Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 51-52 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652549--16661-2674328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
. 5§ נש.־־ ד! ns K־h d»aj a>r.l»nv, 51vrt ca. / tki« ■**füHri* nü<ü tor^ü Dan 1 Ö נו aclca 7 «Ub*. >«bg,4 Uder«. um^ tfi&i•• 1. fing» בע >. t. tvah n.10;ro• r-o - ®ץ ך* ־׳/ 1״*r׳ \־־ל.rrr״׳*r 1 n! i ן'; .! V ־ 1 1 I V. ץ»ן 1 1 v י .l נ... ■•! / V-i / N ( ) V n י"׳“ 1 T“ נ 1 ן■ י■» «•«ן L,J V.. "\ ■) Mr / r ד וי/ ף, נ RcdaMionu.Vcrla.gW15, S5cb1Uch«Str.8. Erscheint )cdaaDlenstr.g und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition 12000—M. Vierteljahrjieh in Deutschland. Bestellung bei den Postämtern monatlich. At11Ut1J»b'm"*mtnl* Wcrdu ta der WihrunJ der etnjetneo Linder berechnet, **Kummer 51/52 1 Berlin, 29. VL 1923 Anzc iden-V crwr.lttmß; Jädlscbc Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, SKchiUah« Straße 8. — Telephon 1 Amt Pialzburg 6697, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis für die nchtgespaltencNonpareillezeile BOOM, l'ur hcbr.Anida.n ISOJiAufioliUtf. b'Or Aml.ndilneertle t00!!tVel«te1mot11*ä Anzeigenschluß! Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. r;1?'׳- ::,dsai Telephon! Pfalzburg 6697u, 6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 1739Z Für Oesterreich( PoeUparkaatenamt Wien, Konto Nr. 15603a Für Tschechoslowakei: Po.vUparka*»08n!nt Prag, Konto Nr.59410» — RedaktionsschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag. - ט< תמוז׳ תרס״ג XXVIIL «Jalirg. per Zionismus orslrcbi (Qr cäas JBdlscfsa Volk dla StlnalVsing olnor öffentlich ■ rechtlich gesicherten Molmstulta In Palästina• ״Qoseler Programm.1 \N p-a* לנד,׳. %*/ ץףייי׳- ^*ייך KLr ii «• w. fi■ •ך K % i *ך I USf «J ua ^©r JM, Kr. ca npLUGil kollon« |p-r"-•.* 11'i.iiy iP-h *«״> W w* כשי «L Ilablx ־ Kücb«. iahtnnfj itxi Art um 1i3:״l b4.udfl Kr. 0. . tlßWe '1. Staut (J ין *־■* M0111ar. den 25. Juni 1923, vormitfags Va^O Uhr. Im Saale des Vereins hauscs zu Dresden, wurde der X1X. Dclegicrtcntag am Montag vormittag um 10י/ג Uhr bei Anwesenheit von über 200 Delegierten und zahlreichen Gästen eröffnet. Herr Rechtsanwalt Felix Rosenblüth, der Vorlitzemlc der Z.V. f. \, führt in seiner Er&lunagsrefie liwa folgendes aus: Wir stehen wenige Woch'en vor dem Kongreß. Die Beschlüsse, die er zu fassen haben wird, können von großer Tragweite sein und die dort zu lösenden Probleme eben auch unserer Tagung das Gepräge. Hier werden diesmal nicht die Richtlinien für unsere lokale Arbeit festgestellt, sondern die Fragen des allgemeinen Zionismus erörtert. Wir treten bewußt aus unseren territorial begrenzten Arbeitskreis heraus, um Stellung zu den großen Fragen der Gesamtbewegung zu nehmen. Die englischen, amerikanischen, polnischen Zionisten sind in diesen Tagen zusammengetreten, um über die Fragen des Kongresses Klarheit zu gewinnen. Das ist auch unsere Aufgabe. Wir haben lange geglaubt, daß die Größe unserer Idee und die Anfänge ihrer Verwirkiicluing an sich’ und durch sich geeignet seien, die jüdische und nichtjüdische Welt für uns zu gewinnen, in einer erst kürzlich verflossenen Zeit schien es, als wenn die Welt sich Bestrebungen öffnete, die neue und bessere Bcziclurngcn der Völker schaffen wollte. Damals, als die Gedanken des Minoritätenschutzes, des Selbstbestimmungsrechts der Völker, die grandiose Konzepiion des Völkerbundes auftauchten, war es ein Bekenntnis politischer Sittlichkeit, für die jüdische Heimstätte in Palästina einzutreten. Damals verglich ein Staatsmann die Weltlage dem Zustand des K ItiscXn Meeres, bevor es zufriert Er riet uns, die Zeit zu nutzen. Jetzt stehen wir in einer Epoche der Reaktion, der Skepsis und der Resignation und müssen auf der Hut sein, daß nicht auch uns gegenüber eine Erstarrung der Welt eintritt Wir haben die Pf licht, jetzt laut und deutlich von unserem Zionismus zu sprechen. Wir erstreben eine jüdische Massensicdlung In Palästina auf dem Boden wirtschaftlicher und kultureller Produktivität. Wir wollen den Glauben der Juden an sich und ihre Leistung erwecken. Die große theoretische Leistung des Zionismus lag in der Erkenntnis, daß die Judenfrage in unserer Minoritätsstellung beschlossen liegt. Das Judentum befindet sich in einem Stadium der Liquidation, bestenfalls treuer Nachlaßverwaltung, Zionismus aber bedeutet Leben und Entwicklung, bedeutet Vermehrung der Substanz. Eine geistige Erneuerung ist aber nur auf dem Wege der Produktivierung aller Kräfte, auch der wirtschaftlichen, möglich. Unsere Chaluzim, denen auf jeder Tagung unsc.r erstcrGruß gilt, leisten nicht nur wirtschaftlichen, sondern auch kulturellen Aufbau. 1 , Ein völkisches Hetzblatt hat jüngst ein Preisausschreiben für den Nachweis erlassen, daß der Zionismus in Wahrheit geheime Ziele jüdischer Weltherrschaft verfolge. Ich halte es fürunterunserer Würde, aufsolchcVcrlcumdungeneinzugchen. Aber ich will feststcllcn, daß die deutschen Zionisten solidarisch mit allen deutschen Juden in der Abwehr des Antisemitismus sind. Wir glauben, durch unser aufbauendes Werk in Palästina zu diesem Abwehri kämpf beitragen zu können. Der Antisemitismus enthält! pathologische Bestandteile, die von Pinsker sogenannte j Judophobie, jenes Grauen der Völker vor unserer Fort-! «istenz. Der Antisemitismus bedeutet auch für die anderen Völker einen Lcidenszustand. Von unserem, vor der weitesten Oeffcntlichkeit durchgeführten Werke der Normalisierung des jüdischen Lebens, erwarten wir eine Befreiung■ der Welt von diesem Druck. Unsere Beratungen werden sich mit Einzelfragcn : 10 beschäftigen haben, aber ■es wird unsere Aufgabe sein, dabei niemals die Größe der Gesamtidee zu vergessen. « Bh Problemstellung ist einfach. Schwierig ist es, die; Lösung zu finden. Seit dem 2. November 1917 hat! unsere Bewegung einen starken Auftrieb zu ver-; widmen. Uns und der Außenwelt braucht man nur 1 fine Ziffer zu nennen. Die Eingänge des Keren Haj iXod im Mai 1923 betrugen 65000 Pfund, d. h. etwa ebensoviel wie wir in sieben Jahren vor dem Kriege; 5*nun eiten. Und doch sprechen wir seit Jahren von dner Krise in der Bewegung. Denn stärker noch als 11«scre Kräfte sind die Schwierigkeiten gewachsen. Die Zionistische Organisation — Jewtsli Agency Von der Ansicht ausgehend, daß die notwendige Beschleunigung des Aufbaues von Erez Israel die Stärkung der Zionistischen Organisation voraassetzt und durch Kooperation mit solchen nichtzionistischen Kreisen, die gewillt sind, bei der Errichtung der Jüdischen nationalen Heimstätte zu helfen, erleichtert werden kann, soll die Deutsche Landsmannschaft auf dem Kongreß für folgende Richtlinien eintreten! 1. Die Exekutive wird beauftragt, durch Ausbau der zionistischen Verwaltung und Propaganda für eine kontinuicrlich fortschreitende Festigung und Erweiterung der Zionistischen Organisation Sorge zu tragen. 2. Die Exekutive wird ermächtigt, zur Jewish Agency Vertreter solcher Organisationen heranzuziehen, die gewillt sind, bei der Errichtung der Jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina zu helfen. Finanzpolitik 1. Der Aufbau Palästinas erfordert neben den Intensiven Sammlungen für die Gcmcinschuftsfonds K. K. und IC. H. den Ausbau der bestehenden und die Schaffung neuer Finanzinstitute. Der Delegicrtentag beauftragt seinen finanzpolitischen Ausschuß, der Exekutive eine Denkschrift über die Finanzierung dos Palästina-Aufbaus vorxulegen, die die in seinen Verhandlungen zu Tage getretenen Probleme und ihre Lösungsmöglichkeiten behandelt. 2. Der Delegiertentag empfiehlt, daß möglichst bald von der Exekutive eine Konferenz von Fachleuten für Finanzierungsfragen cinbcrufen wird, die den Gesamtplan für die Finanzierung systematisch begutachten soll. 3. Die Finaivrjroprgr nda ׳soll unter Beteiligung der verschiedenen Geldaufbringungs - Institutionen in einer einheitlichen Zentralstelle zusaimncngcfaßt werden. Die Zionistische Organisation soll für die großen Wirtschaftsgebiete Stellen cinrichtcn, deren einzige Aufgäbe die systematische Herstellung wirtschaftlicher Ver■ bindungen zwischen Palästina und der Diaspora ist. Weitere Beschlüsse im Innern des Blattes, Volk. Der Artikel 4 des Mandats gibt dafür die rechtliehe Basis. Hiervon werden wir am Beginn unserer Tagung zu sprechen haben und werden die Mattherzigkeit großer Teile unseres Volkes konstatieren müssen. Auch unser kolonisatorisches Wollen entspricht noch nicht unserm Können, das erst in jahrelanger Praxis erworben werden kann. Aber Zionismus bedeutet Ucbcr- Windung der Schwierigkeiten, an der Lösung leichter Aufgaben gesundet das jüdische Volk nicht. Di e K r i s e, in der wir zweifellos stehen, ist nicht ge- Jährlich, solange wir die Krise als solche empfinden. Es besteht die Oclalir, daß wir den gegenwärtigen Zustand als normal empfinden lernen, daß unser heroischer Uebcrwindungswille erlahmt, daß wir zur Kleinkolonisation zurückkehren. Aber wir haben in der Tat, wie cs von unsern Führern oft gesagt wurde, keine Zeit. Deshalb gibt es für uns keine Wahl zwischen Groß- und Klcinkolonisation. Nur aus der vollen Kenntnis der Gefahr, in der wir stehen, kann die Kraft zur Uebcrwindung der Krise folgen. Ich will hier noch ein Ereignis würdigen, das ich für das größte zionistische Ereignis des letzten Jahres halte, das Erscheinen von Herzls Tagebüchern. Das ist das Buch des zionistischen Arbeiters, des Trägers unserer Gedanken und unseres Werkes, das große Scclendokument des Bahnbrechers jüdischer Politik, für die wir die Mitverantwortung tragen. Herzls Wirksamkeit war reich an Mißerfolgen, aber jeder Mißerfolg trieb ihn zu neuer Leistung. Es gab auch vor Herzl Zionisten, aber keiner war so sehr völlig von der Idee erfüllt, ja bcsessen. Er lehrte und lebte jene Politik des ״dennoch“ und ״trotzden/‘. Seine Stärke lag in der unverglcichliehen Intensität seines Wollens. .Wir sollen uns als Schüler Herzls bewähren. (Lebhafter Beifall.) Proki amierung unserer. Idte und die Entwicklung des Orients habeTi die arabische Frage geschaffen. Seit Jähren ergeht unser Ruf zur Sammlung an das jüdische Der Redner begrüßt dann in hebräischer Sprache die Gäste, Dr. Mo ss 111 so h 11, Dr. Emil Ma r ß uii e s, als Vertreter der tschccho-slowakisclicn, und Dr. Felix Pincus ah Vertreter der schweizerischen Zionisten, sowie die Vertreter der Hitadiduth Katznelsohn und Heilmann. Wichtige Angelegenheiten haben die Mitglieder der Exekutive Lichtheim und Dr. Solowcitschik verhindert, zur Tagung zu erscheinen. Der Redner begrüßt ferner von der Jüdischen Gemeinde Dresden den Vorsitzenden Herrn Levy, und die Repräsentanten Dr. Hirsch, und Direktor Zucker, den Präsidenten der Fraternitaslogc Schapira, den Vorsitzenden des Verbandes der Ostjuden Herrn Reinhold, die ierren Rabbiner Wolf und Horowitz, den Vertreter des Centralvcrcins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Abt und den Vertreter des Vereins E*ra, Herrn Lehmann. BcflrOßmigcn Es begrüßten den Delegicrtentag nunmehr in kurzen An• Sprachen: Herr Pionkowski namens der Zionistischen Ortsgruppe, Herr Rabbiner Dr. Albert Wolf, dann, mit besonders warmen Beifall begrüßt, Dr. Mossinsohn, die Herren Felix Pincus und Ma r g ul ies, sowie Herr Nahum Gold mann namens der Organisation Tarbut. Herr Rosenblütli dankt für die Begrüßungsansprachen und schreitet zur Wahl des Büros Auf Vorschlag von Dr. Rosenberg wird das Büro des Delcgiertentages wie folgt gebildet: Rosenblüth (Berlin) Vorsitzender, Dr. Siegfried Moses (Berlin), Pionkowski (Dresden), Marcus und Rabin (Breslau), Landsberg (Wiesbaden), Dubiner (Leipzig), Kalmus (Hamburg) und Stein (Königsberg), Dann beginnen die Verhandlungen, Jewlsh Agency, Weltkongreß und Zionistische Organisation Reterat Kaznelson Sechs Jahre nach der BalfourdeklaraKon stellt die zionistische Bewegung wiederum an einem Wendepunkt. Der Entschluß, eine andere Instanz als die Zionistische Organisation zur völkerrechtlich allein anerkannten,' d. h. politisch zur Repräsentation der auf Palästina gerichteten jüdischen Be- Strebungen ausschließlich befugten Trägerin dieser Aufgabe cinzusetzen, muß in seiner letzten Tragweite erkannt werden. Es hat keinen Zweck, sich darüber ninwcgzutäusdien, daß jetzt nichts Geringeres als Bestand und Zukunft der Zionistischcn Organisation, Sicherung oder Gefährdung des jüdisrhen Kolonisationswerkes in Erez-lsrael zur Entscheidung steht, fn dieser S'unde größter v k1 schwerster Verantwortung äst es tmcrlaßlidi, zunaciist külii und nüchtern unsere S? tuation ׳ in Palästina und die Lage der Zionistischen Organisation zu prüfen, leidenschaftslos und mit klarer, ruhiger klcbcrlcgung auszusprechen, was ist, und daraus die objektiv sich ergebenden, von optimistischem Illusionismus und einem pessimistischen Fatalismus gleich ■weit entfernten Schlüsse zu ziehen. Kaufmännisch ausgedrückt, muß, bevor neue Teil- Haber in ein Unternehmen aufgenommen und Veränderungen auch der Firma vorgenommeu werden, zunächst Inventur gemacht und die Bilanz gezogen werden. Dies gilt um so mettr, wenn die Frage entschieden werden soll, ob es überhaupt notwendig ist, die Firma zu ändern und neue Kompagnons zuzuzjchen. Messen wir dann die Ergebnisse dieser Bilanz an den vor Jahren gehegten Erwartungen oder — nicht mehr bildlich gesprochen — konfrontieren wir die in Palästina bereits geschaffenen Wirklichkeiten und errungenen Positionen mit eiern Minimum unserer zionistischen Ziele, dann wird sich ein klares Bild unserer Situation und der deraus abzukitenden Konsequenzen ergeben. Was ist also zunächst das Minimum, das wir in Palästina anstreben müssen? Dieses Minimum ist auf der einen Seite weder der souveräne Judenstaat noch auf der anderen die öffentlichrechtlich gesicherte nationale Heimstätte, die nur auf dem Papier des Mandats steht, ohne verwirklicht zu sein; es ist auch nicht ein jüdisches Palästina, das so jüdisch ist wie England englisck Es ist ein Palästina, in dem das jüdische Volk eine geschlossene jüdische Siedlung und die Majorität der Bevölkerung bildet. Keine Sicherung des öffentlichen Rechts kann Palästina zu einem jüdischen Land« machen, wenn die Realität dazu im Widerspruch steht, ln politischem Sinne wird Palästina so lange ein Galutliland sein, wird es nicht uns gehören, als die durch kein noch 90 ausgeklügeltes Rcdiissystcm zu bannende Gefahr besteht, daß wir einem fremden Willen in unserem eigenen Laude unterworfen, daß wir ntajorisiert werden können. Solange sich auch in Palästina das ewige jüdische Galuthschicksal der Minorität wiederholt, die geschützt werden muß, anstatt aus eigener Macht ihr Seibstbestimmungsrecht zu besitzen, ist Palästina nicht Ercz-Israei, Im Hinblick auf das in der letzten Zeit eo häufig gebrauchte SchLagwort von dem Naüonalitütcnland-e, das Palästina werden soll, muß eindeutig erklärt werden, daß dieses Wort in einem zionistischcn Sinne niemals so verstanden werden kann, als ob die Juden dort eine nationale Minorität bilden dürften. Darum tut es in diesem Augenblick mehr als je riot, sicii an das wirkliche Ziel des Zionismus, an seine geschichtliche Berufung, wie sie Theodor Herzl gesehen hat, zu erinnern. Dieses Ziel ist die Lösung der Judenfrage. Die Judenfrage ist erst gelöst, sobald das jüdische Volk nicht mehr in der Zerstreuung als Minderheit, die geschützt werden muß, sondern in Freiheit, mit dem liecht, der Macht und der Möglichkeit der Selbstbestimmung in einem, dein eigenen Lande als geschlossene Volksgruppe lebt. Wie Ist nun, an diesem unverrückbaren Minimalziele der zionistischen Bewegung gemessen, unsere heutige Situation, die Lage des Jiudunv und die Lage der Organisation? Es hat wenig Sinn, darüber zu streiten, ob die seit Kriegsende in Palästina von uns erzielten Fortschritte .groß oder gering sind, ohne einen objektiven MalSstnb zu besitzen. Diesen kann nur die Größe der uns gestellten Aufgabe und die Dauer der uns zut Verfügung stehenden Zeit ab,:eben. Die Aufgabe, die Bevölkerungsmenihcit in Palästina zu erlangen, ist zahlenmäßig bestimmbar mdi dem Menschen und nach dem Lande, das wir noch benötigen. In welchen Zeitabschnittcn, mit anderen Worten in welchem Tempo wir jedoch diese uns gestellte Aufgabe erfüllen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste ist die arabische Bcvölkcning. Die Araberfrage ist heute die zentrale Frage des Paläsiinaaufbaus geworden, und jede Wisse der jüdisch-arabischen Beziehungen wirft auch sogleich ihre Schatte;»