Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 89 (16.10.1923)
- Date
- 1923-10-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEÖISCHE RUNDSCHAU Seite 327 Kr. 8§ יי*י^ייי״י ״״•••* tic n or VI• is!1 ui,;c t. זס; ri :0, ,ort in der Dis s. i'll jcli .■on IC 11 lUf 1He ■der cn jü• enj tre ■mit ach jen und neu!her Q■‘, ten die die der• CMO Cli an Ido» ng e n Ionlen, uch wie;len. reu rqil de* mit «g ״R«־• lach dia zu itn voll fern im geu in rlich w e be- 1 i * der I* י pe־ liilirt ihre su« Han־ wird neu portieten wird «CB ten rs* eilt irnd« di« «last nd* ist. 5 1 i Sp«zi« Iberich t der Jüdischen Rundichas״, Am 8» Oktober «benda wurde dis von der Zentralwoh! {!brtrrtclle der deutsche« Juden und dem Jüdischen Frauen jiund cinbcrufcno Jüdisch« Erzichungskoaifcrcn* eröffnet. Die ßrtciligung von Teilnehmern aus dem Reich und von B«r liner üäsUn war außerordentlich groß; Referate und Db jitissioiicn fanden in der Hauptsache einen überfüllten Sa&l Frau Wronsky bczriclmctc in ihrer Eröffnungsansprache jb Grundgedanken der Konferenz die Aufgabe, in der un hfuren geistigen Verwirrung der Zeit für die jüdisch« li'lHingaaiiigabcn einen klaren, elcheren, festen Weg xu ludicn A's Erziel! iings/icl rteilt Wir die geschlossene, in «Ich ruhende jüdische Persönlichkeit vor Augen, die ווו ihrer Würde, Seihst• Sicherheit und Harmonie unangreifbar ist. Der nachfolgende Vortrag von Herrn Rabb. Dr. Bück über ״Religion und Erziehung", der wegen Uebcrfüllung de» Saale• ln di• Alle Synagoge verlegt werden mußte, führte •11 diese viel erörterte Frage •uf neuen, aufschlußreichen Wegen heran. Aua der Gedankenfülle des gehaltreichen Vortrag», der religiöse Kraft und geistige Freiheit atmete, 6ei der Hbiwei» jirrausgegriffen, daß das religiöse Element nicht etwas ist, w» vom Erzieher nach seinem Enticliluß ln die Erziehung hincingelcgt wird, sondern daß di« Natur der kindlichen Seele d a Religiöse als eingeborenes Bedürfni» braucht! die dem Kinde immanenten religiösen Instinkte können nicht ohne den allcrticlaten Schaden für seine gesamte Entwicklung un• befriedigt bleiben. Der folgende Tag war von morgens bis abends bei nur kurzer Pause ausgcfüllt und überfüllt mit einer großen Anzahl von Referaten und Beratungen. Der Vormittag brachte zunfciist eia Referat von Dr. Segall über ״die soziologischen Verhältnisse der luden in Deutschland“, das die besonderen und besonders schwierigen jüdischen Eriiclwngsaulgabcn aus drr soziologischen Struktur herleitete. Herr Dr. Stahl sprach sodann als Arzt über das ״schwer erziehbare“ Kind; er ging nach eingehender Erörterung des illgrmcinen Problems auf das besondere des jüdischen pr.yciiopstisdicn Kindes ein, ein durch die gesteigerte jüdische Sensibilität und die anormalen soziologischen Verhältnisse der Juden besonders brennendes Problem. Seine Forderungen einer verstärkten jüdischen Psychopathenfürsorge wurden in S1 •in sehr die aus ihrer Praxis in der Beratungsstelle für jüdische psychopathische Kinder anschauliche und lebendige Bilder gab. Der nun folgende Programmpunkt; ״Elternhaus und Erziehung“ führte in die ganz ander« Sphäre der geistigen Grundlegung der Erziehung. Ein vorgelesenes Referat von Frau Frankei-Ehren• treu stellte das altjüdische, gesctiestreue Haus als den ucll- und Ausgangspunkt jeder jüdischen Erziehung dar. ier ist Erziehung nur ein Stück eines in Gott ruhenden Lebens; es bedarf keiner besonderen Erziehungsmethoden und Maßnahmen, weil die Weihe, die das Hau» erfüllt den Heranwachsenden Menschen ins Leben einweiht. Was dies Referat gab, war, recht verstanden, keine ,jOrthodoxie", keine begrenzte und eingeengt« Erfassung eines Tciliudcntums, 6011• dem ein in geistiger Freiheit erfaßtes Bild, in dem die jüdische Familie zum Queüpunkt geworden war, der Manifcstatian des (!öttlichcn. Daß das Referat die religionsnesetzliehe Bindung als Form dieses urgmndlichen religiösen Leben» postulierte, kann für den, der diese Bindung nicht anerkennt, dennoch kein Grund sein, nicht auf die letzte Wahrheitstiefe liinziiweisen, in die es hineinfüllrt und zu betonen, daß jede Erörterung der jüdischen Erziehungsfrtgc, die in weniger tiefe Schichten führt wie dieser Vortrag, dem Ernst dieser Frag« nicht gerecht wird. . ■ Gerecht wurde dem Problem Frau Berg«l־Grone mann, deren nachfolgende Worte stärksten und tiefsten Eindruck auf die Versammlung machten. Für sie ist es wesentlich, das Göttliche, das im Religionsgesetz in zeit lieh bedingter Form verehrt und respektiert wird, als ewige Grundkraft unsere» Daseins zu fühlen. Unabhängig von jeder Form und jedem Begriff soll es als lebendiger Strom in unserm Herzen quellen; durch sein• Kraft rtrömt es von den Eltern auf die Kinder über. Leider wurde die Diskussion über diese Fragen zusammen gekoppelt mit der über die vergangenen Themen, ao daß eine fruchtbar* Auseinandersetzung unmöglich wurde. Die bei eingeschränkteater Redezeit vorgebrachten Aeußerungen zeigten eindringlich, wie drängend und unaufschiebbar eine gründliehe und eingehende Erörterung ist. Daß es zionistische Frauen waren, die die Erziehungsfrage so anschnitten, wie es hier geschehen ist, sollte eine unüberhörbare M*hnung sein, im Zionismus an diesen wesentlichsten Fragen des jüdischen Lebens nicht mehr vorbeizugehen. Der Nachmittag brachte ein sehr instruktives Referat von Frau Susi Le mm über weibliche Berufsberatung, in dem besondere« Gewicht auf den Beruf der Hausangestellten und die damit zusammenhängenden Fragen gelegt wurde. — Nach Ihr sprach Herr Dr. Erwin Kohn über die allgemeinen Grundlagen der Berufsberatung! in «ner auf einer Erziehung•- konferenz etwa» befremdlichen Weise wurde der Akzent auf die rein wirtschaftliche Funktion gelegt, und die Berufs- Umschichtung als außerhalb der eigentlichen Berufsberatung gelegen bezeichnet. Sri« Standpunkt wurde von Herrn Alfred Berger zurtckgewier.cn, der betonte, daß auch au» rein wirtschaftlichen Motiven Berufsberatung im Sinne von Berufs- Umschichtung getrieben werden muß. ln einem außerordentlich bedeutsamen Referat erörterte Frau Margarete M os« s die Kunst als Faktor und Hilf»• instrument der Erziehung. Sie wie» überzeugend nach, wie das sensible und sehr auf Phantasie gestellte Temperament des Kindes künstlerischer Ausdmcksmöglidikeit bedarf, und wie der Gefahr schwerwiegender Verdrängungen hierdurch bcgegnet werden kann. Au» Zeitmangel mußten konkrete und ins einzelne,gehende Hinweise über das ״Wie“ einer solchen Erziehung auf eine Sonderberatung verschoben werden. Die Wichtigkeit und Bedeutung der von Frau Moses angesdmlttenen Fragen kann allen ernsthaften Erziehern blüht nachdrück• lieh genug ans Herz gelegt werden. Mit einem einleitenden, lediglich orientierenden Referat von Frl, Dr. Oora Berliner wurde die Erörterung über die Jugendbewegung eröffnet. Den größeren Teil ihrer Ausnjhrungen nahm eine Schilderung der deutschen Jugendbewe• gung seit dem Hohenmcisscner ein, die ale für die Chirakterf• sierung der jüdischen Jugendbewegung für notwendig hielt (ihre Ausführungen wurden durch ale nachfolgenden Jugendliehen rektifiziert, die dartaten, daß die jüdische Jugend- Bewegung viel autochthoner ist, ah» au* dem Referat von ,,Agrk!ah“ und rrcii <H0 allgemein«?1׳nnktfjth« Jugend nicht vertreten waren, i;::״*־־:!.:•r» «:!׳aliur'.: wa.il waren die ,Worte de« Vertreters des ״Jü־.I *rJicn V#tnIab*H־׳f‘ mul ehr ״Kar.traden“, von d*1!fu jeder in •einer WP't dis IJrberzcugung hinterlicB, thil *ich hier in «Iler 51:11c זי'.ז'*, lebendige Kräfte entfalten. Der Ocaamtclndrite.!{ war eliidcnilg der, daß die.« Jugend außerhalb jeglichen Partei gcqeimtr,י־ und Jeglieber Parteidoktrinen ffteht und »Ich mit Stärke, l.eMcijncnait und Treue um Mir Judentum bemüht. Die jüdische Welt »t wieder einmal jung geworden! Die Kraft <||g-.cr jungen jüdisdicn Mensche» herzen hat eine Atmosphäre ge« »ch.ifleii, in der tt •ich wieder leben und atmen laßt. Diene Jugend, die int entsetzlichsten Hexe,-,!!<"«! der Zeit lebt, ist mizcrsplittert, kräftig und hochgemut; ihr gehört das Leben, weil sie cs mit lebendigem Sinn, mit reinem Herzen und mit ungebrochener Liebe erfaßt. Während der Ausspruch« über die Jugendbewegung sprach In einer Parallelveranmmlung Frl. .St1Hilcnr.1t Dr. Freymann, Cöln, über Schul« und Erziehung. Sie forderte die jüdische Schule, und zwar eine jüdische Schute, in der jüdische Religion nicht ein Lehrfach unter indem Ist, sondern der beherrschende Faktor der gesamten Sehulcrzichung. Du* Lehr• ziel wurde auch stofflich sehr hoch gesteckt; Referentin fordert für die jüdische Volksschule Beherrschung der Bibel in hebniischer Sprache, für die höhere Schul« Mischna und Qcmarah. Der nächste Konferenztag galt den Problemen der Anstaltscrzichung, Fräulein Weinreich gib zunächst einen errchöpicnden Uebcrbllck über die gesamten jüdischen Jugend- Wohlfalirtsanstfllten in Deutschland und deren aurcr.blkkiichen Lage. Einen besonder• wichtigen Spczinlpunkt behandelte Frl. Wende in einem Spczialrefepit über die Reform der Aufn.ih nicbcdingungeit. Die Statuten »clir vieler Anstalten »chließen nämlich uneheliche Kinder und Ausländer aus; wenn auch in der Praxi« vielfach diese Statuten nicht angewandt werden, «0 ist deren formelle Abschaffung doch «ine un&uf• ichicbbare Notwendigkeit. ״Reform der Wi rtieh8 I taf ft h rung׳״ war das Thema der nächsten Beratungen; Frau Nassauer erörtert« die Rcformmöglichkelten der inneren Anstaltsbctricbe (ratio• nclicr Großeinkauf uw.) und Herr Phiiipsborn neue Wege der Finanzierung. -- Nun erst kamen die so •ehr wich, tigen Fragen der Erziehungamethoden In den An. staiten mm Wort, — Es war sehr richtig, die überfüllt« Tagung nicht mit einer theoretischen Grundlegung zu be• lasten, sondern die Ideen aus der Schilderung der Praxis hcrauszukristallislercn. Frl. Bendzfan schilderte das von ihr geleitete Waisenhaus ,,Paulincnstlft" in Hamburg, in dem die Selbstverwaltung der Kinder In ziemlich großem Umfang durchgcführt ist. Di« Kinder haben ihren selbständigen Auf. gabenfcrcis, den sic verantwortlich Auszufüllen haben. Das Verhältnis zur Leiterin ist auf absolutes Vertrauen gegründet. — So gefahrcnrclch dieser neue Weg der Anstaltserziehung ist: die Erfahrungen des PaulincnstiUs zeigen, daß di« Kinder zu Selbständigkeit, tu Vcmntworllichkcitsgcfülil und einer Anhänglichkeit an Ihrem Helm kommen, die den Versuch 31* voll gelungen erscheinen lassen. Die großen und typischen Gefahren jeder Anstaltserziehung! Unselbständigkeit, Lebensfremdbeit, Erdrückung de• Selbstgefühls werden durch die Selbstverwaltung, und durch eine ganze ,Reihe Verständnis• voller Maßnahmen *bzuwehren gement. Der Einblick, den das Referat in das Leben des Paulinenstiftes gewährte, und die erzieherische Gesamtauffassung, die ihm zugrunde liegt, geben die frohe Gewähr, djfi die wertvollen und schöpferischen Ge• danken der moderne« Pädagogik in unserer jüdischen Jugend• pflege und für die besonderen jüdischen Erzlehungsproblemc fruchtbar geworden sind. — Herr Reich, der Leiter der Taubstummenanstalt In Weißensee vertrat den Standpunkt des Aiitoritätsverhältnisses, und zeigte, daß die richtige Er• ziehcrpersönüchkeit auch «uf diesem Wege schön« und herz• liehe Beziehungen schaffen kann. Dr. D. •AM* 4 '111 ne'nd war, daß diese Jungen Menschen das Sprechen über sich und ihre Ziele und Ihre Bewegung el» störend und ihnen nicht gemäß empfanden, und nun Aufdruck brachten, daß das Leben in Ihren Bünden kl seiner Lebendigkeit und in seinem wesentlichen Gehalt der rednerischen Formulierung wideritrebe. Keiner dieser jugendlichen Redner apologetlslerte seine Organisation oder wandte •ich irgendwie polemisch gegen eine andere. Jeder legte Zeugnis ab, so gut er konnte von dem, was in seinem Bund lebendig ist und wie sie *ich in ihm ein lebendiges Judentum erkämpftes. Leider wurde das Bild dadurch nicht vollständig, daß di« jt»g«ndtid1«n Kreise der Alfred Mcr.J über zlontatlsche Streitfragen Die amerikanische jüdische Preis« bringt •«lir tuiführ• liehe Berichte über die Versammlungen, die zu Ehren von Sir Alfred Mond in New York «!!gehalten wurden und in denen er der Hauptredner w»r. Sir Alfred Mond hat einige eindrucksvolle und brillante Propagandared«!» für den Keren Hsjcssod gehalten, ln denen er die Bedeutung und die Leistungen diese» Fonds schilderte. Er betonte insbesondere, daß ein Mißerfolg des Palästina-Aufbaues, bei dem die Juden von der ganzen Welt beobachtet werden, die Lag» der Juden in allen Ländern verschlechtern würde. Pulßsthm sei nicht eine zionistische, sondern eine jüdische Frag«, Die Welt sieht darin einen Prüfstein für die aufbauenden Fälligkeiten der Juden. Diese Tatsache wird auch in Immer höherem Maße erkannt und heute schon arbeiten, *. B. in England viele Juden mit Eifer bei der PaJästlnataehe irilt, die niemall Mitglieder der Zionistischen Organisation waren und sich doch für den Aufbau von Erc* lar*e| verantwortlich fühlen. Interessant ist besonders die Rede, die Mond «3n 23. September vor dem Zentralkomitee'der amerikanischen Zionisten und den Keren Hajcssod-Vertrauensmlnnern hielt, wobei er sich ■uch über die Streitfragen de« letzten Zionistenkongresses äußerte, Mond erklärte, nach seiner Meinung sei die gegen die zionistische Leitung gerichtete Kritik ungerecht gewesen. Man habe sic beschuldigt, daß ■io auf politischem Oebietc nicht viel erreicht bitte, aber wenn di« Kritiker gewußt hätten, wie nab« der Zionlsmu« einem poli• tischen Mißerfolg gewesen •ei, so hitte man bc• griffen, daß das E»reichte sehr viel bedeutet. Die politische Gefahr »ei vorüber und alles hinge nunmehr von den Juden selbst ab. Je mehr Arbeit In Palästina geleistet werden werde, desto stärker würden die zionistischen Positionen «ein. Lloyd George habe von ihm oft verlangt, er möge dafür sorgen, daß mehr zionistische Arbeit in Palästina geliefert werde. Der Economic Council befasse sich jetzt mit der Exploitation der Salzquellen in Palästina und diese Indtrstrie werde, wie er hoffe, gute Erfolge aufzuweisen haben, Eine größere Tätigkeit in Pallatln« werde auch eine ver- •tlrkte Immigration möglich machen. Er habe die tmmigratlonsfrage oft mit Sir Herbert Samuel besprechen, der ihm immer erwidert hebe, dsß dar ilcherste Weg sei, so' viel Immigranten l«# Land za lasten, 81• da• Land wirtschaftlich aufnehmen könne, In der Frage der Jewlsh Agency »ehrecke man g®nz unnötigerweise vor den neuen Meniehcn zurück, denn die»« neuen Menschen würden gute Zionisten, wenn si« an die Arbeit gehen. Er habe im Economic Council die Erfahrung gemacht, daß die neu Hlnztigezogencn an dom Erfolg der zionistischen Arbeit «in ebenso warme« Intcresa« hätten, wi« alt« Zionlsttn. 1etk la Kiew ״Havss" meldet am Moskau; In Kiew hat sich in einer Synagoge im Podoi ein ach wert• Unglück ♦r• eignet. Infolge Versagens de* ekktriichcn Lichte« entstand eine furchtbare Panik unter den Bciuchem, die planlos den Aufgängen zudrängten und die Gestürzten unter die Füße traten. Es «Ind etwa 60 Personen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Zu diesem furchtbaren Unglück bemerkt die — Inzwiachen wieder verbotene — ״Deutsch« Zeitung“ de* evtng«• li«chen Paators Dr. Max Maurenbrccher: *Ein Naturcrelgni» von elementarer Gewalt 11t «1, wenn den Juden, zu Ma&ien geballt, Angat überfällt." (im Original gesperrt.) Man wird wohl In der Publizistik der ganzen Welt lange suchen minien, um eine Bemerkung von ihnllcher Roheit zu finden. Hier manifestiert »Ich dieselbe Gesinnung, di« es fertigbrachte, über die japanische Katastrophe zu froh• locken. Und diese Menschen wundern sich, daß d** deutsche Volk überall nur Feinde hat! ■!Mische IilcrpcII,-Jonen In polnischem Se|m Warschau, (J.C,B.)t In der letzten Sejmsitzung haben Mitglieder de» jüdischen Parlamentiklub» verschiedene Interpellationen *.ingebracht, so u. a. wegen des Verbotes der Annahme von Telegrammen in hebräischer und jtd• di *eher Sprache durch das Postministerium; wegen der Ueberhandnafime antisemitischer Proptg t nd a in den Schulen unter der Maske des Religionsunter• rieht es; wegen der Weigerung der Polizei־ bchörde, die zur Taufe entführte minderjährig« Din« Zucker! ihren Eltern wieder zuzuführen. Nuincras dausia la Polei Warschau. (J.C, B.). Wie der J.C.B.-Vertret«r tu fährt, haben die jüdischen Deputierten in der letzten Sejm-Sitzung einen Dringlichkeitsantrag gegen die Politik de» Unterrichtsministers Glomblnsky eingebracht, der ein mit der Konstitution in Widerspruch stehendes Zirkular über Ei nftih• rung de» Numerus clausus schon in diesem Schuljahr an die Universitäten verschickt hat. Seitens der jüdischen Parlamentarier werden die Materialien über die praktische Einführung des Numerus clausus ge- »»mmelt, um gegen Glombinsky wegen seiner Verfassung*• widrigen Haltung eine Anklage bei dem höchitcn T ribunal einzurciehen. Warschau. (J. C. B.) De nationaWemokratische ״Rzeezpospolita“ meldet au» Lemberg: Die philosophisch« Fakultät der Lemberger Universität hat für das laufende Stu. dienjahr die Einführung des Numerus clausus beschlossen. Antisemitismus In Litauen Bat jldbrhe bitcrpcllatlo■ la lltaoisehea Part am«#! Kowno, (J. C, B.V Die Mitglieder der jüdischen Sejm- Praktion, Finkeistein, Dr. Robinson, Garfunkcl und Roginsky haben In der letzten Sitzung des litauischen Sejm den Innenminister wegen der sich häufenden U c b er fäl I e aut luden Interpelliert, ln der Interpellation wurden u. a. die tolgenden Tatsachen angeführt: In Schaufen »owic anderen Städten Litauens wurden die jüdischen Ocschäftsschilder systemalisch mit Teer beschmiert. Die Titer sind größtenteils bewaffnet und tragen militärische Uniform. Die Miliz schreitet nicht ein; in einem Falle wurde sogar ein Milizsoldat unter den Tätern festgcsteilt. In Kowno selbst haben in den letzten Jahren Gymnasiastentrupp• Ucbcrfällc auf jüdische Passanten veranstaltet, wobei einige der Passanten ziemlich schwere Verletzungen davon• getragen haben, im Volkshause wurden in Anwesenheit von fünf Millzsoldatcn mehrere jüdische Bürger blutlggeaehlagen. An zwei jüdischen Synagogen wurden die Fensterscheiben eingeworfen. Einige Tige später wurden auch im Gebäude des jüdischen Nationalstes sämtliche F e n s tcracheiben «ingeworfen. In allen diesen Fällen hat die Miliz keinen Versuch gemacht, die Täter fcstzustelicn. In Wilkomir hat eine militärisch gekleidete Person 20 jüdische Bürger mit Säbel und Nagaika mißhandelt und ein Mädchen arg zugerichtet. Es ist zweifellos festgcsteilt, daß eine geheime Organisation alle diese T«ten arrangiert und ermutigt. E*er Innenminister wird gefragt, welche Mittel er ergreifen will, um die Schuldigen zur Verantwortung zq ziehen und die. Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Der ElEdcrJicStsschute 10 Uüraea ׳ •. Kowno. (J.C. B.) Unlängst wurde fm litauischen Sejm das auf Grana der Deklaration an den Völkerbund «ngebrachte Gesetz zum Schutze der Minderheiten in erster Lesung angenommen. De herrschende Partei der Christ- Heben Demokraten wagte es angesichts der Versicherungen der Regierung beim Volkerbund nicht, gegen da» Gesetz zu stimmen. Jetzt aber versucht es diese Partei mit allen Mittcln, das Gesetz zu sabotieren. Schon mehrere Male waren die zweite und dritte Lesung des Qcsehes auf die Tagesordnung des Parlaments gestellt, jedoch auf Antrag des christlichen demokratiachen Referenten immer wieder abgehetzt, nakcilsrcslcr Krawalle la Wlea Wien. (J, C. ß.). Am letzten Montag hielten die Hakenkreuzlcr und Frontkämpfer in dem zahlreich von Juden bewohnten Stadtteil Brigittenau Versammlungen unter freiem Himmel ab, wobei sie m einem Baume eine als Jude r׳׳echt- «machte Puppe hingen ließen. Gegen diese Provokation!»0- *,stierten nicht allein Juden, sondern auch Arbeiter, die in dsr Nihe eine Wililerverammlung «!!hielten. Bei dem darauf erfolgten Zusammenstoß zwischen Hakenkreuiltrfl und Arktitern worden mehrere P*r»on«11 verletzt Der gcüchäfwftihrende Direktor dar Jüdischen Kolonial• bank in London, Dr, Georg Ha Ipern, und Herr Nt»•«• t in sin sind zu Direktoren dar mlästiiienaiechrti Elektrizität»• gexilschaft (Rutlmberg-Koazernj gewählt wonlea, ff tt Vca!Jaolam•* Df« «ad* den Sukkothfeiertagcn fällige Nummir de» ״H»o• iam“ Ist infolge von Aenderunccn in der Zusammensetzung der Redaktion und Administration und der Verlegung in eine andere Druckerei mit einer Verspätung von einer Woche erschienen. Die Redaktion wird *uch weiterhin unter Auf• «lebt der Zlan Istlsehe n Exekutive geführt und zwar von Herrn M. Kl« in mann, dem ein Redaktion!• kcllegtam zur Seite steht, dem die Herren Dr. Nahum Gold• «*!in, Dr. M. Filnae», Dr. Victor Jscobaon, Dr, Robert ■Weltscfc und C. WojsUwiky angehören. Redsktionesekretir verbleibt Herr Ind e Im tun. Administration und Verla gwuide von der E w er-0 esellschaft m. b. H. t» £3rila 1^ Lktzenbufge» Sltsßs S* übemammts.