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Jüdische Rundschau · 1923-11-09 · Heft 96 (9.11.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 96 (9.11.1923)
Date
1923-11-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Abgesehen davon, dhß bei Verfolgungen von aus-!indischen Juden die Interessen anderer Staaten direkt berührt werden (die Intervention der polnischen und österreichischen Regteritiig in München legt davon Zeugnis ab), muß bei allen Menschen aller Völker, die noch ein sittliches Gefühl haben, der Abscheu über derartige Untaten sich in politische Gesinnung Umsetzer), Wenn also schon nicht die Menschlichheit stark genug sein sollte, 90 müßte die Klugheit zu verhindern vermögen, daß Vorgänge dieser Art sich in Deutschland wiederholen. Was das Verhallen der deutschen Juden betriff», so muß mit allem Nachdruck betont werden, daß ln dieser Stunde eine Scheidelinie zwischen Ostjuden und deutschen Juden zu ziehen, der Gipfel der nationalen Korruptheit wäre. Nicht nur, daß es eine Würdelosigkeit sondergleichen ist, in der Stunde der Gefahr den Bruder preiszugeben, es wäre auch vergeblich, da die einmal entfesselten Leidenschalten trotzdem an der Sehwelle des deutschen Juden nicht Halt machen würden. Es ist eine Naivität, den Pogrom auf Ostjiidcn ״lokalisieren“ zu wollen. Montag war kein ״Osljudcn“-Pogrom, sondern ein Judenpogrom Deutsche Juden, die sich selbst jetzt durch ״Abiiickeit“ retten wollen, werden zum Haß auch noch die Verachtung ernten. Wir hoffen, daß keine derartigen Tendenzen sich im deutschen Judentum zeigen werden. Denn schlimmer als das Unglück, das unser uiigiückgewolintes Volk heute treffen kann, wäre der Fluch der Schande, der in der Geschichte fortdauern würde. Das jüdische Volk hat durch Jahrtausende alle Verfolgungrn mit Würde und Stolz getragen, in festem Glauben an »,ine Sendung, au sein höheres׳und ewiges Recht auf Existenz, das es durch die Jahrhunderte erhalten hat, ein lebendiges Beispiel auch für andere Völker, wie ein Volk auch in der Erniedrigung den Glauben an sich selbst bewahren kann. Schlimmer als äußeres Unglück wäre der Verrat, den wir an uns selbst begingen. Die Poßromliclzc Die ״Deutsche Zeitung‘‘ schreibt! ״Die jüdische Presse sieht nach wie vor ,Völkische Agitatorni׳ und ,antisemitische Aufwiegler unter der Menge‘, obwohl trotz zahlreicher Verhaftungen noch in keinem balle ein solcher Völkischer von der Polizei festgestclli wurde. Die von 1ms gemeldeten Beratungen bet Sevcring haben die einrige spürbare Folge gehabt, daß gestern angesagte völkische Versammlungen von dem Berliner Polizeipräsidenten verboten wurden. Und zwar mit der Begründung, daß die vorgefaßt non Storungen der öffentlichen Ordnung ,vorwiegend antisemitisdten Charakter• getragen hätten. Gestern vor der Beratung bei Scvering hörte 1n.u1 es anders. Da stellte ein Bericht desselben Polizeipräsidenten fest, daß die Vorgänge im Scheunen vierte! nie 111 antisemitischen Charakter tragen. Und das ist auch der Eindruck, den Unverciugenommene aus den oben wiedergegebenen neuesten Nach richten über die Vorgänge im Schcunenvicrtel gewinnen müssen. Viel eher als von einer Hetze Völkischer gegen Juden, iniiRte von der maßlosen Fi etze der Juden gegen alles Völkische gesprochen werden. Eine Folge dieser Hetze ist das erwähnte Verbot dreier völkischer Versamnihingen, das erfolgte, obwohl der Zusammenhang; dieser völkisclicn Kreise mit den PUmderern des ScheuncnvicrtcD durch nichts erwiesen ist. Eine weitere Folge dieses Verbots ist, daß eine jüdische Presse eben diese völkischen Kreise öffentlieft ,Itogroinhetrer‘ zu beschimpfen wagt und auch die sadiliehen Berichte der ,Deutschen Zeitung' der Hetze zu verdäcJitigeit sucht Es fehlt nur noch, daß ei n Sturmtrupp wehrhafter Makkabäer diesen Streitrufen ihrer Presse Folge leistet, dann dürfte Gelegenheit sein, jiidisehen Mut kennen zu lernen. Wie cs heißt, hat der ,Reichsverband jüdischer Frontsoldaten‘ schon Abteilungen seiner Mitglieder zum Schutz bedrohter Glaubensgenossen bereitgestellt. Gerade die ,Deutsche Zeitung‘ kann für sich in Anspruch nehmen, die jetzigen Ereignisse schon längst voratisgcsngt zu haben. Sie wies Immer wieder daraus hin, daß das Verhalten der Juden, ihr protziges Auftreten sowie ihr Skrupelloses Bcreichenmgsvcrmögen bei zunehmender Not breiter Volksschichten vom Mut der Verzweiflung gestützten Volkszorn ganz von selbst auf sich lenken müsse. Ohne Hetze, ohne Hinweis. Das ist im Falle der jüdischen Goldanleihe* aufkaufer noch eben erat sonnenklar gewesen. Auf die Ge• 1111. inheit der Handlungsweise dieser Aufkäufer brauchte das Volk wahrhaftig nicht hingewiesen wenden. Und was sonst in dem Straßen Berlins zu sehen ist, Berlins Volk sieht cs allein — ohne Hetzer. Zu alledem aber wird das Ffeer derjenigen Deutschen, die keine Arbeit mehr finden können, obwohl hier ihre angestammte Heimat ist, von Woche zu Woche größer, Waren es doch am 22. Oktolwr 193 300, sclion ani 27. Oktober) stieg diese Zahl auf 210586.“ * Für die Art, wie noch heute mit scheinheiliger Miene weiter gehetzt wind, ist folgende Auslassung der Nachtausgabe des ״Tag“ charakteristisch! Die Aktion in der Grcnadierstraße hat eine eigenartige politische Wandlung gezeigt. Die dortigen Anwohner jüdischen Bekenntnisses haben bisher stets demokratiscli gewühlt Jetzt erklären sie, daß sie sich zur Öeu tsch nation a len Partei umschreiben lasse« ■werden, weil sie über die Duldung der östlichen Einwanderunß empört seien, (II — Red. d. R,‘) Unten spaziert die Schupo mit umgehängtem Karabincr und treibt die Gesellschaft aiiselnamipr. die durchaus Geschäfte m.iciicn will. Kaum kehrt die Streife den Rücken, so stehen d äe Ost j ud en w i ede r zu sa 1n m en. Das Ist das typische Bild dieses verseuchten Stfaßcuzugcs... usw.“ Man sucht Überhaupt jetzt den Spieß umzukehren. Nach dem Pogrom hält man ea für richtig, mit besonderer Starke gegen die Ostjudeii zu hetzen, tun die Aufmerksamkeit von de« Pogrom Veranstaltern abzulenkcm Charakteristisch ist, daß der ״Verband national deutscher Juden“ In dasselbe Horn bläst. Wir erfahren darüber aus der völkischen ״Deutsehen Zeitung“, welche berichtet: ״Der .Verband national deutscher Jude!»‘ wendet sien jetzt in einem Aufruf gegen die Hamstereien Tom Goldanleilic. Er ,weiß sich mit allen anständige« Menschen, Nichtjuden und Juden, gleichviel welcher politi&chcr Anschauung darin einig, daß die Qoldanleiheaufkiiuicr 6ich in verbrecherischer Weise gegen das Wohl des deutsche« Volke» vergehen und daß schärfstes Einschreiten gegen sie geboten kt‘, und fordert ,alle vaterlandsliebenden Juden auf, bei dem Vorgehen gegen diese Schädlinge in erntet Reihe zu stehen‘.“ Ueber diesen famosen Aufruf braucht kein Wort verloren «1 weiden. Die« ״nationaldeutechen Juden“ reihen sich würdig da übr(gea antisemitischen Heizgesellschaft aiu Die Ausweisungen Wie wfr aus München erfahren, sind eine Anzahl von Aus• Weisungen von Ostjuden Infolge der Intervention der auslän• disdien Konsulate zurückgezogen vvoideli (darunter auch die Ausweisung des Zigareticnfnlirikanten Ass, «, ״J. R.“ vom 2. 11.). Nichtsdestoweniger wird aber in der Ausweisung»• praxis fortgcfalircn, Ocstcrrelchischc Intervention Die ״Wiener Morgcnzcitnng“ meldet! Am Montag, den 23. Oktober, erzschienen der Präsident des österreichischen Zionistische« Lsndeskon itecs, Dr. E)esidcr F r icd ina 1111, der Vizepräsident l>r. Josef Löwe «herz und Geniciiulcrat Dr. Leopold Piaschkes, inclidi'in sie vorher beim deutschen Gesandte« vorge.sproclit’11 hatten, beim östcriuichi-echcn Bundesminister für Aeußcres, Dr, Alfred Griinbcrgcr, und hatten mit 1J1111 in Gegenwart des Legationsratcs Lukes eine längere Unterredung wegen der Ausweisung von Juden durch den bayerischen Generalstaafskoinmissiir v, Kahr. Der Bundes» minister erklärte, man möge ihm Material vortegen. Es wurde ihm sofort in einigen Fällen die Dringlichkeit der Angelegen• heit dargcstelli und insbesondere darimf hingewiesen, daß ein Eingreifen spätesten* am 1, d. M. erfolge« nun.se, weil die Ausweisungsbefehle bis I, d. M,, 12 Uhr nachts, bcfristet seien. Der Minister sagte, er werde eich sofort mit München telephonisch in Verbindung setzen, und bcstätigie auf Verlangen der Deputation, daß er unbedingt gewillt sei, energische Schritte i« München zu unternehmen, eine Demarche cinzuieiteii, Repressalien anziidnohcn und eventuell im Retorsionswege bayerische Staatsbürger aus Wien ausweisen zu lassen. Die Deputation versprach dem Minister die Bei- Stellung von urkundlich bejcglein Beweismaterlal, welches auch tatsächlich beigebracht wurde. Die Demarche des Örterreicliisclien Generalkonsuls Dr. Otto Günther ist am Mittwoch bereit* erfolgt. Intervention der indischen Delegation W i e n. (J. C. B.) Wie der J. C. D. •Vertreter erfährt, haben sich die führende« Wiener Zionisten an das Komitee der jüdischen Delegationen ln Paris 11m Intervention in Angelegenheit der bayerischen Judenauswclsungcti gewandt. Das Komitee hat die Wiener Zionisten verständigt, daß es in dieser Sache bereits die nötigen Schritte beim Völkerbund eingclrttct hat Der spanische Generalkonsul in München hat als be״ volimäditigicr Vertreter einiger europäischer Mächte, die keine Vertretungen in München haben, gegen die Judcnaustrcibungcn Schritte unternommen. 1 Mehrere aus Bayern ausgewiesene Juden sind In Genua elngetroften, von wo sie *ich nach überseeischen Ländern einscliiffen wollen. Protestnote der polnischen Regternng Wie hier bekannt wind, liat die politische Regierung gegen die Ausweisung polnischer Staatsbürger aus Bayern bei der bayerischen Regierung Protest eingelegt und ntitgeteilt, falls diese Verfügung׳ nicht zurückgciiomincn würde, würde die polnische Regierung alle in Pole« lebenden Bayern sofort auswc isen. Kardinal Faulhaber gegen den Antisemitismus Der Münchener Erzbischof Kardinal Faulhaber hat in Beanfwortung eines Schreibens des Reichskanzlers an diesen eine Zuschrift gerichtet, in der er u. a. sagt; ״Wie sollen wir über die ins riesenhafte gewachsene wirtschaftliche Not, über das mit der Arbeitslosigkeit kommende Elend dieses Winters Herr werden, wenn nicht alle sittlichen Mächte ohne Unterschied der Konfession und Partei zusammen helfen? Wie wollen wir sonst den Haft abbnticn, der blindwütig über unscre Israelitischen Mithürger oder über andere Volksgruppen in Bausch und Bogen, ohne Scliuldnachweis von Kopf zu Kopf, den Slab bricht, oder den Bürgerkrieg nährt, der unabseit ha re neue Verwüshmgcn *nfitiftet und die Verelendung unseres armen Volkes durch SrlbstzcrfId schung besiegen würde?“ Die Lage In Atlrntwrg Dem ״Bert. Tageblatt" wird der folgende Brief aus Nürnberg zur Verfügung gestellt: ״Die Juden hetze hier in Nürnberg Ist u n - beuch rel blich, kein Mensch besucht mehr den anderen am Abend; cs ist unmöglich, daß ■wir zum Vater gehen könnten, auch wenn wir mit der elektrischen Bahn lahren würden. In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag wurden Plakate a!1 alle Litfaß-Siiiilcii geklebt, daß J u d e 11 b I u t so viel wie möglich fließen soll. Jeder, der dafür etwas tut, wird nicht nur nicht bestraft, sondern für seine» Dien* fürs Vaterland belohnt Kahr duldet das imtf der hiesige Polizeikommissar auch. Die Fol i ze i kt an gewiesen, siel« bei Ueberfällen nicht zu zeigen, nichts dagegen zu tun. Eine Menge von Bekannten wurden in den letzten Abenden von </»9 bis >,<,12 Uhr überfallen, mit G n m m i k 11 ü f t e 1 n auf sie eingcltnucn und gestochen. IKr Soli« eines bekannten Arzte! vom städt- Ifchcti Krankenhaus wurde gestochen, dessen Freund dabei tödlich verletzt. Ein *,Rechtsanwalt mit seiner Frau zu Boden gehauen, daß er bewußtlos liegen blieb, da*• selbe in einem Lokal, Als die Polizei kam, sagte sic, dagegen mache sie nichts. Am Maxfeid zwei Bekannte verprügelt, dasselbe passierte einem jungen Mann, der viel bei uns verkehrt, ,וזזו Bahnhof his zu seiner Wohnung. Er riet zwei Polizisten, die in der Nahe waren, sic sagten aber, sie mischten sich nicht drein. Ich könnte noch 100 Geschichten mit Nimensnenmuig erzählen. Außerdem kommen hunderte von Aus- Weisungen. Neulich wurde der Junge eines ReeHt&anwalts derart verprügelt, daß er bewußtlos und überall blutend liegen blieb.“ /T Die ״Voss. Bayerisches Knllurblld Ztg.“ meldet aus Ko bürg: ״Die Auvordmmg der bayerischen Regierung, die auch in Koburg eine, Reihe von Juden ausweisen will, hat in den Kreisen der undisziplinierten Freisdiärlerhordcn <110 antisemitische Resonanz gefunden, die einsichtsvolle Leute erwartet und gefürchtet haben. In der Nacht zinn Montag hat sich in dem etwa zwei Stunden von Koburg entfernten Dorlc Altenhausen ein unerhörter Vorfall zugetragen. Zwanzig bi* dreißig bewaffnete und uniformierte junge Burschen kamen ins Dorf und umstellte* zwei Häuser, in denen jüdische Familien wohnen. Die Fenster und Türen wurden eingeschl.igen und die Bewohner herausgcholt. Man stellte sic vor ein Standgcriclit und verurteilte sic zum Tode durch Erhängen. Schließlich scheinen aber den Leuten doch Bcdenken aufges liegen zu sein, so daß sie ihre unglücklichen Opfer nur jämmerlich verprügelten. Während der Gcrichtekomödie wurden Geld und Wertsachen aus 'den Wohnungen gerauht. Bisher ist es nicht gelungen, irgendeinen der Rowdies zu ermitteln.“ Boykottparole gegen Bayer■ Warschau. (J. C. B.), Die Warschauer. Jüdische Presse bespricht angehend die Ausweisung von Juden aus Bayern, Es wird die Schaffung eines besonderen Komitees jüdischer Aerzte und Kaufieute gefordert, das Maßnahmen zu einem an tlba ycrischen Boykott treffen *oll. Es wird angeregt, daß die Aerzte ihren Patienten abraten, bayerische Kurorte aufnisiiclien tmd daß die jüdischen Kauf- 1 eute keine Waren aus Bayern beziehen sollen. Des wüidc besonder! die Uhren■ und Spielwaren-Industn'e Nürnberg* treffen, Die Mlncrltätenreehte in Litauen Ko wno, (J. C. B.) In der letzten Sitzung des litauischen Sejm wurde über die von Litauen unterschriebene Dekiaration an den Völkerbund betreffend die Rechte der nationalen Minderheiten verhandelt. Der berüchtigte Antisemit Beresschintki benutzte die Gelegenheit, eine anfijüdische Hetzrede zu halten. Er behauptete, die Juden genössen in Litauen zu viele Begünstigungen; sie spucken vor christliche« Leiclicukonduktcn aus und verspotten die heiligen katholischen Rituale. Der Referent, Herr Schillings, erklärte, die Deklaration betreffe nicht allein Juden, sondern nationale Minderheiten überhaupt. Hierauf wurde die De• kiaration in zweiter Lesung angenommen. Wir müssen feststeUen, daß ein großer Teü unserer Leser trotz wiederholter Aufforderung die für November noch geforderten noch nicht bezahlt hat. Wir machen hierdurch darauf aufmerksam, daß wirj״ezwungen sind, die Zustellung unseres Blattes an alle diejenigen Abonnenten einzustclten, die die Zahlung nicht geleistet haben. Wir sind ausser Stande, unseren finanziellen Verpflichtungen naclizukommen, wenn wir von unseren Lesern so im Stich gelassen werden. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß die Zu- Stellung des Blattes nach dem 1. Dezember von der sofortigen Zahlung der Dezember-Gebühren In Höh• von abhängt, da die Post die umgehende Einsendung der Bezieher-Listen von uns verlangt. Alle Ortsgruppen, die direkte Aufforderung zur Wlederhcrstcllung des Sammet• abonncmeints erhalten haben, werden um sofortige Beantwortung unsere« Schreibens ersucht, damit evtl, noc’1 rechtzeitig dlroteto Zahlnnggaaffonlerung an die einzelnen Abonnenten von uns aus ergehen kann. Zahlung der Gebühren wird ln Goldanleihs erbeten, Bankschecks können nicht •ngenenuosn wardon, Verlag dar ״Jüdischen Randschnu ' Berlin W15, S&chslsche Straf)• 8 Postscheckkonto 1 Berlin 17392 -יי,;!,־Hi'lu' '״■ I jy«׳• '1 ,*mhiti ImtV Die polnischen Linken gegen Juden nnd Deutsche Warschau. (). C. B.) Die linken Parteien des polnischen Sejm rüsten gegenwärtig zu einem neuen Vorstoß gegen das soeben rekonstruiert« Kabinett Wit04 Sie suchen deshalb eine engere Verbindung zu den Vertretern der nationalen Minderheiten. Da es aber den FWirern der Linken widerstrebt, mit den Juden «ine Allianz cinzugdicti, richten sich Sire Pläne darauf, den Block dar nationalen Minderheiten, der ohnedies ziemlich lose ist, zu sprengen und besonders die Ukrainer und Weißrussen von den Juden und Deutsche« toszukken. Die Jndenschait in Polen Warschau. (J. C, B.) In Polen wunde, um den wachsen• den Miflstimnilgkeitcn zwischen den beiden Regierungsparteien, des von Witos geleiteten Bauernzcntmms und der der Nationalctemolcraten, Rechnung zu tragen, eine Umbildung de* Kabinetts in der Weise vorgenoinmen, daß u. a. Kcrfa ntt Vize premlcr wurde. Die Lage der Juden In Pole« Weiht von dieser Kabinettsumbildung unberührt. Der neu« Unterri clitsminlsler, Cirabski, befindet such W bezug auf (ha Einführung des Numerus clausus gegen die jüdssehen Studenten in vollkommener Uebcreinstimmung mit seinen» Vorgänger, QkrnibLn ski. Der neue Außenminister,, Dmowski, äußerte sich In einem Gespräch mit dem War•’ schauer J. C. B.-Vertreter dahin, daß der Numerus elausu* eine Innerpolitisch" Angelegenheit Polens *eiä׳ über die einzig die polnische Regierung zu entscheiden nabe.^ Ein« auswärtige Kritik sei nicht atu Platze, Laut Mitteilung des Moskauer ״Eines“ bestehen derzeit in podoHen 24 lüjulwirtssclnifiHL-H^ Koopcf3tivw tnit zusamnien 87B Familien. Utirunter sind m3 arbeitstähige Personen. Der Stand der jüdischen Bauern hi den Westgcbietcn hnt sich von 113 Stallungen mit 11 Wi Seelen *11 Beginn dieses Jahrhunderts aut 163 Siedlungen mit 15 2׳?* Seele« erhöht Der Anbauboden beträgt Jetzt 16881 Desjsünen.

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