Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 73-74 (22.8.1923)
- Date
- 1923-08-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ן ך—ן—lisa ביז! \ז n ו |u,g ■ןויוו,ן hi״u-.ui׳."^ —«•ן ךיח 1 ר \ נ \ v |יי/ j׳־.. ז נ il Redaktionu.Vcrla(jWl5, Sächsische Str.8. Erscheint jeden Dienstag n Freitag• Bezugspreis bei der Expedition f, August 23 inkl.Kon- Anzcittcn-Vcrwaltunjt: ». *.״ ״ ■•־״״ ,״ , n .1 *י n , ״. . h Jüdische RundschauG.m.b.H., BcrllnWlS, Sächsische «teßausgabc 75 000.- M. Bestellung bei den Postämtern monatlich. I SUaßc8, _ Tc1epH0ni Amt Pfalzburg 6697, 6698 u.6699. »»ü« 1» <»» Ltoder b««chBet• | Anzeißcnprcig {ür di0 8-gcspaltcneNonparcillczcile 12000M. Für h.lir.An/eiJc» 150% AiihcliUj. FürAu»l*t1<UUiMr»l«100%V*luUju«cl!l»g Natnmer 73|74 g Berlin, 22. VIII. 1923 I Anzcigcnsckluüs Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. SBKSSäS£sss!3SÄS3a: ne•' ־ ■־:rs־~—rr.־־iazr; Telephon: Pfalzburg 6697 u.6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: Postspnrknsscnamt Wien. Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, KontoNr.59410. — RcdaktionsschluO Sonntag und Mittwoch nachmittag. — י׳ אלול* חרס״ג XXVIIL Jahrg. ger Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich ■ rechtlich geslchartow Helmstiltta^ln PalBstlna«^^1tPa80ler^Pro9rammt‘* Die Beratungen des Kongresses. : i. Siebzehnte Sitzung. j Donnerstag den 16. August, nachts/*'* (Nachtrag.) Nach der um 12 Uhr 15 Min. erfolgten Unterbrechung der Sitzung tritt eine mehr als einstündige Pause ein, in welcher die Fraktionen und Landsmannschaften bcraten. Die Abstimmung über die Jewlsh Hgency. Uin 1 Uhr 30 nachts wird die Sitzung vom Vorsitzenden M o t z k i ti wieder eröffnet und die A b s t i mmutig durebgefülirt. Nach Verlesung der Mehrhcitsresolution über die Jcwish Agency in deutscher, hebräischer und englischer Sprache beantragt zunächst J. Griinbaum (Zionistische Demokratie), über den Antrag nicht cn bloc abzustimmen, sondern die Möglichkeit zu einzelnen Amendements zu geben. Dr. Kafzneison (Hitachduth) beantragt, nicht nur die Meiirlicitsrcsolutioncn, sondern gleichzeitig alle anderen Anträge zur Abstimmung zu bringen, damit nicht nur Annahme oder Ablehnung zutage trete, sondern jeder Delegierte die Möglichkeit habe, kundzugeben, für welche Resolution er stimme. Vorsitzender Motzkin erklärt den Antrag Katznel-on für unzulässig und lässt über den Antrag auf En-bloc- Abstimmung abstimmen. Der Antrag wird mit grosser Mehrheit angenommen. Unter grosser Spannung des Kongresses ruft Kongressekretär Dr. Löwenstein die Delegierten 111 alphabetischer Reihenfolge namentlich auf und die Dclcgierten stimmen mit den Worten ״ja", ..nein" oder I ,.Stimmenthaltung“. Die Abstimmung verläuft ohne jeden I Zwischenfall sehr rasch; für den Mehrheitsantrag stim- | men die Vereinigten Landsmannschaften und der Mls- 8 rnchl, gegen den Antrag die Linke und die Fraktion der 1 Zionistischen Demokratie. I Vorsitzender Motzkin verkündet, dass der Mehr- I heltsantra g mit 164 gegen 87 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen angenommen ist. J. Mereminskl (Zeire Zion) stellt namens der Frak- Honen Poale Zion und Zeire Zion folgenden Zusatzantrag: fm Rahmen der Jewish Agency sollen vor allem Vertreter des Keren Hajessod, die auf Versammlungen der Keren Ualessod-Zaliler jedes Landes gewählt sind, sowie Vertreter des Wand LeumI herangezogen werden. Felix Roscnbliith (Deutschland) beantragt, dieses Amendement der neuen Exekutive zu über- ,weisen. S. Kaplanski (Poale Zion) spricht für den Antrag MereminskL Dr. Georg Halpe! n führt aus, dass der Antrag Mcre- Iminski im Widerspruche, zu der bereits angenommenen Resolution stehe. Dr. D. Mossinsohn verlangt, dass der Antrag geteilt werde, da einzelne Delegierte wohl für die Aufnähme von Vertretern des Waad Leumi, nicht aber für die von Vertretern des Keren Hajessod stimmen wollen. j Zur Abstimmung gelangt zunächst der Antrag i Rosenblüth auf Verweisung des Antrages Mcretninski an die Exekutive. Der Vorsitzende erklärt den Antrag für angenommen, doch wird die Ab- Stimmung angczwcifelt Bei nochmaliger Abstimmung Werden die Stimmen ausgczälilt, wobei sich für den Antrag Roscnblüth 130, gegen den Antrag 85 Stimmen ergeben. --\ Die Sitzung schllesst um 3 Uhr morgens. Achtzehnte Sitzung.'י Freitag den 17. August 1923, nachmittags. 1 Vizepräsident Motzkin eröffnet die Sitzung um 12 י Uhr 15 Minuten.! Vor Eingang in ‘die Tagesordnung teilt Vizepräsi-; «ent Motzkin mit, dass die Anträge von f "bishar (Mesopotamien) betreffend die Juden im | Orient und betreffend den ..Gebrauch,, der,,., faebräksl&n Sprache im Kongress der Exekutiv׳« überwlesen werden. H. Zlatopolskl (hebräisch) weist auf die hohe Bcdcutung der TaTbuthorganisatlon hin, welche In den letzten Jahren besonders in den östlichen Ländern Europas ein gewaltiges hebräisches Schulwcrk geschaffen hat, das vielen zclmtauscndcn jüdischer Kinder die Kenntnis der hebräischen Sprache und Kultur vermittelt. Die Arbeit der Tarbuth wurde auch von nlchtzionlstischcn Organlsationen, wie dem Joint, anerkannt und unterstützt. Redncr appelliert an den Kongress, die Organisation Tarbuth auf jede Weise materiell und moralisch zu unterstützen. Hierauf erhält Dr. B. Mosslnsoltn (Palästina) das Wort zur Begründung folgender Anträge der K0mmissionfür das Erziehungswesen. Erzichungswesen. 1. Der XHL Kongress bestätigt und bekräftigt den Beschluss des XII. Kongresses, dass die Erziehung*• und Kulturarbeit In Ercz-IsracI einen untrennbaren Bestandteil der Aufbauarbeit unserer nationalen Heimstätte In Palästina darstcllt, und solange (110 gcsnmfo Aulhanarbclt In den Händen der Zionistischen Organisation steh bcfindet, Ihr auch die Erziehungsarbeit obliegt 2. Mit besonderer Befriedigung nimmt der Kongress von der Deklaration des Waad Leumi Kenntnis, wonach dem Jlschuw die Pillcht zulüllt, die ErHillung aller Bediirfnlsse des Erzleliungswcscns Im Lnndo durch Bereit- Stellung eigener Mittel auf sich zu nehmen. Indcss würdigt der Kongress dlo Erklärung des Waad Leumi, dass er noch nicht Imstando Ist, dlo volle Verantwortung Illr die Erziehungsarbeit Im Lande zu llhernehmcn und drückt den Wur.pch ,-•׳=. dass die• ZEmMlschc Exekutive die nötl״c:1 Mlltol orjrreifc, den Wand Leumi In leder Welse zu stärken und den organisierten Jlschuw tu fürdern, um Ihn dadurch In die Lago zu versetzen, sämtliche A»fx״bon der KulturtStigkeli mH ctgoncn Kräften durchzidäbrcn. 3. Der Kongress erklärt, dass das ד״יי־׳-^סח der Zln- 1«״ייי׳י|}15ח Orvnnl!:''‘l׳'n mil dem GcMHe der ף17ז,11זי>|7<ז. arbelt Im‘!.bilde 'därlrt beziehen m'»׳ss, nn«er״ Porltl-nen zu wahren Und darbm' bdmtiht zu rein, ohne Kürzung des r.ndyts und ohne F,!1׳'ehr!l!11<m<<» der Arbeit p’lcn linderen Inst't1׳t’one11 die M"״(k'hkclt der Entwicklung zu gewällten. InloVoticsscn bcschlLsst der Konerpsi. den vollen Detrag des Budgets für das Jahr 5633 auch für die Zukunlt zu bestätigen. 4. Der Kongress richtet an die Exekutive der Zlwlstlschon Organisation die Aufforderung, dlo Ausführung des vorgesehenen Budgets so zu ordnen, dass die Lehrer Ihre Gehälter rechtzeitig imd In vollem Masse bekommen sollen, dnm't sie Ihre ganze Kraft dem Aulbau der Schulo widmen könnten. ■ ■ 5. Der Kongress ersucht die Vertreter der Z|on!־׳tl«cben Organisation Im Kuratorium des Technikums ln Haifa, mit aller Entschiedenheit die Abänderung desjenigen Ptragrapben Im Statut des Tochnlkums. der die Snrnchenfragc regelt, zu fördern, und das Hebräische als einzige Unter* rlchtssprache fcstzusct'zcn. Dr. Rabln (Mlsrnchl, hebräisch) bespricht gewisse Mängel der Kulturarbeit ,ln Palästina und verlangt, dass die Kulturarbeit so gestaltet werde, dass weitere orthodoxe Kreise sich an ihr beteiligen können. . Die Anträge der Kommission für das Erzlchungswesen werden sodann en bloc angenommen. Universität. Prof. Warburg begründet folgende Anträge der Univcrsitätskommlssion: , I. Der Kongress bcschllesst. dass dlo Exekutive Ansircngungen mache, Im Jahre 1924 die hebräische Unlversltät ln Jerusalem mit mindestens zwei Fakultäten zu eröffnen, und zwar der iudalstlscb-Orlcntallschcn und der naturwissenschaftlichen. ‘ ״ ,׳. n.י X Der Kongress bcschllesst, einen allgemeinen Jiidlschon Universitätsverband zu begründen. 2. Die Föderationen und sonstigen Gruppen werden beauftrag!, Landcskomltecs dieses Universitätsverbandes zu begründen, deren Hauptaufgabe dlo Hcrbclschalfung von Mitteln Illr die Universität und dlo Verbreitung des Gedanhens der Notwendigkeit höherer Wissenschaft Im Jüdischen Volke sein soll, . 3. Die Eiekutivo der Zlonlsllscbcn Organisation soll einen Board ernennen, der dlo für die Unlvorsltät gesarameltcn Gelder zu verwalten und über deren Verwendung jeu tjc.sc|1Jiciscu hat, ״ ß$r M bcgfiiuilcnüo Ujjlxersltäts.vor,. ' band hat ein Mltbcstlmmungsrccht bctrelfs der Mittel, die er aulbringt. 4. Der Universitätsverband soll seine Zentralstelle tat: Jerusalem und dne Untcrzentrale In Amerika haben. S. Kaplansky beantragt, diese Anträge der Exe-, uttive als Material zu übergeben. 1 Dr. Dalches spricht dagegen; der Antrag Kaplansky wird abgelehnt und die Anträge der Kornmlssion angenommen. Dr. Dalches verliest die folgenden zwei Rcsolutlonen, die vom Kongress angenommen werden: '!11. 1. Der Kongress hegrüsst die Gründung der Jewlsh Palcstlno Exploration Society und nimmt mit Genugtuung von Ihrer Tätigkeit Kenntnis. 2. Der Kongress anerkennt die Bedeutung des Waad Halaschon In Jerusalem und empfiehlt der Exekutive, seine Tätigkeit zu fördern. Dr. Nacht (Rumänien) stellt folgenden Antrag; Der Exekutive wird empfohlen, für die Jewlsh Pale-• stlno Exploration Society und für den Waad Halaschoa Jo 300 Pluntl jährlich zu bewilligen. Der Antrag wird angenommen. Bibliothek. Prof. Warburg begründet folgende Anträge der Bibliothekskommission: L ' 1. Der Kongress stellt fest, dass die Universität und jede andere Kulturarbeit in Ercz .!Israel der Wissenschaft* liehen Bibliothek In Jerusalem dringend bedarf. 2. Er nimmt daher ml» Befriedigung von dem Vertrage 'mit der Wollfsolm• Stiftung Kenntnis und erwartet die baldigste Inangriffnahme und grösste Beschleunigung des Baues. 3. Uns Kuratorium wird ermächtigt, die geeigneten Sclirllte zu tun, die noch fehlenden Mittel zu beschaffen. Ih Der Kongress Ist der Ansicht, dass die Leitung des‘ Bibliothekswesens Ihren Sitz In Jerusalem haben solle. 5. Kaplansky beantragt, diese Anträge der Exekutive zu übergeben. Der Antrag wird von Dr. Weiztnann unterstützt. Nach längerer Aussprache, an der Prof. Löwe lind Vorsitzender Motzkin sich beteiligen, stimmt Prof. Warburg namens der Kommission dem Antrag Kaplansky zu, der, nunmehr ange* n 0 in nt c 11 wird. Technikum. Nachstehende Resolution über das Technikum, ’dl« von Prof. Warburg verlesen wird, wird vom Kongress angenommen: Der Kongress billigt die Schritte, welcho die Exckutive In Verfolg de!, Beschlusses vom XII. Kongress zur Gründung einer Gcsellschalt Illr das Technische Institut In Halla unternommen hat, und erklärt sich damit clnverstanden, dass dieser Gcsellschalt die Verwaltung und finanzielle Sicherung der Anstalt übergehen wird. Jedoch!ordert der Kongress, dass dlo Exekutive das Technische Institut — auch In dieser neuen Organisationsform — als einen Integrierenden Bestandteil des zionistischen Aul-' bauwerks betrachtet und In diesem Sinne dauernd einen energischen Einfluss auf seine weitere Entwicklung ausübt. Palästina-Budget. Emnnucl Ncumann (Amerika): Im Namen der Budgetkommission erlaube ich' mir, Ihnen den nachfolgenden Bericht vorzulegcn: Die Budgetkommission hat fünf Tage lang beinah» ׳ unaufhörlich getagt und hat die verschiedenen ihr vorgelegten Vorschläge wegen des Palästina-Budgets und des• Budgets der Londoner Exekutive mit der grössten Sorgfalt geprüft. Die Kommission hat dem Palästina-Budget, ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet.« Es wurden Berichte und Vorschläge von acht anderen Kommissionen und Unterkommissionen in Empfang genommen und. beinahe 30 Referenten «ingchört.!Wie gewöhnlich liatfa die Kommission die widersprechendsten Ansprüche mit, einander in Einklang zu bringen und die nicht unbedingt notwendigen Posten auszuschalten. Doch ausser dieser ־ Routinearbeit hat die Kommission versucht, gewisse ■ Richtlinien für dicAnfstellung des Palästina-Budgets Icslzulcgen. Es sjnä dies, keine neuen Prinzipien, da $ia