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Jüdische Rundschau · 1923-12-11 · Heft 103 (11.12.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 103 (11.12.1923)
Date
1923-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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\ י"! ך׳וטווך־י^ ך—ן —*«—ן ך-•••- 3■ ךי# |R^p>.«9^ ^H■'——<H^ \ •••״•»“£ fg-!״*״ Redaktion und Verlad W 15, Sächsisch* Straße 8. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bciugspreis bei der Expedition monatlich 1,10 Goldmark. Berechnung zum Tagcakur«. Ay>und>1t>m1«<1n1DU w«״i«n <a d«r Wlhruo! d«r •lottln•« U»(l»1 b»r«ct1n«t. Nummer 1Q3' Berlin, 11. XII. 1923 Anzeigen-V crv/altnng: Jüdisch« Rtindochan G.m.b.H., Berlin W15, Sßchilsche Straß«8. — Telephon 1 Amt Pfnlzburg 6697, 6698 u. 6699. AtiKt'ijirnpr«*lt1 Äge«p»H,Nonp*t®U1pz״l!a 0,3Mj׳»i1!m*rk. Ftmill«r1«n11ti1J>n um! SiclltPtigGiuch»' 0,I5Gat<Im1׳rk, F*ür hthraiicii« AnzHgea 150% Aafuchutf. Für AutlantUimsrate 100% Aulichiiß. AnitSgtnicHIaßi D11 n t ■ g und F r H £ מ c 11 ווו l tti £ 4 Uh f •יי'־‘"־“־’*’•/ xv־־ 13 ן \r l "zmm Telephon: Pf a!z1)t1rg 6697 u. 6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich! Postsparka»«cnamt Wien, Konto Nr, 156030. Für Tschechoslowakei! 1'ostsparkaiscnnmt Prag, Konto Nr.59410. — KednldionischluU Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ג׳ טבח׳ תרס״ד ״~ "*״׳*- rrr,גרמכרד* t'tz. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich * rechtlich gesicherten Hclmstütta In Palästina. XXVIII. Jalwg. ״Baseler Programm.‘* Ncsmlu) IMe enc!II0d1.e11 1 ־־־־־PI© Insten.׳•־׳ g^olitflscfifee Enlwiclilniicj im 11?£ג2ב11ב11£1011ב. Das Interesse, das wir Zionisten am Ausgang der englischen Parlamentswahlcn haben, ist begreiflich. Denn obgleich die Grundlagen der englischen Paläsiirmpolitik durch Baifour-Deklaration und Mandat in bindender Form kodifiziert sind, ist die Verwaltung praktisch vielleicht noch wichtiger als ihre Voraussetzung, die gesetzgebende Gewalt; die Ausführung, der Vollzug, die Exekutive des Mandats bedeutungsvoller als der Auftrag, Und das englische Parlament als das in der Welt vorbildlichste Organ einer wirklichen und deinokrntischcn Kontrolle der Verwaltung ist darum während seiner Sessionsdauer für die zionistische Sicdlungslätigkeit von größerer Bedeutung als mancher andere politische Faktor. Das hat sich beispielsweise auch deutlich dem Olxrhause gegenüber gezeigt, das im Vorjahre die bekannte antizionistische Resolution annahrn, die aber wirkungslos blieb, da sich das Unterhaus mit über• wältigender Majorität für die bisherige Politik atissprach. Es hat sich bei den vielen Debatten in beiden Häusern des englischen Parlaments gezeigt, wie wichtig cs für uns ist, dort warme Freunde unserer Sache zu haben. Leider gab es bisher weder im Oberhaus, außer Lord Rothschild, noch im House of Commons, außer Sir Alfred Mond, unter den jüdischen Mitgliedern solche, die Zionisten sind, oder die es wenigstens für ihre Pflicht ge• halten hätten, in den Debatten für den Zionismus einzutreten. Im Oberhaus besitzen wir jetzt einen besonders eifiigen Anwalt unserer Bestrebungen in Lord Robert Cccil, der kürzlich Pair geworden ist. Cedi ist auch der Vertreter Englands im Vöikerbiurdsrat. Im Unterhaus wird nach den Wahlergebnissen vom Donnerstag, die vor allem einen großen Erfolg der Labour Party dar• stellen, also derjenigen politischen Partei Englands, die am entschlossensten und auch programmatisch den Zionisrnus begünstigt, die Zahl der für uns «iutretenden Abgeordneten größer als im früheren sein. Der Führer der Arbeiterpartei, Ramsay Macdonald, der in London bereits nls Ministerpräsident begrüßt wurde und es wohl künftighin, wenn niciit schon jetzt, werden dürfte, ist bekanntlich ein eifriger Anhänger der zionistisehen Kolonisation und seine begeisterten Reden nach seinem Besuch in Palästina sind wohl noch in Erinnerung. Von den hervorragenderen Fülircrn der Arbeiter• partei, die prozionistisch hervorgetreten sind, ist nur Arthur Hcnderson nicht gewählt worden. Von zionistisclicm Standpunkte aus ist es auch zu begrüßen, daß Lloyd George, mit Asquith der Leiter der wiedervereinig• ten Liberalen, im neuen Parlament eine hervorragendere Rolle spielen wird als bisher. Sein Kabinett hat nicht nur die zionistische Politik Englands begonnen und sanktioniert, sondern er ist auch persönlich noch stärker als durch diese äußerliche Bindung mit unserer Idee verknüpft. Hingegen hat Asquith sich dem Zionismus gegenüber eigentlich reserviert verhalten, wenn er auch keine offene Abneigung zeigte. Von Lord Grcy, dem anderen Fülircr der früheren unabhängigen Liberalen, muß aber I gesagt ■werden, daß seine Stellungnahme bei einer der I letzten Oberhaus-Debatten als ausgesprochen unfreund• 1 lieh zu werten ist, und seine Worte erweckten den Ein• 1 druck, als sei er, ohne die Zurücknahme der nun ein• mal gegebenen Balfour-Deklaraton zu verlangen, mit den auf eine einschränkende Interpretation hiuausiaufcn• den Tendenzen durchaus einverstanden. Uni so mehr ist es zu bedauern, daß von der liberalen Partei Sir Alfred Mond, einer der nächsten Freunde Lloyd Georges, in j Swansea gegen den Arbeiterkandidaten unterlegen ist. 1 Mond, der auch kürzlich in Amerika Vorträge gehalten hat, die durch ihren nationalen Gehalt, ihre Begeisterung für die zionistische Sendung des Judentums und eine außerordentliche Liebe zum Lande liefen Eindruck machten, hat es sich nicht nehmen lassen, am 29. November, also! wenige Tage vor dem Wahltermin, in einer Vcrsammlung der Swansea Zionist Society ein offenes Bekenntnis : zum Zionismus abzulegen. Er machte damit den von ihm i unlängst in Amerika betonten Satz wahr, daß er als ■ Zionist ins englische Parlament kandidiert habe und cs audi weiterhin tun wolle. Da die jüdischen Stimmen des Wahlbezirks für das Ergebnis keine besondere Rolle spielen, ist diese Tatsache als Beweis hoher politischer Moral, mutiger Offenheit und eines erfreulichen Bedürff nisscs nach Klarheit größter Anerkennung wert. Mond •I sagte U. a.: i. ״Die Politik, die durch die Balfour-Deklaratbn festgclegt I ist, wird von der jetzt im Amt befindlichen Regierung fortgesetzt, und es ist nun an uns, die Gelegenheit zu | erfüllen, die uns gegeben wurde. Deshalb sage ich! es ן ist unsere Pflicht, zu helfen und alles für diese große Sache i zu tun, was wir können. Und sic Ist dessen auch wert. Unser Werk ist mehr und mehr erfolgreich — ich wünschte, ich könnte Sic alle auf einen Ausflug dorthin mitrichmcn. Ich sagte bereits in Amerika, wenn Sic nur gehen und sehen würden, Sie würden niemals dagegen gesprochen haben. — Ich zog aus mit einem vollkommen offenen, kaltblütigen Verstand, einem kühlen, uo^kuvcii Verstand. Aber der erste Anblick Zions, der erste Schimmer der Mauern Jerusalcins — cs ist schwer, hierbei etwas anderes zu denken oder zu fühlen als die außerordentlichste Erschütterung. Nachdem ich das Land gesehen hatte, kam ich zu dem Schluß, daß die Schwierigkeiten Palästinas nicht so groß sind wie die Schwierigkeiten anderer Länder, z. B. Algiers und Marokkos; und ich sagte, wenn die jüdische Gemeinschaft der Welt, die geholfen hat, so viele Staaten zu begründen und zu finanzieren, cs nicht unternehmen kann, mit diesem kleinen Lande fertig zu werden, das nicht viel größer ist' als Wales, dann sollten wir nicht den Anspruch erheben, daß wir tüchtig seien, wenn wir etwas anderes tun. Ein kleines Land, ähnlich wie Wales, voll von Hügeln, die wundervolle See ringsum, mit vielen schönen Flecken wie den Berg Carmcl. Dis Land hat in Wahrheit gesunde Möglichkeiten — aber keine seilsationcllcn Möglichkeiten; cs ist nicht 1,eich an Mineralien; wir gehen nicht hin, 11m dort große Vermögen zu erwerben. Wir gehen hin, um zufrieden zu sein, glück liehe Bürger eines glücklichen Gemeinwesens. Ich wünsche kein in• dustrialisicrtes Palästina. Ich möchte, daß Palästina ein großes Zentrum für jüdische Wissenschaft und jüdisches Leben werde. Ich möchte die große Universität sehen, die auf der Spitze des Oelbergs ihre Arbeiten beginnt, mit dem Bück über das Tote Meer — ich möchte, daß sie ein großes Institut der jüdischen Wissenschaft werde — nicht nur für Juden. Nachdem dieses kleine Land der Welf zwei große Religionen gegeben hat, weiß niemand, wozu cs noch fähig sein wird — ich weiß und glaube aber, daß Großes von ihm kommen wird, das nicht nur für das jüdische Volk, sondern für die ganze Welt zum Segen sein wird. — Es wurde vom Vorsitzenden gesagt, ich hätte verschiedene Gruppen der Judenbeit wiedervereinigt Ich habe auch die zwei Gruprrcn der liberalen Partei in diesem Lande wledemrnnigt. Wir Juden haben eine größere Mission — die Wiedervereinigung der Zivilisalioncn des Ostens und des Westens. Der Jude hat im Westen gelebt. Er kennt den Westen, seine Bräuche und Völker. Darum ist das seine Bestimmung, und dämm halte ich auch Palästina von so enormer Bedeutung für die Zukunft. Es liegt an der Pforte von Ost und West und dort stand der Jude als Botschafter zwischen diesen beiden großen Zivilisationen. Es ist keine kleine, geringe, keine selbstsüchtige Aufgabe. Es ist eine Aufgabe, an der tcilzunchmcn jedermann stolz sein kann. Es ist ein großes Ideal, eine große Gelegenheit. Sie können rund 11m die Eule reisen und in einen Raum treten und Sie werden Leute finden, die an den Wiederaufbau von Ercz• Israel denken und dafür empfinden. Welche andere Be• vvegung gibt es, die die I Icrzen eines verstreuten Volkes so bewegt, die Herzen des Volkes in einem großen Bund, einem großen Verlangen umschlingt. Nichts kann seinen Erfolg aufhalten, keine menschliche Macht in der Welt kann stark genug sein, seine Ununtcrdriickbarkcit zu über• winden; langsam, aber sicher, ununtcrdrückbar schreitet sie ungeachtet jeder Opposition vorwärts. Ich freue mich, daß viele von Ihnen m dieser Stadt, die ich die Ehre habe zu vertreten, mit mir gleichen Sinnes in dieser großen. Sache sind. Unsere Pflicht als britische Bürger und als Mitglieder des großen jüdischen Volkes ist es, zu helfen beim Wiederaufbau dieses großen und teuren Landes, von Erez-Isracl.“ Schon die Tatsache, daß Mond von einem jüdischen Mitglied der Arbeiterpartei geschlagen wurde, zeigt, daß er nicht als Zionist unterlegen ist. Die Hoffnung, daß Alfred Mond jetzt noch mehr nls früher Gelegenheit und Zeit haben wird, sich der praktischen Palästinaarbeit zu widmen, mit der er ja auch schon früher als Präsident des Economic Board verknüpft war, läßt uns seine Wahl• niedcrlagc als weniger bedauerlich erscheinen. — Zur Stunde, da diese Zeilen geschrieben werden, steht cs noch nicht fest, wie die künftige englische Regierung ausschen wird. Uns darf aber das Wahlergebnis nicht dazu verleiten, in diesem etwa einen zionistischen Erfolg zu sehen. Mit dieser jahrelangen Psychologie zionistischer Hoffnungen, clie nicht durch unsere eigene Arbeit begründet sind, muß ein für allemal und gründlich auf• geräumt werden. Wcizmanns Satz auf dem letzten Kongreß, daß unsere künftigen Erfolge weder m den Kauzleien von Downing־ Street noch (wie wir; hinzufügen können) im House of Commons, sondern in dfn Sümpfen des Eniek Israel zu erkämpfen sind, ist eine fundamentale Wahrheit, deren wir stets gedenken sollten. Man kann diesen Satz freilidh. au^h'1׳n einer politischen Beziehung ergänzen, wenn man.nicht pur an die Sümpfe Palästinas, sondern auch an die ,Araber denkt, deren Widerstand nicht weniger schwierig und zäh ist. Unser Verhältnis zu den Arabern tritt ,durch die Einset/.ung des neuen, nur aus Engländern bestehenden Advisory Councils in ein neues Stadium. Wir stehen in Palästina innenpolitisch jetzt dort, wo wir im Jahre 1920 nach der Berufung Samuels 2u1n High' Cöipmissioner standen. Wenn jetzt der englischen Presse aus Palästina 1" Juden und Arabern 1m Lande ffelricdigimg hervorgerufen hat, so bedeutet dies mir scheinbar eine Bestätigung jener Auffassung, welche Herbert Samuel seine ständige Nachgiebigkeit zum Vorwurf macht und glaubt, daß ein schärferer Ton gegen die Araber von Anfang an rascher zum Ziele geführt hätte, Das ist nur sehr bedingt wahr, denn es ist in der Praxis durch nichts erwiesen, daß eine Politik der gepanzerten Faust den Arabern gegenüber nicht ganz andere Ergebnisse gc’■ vt hätte, als diese Ansicht vorausgesagt 11 at. Snmllic. נ Erfahrungen der englischen Kolonialgcschichte sprechen gegen diese Meinung unserer zionistischen Gewaltpolitiker, und vor allem spricht die von uns nun einmal nicht abzuändernde Gegebenheit jener elastischen, in der Form immer, in der Sache aber kauin nachgebenden englischen Politik dagegen, die auch Herbert Samuel verfolgt hat und die London stets billigte. Wenn jetzt die Araber durch eine Haltung hartnäckigster, prinzipiell treuester und unbedingter Negation, die uns die Vertreter auch der jüdischen Politik de! nationalen Auftrumpfens zur Riehtschnür machen wollen, politisch und moralisch in dci öffentlichen Meinung des britischen Imperiums isoliert sind'und tatsächlich der Punkt gekommen zu sein scheint, an dem, wie Herbert Samuel ausdrücklich betonte, die englischen Konzessionen aufhären, so dürfen wir, wenn wir offen sein wollen, wieder einmal sagen; daß wir mehr Glück gehabt haben als Verstand, um es vulgär % auszudrücken. Wir dürften aber aus den Erfahrungen , , \ der letzten drei Jahre gelernt haben, daß wir nicht '\.v mehr so wie bisher, den Dingen freien Lauf lassen *Nh dürfen, sondern versuchen müssen, spontan und durch eigene Initiative, nicht durch den Druck der englischen Politik gezwungen, in ein anderes Verhältnis zum arabischen Volke zu gelangen. Wenn, wie zu hoffen ist, die politische Atmosphäre in Palästina sich nach vorläufiger Lösung der Frage der Landesvertretung weiterhin beruhigen und stabilisieren wird, werden vielleicht dieselben Möglichkeiten einer zionistischen Araber - Politik gegeben sein, wie zuvor. Ohne uns über die Grenzen einer solchen Politik irgendwelchen Illusionen hinzugeben, wird es vielleicht doch zu ermöglichen sein, wenigstens auf eine gewisse Zeitspanne hinaus, weitere Störungen unserer Sicdlungsnrbeit zu verhindern, und dann allmäh• lieh unsere Position weiter so zu verstärken, bis wir über die gefährliche Periode eines dauernd labilen Gleichgewichts hinaus sind. So stehen wir, sowohl in unserer Politik der Mandatsmacht, wie der gegenwärtigen Bevölkerungsmehrheit des Landes gegenüber, an einem Neubeginn. Es liegt an uns, die uns wieder einmal vom Schicksal gebotene Gelegenheit zu benützen. Dauernd wiederholen sich solche Chancen in der Geschichte nicht. Jeder einzelne von uns hat Antwort zu geben auf die Frage, die das Schicksal jetzt zum zweiten Male an uns stellt. S. K. wie Ergebnisse der englischen Wahlen Von der liberalen Partei sind außer Sir Alfred Mond, der von Mr. W. Samuel (Labour Party), seinem jüdisehen Gegenkandidaten, mit einer Mehrheit von 115 Stimmen geschlagen wurde, auch Winston Churchill durchgefallen. Churchill hat als Kolonialministcr eine ausgesprochen prozioiiislischc Haltung eingenommen. Von Antizionisten ist das Mitglied der bisherigen englischen Regierung, Sir John• son H ick s (Dichard), wjcdcrgcwählt worden, dagegen nicht Captain Foxcroft (Dichard), der unlängst in Palästina war, ohne daß sich tlurcfi diese Reise seine scharf anli• zionistische Haltung geändert hat. Von der Labour Party ist ferner wiedergewählt Oberst Wedgewood, der wiederholt prozionistisch hervorgetreten ist. Mr. Balfour, der in Hatnpstcad gegen einen Liberalen siegte, ist nicht mit Lord Balfour, der Mitglied des Oberhauses ist, identisch. Von jüdischen Kandidaten sind noch folgende gewählt: Mr. Pcrcy A. Harris (liberal), Mr. L B. Franklin, der Schwager Sir Herbert Samuels (liberal), Sir Walter de Frccc (konservative Partei), Dr. L. Fladen Ouest (Labour Party), Major L. Höre 30lisha (liberal). Getalir lilr die jüdische Einwanderung in Amerika Washington. (J.T.A.) ln Verbindung mit den ver• schicdcncn Anträgen wegen Verringerung der Einwanderung*• quote von 3 auf 2 °/0 laut dem Zensus von 1890, wird dem J. T. A.-Vertreter aus unterrichteten. Kreisen versichert, es l>cstehe leider die Gefahr, daß ■diese Pläne Gesetz werden. Dann würde aber die jüdische Einwanderung nach Amerika fast aufhören. Im Jahre 1890 wohnten in Amerika 182.560 aus Rußland und Finnland stammende Personen. 2 0/0 dieser Zahl wird nicht ganz 4000 Einwanderer jährlich ausmachen. Und auch diese wenigen Einwanderer werden sich nicht allein aus Juden rekrutieren. Mit Polen verhält es sich ähnlich. Die Zahl der Polen in Amerika betrug im Jahre 1890 147 440 Personen. 2 0/0 würden weniger als 3000 Emigranten jährlich ausmaclien, wobei auch hier die Juden nicht die einzigen sein werden, die Anspruch auf die polnische Quote haben.; 4 v «

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