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Jüdische Rundschau · 1923-08-07 · Heft 63 (7.8.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 63 (7.8.1923)
Date
1923-08-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Davon sind etwa dreieinhalb tausend Paiiarbeitcr. Bedenkt man, daß der Rest auf verschiedene jvvcrbe verteilt ist, so ergibt sich die überragende Bedeutung ,!j Bauarbeiters im Staude der Lmiustrielien Arbeiter. Von lesen tausenden Bauarbeitern waren aber kaum ein Prozent tollrsclicinlich nodi weniger)5 auch vor ihrer Einwanderung Bauarbeiter. Sic kamen aus den verschiedensten Berufen; viele sind so jung, daß sie variier überhaupt noch nicht beflieh tätig waren — aber für das BauhamJwcrk zusgebiktet wurden auch sie nicht. Nun stand für den Techniker beinahe .ן! der Kraft eines Dogmas fest, daß das Maureritandwerk S-j wichtigste unter den Baugewerbe«) ein durchaus trad11i01t e 1 i c s Handwerk ist, Dali er notwendig ist, daß (jCr zukünftige Maurer, Sohn eines Maurers, von seiner frühe* «icn Kindheit an mitzuarbeiten hatte; erst Handlangerdienste B.1(t dann qualifiziertere Dienste jahrelang zu leisten hatte, Uju dieses Gewerbe zu erlernen. Und nun sah inan hier Men* jcjicn an der Arbeit, sah sie hauen, auffültren in Bruch- *teinen, Quadern, Ziegeln, Beton, Konstruktionen in ׳Eisen j«ton, die wenige Monate vorher vielleicht überhaupt nicht -cwiißt hatten, wie mau eine Kelle in die Hand nimmt. machten Dinge, die die arabischen Arbeiter nicht machen konnten, und sic lernten das andere, was die Araber konnten, diesen ab. Das, was es bis vor zwei, drei Jahren, eigentlich jo der ganzen Welt nicht gegeben lütte, existierte nun; cs gab jüdische Maurer. Gnd doch Ist er nicht xntrRdea Erholte sich aber der Techniker von seiner Ueberraschung, rerlcmte er das Staunen (und man verlernt sehr rasch das Saunen), nahm er das Außergewöhnliche (daß es nun jüdische Maurer׳gab) als etwas Selbstverständliches hin (und man nimmt d:$ Außergewöhnliche sehr rasch als etwas selbslverständ« iidies hin), so war er doch nicht zufrieden. Trat der Ingenicur oder Architekt näher an die Mauer heran, so sah er: sic stand da — aber sie stand schlecht. Sie war gemauert - aber sie war schlecht gemauert Scheuen wir uns nicht, das auszusprechen, was alle Techniker einander sagen: die jüdisehen Maurer arbeiten schlecht. Begnügen wir uns aber rächt mit einer Konstatierung, wie es leider die meisten hm, sondern fragen wir uns: warum arbeiten die jüdischen Manier eddccht? Die naheliegendste Antwort ist: sie sind eben doch nicht ®gebildet — Aber diese Antwort ist nicht ausreichend. Warum konnten sic cs in ihrer Ausbildung leicht dazu bringen, überltaupt zu mmicrn; warum bilden sie sich so schwer dazu aus, gut zu mauern? Um darauf die Antwort zu geben, muß der Techniker die Psychologie zu Hilfe nehmen. Tatsächlich beklagen sich die meisten darüber, daß der jüdische Maurer so wenig Interesse an dieser Arbeit hat. Er mauert, weil er ein Interesse hat, zu mauern; er hat ein Interesse, täglich soviel Quadratmeter Mauer als möglich aufzustcllcn, weil er pro Quadratmeter bezahlt wird — aber er hat kein Interesse an der Qualität seiner Arbeit, sic ist ihm gleichgültig. Er hat nur ein materielles Interesse an der Arbcitj aber er hat kein sachliches Interesse an ihr. Und niemand kann eine Sache gut machen, wenn sie ihn nicht interessiert. Die Psychologie des Jüdischen Maurers Daß aber jemand eine Sache macht, ohne sidi für sie zu interessieren, ist ein durchaus ungesunder, unerträglicher, ja perverser Zustand. Der Mensch ist so sehr ein arbeitendes Tier, daß er sich eigentlich und längere Zeit nur in der Arbeit wohlfühlt Und eine direkte Folge davon ist, daß seine Arbeit ihn normalerweise interessiert. Ein Beispiel: Ich war immer entschiedener Antimilitarist und Kriegsgegner. Nim hatte ich zu Kriegsbeginn als Ingenieur bei Ikfestigungshüten nt arbeiten. Und ich war ganz erstaunt: die Arbeit interessierte mich und ich bemühte mich, sie gut zu machen. Aber noch erstaunter war ich, als ich während eines Urlaubes in Berlin Gustav Landauer dies erzählte und er mir erwiderte: ״Das ist doch ganz natürlich; wenn man eine Sache macht, will man sie doch auch gut machen.“ — Es wird also wohl nicht so schlimm mit jenem Vorwurf stehen; auch fer jüdische ,Maurer, Steinarbeiter usw. interessiert sich für seine Arbeit — aber es bleibt doch ein Rest: er interessiert sich nicht genug für sie. Fragen wir uns warum? Zur Antwort führt uns eine andere Zahl der Statistik. Etwa 70 Prozent der städtischen Arbeiter haben bei der letzten Arbeilerzähiung angegeben, diß sie das Bestreben haben, zur Landwirtschaft überzugehen. Fm die Bedeutung dieser Zahl ganz zu erfassen, bedenke man, daß der umgekehrte Fall (Landarbeiter, die zur Industrie überßchen wollen) absolut nicht vorhanden ist. Und bezieht man jene Anzahl der Arbeiter auf die Bauarbeiter, so wird man f-chcrlich *)0 Prozent erhalten. Und jene 10 Prozent Bau* Arbeiter, die Bauarbeiter bleiben wollen — ich bezweifle, daß gC das bessere Element sind. Wahrscheinlich denken sie Qcht daran, sich fest zusetzen, eine Familie zu gründen. Sie e’m1 vielmehr die ״Boheme“ unter den Arbeitern. _ Jene, ®ic räch ihrer Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft «wußt sind, die Familie besitzen oder Familie werden wollen, t* streben ausnahmslos zur Landwirtschaft. Warum will der jüdische Maurer lort von seinem Demi? Nim ist uns die Sache Mar. Man kann doch nicht genüßend Interesse, für eine Arbeit aufbringen, die man nur als , vorübergehend betrachtet. Und als vorübergehend betrachtet neue Bau Handwerker hier bei uns seinen Beruf deshalb, "'Ql er keine Zukunft, kein Ziel in ihm sicht. — Vergesse« "ir nicht: die meisten immerhin kamen aus zionistischem Interesse hierher, sie kamen hierher, um sich im Lande an-?usicd ein. Aber das Symbol ihrer jetzigen Lebensweise U das Zelt. Sie bauen steinerne Häuser — aber nicht für 8׳A. _ Sind sie fertig, so brechen sie ihre Zelte ab und ziehen ® einer anderen Arbcitstclle: richtige Nomaden. Auch der ««<1.־trbeiter, der Lohnarbeiter Ist, denkt nicht daran, 64״ten Beruf zu wechseln; er hofft, einmal ang esiedelt at werden; sein Ideal ist es, ein richtiger Bauer zu werden. ™ auch seine Kinder und Enkelkinder sollen Bauern auf fr«1n Boden sein. Aber wo ist der Maurer-Chaluz, dessen Mcal a ist, daß noeh seine Kinder und Enkelkinder Maurer *«n und bleiben sollen? Er ist nicht da, und darum wird fr Maurer nie die höchste Stufe technischer Vollendung et8 ®1Sen; jene, auf welcher die Arbeit mit Liebe getan wird. Was kt also zu tim, damit die Qualität der jüdischen "hurernrbeit gehoben wird? . Nicht Kurse werden hier wirklich helfen (obwohl sic ®Mürlich' nützlich sind). Nein, die paradox klingende Ant* fr°rt lautet: damit der jüdische Maurer besser arbeitet, muß w landwirtschaftlich angesiedelt werden. Eine alt* Tradition Nun hat unser Maurer, wenn er so fühlt und oft so denk, 1*״ manchmal cs auch direkt aussoricht, einen sehr richtigen Ins linkt Er verlangt eigentlich, ohne cs zu wissen, nichts anderes als was der natürliche Zustand des Maurers überall dort, wo das Gewerbe blühte, ist oder warl Es ist noch nicht so lange her, and! in Europa nicht daß cs ein großstädtisches Bmarbeitermolctariat gibt. In ka* püalistisch weniger entwickelten Ländern (z, B. in meiner Heimat, in der Bukowina) gibt es diesen Stand überhaupt noch nicht Da ist der Maurer ein Häusler, der sein Häuschen, seinen Gemüsegarten, seinen Obstgarten, seinen Ocflügclho: und seinen Kuhstall besitzt, der Bereich, in dem seine Frau ständig schaltet und in dem er einen großen Teil des Jahres mitarbaitet Und cs kt manchmal fraglich, wcldicm Berufe er sich mehr widmet — dein des Landwirtes oder dem des Maurers. Zu Zeiten, da ca viel landwirtschaftliche Arbeit gibt, ist cs direkt schwer, einen Maurer zu bekommen. Jedenfalls gewinnt er nahezu «Ile Rohstoffe seiner Nahrung aus der eigenen Wirtschaft — In andern Ländern ist es ähnlich. Idi kenne aus eigener Anschauung die Verhältnisse bei den berühmten italienischen Maurern, die am Südabhangc der Alpen zu Hause sind. Diese ziehen nicht nur, wie die oben erwähnten, zur Arbeit in nnhcgcJcgcne Städte, nein, sic wandern durch ganz Europa, bis nach Aegypten, Südamerika und vielleicht roch weiter. Aber trotzdem sind sie in irgendeinem I30rfe Zuhause, wo sie Haus, Hof, Garten besitzen, wo ihre Familie bleibt, wohin sie immer wieder zurückkehren — und wenn dieser italicniedie Maurer ein gewisses, nicht zu hohes Alter erreicht hat, dann zieht er überhaupt nicht mehr im die Fremde, er bleibt zu Hause bei der Wirtsdiaft und sein Sohn tritt an seine Stelle und setzt sein Gewerbe fort. I* Unter Hinweis auf die In Nr. 02 der Jfidlschen Run4« schau veröffentlichte Erklärung machen wir unsere De• rleher darauf aufmerksam, dafj für den Monat August ein Zuschlag von Mk. 70 000 für Bezieher unseres Blattes Im Sammciabonnement der Ortsgruppen, Mk. 75 000 Im Einzel- Abonnement und Mk. 65000 Ina Postabonnemeni erhoben ״werden wird. Auslandsbcztchcr, die tn deutscher Währung bezahlen, haben eine Nachgebühr von Mk. 135 000 su entrichten. Der Zuschlag wird In dm nächsten Tagen von den Einzel- und PoiUbonncnlen durch Nachnahme erhoben werd n. Wir bitten um pünktliche Einlösung, da Wir sonst nicht in der Lage sind, unser Blatt weiter zu liefern. Verlag jüdische Rundschau Berlin W 15, Sächsische Strafte 8 Postscheckkonto! Berlin Nr. 17591. Bankkonto: Darastüdier und Natlonalbank, Dcp.-Kail« DE, Kurfürstendamm 51. Warum soll das nicht auch der Jüdische Maurer ln Palästina haben künnen7 Der Maurerberuf ist in Palästina kein Koniunkturberuf. Mindestens eine Generation wird noch am direkten Aufbau zu Um habe«. Aber auch wenn die Periode der Kolonisation vorbei sein wird, wetrn die normale Fortsetzung des Angefangenen cintreten wird, wird das Baugewerbe alle Hände voll zu Um haben. Es wird Neubauten geben, Reparaturen und Umbauten. Häuser sind heutzutage sehr kurzlebig. Ich sehe schon die Zeit kommen, wo man ganze Straßen in Tel-Awiw niederreißen wird, well sic den Erfordernissen nicht mehr entsprechen. — Es ist also nicht einzuschen, weshalb der jüdische Maurer in Palästina in Zelten leben muß. Macht ihn seßhaft, und er wird einen Sinn und ein Ziel in seiner Arbeit sehen. Ruhe wird in seine Seele ziehen und seine Mauern werden danach aussehen. Was ist also *n tont Ein konkreter Vorschlag: Der nächste Schritt im zioni* sHschen Kolonisationsprogramm hat zu lauten: Drei garten* städtische Bauarbcitersiedlungcn in der Nähe von Jaffa, ־Je* rusalcm und Haifa. Eine gute Sache hat niemals nur eise gute Seile Ich bin zum Resultate der Notwendigkeit gartenstädtischer Bauarbcitersiedlungcn von denn Problem der Verbesserung «1er Arbeitsqualität ausgekommen. Dies ist ein Gesichtspunkt, der In - --- 1.1— •, */> ».» י.- — — - ״ •HnnkaMfl «La«• «Dl«* *«<» in Pal Die 6. WelüioaJcrenz der Toale-Zion Einen großen Raum in der Debatte der Konferenz nalun die Sprachenfrage ein, die zum ersten Male auf einer Weltkonferenz des Weltverbandes ״Poale Zion“ behandelt wurde. Während Dr. Syrkin ausschließlich für Hebräisch als Nationalsprachc cIntrat, sind die Vertreter Ostgaliziens und der Bukowina ausschließlich für Jiddisch. Die palästincnsisdic ״Achduth Haawodah“ fordert die absolute Anerkeunung der hebräischen Sprache für Palästina, widerspricht aber nicht der Anrkcnnung des Jiddischen für die Länder des Galuth. Die Achdutli Haawoda verlangt aber eine positive Stellungnahme der poalc-zionistisdicn Bewegung zur Frage der hebräischen Kultur und gebührendes Interesse für den hebräischen Unterricht De Referate erstatten B. Locket (Polen) und B. Katznelson (Palästina). Die Wcltkonfcreiiz hat eine zchnglicdrige Kommission eingesetzt, die die Resolutionen üi>er die Zusammenarbeit mit den anderen zionistisch-sozialistischen Richtungen auf dem Gebiete der Palästinaarbeit, die Reorganisation des Palästinaarbeiterfonds, sowie die Sprachenfragc ausarbeiten soll. Ucber die Frage der Vereinigung mit der zionistischsozialistischen Partei ״Zcire-Zk>n“ referierte B. Locker, der zwar grundsätzlich für die Vereinigung eintrat, jedoch die Annahme der Vereinigung«! prinzipien, die das Verbandsbüro Poaie-Zion seinerseits aufgestelit hat, seitens der ״Zeire- Zion“ zur Voraussetzung machte. Das Korreferat hielt Katznelson, der im1 Namen der Palästinagruppe der Poa!e-Zion ״Achduthhaawodah“ die sofortige vorbehaltlose Vereinigung forderte. Den Standpunkt Katznclsons unterstützten Dr. N. Syrkin, S. Rubaschow, BenZwi und Reines. Für die Stellungnähme Lockers setzten sich Singer, Koltun und Reiß ein. Die Kommission, die die eingebrachter! Resolutionen zu behandeln hatte, nahm daraufhin ihre Beratungen auf, die den ganzen Abend dauerten. Um 12 Uhr nachts wurde die Plenar- Sitzung wieder eröffnet, die bis früh dauerte. Nach sehr lebhafter, zum Teil erregter Debatte, wurde eine einheitliche Resolution angenommen, die eine Grundlage für die Vcreinigung geschaffen hat und das Verbandsbüro beauftragt, im Laufe der nächsten Zeit Schritte zurVerwi rklichung der Vereinigungsforderung zu unternehmen. Eingehend wurde dann die soziale Tätigkeit des Palästina- Arbeiterfonds behandelt. Es wurde die Verbreiterung der Basis dieser Fonds durch Hinzuziehung aller jüdi sehen Arbeiterparteien beschlossen. Das Budget dieses Fonds wurde jedoch nicht fcstgelegt mit Rücksicht auf die bevorstehende Reorganisation desselben. Die Re- Organisation wird die Konferenz für das arbeitende Palästina, die von der palästinensischen allgemeinen Arbcitcr-OrganU sation einberufen wurde, durch zuführen haben. In das neue Verbandsbüro wurden gewählt: Für Europa: Ing. Kaplansky, B. Locker, Dr. S. Sokal, S. Rubaschow und Reiß. Für Palästina: Blumenfeld, Ben Zwi und Katznelson. Ehe drei zuletzt Genannten werden auch die Vertreter des Weltverbandcs Poalc-Zion im Direktorium des Palästina-Arbeitcrfomis, sein, In welchem außerdem noch Vcrtreten der pa'fistinensisclicn allgemeinen Arbeiter-Organisation und der sonstigen mit ihr verbunden Arbeiterorganisationen sitzen werden. Die Tagung des Weltverbandes Poalc-Zion ist am 3. August morgens geschlossen worden. istina ganz besonders ausschlaggebend, aber nicht nur iistina maßgebend ist. Man darf sicll durch den hohen Stand der wissenschaftlichen Bautcchnik nicht täuschen lassen; Tatsache ist, daß das großstädtische Baunrbcitcrprolctariat ebenso elend in 6dncr Qualität wie ln seiner Lebensweise Ist. Wo gibt cs heute Maurer, die Kappenge wölbe, Kreuz* gcwölbe usw. ausführen könnten? Die die Qualität eines mittelalterlichen (europäischen oder morgenläitdischen) Maurers erreichten oder auch nur die eines Maurers vor 150 Jahren mit seinen technischen Kenntnissen und seinem künstlerischen Gefühl, um das ihn viele bedeutende Architekten heutzutage beneiden könnten und beneiden?! Er Ist zugrunde gegangen in der kapitalistischen Presse, die aus dem seine Arbeit liebenden Handwerker einen seine Arbeit hassenden Handlanger gemacht hat. Hier, in Palästina, kann man aber zum selben Resultat auch von anderen Voraussetzungen kommen. Eine gute Sache hat niemals nur eine gute Seite. Ich kann hier nur andeuten: 1. Die Bauarbeiter, ׳durch denen Hände gegenwärtig der größte Teil des Kapitals geht, das von zionistischer Seite für die palästinensische Kolonisation aufgebracht wird,״ verbrauchen ihrerseits dieses Kapital zum allergrößten Teil für Nahrungsmittel. Diese Nahrungsmittel kaufen sie (direkt oder indirekt durch Vermittlung des jüdischen Händlers) bei Arabern. Daher zirkuliert das Kapital nicht, sondern fließt zu den Arabern ab. Soll also mit demselben Kapitalaufwand ein größerer kolonisatorischer Effekt erzielt werden, dann müssen die Bauarbeiter womöglich ihre ganze Nahrung selbst aus Urproduktion gewinnen. 2, Die größte landwirtschaftliche zionistische Kolonisation ist auf längere Zeit hinaus unterbunden durch den Mangel an entsprechend großen Geldmitteln. Man denkt daran, zu ״städtischer“ Kolonisation überzugehen dadurch,_ daß man 1״ Iandwcrkcr“ unterstützt. Sogar Arbeitervertreter äußern derartige Anschauungen. Es kann nicht scharf genug betont werden, wie gefährlich sie sind. Kolonisation heißt, für uns ausschließlich und lediglich Urproduktion, sonst erhalten wir eine auf dem arabischen Brot pnrasiticrende Scliiinmclschiclit, die der Araber zu gegebener Zeit mit eines־ einzigen Handbewegung wegwischen wird. — Nein, können wir keine ״große“ landwirtschaftliche Kolonisation treiben, so müssen wir ״kleine“ Landwirtsch.affliehe (aber lamlwirtschaftliclie) Kolonisation treiben, d. 11. gartcnotädtiSchc Kolon!• sation der industriellen Arbeiterschaft — und hierzu eignet sich keine so gut, wie'die Baunrbcitcrschaft. Ich habe in diesen ״Bemerkungen“ alle Fragen nur oberflächlich mischneidcn können; teil werde noch ausführlicher darauf zurückzukommen. Es war nur aber wichtig, ׳ eine Diskussion über einen Gegenstand ein zuletten, die, wenn sie zu ( einem guten Ende führen soll, nie früh genug begonnen 1 werden Kann. ״la Traviala“ in Hebräisch Verdis Oper ״La Traviata“ ist am 31. Juli m Jerusalem in hebräischer Sprache aufgeführt worden. Viele Mitglieder der englischen Kolonie, höhere Beamte der palästinensischen Verwaltung und ausländische Konsuln wohnten der Vorstellung bei Die Aufführung erzielte einen außerordentlichen Erfolg. Znsammenknntt der zionistischen Jngendbündc In Karlsbad Auf Grund verschiedentlichcr Anregungen beruft die Bundeslcitung des Techelcth-Lavan in der Tschechoslowakei für Sonnabend, den 11. August 1923 eine Besprechung der zionistischen Jugendbünde ein. Den Mittelpunkt der Tagung soll die Stellungnahme der zionistischen Jugend zur zionistischen Situation bilden, Tagesordnung: 1. Bericht jeder vertretenen Organisation über ihre Arbeitsmethoden und die Erfolge ihrer Arbeit. 2. Die Situation in Erez-lsracl und wir. 3. Organisationsreferat Nähere Zeit- und Ortsangabe im Kongreßgebäude. Bundesleitung des Tediclcth-Lavan in der Tschechoslowakei. Jüdisches Arbeitsamt Wir suchen für ein junges 14 Jahre altes Mädchen, kinderlieb, Stellung in kleinerer Stadt als Hauslehrmädchen. Wir suchen für einen Jugendlichen eine Pension in einer kleinen Stadt bei einem Kantor oder Lehrer, wo der Junge die Möglichkeit hat, Autoschlosser oder Maschinenbau zu lernen. Wir suchen für unseren Stenographickursus eine junge Dime, di« Unterricht gegen Bezahlung 1—2 mal wöchentlich geben würde. KZ, «C UaLä«’41 Merline? Kalender * ׳!׳,* ׳ 1■ ::’־t f'r’i, I '!ri r: ״; H” 1!'::;•ל . ..' « f tu- I‘ , * יד־;« G;V ..!ו:5!.! , < ' * : ־ 1 ■i ' >11'* l; ־׳. i . »:Ht 1:15y»r : j: ׳: Ti. C > V‘ a,־. ■ t :r v ׳: 01 f T(|: fiftlQi P8rltn«r Zinnlstivtho Vflrolnigrins:, Hrirlln C 19, SaydaUtT•!• t T«»]«phont Zentrum I14/15 י^׳י * i*oe!«cl1eokkonto No, IJVkl Herlin .NW V K88*onTerwfUtonte dor B, Z. V ... JüdlMhcr Bebttiverein and ka!(«rde1*mtt der Borlinor riioalit. Vereinlgii*(• Vermittlung ••tollt i Qr hebr&iiohen Unterrloht. Auikunft! tolophonitoh Zonirnm 3A14/14. täglich ven 10—4 Ohr. IM« Bprechntund« feilt während dor Forion an». J«don Mont*g»b«ml Gruppe der ZionUten tu« dem Ottei Boi»Anumon*oin lm Gerten de■ KUhlitioment« RoWodero, An der JannowiUhr&ek« Jeden Montag«hond ZioidsÜerlier Jagondverein Heehtir^r, Bull■ ' Heim HoIHgegoiftUtr. 62 Nitmhead (Ei werden dort Saohon für du« Jadlaoh• Flüchtlings!»*!!» gon&hft) Jeden Ditn»t»g •bond» 1 Chi ZionUMteber JugendrerelB Hcehtwer Im Heim HelligogoiftUtr. 62. Ilobraiichor Knr», Leiter Edgar Kohn. Wfthjrend der F«rUnmoc*to Jeden HittwoQheboßd Grippe 0«t» im bohwoieorgcrttm. Am Friodrichihal» 2Ö/3A ItöiuftLunumPi'in. Grmppe 5erd Jeden Donn«ntegebend ^9 Uhl Beiemtnroentein in der Breuerei Plefferberg •ohdohetater Allo*, »m Sohönheuner Tor

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