Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1924)
- Date
- 1924-01-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Gelte 43 JUED ISCHE RUNDSCHAU Nr.ד 1 Zer osllikllscli ־ zlonlsfisclicii Konferenz Im zionistischen Ln :;er Deutschlands ' mehren sich die ymptomc einer neuen Bewegung: die cinj'ew,änderten Ost•!den organisieren sich, um gemeinsam mit den deutschen ionisten eine jüdische Front zu bilden, in der die besten;[erneute des 0-t- und deutsch-jüdischen Zionismus ihre Ver* nigmsg finden sollen. ln der letzten Zeit wird darüber geklagt» daß die ost- .uiischcn Zionisten, namentlich in Polen, nicht in genügen* m Malte den finanziellen Anlordoiungeii enisproehen haben, 1c der gegenwärtige historisch so wichtige Zeitabschnitt!1 alle jüdischen, Cur die Wiedergeburt des Volkes tätigen ■nippen stellt. Andererseits behaupten viele ostjüdisclm Zio׳ steil, daß ehe deutschen Gesinnungsgenossen die national* iliurcllc Seite des Zionismus vernachlässigt und zu wenig cwicht auf die Fragen der jüdischen Erziehung gelegt hätten. [s soll hier nicht untersucht werden, in welchem Malle diese Jorwiirfc berechtigt sind. Sicher ist, daß sich die_ Daseins* udingungcii des ostjüdischen und des deutschen Zionismus ,!ineinander wesentlich unterscheiden. Der ostjiidischc Zio- ,smus verwendet, in einer jüdischliewußtcu Masse wurzelnd, utitrgemiitt einen guten Teil seiner Energie und Arbeit für e Gegenwartsfragen und läuft Gefahr, der Illusion einer >s11ng der nationalen Judeufrage im Galulh zu ■ verfallen, r befaßt sich sehr stark mit national-kulturellen Gallithifgabcn und verliert die überragende Wichtigkeit der Koloniüonsnrbeit in Ercz-Isracl aus den Augen. Ganz andere e deutschen Zionisten. Ohne eine ausgesprochene jüdische genkultnr, ohne Vertrautheit mit den Problemen der natio-!len Minderheiten (wie in Polen) negieren sie zu leicht halt und Ausmaß einer nationalen Gnlutharbcit. Der deutsche Jjonismus ist nicht eine organische Konsequenz eines selbst* *!׳rständlichen Nation,■ilbewußlseins, sondern ein heroischer illcnsakt jüdischer Menschen, deren persönliche Würde durch :ricumdung und Spott einer Umwelt beleidigt wird, der ese Menschen ihre besten moralischen Kräfte dargebracht ben. Da der deutsche Zionismus sich der Aussichtslos^• f ■it seines eigenen nationalen Daseins im Galuth bewußt t, lehnt er jedes Kompromiß ab. Der deutsche Zionismus rtritt also die Reihenfolge: sofortige Kolonisation und als re Folge Nationalisierung; der ostjiidischc Zionismus ver- 1gt: erst Nationalisierung und dann Kolonisation. Diese;[ferente Einstellung zum Verwirklichungswege des Zionis- ,1» ist durch die Verschiedenheit der Bedingungen, unter 'eichen die beiden Judenheiten leben, begründet Es drängt sich also das Problem auf, ob nicht, die;:hafiung einer Synthese möglich ist, in der sich die nationalen Itribute der ostjiidischcn Elemente mit der kolonisatorischen tciisii it des Westjudentums verschmelzen würden. Das kann •schellen, wenn das Bewußtwerden eines bestimmten natioden Inhalts dauernd begleitet sein wird von dem Gefühl :r vollständigen Fremdheit in der Galuth-Umwelt. Der Zweck der ostjüdisch-zionistischen Konferenz, die am ■). Februar in Berlin stattfinden wird, ist die Schaffung <ftr materiellen und geistigen Voraussetzungen für die Verwirklljhung der erwünschten Synthese. Daß das Mcnschenmaterial tjfr diese Synthese in Deutschland vorhanden ist, kann nicht!![•zweifelt werden. Die Mehrheit der cingcwandcrtcn Ostjjjilcn in Deutschland hat das Gefühl absoluter Nichl/iigchörigit zur neuen Umwelt und instinktive Angst, die bewahrte t|[1tionale Eigenart zu verlieren. Wenn die Konferenz sich bewußt werden wird, wieviel!Piergie im ostjiidischcn Mcnschenmaterial in Deutschland irhandcn Ist; wenn es gelingen wird, alle Möglichkeiten :iszunützcn und die ostjüdische Arbeit in Deutschland in ’nige Verbindung mit den deutschen Gesinnungsgenossen, bringen und durch diese Arbeit auf die deutschen Genossen wirken; wenn ehest Verbindung von Ost und West Deutschland ungezwungen vor sich gehen wird — daun nn man erwarten, daß sich den zwei großen nationalem nippen des zeitgenössischen Judentums, der amerikanischen id polnischen, die auf die Führerrollc im Zionismus Anspruch 'neben, bald eine dritte, zahlenmäßig schwächere, gesellen wird, e jedoch ausgerüstet sein wird mit dem nationalen Schwung s Ostjudentums und dem eisernen Willen und dem tiefen oralischcn Vcrantwortlichkcitsgcfühl des deutschen Zionismus, ,ese dritte Gruppe wird ihre zwei größeren Schwestern zur Bersten Anspannung ihrer Kräfte und Steigerung ihrer istungen oder zur Herabminderung ihrer Führcratisprüche ingen. Dr, S c h. S t e r m a n n. Mit Rücksicht auf die Wünsche einzelner Ortsgruppen d vieler Vertrauensmänner der ostjüdiscli-zionistischen Ar* bf itsgcmcinschaft wird hiermit bekanntgegeben, daß die für n 27, Januar 1921 cinberufcne ostjüdisch-zionistischc Konfeäz erst am 10. Februar 1921 stattfinden wird, Ort d Tagesordnung bleiben unverändert. Die Mitglieder der ost* iischcn Arbeitsgemeinschaft, die Vertreter der bestehenden Ijüdisch-zionislischen Ortsgruppen sowie •die einzelnen Verucnsmänncr werden ersucht, rechtzeitig die Delegierten die ostjüdisch-zionistischc Konferenz dem ostjiidischcn $ kretariat bei der Z. V. f. D., W15, Sächsisdicstr. 8, namh ft zu machen. Für die Konferenzteilnehmer wird im Heim r Gruppe der Zionisten aus dem Osten, Berlin, Landsberger 'fräße 89, ein Empfangsbiiro cingerichiet, an welches man h wegen Unterkunft und Verpflegung wenden kann. Tapnjj des Gruppciiverlwmles Sachsen Am 9. Dezember 1923 fand In Chemnitz der uppenverbandstag für Sachsen statt. Das einleitende Referat •It Herr Dr. Lands borg über ״Die nächsten Aufgaben s deutschen Zionismus“. Er berichtete zunächst über die gemeine politische Lage und ging dann auf die Verhältnisse deutschen Zionismus über (Keren Hajessod, Chatu/im, ״endfrage, Verhältnis zur Assimilation). Es folgte dann ■ Generaldebatte, in der die Herren Pionkowski (Dres* u), Dr. Sichel (Chemnitz), P ree zc ק'(Leipzig), Lieber hemnitz) und Frl. Dr. Reich mann (Dresden) sprachen, ichmittags fand eine interne Besprechung der Gruppen* rstände und eine Sitzung der Nationalfondskommissare statt, iran anschließend hielt Herr S. Schocken (Zwickau) 1 ausgezeichnetes Palästinareferat, in dem er, ausgehend n der Wirtschaft in dem engen Bezirk des Freistaates chsen, zeigte, welche Möglichkeiten an natürlichen Vor*;Setzungen, Mcnschenmaterial und technischer Ausbildung tn Aufbau von Industrien in Palästina bestehen. Nach dem hlußwort von Dr. Landsberg wurde •die Sitzung geilosscn. — Abends sprach Herr Dr. Landsberg in einer li entliehen Versammlung über ״Zionismus, eine Antwort an Zeit“. Hwilslenslrtjcr vom 15. bis 23. J: dns 4. Qa־.rla! 1113 '?:׳aar 1024 Orte Kontingent KlnrJng vom Oaisml'I'ipii* U. (,Iblt 21.1.14 liir 4. QfiatUI ־ Berlin Chemnitz Halle Konstanz Malz (Bezirks;'!•.) Liu/rhic Zionisten Eingang vom ein gang für das 4 Ortsgruppen; 7131,20־; Spezifikation 30C»,. ־,500 •,50 ,10 ,100 ■.(»3 '*3 PeMbtt״* 100,75 149,25 2899,25 20-1,50 5«»,-- 12,- 126,20 — 7,50 52,95 — 63,75 88,75 11,25 4,20 233,90 66,10 5.’bi» 23, Januar 1924: 411,20. Gesamt•* Quartal 1923: 13 569,-1 davon durch die an Souderspeudeu: «»81,80. Berlin: Willy Preis u. Frau 9,—, Wunderlich 5» p . 1. u. 5. Moskowici, St. Müller, S. Weinberger, S. je 6,—, Dr. Oppenheimer u. Frau 4,50, Dr. H. Moses u. Frau, S. u, F. Rewitscb je 3,75, I. u. A. Rosenberg 3,25, L. Bochncr, M. Gon/er, Dr. Misch, R.*A. F. Mittwoch, R.-A. Dr, Mimz, Dr. A. Nacht, R. Neisscr, Dr, W. Woher, iFcrd. Ostering, I. Ostrowski, B. Perl, W. Sklarz, I. Scharfstcln, I. Scheller, H. Spiegel, A. Stein, I. Stempel, M. Waklm.uui, Dr. Witzlhum, Dr, Zwirn je 3,—, Diverse 41,--;!lalle: D. Felixbrodt 10,—; Konstanz: (inkl. der in Nr. 3 ausgewieseiien 45,45) Oppenheimer 15,—, Gebr. Schärf 7,30, O. Picard 4,03, A. Guggenheim 4,50, Dr. Chonc, Läwinstein, Dr. Mcinrath, Dr. Picard, Riegclcr je 3,75. Einzelne Zionisten: Kowno: Grete Krämer 4,20. 3. Ausweis der Ztonlslmfcucr ■Einflännc liir 11ns 1.Quartal 1924 vom 20. bis 23. Januar 1924 KU.W281.M für 1. Quiml 24 Kt*"*״** 25, ־״r Or» Kontingent Augsburg 50,— 25,— 50,— — Berlin 5000,— 25,05 250,05 4749,95 Chemnitz <100,— 100,—- 100,— 500,— Gotha 100,- 18,— 18,-?2,- Einzeiqc Zionisten 630,— 36,20 76,20 573,80 Eingang vom 20. bis 23. Januar 1924 : 204,25. Gesamt* eingnng 1129,95. Spezifikation: Berlin: S.-R. Dr. Lewy 6,—, Hepptner 5,—, Dora Bhmicnthal, Betty Frankenstein (1, Rate), Frau M. Jaffec, Frl. Kosterlitz je 3,-, Div.2,03; Gotha: Münz, Steinhaus je 6,—, G. Heilbrunn 4,—. Einzelne Zionisten: Fürstenberg: Dr. Sonnenberg 5,—; Jeßnitz: Apoth. Boschwitz 3,—; Kowno: Grete Krämer 4,20; Militsch: Dr. lutkowski 3,— : Ortclsburg: Dr. Goldberg 5,—; Schlancy: E. Möller 5,-! Unna; Kupfer* schlag 10,—. Die vom Finanzdezernat der Zionistischen Vereinigung für Deutschland neu festge* setzten Vicrteijahrcsstufen der Zionisten- Steuer betragen für 1924: 1. Stufe . . 1 Goldnaark vierteljährlich 2. 3 . . ״ tf ft 3. 5 . . ״ ft ן» 4. ,, . 10 H tl 5. ״ nach eigener Einschätzung, entsprechend den Vermögensverhältnissen. Programm der üechaluz-Konferenz Eröffnung Freitag, den 25. Januar, 6Vj Uhr: Begnißungsabcnd. Chawer Bogdanowski: Die Lage und Aufgaben des Wclthcchafuz. Dr. Arlosoroff: Begrüßung für das Komitee für das arbeitende Palästina. Sonnabend: Beginn vorm. s/»10 Uhr: Dr. Nagler: Gegenwart und Zukunft des deutschen Hcchaluz; Diskussion. Abends 1/sS Uhr: Geselliges Beisammensein aller Chawerim in den Räumen des Z. J.V״ Heiligegeist* Straße 52. Sonntag, vorm. )/10־ Uhr: Chawer Ef tcr aus Palästina: Die Aufgaben der llachscharah. Nachmittags Vs t U h r: Getrennte Sitzung von Landwirten und Hand* wevkern. Referat Heimann (Handwerker); Referat Loewe (Landwirt). Abends 1/)S Uhr: Schlußsitzung, Beschluß, Wahlen usw. Sämtliche Zusammenkünfte und Sitzungen finden außer Sonnabend Abend in den Räumen des K. j. V,. Berlin, Kur* fürstenstr. 150, statt. Die Delegierten und geladenen Gäste erhalten ihre Ausweise am Freitagvormittag im Büro des Merk,1s, Emserstr. 12/13, oder vor der Eröffnung der Kon* ferenz ün K.J.V. Stcrbcfall.. Am 16. Januar starb nach langer Krankheit der Lektor an der Universität Leipzig, Professor Israel K a h a n. Mit ihm ist einer der ganz großen jüdischen Gelehrten 11 nsercr Zeit dahingegangen. — In Litauen geboren, ging er durch die Schule des traditionellen Lernens, wußte aber eine immense tahnudischc Gelehrsamkeit mit wissen* schriftlicher Methode und scharfem kritischen Denken zu ver* binden. Er war der erste Vertreter jüdischer Wissenschaft, dem an einer deutschen Universität in der bescheidenen Form eines Lektorats ein Lehrstuhl cingeräumt wuulc. Er war von imendlicher Bescheidenheit und so tritt sein Anteil an den Werken seiner Schüler gewöhnlich nur in einer dürren Notiz des Vorwortes zutage, in der sich der Verfasser für die Hilfe seines Lehrers bedankt. Er hat aber unendlich befruchtend auf das Studium der talmudischcn Wissenschaft, insbesondere bei der jüngeren Generation von protestantischen Theologen gewirkt und hat so indirekt viel für die Ausbreitung der Wahrheit und die Bekämpfung des Vorurteils getan. Er war von einer Anspruchslosigkeit, von einer Vornehmheit der Gesinnung, welche an den Charakter «ler Idcalgeslallcn ajis alter Zeit erinnert. Möge sein Geist und sei•!» (je• suinung lebendig bleiben. Der ״Hapoel-Haza'i'r“ in Berlin hat folgende .v.oiuarc, an denen sich auch Nichtchawerim beteiligen können, ein* gerichtet: 1. Dr. Chajim Arlosoroff: ״Palästinensische Wirtschaftsfragen“ (Ort und Zeit wird den Teilnehmern besonders mitgctcilt). 2. U. Fried! and: ״Geschichte und Entwicklung des zion, Sozialismus", Dienstags von 8 bi» WO Uhr. Erster Abend: Dienstag, den 29. Januar 1924. Dr. Georg Landauer: ״Zur Geschichte der jiid. Dienstag, den 5. Februar 1924. 5. Gerda Arlosoroff: ״Fabiani’;eher Sozialismus", Donnerstags von ValO bis 11 Uhr. Erster Abend: Donnerstag, den 31. Januar 1924. Alle Seminare außer dem von Dr. Chapm Arlosoroff finden im 2km. Heim, Landsberger Straße 89, statt. Meldungen an Hapocl-Haiair, Carmerstr. 6, Telephon: Stpt. 14 416. Berlin. (Gruppe West-Charlottenburg der 0. Z. V.1 Vortrag Dr. CI1. Ariosoroll). Am Dienstag, den 8, Januar, veranstaltete wn Roten Saal des t.ogciiliaiiees, die Gruppe West-Charlotten* bürg einen Vortrag von Dr. Arlosoroff. Es sei ge* stattet, die Ausführungen, die man aus dem Buch Arlosoroff«, aus einer Rede in Dresden und aus seinem ersten Berliner Vortrag über ״Das Grundproblem unserer Kolonisation" kennt, kurz zu rekapitulieren. Die erste Hälfte des Vortrages war mit einer scharfen Kritik der bisherigen Kolonisationsvcrsuche ausgefüllt. Die Schwierigkeit der bisherigen Versuche lag nach dem Wort Wi’.kanskis in der Tatsache, daß Menschen europäischen Ilcdürfni'-gradcs auf ein Land gestoßen wurden, dessen Land* Wirtschaft nur infolge des Gleichgewichtes fctlachisdier An* Sprüche und nomadischer Produktivität lebi iisfiiliig war. Konnte auf der einen Seite die geübte Kultur die agrarische Produktivität des Landes nicht wesentlich steigern, 8a ent* stand das Mißverhältnis europäischer Ausgaben und palästinensischcr Einnahmen. An diesem Mißverhältnis mußte die bis* hörige Kolonisationstätigkeit in Palästina unfehlbar kranken. Die Enge de* inneren Marktes verhinderte, zumal die Mög* lichkcitcn des Exportes außerordentlich beschränkt sind, ein Aufblühen des Absatzes und eine wesentliche Steigerung der Einnahmen von dieser Richtung her. Palästina braucht eine wesentlich stärkere Bevölkerung zur Behebung des Marktes und der Volkswirtschaft; Voraussetzung dieser Volksver* mchrung ist der Einfluß bedeutender Kapitalien; und da derartige Kapitalien ohne jene zinstragende Intensität der Volkswirtschaft, die sie andererseits doch erst schaffen soll, nicht einfiiclkn werden, ist ein verhängnisvoller drkulus gegeben, aus dem ein Ausweg zunächst schwer möglich erscheint. Der zweite positive Teil der Ausführungen Arlosoroff« gipfelte in der Forderung des finanziellen Charters. Er wies darauf hin, daß jedes Land seine relative Stufe der Kapitalisierung habe. Dieser Begriff besage nicht mehr oder weniger als das Verhältnis des Kapitalrcichtums einer Volks- Wirtschaft zur Entwicklungsstufe dieser selben Wirtschaft. Beide Faktoren, die Volkswirtschaft und der Kapitalrcichtum wobei Volkswirtschaft für die gesamte gewaltige Kolonisatlou vieler tausend Wirtschafistcüdicn gefaßt ist — stehen und wachsen in dauerndem Verhältnis. Entwickelt sich die Volkswirtschaft, so wächst organisch die Wirkungskraft und die Fülle des Kapitalreichtums im Laufe längerer Zeiträume. In unserem Falle sei dieser organische Weg, wenn anders nicht der Begriff der Zeit aus dem Zionismus ausgeschaliet werden soll, ungangbar. In unserem Falle sei die Notwendigkeit gegeben: man müsse eine hohe relative Stufe der Kapitalisicrung durch Einliltrlcrung hochkonzentrierter Kapitalien nacK Palästina schaffen, um so einen entsprechend intensiven Kreis der Volkswirtschaft hcrzusiellen. Das Problem der Kolonisation sei ein Kapitalproblem•, es gelte, Kapitalien von einet außerordentlichen Fülle und Konzentration auf dem Kreditwege für Palästina freizumachen. Juristisch sei eins derartige Forderung In unserer Zeit der Aktiengesellschaften und der vielfältigen Kooperativunternehmen keine Utopie; ökonomisch sei eine Kreditaktion im jüdischen Volke jedenfalls leichter durchführbar als eine Werbeaktion, da in beiden Fällen die Uebcrschußcrträgc herangezogen würden, Im ersten Falle gegen Unterlagen und im zweiten ohne Unterlagen. Nur so sei das Problem unserer Kolonisation zu lösen. 3 Politik“, Montags von 8 bis 810/נ Uhr. Erster Abend: Montag, den 28 Januar 1921. 4. J. Sandbank: ״Oeschichte des Chassidismus“, Dienslags von ys10 bis 11 Uhr. Erster Abend: Bund Zionistischer Frauen (Ortsgruppe Berlin). In der Arbeitsgemeinschaft von Frau Bergcl-Groncniann findet der nächste Vortrag am Dienstag, den 29. Januar, um z/35 Uhr im Sitzungssaal der Zion. Vereinig, f. Deutschland statt. Frl. Dr. Scheuer wird über ״Individuum und Erziehung“ sprechen. Wir haben unsere Besprechungen in diesem Kreise bewußt auf eine prinzipielle, theoretische Grundlage gestellt, hoflcn aber, daß sich jetzt auch eine Anzahl mehr praktisch interessierter Frauen linden wird, die in einer gesonderten Gruppe Fragen der Erziehung usw. in dieser Art behandelt und mit Gruppen junger Mädchen arbeiten wird usw. Zu unseren folgenden Veranstaltungen werden wir nicht mehr Einladungen ergehen lassen, sondern sie nur in der ״Jüd. Rundschau“ bekanntgeben. ״Die Schaugemeinde“ nennt sich eine neugegrütidcfe Bühne, die unter Mitwirkung erster Berliner Schauspieler und Regisseure im Lcssingmuseum, Brüderstr. 13, für ihre Mit* glieder geschlossene Vorstellungen veranstaltet. Als Eröffnungsvorstclltwig geht Ende Januar ״Der Däumling", eine burleske Komödie von Ludwig Tieck in Szene. Von der Schaugcmcindc sind ferner n. a. in Aussicht genommen: Paul Altcnbcrg! ״Quartier", Schauspiel (Berliner Uraufführung). Oliver Goldsmith: ״Sie geruht zu siegen oder die Ver- Wechselungen in einer Nacht“, Lustspiel in fünf Aufzügen aus dem englischen Rokoko. Thomas Mann: ״Fiorenza“. Schccrhart, Brust; Hirschfeld: ״Moderner Einakternbend“. Johann Elias Schlegel: ״Die stumme Schönheit“ (erste Aufführung aus dem Zyklus ״Das Luslspiel vor Goethe“). Alfred de Müsset: ״Eine vcnctianlschc Nacht“. Fritz Sclnvicfcrt: ״Ataff“, Tragödie (Uraufführung). Benedikt Laclmiann: ״Der Schrei nach Ruhe“, Komödie. Moritz Heimann: ״Joachim von Brandt", Komödie. Mitgliedskarten zu billigen Preisen sind auch im Zcntrallr.iro, Sächsische Str. 8, erhältlich. Ein Teil der Einnahmen fließt dem Jüdischen Nationalfonds zu. Abendkas'.c findet nicht statt. Die künstlerische Leitung der Bühne Hegt in den Händen unseres Oesinnungsgenossen Peter Eisler Berlin NW 23, Siegmundshof 3. Anfragen aller Art sind dorthin zu richten. ' Im Renaissance-Theater, Berlin, Hardenbergstraße, wird zurzeit das fesselnde Drama ״Die kindischen Verliebten“ de* Belgiers Crommelynk gespielt. Tarbuth. Sonnabend, den 26. Januar 1924, abends 8 Uhr, findet in der Synagoge, Fasanenstr. 79/80, eine Versammlung des Tarbuth-Klubs statt. Herr tische Erziehung“ sprechen. Dr. Hurwitz wird über ״Poli- J kJ U m 441 | 1ץ■—• י"•*•■) ,־*"*״ *«*«». . V.1 : ״ •***bi W feil kai Läl 4i י H *י״׳־״,׳/ ץ n ־י■• p״ ו*^'*^«1** ״'‘*־. taNj 44 * N O /*'’י־־י״י ,•*'י*־^ ta«ä* 40*1#V.z■''kl L.I iiyuiLik^ V״ A‘w ka ^*‘»*Ä*i •«i kJ ''w.'.ui k4 ר f* ittii tll ׳ kw- 4J 4^ fm■^ ףי•" 44 y ״«* IDW«' ' 41* 4J!■J 414 41 Li