Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 71-72 (20.8.1923)
- Date
- 1923-08-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der BescHns* des XD. ZlonTsferfKönUreSses »er We' Konstituierung des Waad Ilabrluth wird folscndcrmassen ergänzt: a) Zusammensetzung. Der Waad besteht: ans leitenden Mitgliedern der folgenden Organisationen: Hadassah 2, Kupatli Cfiolim 2, Kupath Chollm Mlsrachl 1, Waad Haleuml 2, Zionistische Exekutive 2, Acrztegcscltschaft 2. Der Vorsitzende hat der Exekutive gegenüber die Rechte der Vorsteher der anderen Departements^ b) Aufgaben. Der Waad Habriuth hat folgende Aufgaben: I. Regelung der Zusammenarbeit der medizinischen und sanitären Institutionen des Landes. , 2. Kontrolle Ihrer Arbeit ,; 4 ״ 3. Regelung aller Fragen der sanitären Politik ln Palästlna. 4. Die Beschlüsse des Waad Habriuth sind als ratgebend gegenüber den genannten Institutionen anzuschcn. Die Abstimmung über die Anträge 3, 4 und 5 wird Ws zur Behandlung des Budgets zurückgestellt. Darauf werden die Anträge 6 und 7 vorn Kongresse ««genommen. Zur Abstimmung des 'Antrages 7, betreffend die Hadassah verliest Morris Rottenberg (Amerika) ein soeben eingelangtes Telegramm von Miss Hcnrietta Szold, demzufolge 'die Hadassah mit dem amerikanischen jüdischen Aerztekoniitce für die medizinische Fakultät der Universität in Jerusalem ein Abkommen geschlossen hat, wonach das genannte Komitee den Betrag von 10.000 Dollars für die Errichtung eines Röntgenlaboratoriums zur Verfügung stellt. Dieses Laboratorium soll gemeinsam von der Hadassah und dem Aerztekomltee geleitet werden. (Lebhafter Beifall.) * Bei der hierauf folgenden Abstimmung werden «Amtliche übrigen Anträge der Sanitätskommission vom Kongresse angenommen, mit Ausnahme der Anträge 12 (Pasteurinstitut) und 14 (Waad Habriuth), Welche als Material der Exekutive überwiesen werden. ־<״- Vizepräsident Motzkin erteilt nunmehr das Wort > Dr. Osias Thon (Westgalizlcn) als Berichterstatter des Permanenzausschusses zu den Anträgen in der Präge der Jewish flgency. 1. Der Kongress bestätigt den von früheren zlonlstlsehen Konferenzen gefassten Beschluss bezüglich der EinberufunK eines jüdischen Weltkongresses für den Aufbau Palästinas als ]üdisch-natlonalcr Heimstätte und erklärt, dass auf die von dem Weltkongresse, der möglichst im Laufe der nächsten drei Jahre clnzubcrufcn ist, gewählte Jewish Agency die Rechte der Zionistischen Organisation — gemäss Artikel 9 des Pal&stinamandates — übertragen werden sollen. 2. Um aber schon letzt, bis zur Einberufung des Jüdlsehen Weltkongresses, den breiten Schichten des jüdischen Volkes die Möglichkeit einer Teilnahme am Aufbau Ercz Israels zu geben, soll die Jewish Agency durch die baldmöglichste Heranziehung von Vertretern derjenigen jüdlsehen Organisationen und Gesellschaften, die auf dem Boden des Palästinamandates stehen, erweitert werden. 3. Zu diesem Zwecke wird die Exekutive ermächtigt. Im Einvernehmen mit dem Aktionskomitee einen aus Vcrtrctern jüdischer Organisationen und Repräsentanzen der Judenheiten verschiedener Länder, sofern sic aul dem Boden der Balfour-Dcklaratlon und des Palästinaniandatcs stellen, zusammengesetzten Council zu bilden, der mit dem zionistisehen Aktionskomitee zusammen arbeiten soll. Der Council soll für die Zusammenarbeit mit der Zionistischen Exekutive Die Keren Xlafessod - Konferenz in Karlsbad Das Direktorium Ües Keren Hajcssod hatte die aktiven Mitarbeiter des Keren Hajessod zu einer Besprechung nach Karlsbad eingeladcn, die Donnerstag, den 2,, und Freitag, den 3. August, stattfand. Der Direktor des Keren Hajessod, Bcrthold Fciwel, bc• richtete in seinem Referat über die bisherigen Ergebnisse. Er verwies insbesondere auf die Tatsache, daß die Eingänge des Keren Hajessod dauernd im Steigen begriffe« seien und daß das Steuersystem, das hier beim Palästinaaufbau zum erstenmal zur Anwendung kam, sich bewährt habe. Eine der wichtigsten Aufgaben des XIII. Kongresses sei die Frage de Organisation des Keren Hajessod. Diese Frage sei naturgemäß nur im Zusammenhang mit dem Gesamtkomplex der jewish Agency zu lösen, es müsse aber von vornherein festgestellt werden, daß die bestellende Verfassung des Keren Hajessod in grundlegender Weise nicht geändert werden darf, wenn man auf eine dauernde Steigerung der Eingänge rechnen will. Herr Julius Berger erörterte in einem längeren Referat den Begriff der Volkssteuer und des Maassers und begründete insbesondere die dem Maassergedanken innewohnende sittliche Forderung. Nicht genug zu betonen sei die erzieherische Wirkung des Maassergcdankens und die Stärkung des zionistischcn Menschen und der Zionistischen Organisation durch die Forderungen des Keren Hajessod. Mr. Newtnan betonte in einem Bericht über di« Keren Hajessod-Arbeit in Amerika die Notwendigkeit, die Zusammen- *rbeit zwischen den amerikanischen und den europäischen Keren Hajcssod-Arbcitern zu stärken und glaubte versichern zu dürfen, daß die Eingänge des Keren Hajessod in Amerika in Zukunft sich erheblich steigern werden. Herr Walter Turnowsky berichtete über organisatorische und technische Fragen der Arbeit und stellte bezüglich der Propaganda bestimmte Richtlinien und Forderungen auf. Die lebhaft geführte Aussprache, die sich an die Referate anschloß, ergab Uebcreinstiinmung in verschiedenen Punkten, die der Keren Hajcssod-Kommission des Kongresses als Forderungen der aktiven Keren Hajcssod-Arbeiter vorgclcgt werden sollen. Als wichtigste Punkte dieser Forderungen seien erwähnt: Striktes Fes thalten an der Neutraiität des Keren Hajessod und Ausbau des Beamtenapparates, . als <fer CeTftmfe Wer JöwM 5T&l!fcy'¥t« McTnet KTIfF® eTnen' Ausschuss bilden, dessen Kompetenzen Im Einvernehmen mit dem Aktionskomitee toregelt werden sollen. 4. Die Zionistische Exekutive wird In Verbindung mit dein genannten Council die Vertreter der jüdischem Organ!- satloncn und Repräsentanzen der Juden helfen der vcrschlcdenen Länder zu einer Rcmclnrnmca Konferenz Unberufen, In der die Modalitäten Ihrer BctclUciing an der bis zum Zusammentritt des Weltkongresses fungierenden Jewish Agency vereinbart werden sollen. Es wird Jedoch festzcsetzt, dass die Zahl der ausserzfonlstischcn Mitglieder der so gebildeten Jewish Agency nicht mehr als die Hüllte der Gesamtzahl Ihrer Mitglieder betragen darf. Die Vereinbarungen bedürfen der Zustimmtme der Jahres konferenr. 5. Die Exekutive wird zusammen mft dem Aktion•- Komitee beauftragt, alle Schritte m unternehmen, um den jüdischen Weltkongress zuui genannten Termin eJturaberufen. Dr. Silbcrschcln bringt für die Httachduth folgende Anträge vor: 1. Der Kongress bestätigt die von der Jahreskonfcrcnz In Karlsbad gefassten Beschlüsse bezüglich der Jewish Agency, insbesondere, dass die Zionistische Organisation die Rechte und Pflichten der Jewish Agency übernimmt, und dass die Jewish Agency durch die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses für den Aufbau Ercz Israels zur Vertretung sämtlicher Telle des jüdischen Volkes aus gebaut worden soll. 2. Der Kongress stellt fest, dass, solange keine andere legitime Voiksorganisation für den Palästlnaaufbau vom Palästina-Weltkongress geschaffen, existiert, dlo Gesamt beit der Rechte mul Pflichten, welche das Palästlnamandnl I der Jewish Agency zuerkennt, der Zionistischen Organl- , sation Vorbehalten bleiben muss. 3. Zum Zweck der Heranziehung derjenigen Kreis®, die auf dem Boden des Palästinamandates stellen, Jedoch der Zionistischen Organisation nicht an geh Ören, zum Aufbauwerke Palästinas wird die Exekutive ermächtigt mit diesen Kreisen in Verhandlungen zu treten und lm Einverständnis mit dein Aktionskomitee die Formen und Bedingungen Ihrer Mitarbeit an einer beratenden Körperschaft der Jewish ■׳■ Agency fcsfzustcllen. Hierauf erhält das Wort Jizchak Grthibatun, der namens der Frakiion der zionistischen Demo kratie folgenden Antrag vorlegt: 1. Die Gesamtheit der Rechte und Pflichten, welche das Palästinamamlnt der Zionistischen Organisation zuerkennt, kann nur an die legitime, gewählte Vertretung des Jüdischen Volkes übertragen werden, d, 11. an den Jüdischen Weltkongress. der einberufen wird, um den Aufbau des Jüdl sehen nationalen Helmes In Ercz Israel zu verwirklichen. 2. Um die Schaffung dieser legitimen Vertretung des jüdischen Volkes vorzubcrclten nnd um noch vor ihrer Ent steiiung die Mitarbeit aller jener Juden zu ermöglichen, welche sicli an der Wiedererrichtung des Jüdischen natloaalen Heimes in Ercz Israel beteiligen wollen, beschliesst der XIII. Zionistenkongress, die Jewish Agency In der Weise zu erweitern, dass die gewählten Vertreter dieser jüdischen Schichten in sic cintretcn können. Zu diesem Zweck werden die zionistischen Landeszentraten aut gefordert, die Wahlen dieser Vertreter zu organl sicren, entsprechend den Bedingungen der einzelnen Länder und mit der Zustimmung des A. C. Die Zahl der gewählten Vertreter der einzelnen Länder muss der Jeweiligen Grösse der jüdischen Bevölkerung proportloncli sein. Die Gesamtzahl der Vertreter bestimmt das A. C. 3. Sobald die Wahlen der Vertreter der Judenheftcn In den Ländern durchgcfiihrt sein ■werden, in denen sich die Zentren des Jüdischen Lebens befinden, tritt das A. C, mit den gewählten Vertretern zu einer gemeinsamen Konferenz zusammen, die sich als der Council der Jewish Agency konstituiert und das ausfiihrendc Organ der Jewish Agency wählt, welches vor Ihm solidarisch ver antwortlich sein wird. 4. Bis zu diesem Zeitpunkt verbleibt die Zionistische Organisation die Trägerin aller Rechte und Pflichten der Jewish Agency. Her! Sdiwelgor Begründe( namens 'der FraTctf! Zelre Zion folgenden Antrag:־. OB 1. Der Kongress erklärt, dass die Zionistische Organ], sation bereit Ist, Ihre Rechte als Jewish Agency einem demokratisch gewählter! Jüdischen Weltkongreß für den Aufbau von Erez Israel za übergeben. 2. Bis zur Einberufung des Jüdischen Weltkongresses hält es der Kongress für notwendig, die Jetzige Jewisjj Agency zu erweitern, Indem sie ln Ihre Verwaltung K0. wählte Vertreter aller Kcrcn-HaJcssod-Zahlcr herelnbezlcht. 3. Der Kongress überlässt der Exekutive zusammen mit dem Aktionskomitee die Festsetzung des Schlüssels far die Bestimmung der Anzahl der von den Keren-Hajesiod- Zahlern eines jeden Landes In die Leitung der Jewish Agency zu wählenden Vertreter, wie auch alle Einzelheiten, die auf die Verbreitung der Jewish Agency Bezug haben. Bemerkung: Die Beschlüsse In der Frage sind gültig, wenn sic mit nicht weniger als z.wcl Dritteln der Stimme# vorn Aktionskomitee angenommen wurden. der Fraktion Pöaf# Bcrl Locher legt namens Zion folgenden Antrag vor: Der Kongrcsss erklärt, dass die Trägerin des Rechtes der Jewish Agency eine demokratisch gewählte Vertreterin aller Schichten des jüdischen Volkes sein muss, die am Aufbau der Jüdischen Heimstätte in Palästina Interessiert Ist Der Kongress erklärt dass die zionistische Wcltorganlsation bereit Ist, Ihre Rechte als Jewish Agency einem demokratisch gewählten jüdischen Weltkongress zu übertragen, welcher die Aufgabe übernimmt, die jüdische Heim- Stätte In Pnl.'istina zu errichten, und die hleftir notwendigen Organa schallt. Bis zu diesem Moment soll die Jewish Agency provisorisch erweitert werden durch Heranziehung von Vertretern des Keren Hajessod, der schon jetzt die Schichten des Jüdischen Volkes, die sich tatsächlich am Aufbau Palästinas beteiligen, umfasst, wie auch des Waad Leuml und demokratisch gewählter Vertretungen der Jüdlsehen Bevölkerung verschiedener Länder. Dlo Form und Kompetenz dieses Provisoriums wird vom Aktionskomitee festgcstcllt Vorsitzender Motzkin teilt mit, dass ein Antrag auf namentliche Abstimmung mit 75 Unterschriften vor* liegt. Gescliäffsordnungsgcmilss muss somit die Ab- Stimmung namentlich erfolgen. Es entwickelt sich eine Geschäftsördnungsde batte, an welcher die Delegierten Leon Reich, Louis Llpsky, Dr. Da Ich e8 und Morris My er teil* nehmen. Letzterer beantragt Schluss der Debatte. (Mit 176 Stimmen angenommen.) Namens der Fraktionen Hitachduth, Poafe Zion und Zelre Zion beantragt Arlosoroff, die Abstimmung über die Anträge betreffend die Jewish Agency bis morgen vormittags zu vertagen. Gegen den Antrag spricht Dr. Thon; der Antrag wird abgeiehnt Arlosoroff stellt den weiteren Antrag, die Ab- Stimmung für eine Stunde auf zu schieben. Gegen den Antrag spricht Dr. Fried mann, für den Antrag Dr. H a n t k e. In der nun folgenden Abstimmung wird der Antrag auf Vertagung der Abstimmung um eine Stunde angenommen. Vorsitzender Motzkin vertagt um 12.15 Uhr nachts die Sitzung. Die Sitzung wird um halb 2 Wir nachts wieder eröffnet und der Mehrheitsantrag in namentlicher Abstimmung mit 164 gegen 87 Stimmen bei 3 Stimmenenthaltungen an genornmeii. Ausführlicherer Bericht folgt ln der nächsten Nummer , Schluss der Sitzung 3 Uhr früh. Nächste Sitzung Freitag halb 12 Uhr vormfÜag? Wcllvcrband zionistischer Studenten Anläßlich des Kongresses fanden in Karlsbad die Verhaiidiimgen des Weltvcrbniidcs zionistischcr Studenten statt. Es wurde betont, daß die Hauptaufgaben für die Zukunft ein reger Kontakt der studentischen Landcsorganisationcn untereinander zu!« Austausch der in der zionistischen Arbeit gemachten Erfahrungen sein müsse. Es wurde die Schaffung eines Ikiiäsiiiu-Wanucrungsfonds augeregt. Die Tagung war sich darüber einig, daß cs Pflicht jedes zionistischen Studenten zu sein habe, hebräisch zu lernen und• für die Universität und Nationalbibliothek in Jerusalem zu arbeiten. Es wurde weiter beschlossen, ein Bulletin in hebräischer und in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Ferner wurde angeregt, einen Wanderfonds für zionistische Studenten des Westens zu schaffen, damit sie die jüdischen Zentren in Osteuropa besuchen können. Die Versammelten beschlossen, an dem alhvcltlichen jüdischen Studentenkongreß tcilzunclimen und gleichzeitig einen zionistischen Stmlentenkongreß rinzuberufen. Ferner nahm die Tagung eine Resolution an gegen die Beschränkung der Lehr- und Lernfreiheit für die jüdischen Lehrer und Studenten. Bei den Neuwahlen wurde Herr Erwin Schwarz, Wien, zum Leiter der Exekutive gewählt und ihm das Recht eingeräumt, in Wien mehrere Kollegen zu kooptieren. Weltkongreß der zionistischen Frauen Seit dem 12. August tagte in Karlsbad die Jahreskonfcrcnz der zionistischen Frauen. Zur Ehrenpräsident״! wurde Frau Prof. Warburg gewählt. Den Vorsitz führt Frau Goddman (London), die auch den Orgaüisalionsbcricht erstattet. Sic gab einen Bericht über die Institutionen des Verbandes in Palästina, wie Einwandcrerküchc, Kinderwolilfahrlsstellcn, Agrikulturschule und Mädchcnhcim. Den Finanzbericht gab Frau Dr. Wcizmann, die feststellte, daß der Juwelenfonds und Million Half Brown-Fonds nicJit den gewünschten Erfolg gehabt haben. Für die Agrikultunchulc sind 1200 Pfund Sterling bcreitgcstellt. Dr. de Eaan bei König Felsul in Amman Jerusalem. (J.C. B.) Anläßlich des Besuches König Feisuls bei sein*« Bruder Abdullah kam, wie die arabischen Blätter melden, auch Dr. de Haan als Vertreter des orthodoxen Judentums von Palästina sowie der orthodoxe Patriarch von Jerusalem nach Amman, um König Fcisul zu begrüßen. 1 i Palästinensische Wlrtscliallslrajjen Während die politischen Führer in Karlsbad weilen und die Politik auf Ferien ist, geht eine wirtschaftliche Bewegung im Lande weiter, die vor einigen Wochen mit Energie einge• setzt hat. Sie nennt sich Tauzcret Maarcz, Produktion des Landes, und will die Eigenproduktion Palästinas durch den Eigcnkonsum des Landes schützen. Nachdem bereits im Winter die Konferenz der Arbeiterschaft die Losung ausgegeben hatte, daß die Arbeiterschaft ihren Konsum auf die Eigen• Produktion stützen müsse, hat die Bewegung jetzt weitere Kreise ergriffen, die in Tel-Awiw .in einer von 1800 Personen besuchten Versammlung und in einer Ausstellung palästincnsischer Produkte ihren Ausdruck fand. Anstalten und Institutionen aus allen Lagern von der Gemeindevertretung zur Handelskammer, von der Handwcrkcrvercinigung zum Rat der Arbeiter Jaffas fordern in Plakaten das Publikum auf, die Produktion des Landes zu fördern. Das Thema der Produklionsfördcrung beleuchtet von der technischen Seite her der Besitzer der Schemen-Oelfabrik, Ingenieur O. Wilbuschcwitscf! im Zusammenhang mit der Frage des Technikums in Haifa. Der Verein der Ingenieure und Architekten in Palästina veröffentlicht eine Resolution, worin er sich gegen die Errichtung des Technikums in der bisher geplanten Form wendet. Noch lange Zeit hindurch, führt die Resolution aus, werden aus dem Galutli a usgcbildete Ingenieure und Techniker nach Palästina strömen. Dagegen fehlt es an gut ausgcbi'deteu Handwerkern. Diese sollen aber nicht ln einem einzigen kostspieligen Institut ausgcbildct werden, sondern in 12 Kursen an verschiedenen Punkten des Landes unter einheitlicher Leitung. Hierfür ist ein Budget von 1200 bis 1800 Pfund notwendig. Dagegen warnt der bigeuieurvcrein vor einer verfrühten Eröffnung des derzeit überflüssigen Technikums. Wilbusehevviisch seinerseits verlangt die Verwandlung des Technikums in eine technische Versuchsanstalt zur Prüfung von Baumaterialien, Maschinen, Sammlung von Maschinen. Sammlung von Maschinen- und Konstruktionsmodcllen. Eine solche Forschungsanstalt werde den bereits im Auslande vorgebildeten Technikern die Möglichkeit geben, die speziellen Bedingungen des Landes kennen zu lernen. Schluß des redaktionellen Teils. 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