׳ Demokratie hätte über die Staatsvertretungen hinausgreifen müssen, um das zu sein, was sie zu sein glaubte; sie blieb im Gegebenen! und erlitt jene halbe Niederlage, die Völkerbund heißt, und jene volle der Verträge von Versailles, Stvres und St. Oermain. Lenin dagegen steht wie ein Glücklicher dem anderen gegenüber. Sein und seiner Kameraden Werk: Sowjctrußland, besteht jetzt seine letzte schwere Probe, die auf innere Solidität, während cs die auf äußere längst abgelegt hat; in Krisen wie jenes Hungerjahr 1921, im polnischen Krieg, gegen Denikin, Pctljura, Koltschak, Wränge! und andere weiße Koudottiere. Was seit jenem Import russischer Revolutionäre aus der Schweiz nach Rußland in plombierten Waggons —1 dem tollsten Akt politischer Weisheit des alten deutschen Regimes —- an übermenschlicher Tätigkeit, unermüdlicher A»* Spannung, wachstem Verantwortungsgefühl, tiefer Verbunden* heit mit dem niederen Volke und immer wieder prüfend«! Denkarbeit in der Leitung des ins Unerprobte vorstoßenden revolutionären Gemeinwesens auf Lenins Teil fällt, das wissen wahrscheinlich nur seine Mitarbeiter ganz zu ermessen. Lenins menschlicher Wert aber erprobte sich, als er im Triumph derselbe Genosse Lenin blieb, der er im Kampfe mit demt Zarismus wurde, still, bedürfnislos, menschlich sanft bei alle? Härte staatsmännischcr Maßregeln, mit wissenden Augen di« Unvollkommenheit des Werkes an der Größe des Ideal* messend, stets gerichtet auf die Durchdringung der unge* heuren russischen Wirklichkeit mit den programmatischen Sätzen des kommunistischen Gedankens und durch nichts al« seine persönliche Magie in der Führerschaft jener komplizierten Organisation von Räten und Parteien, Aemtem und Kommissionen gehalten, die den Willen der Massen Rußland* ausdrückt. Wir hier, Zionisten, befehdet von der Sowjet* macht als bourgeoise und kapitalistische Organisation, vm unseres Selbsterhaltungstriebes ihr verdächtig, von ihren Erzichungsinstitutcn und deren scharfer Tendenz zur Assimilation der jüdischen Jugend an die russische und kom* munistische Kultur im Kern unserer nationalen Substanz an* gegriffen, jeder Gewalt entgegengesetzt, auf Freiwilligkeit und inneren Anschluß an die Idee des jüdischen Heims in Palästina ganz und gar gestellt, und als einen Kern des sozialistischen Ideals die durch Sympathie verbundene Oruppe, gemeinschaftlich in Arbeit und Verbrauch, erkennend: wie also, Gegner wenn man will, müssen das Recht und die Freiheit haben, unsere Achtung vor so großen Toten und unsere Sympathie mit ihnen zu bezeugen, aus der Verbundenheit ailcr Diener am Geiste und am Heil der Menscher( auf der Erde, Darüber hinaus aber senken wir, nach dem schweifenden Blick über die beiden großen Reiche und Leistungsgebiete Wilsons und Lenins, das prüfende Auge auf unseren eigenen kleinen Bereich. Der Zusammenstoß zweier großer Ideen mit der Wirklichkeit, gibt er uns nicht für unsere eigene Idee zu denken und zu fürchten? Wir kolonisieren, um den Juden menschlich umzuformen, ein Land, dem unsere gestaltende Leidenschaft in Form der Sehnsucht von Jahrtausenden her gehört; wir bereiten einem Volke ein Heim, das sich als Masse im Galuth behaglich eingerichtet hat, obwohl stets befehdet durch den Affekt, der sich an jedes Anderssein heftet. Unserem Imperativ an die Juden fehlt der Machtapparat ebenso wie unserer Wendung zu den Arabern hin, und wir müssen demokratisch sein, weil Freiwilligkeit unser ganzer Reichtum ist. Schon haben wir um der Wirklichkcit willen von linieren Plänen Einzelnes opfern müssen, was das Zusammenleben der Juden in erneuerndem Sinne zu fordern schien. •Schon lassen wir das Galuth in Erez-lsrael clndringcn und verlassen uns auf die Anstrengung zur Erneucrung des Juden, die dort gemacht wird, und auf den uniformcnden Genius des Landes. Jetzt tritt in Gestalt von Jewish Agency und Investment Company das philanthropische und gewiß wohlwollende, aber von unserer Leidenschaft zur jüdischen Umformung keineswegs besessene Interesse bürgerlieber Judenmassen uns und dem Palästinawerke nahe und mit ihm, notwendig und mit allen Emblemen des Unvermeidbaren behaftet, eine Wirklichkeit, die sich auf das herrische Bedürfnis unseres Werkes berufen kann, ohne daß für sie unsere Ideale von Zukünftigkeit und neuem Juden verbindlieh sein müssen. Werden wir von unserem Wollen auch nur soviel retten wie Wilson und Lenin von dem ihren? Werden die stärksten Nerven und die Willensstärken Augen, die uns gegeben sind; und deren Dienst für das Land wir

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.