Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 108-109 (28.12.1923)
- Date
- 1923-12-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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t f Seite 022 palii dincnsischen Bmlcus, sie schafft im Lande gesunde soziale Verhältnisse, sie löst du■ sozialen Energien, sdiafft Möglich״ kein 11 hesseier Verhältnisse mit den Arabern. Die genossenscliaiihelie Kolonisation ist für den Zionismus eine Noiwendi!.: keil. Dabei steht Kaplansky dem Privatkapital in Palästina gar nicht absolut ablehnend gegenüber; er erkennt seine l'.edentinig an, er würde es bcgrüi'en, wenn es in breiten Strömen ins Land Iltisse; er weist ihm auch Gebiete zu, in welchen es mit eigenem und nationalem Vorteil anzinvetuLn wäre (Aktienkapital und Obligationen für Agrarbanken, Bankkredit fiir Arbciisgeiiosseiiscliaften, lnvestioncn in gewissen kapitalintensiven Zweigen der Landwirtschalt); nur stellt er ihm gewisse Bedingungen, die den nationalen Charakter der Kolonisation sichern sollen. Hs soll nie vergessen werden, daft es in unserem balle nicht um eine Kolonialpolitik, sondern um Koloiiicatioiispolitik gellt, nicht um Export von Kapital /u Pidfilzu ecken, sondern um Export von arbeitenden Meibchcn, die im neuen Lande ihr Heim finden sollen. Und wenn ,,11 ic;11.1 ml die ei/ichcrische und ökonomische Bedeutung der private, ii tschafihehci! Siedlungsaktion in Abrede ' stellen wird׳‘, so kann sieh andererseits der Zionismus mit der privateu Initiative nicht identifizieren, ״ja, er darf sie nicht fordern, solange durch sie nur die Interessen einer heschränkten Seideln von Besitzenden befriedigt werden, die sich im Gegensatz zu den Zielen und Aulgaben det nationalen Kolonisation befinden“. Als praktische Richtlinie, insbesondere in heutigem Augenblicke der schweren Krise, sollte sich ergeben: den Versuchen, das bürgerliche Privatkapital nach P.iiii tina zu ziehen, keine Hindernisse in den Weg zu legen, wohl aber unabwendbar und standhaft darüber zu wachen, daß dieses Kapital so gebraucht werde, daß daraus nationaler Nutzen und Vorteil sich ergibt. Es soll nochmals hervorgclioben werden: man sei mit Kaplanskys Ausführungen einverstanden oder nicht, der Unterton, der Grundgedanke dieser Ausführungen ist nicht zu verkennen: es handelt sich nicht um dogmatische Biickcrschcmata, sondern um reales Work; hier spricht nicht mehr sozialistische Abstraktion, soiulei 11 sozialistische Eifahrung und cs heißt nicht mehr: ״So/ia'Bteu, aber auch Nati utaljudcn“, sondern ״Sozialistcn, weil Nationaljudcn“, ״Sozialisten und Nationaljuden‘' in organischer, notwendig bedingter Vermengung. He/eidineiid ist die K;.il1111g des Verfassers dem politischen Pioblem gegenüber. Die bürgerlichen Kreise sind gewohnt, sich Sozialisten als unstillbare und ungestüme ״!■'ordere!׳“ vor.ustcllen, und man muß zugeben, daß auf den Kongressen, wo man gerne ,,/um Ecuster hinaus" snriei.t, manchmal sozialistisehc Redner diese Meinung rechttei iigen. Kaplansky wird in 11 e er Hinsicht cntiauscbin. Er anerkennt, dal» das IVu1stma-Maud.it den Juden wenig gibt, scheint aber darauf kein besonderes Gewicht zu legen. Die Aufgabe besieht nicht darin, aut dem Gebiet, des abstrakten H,eitles viel zu verlangen um e> u!;11e!i viel zu bekommen, Sündern um reale Arbeit geht cg um praktisches Schaffen. ״Es handelt sich nicht um best- Setzung der politischen Souveränität über ein Siedlungsgebiet, sondern um die wirtschaftliche Besitzergreifung des Landes.“ Die politische Starke der jüdischen Siedlung hängt von ihrer effektiven Kraft ab, von der Energie, mit weither *las jüdische Volk von Palästina, das ihm nunmehr offen steht, Gebrauch machen wird. ״Sogar die englische Arbeiterpartei, im Besitze der Macht, wird die jüdischen Arbeitermassen in Palästina nicht unterstützen können, falls diese Massen ins Land nicht kommen und nicht da sein werden.“ Auch die arabische Frage wird gestreift, aber nur flüchtig. Die Besserung der Verhältnisse wird von sozialer Zusammenarbeit der jüdischen und arabischen Arbeiter erwartet; der Konl’iikt wird zum grüßen Teil auf soziale Gegensätze zwischen dem arabischen Großgrundbesitzer und der jüdischen Arbeit zurückgeführt mit allen wirtschaftlichen und psychologischen Folgen und Einflüssen der letzteren. Es ist aber hervorzuheben, 1I.1IS in Beurteilung des jüdisch-arabischen Konfliktes Kaplansky von einem realen lebendigen Standpunkte ausseht, der gleich entfernt ist von uneingeschränkter Nachgiebigkeit, als Folge der Anerkennung des heutigen arabischen Quantitäts- Übergewichts, wie von der anspruchsvollen und im Grunde nichtssagenden ״Kialtpo'Pik", die aus dem Buchstaben des Mandales oder von biblischen Reminiszenzen hcrgelcitct wird. Es wird betont, daß ״wir jeden Gedanken der Verdrängung und Ausbeutung eines anderen Volkes ablchnen“; ״wir bcrufen uns auf das Recht des einzigen landlosen Volkes der Spitzen. Eigentümlich sind die gekrümmten sichelartigcn Gegenstände, die gebogenen Klingen. Eine wichtige Hölticnsicdhing bei Untaliüs östlich von Ik'i'rfit hat Hämmer oder Schlagsteine, Nuclci, Klingen, Spitzen, Bohrer, Schaber, Kratzer geliefert. Mit diesen Resten zusammen fanden sich Knoclicnrestc vom Menschen, regellos zwischen die anderen Reste verstreut. An diesen Mensclienknochcn kann man beobachten, wie damals in dieser Gegend Kannibalismus herrschte. Von den reichlich vorkommenden Wicdcrkäuerrasseii sind viele abgeschlagen. Neben Hirsch und Reh zeigen sich Edelhirsch, Steinbock, Sinaisteinbock, Gazelle, Wisent, Wildschwein, Wildpferd, Büffel, Höhlenbär, Panther, Fuchs, Luchs, Baummarder, Hase, Z'cscl] Blinüiiiaus, Ente, Taube, Steinhulin, Bussard, Geier. Die Tieru׳elt ist eine ganz andere als in der voraufgegangenen altpaliioiitliBdien Zeit. Wir kommen nun schon historischer Zeit näher, wenn wir die Funde aus dem Mesolithikum betrachten, zu den! das Tardenoisien, Fk'uusien, Campigiiien gehört. Im Ostjordanland bei Ain cl-Mutüba fand man aus dem Tardenoisien eine ganze Merdstelic und ein ganzes Atelier mit vielen Hunderten von Mcsscrchcn und Nttdei. Acluilichc Funde machte mau bei dem Bahnhof Doms am Wüdi Zcdi. Aus dem jüngerem Fitnusien am Wadi Wa'lc und bei Der’״ fand man grobklotzige dicke Stücke, Raspeln, Kratzer, Schleifsteine, Dengler, Bohrer. Auch Schaber trete!» wieder auf, wenn auch Messer, Kratzer und Raspeln vorherrschen. Viele Funde stammen aus der Ucbcrgangszcit zur neueren Steinzeit, aus dem Campigien. Bis 12MO Jahre vor Chiisii Geburt reidit diese Zeit zurück, ln dieser Zeit finden sich Meißel und Spalter, Beile. Mau fängt schon an, die Steingerate an den Schneiden zu schleifen. Das Auftreten roherer Steingeräte sowohl im Fleimsicii als auch im Cattipignien 1‘ührt wohl daher, daß mongolische oder negroide Rassen in Aegypten-Palästina cindrangen. Die sägeartigen Werkzeuge deuten darauf hin, daß man noch immer Jäger war und der Ackerbau noch keine große Ausdehnung gewonnen hatte. Die Töpferei beginnt als Handarbeit ohne Drehscheibenbenutzung. Dem Campignicn gehören fast alle Funde Palästinas an. . JUEDISCHE RUNDSCHAU F.rdc, seine ständig gefährdete nationale Existenz durch die Wiedererrichtung seines staatlichen Lebens, durch seine iratio- 11:110 Konzentration in Palästina zu sichern. Wir berufe« uns auf das Recht der entwurzelten, arbeitsuchenden jüdisehen .Massen, die in Millionen wandern, auf eine Stätte freier Arbeit um! wirtschaftlicher Erneuerung“. Und deshalb ״können einige Ilundcrttniiscnd Araber kein Eigentumsrecht <1 her Palästina beniisprticlien. Sie haben ein Arbeitsrecht auf die von ihnen bestellten Ländereien, Sie können aber nicht audeien arbeit- und laiidsnchcnden Menschen den Zutritt zu den ficilicgemlcu Böden verwehren. Ein Eigentumsrecht von Völkern oder Völkcrspliitcrn auf »!!bevölkerte, u»erschlossene Länder, die sic mit ihrer Arbeit nicht ausftillcn, ist vom Standpunkt iiiternatioua’cr Ethik ebenso unhaltbar, wie das .Recht‘ der feudalen Gnuidlicrrcn, große Ländereien mit Berufung auf ihren Eigcntumstitcl zu sperren, sic der Arbeit und Erzeugung zu entziehen“. Ist diese wirtschaftliche Sachlichkeit, ist dieser politische Realismus etwa dazu angetan, um den sozialen und nicnschliehen Idealismus, der im letzten Grunde die Bewegungskraft der zionistischen und speziell der arbeiter-zionistischen lievegung ist, z.u hemmen oder zu lähmen? Wir glauben cs nicht. Diese Sachlichkeit und dieser Realismus, die nunmehr die Phrase ersetzen, sind Zeichen ticlcr erfaßter Verbundenheit vier Arbeit:;- und der nationalen Bewegung; sic bedeuten, etwas, was wichtiger und kostbarer auch als das überschwcminende Gefühl ist — sic bedeuten Verantwortung; Vcrantwortnng vor dem lebendigen Volke, das seine Befreiung in der Arbeit sucht, Verantwortung vor dem Lande, das auf seine Erschließung wartet, Verantwortung für das Gelingen des ungeheuren Werkes, das der Zionismus auf sich nahm. Der jüdische Arbeiter, nachdem er in den letzten Jahren, in Palästina, seine schwere Schule dnrchgcmacht hat, fühlt auf seinen Schultern das große Werk ruhen, und fühlt sich deshalb stärker und freier, aber auch mehr verpflichtet. Je mehr sich dieses Gefühl in ihm vertiefen wird, desto mehr werden sieh in ihm nationale Energien konzentrieren. Der jüdische Arhcitsgcdrnkc wirJ siegen, wenn er weder das ,,jüdisclit“ noch die ״Arbeit׳‘ betonen wird, sondern ganz ver* stehen wird,!laß der jüdische Arbeiter der Träger des jüdisehen nationalen Willens ist und daß der jüdische nationale Wille durch jüdische Arbeit verwirklicht wird. Das bedeutet keine Verminderung, sondern Steigerung und Konzcutne.'ung des sozialistischen Idealismus!. Daß der jüdische Arbeiter auf dem besten Wege zu dieser Erkenntnis und folglich zu dieser Verantwortung mit ihrer Sachlichkeit und ihrem Realismus ist, beweist 11. a. auch das Buch von Kaplansky. Aber zu dieser Erkenntnis dnrdigedrungcn, hat der jüdische Arbeiter seinerseits das Recht, von zionistischer öffentlicher Aidmmg und von zionistischen Institutionen gerade in seinem nicht zu überschätzendem nationalen* Werte gewürdigt und ::ne kaiiut zu werden. Obwohl man dem Ilm ׳״he Kaplanskys seine' Herkunft, als Sammlung von Aufsätze«, teilweise sogar Geiegenheitsatifsät/cn, anfulilt, obwohl cs noch nicht das Bach ist, das die zionistische Odfcntlichkeit erwartet und das ihr erschöpfend den ihcorctiocbeii und praktischen Standpunkt des zionistischen Sozialismus ilailegt (und ein solches Buch zu geben, war offenbar auch nicht in den Absichten des Verfassers), ist cs auPcrarekn'.lich dazu angebracht, Erkenntnisse, wie die hier skizzierten, in beiden Lagern, im bürgerlichen und dem der Arbeiter, wachzurufen. Präsident Coolitige an den amerikanischen Keren Hajessod Der Sekreiär des amerikanischen Keren Hajessod, Mr. Emanticl Neumann, hat vom Residenten der Vereinigten Staaten, Cooiidge, folgendes Schreiben erhalten: Sehr geehrter Herr Neumann 1 feil will Ihnen und Ihren Freunden den wärmsten Dank für Ihren Brief ausdrikkeii. Sie sind vollständig im Rechte, wenn sie an nehmen, daß ich das größte Interesse für das Programm des Keren Hajessod liege. Wie Sie selbst mit Recht sagen, habe ich mich zu dieser Frage schon mehr als einmal geäußert, und cs freut mich zu sehen, daß mein Standpunkt von den Persönlichkeiten in Amerika gut verstanden wird, die diese große Bewegung führen. Mit vorzüglicher Hocliachtting Calvin Cooiidge. (Matin bis Bosra, Plateau Moab, Ammon bis znm Berge Nebo und es-Sult.) Im Westen fand man bei Gaza hunderte von Faustkeilen, die schon Spuren ersten Anschliffes zeigten, ln Judäa liegen die reichen Fundplätze von Bethlehem und Jerusalem. Hierher gebürt auch die Station auf dem Ras Iskender. In Galiläa liegen die Stationen beim Thun Lubijc und Kalät cl-llösa am Sec Ociiczareth. Da Palästina zwischen Babylonien und Aegypten lag, die beide schon hochentwickelten Ackerbau kannten, wurde I’a- Itistiua von beulen Seiten beeinflußt- Schon in der ältesten Ncu-Sfcin/cit batte Pa'iistina eine semitische B.’völkcrung, die Nachkommen dev eiszeitlichen Jungpal.ioi hiker waren, Sch.«» diese eiszeitlichen Urmenschen, Niciitscmileii haben denUebergang vom Nomadenleben als Jäger zum seßhaften Ackerbauer erlebt. Nur der äußerste Süden Palästinas war schon frühzeitig mit Semiten bewohnt. Aus dem Norden kam eine andersgeartete Bergbevölkcrung, die sich mit den südlichen Protosemiten vermischte. Die Israeliten waiidcrtcn erst um 1250 vor Christi Geburt ein. Sie fanden die Großsteingr.'ibcr vor, als da sind Stcrukrcisc, Steinpfeiler, Rundtüren, Ringwälic. Und mit ihnen verbanden die ciinvandernden Israeliten irrtümlich die Ansicht von dem Vorhandensein einer Riesen- Urbevölkerung, den sogenannten Rüphükindcrn, die unseren Hünen entsprechen. Die Semiten sind zu verschiedenen Maien aus Arabien und aus dein Norden in Palästina eingewandert. Eigene Kultur bc-.allen sie nicht, wohl aber eine ״hohe Kultur- und Anpassungsfähigkeit" wie M. Bianckcnhorn in seinem grundlegenden Werk: ״Die Steinzeit Palästinas-Syriens und Nordafrikas“ schreibt. Um 3600 vor Christi kam znm ersten Maie der bahylo.nisch-scmiiisclic Völkerschub. Er traf auf die äitcic sumerische Kultur mit festen Siedlungen, Hausern, I.ehnr.11 atiern. Ackerbau war schon vorhanden und Co'd als Schmuckmetall. Aus Persien bezog mau Zinn und inisdtic cs mit Kupfer zu Bronze. Die sumerische Kultur wurde von da! Semiten auf gesogen und cs entstand die attbabylonische Kultur, die in Palästina auf ncolithischc Kultur traf. Von Palästina aus drangen die Semiten nach Norden vor und kamen an die phönizische Küste, wo 2750 v. Chr. die erste Nr. lOB'lOö Die Vorfjlnfle in Transjortlanlcn Ueber die Kämpfe, die vor kurzem in Tranvjordanen zwischen aufständischen Arabern und Truppen des [-;nüf5 stattgcfiindeii haben, drangen mir unklare Berichte in (|jc CMfentlielikcit. Der Aufstand wurde sogar von antisemitischer Seite als eine ,,a 111 i z i o n i s 11 s c h c" Bewegung bezeichnet obzwar in ganz Transjordanien nur zwei Juden wohnen urnl da* Mandat sielt nicht auf dieses Gebiet erstreckt. In der letzten Nummer des ״The New Palestine“ gibt S. Schwarz (von der jüdischen TelcgraplicnageiiUir in Jerusalem) eine Schüler!«״ der Vorgänge, Der Aufstand des Sultans Al Adw jj gegen Emir Abdullah konnte zwar leicht niedergeschlagen werden, aber mir durch die Hilfe der englischen Panzerwagen und I Ingzeugc. Der /Aufstand ist durch!lie Haltung des Emirs gegenüber der Bevölkerung verursacht worden. In der ersten Zeit seiner Regierung hatte er die Beschwerden der BcvölUrung überhaupt nicht angehürt. Die Gelder, die er von England erhielt, verwendete er für eigene Zwecke, insbesondere |״r seine Leibgarde aus Soldaten von! 1 ledjas. Die Bevölkern!!״ wurde nicht nur durch Räuber geplündert, sondern auch durch Willkür und Korruption der Beamten sowie schwere Steuern bedrückt, während der Emir und seine Freunde sich gut unterhielten. Erst Ln jüngster Zeit hat der Emir von den Öcfuhleii der Bevölkerung Notiz genommen, aber dennoch keine Reformen durcligcfuhrt. Vor zirka einem Monat wurde die Lage ernst. Beamte verweigerten den Gehorsam, einige Notabcln setzten siel* an die Spitze der Unzufriedenen und das volkstümliche Haupt des Adwanst,minies, der Sultan Al Adwan verlangte unter Drohungen nach Reformen. Unter anderem klagte er darüber, daß Abdullah dem Stamme Beni Sakber eine Vorzugsstellung cingcräumt habe, weil sie ihm in seinen! Kriege gegen die Wahabiter Hilfe geleistet hatten. Er wurde von allen Steuern befreit und seinen An• gehörigen die höchsten Stellen des Staates verliehen. Es wurde die Rückzichung dieses Privilegiums verlangt, ebenso die Einberufung eines Parlaments, der Erlaß der Rückstände des Oschcrs der Fellachen aus den letzten Jahren, Herab, setzting der Bcanitciigcliältor, die Einführung von Ersparung*• maßnahmen in der Administration und die Entfernung üe» ,,Fremden“ — gemeint sind Araber aus H e d j a s und Syrien — von allen Stellen. Allerdings war Abdullah gezwungen, solche ״Fremde“ licranzuzichen, weil er unter den Eiiihei• mischen inst gar kein« Gebildeten gibt. Aber die Bevölkerung ist darüber wütend, daß diese Fremden als Beamte luxuriös leben, indes sic sich selbst in sehr ärmlichen Verhältnisse• befindet. Der Emir ließ alle ungehorsamen Beamten cinsperren. Einige wurden des Verrats angeklagt, andere verbannt. Gegenüber Sultan Adwan mußte Abdullah höflich sein und er versprach ihm die Erfüllung seiner Forderungen. Aber dieser und sein Anhang trauten entweder diesem Versprechen nicht oder fürchteten spätere Rache, der Stumm Adwan zog am 16. September gegen A m a n n , zerschnitt die Telegraphendrahte und versuchte die Stadt zu nehmen und Abdullah abzusetzen. Der Emir war vorbereitet, britische Hilfe war zur Stelle und ein paar Tage später kamen auch von seinem Vater, dem König Hussein von Hedjas einige hundert Sol• daten. Wenn der Emir nicht die Forderung nach einem Parlament erfüllen wird, werden sich die Aufstände sicher wiederholen und er wird schließlich gezwungen werden, ahnt• danken. König Hussein in Transjordanien Jerusalem. (J. T. A.) Die Ankunft des Königs Hussein von Hedjas in der Hauptstadt von Transjordanien, Amman, wird für den 30. Dezember erwartet. Der König wird von dem Minister für aus•värtige Angelegenheiten des Königreiche! 1 ledjas, F 11 a <1 cl Khatib Bey, begleitet sein. Wie ver• lautet, wird König Hussein bei Gelegenheit seines Aufent• luiltcs in Amman mit seinem Sohne, dem Emir Abdullah, sowie 11.it anderen arabischen Repräsentanten die Frage des A b k o 111 ut cus zwischen England und 1 ledjas erörtern, bevor der Ve trag unter: chriebc« wi.d. Deputationen paläsiincnsischcr Araber bähen sich auf den Weg nach Amman bc• geben, mit dem Aufträge, sich an dem Empfange König Husseins zu beteiligen, und diesem gegenüber gegen die Palästina betreffende Klausel des Vertrages Einwändc zu er• heben, ln der letzten Woche sandten moslcm»tische und Christ• Hafenstadt als Tyrus gegründet wurde. Aus diesen;110• (»!zischen Einwanderern wurden die Phönizier und Kanaauäer. Aus der jüngeren Steinzeit, dem Neolithikum, kennen wir natürlich auch von Menschen bewohnte Höhlen mit Serin»• rrsten, polierten Beilen, Hacken, Meißel», Messerklingen, Sägen, Tonscherbcn nordöstlich von Teodctsch Im Libanon, bei l>־.clm.in. die Murärat al-Emire. Freiluftstatbnen fanden sich an der phöni/ischcn Küste mit [Wen, Meißeln, Pfeilspitzen, Lanzenspitzen, gekrümmten Spitzen, Sagen bei Rtis cl-KaU׳, Rüs Deinil, Nähr Zachareni, auf dem ostjordanisclicn H1-«׳v platcau bei cs-Sult, llcsbrut, Madeba. Messerklingen, Sägen, Sichchtehw, Schaber, Keile fand man in den Ortsanlagcn ven Teil cl-Mtilcfalllm, Tu’annek, Bäsün, Hü״el el-Orema, Jericho, Gezea, Teil cMk'si. Bis in die Mctallzeit hinein, bis 4000— 2503 v. Chr. bcnutzte man die Slcinwcrkzciige, bis sic schließlich durch Metall* gegenstände verdrängt wurden. Die historische Zeit begann, von der Denkmäler und Aufzeichnungen melden. Versammlung der ״Tarbutii“ Am 23. Dezember fand eine von der Berliner Zentral« der ״TarbullF'-Organi ation elnhcrufcnc Versa nni'ung im Beet• hoven-Saale statt, die sehr gut besucht war. Zuerst sprach Chaim Grün borg über die Vergangenheit und Zukunft unserer Kultur. Die folgenden Redner waren Natium Oold• mann, i>r. OUas Thon und Schmaija Lev in. Als letzter sprach Cb. N. Bialik — jiddisch. Der Dichter c׳liob schwere Anklagen g!gcn die in Deutschland lebenden rus Belten Juden. Es erfülle ihn mit Zorn, daß die vielen Tausende russischer Juden, di« seit Jahren in Berlin leben, bisher nichts wesent* liebes für die hebräische Kultur geschaffen haben, jetzt er , da man fortziizichen beginnt, schreite man zur Tat. Bial.'k sagte, er rüste sich 2ur Reise nach Paastina und werde vor. her noch einmal zu den Anwesenden sprechen. In Palästina seihst redet man nicht, dert spricht nur die Tat. - Dial.ks Worte, die mit großem Beifall aufgenommen wurden, machten tiefen Eindruck f