Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1924)
- Date
- 1924-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V 4 { '־ \J yx\ r\'■' ) r ז sarsss3B1tsxsta!a35aäSE Redaktion und Verlag W 15, Sächsische StraOe 8. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bet der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark, AuaiftmtaitbotmffmtnU werdto io der Währung der •imrltieo Linder berechnet. Nummer 5. ■1^,11■ ,1», ■ ,^ . 46 '■ * '1*^'6&&44/44 -4f Berlin, 18.1.1924 1 r—\ n r־1 r r~ ץי——! ו״—r ד j r A nr,ciן• en - V'crwalt«n ין : > Jüdische Rund״,chttu G.m.b.II., Berlin W15, Sächsische Straße 8. — Telephon: Amt l’fnhburg 6697, 6698 u. 6699, An*el>;enprel*1 8 ^־•pall, Nnnpireilh’/rile 0,25Gol<lmnrk, FnmilUmnvz«'l1Jnn und Siclk n^rsucbe 0,t5Goldm*1k. hir hehr «tuche An.׳« igeil HK)% Auf «chln ין. Nr Atttl.5ndsin*erafo 100% Anschlag, AnneljJrrtsclilufii I) t e n י i n g und t mU(| nfcchmltt•{ 4Uhr. 5נ:8ש- % m m p» C™"TI י״ב שגה׳ 2TAT'fmIhL ׳״— T-1־‘ffi1a1i5i1׳»<)l'3:.»!UImM«». Per Xlonlamua aritrobt für das jüdische Volk dlo Ichnlfung einer öffoatllch rechtlich gesicherten Holmotütto In Palästina. ESK35JJ.». Telephon: PInlz.hurg 6697 u.6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich! Postsparkaisenaml Wien, Konto Nr. 156010, Für Tschechoslowakei: Postcpa rka ssen amt Prag, Konto Nr.59410, — Rcdnktionsschliit! Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ::,uancrrr:*״ sr —-r,-g1r-;* ־־ jearsssac. תרס״ד I XXIX. Jabrßm ״Caaeler Programm.‘• Eiifiland und die Araber Es scheint, daß sich in der englischen Oeffentlichkeit itn Laufe der letzten Zeit ein Wandel der Anschauungen über die Araberfrage vollzogen hat. Wenn ein so scharf antizionistisches Blatt wie die ״Morning Post“ sich bereits gegen die arabischen Forderungen wendet, trotzdem es früher sich immer zum Sprachrohr dieser Postulntc gemacht hat, so ist dies symptomatisch dafür, wohin die arabischen Politiker ihre starre lutransingenz geführt hat. Und man kann bei solcher Gelegenheit nur immer wieder darauf aufmerksam machen, wie unverstündlich dem stark realpolitisch eingestellten Engländer *ine rein demonstrative Politik des unbedingten ״alles oder nichts“ ist, wie sie auch uns Zionisten von bestimmten Gruppen so angelegentlich empfohlen wurde. Zur Zeit, als Jabotinsky in die Exekutive emtrat, erschien in den jüdischen Blättern ein Artikel, in dem er die englischen politischen Methoden mit einem Fußballwcttkampf verglich. Diese nicht übel gewählte Analogie mag stimmen, nur sind die von ihm abgeleiteten Folge״ gerungen, wie man den Engländern gegenüber auftreten müsse, falsch. Ohne daß man vom Fußballspiel mehr zu verstehen braucht als irgendein laienhafter Zuschauer, kann wohl behauptet werden, daß fast immer die Partei erfolgreich sein wird, die weniger an brutalem Draufgängertum als an Geschicklichkeit, an trotz unbeirrten Fcsthaltens am Endziel elastisch nachgebcuder Taktik, an sicherer Kombination, Ausnützung der Schwachen des Gegners im geeigneten Moment, kurz durch eine nicht dogmen-, sondern wirklichkeitstreue Me• thodik dem Gegner überlegen ist — Der Korrespondent der ״Morning Post“ in Kairo bezeichnet es als ein ״gefährlichcs Experiment“, wenn man die Forderung der palästinensischen Araber nach einer nationalen Regierung erfüllen wollte. Er fährt fort, daß ״der Weg, uin itn Osten zu regieren, darin bestellt, eine entschiedene, feste, unbeugsame und, wo notwendig, auch unbarmherzige Politik zu verfolgen“. Das sind Worte, die man in der ״Morning Post“ am allerwenigsten zu finden gehofft hat. Der Korrespondent dieses Blattes will die Schwierigkeiten die durch die zionistische Tätigkeit in Palästina entstanden sind, in einem Geist, der charakteristisch für den bei den letzten Wahlen geschlagenen Dichard-Flügel ist, aus der Welt schaffen. Die uns gegebenen Versprechungen sollen weder offiziell noch formell zurückgezogen werden, aber er schlägt vor: ״Man Lasse die Balfour-Dcklaration unberührt ihren Worten nach, aber begrabe sie in den Archiven der britischen Regierung.“ Es ist sicher, daß die überwiegende Mehrheit des englischen Volkes, dein das ״fair play“, auch eine Regel des Fußballsports, in Fleisch und Blut übergegangen ist, diese jesuitische Methode ablehnt. Die Meinung der großen Majorität ist nicht in der ultrakonservativen ״Morning Post“ und den Rothermere- und Beaverbrook-Organen zu finden, son« dern vor allem in den Erklärungen konservativer Politiker wie Balfour und Cccil, liberaler, wie Lloyd George und Mond, und aller Mitglieder der Arbeiterpartei. Sie ist zu finden auch in einer bemerkenswerten Rede, die kürzlieh der frühere Zivilsckretär Palästinas, Sir Wy nd h a m H. Deedcs im Anglo-Palcstine Club gehalten hat und aus der folgende Stellen wiedergegeben seien: Aus dem Namen des Klubs glaube der Redner schließen zu dürfen, daß er zu Hörern spreche, die sowohl Juden als auch Engländer seien. In dieser doppelten Eigenschaft sähen sic die Dinge von zwei Gesichtspunkten. Als Juden sei ihnen der' Zionismus Selbstzweck, als Engländer Mittel zu einem Zweck. Von ihrem jüdischen Gesichtspunkte aus haben sie gewisse Verpflichtungen und Verantwortungen zu tragen, mehr als die Juden anderer Länder. Als Bürger des Mandatarstaates hätten sie ihren Mitbürgern den Sinn des Mandates zu erklären, von dem diese nur wenig be• griffen. Die britische Oeffentlich keit sei entweder ganz unwissend oder sie habe irrige Vorstellungen. Es sei daher offenkundig die Pflicht der englischen Juden, das vermittelnde Baud zu bilden und die Lage so klar als möglich darzustellen. Es werde wieder eine Zeit kommen, wo cs nötig sein werde, daß die Juden außerhalb Palästinas größeren Anteil am Zionismus nehmen, als sie cs heute tun. Er habe weder Toleranz noch Sympathie für die!׳olitik des ״unbeschadet der Zuriickbleibcnden“, welche daran glaube, daß die außerhalb Palästinas lebenden Juden sich vollkommen durch die Assimilation verlieren und nur die in Palästina lebenden Juden wcitercxisticrcn würden. Das sei eine irrige Auffassung des Zionismus. Der große Wert des Zionismus bestehe in der Klarheit darüber, daß cs unmöglich sei, alle die Millionen Juden nach Palästina zurückzuführen, und er sei froh, daß es unmöglich sei, da sonst das Judentum seinen Einfluß in der Welt verlieren würde. Er habe einen starken Glauben an die Macht der Ideen und Ideale. Der Materialismus in all seinen uncrwünschten Formen hat den Krieg hervorgerufen und auch der gegenwärtige Frieden ist materialistisch und geistlos. Ein großer Staatsmann hat gesagt, daß cs nur zwei geistige Ergebnisse des Weltkriegs gebe, den Völkerbund und die Errichtung eines nationalen Heims für die Juden in Pa• j lästina. Diese beiden Ideen sind einander sehr ähnlich. Der Völkerbund glaubt an Recht und nicht an Macht, und an den Aufbau der Weit durch die besten nationalen Eigentümlicbkeiten. Ebenso glauben die Juden an das Recht Diese Nummer enthält eine Palästina Beilage und den Beginn der Erzählung ״Schloimale“ von Mendale Moicher Sfurim Umfang dieser Nummer 10 Sellen und nicht an die Macht Sic haben weder Waffen, noch Flotten, noch Könige, aber sic sagen trotzdem, daß sic in Palästina sind von Rechts wegen und nicht geduldet. Sie glauben nicht an die äußere Manifcsticniiig der Macht, sondern au das innere Gewicht der geistigen Jdcc. Wenn er nach 200 Jahren wieder auf die Welt zurückkchren könnte, wäre er ganz zufrieden, wenn er kein materielles Ueberbleihsel der britischen Herrschaft vorfändc, sondern nur die überdauernde britische Gerechtigkeit. Es wäre das Uebcrdaucrn eines Ideals von großem geistigen Wert. Was den Nationalismus wirklich ausmneht und woraus er besteht, sind viel mehr die besten Anlagen einer Nation als irgendeine materialistische Kundgebung. Im Aufbau Paläslinas wird die Verkörperung dieses Geistes angestrebt, denn es gibt keine Idee, olme eine materielle Grundlage. Ucbcr die Araberfrage wolle er nur kurz sprechen, nicht weil sie nicht wichtig sei (sie ist in lokaler Beziehung sehr wichtig), sondern weil er die Empfindung habe, (lau durch eine gute Regierung und die Kenntnis, die die Araber jetzt von der britischen Verwaltung bekommen, dieser Gegensatz verschwinden werde. Die Juden müssen Anteil nehmen durch Zusammenarbeit mit ihren arabischen Mitbürgern. Aber es gebe noch eine andere Seite der arabischen Frage. Es gibt eine arabische Natkmalfrage ebenso wie es eine jüdische Nationalfrage gibt; doch der Aspekt der Araberfrage, den er mit Mißvergnügen betrachte, bestehe darin, daß Palästina unter die politische Acgide des größeren arabischen Königreichs kommen solle. Dieser Gedanke könne nicht verwirklicht werden. Die Ökonomischc Verbindung möge eine enge sein, aber wenn Palästina eine andere Rcgierungsfonn erhalten solle als eine internationale, würde dies zu schrecklichen Resultaten führen. Wenn die arabische Politik nicht so stark von bestimmten iutcrcUertcn Parteien uutersuitz.t würde, würden wir weniger von ihr hören. Die Opposition gegen den Zionismus in England war nicht antizionistisch, sondern antisemitisch, und sie hat nicht nur den Juden, sondern dem Prestige Englands einen großen Schaden zugefügt. Die Mahnung der ״Morning Post“ nach einer festeren Politik den Arabern gegenüber richtet sich auch an den High Gonunissioner für Palästina. ״Jedes Wort wird von den Arabern festgehaltcn, damit cs später als Beweis gegen die britische Regierung ausgenützt werden könne,“ sagt der Korrespondent der ״Morning Post“, Wir haben uns mit der Haltung, die Herbert Samuel den Arabern gegenüber cinnahm, niemals einverstanden erklärt, trotzdem wir immer empfahlen, eine Verständigung mit dem arabischen Volk anzustreben, und das Kampfgcschrci unserer zionistischen Hcitnkricgcr in der Diaspora wie in Palästina ablchntcn, Verständigung bedeutet aber nicht unausgesetztes Nachgeben unter allen Umständen. Es mehren sich jetzt die Stimmen, die auch vom englischen Standpunkt Samuels Haltung den Arabern gegenüber scharf kritisieren. So veröffentlicht in ״New Palestinc“ der englische Giptain J, H. Racionxer einen Aufsatz über die arabische Unzufriedenheit. Ra* cionxcr war Mitglied der englischen Armee unter dem Oberbefehl von General Allenby. Während seines fünfjährigen Aufenthaltes im Lande ist er in enge Berührung mit den Arabern gekommen. Er wendet sich energisch gegen die Politik Herbert Samuels, durch welche bei den Arabern anstatt Respekt vor England nur Mißtrauen und sogar Verachtung hervorgerufen worden sei. Für die arabische Politik des High Cornmissioners führt er einige bezeichnende Fälle an, die wir im folgenden wiedergeben: Dr. Hassan Bcy war Arzt in der türkischen Armee und persönlich verantwortlich für die Marter des Fräuleins Sara Aaron son, welche deren Tod herbeige tühu hat. Nach der Besetzung wurde er verhaftet, vom Bcrufungsgcrichtshof verhört und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nun gehört Dr. Hassan Bcy einer angesehenen Familie in Nablus an und zufällig war sein Vetter Mitglied des Advisory Councils S, Exzellenz. Es wurden beim Oberkoinmissar Vorstellungen erhoben und der Doktor wurde nach achtzchnmonatlichcr Gefangenschaft auf freien Fuß gesetzt. Dies geschah der Bevölkerung von Nablus und der angesehenen Familie zu Gefallen, der er angchürt. Selbstverständlich gefiel cs ihnen. Aber um wieviel höher würden dieselben Leute den High Commissioner und die Regierung geachtet haben, wenn er nicht klein beigegeben, sondern gesagt hätte: ״Nein, dieser Mann ist eines abscheuliehen und empörenden Verbrechens überführt worden, und es ist nicht meine Sache, den Lauf der Gerechtigkeit zu ändern.“ — Ich erinnere mich, daß ich vor einiger Zeit du angesehenes Mitglied der Gemeinde ßcrscheba wegen Fälschung zu einem JaJir Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 100•Pfund verurteilt habe. Es halte eine Eigen* tiimsurlamde gefälscht, durch welches Mittel cs Land zu erlangen versuchte, das sich bereits im Besitze eines armen Beduinen befand. Der Mann war ein Schurke und jeder Beduine im ganzen Bezirk kannte ihn. Aber, da er ein einflußreicher Araber war, wurde er nach drei Monaten frcigelasscn. Was sollten die Beduinen davon denken? — Der Fall des jetzigen G ro ft M u f 11 von Jerusalem ist vielleiüu der vciblülfaulste der mir bekannten Falle und keiner hat dem Prestige der Regierung mehr geschaltet. Die erste öffentliche Kundgebung der arabischen Un/utiicdcnheit waren die Jerusalemer Unruhen im April 1920. Seine Eminenz der Groll-Mufti vrni Jerusalem uml Asef el Aref- Ef.Tndi, gegenwärtig Distriktsbeamter, waren die führenden Geister dieser Bewegung. Seine Eminenz wurde aut eine Anklage hin verhaftet, die unter dem türkischen Gesetz Todesstrafe verdient hätte; es war eine sehr ernste Anklage, aber auf die energische Befürwortung der Distrikts- Verwaltung hin wurde er gegen Kaution auf freien Fuß ßcsd/.t. IK r Mufti hielt es indessen fiir unter seiner Würde, seine geheiligte Ptr>011 zum Gegenstand einer Gcrichtsvcihnndhmg zu machen; er raste also ruhig nach Traiisjordaiiicii und blich dort so lauge, bis eine wohlwollende Regierung ihn hat, zurück/ukehren uml ihm versprach, die Klage gegen ihn fallen zu lassen. Er kelirte zurück und. heute ist er Groß-Mufti von Jenas,item, das Haupt des obersten ״Schcric"-Ratcs und bezieht ein Gehalt von 100« Pfund im Jahre. Wie cs kam, daß er für diesen Posten gewählt wurde, trotzdem drei andere den Vorrang gehallt hatten, ist eine andere Geschichte. Doch er gehört zu der angesehenen Familie der Hussemiten und das dürfte die Erklärung sein. Die Beispiele, die Cnptaln Racionxer anführt, sind allerdings fast unglaublich. Aber selbst wenn sie im Tatsächlichen zutreffen, so verlangt doch die Gerechtigkeit, daß w׳r, so sehr wir itn übrigen eine solche Politik als falsch, schädlich, ja geradezu als unmoralisch bekämpfen müssen, immerhin folgendes überlegen. Die 1*0sition Herbert Samuels ist eine ungeheuer schwere. Er stellt zwischen zwei Feuern, eigentlich zwischen drei, wenn man noch die jüdischen Forderungen in Betracht zieht. Auf der einen Seite die auch vor Gewalttaten und Aufstand nicht zurück?,chrcckenden chauvinistischen Araber und auf der anderen Seite der unausweichliche Zwang, die militärischen Ausgaben für Palästina, die der englische Steuerzahler zu tragen hat und die bekanntlich das Haupt* argument gegen den Zionismus waren, herabzusetzen. Dies ist in den letzten Jahren auch geschehen und immer wieder haben die Vertreter des englischen Kolonialministcriums in den parlamentarischen Debatten auf diese Herabsetzung der Ausgaben von 2'/2 Millionen Pfund auf etwa eine Million Pfund jährlich entscheidendes Gewicht gelegt. Herbert Samuel konnte selbstverständlich eine radikale Politik den Arabern gegenüber nur führen, wenn er nötigenfalls sich auf eine entsprechend starke Militärmacht hätte stützen können. Der Umstand, daß dies nicht der Fall war, erklärt wohl manches in seiner Stellungnahme, was sonst völlig unverständlich wäre. Es war ganz falsch anzunehmen, wie dies unsere Heiß• sporne getan haben, daß ein Mann wie Samuel, der frühere englische Innenminister und einer der hervor* ragendsten liberalen Politiker des Reiches, der dabei stets ein treuer Jude geblieben ist und für den Zionismus schon früher ein großes Verständnis bekundete, überhaupt nicht wisse, was er tue, und den Zionismus verraten habe. So falsch Herbert Samuels Araberpolitik gewesen ist, so muß man doch anerkennen, daß er sich;n einer ganz besonderen Zwangslage befand, aus der seine ganze Einstellung zu verstehen ist. Es ist möglich und auch vielleicht nicht unwahrscheinlich, daß ein Nichtjude an seiner Stelle unbekümmerter und damit viel richtiger gehandelt hätte. Samuel fühlt offenbar zu stark die schweren Verantwortungen, die auf ihm ebenso als Juden wie als Vertreter des britischen Reiches lasten. S. K. Die Konferenzen Dr. Wcizmanns New York. (J.T.A.) ln Cincinnati hielt Dr. Welzmann eine Konferenz mit einigen der Hauptführcr des Reform. Judentums in Amerika über die Jcwish Agency ab. Von dort reiste der Präsident der Zionistischen Organisation nach Chicago ab, wo er Ehrengast einer Tagung der Zionisten des Mittleren Westens war. In Cincinnati sprach Dr. Weizmann vor einer Gruppe von •Kt Vertretern der Reformidee. Unter diesen befanden sich der Präsident des American Union College Dr. Julian Morgenstern, der Herausgeber des ״American Israclitc“, Dr. Leo Wise, Richter Robert Marks, Rabbiner Georg Zopi 11, Rabbiner Jacob Kaplan, der I ra« sident des Bnei-Brith-Ordcns, Philipp Cohen und andere, Dr. Weizmann berichtete über das wachsende Interesse, das bei den Führern der amerikanischen Judcnheit im östlichen Teile Amerikas für die Jewish Agency besteht, und machte mit seinen Ausführungen starken Eindruck. Bei der zionistischen Tagung in Chicago waren Vertreter von 50 Städten des mittleren Westens und über 1000 Delegierte anwesend. Den Vorsitz führte Herr Max Sh ul mann. In seiner Bcgründungsredc sprach• der Vorsitzende der Z10nistischcn Organisation Amerikas und Mitglied der Zionistischen Executive Herr Louis Lipsky über die aktuellen Wirtschädlichen, politischen und organisatorischen Fragen der »ewepung. Nach Herrn Lipsky sprach Dr. Weizmann über den' Fortschritt, den die jüdische Arbeit in den letzten Jahren in Palästina gemacht hat. , , ״ _ . Während seines Aufenthaltes in Chicago hatte pr. wetzmann auch eine Beratung mit nichtzionistischen Führern, so auch mit dem Grolipiasidcntcn des amerikanischen Bnei* BrUh-Ordcns Adolph Kraus. S