Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1923-06-22 · Heft 50 (22.6.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 50 (22.6.1923)
Date
1923-06-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652548--16650-2674316
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

EüHZGLH UMMER 500.«— H d 000, Aiein.;'cracr ”.03C3 ■179 777 720 000 71 450 07 2 092 ■tarnt;־־r ל—! *״■■״*״ין ^%l״״ י*׳ י 1ן!1\ 3 \ 3 N נ l j 1■ Rtdäklionu.VcrlagW15, SächsischeStr.8. ErscheintiedcuDienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition 12000.—M. Vierteljahr- [ich in Deutschland. Bestellung bei den Postämtern monatlich. ^ul|atK!5«bonnem*oU werden in der Währung der einzelnen Linder berechne!. Nummer 50 fi Berlin, 22. VI. 1923 y^a^r.-’c3■■ -------— .־:■ ■... ■ Anzcijten-V crwaltunß: Jüdische Rundschau G.m.b.Ii., BcrlinW15, S&chsUche Straße 8. - Telephon; Amt Pialzburg 6697, 6698 u.6699. Anzcijicnpreiu iür die achtgcspaUcncNonpareillczcilc 800M. Für hebr.Anxcigeo t5ö% Auf*cl11«g. Für Ausland»in#tr*t• 100״ « VilatMUichUg Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon! Pialzburg 6697 u. 6698. Postscheckkonto: ßerlinNr. 17392. Für Oesterreich! Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkessenamt Prag, Konto Nr.59410. — RcdaktionsschiuQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ח׳ תמוז׳ תרס״ג XXVIII. Jahrg. Oar Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk dla Schaffung elnar öffentlich rechtlich gesicherten MelmsttStta In Palästina. ״Baseler Programm.1*' Mark j 0. ״c». :maj'toti. . Juni , t7. J1W1 ,!,Rconia* .־iontreftl. ך )LU. [lata 1-4, *****■•*"*־־*ד• ־ <3 luden W eltbo- Seebad ,^r.Ulern, iU/ mm t. H50lge Jutpa••# 1. Fironj CO 1 h ) J / . Ktag•• innige ."5ןו^י־ 1 fUiaC r;:cy u iiini {iS 01 ״33 bwu'nol ftbend* r Sir. 9. en uiw. Tagesordnung Monia^ 25. Juni Vormittngssitzung, Beginn 9 Uhr. 1, Eröffnungsansprache des Vorsitzenden. 2, Begrüßungen. 3, Wahl des Büros. 4, Jewish AflencyjWclikongrefj und Zionistische 01 ganisaiion. Rcfc:׳c־ttc«; Dr. Kaznclsonund Isaak Feuer• ring. 5, Zustand und Zukunft der Zionistischen Weltorgamsfttion. Referent: Kurt Blumcnfeld. Nachmittngssitzung, Beginn 3Vs Uhr. 6, Debatte über die Referate zu 4 und 5. Abendsitzung, Beginn 8»/j Uhr. 7, Fortsetzung der Debatte über die Referate zu 4 und 5. Dienstag, 26. Juni Vormittagssitzung, Beginn 9‘/s Uhr. 8, Die Finanzierung des Palästtnaaufbaus. Referenten: Adolf Böhm, Wien, Heinrich Mar• gulies, Dr. Siegfried Moses. 9, Debatte. Nachmittagssitzung, Beginn 3‘/j Uhr. 10, Fortsitzung der Debatte. Miliwodi, 27. Juni Vormittagssitzung, Beginn 9 Uhr. 11, Die nächsten Aufgaben der Palästina» kolounat.on. Referent: Dr. Chajim Arlosoroff.!2, Debatte. Nachmittagssitzung, Beginn 3*/a Uhr. 13. Beschlußfassung über Anträge und Resolutionen. 1t, Antrag des Landesvorstandes auf Abänderung des § 6 der Statuten. : b, Neuwahl des Vorsitzenden. v I b. Verschiedenes.;1 1 Als Vertreter der Executive werden die Herren Wicht he im und Dr. So 1 o w c i t s c hi k an den; crliandlungcn des Dclegicrtentages teilnchmen. Ort der Tagung: Dresden. Zinzendorfer Str. 17. I! Vorkonferenzen Am Sonntag, den 24. Juni 1923. j i. Vorkonferenz (Jugendkonferenz). | T 11 c in a:! Martina, Galutharbcif und zionistische Jugend. j ^ginn 9 Uhr vormittags. Referent: Kurt Blumcnfeld. | Ort: Großer Saal des Künstlcrhauscs, Albrcchtstr. 6. II. V 0 r k o n f e r e n z. i.*GH : Thema: LvtO Die Bekämpfung des Antisemitismus.;im *in beginn 4 Uhr nachmittags. Referent: Karl Glaser. £~1 3י־ Vereinshaus, Kleiner Saal, Zinzendorfer Str. 17. i _ Zur Jugcndkoiikrcnz haben außer den Delegierten Mit- 1׳!«lcr der zionistischen Jugendorganisationen Zutritt, die sich \r\v>~n W* wakbc legitimieren können.' Zur Vorkonferenz über AntilAj* 1-32;;1׳'tisnius haben nur Delegierte und besonders geladene p Zutritt. 1/ ori C/fi m a.; Sitzung des Zentralkomitees ,^זי! Sonntag, den 21. Juni 1923, 9 Uhr abends, findet in, : ^,esdcti, im Vereinshaus, Zinzendorfer Str. 17, kleiner Saal,; ®e Sitzung des Zentralkomitees der Zionistischen Verj 1"l!lung für Deutschland statt. Antrag für den Deleglcrtcnfag . Dr. Jacobsohn-Breslau: Umänderung des § 9 des ).!"5 ücr Z. V. f. D. Absatz 3. Bei Ortsgruppen von mehr ן! fg Mitgliedern finden Verhältniswahlen nach einer vom J!,'| Cäv־orstand zu erlassenden Wahlordnung statt, wenn ein 11gehender Antrag mindestens sechs Wochen vor dem!4;rt׳trtcniag von v.vigstcns 30 Wahlberechtigten gestellt i ן sp*tr\r\ Um» ilVU 11 1L Um» •t. Bahnholsilienst Am Hauptbalinhof, Mittclhallc, wird eine A u s k u n f t s ■ und E m p f a n g s s t e 11 e der Zionistischen Ortsgruppe einge• richtet werden. Auskünfte werden auch nach Ankunft von der Auskmiftsslellc des Vereins ״Dresdener Fremdenverkehr“, Hauptbalinhof, Ostbau, erteilt. Alle Dclcgicrtcntagsbesuchcr werden gebeten, bis 7.um Haupthahnhof Dresden zu fahren. Bequemste Fährverbindung zum Vereinshaus mit Straßenbahnlinic 1 und 5 bis Georg- oder Pirnaischer Platz. Jugendtagung Für die Unterbringung von Jugendlichen stehen zwei Jugendherbergen mit 85 Betten zur Verfügung. Die anderen Jugendlichen werden voraussichtlich in einer Turnhalle untergebracht werden. Alle Teilnehmer müssen Decken mitbringen. Der Preis für das Nachtlager wird etwa '300 bi» 400 M. betragen. Für die Verpflegung muß selbst gesorgt werden. Gastkartca Für die Tagung werden Oastkartcn für die ganze Dauer an der Kasse des Dclegicrtentages ausgegeben. OcH entliehe Versammlung Ara Sonntag, den 24. Juni 1923, abends 8יג/י Uhr, findet im Großen Saal des Künstlcrhauscs, Albrcchtstr. 6, eine öffentliehe Versammlung statt. Referenten: Dr. Arlosoroff, Dr. Nahum Goldmann, Dr. Mossinsolin-Paliistina, Bcgriißungsabcnd Am Sonnabend, den 23. Juni 1923, veranstaltet die Zionisüsche Ortsgruppe Dresden einen Bcgrüßungsabend Im ״Italicnischcn Dürfäicn“, Thcaterplatz 3, zu dem alle anwesenden Delegierten und Gäste hierdurch cingeladen werden. Verpflegung Rituelle Verpflegung wird in den Räumen der Fratemita*■ löge, AioriUsir. 1 b, siatit'indcn. Lcgltimalionshnrtcn Alle Delegierten, die ilire Legitimationskarten wegen verspäteter Meldung der Wahlresultate noch nicht erhalten haben, können dieselben im Büro des Delegiertentages in Dresden, Vereinshaus, Zinzendorfer Straße 17, vor Eröffnung der Tagung in Empfang nclunen. — Ebenso müssen sich alle Ersatzdelcgiertcn, die infolge Verzicht des für sic gewählten Delegierten in das Mandat eintreten wollen, vor Zusammentritt des Dclegicrtentages im Büro melden. Die Ewer-Gesellschaft veranstaltet anläßlich des Dclcgiertentages im Konferenzgebäude in Dresden eine Aus- Stellung literarischer Neuerscheinungen in deutscher, hebräiseber und jiddischer Spradie. Wahlresulfale Aliens tein: Dr, Alfred Apfel, Berlin, Delegierter. Bremen: Irma Laiulesdorf, Bremen, Delegierte; Kurt Zacharias, Bremen, Ersatzdclegicrtcr. Cöthen: Mcnachem Sieradzki, Cöthcn, Delegierter; cand. ing. Herbert Philipp, Cöthcn, Ersatzdelcgierter. Cottbus: M. Hänfling, Cottbus, Delegierter; A. Haller, Cottbus, Ersatzdclegicrtcr. Duisburg: Dr. Epstein, Duisburg, Delegierter. א Erfurt: Dr. Robert Weiß, Frau Maier Brenner, Erfurt, Delegierte; Emil Unger, Melitta Köhler, Erfurt, Ersatzdelegierte. Pfauen: Jacob Srcbnik, M. Rritzmann, Wauen, Delegierte; J. Glück, Plauen, Ersatzdclegicrtcr. Karlsruhe: Dr. Roscnfekl, Erich Gelber, Haller, Karlsruhe, Delegierte; Fuchs, Ahifekl, Bauer, Karlsruhe, Ersatzdelegicrte.. Pforzheim: Erich Oelber, Karlsruhe, Delegierter; Frau R.-A. Dr. Jacobsohn, Breslau, Ersatzdelegicrte, Stolp: Frau Professor Heinrich Löwe, Berlin, Delegierte. Zwickau: Dr. Noßbaum, Zwickau, Delegierter; Frau Sophie Friedmann. Zwickau, Ersatzdelegicrte. Hindenburg: R.-A. Dr. Wcißmann, Reuthen, Delegierter; Frl. Studienrat Goldstein, Gleiwitz, Ersatzdelegicrte. Essen: Paul Stciuwcg, Essen, Delegierter. Chemnitz Misrachi-Ortsgruppc: Lipa Scharf, Chemnitz, Delegierter; Dr. F. Geis, Chemnitz, Ersatzdclegicrtcr. Dresden Misrachi-Ortsgruppc: A. Burg, M. Schiffmann, A. Trinczcr, Dresden, Delegierte; H. Baron, ■S. Feuer, D, Liptsciscr, Dresden, Ersatzdelegicfte. Dresden: Misrachi-Jugcndgruppc: Leo Schornstein, Drcsden, Delegierter. Cöln: Misrachi-Orts- und Jugendgruppe: Jacob Schnelling, Cöln, Edmund Lewy, Berlin, Dr. Emil Cohn, Bonn, Delegierte: L. Aschkenasy, Cöln, Dr. Kahan, Berlin, L. Nümberg, Cöln, Ersatzdelegicrte. Ratibor: Dr. Hans Breslauer, Ratibor, Delegierter. Essen: Misradii Or!s -und Jugcmlgruppe. A.!-*aljak, Chcmnitz, Dr. E. Geis, Chemnitz. Delegierte; Eiligerer, Drcsden. A. Kesten ,Dresden. .Ersatzdelegicrte. Karlsruhe: Misradii Ortsgruppe. Fuchs, Karlsruhe, Delegiertcr; Lupolianski, Karlsruhe, Ersatzdclegicrtcr. König sh erg; Mlsrachi Oyisgruppc. S'mon Sclrercschewski, Königsberg, Delegierter; Moses Hausmann, Drcscicn, 1 ■!*c•t 2׳'lc"cD׳' ,rtri* * Gr. Strchlitz: Dr. H. Stahl, Berlin, Delegierter. Osnabrück; Frau B. Epsicin, Duisburg, Delegierte, ־ Zum iresilencr Beleoierlcnfag Schon einmal hat in den Jahren nach dem Kriege in Deutschland ein Dclcgicrtentag der Zionistischen Vcrcinigung für Deutschland stattgefunden, auf dem unter Ausschaltung aller l'ragen unseres Landesverbandes nur solche Probleme erörtert und behandelt wurden, die den Gcsaintzionismus betrafen. Aber jener Paläsiina-Dclegiertentag unterschied sich wesentlich von der Dresdener Tagung, an derm Beginn wir jetzt stehen. Damals galt es, nachdem der Krieg beendet und die politische Lage sich günstig gestaltet hatte, zum ersten Mal wieder an die Behandlung praktischer Fragen heranzugehen, die deutschen Zionisten, die in den letzten Jahren den Zionismus als ein theoretisches Problem und als ein politisches Kalkül betrachtet hatten, daran zu gewöhnen, den praktisch-kolonisatorischen Aufbaufragen etwas nachzugehen. Ein praktisches Ergebnis konnte jener Palästina-Dclcgiertcntag kaum haben. Eine weit höhere praktische Bedeutung kommt dein Dresdener Delegiertentag zu. Er tritt unmittelbar vor dem 13. Zionistenkongreß zusammen, in denselben Wochen, in denen auch andere Landesorganisationen sich zusammenfinden, um zu den Kongreß-Problemen Stellung zu nehmen. Heute stehen wir nicht am Beginn unserer praktischen Arbeit, sondern haben schon ein Stück Weges zurückgelegt, und es gilt ebenso zurückzuschauen wie vorwärtszusehen. In den Erörterungen über die gegenwärtige Situation des Zionismus und über die Wege, die der Karlsbader Zionistenkongreß einzuschlagcn hat, ist bis zum Ueberdruß das Wort wiederholt worden, daß es sich darum handelt, neue Wege zu finden und zu beschreiten. Es wird, wie uns scheint, eine wesentliche Aufgabe des deutschen Dclegicrtentages sein, die Berechtigung dieser stets wiederholten Forderungen nachzuprüfen und dem gegenüber zu fragen, ob nicht vielleicht eine gewisse Kontinuierlichkeit, ein Beharren auf eingeschlagcnen Wegen unserer Bewegung förderlicher sein kann, als das Rufen nach den völlig neuen Mitteln. In langjährigen Auseinandersetzungen innerhalb des dcutsehen Zionismus und innerhalb des Wcltzionismus waren wir zu einer ziemlichen Klarheit in den grundlegenden Fragen gekommen. Wir hatten erkannt, daß die Zionistische Organisation als die nationale Trägerin des Aufbaugedankens, als das organisierte jüdische Volk, das nach Palästina tendiert, heute stark genug ist, mit anderen Gruppen gemeinsam sich zu verbunden, um gemcinsame Arbeit zu leisten. Wir hatten es ausdrücklich abgclehnt, eine Verstärkung aus nichtzionistisclicn Kreisen dadurch zu gewinnen, daß wir unser zionistisches Programm in einer einschränkenden Weise interpretierten, um auf diese Weise Gruppen von Juden oder einzelne Juden in die Zionistische Organisation liincinzuziehcn, die es ablehntcn, sie in ihrem gegenwärtigen Zustand zu bejahen. Dieser Gedanke fand seinen Ausdruck in der Schaffung des Keren Hajcssod und in den Versuchen, Nichtzionisten zur Beteiligung an diesem Fonds heranzuziehen. Es erscheint uns völlig verfehlt, nach der kurzen Keren Hajcssod-Arbeit, die hinter uns liegt, bereits ein abschließendes Urteil in der Richtung zu fällen, daß eine Gewinnung von Nichlzionistcn für den Aufbau Palästinas in erheblichem Maße mißlungen sei. Auch ein Urteil im umgekehrten Sinne wäre verfrüht, aber weit eher verständlich. Niemand durfte antichmen, daß es gelingen könne, im Laufe weniger Jahre große Teile der Nichtzionisten zu wirksamer Anteilnahme an Aufbauwerk zu veranlassen, wohl aber zeigen die Zr gebnisse des Keren Hajcssod und zahlreiche Einzel tatsachcn, daß die Beteiligung der Nichtzionisten an Keren Hpjcssod im Wachsen begriffen ist. , Wenn so der Gedanke der Bündnispolitik, wc' davon entfernt, sich überlebt zu haben, vielmehr im lau! samen Fortschreiten begriffen ist, so sind wir anderersci. nicht der Meinung, daß die Form, in der der Kerci Hajessod die Heranziehung der Nichtzionisten Vorschlag: die einzig mögliche oder auch nur die beste Form sei Es scheint uns, als wenn der Gedanke, andere Kreise de jüdischen Volkes dadurch zur Mitarbeit hcranzuzichcn daß wir ,ihnen den Eintritt in die Jewish Agency ermöglichen, als ein konsequenter Schritt in dem Gedanken der Bündnispolitik angesehen werden kann. Das bedeutet aber, daß cs sich hier nicht darum handeln kann die Namen einiger Notabein zu bekommen, um mit ihnen die Fassade der Jewish Agency auszuschmücken. Vielmehr ist auch hier von unserem Grundgedanken auszugehen, daß, wie wir selbst es strikt ablchnen, von unserer grundsätzlichen Uebcrzcugung etwas preiszugeben wir dies auch von anderen Gruppen nicht erwarten, daß’aber

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.