Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 51-52 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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I Nr 51/52 '׳ ■ui d- .. 5 i a n d Iraie ist lc 1׳ rartc s heute ui:; «1er in־;' der i1<: neu te 1' al״c t 11:1ha! Ih'.'init B:!!u;11 j dieser u u,־dc, ihr heu Welt (t, auch 1:1: ihlicli Richtigpe Ansicht, in zwei; Opfer (onkrctc Wir be- ׳liuiuuj;, 1« .1 n!1 dieser rischritt unserer tu: der e;1 11.11• : nicht rr ei dien 11, son- :beiden; sondern Haltung ntlichcn :r Zeit, ipporiucenninis our-Dent, beci'.istim- :s jtidijedankc ajessod. gezeigt, .11 muß en Art Ziehung c: Wir in deren sc Ziokennten instand Setzung die sic mr ein •sönlicl!!entrede braucht egrenzt n, die!n und 1 Intert nic'it Korrelat :rk der :rkwiirwurde, גוו dien narbeit 14 nun ute ist ז nickt igefähr! Weg ן getan 11 eilte n, das cs Pakleine i zum n bar bankiß wir n Milwurde h/.citig igs im danke, 1 die eit sie Die n Ann und }rucke nmng, :igent- , Die ,wir rngen. nie v Erwci-!niibar l eine n Er- Daher erhall’ r Gc- 1 hier Slmahitzung ,׳artet, rels.'U iciien, sehen, ■erden r. wir. nicht so Damit crzicllc zu sagen: Wir Das ist ein Irrtum. Wir Zionisten haben heute eine O-rniiisntion, halsen eine bestimmte Aufgabe ׳and kennen eine ./i’ voii Verantwortung hm jüdischen Volk, «Jas ist die Errmii'ciifichaft im Zionismus. Die nit‘11 (zionistische Welt hat!'',«’aller nicht, und wir «Uirfen nicht den Fehler niadtcn, '!נ nifhiziemistiscJien Welt eine Organisation «emzurcdcn, die nicht hat und die nicht den Tatsachen des jüdischen Ijf'bcn3 entspricht. Wir müssen gerade diese uns rigenlümliiiie licsoiidcrlicit bewahren, und es kommt darauf au, diese lirliizionistische Weit, wenn wir die Agency gründen, wirkend ... beeinflussen. Wir haben im Keren HajessoJ Erfahrungen rcs.umnclt, wo die Sache falsch und wo sie richtig gemacht wurde. Falsch war es zu sagen, wir sind gar ‘ schlimm, ihr könnt dasselbe sein wie vzir. man keine Wirkung. Der richtige Weg war, .. , «!iid Zionismen, ihr nicht, wir wollen trotzdem Zusammenarbeiten. Durch u”'״rcn Zionismus haben wir die Nichiziomsien gc- «voiinen. Bei Weizinanns Propaganda in Amerika, die rem jgnisasch geführt wurde, schilderte er stets da׳; neue Leben in Palästina, den Aufbau der Nation, und damit hat er Eindruck gemacht auf die Menschen, deren Gegnerschaft _ ja zum grofkn Teile darin beruht, daß sic nicht glauben, l״.!en zu solchen Taten fähig sind. Sie mußten l/niieii daß dies neue Juden sind, die der Zionismus um- «;wandelt hat. Nu» entspricht cs gerade unseren Intcntie י■ JUr! diesen Menschen diejenigen zu nehmen, die für uns die wichtigsten sind. Es ist ganz falsch, wenn nn״ hier L dein Schlagwort ״Notabcln-Pül.tik״ kommt. Wir wollen wirklich die Menschen haben, die wir immer Notabein nannten. »11er nicht nach dem Notabclnprinzip, sondern wen״, wir Nicht- Zionisten heranzichen, so müssen wir eben jene nehmen, die wirklich die 11 i ch t z ion i s t i sc 11 e Welt ajs ihre Repräsentanten anerkennt. Glauben Sie, daß dies: Maischen dadurch in höherem Grade Repräsentanten der N'ichtzionistcn werden, daß eine von uns beeinflußte neue da!3 eben er- 'clicinortraiiisation sie nochmals wählt: Wir nehmen die Leute, die wir brauchen, in der Form, in d-r s'e die nich zionistische Welt wirklich repräsentieren. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß wir die Sache nun statutenmäßig zu Ende denken müssen, wir vergessen, daß wir Statuten oft auf Grund der Verhältnisse ändern müssen. Wir müssen erst Einrichtungen.schaffen, dann erst Gesetze geben, besonders wenn cs sich nicht um 1111s handelt. Denn uns selbst könnten wir noch durch Gcsc.ze befehlen, aber anderen, die wir heranzichen wolen, könne» wir nicht durch Gesetze befehlen, die ja nur dann eben Sinn bekämen, wem auch die andern zus.mimen. Darum kamen wir heute nur einen Weg gehen: Der Kongreß muß beschließen, die Extkutive wird ermächtigt, geeignete Personen wird ermächtigt, geeignete J, A. heranzuzichen. Macht, von der die Vollmacht ausgeht, ist er bleibt die einzige Legislative. In den bis zum nächsten Kongreß Unterbau. Es ist vielleicht eine der zwei Bleibt der Kongreß der Zeit des Ucbergaugs, wir müssen erkennen, daß die Dinge im Fluß sind und daß auch alle kommenden Jahre in diesen Dingen immer mif Uebcrgangss;adieu sein werden. Denn wir können die Eatwickiimg der Tatsachen nicht voraussehen, und was wir a11״ ausdeuken würden, wir würden nach zwei Jahren vor der Notwendigkeit der Acndcrung stellen. Nun konnte mau fragen: Warum ist es nötig, auch hier auf «dem Wege der Bündnispolitik zu gehen!׳ Herr Feuerring meint, wir müssen damit warten und zunächst die ganze Last auf uns nehmen. Aber die Struktur, des jüdischen Lebens bringt es mit sich, daß unsere jüdische wdt für den Fortgang der Aktion diese Ergänzung braucht. Wir selbst haben j,1 seit Jahren in gewissen Zehen einstimmig diese Erweiterung verlangt. Nun dürfen wir nicht in den Fehler verfallen, vor der Verwirklichung zurückzusclircckcn. Wir dürfen nicht Beschlüsse annehmen, mit dem Hintergedanken, sie gerade durch die Annahme zu begraben, wie es viele jetzt in der Frage des Weltkongresses tun. Es darf nicht den Anschein gewinnen, daß wir diesen Weg nur solange gegangen sind, als wir glaubten, wir kriegen doch niemand; jetzt wo wir jemand kriegen können, bekommt mail plötzlich Angst und will Kautclcn schaffen. Wir müssen klar sagen, wir wollen uns verbünden, wir brauchen diese Milarbeiter für die Jewish Agency, weil sonst nach Meinung vieler Leute, besonders auch nach Weizinanns Meinung, unsere großzügige Aktion zur Finanzierung des Aufbaus Schaden leiden kann. Es handelt sich darum, die gegenwärtige Situation am/unützen, und eine Einrichtung zu schaffen, die der heutigen Sachlage entspricht. Wcizmann hat in Amerika heute eine neue Situation geschaffen. In einem ungeheuren Ansturm, durch eine Arbeitsleistung, deren Größe nur kaum begreiflich ist, Es ist ihm gelungen, in neue Kreise cinzubrcchcn, er hat jeden Tag neue Erfahrungen geschöpft, stundenlang mit den verschiedensten Leuten gesprochen und versucht, wie man wertvolle Kräfte mit unserer Sache verbinden kann. Wir dürfen nicht vergessen, daß cs den Leuten nicht unlieb wäre, wenn wir sie draußen lassen, aber wir haben das Interesse, solche׳ Bindungen an uns für sie zu schaffen. Es gibt Augenblicke, wo inan solche Bindungen braucht und Wcizmann, der die ganze Arbeit gemacht hat, und heute die Erfahrungen besitzt wie kein zweiter, erklärt, daß wir diese Verbindungen brauchen. Wenn solche Menscher,, zu deren Arbeit unci zu deren Zionismus wir Zutrauen haben müssen, dies verlangen, dann müssen wir die Notwendigkeit cinschen. Denn heute ist eine Fortsetzung unserer Arbeit in dem eben begonnenen Stil undenkbar, ohne daß Weizmann die Leitung der Organisation hat. Heute ist ein ernster Moment, es kommt auf diese Jahre an. Es ist ein großer Irrtum, wenn wir glauben, daß wir uns erlauben können, die jetzt begonnene Aktion zu unterbrechen. Diese Verantwortung kann niemand übernehmen. Wir müssen den ■Mann, der die Verantwortung bisher getragen hat und zeigt, daß er sie tragen kann־ sagen: Trage sie weiter und versuche es so wie es nach deinen Er- Ehrungen richtig scheint Denn man mag die Erfolge des Keren Hajessod beurteilen, wie man will, aas eine steht fest: wären wir vor Jahren nicht diesen Weg der Bündnispolitik Ergangen, cs gäbe heute keinen von uns, der nicht mit den furchtbarsten Sclhstvorwürfcn dasitzen würde. Denn ungenützte Möglichkeiten, das ist ein Oedanke, den wir nicht ertragen könnten, wenn wir die heutige Notlage ln Ercz- Israel sehen, ich komme nun zur zweiten Frage, wie ist heute der Zustand der Zionistischen Organisation. Viele klauben, die Bündnispolitik heute abiehnen zu müssen, weil <jie Zionistische Organisation nicht genügend stark ist. Die Zionistische Organisation war vor dem Krieg kleiner und in ilire» Aufgaben begrenzt. Dann kam der Krieg mit all seinen l'olgcerselieinungen. Wir sahen erst nachher, wieviel wir ildcli im Kriege eingebüßt haben an Zusammenhang und 411 Kontinuität, die Zionistische Organisation war zerrüttet, neue Menschen waren aufgetaucht,, große Ereignisse im Zionisnius vor sich gegangen, die zionistische Zentrale vermochte nicht mehr die ganze Organisation wirklich in ihrer Hand behalten und Teile der Organisation spürten, daß der Einfluß der Zentrale geringer wurde. Auch die Kreise der »beitenden Zionisten waren gering, besonders angesichts der MMzlich aufgetauchtcn neuen Aufgaben. Dazu kam der furcht- גי« Zustand, daß die alten Zionisten auf dem Kontinent!«Schlüsse faßten und ängstlich darauf warten mußten, ob be Amerikaner die Beschlüsse auch durchführen werden. Dadurch kam «ine neue Unsicherheit in die Bewegung. In “icter Lag« wurde nun gesagt! die Bündnis politik hat man ®tt unserer Stärke begründet, aber jetzt sind wir schwach; JUEDISCHE RUNDSCHAU Hegen da nicht ungeheure Gefahren? Ich glaube, daß da rar» eine Konsequenz zu ziehen ist: Wir müssen uns mit der Zukunft dieser Organisation beschäftigen. Die Bimdnisp1׳Utik kann eine große Gefahr werden, wenn wir in dem heutigen Zusianii beharren. Sic wird von ungeheurer Wirkung «ein, wenn wir den Zustand der Zionistischen Organisation ändern. Daher ist auch das Schicksal der J. A. abhängig von der Kraft der Zionis tischen Organisation zum Radikalismus, zur Erweiterung, zur Vereinh e i 11 i c 11 u n g. Finden wir diesen Weg nicht, dann ist die Politik srMcdit, aber dann wäre alle; andere ebenso schlecht, was wir ohne diese Politik tun viirdcn. Darum ist die Frage, von der «lies abhängt: Wie steilen wir uns’ die Zukunft des Zionismus vor. * Der Zionismus ist ci!1e zeitliche Bewegung, keine ewige. Hüte׳• wir uns vor den Ewigkcilsaspckicn, die uns die Aufgabe > :scrc״, Gcscli'echtcs in diesen unseren ra״;en verkleinern könnten. Wohl ist de; Sinn des Zionismus ein ewiger, das aber, was wir zu tun haben, was wir heute durchzuführen haben, ist eine zeitliche Aufgabe, mißlingt sie, dann sind wir verloren. Ich sagte schon zur Jugend und wiederhole es hier: Zionismus ist säkularisierter Mcssianis—us. Es handelt sich um eine politische und wirtschaftlich׳■ Sache, alles andere sind Gruppcnangetcgenhcitcn, dies allein ist der zentrale Gedanke: Palästina — wie immer wir uns s״äter reine kulturelle Beschaffenheit ausdeuken, — kann mir aufgebaut werden durch eine gclbslarbcitcnde jüdische Bevöl'-er;ng, nur durch nationale Kolonisation, sie schafft das I eben חי Erez-’srael. Die zentrale Arbeit der Zionistischen O.-ga-isation dient diesen Zielen, dieser Zionismus als solcher, nicht vermischt mit anderen Ding״•», muH die Kraft über die Ocmiiter gewinnen. Und nun handelt es sich darum, eine Einrichtung zu schaffen, die eine toUTic zentralisierte Propaganda ermöglicht. Zwar hatten wir achon derartige zentrale Einrichtungen, Propigv’d.iabteilungen, aber <1,18 waren mechanische I ns li tut ion חי׳ Wir müssen jetzt' etwas anderes anstreben, und zwar di״ Vereinheitlichung der arbeitenden Menschen im Zionismus und die Schaffung neuer Arbeiter. In Amerika z, B. müssen wir gleichfalls Mcn'chcn haben, die die Träger dieser zionistischen Gcsm 1mg sind und die geistige Loslösung von der Umgebung fertig bekommen. Wir müssen daher r';1:11 Kreis solcher Menschen Jahr für Jahr einige Monate in Ercz-Israci sammeln und ausbilden, sie genau bckannlniaciicn mit der wcrd.mJen jüdischen Welt. Durch sie werden wir dann eine Vereinheitlichung des Zionismus gegenüber der Uneinlicitllclikeit der Juden aller Welt durchsetzen, nicht durch Organisation, sondern durch das Leben. Es ist die Tragik unserer Zeit, daß sich auch bei unseren Kongressen Länder und Oruppen gegenüberstehen. Daher müssen wir das Gewicht auf das zentrale ge-!״einsame legen. Diese Arbeit muß von diesem Kongreß begonnen werden. Ich stelle mir vor, daß eine kleine Exekutive von fünf Mitgliedern mit dein Sitz in London gebildet wird. Die Zentrale der Beeinflussung und der Propaganda iat Palästina. Die Leitung dieses Departements muß dort Im Oalutli sitzen, wo der Pulsschlag der zionistischen Welt zu hören ist. Der Zionismus ist eine revolutionäre Bewegung und er hat die Eigenart dieser Revolutionen, wo immer eine Unterschicht und eine intellektuelle Oberschicht Zusammenstößen. Wir haben die Erfahrung aus der Geschichte, daß jede Revolution mißlingt, wo nur eine dieser Schichten vorhanden ist, dagegen gelingt sic, wo beide da sind. Auch der Zionismus ist gekennzeichnet dadurch, daß zu der großen jüdischen Masse, die noch ein lebendiges jüdisches Vtriksgut besitzt und nach neuem Leben strebt, die anderen Menschen hinzukommen, die durch, die Assimilation durchgegangen sind und die Uel>c1> Windung der Assimilation vollbracht nat. Das ist das wirk- Siehe Problem unserer Bewegung, wie überall so auch in Amerika. Mit der Erkenntnis, daß unsere Organisation Mängel hat, verbindet sich heute der Wunsch, sich stark zu m a c 11 e n. Unser Schicksal hängt davon ab, ob wir das imstande sein werden. Jeder Zionist muß heute gewissermaßen nochmals Zionist werden. Denn auch die Jewish Agency ist nur möglich, wenn in dieser Verbindung wir der zionistische Teil sind, jede Cüiidnispolitlk enthält die Möglichkeit zu einem neuen Sinn unserer Idee. Unsere zeitliche Bewegung ist so groß, weil wir eine sichtbare Tat vollbringen. Dazu brauchen wir den Aufbau der Organisation, aber nicht durch mechanische Maßnahmen, sondern durch Konzentration auf die zentrale Aufgabe, die wir bewältigen wollen. Die Zionistische Organisation muß wissen, auf ihr liegt die Last der Beschaffung der Miltcl, Denn alles mögliehe können die anderen tun, bloß eines haben wir allein: Die Schar der pflichtbewußten Menschen, die eine Anschawung haben von der Politik und Wirtschaft im Lande, die sich ganz und gar dieser Sache widmen. Diese erzogenen Menschen können die Mittel aus dem Judentum herausholen, aber sie können auch dem zerfallenden Judentum neue Wege des Lebens weisen. Der Zustand des Judentums ist furchtbar. Wir sind Zionisten, weil wir das sehen, aber wir könntm es nur .ändern, wenn wir selbst der Zionistischen Organ!• sation eine starke Zukunft geben. (Lebhafter Beifall.) Auf Antrag Dr. S. Hi rsch tritt eine Pause ein, um den Fraktionen Zeit zur Beratung zu geben. 3. Sltznng Montagabend 7*/! Uhr. Dr. Georg Landauer (HapoSl-Hazai'r) begründet einen Antrag seiner Fraktion, den Beschluß des Landesvorstandes, wonach Z.V.f.D. und Hapocl-Hazair einen gemeinsamen Wahlverband zum Kongreß bilden sollen, wieder in Kraft zu setzen, nadidem dieser Beschluß vom Zentralkomitee auf- Seite 325 für uns mir in Frage, wenn sie auf demokratischer Grund- Inge cr'ogt. Weizinanns Plan ist aber aus zwei Gründen nm:<:1״<• ,r.: 5;11 um■ deshalb Kr uns nicht akzeptabel: Wir sollen ihm in ganz imrlemokratPchcr Weise unbeschränkte Vollmilch cn gelxn, Männer in die Agency zu nehmen, die seihst nicht cicmokia tisch gewählt sind. Redner wc'st na h, daß die Verdiimlnlslos'gkeit gegenüber der jüdis.hc« KuJ ur und Tradition die bchu'.l daran trägt, daß wei.e Kreise des jäTis-hea Volkes der Zionistischen Organisation nicht erfaßbar sind. Rtido'f S ntuci (Hapoel-H.1z.Tir): Die gegenwärtige Krise liegt auf dem Gebiete der Kolonisation uml der Finanzen, nicht der Politik. Wir hes reiten deshalb, die zentrale Be deuiu 1g der hier cr.'irter cn Probleme. Behandelt man sie aber, so muß man da auf hin.ve. 1en, daß zunächst die Frage!1a.l1 der Funk ion der Jewish Agency zu stellen ist und erst dann 11a.h ihrem organ,satirischen Aufbau. l>ic Fragt na11 ׳ der Funk io 1 ,-cniit u u vo n bürgerlichen Zionismus. Wir, die wir nur an eine zeniral geregelte und planmäßige Groiikoioirisalion glauben und nicht an den Aufbau durch das ״freie Spiel der Kräfte“, wünschen, daß die Jewish Age.icy, deren I cs iegu.ig im Mandat wir für den wichtigsten politischen Erfolg ül/Cihaupt halten, das zentrale Aufbau- .organ wird. Ich g'aubc n.eht dara״, daß wir durch die Jewish Agency mehr Mittel erhalten werden, als die zur Pa äsiinabujgcis erforderlichen. Diese <!c:n Keren i 1.1 1 ׳■׳»־-ר zu bekommen, werden wir weder auf die eine noch die Mi.tel erhalten, sondern nur durch cn. ln der Bildung der Jewish Agency lteckung des kleinen sind r.iKir auch mit Zur C'irohkoiorisiti n auf die andere We.se Wirtschaft!.ehe Medio. _ in der vo;gcK.11!agrr.en Form sehen wir die Gefahr, daß die vo1׳ uns 25 ״.ihre bekämpf.en jüdischen Groftfinaiisscrs von uns als legitime Verl .vier des Volkes anerkannt werden, und daß her unier Umsländen eine Körperschaft geschaffen wird, die unsere gesamte Politik sabotieren kann. Wir sind deshalb kdne warmen Freunde der Erweiterung der Agency, verlangen aber jcdenfa.18, daß sie vor einer nationalen Ki>rpcrs1Jh׳־ft verantwortlich sei. Die idealste Körperschaft für diesen Zweck wäre freilich der "'.'cit'iongrcß, aber, da diese Idee jc'zt nicht zu verwirklichen ivt, schlagen wir die Erwcilciu g des Wah'rcchts zum Zionlslcnkongreß in dwn Sinne vor, daß der Schekel abgcschafft und jeder Jude zum Kongreß wählen kann. M ses Waldmann tritt für den Oedanken des Weltkongresscs ein und lehnt eine Notabelupalitik ab. Viellridi* käme ein gern s h er Kongreß in Fra ׳e, auf dem die Juden jede« Landes cn sprechen«l ihrer Struktur vertreten sind, in Os europa auf Grund demokratischer Wahlen, im Westen durch Vertreter der großen Organ.sationen. Für Bündnispolitik, die eine Frage der Taktik und nicht des Prinzips ist. sind ■wir nur, wo die zionistische Majorität feststeht Mißlingt das Bündnis, so müssen wir stets aut unsere eigenen Kriif.e zurückgreifen können. Eine Erweiterung der Agency hat zur Voraussctuzng, daß in *ie nicht Einzelpersonen, sondern Vcrtrc.cr der Organisationen eintreten, daß die Zionistische Organisation die Mehrheit hat und daß der Präsident der Exekutive mit dem Präsidenten der Agency identisch ist. Unter diesen Voraussetzungen sind wir, weil wir zu Weizmann Venrauen haben, für die provisorische Bildung der Agency. 4. Sitzung gehoben worden ist. Die Angelegenheit wird dem Hauptaussdmß übergeben. Es beginnt nunmehr die Generaldebatte ־cr di« Referate von Kaznelcon, Feuer ring und Blumenfeld, Lazarus Barth fMisradii): Die Wahl der beiden Refc■ reuten Knzuclson und Fcuerring war insofern keine glück■ liehe, weil zwar Feuerring konsequent für splendid Isolation und gegen den Weltkongreß sjirach, Kaznelson aber den Weltkongreß in Wahrheit nicht bejahte, sondern ihn saboticric, indem er uncndlidie Kautelen verlangte. In der Tat ist das Eintreten mancher Kreise für den Weltkongreß deshalb so schwächlich, weil sic den Kongreß aus Schwache wollen. Der Misrachi hat stets dem Weltkongreß verlangt Der Ruf zum Weltkongreß hätte in den Tagen von San Rcmo zündend auf die jüdischen Massen gewirkt. Wir halten den Weltkongreß für eine Notwendigkeit, da es pnlästinafreundüchte Teile des jüdischen Volkes gibt, die nun einmal, um das Wort von Pinsker zu variieren, ,,zionktopbob“ sind. Es ist nichts geschehen, um dem Beschluß der Jahreskonfcrenz über einen Weltkongreß mit dein Elan durchzufübrcn. mit den! man andere Aktionen, z. B. den Keren Hajessod, durcligeführt hat. Während wir liier an,lklcmokr.1tis<ti1c Pläne besprechen, rüstet eich die Agud.ih, einen demokratischen, die Palästinafragc umfassenden Kongreß einzuberufen. Da zeigt sich nicht nur die Paliistinafreundlichkeit dieser Teile des jüdischen Volkes, condcrn auch, daß man dort von uns zu lernen beginnt. Ein« Erweiterung der Jewish Agency kommt Dienstagvormittag 10 Uhr. Dr. Leit wer: Die gegenwärtige Kri9c beruht auf drei Momenten: auf unserer Unfähigkeit, die politischen Erfolge in reale Pa'äs׳inaarb1:it umzumünzen, auf der arabischen Frage und auf der Möglichkeit einer Aenderung der britischen Palästin,!politik. Für das Problem der Heranziehung der Nichtzionislcn gab es schon auf der Londoner Jahreskonfcrenz zwei Grirppcai. Brandeis wünschte Erhaltung der Zionistischen Org.v1is.1ion als des Trägers der Kolonisation und Politik, Pes hränkung auf dc;1 Paläs.inaaufbau und Eintritt führender Nidtiz.oiiistcn in die Zionistische Organisation, während Wcizmann schon damals eine Jewish Agency mit Nichtzionis.en wollte. Auf dem lc.ztcn Kongreß wurde dem Standpunk.e von Br.mdcis’ Freunden der Keren Hajessod-Gcdanke entgegengesetzt. Der Keren Hajessod sollte der große Aufbaufoiids werden. Dieser Plan ist völlig mißlungen. Der gegcuwiirlige Wc zmannsdie Plan ist schwer zu beurteilen, da wir über die Ergebnisse der Vorbesprechungen nicht informiert sind. Erforderlich ist zur Fortführung unserer englischen Politik die Gewinnung englischer Jude», was Weizmann bisher nicht gelungen ist. Wenn der Brandeis- »die Weg heule nicht mehr gangbar ist, käme eine Er- Weiterung der Agency allein in Frage. Das ist aber keine Frage eines Programms, sondern praktische Eifahrung. Die Agency hat aber auch die Aufgabe, für Palästina, «las nicht nur Arbeit, sondern gerade auch Kapital braucht, die Kreditbasis zu schaffen, die die Zio1Ts.is1.he Organisation allein nicht schaffen kann. Es müssen «deshalb mit den der Agency bci.relciiden Orgauisa ionen Verträge abgeschlossen werden, die die Schaffung einer solchen Kredit bas« ermöglichen. Felix Roscr.blüth (Zentraler B!«xk): Die Aussprache ira Kreise des Zentralen Bocks hat trotz der Schwierigkeit der Probleme bereits am ersten Tage im allgemeinen zu einer Klärung geführt. Wir haben allgemein fcstgcstdli, daß, um mit dem Negativen zu beginnen, niemand in unserem Kreise die Verantwortung dafür übernehmen würde, die von Wcizmann verlang.« Erweiterung der Jewish Agency abzulehiKcn. im übrigen waren in unserem Kreise'zwei Schatticrungen bemerkbar. Die eine geht vor allem von einem siarkeu peisönlkhcn Vertrauen zu Wcizmann aus und glaubt, daß die sich bietenden Chancen zu benutzen sind. Die andere ist etwas optirriists.hcr gestimmt und will konsequent die Fortsetzung der seit 1918 verfolgten Bündnispolitik. De von uns vorgcsdilagcne Resolution verlangt von der Exckutive Sdirit.e zur Stärkung der Zionistischen Organisation und erteilt dir gleichzeitig die Vollmacht zur Bildung der Jewish Agency. Wir haben an den Anfang unserer Resolution den Gedanken tunlichster Beschleunigung des PaläsünirmfbaiM gesteift und dnm.t das so wichtige Zcitmomcn bclarit. _ Besonders wichtig srlieint uns aber die in tinsere. Resolution getroffene Festste Jung, daß es sich nicht ctWi darum!landein kann, durch die Erweiterung der Jewish Agency eine Lösung der gegen wärtigen Krise zu finden, sonuern nur ein! Erleichterung zu schaffen. Wir wollen den Au schein vermeiden, als liäitcn wir ein neues AUhcilmiltei gc fuiulcn. Wir fordern gleichzeitig die Stärkung der Zic nistischcn Organisation, was in engstem Zusammenhang ml der Erweiterung der Agency sicht. Wir grenzen uns dami scharf gegen jene ab, die aus der Verzweiflung über di Schwäche d«׳ Zionistischen Organisation die Er.ve.icrung de Agency verlangen. Ucbcr die Frage des Weltkongresse liegt noch keine Klärung im Zentralen Block vor. Mein persönliche Ansicht ist die, dati wir ein I>ap1x־ltcs zu tu; haben! die augenblicklich schon vorhandenen Palästinakräft« des jüdischen Volkes zu aktivieren — in dieser Richtung liegt der Vorschlag zur Erweiterung der Jewish Agency — una eine auf die Dauer berccluie.e Wirkung dadurch »1 erzielen, daß wir neue Krähe wecken. Das bedeutet die Forderung der Vers.ärkun״ der zionistischen Propaganda und . die Forderung des Weltkongresses. Das Bedenken ge׳׳ea etn Weltkongreß liegt darin, daß er sich an dasselbe Element