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Jüdische Rundschau · 1923-07-31 · Heft 61 (31.7.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 61 (31.7.1923)
Date
1923-07-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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s *»4 -- Nr. 6j ns von ,M; He. wdilic ,!«ד, 'lul• llKb<>. Ufb.uu ג<ן *,*'1',.י einer lcl1a1tlH|k1l Entwand,,. > 'י י '• IlMllt, n und vom aluzim Ar. ne I'rivaj. •Wen d;111rr kt werden ,tili 1 gelten יי"!'\!lieh, hnvnmisejp, Bellen, R, nH׳r11eh1״fr 11'״ •' un. ® ״ d erei! » mehr i!, ttigkcifc et. { soll von B‘'K״1״(kt t‘1» Kapital 1t: »« Brüll, ne (iru ך, Mtzcu, daß; nicht gc. zu führen, c Projekte ויד fc 11, son. fllahkuu!, int' würde ihren tinder Unterfertraiicns- Siel len. 011 Hetcili-! f.idiiii.m [mäitmsdic. ihle Grün- II ist, dal’, rtaiißcl an;keilen gcr Gewinn- Verdienen ' beza Illen 1d. da!5 sic Ware, sein mien nicht rürde auch, 1, die sich Bank• an Orf/crn fotie e tü(־hli!:e 1 Beschütt- )ankgcwllndcn sein. Beschüttrand.itntif!• bezug auf itcrnchnicr er Redner t in Karlsjbc* haben Die Hank n gründen 1are Depocn in Pae Kapital- »t. ung seiner , sei selbst e studiert, •lange von che Opfer, An- Mandat er- Thesen zum Kongreß ,Von M. J. Boden 11 ci mer in Köln. 1, Allgemeines. Oie Einrichtungen und Satzungen der Zionistischen Or- .«!jsation können keinen Ewigkeitswert beanspruchen. Sie Li jeweilig den veränderten Verhältnissen anztipasseii. ״ Auch die Bindungen, die für die jüdische Koloiiialbnnk .״I den jüdischen Natuxn.ilfomls in d«1 Statuten erfolgt sind, ״•,«cn auf ihren Weif nachgeprüft werden. Sie waren seiner- ״,,j bedingt durch den Charaktergedankcn und die Oclalir Lf Ahlcnkuug von Palästina als Ziel der Bewegung. e! Nach dem Maiidatsvertrag ist für einen Teil dieser Beitimiiiungcn die Grundlage in Wegfall gekoinmcn. Die Führung tat zu erwägen, durcli welche GrimiLälzc diese Einrichtungcai L dem zionistischen Ideal untrennbar verknüpft sind, sie tat das Bewahrte zu erhalten, abgestorbenes abzusdiütlclu jod unic Pleilcr der OrgauLsalion aufzubauciu 2. Pol i 11s c h es. a) Der Zionismus erhebt Anspruch auf Paläs lins als ״ffcntlich-rcchtlicli gesicherte Heimstätte für das jüdiscJie!׳,* Die britische Regierung hat in der Balfourcrklänmg 4!e Förderung der Zionisten bei der Erfüllung ^dieses, (pmclics zugesagt In diesem Sinne ist Jilt worden. Unter Palästina hat der Zionismus und saue aut dem Dreier Programm begründete Organisation niemals etwas öderes verstanden, als das historisch, politisch uml wärt- ,chiiiltch unter diesem Namen bekannte Luidergebict. Auf 4;et5 Gebiet kann der Zionismus, als Träger des jüdischen Vdkswillcns, keinen Verzicht lasten. ׳■” Wir sind daher verpflichtet, zu erklären, daß die aut Onind des Mandates gezogenen Grenzen diesem Anspruch toineswegs entsprechen. Die Zionistische Organisation kann!ich nicht damit anverstanden erklären, daß das Ost-Jordan- Lind, das immer einen Bestandteil Palästinas gebildet hat, 43von getrennt wird. Diese Trennung würde einen Schnitt Üsirclt aas Herz des Landes bedeuten und in Bezug aut die wirtschaftliche und politische Entwicklung, wie auch für die Skkilwit der Bevölkerung von unabsehbarem Schaden sein. b) Diese lordeiung kann einem Ausgleich .mit dein mbijclien Volke nicht im Wege stehen, da diesem für seine fliatliclic Entwicklung weite Lämlerstreckcn zur Verfügung liehen, zu deren Entwicklung die Kraft des arabischen Volkes icin überhaupt nicht ausrcicht c) Das Verhältnis des arabischen zum jüdischen Volke beruht aut Gegenseitigkeit. Ohne'die Mitwirkung der Juden mit ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen I lilfsquclten können die arabischen Länder nicht entwickelt werden und ohne eine treundlidie Beziehung zu der Masse der arabischen Bevölkerung Palästinas ist ein friedlicher und wirtschaftlicher Aufbau dieses Landes nicht denkbar. d) Die Frage der Einwanderung nach Palästina kann lediglich vom Gesichtspunkte der Durchführung des Mandats- Vertrages behandelt werden. Hiernach ist die Regelung der Einwanderung ausschließlich Sache einer Vereinbarung (1er llindaisniacht mit der Zionistischen Organisation. Sie muh m der Notwendigkeit ausgclien, in kürzester Frist eine Majorität der jüdische« Bevölkerung in Palästina zu bilden, Die Frage der wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit einer ländliehen oder städtischen Kolonisation muß demgegenüber in den Hinlergnmd treten. National-politisch hat die Ansicdhuig an den Orten und unter solchen Umständen statlzufiiKlen, d;1Ü die größtmöglichste Anzahl von Einwanderern im Lande itilgcnomtnen werden und dort ihren Lebensunterhalt finden turn, irgendeinem anderen Bcvölkeruugstcil kann kein ent- Kbcidendcr Einfluß auf die Frage der Einwanderung cingcräumt werden, da diese das Fundament für die Erfüllung des Mandats• icrtrages bildet 3. Organisation, a) Die Leitung. Der Kongreß wählt ein aus drei Mitgliedern bestellendes Präsidium, dem die Leitung der Bewegung und Führung äer politischen Angelegenheiten der Zionistischest Organisation obliegt. b) Die Exekutive und Jewish Agency, p, 11tK] I Die Leitung ernennt gemeinsam mit dem Aktions-Komitee Ertcschik Iיי* Anzahl von Dezernenten für die Leitung der vertchiedenen Ressorts der Bewegung. Diese Ressortleiter bilden ttmciiis.im mit der Leitung der Organisation die Exekutive fe ikwegmig und die iin Mandat vorgesehene Jewish Agency. Proposals inistischen ioss cn, 1en Pro-! n Kon- •'rage sich!ließen. ticlllßfif * ein Ko- •n für die ibe macht 11 g. 1י'י igin. I 1 sind im , i irlma ן dzw.uuP• ranstaltejc ■ alislcn in; sehe Ext־, er Schau-s r jüdische lat wurde. lannschall Indsinann• l 21/2 Uhl; Jas red!♦־, bestimm(. c) Weltkongreß. Die Exekutive ist verpflichtet, die Einberufung eines Wischen Walilkongresscs für den Aufbau Palästinas vor- ®bereiten und dem nächsten zionistischen Kongreß über den Erfolgt ihrer Schritte zu berichten, l>er Kongreß bestimmt fei Zeitpunkt und die Tagesordnung dieses jüdischen, Welt- «ogrerscs. d) Jewish Council for Palcstine. Die hn Mandat vorgesehene Zuziehung anderer jüdischen Organisationen zum Aufbau Palästinas Kann nicht in der lewisl! Agency zum Ausdruck kommen. Zu diesem Zwecke Mt vielmehr der Council des J, C.T. ausgebaut werden, der fehrcilig Träger des J, N. b. ißt und auch den Verwaltung«- tat des Keren Hajcssod bilden soll. Zu diesem Zweck ist B ferch Zmvahl geeigneter Personen zu erweitern imd kann “** diese Art zur obersten Instanz des wirtschaftlichen Aut- ״®es Palästinas gemacht werden. e) Finanz* und Wirtschaflsrat. . Ein von diesem ,,Jewish Council for Palcstine" gewühlter ״®sdiuß, bildet den Finanz- und Wirtschaftsrat der Bcwegimg. ... Ehe jetzige Form dieser Einrichtung hat eich nicht bc- J/brt, da die organisclie Stellung derselben nicht genügend ״»gestellt war. Durch die vorgeschlagcne Aendcrung sollen {“״> dje Rciiningcn, die bei der Propaganda der verschiedenen “®Wüte entstanden sind, vermindert werden. f) Kommiss km der Statutcn-Rcvision. . Zwecks Vorbereitung der organischen Aeiulenuigc.n wird p drei- bis viergliedrige, vom KoiiRreß zu wählende 01״nmission gebildet. Diese soll berechtigt sein, vorbehaltlich Oenehmigurig des nächsten Kongresses, die Statuten der «stitulc zu revidieren und abz.iiänilcrn, Hierzu ist die Zu- ™iiiuiig der Exekutive und einer 3/4 Majorität des A. C, sowie a« w4 Majorität des neu zu bildenden ,Jewish Council tor *"*wie" etiorderUch. g) Das Acikms-OomlUk ״ Dieses muß in seiner gegenwärtigen Form bestehen S 'öe״. Es darl keine Vertretung der Fcderationen oder Lands- ®7«chaftcn darstcilcn, muß vielmehr eine Auswahl bewährter , erfahrener Ges in mm gsgenossen sein, die von dein Ver־ *öl der Gesamtheit getragen werden und In der Lage sind, 0®י regckaMiga» Sitzungen tciizuuebiaou. Hkidurdi ergibt JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 380 steh die Unzweckmäßigkeit der Wall! von Personen, die ihren Wohnsitz. nicJ!t in der Niihc der üblidiea Orte der Tagung haben. Nur in dieser Form ist cs zur ständigen Kontrolle der Politik der Leitung und zu »einer Unterstützung bei der Aufbauarbeit befähigt. Die Tagungen des A. C. und des ״Jewish Council tor Palcstine‘‘ sollen gleichzeitig und in allen wirtscliaftMchen und Aufbaufragcn gemeinsam sUttfimten. h) Organisationen und Einrichtungen, dfe stell nicht bewährt linnen, sind abziwcliaffen. Dazu gehört die Jahreskonteren?, und das Kongreßgericht . Erstens Ist ein kleiner Kongreß geworden, der mit den demokratischen Grundsätzen der Bewegung nicht im Einklang sicht uml deshalb die nötige Autorität unter den Massen nicht besitzt. Das Kongrcfigericlit bat nie praktische Bedeutung gehabt imd kann eine solche mir erlangen, warn e* mit dem Sitze der Leitung zu vereinigen ist. 1 Das nähere hierüber ist der Exekutive vor Jahrcstnst in einer ausführlichen Denkschrift unterbreitet worden. Die Zahlung des Schekels kann als Legitimation zur Kongrcßwahl hiclit bcibchnlten werden. Nur organisierte Mitglieder zionistischer Vereine sollen das Wahlrecht ausüben können. Solange das Wahlrecht ausschlicBlich an die Zahlung des Sclickcls geknüpft ist, können Mißbräuche nicht vermieden werden. Nur ein von organisierten Mitgliedern zionistischer Ver• eine gewählter Kongreß bietet ein treues Bild de» zionistischen Partcilcbcns. , 4, Oeleitwort. Obigen Thesen füge (di nur eine kurze Erklänmg, aber keine Begründung bei. Dies verbietet •chon die Kürze der Zeit, die uns vom Kongreß trennt, sowie der Raummangel der Zeitung. Den Thesen liegt manche» zugrunde, was In Referaten und 'Denkschriften für den Kongreß weitläufig erörtert worden ist. Vieles davon wird von mir abgelchnt. Die Vorschläge müssen für sich selbst sprechen. Lcdiglicli zwei der Thesen »ollen hier hervorgehoben werden. Bei der öffentlichen Kritik entbehre icii jede Stellungnähme zu dem großen politischen Problem der Orcnzcn Palästinns, als der nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes. Diese Frage dart aber nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Dies könnte als Zustimmung erscheinen und verhängnisvollc Folgen haben. Wir müssen der wahren Ucberzeugung der zionistischen Massen, wie sic seit Beginn der zionistischem Bewegung bekannt geworden ist, in dieser Hinsicht einen unzweideutigen Ausdruck geben. Nur wenn diese Grundlage klar ist, können wir ehrlich und offen mit dem arabischen Volke über die gemeinsame Aulgabc beider Nationen in Palästina und in den arabischen Ländern verhandeln. Hierbei müssen wir die Extremisten unter den Arabern ebenso außer Betracht lassen, wie wir bet unserer Auseinandersetzung mit den anderen Völkern die Anschauung des unentwegten Antisemitismus nicht zur Riehtselmtir unseres Handelns tnadieii können. Für meine Stellung zur Frage der Jewish Agency sind zwei Gesichtspunkte maßgebend. 1. Der Mandatverfrag ver• fangt nicht, daß die zionistischen Organisationen zwecks Bildung dieser Agency Nichtzionisten aufnehme. Das. was im Mandatsvertrag verlangt wird, kann auf andere Weise erfüllt werden, wozu mein Vorschlag einen Weg weist. Die Einbeziehung von Nicht/ionistcn in die Jewish Agency würde die S.lbstautgabe der Zionistischen Organisation bedeuten. Hierfür bestellt zurzeit keine Notwendigkeit• Auch wäre sic zwecklos, weil eine wesentliche Förderung des Aul• baucs durch diese Verquickung nicht bewirkt werden kann. Im allgemeinen möchte ich zu diesem Punkte sagen: Der Plan Welzmanns erscheint mir eine zweite, aber keine verbesserte Auflage des Vorschlages zu sein, den Ürandeis seinerzeit der Jahreskonferenz In London gemacht hat. 2. Die von mir vorgcschlagcnc grundsätzliche Erweiterung des Council des ״Jewish Colonial 1 rnst“ zu einem allgemeinen «Jewish Council for Palc3tinc“ eröffnet große und weite Gesichtspunkte für die wirtschaftliche und humanitäre Mitarbeit von Nichtzionistcn, während die politische Leitung der Exekutive hierdurch nicht berührt wird. Die anderen Vorschläge beruhen Im wesentlichen nicht aut grundsätzlichen, somlern auf praktischen Erwägungen. Weltkongreß! Von R.-A. Bein, Magdeburg. England richtet sich ein, mit den Arabern zu wirtschaften statt mit den Juden, die Sturmzeichen dafür mehren sich. Vielleicht ist in diesem Augenblick bereits das Schicksal der Juden, soweit cs mit Palästina zusammenhängt, beschlossen, vielleicht ist cs noch Zeit, am Rande des Abgrundes zu bremsen. Dazu sollen diese wenigen Zeilen dienen, die natürlich die an sich gewaltige Materie nur in den aller• gröbsten Zügen behandeln und im übrigen längst bekannte, einfachste Wahrheiten aussprechcn. Wenn dabei zugunsten der alljiidisclien Politik (der Kunst des Erreichbaren!) Opfer gebracht werden müssen, so berührt das uns Zionisten, die wir von allen Juden doch das lebendigste Verhältnis zu Palästina haben und darauf verzichten, Palästina allein und lediglich nach unseren Maximen aufzubauen, am schmerzlichsten. Ucbcr die wirtschaftliche Form dieses Atifbaus mag mar! später streiten. Gewiß bleibt dabei die Arbeit der Zionistischen Organisation wertvoll und ist beileibe nicht zu unterschätzen ׳, es darf von ihr nichts von ihren Ideen und von deren prek■ tischer Verwirklichung prcisgcgclicit werden. Aber das Nächst• liegende ist es, die Möglichkeit dieses Aufbaus überhaupt zu schaffen. Zuerst kommen die Wurzeln und dann erst der Baum. Sonst arbeiten wir wie ein Baumeister, der das Dach des Hauses herstclit, die er das Fundament gebaut hat Zwei Dinge sind für den Aufbau Palästinas unbedingt nötig. England — imd Geld. (Diicsc zwei Dinge sind vielleicht nicht ß0 heterogen, wie es nach ihrer aphoristischen Zuspitzung klingt) Wenn England Palästina propagiert hat, so geschah das aus gesundem politischen Instinkt, dam Palästina bildet die Brücke zwischen Aegypten und Indien; diese Brücke zu• schlagen, schienen die Juden geeignet. Dazu trat das Ocfülil für religiöse Strebungen, alte Verheißungen der Bibel wurden dem Engländer lebendig. Nunmehr hat sich herausgestellt, daß die Juden nicht geeignet erscheinen, die gewünschte Brücke zu bauen, wie sie dem praktischen Engländer in absehbarer Zeit vorschwcbt. Also müssen die Araber ihre Pfeiler bilden. Die Zionisten, an steh die berufensten Träger des Wiederaufbaus Palästinas, sind der englischen Politik nur eine kleine Qruppc des Oesamtjudentums. Der Teil des Judentums in der gesamten Bevölkerung Palästinas Ist wiederum gering. Sich dcawegen mit den anderen *anzulegert“, r«* \ך; lläi ך t erscheint ihnen wertlos. (Ob cs überhaupt nötig war, diese Araber so ״hellhörig׳‘ zu machen, solange keine geschlossene Phalanx gegen sie besteht, soll hier nicht untersucht werden.) Wer will cs den Engländern verdenken, wenn sie cs ablchnen, allein in den Zionisten eine Vertretung des gesamten Juden* tums zu erblickenI Zumal uns Zionisten eine ausdrück• liehe Vollmacht zu dieser Vertretung nicht gegeben ist, (Ucbcr das Recht, sich bevollmächtigt zu fühlenj soll damit nicht# gesagt sein.) Aber die Vollmacht ist bestritten; ein bündnisfähiger Grgcrikontrahcnt ist also für England nicht gegeben. Der unbedeutendste Privatvertrag kann nicht ge• schlossen werden, wenn die Berechtigung der Parteivertreter nicht fcststelit. Und Im völkerrechtlichen Verkehr, bei Ver• trägen von weltpolitischer Bedeutung, wird man davon gewiß nicht ibschcnl (Daß natürlich uns Zionisten wenig׳.lens unserer bisher mühseligen Verdienste eine erhöhte, moralische und rcchdie 11c Stellung in dieser Vertretung zukommt, ist ein selbstverständliches Gebot der Gereditigkcit und wird stet» beachtet werden müssen.) Es muß deshalb von allen Juden der Welt für eine um« fassende Vertretung gesorgt werden. Das kann nur unter der Parole ״der Aufbau Palästinas‘‘ geschehen. Keine andere Parole kann eine größere Schlagkraft aufweisen und ist dem Gegenstand angemessen, als diese. Praktisch ist das zu verwirklichen, wenn alle organisierten Gruppen im Juden• tum eine solche Vertretung durch Wahlen auf demokratischer Grundlage schaffen. Welche Motive sie dabei leiten, ist ganz belanglos, sei cs Philanthropie, Rassecnrpfitidcn, Religion, Bekämpfung des Antisemitismus, Landespolitik; mit der morali• sehen Eile darf liier nicht gemessen werden. Alle werden folgen, deren atavistisches Gefühl nicht durch die Angst, Mangel an patriotischem Empfinden zu verraten, ertötet sind Vielleicht kann man aber selbst den letzteren das Beispiel der Katholiken oder der Deutsch-Amerikaner Vorhalten, welche zeigen, daß ein Streben für Ziele außerhalb der landesgrcnzen nur als begreiflich und durchaus wahrhaft empfunden wird. Bei französischen, englischen, amerikanischen Juden wird das überflüssig sein, weil diese politisch reifer und ihrer seihst sicher genug sind, um daran irgendwie zu zweifeln. Die außerordentlichen Schwierigkeiten, eine solche Gcsamtver* tretung zu bilden, liegen auf der Hand; sie müssen aber überwunden werden, wenn die Juden in absehbarer Zeit überhaupt noch als politischer Faktor in Betracht kommen und nicht alles preisgeben wollen, was ihnen die Gunst der Verhältnisse nach Tausenden von Jahren gebracht hat und sic, wenn sic es einmal verloren haben, viel ärmer macht, als sie je gewesen sind, wo sie es nie besessen haben. Bis zur Balfour-Dcklarafion hatten sie die Hoffnung, seitdem haben sie die Möglichkeit der Verwirklichung; hinterher hätten sie nichts. Und der zweite Punkt! Geld ist nötig. Ob Palästina privatwirtschaftlich oder anders aufgebaut wird — Geld ist nötig; wegen der Geltung vor den Völkern und wegen der Kosten des Aufbaues. Nicht die Alrnoscncoder reichen Gaben einzelner Privater, sondern die fundierten und garantierten Befrage aller Korporationen der Gesamtjudcnheit. Dieses Geld wird da sein, wenn alle Juden wissen, daß sie ״etwas zu sagen haben". Nur das kann eine Steigerung ihres Interesses und damit ihrer Beiträge bedingen (wenn Ussischkin meint, siehe ״Rundschau‘‘ vom 8. Juni er., daß Menschen, die bisher nichts für Palästina getan hätten, auch durch den Titel eines Mitglieds der Jewish Agency (!) nicht bewogen würden, etwas zu tun, so zeigt das, daß er die Basi» des Strebcns nach einer solchen, die doch ganz von einzelnen Personen losgelöst sein soll, verkennt — ganz abgesehen davon, daß er wenig logisch Rothschild anfülirt, der doch das Qcgcnbcispid ist und dessen Leistungen im Rahmen der Jewish Agcney England ganz anders imponieren würden). Man beabsichtigt, evtl, eine Anleihe auf die bis jetzt in Palästina bestellenden jüdischen Werte aufzunehmen, um Geld zu beschaffen. Von dem finanziellen Rätsel ganz abgesehen, wer wind se kaufen? Verhältnismäßig wenige Zionisten reichen dazu nicht aus; irn Getamfjudentum wäre ein besserer Absatz Zu erhoffen. Also: auf der einen Seite erhöhter Oeld- Zufluß, auf der anderen erhöhte Käuferzahl. Das Gebot der Stunde ist nur noch die ״Jewish Agency" und ihre schleunigste Verwirklichung unter der Parole ״der Aufbau Palästinas*!; die kostbarste Zeit ist bereits mit der ״Bewältigung der *ehwierigen Vorarbeiten" vertan. ..Keine Vertretung ohne Steuertelslung“ Der ״Jewish Guardian“, das Blatt der liberalen englischen Juden, nimmt in seiner letzten Nummer Stellung zu dem Vortrage, den Ridmrd Lichtheim in London über die Frage de* Jewish Agency gehalten hat. ($. ״J. R.“ Nr. 50.) In diesem Zusammenhang schreibt das Blatt u. a.: ״Es ist wahrsclieinlidi und wäre nicht unbillig, daß ein Prinzip entsprechend der Maxime ״Keine Vertretung ohne Steuerleist un g*‘ auf,gestellt würde. Das heißt: ausführende Futile- ♦innen *ollen den Vertretern der Geldgeber überlasx n bleiben, bcralcrulc Funktionäre dagegen den sogenannten ״außriistrhendeii“ Körperschaften. Aber für die Sache der brlllsclten Politik in Paläs ina, die ein jüdisch-nalFmales Helm mit einschließt, dürfen nach unserer Meinung die Anschauung«*! des Herrn Lichtheim nicht den Weg des Fortschritts hemmen." Die in diesen Worten gegebene, wenn auch vcrklausu irrte Erklärung, daß der Eintritt in die Jewish Agency von der finanziellen Beteiligung am Aufbau Paläatina» abhängig zu machen ist, muß ab d!1 *gesundes Prinzip anerkannt werden. Die Anerkennung diese* Prinzips von der Seite des Gegcnkontralienten wäre sichcrlcicli geeignet, manche Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, die sich bisher gerade daraus ergaben, daß es den Anschein hatte, als ob nlchtzionjstischc Organisationen zum Eintritt in die Jewish Agency aufgefonlert werden würden, dhne daß man voa ihnen eine Gegenleistung vurfangt Dia iQdJur-aislion zu Rosch-Hasciiartsh muß von Jedem Vertrauensmann des Keren Kajemeth durchgefOlirt werdenl

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