Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 6 (22.1.1924)
- Date
- 1924-01-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 33 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 8 .V IC: ic Lnsc Am 17, Januar hielt lim Wladimir Jnbotinsky in der Berliner Phith.inmmu• einen Vortrag ״Die Kri-.e Im Zio- und ihre Losung“. Der Vortrag war die Fortsol/uiii׳ des früher gehaltenen, über den wir in unserem!Matte bereits berichteten. Er war auch gewissermaßen ein Abschieds• prüft au die deutschen Zionisten, denn Herr Jnbotinsky ist inzwischen nach Paris übergcsiedclt. Im ersten Teil seines Vortrages sprach Jabotinsky über das Tempo der jüdischen Einwanderung nach Palästina, das sich immer mehr %'crminderc. Palästina sei das ,,Land des «fli/RIlcn Antisemitismus par excellcncc“, die Palästina-Kolonisation nicht mehr die Lösung der Judennot, sondern mir noch ein für die Massen des Ostens nicht mehr in Ikdracht kommendes ״Spielzeug für Liebhaber“, Der augenblickliche Optimismus in der zionistischen Bewegung sei nicht berechtigt; die Labmir Party werde nicht soviel für den Zionismus tun können wie die Regierung Lloyd Georges, und die Araber seien vorbereitet, auch mit einer Arbeiterregicrung 7u verhandeln. In Amerika wird jetzt das System der ״üwirokratic“ vorbereitet. Von einer solchen Jewish Agency sei nichts zu erwarten. Die Losung bestelle darin, daß eine ״politische Offensive" tm größten Siil vorbereitet werde, denn die jetzt im Zionismus hen'seliendc Auffassung, dall cs auf Politik nicht mehr ankommt, sondern nur noch auf Ockoitomic, sei grundfalsch. Es fehlen noch die politischen Voraussetzungen bei der Masscukolonisation, die I bei den geltenden Einwamleruitgsbcstiinmungcn unmöglich sei, wie bei der Verwaltung des Landes, bei der die politische Tendenz bestehe, die Macht in die 1 lande der arabischen LaiHleseiuwuluier zu legen. Audi die Kolonisation in der Zeit vor dem Krieg sei nur durch die Kapitulationen politisch , ermöglicht worden. j Jahotinsky entwickelte hierauf den folgenden Aktionsj plan für die nächsten 2t) Monate (bis Chanuka 1925): 1. Mo- ' bilisicruug der jüdischen Massen und besonders der jüdischen Emigranten, damit sie von den Regierungen die Ocffmmg der Tore Palästinas verlangen, da ihnen die anderen Länder verschlossen sind. 2. Mobilisierung der westlichen Juden, die Verantwortung für ihre notleidenden Brüder zu übernehmen und die nötigen Gelder aut Zubringern 3. Mobilisierung der zianistcn-frcundlichen Staatsmänner wie Balfoiir usw., denen gesagt werden muli, daß man über die bisherigen Resultate enttäuscht ist und eine neue Politik erwartet. 4. Mobilisierung der Staatsmänner wie Präsident Coolidgc usw., die zwar nicht judenfeindlich sind, aber ihre Länder vor den Juden verschließen. Gewaltige jüdische Prozessionen sollen an einem Tage in der ganzen Weit zu den Regierungen und Parlamenten ziehen. Der Weltkongreß solle in Genf, dem Sitze des Völkerbundes, an demselben Tage abgchaltcn werden. Eerncr entwickelte Jnbotinsky den Pinn einer finnn/idlen Vorbereitung der National-Anlcihc durch die von Hcrzl erträumte große Judenbank. Endlich eine Mobilisierung der jüdischen Jugend, die in Palästina jüdische Arbeit schützen und den Keim der jüdischen Armee bilden soll. Jabotinsky schloß mit einer Art Abschlcdsgrttß an die deutschen Zionisten, besonders an die deutsche zionistische Jugend, Diese Absehicdswortc entsprachen in der Tonart manchen anderen Bemerkungen seines ungefähr zweieinhalbstündigen Vortrages. Sie waren im Grunde nichts anderes als eine gröbliche Beschimpfung der deutschen Zionisten, die es zulassen, wie an den obersten Stellen der Organisation ״gelogen und betrogen werde“, während die deutschen Zionisten und die übrigen Landsmannschaften, richtiger ״Landsknechte“, stets die Regierung decken und ruhig diesem Treiben Zusehen. tt; unter geiiief 1 .(,ichcnbegiü Zeichen der Nation,ilrals Namen!,׳,;:!!•Madisciiou'olh ein Iiol;■"־• Ansehen cli längerem, schweren Leiden g .;<,;011׳׳. Da» ülmD fand am PS, Januar in Kowim . dt. Zum Trauer waren die Lokalitäten dm Jüdischen während der Bestaitungsfcicr geschlossen. An der Trauei feier beteiligten sich sämtliche gesellschaftlichen Institutionell. In der gesamten jüdischen Intelligenz und Jugend, sowie in alten Kreisen der Ocselbdmft hat das Ablebctl des IVaal-Machschowoth große Trauer hervorgerufen. Dr. Israel EI laschow wmde im Jahre 1873 als Sohn eines angesehenen rtitd begüterten jüdischen Kaufmann• geboren. Dis zu seinem 13. Lebensjahre lernte er in der Jeschivvah, sodann wandte er siel! weltlichen Studien zu. Er studierte in Berlin und Heidelberg Medizin und erhielt den Doktorgrad in Rußland im Jahre 191)5. Seine erste literarische Arbeit veröffentlichte er im Jahre 1895. Es war dies eine Studie über das Schaffen Morris Roscnfclds und erschien in der Zeitschrift ״Der Jid“, Er sctzic seine fite•!•,־irisch-kritische Tätigkeit unter dem Pseudonym Baal MachsHtowolh in der Zeitschrift ״Jldiscltc Eatttllic" fort, 1910 redigierte er die Rigaer Zeitung ״Jidischc Stimme“, in der Kriegs/eit war er Leiter der literarischen Abteilung des Petro* grader Tageblatts. Nach dem Kriege war er literarischer Mitarbeiter der Kownocr ״Jütischen Stimme" und ausländischer jüdischer Zeitungen. Vor kurzer Zeit erst kehrte er, ein sehwerkranker Mann, nach Kowno 'zurück. Er starb in dem* selben Hause, tu dem er geboren wurde. K o w 11 o. (J. T. A.) Ucbor die am 15. Januar morgens stattgefundene Bestattung des jüdischen Deukers und Publizisten Baal-Maclisdiowotli ist iioelr mit/uteileu! Dem Sarge folgten gegen ,3000 Personen, llumillelbar hinter dem Sarge, schritt ein hcMHideres Ehreugcfolge, bestehend uns den Mitgliedern des jüdischen Gemeiiuicvorstamic«, sowie aus Vertretern der ge- Kclhchaitlielteit Organisationen. Die Mitglieder des Sportklubs ״Makkabi1' sorgten für die Ordnung. Auf dem ganzen Wege waren die Geschäfte, sogar die christlichen, zum Zeichen der Trauer geschlossen, ln den Gassen brannten die elektrischen Lampen. Am 'Grabe sprach der Präsident des Jüdischen Nationnlratcs, Minister l>r. Rosenbaum, Vertreter der Zionistisehcii Organisation, der Gesellschaften!,Ort“, ״Osc“ u. a. Auch Vertreter der linken jüdischen Arbeiter-Bewegung hielten Nachrufe. Der Sprecher lies zionistischen LaiKicsverbaralcs hob hervor, daß der Verstorbene, wenn auch nicht zionistisches Parteimitglied, so doch ein zionistischer idrallst gewesen ist. Auf seinem Krankenbett bat er seine Schwester, ihm die ״Ilatikwah“ voiviisingcn. ln jüdisch-litcraiIscheii Kreisen bestellt der Pinn, durch’ eine Herausgabe des Gesamtwerks des Paal-Machschowoth dem verstorbenen Schriftsteller ein Denk* mal zu setzen. Wcrwr.uirafi <*-,r Kma n;׳j2ssod Gelder in Paltllna v« l.'ki 1921 bi; Sepie!übt t 1921 Von den Einnahmen des Keren Hajcssod wurden von März 1921 bis September 1923 £ 995,458 in Palästina verau*. gabt. Wir veröffentlichen anbei eine Tabelle mit Spezi• Angabe de« auf die Oefizlerung dieser Ausgatrcn unter gleichzeitiger Prozentsätze« Bamtsumme. der einzelnen Posten f. Landwirtschaft ,,,,,,, 2. Erziehung׳;wesen ..... 3. Einwanderung (einschl. Palast!• naämfer, Alijnfi und Hach• scharall). 4. Investierungen (Elektrizitätswerk £ 50,000 5,04% *=־, Hypotheken, bank £ 36,057 «=> 3,64%, Schuf- Behände £ 8,887 0,89% ־־י, P. L. D. C, £ 5,000 -0,50 •י %) 5. Ocffciitliclie Arbeiten . . . , 6. Smiat wcrk Hadasah . . . , 7. Lande;Organisation und beson• dere Au gaben. 8. Ailirlnistrationsausgabcn , , , 9. Misrnchi. . . , 10. Jüdischer Nationalfonds . , , 11. Technikum 12. Handel und Industrie , . , , in bezug Summe In Prozenten Polnische Repressalien wegen der Münchener Ausweisungen Der ״Vorwärts“ meldet am 19. Januar unter dem Titel: ״Erfolg der bayerischen Judenhetze. Polen weist zur Vergcltung Reichsdeutsche aus“, aus Posen: Als Gegenmaßnahme für die Ausweisung von 79 polnisch-jüdischen . Familien aus Bayern, von denen 14 bereits Bayern verlassen mußten, da die Intervention des polnischen Außenministeriums erfolglos blich, hat das polnische Innenministerium der Poscncr Wojwodsehaft den Auftrag erteilt, 14 deutsche Familien aus Posen auszuweisen. Die Neidenburjjer Judcnausselirdlungen vor Gericht Ueber den Prozeß gegen die Pogromanstifter in dem ostprciißischcn Städtchen Ncidenburg, in welchem die Haupträdclsführcr Ehlcrt und Keyiicl zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt worden sind, ist zu berichten: Var dem Schöffengericht in Neitienbiirg traten die Angeklagten mit einer imglanhliclien Impertinenz auf. Der Anklage lagen folgende Tatsachen zugnimlc: 111 der Nacht zum 3. Oktober 1923 wurde der jüdische Handlungsgehilfe Leo Löwenstein von 15 bis '20 Angehörigen deutsch völkischer Kampf- Organisation unter dem Rufe ״Da geht, auch so ein Judenbcngcl!“ angefailen und mißhandelt. Als er flüchtete, wurde er von dem Landwirt Leo Malctzky auf dem Rade verfolgt lind fest],rehalten, worauf die Horde hcrankatn und ihn neuerdiiigs mißhandelte und verletzte. Auch gegen die anderen jüdischen Einwohner wurde eine drohende Haltung augenommen. Am Abend des 27. Oktober 1923 hatte sich in Neidenbürg auf dem Marktplatz eine größere antisemitische Menge angcsammclt. Der frühere Leutnant Ehlcrt hetzte die Menge mit den Rufen auf: ״Heil! Juden raus! Soll Deutschland bestehen, müssen die Juden untergehen!“ Die Menge antwortete aut diese Rufe: ״Heil! Juden raus!“ Als Polizei hcrankatn, wurde sie von der Menge beschimpft und Ehlcrt rief: ״Schupo und Reichswehr arbeiten für die Cohns und Lcvys!“ Der vor seiner Haustür stehende jüdische Kaufmann Arnold Krattcr wurde hcvausgcschlcppt, bespuckt und mit Stöcken so bearbeitet, daß er aus mehreren Kopfwunden blutete’. Andere jüdische Bewohner des Städtchens wurden verfolgt, zum Teil ergriffen und mißhandelt. Von den Angeklagten wurden Eblert und der Vorsitzende des deutsch-völkischen Landesverbandes Apotheker Keydcl zu je drei Monaten Gefängnis und je 300 M. Geldstrafe •ver• urteilt. Ferner erhielten Geldstrafen: Zorawski 400 M., Lalotzki 300 M,, Müller und Hiller je 60 M. Nach der Urteilsverkündung machte Keydcl dem Gerichtshof eine ironische Verbeugung und rief: ״Heilt“, in welchen Ruf da« dichtgedrängte dcutschvölkischc‘ Auditorium cinstimmte. Das Gericht erkannte deshalb auf eine Ordnungsstrafe von 50 M. £ 228,055 22,90 222,685 22,35 138,486 13,92 99,944 10,07 . 82,782 8.30 <6713 7,70 46.229 4,65 39,037 3,92 26,472 2,67 . 19,591 1,97 11,068• 1,10 4,396 0,45 I 995,458 8 8 Fine jüdische Emigration« * Konlcreni Auf der Beratung der Vertreter der Lamlcs-Komitccs ■und Filialen des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung, welche unter dem Versitz des Herrn Held und L e w 111 - E ps t e i u in Warschau stattgefimden bat, wurde beschlossen, eine Konferenz sämtlicher Vertreter der Landes Kr m t-cs in Italien, Tschechoslowakei, Rumänien, Polen, Litauen, Lettland, Danzig usw. wie auch der Vertreter der Institutionen, welche sich mit der Emigration«• frage fn Amerika, Kanada, Argentinien und Südafrika be• fassen, einziibenden. — Die Tagung der Konferenz wird Ende Juni oder Anfang Juli stattllndeu. Protest einer jüdischen Delegation in Washington gegen das neue Einwanücrungsneselz New York (J. T. A.) Am 4. Januar erschien vor der EinwaiHiemngskommission in Washington eine von Herrn Louis M a r s c h a 11 geführte Delegation der jüdischen Organisationen in Amerika, um gegen die neuen Eiiiwaiidcrungshcschränkungcn zu protestieren. Die Delegation bestand außer Herrn MarschaU noch aus den folgenden Herren: Max Fein (dem Vertreter der jüdischen Gewerkschaften), Dr. Stephen S. Wi8e, Joseph Barondess, Jacob Fishmann (Herausgeber des Jewish Morning Journal), Gedalia Bublik (Redakteur des Jüdischen Tageblatts) und William Edlin (Redakteur des ״Tog“), Louis Marschall, der als erster von der Kommission vernommen wurde, führte aus, die beabsichtigten Eiinvamlcnmgsgesctze seiet« im Geiste einer Gedankenwelt erfolgt, die durch Ku KInx Klan vertreten ist. Gerade die Länder der jüdischen Emigration sind am meisten betroffen, weil diese l.iituicr im Jahre 1890 noch keine nennenswerte Emigrationsziffer in Amerika hatten. Das neue Gesetz, reduziert die Einwandererzahl um 200 000 Seelen jährlich, von denen auf die südostcuropäisdicn Länder entfallen. Marschall nannte die Bestimmung, daß jeder Immigrant ein Zeugnis vorweisen solle, ob er Militärdienst geleistet hat, eminent militaristisch. Er wies darauf hin, daß unter den Männern, die Amerika zur Blüte gebracht haben, zahlreiche osteuropäische Juden gewesen sind. Herr Fishmann bemerkte, daß sogar bei einer zweiprozentigen Quote 65 00(1 Juden jährlich cinwandern dürfen. Die anderen Bestimmungen seien aber geeignet, diese Zahl stark zu ver* ringern. Das ganze System stimme nicht mit den ameri- Iranischen Freiheitsprinzipien überein. Rabbi Stephen S. W i s e, der im Namen des amerikanisch-jüdischen Kongresses sprach, wies darauf hin, daß die jüdischen Einwanderer schnell amerikanisiert und mit Hilfe der jüdischen Presse zu nützllelicn amerikanischen Bürgern erzogen worden, Nach den Darlegungen der nndercii Delegierten stellte die Kommission mit jedem einzelnen derselben ein ausführliches Verhör an. (Wie bereits in der vorletzten Nummer der ״J. R,“ mitgcteilt, hat die Einwamkrniigskommisskm die Vorlage trotzdem angenommen. Alle Proteste gegen die neuen Beschrän• kungen haben nur die Wirkung gehabt, daß nahe Verwandte amerikanischer Bürger außerhalb der Quote cimvandcrn dürfen. Als solche Verwandte werden ungesehen: Frauen amerikanischer Bürger, sowie deren Kinder unter 18 Jahren und deren Eltern über 55 Jahren, — Anm, d, Red.) Baal * Maehsdiowolh gestorben Kowno. (J.T.A.) Am 13. Januar spät nachts ist in Kowno der hervorragende jüdische Publizist Dr. Israel EI fase ho w, der in der hebräischen und jiddischen Literatur Der Stand der Jüdischen NaUonalblbiiothek am f. Januar 1924, Bibliographie und Zeitschriften Geographie Geschiente . N at ionalökonomic, Rechtswissenschaft Philologie Schöne Literatur Religionswissenschaft Pli ilosophie, Pädagogik Technik Kunst Mathematik Allgemeine Naturwissenschaft Beschreibende Naturwissenschaften Agrikultur Physik Chemie Medizin Hebräische Literatur Jüdische Literatur Judalca In fremden Sprachen Sammlung Plaskow Sammlung Prof. Schaplro Mappen usw, ' Sport, Spiele Duplikate zirka 5 000 Werke Bände 969 1 364 399 685 1 836 2803, 2230 2728 794 921 4 490 6037 545 729 2254 2 518 285 514 710 989 357 419 188 268 278 307 238 912 395 519 396 448 1914 2 969 20655 22 775 1279 1515 7751 96» 2492 2 679 238 310 120 »5 77 135 ca. 5000 fm (janz,en 60 838 72 059 Seit 1. Januar 1923 sind hinzugekommen 9 517 Bücher in 12 250 Bänden, somit durchschnittlich mehr als 1000 Bände im Monat. In einer Versammlung des amerikanischen Komitees für die Nationalbibliothck in Anwesenheit von Dr. Heinrich Loews wurden diesem die Manuskripte von Max Nord au» Kongreß reden für die Jüdische Nationalbibliothek in* Jerusalem überreicht. Die Manuskripte waren durch eine Gruppe amerikanischer Zionisten, unter ihnen Nathan Straus, Frau Mary Fels, Dr. Stephen S. Wise, Julius Simon und Solomon Rosenbloom von der Witwe Max Nordau» erworben worden. Keine Kohknlunde in Palästina Zu der Notiz in der Presse, daß Kohlenlager in der Nähe von Pctach Tikwali entdeckt worden seien, teilt una das Handels• und Industrie-Departement der Zionistischen Executivc, Jerusalem, mit, daß dies unrichtig ist. — Vor einiger Zeit glaubte ein Grubcningcnicur aus Tcl-Awiw Eisen oder Braunstein in der Nähe von Pctach Tikwah entdeckt zu habe«. Diese Nachricht stellt sich jedoch als trügerisch heraus. Der Hafenbau in Haifa Haifa. (J. T. A.) Mit dem Bau des Haifaer Hafens wird in diesem Frühjahr bestimmt begonnen werden. Die Baukosten werden auf I 000 000 Pfund veranschlagt. Die Finanzicrung der Arbeiten wird jetzt in London vorbereitet. Die ״Hakoah“ In Jerusalem Januar spielte die ״llakoah" in Jerusalem gegen iw . Am 10. Januar sr das englische ״Team“ Palästinas. Dem Match wohnten etwa 30 000 Zuschauer bei. Unter den Anwesenden befanden *ich Sir Herbert Samuel und der Gouverneur von Jerusalem. Die Hakoah-M.mnschaft siegte mit 3 : 0 (Halbzeit 3: 0). ln Tel• Awlw batte ״Hakoah“ gegen ״Makkabi“ 5: 0 gesiegt. Der Hiller •״Gesandte“ ln Horn Die ״Vossischc Zeitung“ schreibt, daß der vor einigen Monaten nach Rom entsandte Vertreter der bayrischen National- Sozialisten, Lucdcckc, vor einigen Wochen aus Rom abgereist ist, weil seine Anwesenheit dort nicht erwünscht war. t.uedecke hatte cs als seine hmiptsächlichste ״gcsamllsclifl'ftllche" Tätigkeit betrachtet, an allen offiziellen Stellen über die Juden zu schimpfen. Nachdem ihn Mussolini nicht empfangen wollte, schüttete er sein Herz \or dessen Ka'incüsclicf Barronnc-Ruasc ave, ohne zu wissen, daß dieser selbst Jude ist. Endlich wurden auch diesem die ständigen Angriffe gegen seine Stammesgenossen zu dumm. So ist jetzt die dcutschvölkischc ״Rc• gicrung“ ohne Vertreter am Sitz des Fasclsmus, (Inzwischen hat •der seit dem 9. November flüchtige Nationalsozialist Hermann Esser die ,Vertretung“ Hitlers in Italien übennominell. — Red. d. ״|, R,“,) ■ < , Kein Memorandum Dr. Solowcllschlks an die Presse Berlin, (j.T. A) Nachdem Herr Dr. Solowcitschik seinerzeit in einem Interview mit dem J. T. A.-Vcrtrder über die Gründe seiner Demission eia ausführliches Memorandum für die jüdische Oeffentlichkeit in Aussicht gestellt hat, wandten wir uns an ihn mit der Anfrage, ob er dasselbe bereits der jüdischen Presse übergeben habe. Herr Dr. Soloweitschik teilte uns daraufhin mit, daß er, nachdem die Executive für Anfang Februar eine A. •C. -Sitzung cinberufen hat, die sieh «uch mit der Frage seiner Demission zu befassen haben wird, und er somit in der Lage sein wird, wie er es von Anfang an gewollt hat, dem A.•C. eingehend die Gründe seines Rücktritts darzulegen, sich entschlossen hat, vorerst keine weiteren Enunziationen über die mit seiner Demission verbundenen Fragen erscheinen zu lassen. (Es freut uns fcststdlen zu können, daß auch Dr. Soloweitschik jetzt offenbar die Empfindung hat, die Auseinandersetzungen über seinen Rücktritt gehörten nicht in die Presse, Die ganze Angelegenheit hätte vieles an Schürfe verloren, wenn Dr. Solowcitschik nicht seinerzeit die ausführliche Darstellung der Gründe seiner Demission durch die J. T. A. hätte verbreiten lassen. — Red. d, ״J. R.“) Den Mitgliedern des A.-C. und allen anderen vom Kongreß gewählten Funktionären hat er hingegen in ausführlichen Rundschreiben das gesamte Material unterbreitet. ln Berlin fand dieser Tage eine Konferenz der führenden Mi gl'oder der zionistischen ״Demokratischen Fraktion“ statt, an der auch auswärtige Mitglieder teilnahmcn. in der . Konlertiu wurden die letzten Vorgänge innerhalb der Zio• nlstlschen Organisation eingehend besprochen.