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Jüdische Rundschau · 1923-12-28 · Heft 108-109 (28.12.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 108-109 (28.12.1923)
Date
1923-12-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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t* ״■«• 1 Seite 624 Neue .־inti,semitische Krawalle au den ruiuänlsehen Hochschulen Bukarest. (J.T. A.) Da nun die Uebcrfällc der anli■ semitischen Studenten auf ihre jiidischen Kollegen kein i :!de nehme״, hat der .akademische Senat der Bukarest er Universisät militärische Hilfe iiv Anspruch genommen. Gegenwärtig finden die Vorlesungen in Abwesenheit der jüdischen Studenten statt, Nur in der Handels• anademie sind die Vorlesungen sistiert. Der akademische Senat hat bekannt gegeben, daß Studenten, die sich an Straflenkrawallctt beteiligen, für immer ausgeschlossen werden sollen. Der Dekan der medizinischen Fakultät erhielt die Weisung, darauf zu achten, daß sämtliche Konfessionen!,.eichen zu Sczicrnngszwcckcn liefern sollen. Der Innenminister hat angeordnet, daß Ciciularmcrio und Polizei bis zur vollständigen Wiederherstellung der Ordnung das Universitätsgeb,indc besetzt halten. In Jassy dagegen weiden keine Vorlesungen abgclialten; dort haben die Unruhen denselben Umfang wie vor einem Jahre bei dem Ausbruch der Numerus claiisus-Bcwegung angenommen. Mehrere Professoren halten sich jedoch gegen die Anrufung militärischer Assistenz ausgesprochen. Eine Vcrlrclnng der siebonbiirfjisehen Juden Bukarest. (J.T. A.) Die Regierung hat die Initiative ergriffen, um eine die ganze Judenscliaft Transsylvaniens repräsentierende Körperschaft einzuset/en, die, unabhängig von allen religiösen Unterschieden, die Jiuleiischaft in poii ischer Hinsicht zt! vertreten haben wird. Die in der letzten Woche in Osr.idea Marc in Anwesenheit des Staatssekretärs M. Joncscu abgehobene Beratung hat sich in der Hauptsache mit der Frage beschäftigt, wo das Zentralbüro für jüdische An- Gelegenheiten seinen Sitz haben und wer der Präsident sein soll. Der Staatssekretär empfahl, als Präsidenten eine nicht dem Rabhincistaiide angehörende Persönlichkeit zu wählen. Schließlich wurde aber doch der Oberrabbiner von ß i $ t r i t z, Rabbi U 11 m .1 n n zum Präsidenten gewählt. Es wurde bcschlossen, daß in Bistritz der Sitz des Büros sein solle. Das Zentralbüro wird sich in erster Reihe mit den Bürgerrechten der Juden befassen, in zweiter Reihe mit der Rege- 11mg der Scltulfragc. Eine dritte wichtige Frage ist die Autonomie der jiidischen Gemeinden. Aus der jüdischen Welt In dem jetzigen Moskau leben 110 000 Juden, während dort vor dem Kriege nur zirka 35 000 Juden wohnten. Es ist rin neues jüdisches Zentrum entstanden, welches aber kaum als produktives Zentrum angesehen werden kann. Weder in den Moskauer Fabriken ttocli in den Werken hat die existenzlos gewordene Masse ein Asyl gefunden, sondern an der Börse, in dem ungesunden Moskauer Handel usw., im besten Falle in den unzähligen Regicrungskanzleicn. I.aut den amtlichen statistischen Zahlen machen die Juden in .Weißrußland 13 ״,«, int 1 lomcler Gouvernement 7,7 «0, in! Witebskcr Gouvernement S ״/״, in der Ukraine 7 °/0, i!1 der Krim 6,9 ״/״ der (icsnimbcvolkcrung ans. Im Charkowcr Gou• vcmcmeiit hat sich die Zahl der Juden von 1S07 bis 1020 von 0,6 0־״ auf 2,2״״ erhöbt; im Sinolcnskcr Gouvernement von 0,7 »/״ auf 1,7 ״/o; im Moskauer Gouvernement von 0,3 0״ auf 1,4 »0; im Pctrogracler Gouvernement von 1 <V# auf 8,1 «/!>; im Don-Gebiet von 0,6 auf 1,5°>; im Astrachancr Gouvernement von 0,3 auf 1 0;״ erhöht. Die jüdisch-kommunistische Zeitung ״Emes“ bringt die folgenden statistischen Mitteilungen der jüdischen Abteilung: Von den vor dem Kriege in ganz Rußland wohnenden Juden sind nach der Abtretung der Randgebiete bloß 48,5 0/0 im Sowjetstaat verblieben. 51,5«/״ entfielen auf die abgetretenen Gebiete. Die relative Höhe der jüdischen Bevölkerung in Sowiotrufllaud hat sieli von 4,2״/״ auf 2,4״'״ gegenüber der übrigen Bevölkerung vermindert. Wahrend die Zunahme der allgemeinen Bevölkerung in den Jahren 1807 bis 1020 20 ",0 beträgt, haben sieli die Juden in dieser Zeit bloß um 11 0',״ vermehrt. In diesem Zeitraum sind 1 309 000 Juden aus ganz Rußland ausgewandert, davon 603 000 allein aus dem Territorium des jetzigen Uulllands. Während der Pogrome sind laut den Nachrichten der jüdischen Abteilung 70000 Seelen getötet und gegen 503(',<00 Personen um ihr Hab und Gut gebracht' worden. 200 000 Waisen sind verblieben. Die Sprachenfrage in der Ukraine ist jetzt endgültig geregelt worden. Als die beiden offiziellen Landessprachen wurden allein russisch und ukrainisch bcstimmt. Bisher zählte auch jiddisch zudem offiziellen Sprachen. Der Briefverkehr zwischen dem Groll-Ukrainischen Exekutiv- Komitee und den zentralen tv.td Örtlichen lest Unionen wird ausschließlich ukrainisch geführt werden, bei den Gerichten sollen beide offizielle Sprachen in Geltung sein, ln den Elementarschulen wird die 1 lanptnnlv■rr'chts spräche ukrainisch sein, nur in den Bezirken, wo die Mehrzahl der Bevölkerung nicht ukrainisch ist, soll die Unterrichtssprache russisch, jiddisch, polnisch oder deutsch, je nach den gegebenen Verhältnissen sein. ln das Präsidium des jiidischen Nationalstes in Litauen wurden außer Dr. Rosen bäum als Präsidenten noch die folgenden Herren gewählt: Dr. J. Berger (Zionist), L. Garfunkel (Zeirc-Zion) und Rechtsanwalt Finkelstein (Volkspartci). (J. T. A.) Das polnische Innenministerium hst soeben die vor kurzem gegründete ״Gesellschaft der Freunde der hebräischen Unr״■ versität in Jerusalem־‘ legalisiert. Der neuen Gesellschaft gehören bekannte Warschauer Persönlichkeiten verschiedener Richtungen an. Der orthodoxe jüdische Senator M. Da it scher teilte dem Zentralkomitee der Aguda in Polen mit, daß . er sein . t .111 d a t als Möglicd des polnischen Senats niedergelegt habe. Der Rücktritt hat seine Ursache in persönliehen Meinungsverschiedenheiten zwischen ihin und den Mitgliedern des Zentralkomitees der poltiisclicti Ag״da. (J.T. A.) Nach den genauen Ergebnissen der letzten Volkszählung in der Tschechoslowakei gibt cs unter 353 029 Personen, die als ihre Religion die ״israelitische" .־ingaben, 100 536, die sich zur jüdischen Nationalität, die bekanntlich tn der Tschechoslowakei anerkannt ist, bekannten. Unter diesen bcfinden sich 10001 Aus äuder. Nach den einzelnen Provinzen der Republik haben sich von den Juden in Böhmen 15,8 ׳Vo, von den in Mähren 18,5 ״•״, in Schlesien 04,1 ״,b in der Slowakei 54 ״/״ und in KarpathoniKiand 87,3 0׳״ ah Nationaljuden erklärt. Das Berliner Zentralbüro der ״Tarbuth“ plant für die nächste Zeit eilte groBangclegtc Propaganda- und Aufklarungsaktion. Das Zentralkomitee der ״Tarbuth“ entsendet nach den Vereinigten Staaten den Präsidenten der polnischen Tarbuth-Organis.ition, Dr. O. Thon, sowie den Präsidenten des Zentralkomitees der ״Tarbuth“ Herrn Chain! Grünberg, die sich gegen Ende des Monats Dezember nach New York begeben. fÜEDISCHE KUNDSCHAU Nr. 10S 100׳ ■Ow Büro Borlirtrr Zinnintürh« Vorftinigcmp:, Dftrlin Glö, Telephon: Zentrum!’!fiU/iu *!,ס*fifh00kkonto NTo« 12006 Ftarlhi NW" K»!?״pnvorwNltnng dor B, Z. V l.a1 111111111 1 ■111־ (HIT....urin! Bonnnbon•!, ‘■^יי Dnxambar »bond» H tJifar (iTiipp• d«r ZJonlUen •n» dom ()•ton, im Heim, IziinfHborffor Btr. M*. Gemüt 101108 Uei8f\mmon«oin. KünflüerWoli© Vortr&go, Tfhpu, goto« Buffet• *handa Bjrf Ufa? lUpoSl-TUfVir, im Zioni»ti«rh*n Heim, IjÄndabargftr Htr M) י Vortrag von Ohower Govi«toff 1 ״IUpooMI«»«Yr In PailaMn• I>*uUcMl»d.* FotUoUuufc <icy DftUfclt׳« übör Mo״־,)״?, den BI, He^nrnber *bond• fl Vbr Gnijtpe dnr Zloni*t#n •ui dem OaUn, im n«lm, Land»b*rg:0r Btr. •9 BoNprochtinj? fkllgomoiaor GrnppenÄnK01«K«nb©it«n. Mütwooii, den 2. Jammr 1P34 *b*nd• 8Ubr Gropp• 0•*»!»andiborgtr Str 80 iJorr Rnhb. Dr. TUeok: ״Pie nMftnltinir de• bibj10׳Bl»eh*n Exil».״ Mittwoch, don 0 .Tannaf nbcn^ji 8 üht (Hopp• 0*t, Rtr.?9 ' Herr Dr. Kl«*; ״M** lehrnn nn« dl• lat*t«n T0r*6B*a 11»!)•«fnefcHadl' Mittwoch, den 17. Jn 1111« »b®od» 8 Ubr Gropp« 0«t, L*1\dahf *gar 8tf. 80 Herr Dr. Kapforber«: ״bi• •tmtorechtMrh« Katfflckl«■« dar •■fU«eb#8 h״lo«!«Atlnn ,*• Orte Konlingrnt Zlonlslcnslencr Eingänge vom 19. bis 24. Dezember 192} T1«1£«״e vom Cltfimteliij., 19. W1 24. 12. für 4. Quartal ^hlbetraj!263,— 67/10 304*65 2,50 ■267750 2,— 82,- 30ז14י Die Spezifik,ilioncm der hier ausgewiesenen Befrage erfolgen im nächsten Ausweis. Eingang vom 19. bis 24. Dezember ..... 1433,60 Gesamteingang für das 4, Quartal 9655,10, davon durch Ortsgruppen 4780,30, an Sonderspenden 4874,80. Berlin ~-,0ת30 651.- 1737,-!) Reuthen 80,— 20,— 88,40 Bielefeld 15,— (•־ -.-* ' 35,— Breslau oot_ «' *•*״־* 26,80«) 157,30») Ossel 100,— 83,— 184,- Cottbus •30,- 30,- 30,— Chemnitz 500,- IDO,— 195,35 Dessau 24,- 24,- 24,- Eisenach 12,- 4,50 9,50 Hanau 15,- 15,— 15,— I ieidclhcrg 16,— 16,— 16,- Köln 300,— 10,— 32,50 Liegnitz 25,— 25,— 25, — M. -Gladbach 10,— 9,— 13,- Nordhausen .35,- 58,- 76,25 Nürnberg 200,— 6,SO 198,- Pfalz I0O,- . 8,— 18,- Wiesbaden 200,. 200,— 200,- Einzelne Zionisten 300,. 6,50 185,70 Jodon Di<'nntn£»bm׳־d, fl Uhr OitjiltlHrlmr Ktailanf ftivtraln K V, 11*11־ In, FrUdri«h«tr• 118 Bominar Mir lüdlndi• IJfcArahir, מרבד עברי ברלין יבמתם של צייני־העודח, רחוב לנדסברגר, מספר 9» קרוב לטגרע־ אלקסנדר.) החברות והחברים וכל הגיתעגינים בתחית השפה העברית׳ מתאספים בכל יום ד׳ לשבוע. נערכות: הרצאות, הקראות ושיחות עם ונוחים. אגודת בתי ספר לישראל .Tihlis־׳her Schnlrnreln K. V., Seyclfilftr. 3 n<1«e!1&ft»fü!>ron<l' .Vo ■1״nn1!«mtt(rHm!! Herr Bt.n׳lUnr»t Kurt n.mmorit.ln, Orun«wAld, Kriodricbumhoritr. Bi. HfbräDch« flprtrhftrKai« tn Bnrltn (XI. Anfnrvbmn in don fortRcarhrittonnn kann n«cH Hllckipraohe mit d״m Schni'nitor Herrn }ic'nzfrrün jmlerr.cit erfnlc׳cn. 8pm״br,eit1 Mittwoch, abonda b Uhr, in der Hocharhnle (ür din Wi«»co«ch1»ft d•• Judentum• Artill«r|c«iraöe!4,7, JGdlnnh« (irandscbaln WmI• Auikunft ortriit di<* flohnlUitorio Krfiulcin Hotfy Tyandtu, Montftf ttßd Mittwoch Vji—3 Uhr. LGtr.ow 5914, Jüdiftolio OraadacNI« 01t. Auskunft erteilt die ScbuHoitorin, Frfluloin Ku«ann© Lichtoostoln! Frtitig 2-4 Uh»,?ankow 87«. JBiHichor Klndcrirarton Cbailottcnbarir, Kflitrinor Str. Boitanrant .Tücher*. — Montn.!? bi« Frvitaij* von V'jli’—Uhr. JlidUcher Ktodcrtrtr!«!! Nord, RonanthaUr Str. 4. bei flopp*. — Wontag bi« Kroit-fttf* von £10 י—b<l Uhr. Jüdischer Kind«rfrart«n flüd, im Hoitaurant ,Pa^aanbofar*, Donan- Eok• Router«! rado. — Montap׳ b»■ Froltaff• von ,10ןז— V-^t Uhr. Jüdischer Kindorcnrloa Oft» JabionaUistr. 28. —* Mont*^ hi« Fraitaga von Uhr. Jüdiachcr Klndenrirtcn TVcat, Uhiand«tr. 118/117, bei Ftlrafe, — Montag bl« Fcoitug« von 1/%lu1 ^־״ Uhr. Aus der Berliner Jüdischen Gemeinde (Reprüsentantcnsitzung vom 20. Dezember 1923.) Eine Anfrage Lcwinski befaßte sich mit den katastrophnlen Zuständen auf dem Fleischmarkt, die es nur einem kleinen Teile der Gemeinde ermöglichen, sich-koscheres Fleisch zu beschaffen. Es liegt das hauptsächlich an der Ueberteucmng des Publikums durch die Schlächter. Um diesem Ucbclstandc abzuhclfen, will man versuchen, aus Kowno koscheres Fleisch in größeren Mengen zu beziehen, und zu• nächst dort n!!fragen, weil die Möglichkeit besteht, daß man von dort gutes und billiges Fleisch bekommt. — Einen breiten Rauin in den Verhandlungen nahm die Frage der Reorganisation des Religionsunterrichtes ein. In der Interpellation des Herrn Wolpc wurde nachgewiesen, daß seit langen Jahren in vielen Gegenden der Stadt, z. B. in Wilmersdorf, ein Religionsunterricht überhaupt nicht bestelle, daß die Anzahl der Schüler ständig abgenommen habe, obgleich zur selben Zeit die jüdische Bevölkerung ge* wachsen sei, und daß auch an Volks- und höheren Schulen zum großen Teile der Unterricht fehle oder ungenügend sei. Auf die QHsalilikation der Lehrkräfte werde überhaupt kein Wert gelegt. F.in sehr geringes Interesse werde der ficbräischcn Sprache cnigcgengehracht. Lehrer Hirschfeld fordert, daß endlich die Inspektion des Religionsunterrichtes durchgeführt werde, die bisher durch die Rabbiner verhindert worden sei. Daß die Schüler höherer Lehranstalten häufig nicht an dem Unterrichte tcilnehnien, ist in vielen Fällen Schuld der Eltern. Das zeigen eine pjartzc Rcilte von Briefen, so, wenn ein Valor schreibt: ' ״Mein Sohn (Unterprimaner!) hat sich seine Weltanschauung schon selbst gezimmert.“ Aber auch er mißt die Hauptschuld der Gemeinde zu, bcsonders ihrem Dezernenten Dr. Freund, der trotz besten Willens infolge seiner Überlastung nicht imstande sei, dieses wichtige Gebiet gebührend zu bearbeiten. Die Redner der Konservativen und der Jüdischen Volkspartei setzen sich für die jüdische Volksschule ein. Besonders Dr. Abraham Löh begründet ausführlich, daß die Volksschule zur Erziehung ein unerläßliches Mitfelsei. Herr Knnimergcriclitsrat W o I f f, der Vertreter des Vorstandes, geht nicht auf die Sache ein, sondern erklärt kur/, die Notwendigkeit der Volksschule aus den angeführten Gründen sei zuzugeben, aber es sei nicht nötig, die Gegengründe anzuführen. Der Rcdrner der Liberalcn, Dr. Lipschitz, wendet sich gleichfalls gegen die jüdische Volksschule und meint, wenn die Religtonsschule gut geleitet, sei, so könne sic alles leisten, was man wünsche. Auf die Lehrerfrage gellt besonders Dr. Kicc ein. Jeder Vater müsse heute sein Kind vom Lehrerberuf zuriickhaltcn, denn die Kümmerlichkeit des Gehaltes und die Gedrücktheit der sozialen Stellung eröffnen einem strebsamen Menschen keinerlei Aussichten. Es kommt ein Antrag zur Annahme, daß ein besonderer Ausschuß sieh mit der Frage der Einrichtung jüdischer Volksschulen belassen soll. — Eine ebenso großzügige Behandlung wie hei der Vergebung der Lehrerstellen!erlangt Dr. Klee für die Neubesetzung der durch den Tod frcigewordeneri R a b b i n a t s ii tu t c r. Bisher habe man die Wahl der Rabbiner zu vielen Zufälligkeiten ausgesetzt, inan habe oftmals zu junge Kräfte an gestellt, die Gclialtsfragc habe eine Rolle gespielt. Man müsse rechtzeitig Umschau halten, und dann wirkliche Persönlichkeiten, an denen kein Mangel se!,_ wählen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Gei!cimr.1t Stern, erwidert, bei der augenblicklichen Finanzläge der Gemeinden komme jetzt eine Rabbincrwahl nicht in Frage. — Am Schluß wird die Stcucrvorlage des Vor* Standes angenommen, nrehdem nachgewicsen worden ist, daß die Steuerlasten der Gemeinde bei weitem hinter denen anderer Gemeinden Zurückbleiben. Dr, Werner Bab, Berichtigungen. 1. Iin Ausweis von Nr, 102 muH es heißen: Chemnitz Ihr 3. Quartal 500,—, für 4. Quartal 9F—. 2, In den als Sonderspenden be! der Tagung in Gotha (Ausweis in Nr. 106/07) veröffentlichten 63,40 ist eine Zahlung der Gruppe Eisenach von 5,— M. für Zionistensteuer 4. Quartal enthalten. Die Zionlsfenslcuer ־ Konlingcnlc für das 1. Quartal 1924 Orte A'lcnstein Aschafferiburg Aschersichen Augsburg Bamberg erlitt Bculhcn Biciclehl!och um Bonn 1 •landcttbur^ Braunschweig Bremen Breslau i Jt 31 Cassel Chemnitz Cöihen Cottbus D.armsfadt Dessau Dortmund Dresden 1 >,1isb:׳.rg DitsseMoil Flbcrfcld Eisenach Emden Erfurt Essen Eydtkühnen Frankfurt a. M Frankfurt a. O. Freiburg Fulda Gcß cnUrchen! ließen-.Warburg Gleiwitz filogau Görlitz Gotha Götüngen Guben Hadert Haibci'stadt Koniin״ ücnle <50,- 50,- 30,- 50,— 75,- 5000,- 150,- 50,- SO,— 50 — 10,- 15,— 4(),— 450,- 15,- 450,- 900,- 60,— 50,— 20,- 50,— 150,— 300,- 150,- 300,- 600,- 25,— 15,— 70,— 30),- 200,— 1300- 60,- 20,- SO,- •Wctzlar 30,— 150,- 15,- 45,— SO- 15,— 10,- 25,- 3«),- OMe K,n״, Halle 150,- Hamborn 100,— Hamburg 1000,— Hameln 15,— Hamm 25,— Hanau ע,— Hannover 500,— Ikiüdberg 50,— Ik'ilbronn 25,— 1 liklcshcint 20,— lliiidcnburg 40,— Insterburg 30,— Karlsruhe . 125,— Ktd 35,— Köln 400,- Königsberg 600,— Konstanz 30,— Landsberg 50,— Leipzig 1800,— . Liegnitz 50,— Lu occk 80,— Magdeburg 300,— Mainz 200,— Mannheim 120,— München 300,— Al.Gladbach 15,— Nordliausen 100,— Nürnberg 450,— Oppeln SO,— Osnabrück ICK),— Pfalz 200,- Pforzheim 30,— Piaucn 50,— Ratibor 100,— Saarbrücken 300,— Schönlanke 15,— Stettin 100,— Stolp 20,- Stuttgart 100,— Trier 300,— Waldenburg 10,— Wanne. 25,— Wiesbaden 300,— Würzburg 40,— Zwickau 150,— Einzelne Zionisten 650,— ’) und 1167,80 Sortdcrspcnde; •) u. 400,• und 1O0,— Sonderspende. *) für 3, und 4. Quartal. Sonderspendc; Kleine Palästina -Nachridiien Am_ 18. Dezember abends kam es zu einem Verhängnisvollen Zusammenstoß zwischen vier Sephardim in Jerusalem, in der Altstadt von Jerusalem, wobei ein junger Scphardi, namens Reu Schinne!, ein Emigrant aus Smyrna, ein Messer zog und ttiif zwei seiner Gefährten losstach. Einer der Ge• stochencn starb sofort, der andere ist schwer verwundet. Ben Schtimel ist arretiert worden. (J. T. A.) , ,Wie die Prager ״Selbstwehr“ berichtet, haben das Außenminisicritun und das Ministerium für Kultur und Unterricht veranlaßt, daß die Publikationen über die tschechoslowakische Republik fiir die Jerusalemer jüdische Nntionalbibliothck zusainmengestellt und abgesandt werden sollen. Die Bewegung, die Figcnproduktion Palästinas durch Bc• yorzugnng der Landcspr'xlukte zu fördern, vcibreitet sich immer mehr. So fand in Tef-Awiw ein« ״Woche des im Lande vermahlcncn Mehles“ statt, wobei auch jene Bäcker, die bisher nur Importmehl zu verbacken pflegten, das von den Grands Moulins de Palest ine gelieferte Mehl bcnulztcn. Speziell die jüdischen Frauen in Tcl-Awiw׳ unterstützen diese Bewegung und übernahmen es, die einzelnen Familien ־zu besuchen und sic von dem moralischen und materiellen Nutzen des Gebrauches des im Lande hcrgestcllten Mehles zu überzeugen. (Ziko.) Am 2:2. November fand vor dem in Tiberias doinizJliercnden Haifacr Bezirksgericht die Verhandlung: gegen die jüdischen Farmer Scliciiifeld aus Kfar Tabor und dem Schorncr der Kolonie, Arie Klein, statt, die angeklagt waren, einen Araber aus dem Afirbahi-Slantm ermordet zu haben. Die Leiche •wurde vor einigen Monaten in der Nahe von Kfar Tabor gefunden. Die Angeklagten wurden sofort nach der Vor• tiehmung der Belastungszeugen freigesprochen und aus der Haft entlasten. Die Entlastungszeugen sind gar nicht vernommen worden. (J. T. A.) Die jüdischen Arbeitervereliugungcti Palästinas haben die Errichtung eines Volkshauses in der Nähe von Tel Chai beschlossen, dat) in Erinnerung an den bei der Verteidigung dieser Kolonie gefallenen Capfain Joseph Trirmpcldor nach diesem genannt werden soll. In dem Hause sollen eine Schule, eine Bibliothek und andere Institutionen untergebracht werden, T. A.) /

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