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Jüdische Rundschau · 1923-08-07 · Heft 63 (7.8.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 63 (7.8.1923)
Date
1923-08-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Postscheckkonto: Berlin Nr. 17393. Für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien. Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.59410, — RcdaktionsschluÖ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — כ״ה אב" תרס״ג XXVIII. Jahrg. p;r £{9nlsrnus oritrebt für das Jüdischo Volle <310 Schaffung eines1 aftentllch ■ rethtlkh ׳ gotltherttn HelmstStta In PnlOsflaa. ״Eascior Programm. •«?Mziiaii Iler die läge 1 Die ״Wiener Modenzeitung“ meldet: Dr. Chainr Weizmann weilte mit seiner Gattin auf der Durchreise nach Karlsbad in Wien. Weizmann äußerte;־,ich ן,«Gespräch mit einem Redakteur der ״Moigfenztg.“ über ״;r1C auf seiner Werbekampagne in Amerika gesammelten Erfahrungen. Er bctirteilt die Situation in Amerika recht »ßpiimistisch ־und betont, daß bei entsprechender Arbeit! sJ!,r große Geldmittel fite den Aufbau Palästinas aus j Amerika zu gewinnen seien. Das abgclaufcnc Jahr sei i (,!ן das Palästina-Werk sehr kritisch gewesen und die | Situation dürfe sich nie mehr wiederholen, daß das Auf- :1 batiwerk in Palästina infolge Geldmangels ins 1Stocken gerate; solche Erscheinungen wären ge- } eignet, das gesamte zionistische Werk aufs empfind-;!!ichstc zti treffen. j Atrf die Frage des Redakteurs, wie sich die nicht- 1 Monistischen Kreise Amerikas zum Palästina-Problem ver-!•Jen, erklärte Weizmann, daß cs in den Vereinigten!?!,raten einflußreiche nichtzionislische Kreise gebe, welche;י Wert darauf legen würden, in ein konkretes Verhältnis J zur zionistischen Organisation zu treten und an der | Keren Hajessod-Arbeit tcilzunchmcn. Auch für England ׳:■ gelte ähnliches, obgleich der Kreis der englischen nicht- ,1 zionistischen Persönlichkeiten natiirlidi recht enge ist. Es sei jedoch daran zu erinnern, daß die Heranziehung der nichtzionistischen Repräsentanten des englischen Judentums eine politische Bedeutung habe, die inan; nicht übersehen dürfe. Die im Vergleich zu früheren Kongressen geringere Anzahl von Delegierten werde, so hofft Dr. Weizmann,;; eine ruhiger« und reibungslose Arbeit des Kongresses i ermöglichen, was angesichts der wichtigen Probleme, ׳ die der Kongreß zu erledigen habe, sehr zu begrüßen \ wäre. | Wie aber auch die Beschlüsse des Kongresses lauten I mögen, das Wichtigste bleibe, daß der Kongreß alles | in seinen Kräften Liegende tun müsse, daß sich Erschei- | nnngen wie die in der verflossenen Periode nicht wieder- | holen. Es komme darauf an, unbedingt ein rascheres : Tempo in die Aufbauarbeit von Palästina zu bringen, r und die schon bestehenden zionistischen Stützpunkte | nicht einen Augenblick ohne die Mittel zu lassen, deren | sie gegenwärtig noch bedürfen. I . - ■; I Empfang der arabischen Delegation durch den Herzog von Devonshire | London (J.C.B.). Wie gemeldet, hat die ara- ־ bische Delegation an die Kabinettskonimission ein Schreiben gerichtet, in dem1 sic den Wunsch aussprach, von der j Kommission gehört zu werden. Der Herzog von De-! vonshire hat darauf in seiner Eigenschaft als; Kabinettssekretär, aber nicht als Vor-! sitzender der Kabinettskommission, geant- : wertet, daß er bereit sei, die Delegation zu empfangen. f ffleüercinlritt arabischer Mitglieder in den Advisory Council I Jerusalem׳ (J.C.B.). Auf Grund der vom ge- J fchiiftsführcndcn Oberkommissar für Palästina, Sir Gilbert i Llayton, vor 14 Tagen abgegebenen Erklärung haben : techs arabische Mitglieder des Advisory Councils ihre Demission zurückgezogen ״nd sich bereit erklärt, im Council mitzuarbeiten. Eine palästinensische Delegation bei König Feisal , , Jerusalem (J.C. B.). König Feisal am Mesopotamien, BJ in Amman zum Besuche seines Bruders, des Emirs Abdullah, 51״getroffen, Am 20. Juli fand äun zu Ehren ein offizieller Empfang sttat, dem der Zivilsekretär der palästinensischen | "5Ehrung und stellvertretende Oberkommissär, Sir Gilbert i ״;ayton, im Namen der palästinensischen Verwaltung beiwohnte, rönjg Feisal empfing eine arabische Delegation aus aläst i na unter Führung von Omar Bitar. Omar Bitar j J'rtritt Musa Kazim Pasdha während dessen Abwesenheit in ■j ״»don. Ein Weißbuch Ober die palcslinensisclte Grcnzlragc י , London (J.C.B.). Das Kolonialamt hat ein Weißy veröffentlicht, das das zwischen Großbritannien .״d Frankreich geschlossene Abkommen über die sy- 5‘ ־che und palästinensische Grenze enthält. Das Ab- 0׳»men wurde durch eine Sonderkommission am 3. Fe-! 'r'!Jr,1922 in Beiruth abgeschlossen und im März 1923 I 4«uziert. Auf Grund dieses Ucbcreinkommens fällt das 1 ‘a״ze Sumpf 1 and von Huleh an Palästina. ’ .(.^c syrisch-palästinensische Grenze geht! t, letzt von Ras eil Nakura am Mittelländischen Meere La!1CI■" ®°5€!ו nach Horden über den. Nar el Andasijc, 1i0׳u ^e׳ m nördlich von Metulali, wo sie nach Süden rvjJ't. und ungefähr 50 m östlich vom Jordan bis in die von Liberias verläuft, •"”""ן P| י־•,^ ך-י* ר*^ךן\ Q Lm 8 vk.... . 4^ 4—^ ca ,,,! C—J L—Hl *' Die nächste Nummer der ״Jüdischen Rundschau" erscheint morgen Mittwoch, den 8. August mit dem Bericht über die ’ Brö£fnuraö$sifii2tt&njJ als erste Nummer der KongreAousgabe. E 33 Die arabische Delegation bei Sir Herbert Samuel London (J.C.B..). Vor seiner Abreise aus London hat Sir Herbert Samuel die Mitglieder der paiästinensisch-arabischcn Delegation Im Kolonialamt cinp■ fangen. Der Katbolizifimns end Palästina Rom. (J.CB,). Die katholischen Zeitungen veröffent■ liehen die flgentloo, offenbar offiziöse Notiz: In Zusanimenhang mit «lern Friesten von Lausanne verfügt man in katholischen Kreisen mit besonderer Aufmerksamkeit die Lage in Palästina. Besorgnisse ruft nicht nur die Eindringung der Juden hervor, sondern auch die englisch-protestantische Propaganda, die durch große finanzielle Mittel begünstigt wird. Die Katholiken des Heiligen Landes befinden sidi somit zwischen zwei Feuern: der jüdischen und der protcstantischcn Propaganda. Das heikle Problem wurde dieser Tage von den leitenden Kreisen des Vatikans gründlich studiert. In Uebercinstimmuiig mit dein lateinischen Patriarchen in Palästina und mit Franziskanern des Heiligen Landes beabsichtigt man nur, kein Mittel unversucht zu lassen, um die Interessen des Katholizismus in Gegenwart und in Zukunft zu schützen. Der Jatfacr Konflikt vor dem englischen Unterhaus London, (J. C. B.) In der Unterhaussitzung vom 30. Juli fragte das Mitglied der Labour Party, Colonel wedgwood den Unterstaats^ckretiir für die Kolonien, ob er irgendwelche Mitteilungen über das Verhalten der Jaffacr Polizei, während'eines friedlichen Streiks in Tel-Awiw habe; durch den Angriff der Polizei wurden vier Personen schwer verletzt. Wedgwood fragte an, ob eine Untersuchung eingeleitct und was getan werden würde, tim derartige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Mr. Ormsby Gore antwortete, er sei informiert, daß zwischen zwei jüdischen Arbeitsorganisationen in TcUAwiw am 16, Juli ein Streit entstanden ist, wobei die eine Partei die Arbeit der anderen mit Gewalt: zu stören versuchte. Da die streitenden Parteien der Aufforderung der Polizei, auscinandcrziigchcn, nicht Folge leisteten, habe diese mit Recht interveniert. Ein Album des palästinensischen Arbeitsamtes Das Amt für öffentliche Arbeiten und Bauwesen in Paliistina hat für den Karlsbader Zionistenjeongreß ein Album vorbereitet, das Abbildungen aller größeren, von den jüdischen Arbeitern auf kooperativer Grundlage errichteten öffentlichen Gebäude und Privatliäuser enthält. Kongreßvorberatung der Dltachdnth Vor dein Kongreß in Karlsbad fand eine Vorberatung der zionistischen Arbeiterpartei ״Hitaehduth“ statt. Auf der Tagesordnung standen die folgenden Referate: Ke gegenwärtige Situation (Rcf, Sprinzak), zionistische Politik, Kolonisntion (Ref. Wilkanski und Ariosoraff), zionistische Organisatkm und Agency (Rcf. Katzcriclson, Kaplan und Dr. Hellmann), Finanzen und Budget (Ref. Arlosoroff und Twerekyj, Alijali und Clialuz (Rcf. U. Friedinnd), Die Kongreß Vorberatung faßte bindende Beschlüsse über die Stellung der Hitaehduth-Fraktbn auf dem Kongreß. Unmittelbar nach dem Kongreß findet in Karlsbad «ine Weltbcratung der Hitachduth statt, die den organisatorischen Angelegenheiten gewidmet werden wird. Propagierung einer Zusammenarbeit zwischen Agudas Jisroel und MIsracIit Wien. (J.C, B.) Es bestätigt .sidi, daß der Oberrabbiner von Jerusalem, Rabbi Jacob Mcir während seiner Anwesenheit in Wien mit prominenten Persönlichkeiten der Agudah über die Frage der praktischen Pnlästümrbcit und des ״Jischub", sowie wegen einer evtl, Zusammenarbeit zwischen ״Agudas Jisroel“ und der zionistisdiorthodoxcn Miarachi-Partci Verhandlungcn pflog. Die Initiative zu dieser Besprechung ging von Agudah-Krciscn aus. Die Besprechungen mit Rabbi'Jacob Mcir sollen Gegenstand der Beratungen sowohl der Misrachi- Dcligation auf dem Karlsbader Zioniirtcnkongrcß, als auch auf dein Kongreß der Agudas Jisroel sein. Die Keneseto-OodauoU, wird am 15. August in Wien eröffnet werden,; llsril» Enler / Me ferlrctani Mit Genehmigung des Jüdischen Verlages den! soeben erschienenen Augustheft des ״Juden“ entnommen. Vor zwei Jahren wurden in der politischen Komb mission des ZionLteiikoiigrcsscs die Lage und die Airs* sichten der zionistisclicn Politik erörtert. Ich sagte unteg anderem ungefähr: ״ln England beginnt man zu merken, daß Arabistan im Werden ist. In dem Augenblick, wo diese Einsicht sielt durchgcsctzt hat, wird die Frage lauten: Soll Arabistan gegen England oder — von England gemacht werden? Das heißt: Soll man warten, bis ein großarabischer Staat oder Staatenbund im Rücken Englands und somit dessen ägyptisch-vorderasiatische Position bedrohend entstanden ist, oder soll man ihn selbst zum Leben befördern und sich seiner versichern? Es ist dies ja eine jener Situationen, die nicht in Indifferenz ausgehen können, deren Ausgang vielmehr notwendig entweder Kampf oder Bündnis — wenn auch ein auf der einen Seite mit Rückhalt, auf 'der anderen mit Hinterhalt geschlossenes Bündnis — ist. Die Antwort anf jene Frage kann für niemand zweifelhaft sein, der die Traditionen der britischen Weltpolitik und die gegav ־w’ärtigcn Schwierigkeiten des britischen Imperiums kennt Wir aber — sind wir für das Dann gerüstet?“ Darauf cntgegnetc Weizmann, er habe von derartigen Meinungen! und Absichten nichts wahrgenommen, und Arabistan liege in weiter Feme. Daß es, in ״föderativer“ Form, schon vor dem nächsten Kongreß Wirklichkeit geworden sein wird, habe auch ich nicht geahnt; man ist eben auf das neue Tempo der politischen Entwicklung im Osten noch nicht eingestellt. Aber nun ist es da, das Dann, auf das ich hindeutete; und als dafür gelüstet haben wir uns nicht erwiesen. Nun beginnen wir uns zu rüsten. Für einen polith sehen Methoden- oder gar (sofern bei uns in der Zwangs« läufigkeit der letzten fünf Jahre überhaupt von der« gleichen die Rede sein kann) SystemwcchscI ist es freilich! längst zu spät. Es hat eine Zeit gegeben, wo war von England Konkretes erlangen konnten, weil wir Konkretes! zu bieten .hatten*); cs hat eine Zeit gegeben, wo arabische Führer für Zugeständnisse, die uns heute recht erträglich scheinen würden, Zugeständnisse zu macheu bereit waren, die uns heute unerreichbar scheinen. Es! hat eine Zeit gegeben, wo die einen und die ändert! unsere wirtschaftliche Macht ernst nahmen, mit ihr rechneten. Jetzt ist eine andere Zeit. Wir haben manche« unterlassen; vor allem׳ aber haben wir die UnzulängH lichkcit unserer wirtschaftlichen Macht und Leistung»« fähigkeit aller Welt vordemonstriert. Töricht ist es, dta Exekutive der Schuld zu zeihen; es ist auch für Oppo« sition zu spät geworden (und, nebenbei gesagt, eit* ahnungsloseres, situntionsblindcrcs Dokument als die Pro« grarnmentwurf-Begriindung der ״Haager Oppositions« gruppe“ ist mir nicht unter die Augen gekommen); und wir wissen ja doch, jeder Zionist, jeder Jude, wir, wir tragen die Schuld, — denn wir haben die Macht zutnj Werk, die Macht durch das Opfer nicht aufgebracht. Und jetzt? Wir beginnen uns zu rüsten. Aus diesen! Beginnen ist die Frage entstanden, die diesen Kongreß beschäftigen wird: die der Erweiterung unserer Grund« Inge. Es ist die Frage nach der jevvish Agency. Prak« tisch schließt sic zwei Fragen ein. Die erste ist: Wie setzt man die Agency — deren Begriff wird nun anderst gefaßt als es der Wortlaut des Mandatsentwurfs tut, der unter Voraussetzungen, an denen sich nichts gc« ändert hat, die Agency mit der zionistischen Organisation identifiziert — so zusammen, daß sie auf die Haltung Englands einen stetig wirksamen Einfluß ausübt? Die zweite: Wie setzt man sie zusammen, daß sic auf die Finanzierung des palästinensischen Aufbaus einen stetig wirksamen Einfluß ausübt? Die zweite Frage ergänzt die erste: England hätte unsere Existenz in seinen jüng« sten Verhandlungen mit den Arabern gewiß ernstlicher, berücksichtigt, wenn es uns geglückt w׳äre, eine weitwirtschaftlich belangvolle jüdische Position in Palästina! zu errichten. Um beide Fragen wieder zusammenzufassen: cs handelt sich dannn, eine Anzahl politisch! und wirtschaftlich einflußreicher Personen, die der Zionistischen Organisation nicht angehören, der Sache des Aufbaus zu verpflichten. Dies gedenkt man dadurch zu erreichen, daß man sie an dessen Leitung und somit an der Verantwortung für ihn beteiligt. Um die Bedeutung dieser.Frage zu erkennen, muß ihre Erörterung der Sphäre der Opportunitäten enthoben werden. Damit will ich aber beileibe nicht sagen, daß sie in die Sphäre der formalen ״Prinzipien“ gehoben werden solle. Ich gestehe weder den ״demokratischen I *1 Vgl. meinen Aufsatz ״Kongreßnotizen zur zionistisdicn ן! Politik“ int Oktoberheft 1921 (1. Heft des VI. Jahrgangs de« l Juden). ' V ׳ ’IK \ t ״, vV.'■ ■!ו h ' י ז י, ו 1ז i ) 1'I י•!,׳ ׳, 1!'ז t■ '. a' 'Ü. •1 a| ‘ ׳■;' ״ A1.; i=־ r‘״׳!8 i׳: t ״■, t. c':■ j.; 1'; *• l'ib'־ M'i .־ % K;; V r .,o “i* 1«, iln b }!; >׳׳u» 1 1: S '.'1! ■•k i ־ ä ״,,TA• f . 11V! ׳ 1 )1' ׳1׳ v;i J! IT i: ■, u,1; 11! e.-bl ־■ ^:•h ,־• 'K־. n!:: : i.. ־•! י:׳.,׳! >׳׳r l '' ';1 r־ üH׳: ׳ ׳ t eiri׳: .:׳ e״r* U;! > 1!‘ij י f V•(; 1 i ' .1? י V i, * ׳- ו ״, ■I1 .14 :1 k:1 ־ ,\ c'!.i :! 1, ׳. i* J׳:.■ VI .. 1. 5 t J j' J 1 i VI ir 3 י-? e;!! ׳ -.f,; >ij'.י llrfi! 1 *i': ■י. .v rt1'■' 1 t!1 י', d.r b' 8•: ’ V| i / ז) j, Vf : ־. 11 F 1, 1; K :1 ‘U■ *i l u י : I

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