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Jüdische Rundschau · 1923-11-30 · Heft 100-101 (30.11.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 100-101 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 582 IÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100/101 den Kolonistcnsölinen stark hervortretenden Organisierung»• trmley/cn, die 1a zur Gründung der Laiidtsorganisation der Btie-Binjaniiii geführt habe״, wurden die Verwirklichung einer derartigen Aufgabe sehr erleichtern. Im äußerste״ Falle sollte man rmcii vor Ankauf von jüdischem Boden in den Kolonien nicht zuriicksclircckc״. Es ist nicht minder wichtig, Boden in den jüdischen Kolonien, der durch arabisch« Lohnarheiter bearbeitet wird, zu erwerben und darauf echte Dauernwirtschaiuii zu begründen oder ihn an Genossenschaften veiterzugeben, als ihn zu demselben Zweck arabischen Gutsbesitzern abzukaufgn, wo er oft von arabischen Kleinbauern im Pachtuege bewirtschaftet wird. Allerdings ist der erstere VC'cpt angesichts der riesigen ikxleupreissteigcrungen in den Kolonien, die durch Spekulation und die allgemeine Eni- Wicklung des Landes licrvorgcrufcn worden sind, ein viel kostspieliger und darum der Weg der freiwilligen Innenkolouisation unter Beihilfe der nationalen Behörden ganz entschieden der geeignetere. Sollte eine derartige Neuregelung der Bodenbesitz- Verhältnisse in einem nennenswerten Maßstab gelingen, so wird dies ganz gewiß eine grolle Erleichterung der Lage mit sich bringen. Nicht ais ob die Frage der Lohnarbeit dann restlos verschwinden würde. 1 laben ja selbst die Arheiternacht•',cnosscnscliafton viel mit dieser Frage zu schaffen und kämpfen bisher vergeblich gegen die Notwendigkeit Saisonaibeiter anzustellen. Es wird aber dann die Lohnarbeit bc! weitem nicht mehr jene Bedeutung haben, wie heute und es w erden auch die Ausgaben hier für nicht mehr einen solch bedeutenden Posten im Budget des Kolonisten ausmachen. Die Eroberung der wenigen Arbeitsplätze wird sich dann viel leichter durchführen lassen als heute. Doch ist das Ganze leider noch in einem bedeutenden Maße Zukunft mihi .11;, Selbst eine entsprechend intensive Propagamla vorausgesetzt, wild es doch lange Jahre, wahr* schcinlich Jahrzehnte erfordern, bis der Gedanke der Innenkoionisaiiori sich in einem bedeutenderen Maße dnrehgesetzt haben wird, ln einigen Kolonien, die heute geradezu, auf den Großbetrieb eingestellt sind (z. 13.: Pciach-Tikwah oder Sichron-Jakob) hat der Gedanke von vornherein wenig Aussichten, in absehbarer Zeit verwirklicht zu werden. So wird denn die Frage der jüdischen Lohnarbeit in den Kolonien in ihrer heutigen Form noch auf lange Zeit hinaus ebenso unmittelbar aktuell sein wie heute. Ob sic wenigstens provisorisch in nennenswertem Umfang wird gelöst werden können, das wird in bedeutendem Maße einerseits von der Arbeiterorganisation selbst, andererseits wiederum von den nationalen Lamlcsbehürden und der Zionistischen Organisation abhangen, Von seiten der Arbeiterorganisation wird heule dieser [ rage viel zu wenig lutere- •;e gewidmet. Ist dies auch einerseits wegen der vielen borgen um Fortbestand und Weiterbildung der Genossenschaften in dieser schweren Zeit einigermaßen verständlich, so sollte doch wenigstens die nationale Seite der Frage ein energisches Eingreifen veranlasscn. Vor zwei Jahren noch war cs ganz anders. Da war der Gedanke um jeden Preis in die Kolonien cinzndringcu unter der AibcitcrschaU noch sehr populär. Es wurde immer wieder die erzieherische Seite dieses Unternehmens betont, der bedeutende Einfluß, den die Anwesenheit der jüdischen Arbeiter auf die Kolonisten, insbesondere aber auf die Kolonistenjugend ausüben könnte. Der Gedanke wurde aber nicht verwirklicht. Im Gegenteil, cs verließen seit jener Zeit noch viele Hunderte jüdischer Arbeiter die Kolonien und kehrten in sie nicht wiederum zurück. Loiindiffcreiizcn waren in den meisten Fällen die wichtigste, wenn auch nicht die einzige Ursache dieses Exodus. Die Arbeiter konnten in die von den Kolonisten geforderten Lohnrcduzicrungcn nicht einwilligen (allerdings wollten die Kolonisten meist auch nidit die Vcqrfiichtung von vornherein auf sich nehmen, eine größere ,..Anzahl von Arbeitern zu den reduzierten Löhnen zu beschafti-; gen) und zogen cs in vielen Fällen vor, dia Kolonie zu vcflassen. Wenn auch natürlich die Befürchtung niit «ine Rolle spielte, daß die vorgcaclilagcncu Löhne das Existenzminimum nicht decken würden, so war doch, wohl meist der Standpunkt entscheidend, daß das Einwilligen in Lohnrcduzicrungcri als Präjudizfall dienen um! die allgemeine Senkung des ja ohnehin sehr niedrigen Standard of life des palästinensischen, Arbeiters nach sich ziehen könnte. D.es ist der entscheidende Gesichtspunkt der Frage, dessen soziale Bedeutung absolut nicht unterschätzt werden darf. Sonst kommen wir in der Frage nicht weiter. Die Frage der Lulinarheit in den Kolonien darf nicht, wie leider bisher in den meisten Fällen eine Sache der Vereinbarung sein zwischen dem einzelnen Arbeiter und dem einzelnen Kolonisten oder zwischen der Arbeiterschaft und Kolonistcngnippcn. Angesichts ihrer großen nationalen Bedeutung müßte sie ganz unparteiisch von einer nationalen Landcshchördc geregelt und entschieden werden. Leider hat die nationale Organisierung der palästinensischen Judcnschaft bisher nur auf dem politischen Gebiete bedeutsamere Erfolge erzielt. In wirtschaftlichen Fragen ist die Exekutive der palästinensischen Konstituante, der Waad Leumi, bisher ziemlieh machtlos gebiieben, obwohl er schon mehrere Male (auch bei Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern) versucht hat, auch hier cinzngreifcn. Der Mangel einer ennhcitliehen Wirtschaftspolitik, die in erster Reihe die Bedürfnisse des Landes und des Volkes berücksichtigen wurde, lastet überhaupt scinver auf Palästina und hindert auf vielen Gebieten den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt des Landes. Doch deuten schon glücklicherweise mehrere Anzeichen darauf, daß in dieser Hinsicht eine Besserung zu erwarten ist Und sind wir einmal so weit, so wird sich dann vielleicht auch die Landarbeitcrfragc im Sänne einer billigen Berücksichtigun״ aller in Betracht kommenden Interessen lösen lassen. Es wird dann von den .nationalen Landesbehörden festgcsteilt werden müssen, welche Löhne die Kolonisten wirklich mißen können, ohne unter der Last derartiger Aasgaben allzuviel leiden zu müssen. Von einer einheitlichen Loluifcstsctzung für das ganze Land wird dann natürlich keine Rede sein. Es wird sich sofort der große Unterschied zwischen den galiläisclien und den jndiiischen Kolonien ergeben. Aber auch unter den letzteren sind ja die Verhältnisse nidit überall dieselben, Es wird nicht derselbe Lohn in Ekron oder in Kastinich oder sogar in Chederali gezahlt werden können, . wie in Pctach-Tikwali «1er in Rcchoboth. Nun ist cs sehr leicht möglich, daß dieser derart iestgesielltc Lohn ein äußerst kärglicher sein wird, niedriger sogar, als die heute in den Kolonien den jüdischen Arbeitern gezahlten Löhne. Dum wird über auch die Haltung der Arbeiterorganisation eine andere werden!missen, ist einmal die exzeptionelle Stellung der Arbeit in den Kolonien erkannt ■und somit die Gefahr einer allgemeinen Senkung des Standard of fife des palästincnsi sehen Arbeiters als Folge der niedrigen Löhne in den Kolonien beseitigt worden, so müßten alle anderen Erwägungen, die dagegen sprechen, zurücktreten. Die Lohnarbeit in den Kolonien muß als das erkannt werden, was sic tatsächlich Ist: Als nationale Pionierarbeit, Befreiung der jüdischen Kolonie von den gefährlichen Ballast der arabischen Lohnarbeit, ihre Hcbraisierung und Förderung des Gedankcm der Arbeit als eines nationalen Werkes unter den Bewohnen». .Es niüflte eine Erneuerung des Gedankens des Kibusch• Haawoda sein, aber jetzt nicht mehr von einzelnen Arbeitern, nicht mehr yon losen Gruppen, sondern von der ganzen Arbeiterorganisation als solche getragen und mit der ganzest Kraft der Arbeiterorganisation als solche verwirklicht. So darf es denn natürlich nicht dazu kommen, daß die vorn , . materiellen Standpunkt aus vielleicht unerträgliche Last das Leberts in der Kolonie bei einem Verdienst, der nicht (ins Existeuzminimnm deckt, dem cin/elnen Arbeiter auferlegt wird. Sie muß von der Gesamtheit der Arbeiter getragen werden. Der Weg, der dahin führt» ist die Ausgleichung der Löhne zunächst imieihalb der Organisation der laiHiwirtscliaftlichcn Arbeiter. Der Gedanke ist ja innerhalb der Organisation der Bauarbeiter fast verwirklicht, seiner Verwirklichung innerhalb der Organisation der landwirtsdiaiilichcn Arbeiter dürften somit keine uniberwir.diichen Schwierigkeiten im Wege stellen. Fs sind schon Versuche gemacht worden (z, 1$, in Chetlera), die Löhne imiei halb der Kolonicarbciter selbst auszttgleidiciu Dies kann aber kaum der richtige. Ausweg sein, da wohl in den meisten Fälle■11 kein Ausgleichen der fast durchweg allzu niedrigen Löhne helfen wird. Es ist •nur der Weg der Ausjgkidumg innerhalb der Organisation gangbar, und zwar womöglich iimeihalb der ganzen llistndruth. Der Weg der Ausgleichung der Löhne miicrltnlh ticr Organisation der Inndwirtschaftlichen Arbeiter wäre somit mir «Ine Zwischenstufe, die allerdings auf absehbare Zeit hinaus angesichts der großen Schwierigkeiten, die einer »!!gemeinen Ausgleichung im Wege stehen, das einzig erreichbare Ziel sein dürfte. Es ist allerdings denkbar und möglich, daß sich die Last der Arbeit in den Kolonien auch für die Organisation als zu groß erweisen wird. Angesichts der schweren Lage der Genossenschaften dürfte dies leider oft zutreffen. In diesem Falle im'illle unbedingt die Zionistische Organisation ihre Pfiicht erfüllen, indem sie die zur Dckiing des' Existenzminimnms notigen Beträge aufbringen würde. Angesichts der ziemlich grollen Ausgaben für Eimvamlercrli'irsorge und Notstandsarbeite«, die heute aufgewendet werden und di« Iredeutend ziisainmeuschmelzen würden, wenn es gelingen würde, die Arbeit in den Kolonien oder wenigstens einen bedeutenden Teil derselben zu erobern, wäre die Aufgabe vielleicht niclit 1.0 schwer. Aber *cllvit wenn dies auf Kosten der sonstigen Aufbauarbeit geschehen sollte, so darf man doch davor nicht ziiriickschreckcn. Man muß wahrlich kein Fanatiker sein, um zu behaupten, daß die Eroberung der Arbeit in der Kolonie vom nationalen Stamlpwnkt aus gerade so wichtig ist, wie die Gründung einer neuen Genossenschaft oder der Ankauf von neuein Boden. So müßten denn nötigenfalls Mittel für alle diese Zwecke gefunden bzw. mit den vorhandenen Mitteln so gcwirtsclwfict werden, daß sie für alle diese Zwecke verwendet werden. Dies scheint der einzige Ausweg aus der Wirrnis der Lohnarbeitsfrage in den Kolonien zu sein, solange es noch Lohnarbeit in den Kolonien geben nniß. Und es müßte doch einmal an die emlgiiltige Lösung dieser Fra״e geschritten werden. Die Schande und die Gefahr der arabischen Lohnarbeit in den jüdischen Kolonien muß einmal verschwinden. Und dieses Ziel wird sicii mir durch ■ein ein verständliche* Zusammenarbeiten aller in Betracht kommenden Bevölkerung*• schichten und Organisationen erreichen lassen. Anmerkung der Redaktion: Die Frage der An- Siedlung von Koionistensohncn innerhalb der bestehenden Kolonien wurde schon im Pa'äsUiianusschuß des Xli. Kongresses verhandelt, wo sich besonders Rab jr. aus Pctach- Tikwah dafür einsetzte. Es wurde auch innerhalb des Keren Hajessod-Budgeis ein Kredit dafür vorgesehen. Mangels genügender Eingänge des Keren Hajcssod konnte, wie so manches andere, auch dieser Plgn bisher nicht ausgclührt werden. Die Frage des üalenbaas Von S. Pewsnei. Anm. der Redaktion: Wir haben schon In Nr. 5 eine Erwiderung auf die von Ing. Tolkowsky sehr energisch vertretene Ansicht, daß der neue Hafen in. Jaffa und nicht in liaifa gebaut Werden soll, gebrächt. Nachstehend geben wir einen Artikel über diese Frage von-S. Pcwsner, der in der eben er- Kchiencncn Nr. 3 des Bulletins der Palcstine Economic Socictv erschienen ist. Wie bekannt, hat sich auch der Sachverständig« der Regierung für Haifa ausgesprochen. Herr S. Tolkowsky spricht sich für den Hafenbau in Jaffa aus auf Grund von sechs Thesen, die ich zu anatysicrcn versuche. 1. Freihafen. Der Friedensvertrag entschied, daß Haifa ein Freihafen weiden soll. Tolkowsky legt den Aus• druck Freihafen'‘ so au;, daß das Vorschcn eines Freihafens in Haifa nur eine fiskalische Maßregel sei und nichts mit dem Bau eines eigentlichen Hafens zu tun habe. ״Es scheint daher ganz klar, daß die Klausel des Friedensvertrages, die festsetzt, daß Haifa ein Freihafen werde, in keiner Welse eine Verpflichtung der Palästinensischen Regierung für den Bau eines Hafens oder selbst eines Kais enthält." Das ist gewiß ganz richtig; aber nur vom gesetzlichen und nidit vom wirtschaftlichen Standpunkt. Die Errichtung eines Freihafens muß den Warentransport, dem der Freihafen für Transit dient, in die Nachbarländer ermöglichen. Palästina, das in frühester Zeit Trausitland war, kann diese seine ursprüngliche Bestimmung heule noch besser erfüllen, als Mittelglied zwischen Asien, Afrika und Europa. Es ist klar, daß nur Haifa in diesem Fall ais Transitlinien nach Syrien, Transjordanieii, Hcdsdms, Mesopotamien tisw. dienen kann. Aber alle Firmen werden es vorziehen, ihre Waren solange über Beiruih, wo ein Hafen errichtet wurde, zu versenden, als Haifa nicht die gleichen Erleichterungen bieten wird. Es ist daher außer Frage, daß die Klausel des Friedens- Vertrages, die festsetzt, (laß Haifa ein Freihafen werde, auch die Verpflichtung aufcrlcgt, in Haifa einen eigenen Hafen zu bauen und passende Kais an«!legen. 2. M e r s t e 11 *u n g s k o s t c n, Tolkowskv selbst gibt zu, ״daß die Bedingungen in Haifa für einen Hafenbau weitaus bessere sind und dieser Bau mit weit geringerer» Kosten als in Jaffa hergcstcllt werden könnte". Um wieviel weniger?. Schreiber dieser Zeilen ist sicher, daß die Baukosten in Haifa die halben wären. In diesem Fall wären die Hafengebühren, die gewöhnlich in ein Verhältnis zu den Baukosten gebracht werden, auch entsprechend geringer. Es ist für den palästinensischen Handel von größtem Interesse, daß diese GeWiJireu auf dem möglichsten Minimum gehalten werden. Es muß außerdem in Betracht gezogen werden, daß man bei den derzeitigen geringen Import und Export des Landes nidit gleich einen großen Hafen bauen muß. Im Gegenteil, wir müssen zunächst einen kleinen bauen, der im Verhältnis zur Entwicklung unseres Handels erweitert werden kann. In Haifa hat die Na für selbst eine so herriidte Bai geschaffen — eine der besten Buchton des Mittelländische« Meeres — daß bei Errichtung eine* kleinen Hafens die Kosten der sukzessiven Erweiterung■ verhältnismäßig geringe wären, während andererseits ln Jaffa jede Erweiterung des Hafens mit neuen großen Kosten verbunden wäre. Auch die Instandhaltung des Hafens wäre in Haifa bedeutend billiger als in Jaffa, ans folgenden Gründen: 1. weil die Natur selbst den Hafen vor starken Stürmen •chiUzt, 2. durch die Beschaffenheit des Meeresbodens. Die Kilstc Palästinas ist, wenn man 80 sagen kam», von zweierlei, vollkommen verschiedener, Beschaffenheit. Von Ed-Arisch bis Haifa ist sic sehr flach •und sandig. Der Charakter der Küste wechselt bd Haifa, sie wird dort sehr zackig und steil. Große Mengen Sand werden durch die starken Münde in nord-nordwestlicher Richtung getrieben. Dieser Sana bedeckt den südiidicn Teil Palästinas• r•• das früher ein Hafen war, liegt jelzt 3 km von der KG?* entfernt Die Dinen zwischen Jaffa und Gaza *..״.״״ ,!■e sehr deutlich. Die Küste von El Arisch—Haifa Lst eirl gerade Linie. Von Haifa nadi Beirut!! ist sic tuhvi Ü ' ausgezackt. Die Sandbänke, die gegen Süden sihr weit auf galc 11 nt sind, verengen sicii fgegen Norden und hören £ Haifa auf. Es ist klar, daß die Instandhaltung des Hafa in liaifa weitaus billiger käme als in Jaffa. 1 * 3. H i 111 c rD1,1!d. Obwohl beim ersten Blick auf Karte Haifa im äußersten Nonien zu liegen scheint cs nichtsdestoweniger vom ökonomischen Standpunkt ’ das eigentliche Zentrum, da es mit Tran .Jordanien, i Inur.ui m״. durch Bahnen in Verbindung ist und direkte Kommunikationen mit dem Norden und Süden hat. Es ist ausgeschlossen diä Transjordanien und Hauran mit Jaffa in gleicher Weise* vorteilhalt vcrlmndcn werden könnt«!. Jaffa mit Traiisjordanicn" d. h, Amilian za! verbinden, hielte die Bahn von Jaffa durch das Judäisciie Gebirge nach Jerusalem, Jericho und Amman zu iühren, von denen letzteres das Zentrum der östliche« Seite des Jordans ist. Es ist ausgeschlossen, diese phVil. kalischc Erwägung außer acht zu lassen. Es ist dagegen klar, daß die Bahn, die parallel zum Jordan gebaut werde# wird, und Jericho und Beisan mit Haifa vci hinden würde, keinen. natürlichen Schwierigkeiten begegnet, da das Jordantal eben ist und daher die Baukosten keine besonders hohen, wären. Wenn (Lese Linie gebaut sein wird, wird sie auch die Phosphate und andere Minerale, die es in Ucbertinü in der Nachbarschaft von Es Salt gibt, nach Haifa bringen und gleichzeitig den Transport der i-roduktc '1 r.uisjorriamJns nach Palästina fördern. Durch die Bahn, die jetzt Nab!u$ mit Haifa verbindet, ist das Hinterland Haifas bedeutend erweilcrt und zwrieinh dlmial größer als das von Jaffa. ״! ןe gut«: Regierung wird ihre Maßregeln nicht nur auf die Ge:;«!- wari beschranken, sondern auch die nächste Zukunft ’bedenken. Wir sind alle davon überzeugt, daß Palästina iu den nächsten 10 bis 20 Jahren bedeutend entwickelt sein wird, Ebenso wisstn wir, d!ß Pa'ä'tiiias Zukunft in Landwirtschaft und Industrie liegt. Der einzige Artikel, der aus Jaffa ex• portiert wird, sind Orangen. Das Hinterland von Haifa beispielsweise das Tal von Jcsreel, Gaüi.'ia, "I ransiordaiiicij und Hauran, schließen die fruchtbarsten Gegenden Palästina! für Getreide ein. Und bei Einführung intensiver Landwirt, Schaft und modernen Ucwässcrungsnicthoden mit Jordanwassci werden auch andere landwirtschaftliche Zweige, wie Baumwolle, Zuckerrohr, Zuckerrüben, Bananen usw. Ln diese Regionen eingeiülirt werden. All das wird (len Exporthandel durch Haifa steigern und wird gleichzeitig den Import von Maschinen, Rolu. 1a11׳riai unv, enuutigcn. Die Industrie Palästinas wird sich vermutlich in enger Verbindung mit der landwirtschaf!liehen Produktion und 'einen Zentren entwickeln, in ähnlicher Weise wie die ״Grands Moulins de Palcstine" und die Gel- und Seifenfabrik ,,Stiemen‘1, werden auch andere Fabriken entstehen. In der Nähe Haifas ist eine Zementfabrik mit einer Erzeugung von •10 000 bis 50 000 Tonnen irn Jahr, im Eniplehcn, Zur Errichtung einer Zuckerfabrik im Jesrecltal liegen Projekte vor usw. Wir dürfen nidit vergessen, daß Haifa auch mit den großen Hcdschas — bis nach Medina und Mekka — verbunden ist und der Import dieses Landes über Haifa kann sehr bedeutend werden. Haifa hat für Damaskus stets ab Transithafen gedient und cs ist sicher, daß, sobald der Hafen gebaut sein wird, Haifa alle Möglichkeiten besitzen winf, mit Beirut vorteilhaft zu konkurrieren. Trotz aller Be• mühungen, die gewiß von französischer Sdte gemacht werden, um Damaskus mit Beinit zu verknüpfen, wird cs vom tech• nischen Standpunkt unmöglich sein, daß die Beirut—Damaskus- Bahn mit der Haifa—Damaskus-Balm ais Verbindungslinie konkurrieren kann. Selbst jetzt schon sind die Tra11sportK0:-tn von Haifa nach Damaskus nicht größer als die von Beim: nach Damaskus. Pas einzige Hindernis, die Waren durch Haifa zu führen, besteht darin, daß Beirut einen Haien mit allen erforderlichen Bcaucmlichkcitcn hat. Es kann kein Zweifel bestehen, daß sooald Haifa diesen auch haben wird, 00 0/0 der Waren, die nach Damaskus und Hamas I exportiert und importiert werden, dann ihren Weg über'1 diese Stadt nehmen werden. Haifa ist auf dem Wege, der wirtschaftliche Angelpunkt Palästinas zu werdeii. Es besieht hier InJustric, e'n großes Hinterland, die Aussichten für die landwirtschaftliche Ent- Wicklung sind gut, hier liegen ■noch ungeahnte Möglich׳ keiteu für die Steigerung von Export und liujKirt fiir die Zukunft Darum muß der Hafen Palästinas hier angelegt werden. 4. Strategischer Beweis. Tolkowsky bemerkt: ״Es erscheint mir, daß strategische Gründe gegen Haifa sprechen, mehr als gegen Jaffa.“ Ich glaube (trotz allem schuldigen Respekt für ihn), daß weder Tolkowsky noch sch selbst genügend informiert sind, um zu entscheiden, welcher der beiden Häfen vom strategischen Standpunkt besser wäre. Ich übcrLisse die Entscheidung lieber den kompetai Regierungsdepartements. 5. u, 6. Tonnage-Schif fsbewe gung. Es kann sein, daß derzeitig die Tonnage, die •nach Jaffa geht, groiier ist ais die nach Haifa. Aber es handelt 61 di nicht um eine Frage» von heute, sondern um eine der Zukunft, und von diesem Standpunkt aus betrachtet sind die Möglichkeiten für die Entwicklung des Exports sowohl wie des Imports für Haifa günstiger. Irr! letzten Jahre hat, wie bekannt, die Bahnvcrwaltiing beschlossen, Güter, die in Haifa statt in Jaffa landen, zu ermäßigtem Tarif zu befördern. Tolkowsky meint, ״daß diese Ermäßigung ausschließlich als eine vorübergehende Maß• nähme angesehen werden kann und da 11 ihr Fortdauern unvereinbar ist mit der rationellen Ausbeutung der Eisenbahnen". Düs gerade Gegen teil ist jedoch richtig. Die Bahn- Verwaltung wild immer große Ermäßigungen für Transporte ner Bahn, wenn nur die Mengen groß genug sind, gewahren. Es wird jetzt sogar di rauf hingcarbcitct, ermäßigte Tarife an Gesellschaften zu gewähren, die sicii zu einer jährlichen großen Tonnen zahl verpflichten. Demi cs liegt im Interesse der Bahn, Waren in großen Mengen zu führen, selbst zu ermäßigtem Preis, von Haifa aus nach Jaffa, l’ctach-i ikwah, Rcchoboth ■usw,, anstatt diese Waren in Jaffa nicht per ID"1', sondern durch Kamele von Jaffa in die Kolonie!) transpor• fieren zu lassen, andererseits ist cs jetzt, wo die Bahn ihre Tarife ermäßigt hat, bedeutend rentabler, Waren von Ha1•״ nach Rediohoth, Pctach-Tikwah und reihst Jerusalem zu »ducken, als sie via Jaffa hinzubringen. Auch Touristen werden einen Halen in Haifa begrüßen. Bis heute haben alle größeren Ucbersecdampfcr mit Touristen liaifa berührt, weil die Touristen Nazareth, Tiberias una Syrien zu besuchen wünschen, weldie sämtlich besser von Haifa als von Jaffa zu erreichen sind. Schlußfolgerung. Nach diesen Auselnandersetzungen erscheint es tnir ganz klar, daß sowohl vom. tedinucnen als finanziellen und ökonomischen Standpunkt der Tfater» Palästinas nur in Haifa geh 1ut werden kann. Ich bin;!‘«״ der Meinung Tolkowskys, daß das Land nicht die Koste» für zwei Häfen in Palästina aufbringen wird. Es senem mir ganz im Gegenteil, daß, wo immer der Hafen Rcoa״ wird, viele Güter den Weg zum zweiten Hafen «,hm«) würden, wo keine neuen Anlagen gebaut sein werden, ״> die Zahlung der Hafengebühren zu ersparen. . Die Gesellschaft, me die evtl. Lizenz für den Ha«״ Palästina» hat, müßte Mittet linden, upt dort gart*©» imflQ*1

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