Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1923-07-03 · Heft 53 (3.7.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 53 (3.7.1923)
Date
1923-07-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652550--16674-2674342
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

K. \ i l V "־־־*——ff-*. bl3 ״ 1 / CKlSQI.tlUMC.:SSt IKO. ז רת2שד-ן \*»Ä / / £**'**11 \ 1 \ 1 V J LJ r—3 r~1 L.J t ' ’ j 1,1;״nu.Vcrlas'W15, SächsischcStr.8. ErscheintjcdcnDicnstaiJ 1} Freit•'1!!• Bezugspreis bei der ExpcdiU0nf,3. Quartal 23 inkl. Kon• || °eßausgäbe 42000.—M. Bestellung bei den Postämtern monatlich. I w«f4co in der Wlhruag der einzelnen »Ander berccHnel. || * --—^— ----—————■——-ssaasssiitי!.״ M;; .* ffuBiiner 53 .! I^^EaS3a־SB»lBB*S Berlin, 3. ¥11.1923 Anzeigen-V crwaltunj4: Jüdische Rundschau G.m.b.IL, Berlin W15, Sächsische Straße 8. - Telephon! Amt Pfakburg 6697, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis für die 8-gespaltene Nonparcillczcilc 1500M. l־ür hebr.Anzeigen 150%Aul1chlaj|. Für AuilandilnscraU IOO%VaU1ta2ut schlag Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon:Plak.bwg6697u.6698.Postscheckkonto: BerlinNr.17392. Für Oesterreich: Postspnrkasscnamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.59410, - Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. - siKvraaaBB י״ג* תיזוז- תרס״ג XXVIII. Jahrg. ז ׳ Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer bffentllch י rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.14 1 L _j te;:ßr 0—1 3 f״« | «בזו •׳ב4׳ fl •ר.־.ש ־ % Iv-fc r__ e 11״ k.U3 M»i ( j I f mH * ן ״fttor ן t ,;n ך—r נ:: b3 grr—Z k tr,*ס ■סן T-m* & י co רד 7m ס ,(( -fh וזז! רך; 11 ר-7י> «?) וזי \ךןךןן רץ «Y| ן! ן ei'b'bb j Hotise o! Loril:׳, gelangte!111 vergangenen Mittwoch, 21 Juni, die Interpellation dds Lord Islington zur Vor- C^diung, der die Regierung gefrtgt hatte, ob sic auf den wh des I lauscs die Dokumente .vorlege 11 kann, die ent- ' •!len: I. (!as palästinensische BifJget während des letzten M]fcs; 2 c nen Bericht über die letzten Wahlen in Palästina; :•mer'ob dir Regierung jetzt die verschiedenen Korresponv״;cii mul Dokumente. über f:nglan<|s Verpflichtungen mul;׳ersarcchiniRcii in Palästina .veröffentlichen könne und ob ך Regierung jetzt bereit sei, ihre gegenwärtige Politik zu ‘5•vidieren in Anbetracht der Litsach-e, daß die letzten ' .Tiieii von der Regierung annuliert und ein neuer Advisory ‘Council ernannt worden ' ist, der von der arabischen Oe-;>l1cinsc!1a(t ahgclchnt wurde. ■ S v Die Rede Lord Ijllngtons | Zit Begründung dieser Interpolation hielt Lord Isling- }j־n eine ausführliche Rede, in (der er u. a. erklärte, seit •Lr leie len Debatte über diesen Gegenstand am 27. März sei {!kiir geworden, daß die Gegnerschaft der palästinensischen ,־;vdikening gegen die zionistische Politik i1׳ diesem Lande ■׳':Mcfcsca und gefestigt worden ist. Dies ist keine Ueber-!;!diun״, denn es war immer antunchincn, daß wir niemals 1 stände sein werden, die arabisdie und christliche Bcvülkc- ' -ff Palästinas zur Zustimmung (zu einem zionistischen Re4 ־':ninfssvstem ־zu überreden. Wenn die Regierung nicht;:eit ist, das gegenwärtige Syriern zu ändern, wird sic!׳!willigen sein, die Verantwortiing dafür zu übernehmen, f ן sie einer eingeborenen Bevölkerung eine Regieningsfonn ,]!iviiigl, die diese nicht habe:! will; die Regierung nmB 311 bereit sein, den Konsequenzen ins Auge zu sehen, ׳ derartige Versuche in unseren Tagen unvermeidlich 113dl!3 ziehen. Was die letzten Wahlen betrifft, so ist der ’:jiid des Mißerfolges ganz klar. Die Bevölkerung wollte 1!3c Form von Wahlen akzeptieren, die sic in eine unter- «dnete Stellung gegenüber der Regierung und Vo’Izugs- «31t des. Landes bringen. Gegenwärtig kann die Ver-;;uig Palästinas nur als gänzlich verfahren bezeichnet werden, 1■ sie von einer zionistischen fiiirokratie, unter den ln-;,Aktionen der britischen Regiering, geführt werde. Das .׳:juf ein Willkürregiment, wie es in der langen und bisher 1; ehre 11 vollen ■ Geschichte der, kritischen Kolonialgcschiehtc j'-.nc Präzedenzfall ist.: Es'hat sHi gezeigt, daß die gegenirtige Situation nicht aufrcchtcnaltcn werden kann. Der :־;bischen Gemeinde Palästinas ist die Unabhängigkeit ver- 1־rochen worden, trotzdem hat!die britische Regierung in 3־ letzten vier Jahren die größten Anstrengungen gemacht, j־.c zionistische Regierung in de® Lande zu schaffen. Keine /rapromisse sind imstande, die Araber mit dem gegen- ’ ärtigen System zu versöhnen. Die Juden, die lange Zeit j; Palästina sitzen, haben niemals eine solche Herrschaft ,.!ordert. Das System wurde nur auf Grund einer Forderung ״richtet, die eine außerhalb stellende jüdische Organisation '::-Mit hat, die keineswegs die Judenheit der ganzen Welt ,.׳ortritt. Früher oder später wird die britische Regierung äi in der ganz unmöglichen Lage befinden, eine freundlich :!:rate Bevölkerung in eine solche Stimmung der Erbitterung; 1׳ Feindseligkeit getrieben zu haben, daß die Ordnung nur di mit Waffengewalt aufrcchteriialtcn werden kann. Das hde bedeuten, daß eine britische militärische Garnison und '.tische Polizei verwendet werden müssen gegen dieselbe :volkcrung, der wir helfen wollten und der wir Ver- ‘«Innigen auf Selbstverwaltung gegeben haben. Der Redner?t'i'iettc an die Regierung, diese Frage als eine An- "ilMlieit von größter Bedeutung für die gesamte Reichszu betrachten. Die ganze Welt schaut heute auf 5 Wenn wir heute der Welt sagen, daß wir unsere ^Richtungen erfüllen und der palästinensischen Bcvölkcnmg 5 entsprechende Form einer nationalen Regiemng geben,!״ steilen wir das Prestige und den Einfluß Großbritanniens 4 nahen Osten wieder her. Hierauf sprach Lord Milner, ״ tnit Entschiedenheit die gegenwärtige englische Politik ^Palästina verteidigte. Als Mitglied jener Regiemng, die Mx» Lord Islington erwähnten Versprechungen gemacht stellte er in Abrede, daß irgendwelche Versprechungen ץ«? Araber nicht gehalten worden sind. In den Zubringen an König Hussein wurde stets Palästina ans- 4®:nen. Als die Regiemng die Balfour-Deklaration gab, sie der klaren Ueberzeugung, daß sie keinerlei Ver- 1™tilgen hat, die der Politik der Balfour-Deklaration wider *aien. In der Sache selbst glaubt Lord Milner, daß die ."11י der Balfour-Deklaration richtig war und ist und zu;.;B Resultaten führen könne. Es ist eine unzulässige Ent- ח4ל& wenn der Vorredner immer wieder den Ausdruck J"8!«ht hat ״die zionistische Regiemng von Palästina". .;15 Bezeichnung ist ganz unverständlich, vielleicht meint £ ■0״edner die Tatsache, daä eine Anzahl von Juden, einmal lauter Zionisten, Beamte der Regien!»״ ‘9h in Palästina war, habe ich tnit großer Genug ך vp« allen Seiten, auch von den extremsten arabischen .«Rüsten, anerkannt gehört, daß der High Gommissiomr .'11.״'S1 gerecht ist und es versteht, das richtige Gleich- 11ך *wischen arabischen und jüdisdien Interessen zu זי" י'•:׳ müssen unbeirrt in der Politik der Balfourv 1 fortschrciten, denen unzweideutige Interpretation bekannten Weißbuch gcgei*en wurde. Der Redner kjjjtr< 50dann die großen Fortschritte, die er bei seinem 1 Besuch in Palästina im vorigen Jahr gegenüber dem Zustand vor vier Jahren fcststcllcn konnte. Palästina hat noch Platz für mehrere Millionen Menschen. Die Anher wurden einen großen Fehler machen, wenn sic Palästina als einen Teil der arabischen Föderation beanspruchen wollen. Heute kann weder eine arabische noch eine jüdische Regiernng eingesetzt werden, sondern Palästina ist ein fnternationales Land, an weichem die ganze Welt interessiert ist, und dieses Land »mit eine gewisse neutrale Regierung haben, als welche die Mamlatsregicning anzusclien ist. Die Uebertragung des Mandats an England bedeutet ein großes Vertrauen zu diesem Reich, und die Errichtung der jüdischen Heimstätte ist eine Ehrensache für England. Die Antwort der Regierung Hierauf ergreift das Wort der Staatssekretär für die Kolonien, Herzog von Devonshire. Er dankt zunächst Lord Milner dafür, daß er ihm seine Aufgabe erleichtert hat und geht dann auf die Fragen selbst ein. Er erklärt, daß die Dokumente gegenwärtig nicht veröffentlieht werden können. Sodann berichtet er kurz über die Vorgänge, die zur Annullierung der Wahlen geführt haben, und über die Resignation der arabischen Mitglieder des Advisory Council. Er fährt dann fort: Ich möchte zunächst auf die mehr allgemeinen Fragen zurückkommen, die in! Laufe der Debatte berührt wurden. Eure Lordschaftcn müssen die Situation berücksichtigen, in welcher unsere Regiemng sidi heute befindet. Wir hören immer wieder, sogar von verantwortlicher Seite, die Balfour- Deklaration besprechen, kritisieren, manchmal auch verteidigen, als ob dies eine Sache wäre, die wir nnnchmen oder oblegen können nach unserem eigenen Belieben. Lord Islington scheint sich in derselben Annahme zu befinden. Auf die Gefahr hin, Sic eine kurze Zeit aufzuhaltcn, muß ich Sic bitten, einmal unsere Lage bezüglich des Mandats zu überlegen. Das Mandat ist nickt nur eine nationale Verpflichtung Englands, cs ist eine internationale Verpflichtung, u!ad die Balfour-Deklaration war die Basis, auf welcher wir von den alliierten Mächten die Stellung einer Mandatarmacht in Palästina erlangten De britische Regierung iihcrnnlm die Stellung der Mandatarmacht von den Großmächten in der Sau Rcmo-Kontcrenz im April 1920. Indem diese Konferenz das Mandat an Großbritannien übertrug, s'tdlltc sic fest, daß ״die Mandatannacht verantwortlich sein wird für die Durchführung der ursprünglich am 2. November 1917 von der britischen Regierung gemachten Deklaration zugunsten der Errichtung einer nationalen Heimstätte für das iiidischc Volle, unter den Bedingungen, die in der Deklaration selbst enthalten sind.“ Wir wurden also in erster Linie nicht vom Völkerbund, sondern von der Alüicrtcnkonfcrcnz damit betraut. Der nächste Schritt war, die Zustimmung des Völkerbundes zu den Bestimmungen des Mandats zu erlangen. Im Dezember 1920 wurde dem Völkerbund ein Mandatsentwurf unterbreitet und ein verbesserter Entwurf zu Beginn des folgenden Jahres.' Aus verschiedenen Gründen war cs dem Völkerbund nicht möglich, den Mamlatscntwurf sofort zu beraten, doch im Oktober 1921 schrieb der Präsident des Volkerbundsrates namens des Völkerbundes an den britischen Premierminister und forderte S. M, Regierung auf, die Verwaltung in den ihr überantworteten Gebieten im Geiste des Mandatscutwurfs weiterzuführen, bis die Stellung endgültig geregelt sein wird. Der nächste Schritt wurde gemacht, als eine endgültige Ent- Scheidung vom Välkcrbundsrat in seiner Versammlung Juli 1922 erreicht wurde. Dabei nahm der Völkerbundsrat folgeuden Beschluß an: ״Angesichts der soeben abgegebenen Erklärung und der zwischen allen Mitgliedern des Rates erzielten Ucbcrcin- Stimmung werden die Artikel der Mandate für Palästina und Syrien bestätigt. Die Mandate werden automatisch in Kraft treten, sobald die Regierungen von Frankreich und Italien dem Präsidenten des Völkcrbundsratcs mitgcteilt haben, daß sic über gewisse besondere Punkte in bezug auf «Ins letztgenannte Mandat zu einem Ucbcreinkomincu gelangt sind.“ Das heißt also, in bezug auf Syrien, Soweit unser Mandat in Palästina in Betracht kommt, haben wir die unmittelbare und volle Bestätigung, erstens von seiten der alliierten Mächte und zweitens von seiten des Völkerbundes. Wenn wir, vielleicht etwas leichücrtig, davon sprechen, unser Mandat zu ändern und unsere Politik umziistiirzcn, bitte ich Eure Lordschaftcn, ernsthaft zu überlegen, in welche Lage wir geraten würden. Zweifellos wäre es möglich, für diese Regierung oder irgendeine andere, zum Völkerbund 7.u gehen und das Mandat nicdcrzulcgcn. Ich kenne nicht genau das Verfahren, aber ich glaube, daß ein derartiger Schritt vorgesehen ist. Sie müssen aber sich bewußt sein, daß! wenn wir dies tun, wir das ganze Mandat iiicdcrlcgc«. Es ist nicht möglich, zu sagen, daß wir gewisse Teile des Mandats aufrcchtcrhaltcn und uns von anderen Teilen bc* freien wollen. Wenn, wir die uns übertragene ׳Vertrauens- Stellung aufgeben, wird es Sache des Völkerbundes, sein, zu entscheiden, welche neue Regelung getroffen werden wird. Es kommt also in Wirklichkeit darauf hinaus, daß, wenn wir die Unmöglichkeit zugcbcn müßten, die uns übertragenen Verpflichtungen zu erfüllen, wir uns völlig zurilckzuziehcn haben. Dies ist eine ernste Lage und ich frage die, welche unsere Handlungsweise kritisieren, wozu sie voll berechtigt sind, und die, welche die Balfour-Deklaration kritisieren, zu überlegen, welche Schritte sic ergreifen wollen und welche׳ Vorschläge sie der Regierung zu inadtcn haben, um diese Regelung zu ersetzen. Ich weiß, die Lage ist nicht leicht, $ןזזזר*)יחחז^ז aber wir würden viel aufs Spiel setzen, nicht nur in bezug auf Palästina, sondern auch in bezug auf unsere Beziehung:'1 zu anderen Mächten, wenn wir die Vertrauensstellung, ehe uns wohlweislich übertragen und vom Völkerbund bestätigt wurde, aufgeben. Ich verbisse nun diesen Teil der Angelegenheit und komme zu einem Punkt, den ich schon kurz berührt 1,01 e, nämlich die Organisation 11ml die Mittel, durch welche wir dieses Mandat durchzuführen vorsdihgcn. Es ist klar, daß wir eine weitgehende Freiheit in unserer Interpretation und in den Methoden, durch die wir die 1ms aufcrlcgtcn Verpflichtungcn erfüllen wollen, hallen müssen. Die vorige Regicrung kam zu der meiner Ansicht nach sehr klugen Folgcrung, daß die befriedigendste Methode die war, in allmählichen Stufen verschiedene Grade der Sclbsircgierung cinzuführen. Es ist Ihnen bekannt, welches diese Vorschläge sind. Wir dachten niemals daran, daß dies notwendig eine end-■ gültige F'onn der Sclbstregicrung sein roll. In Wirklichkeit war cs eine erste Form und wir hofiten, in Ucbcrcinstimmung mit der in vielen anderen Teilen der Welt verfolgten Politik, daß wir stufenweise das Prinzip der Sclbstregicrung ausdehnen könnten mit der Aussidit, schließlich zu einer verantwortlich«! Regierung für diesen Teil der Welt zu gelangen. Die frühere Regierung hat diese Politik angewandt und wir haben unser Bestes getan, sie in Wirklichkeit umzusetzen. Sie wurde unter britischen Auspizien und durch eine britische Verwaltung durchgcführt und ich muß sagen, daß ich außerordentlich erstaunt bin, wenn ich die Bemerkungen des Interpcllintcn höre, der so leichthin von einer ״zionistischen Herrschaft“ und ״zionistischen Bürokratie“ gesprochen hat. Wie sind die Tatsachen? Wenn wir die Zahlen bctrachten — ich zitiere aus dem Dokument, das am 12. März dieses Jahres ausgegeben wurde —, finden wir, daß vou den 36 Personen, die gegenwärtig die höchsten Verwaltung»• stellen in Palästina innchabcn, 33. Christen und, nur 3 Juden sind. Von den 33 Christen sind zwei christlicher Religion, aber jüdischer Abstammung. Doch, wenn wir selbst diese beiden zur Zahl der Juden zu rechnen, haben wir ein Verhältnis von nur 5 Juden von 36 neunten. Lord.I slington: Können Sie uns sagen, welche Stellen diese fünf Juden itmehnben? Herzog von Devonshire: Sic bekleiden die höchsten Aemtcr in der Verwaltung. Wenn wir die ganze Beamten- Schaft aller Art nehmen, haben die Juden 630 Stellen, die Mohammedaner 630 und die Christen 1250. Ferner möchte ich erwähnen, daß von den zehn Beamten, wcldie Mitglieder des Gesetzgebenden Rates sein sollten, acht Christen und zwei Juden waren. Ich glaube also, wenn wir diese leichtfertigen Reden über jüdische Herrschaft und jüdische Bürokratie hören, habe' ich ein Recht, zu sagen, daß wir die Tatsachen sehen sollen, wie sic sind. Darf ich Eure Lordschaftcn mit zwei Zitaten aus dem Weißbuch aufhalteu, das im Juni des vorigen Jahres veröffcntlicht wurde? Das erste lautet: ״Es ist auch notwendig darauf hinzuweisen, daß die Zionist Commission in Palästina (jetzt bezeichnet als Palästiucnsischc Zionistische Exekutive) niemals einen Anteil an der allgemeinen Verwaltung des Landes zu haben gewünscht hat, noch auch besitzt. Audi die spezielle , Position, die der Zionistischen Organisation in Artkel 4 des Maiidatäcistwurfes zugcteilt wird, enthält keinerlei derartige Funktionen. . Diese spezielle Position bezieht sich auf die in Palästina zu ergreifenden Maßnahmen, welche die jüdische Bevölkerung berühren und meint, daß die Organisation in der allgemeinen Entwicklung des Lander, helfen soll, berechtigt sic aber in keiner Weise, an dessen Regicrung tcilzunchmen.“ Ferner: ״Wenn gefragt wird, was unter der Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina gemehlt ist, darin mufl geantwortet werden, daß dies nicht die Aufzvvingung einer jüdischen Nationalität über die Einwohner Palästinas .a.!s ein Ganzes bedeutet, sondern die weitere Entwicklung der bestellenden jüdischen Gemeinschaft, mit der Unterstützung von Juden in anderen Teilen der Welt, mit der Absicht, daß sic ein Zentrum wird, an weichem das jüdisdie Volk als Ganzes aus Gründen der Religion und des Volkstums, Interesse nehmen und Stolz empfinden soll. Aber, damit diese Gemeinschaft die besten Aussichten einer freien Entwicklung hat und dem jüdisdien Volk die volle Möglichkeit zur Entfaltung seiner Anlagen bietet, ist es wesentlich, daß cs wisse, daß es in Palästina kraft Rechtens und nicht aus Duldung ist.“ Immer wieder ist erklärt worden, daß von allem Anfang an die Absicht die war, eine nationale Heimstätte Jür die Juden zu schaffen, aber jede Vorsorge ist getroffen worden, um zu verhindern, daß cs in irgend einem Sinne d4s Wortes ein jüdischer Staat oder ein Staat unter jüdischer Herrschaft wird. Wir hören viel Kritik, die gegen dies gerichtet werden kann, aber ich wage zu' sagen, daß, wenn wir von vagen Allgemeinheiten absehe״, kein einziger Fall zu unserer Kenntnis gebracht wurde, der etwas wie einer von den Juden ausgeübten Unterdrückung oder Herrschaft ähnlich sähe. Lord Islington: Können Sic uns die von Juden •bcklcidcten, fünf Aemter einzeln anführen? Duke of Devonshire: Leider kann ich dies im Augenblick nicht. Nun, meine Lords, wir begreifen sicherlieh, daß eine schwere Verantwortung uns auferlegt wurde, aber ich brauche Ihnen kaum zu sagen, daß wir mit!größter

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.