Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1923)
- Date
- 1923-06-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 4& IUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 305 Presse ־ Ktitidscbati ln der ״Vos»isehen Zeitung“ schreibt der che- ״u|j£>e Staatssekretär und Sozialdemokrat Dr. August Miiilcr eine Artikelserie über ״Das neue Zion“, datiert von *]iiita »I. Mni. Dieser Artikel ist ein journalistisches Kuriosum, J|IHI ״ ist mivcrstaiullich, tlali ein ernstes Blatt ihn libciiiaupt alxiriicken kann, denn dieser Bericht ״Das neue Zion“ beruht nur auf — einem ״Bück in das gelobte Land“. Dr Müller w«rtle nämlich ans sanitären Grünen, weil sein Schiff pestverdächtig war, in Palästina nicht ans Land gelassen, und jehreibt mm die Gedanken wieder, die ihm angesichts dieser tnii.iuwhH'n Hoffnung kommen, fcs ist schwer, darüber keine 5,sirc za schreiben. Ls wäre lohnend den ganzen Artikel 5.1U tur Satz zu behandeln, aber schade tun den Platz. Df. Muilcr war sehr gespannt,' in Palästina zai ei fahren, wiche Kelle im modernen Zionismus die Klagetnaucr spielt die er aus der Literatur kannte. Er ist enttäuscht, aus Gesprächen zu erfahren, daß die Zionisten andere Sargen loben. Dadurch wird er in seiner Antipathie gegen den /,oiiwims bestärkt, die er von Berlin mitbraililc. Lr er- 111״c1t sich der zicmisti>chen Beamten im preußischen Staatsy!,nst mul benutzt seinen Aufenthalt im Hafen von Haifa, am :;!־iicn sic eine Attacke zu reiten, die prompt von der ״Deutschen Zeitung“ triumphierend nachgedruckt wurde, in th'i» /"eilen Artikel bemüht er sich, einige •fiifonnationcu svifdci/URi beu, die er dort offenbar von irgendwelchen zusaiägcit Personen im Gespräche erhalten hat. Die Info! mal.onen iiiid »atürhrii nicht nur größtenteils falsch, vv.ihrrchoiiuch;mdi noch von Herrn Müller mißverstanden, sondern er bemit/t einfach diesen Anlaß, um mitzuteilcn, was er nicht erfahret! kor1׳t<\ Dieser Artikel ist ungeheuer komisch. Heber alle die I הוי;;eil, die Herr Müller interessiert zu haben schein. 11, gibt es ganz präzise Angaben, die er in Berlin hatte hekomme» können. Er schreibt z. B., daß die Gehälter der zionistischen Beamten auf monatlich 80 000 äg. .C geschätzt werden. Dann heißt es z. B.: ״Vielfach sind solche Unterjk'hiiningtu als Genossenschaften organisiert. Lieber ihre iTiolge oder Mißerfolge war nichts zu erfahren.“ Oder: ״Die Zahlen filier die Lin- und Ausfuhr des letzten Jahres verm;eine ich mellt zu ermitteln.“ (Der Stil erinnert an den s ligeii Prof, Ludwig Geiger.) Armer Dr. Müller! Die Zahlen sind gedruckt in den Bulletins der palästinensischen k’cgienm5״ und sogar in der Palästina-Beilage der ״Jüdischen Rundschau“. Im Hafen von Haifa kann man sic nicht ermitteln, was weiter nicht zu verwundern ist, wohl aber ist zu verwanden!, daß die ״Vossischc Zeitung“ so etwas druckt. Mau muß einmal neben dieses Geschwätz eines ehemaligen deutschen wzialistiscbcn Siaaissckrciiirs die Berichte stellen, die Ramsey Macdonakl oder in jüngster Zeit Etliel Snowden über Palästina gegeben haben. Allerdings haben diese nicht die Anmaßung besessen, auf Grund eines ״Blickes ins gelobte Laad“ z.u uiiciien, sondern wirklich die Arbeit selbst beobachtet und verstanden, daß hier eine Sache der Arbeit von hidorischer Bedeutung vor sich geht, vor der ein bescheidenes Auftreten am Platze ist. Die Artikel von Müller sind ein schönes Beispiel dafür, in welcher Weise deutsche Staatsiniinncr sich cm Urteil über ernste Dinge bilden und welche journalistischen Verantwortungslosigkeiten sic sieh erlauben. Hilac^c'fiü-Ucrlajf G. in, 15. II., Berlin Soeben erschien in deutscher Sprache (324 Selten)! \־!r : 8nr:fi ןזמן«י Inhalt: Vorwort. —־ Aus einer Donkücbrlft an da* 1 faupt tiili'0 der zicmistiBchmi ArboHspartni llitivhdut. — Dlo Lage des Zionismus «ml di« ,fowialiAgency. — Dio Lugend» von (lor Privatinitiativ«. — Di« *iouirtiiichon Spenden* foml«. — Die nioilernc LirdhiugfkolonisaUon und der inernationalo Kredit. — Pie nationale Krrilit^enieinsehnft und die Anleihe. — Pa» Syndikat, di״ Zontrnltinuk «ml der Schuldendienst. — Pclihlß:!,laainlißigo GroUkolonisatlon, ¥ P re i»t Für Dcnfsclßnml Gmndz.nlil fl Mark (äeltUlssfil des Deutschen Baclihandels). Tin ,VriTnnil 1 1/■j Shilling, flu Cent, 10 tse.hnchl- »ehe Freuen, -0000 iisterreieliDeh« Kronen, Zu 11 «liehen vom Verlagslager: B0r!!n*ün2ri61isa*:ur0. caiwsM 8,t“ä: »taw im ״K untre s“ bespricht Berl Kaznelsoii die politischv Lage und wendet sich heftig gegen die englische Regiermi״, insbesondere gegen die palästinensische Regierung, die durch Ainiiilici im״ der Wahlen gezeigt bat, daß sie vollsiändig vor den Lliemlis kapituliert hat. Ueber den Vertrag zwischen Lnglami und I fcdschas schreibt er: ״Der Ven-ucii, eine nationale Befreiungsbewegung z.u fälschen durch Prüicn- (knien, die Thronen nach jagen und Dynastien begründen, ict niclit neu. Wem! die wirklichen F'rcihciri.brwegungen im Orient ausbredicn werden, werden sie die Dynastien zusammen mit ihren Köiiigsmachcrri vernichten. In dem einzigen arabischen Lande, in dem cs wirklich einen Kampf um die Unabhängigkeit gibt und das für seine Befreiung Opfer bringen gelernt hat, das das Wesen einer nationalen ׳Bewegung, keimt und sich selbst als berechtigt ansieht, au der Spitze eines umfassenden arabischen Bundes zu stehen, in Aegypte 11, dort weiß man auch heute schon, daß man dm ganzen Maoiinaiionen der Familie Hussein, die eine nationale Bewegung als Werkzeug Englands fabriziert, mit Mißtraue« gegenüberstdicn muß . , , Im Jiseliuw wurde die Tatsache, daß Palästina zu einer Ware geworden ist, mit der man handelt, mit Ruhe aufgenommen, abgesehen von jenem Kreise, welcher jedem neuen Herrn . fiitgege» jauchzt, sei es nun Djcmal Pascha oder A'embcy, fei,ui oder Gournud, Venizclos oder Mustapha Kemat, AlKittialt oder Samuel, und jener Zeitung, die seit ihrer Ent- »telumg sich stets vor jedem Emporkömmling in Anbetung! schüttelt. (Gemeint ist ״Doar Hajom“. — Aiun. d. R. 1,J. R."). Die Oeffcnilichkeit blieb ־unberührt, die Stimm; Einzelner fand kein Echo. Der politische Sachverständig-.-, der Zionistischen Leitung gab seine Aufklärungen und die Vertreter des Jiseliuw hörten ruhig zu. Einige schlaue Leute heuen sieh sogar schon über das neue ״llinterlnnd“, . Den Eirund für diese Gleichgültigkeit sieht der Verfasser in den lascinvielitigiingsmetlioden der offiziellen zionistischen Organ!- satäm in den letzten Jahren: Die Oeffontiiehkeit wurde dazu «zogen,;il'.es ruhig hinzimelimeii, jedes Ehrgefühl wurde! ertötet und jede Wunde verkleistert. ״Alle Versprechungen waren nur Illusionen, von den Siegesfanfaren der Deklaration*• zeit ist uns mir Enttäuschung geblieben. Nur was wir wirklich (.,(,schaffen haben, besteht. Unsere Vergangenheit ist älter ׳ds alle Deklaraiinnen und auch unsere Zukunft hängt von iiiuc'i nicht ab. Die Pflöcke, die wir im! Laude cingeselilagvu haben und noch cinscirlagen werden, — sic werden nicht wanken. Und die Verpflichtungen, die wir auf uns selbst genommen haben, — die werden erfüllt werden.“ im ,,Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz“ schreibt Dr. Mi ba sch an (der Stadtsekretär von Tcl-Awiw) ח׳ einem Brief aus Palästina unter anderem: ״Wozu Rillen wir es leugnen? Der erste Eindruck der A'aeluiclit von der Verständigung zwischen Hussein und Engläiiu war für die Juden hierzulande ein nicdcrschnict- Urndcr. Die Bevölkerung der jüdischen Siedlungen in diesem Lande empfing den Schlag doppelt und dreifach. Noch *nß man nichts bestimmtes über das Schicksal der Balhnirpoktaration und über die Art, wie dieselbe im neuen Pakt ״'wmiienticrt wird; denn daß sich eine Eormel werde •finden 'a'»1׳n, tu« den Getreuen derselben im jüdischen und englischen Lager Genugtuung zu verschaffen, sind wir, «ach den bis- 'זיngen Erfahrungen mit der außergewöhnlichen Dehnbarkeit ״t!i ,diplomatischen Stils, fest überzeugt. Aber trotzdem '",‘.'fein liier wenige daran, daß sogar die abgegebenen '-»sidicrtingen ״in den Status Palästinas werde keine AcmleruUK kommen‘• nur formelle seien und der momentanen Bertin1pu11(r diene« sollen. Denn während man uns das '׳wsicher», wird Emir Abdullah im Regicrmigspalast auf dem Oelberg fürstlich empfangen, und reisen der Obtsrkomiyissäf 1::1:f (fer 7ivi!srk־retär nach Aman, um dort die Unabhängigkeiiserkliiruiig OstjorJaniens, in Gcsoilseliaft von König Eaisul aus McsK.jifiianilcn, iiiii/iifciern.“ :Dr. | :! k (1 h Thon veröffentlicht im' Hnpoct Haz.air einen Artikel, dessen Richtung von den anderett palädiiu־.). rischen Stimmen ahvvcielit um! zu dem allerdings die Redaktion einen Vorbehalt macht, worin er auf Grund einer Analyse der |v:11ilisd!׳e11 Inge nadiweist, daß die gegenwärtigem Ereignisse eine natwendige Folge der Tendenzen der englischen INüilik sind. Wir müssen nmimchr mit der Realität rahnen. Konnte man früher noch darauf pochen, daß die Araber ■miteiviiuimler iiiicinig mul zur Selbständigkeit unfähig sind, m schwindet heule angesichts der Tatsachen dieser ״Tro-t“ (ial.ui. Wir müssen 1ms bewußt sein,, daß seihst im günstigster! I aile die Hilfe der Mnmlatarinnclit mir auf eine bestimmte Zeit beschränkt sein kann, so daß wir über kurz oder lang doch «ns mit der arabische« Welt werden nuscinandersctzen müssen, ״Die legitionistische Periode ist für immer vorbei. Trotz des• Kampfes der •arabischen Delegation gegen un* auf allen Fronten bekommt man den Eindruck, daß wir trotzdem im letzten Jahre einander etwas näher gekommen sind. Jede der beiden Parteien hat die andere kennen gelernt •und sich mit ihr als einer Realität abmfumlc» — und dies ist vielleicht die erste Vor.r.rssctzuiig ־für eine gewisse Verein!- 1111״g im Leben.“ Dr. 11:011 verweist daun darauf, daß die Lnatronmmg Tram.jordanicns ein viel schwererer Schlag für Palästina ist, als eine etwaige Verkürzung der Nonlgrcnze, Nunmehr müssen wir uns aber auf die realen Möglichkeiten cinstelkn. Die neue Orientierung verlangt von uns die Vorbereitung! eines j ii d i s ch -a r a b i s ehe 11 Bündnisses. Ein Ausgleich muß zu finden sein, denn der Schwerpunkt der arabischen Wiedergeburt liegt außerhalb Palästinas und der psychologische Moment ist gerade; nach der Erfüllung der arabischen Wünsche günstiger. I lir Palästina .aber eröffnet sieh eine weite Pers;:rktive. Line wirtschaftliche Vereinigung mit den arabischen IJiiulern gibt der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung das grolle j hnicrlaml, für iinsern Ucberfluß an intellektuellen Kräften bietet sich ein weites Arbeitsfeld, für die orientalischen Juden ergibt sich die große Auf״,die der Vermittlung zwischen <11-11 beiden Völkern. Für eine Verzweiflung ist kein Anlaß. Die Tore Palästinas wird niemand vor uns schließen, wenn wir selbst die innere Kraft haben, sic zu öffnen. )Je ,,‘׳ veröffentlicht Ä.-C.* Sitzung und VYcKliongreft Wir haben bereits über den Schluß der A.-C.-Sitzung berichtet, in der sich eine lebhafte Diskussion über die Resolution entspann, die zur Frage des Weltkongresses und der Jcwish Agency vorgcschkigcn war. Nachdem die von Herrn Grünbaum vor£׳cschlngc11c Resolution angenommen worden war, hat nach Unterbrechung der Sitzung und nach Her,׳!tun״ der Exekutive Herr Sokolow eine Erklärung abgegeben, die 11ns nunmehr im Wort* laut zur Veröffentlichung übergeben wird. Auf Grund dieser Erklärung wurde dann die bereits in Nr. 47 der ״Jüdischen Rundschau" veröffentlichte Resolution angenomine«. Die Erklärung S o k o 10 w s. ״Ich halte es für überflüssig, die Unterschiede i« der Stellung der Exekutive zu der vorgelegten Resolution hervorzuheben. Wir haben uns ja für die Annahme der Kompromißresolution entschieden und können die hier vorgclcgt(^ Resolution nicht annehmen, weil sie bis zu einem gewissen Grad« die Freiheit unserer ITandlmigcn, die wir brauchen, beeinträchtigt. Ich habe die Versieberung abgegeben, daß wir die Idee des jüdischen Welt* kongresses nicht aufgegeben haben, sondern jm Gegen* teil bestrebt sind, diese Idee zu verwirklichen und nur in nächster Zeit keine Möglichkeit für ihre Verwirk* lichung־ sehen. Ich habe ferner die Erklärung abgegeben, daß es die Stellung der Exekutive ist, daß die zukünftigen Mitglieder der erweiterten Jcwish Agency, soweit die• selben aus nichtzionistischen Kreisen herangezogen wer* den, nur als Vertreter der organisierten judenheiten herangezogen werden sollen. Damit glaubt die Exekutive, ihren prinzipiellen Standpunkt fcsigclegt und genügende moraiischc Garantien für d:e Bildung der Jcwish Agency im demokratischen Sinne gegeben zu haben. Ich möchte Sie daher bitlcn, eine f arm für eine neue Resolution zu finden, die im Geiste der hier zum Ausdruck gekommenen Meinungen;!!)gefaßt, Sic befriedigt und auch uns als annehmbar erscheint,“ In ״Doar Hajom“ veröffentlicht Snpir eine Artikel- Serie über die KcNirgamsatiotisfragcn, Nach einer sehr scharfen Kritik an der Tätigkeit der zionistischen Leitung in: Palästina erklärt er, man müsse versuchen, neues ״Menschcn-Kapital“ zu erwerben. Dazu sei cs vor allein notwendig, daß den Beamten der Organisation das Recht genommen: wird,!1! der inneren Politik, auf Kongressen usw. mitzuhestimmen.!»נ Hanptrcfonn stellt sich Sapir so vor, daß künftig, eine Zwei* teiUmg der Funktionen zwischen zionistischer Organisation und jcwish Agency vorgciionnnen wird1. Ke /fioiiistisriri Organisation soll unser oberstes ,,geistiges“ Instrument sein, die Jcwish Agency das Instrument für praktische Arbeit. Dü; Zionistische Organisation hat also die Propaganda, die nationale Erziehung des Volkes usw. zu leiten, gewissermaßen das Volk .־iiifziibaiicn, die Jcwish Agency dagegen ist der Unter- »clnner, dem dieses Volk die Durchführung des Aufbaus überträgt. Dann werden die zionistischen Kräfte, die jetzt auf ihre ״vierzigjährigen Verdienste“ hinweisen, sich weiter aut' den Gebiete» betätigen können, auf denen *tief die vierzig j.dinge Erfahrung haben, die Jcwish Agency dagegen werde mit Hilfe von Sachverständigen die materielle Unterlage schaffen. Nach den Vorschlägen Snpirs sUJ die Jcwish Agency eine Repräsentation des ganzen Volkes sein; dies steift er sicli s:> vor, daß zunächst alle Jüdischen Weit- Organisationen, z. B. lea, Alliance, Agudas Jisrod, Lire Britta, joiiu-Distribiition-Comittee licrnngczngeii werden, ferner evtl,!::!eh Vertretungen organisierter Judeirschaften einzelner Länder, Um die Zahl der Mitglieder zu verkleinern, können mehrere Organisationen denselben Delegierten entsenden. Die Zio• nislische Organisation könne mit Recht in diesem Gremium zwei Mandat« von fünf, oder drei Mandate falls sieben Per* soneii gewählt werden, verlangen. Die Jcwish Agency müsse sofort nach ihrer Konstituierung den jüdischen Weltkongreß unberufen, der ■ihre Mandate bestätigen soll. Die jcwish Agency soll die Aufbauarbeit nicht selbst praktisch führen, sondern eine Holding Company ■bilden. Jeder Zentralismus ist zu vermeiden, Der Artikel der von 'AusfüHcrt gegen die Mitglieder der zionistischen Leitung strotzt, enthält viele Unklarheiten. Board, 01 Depulics und Zionismus Auf der Konferenz der F!1 g I i s h, Z i o 11 i s t F e d c ration in Manürcster am 10 'd M. begrüßte namens des Board of Depnties Herr Nathan Laski die Konferenz, Er erklärte, obwohl er nie aktiven Anteil an der zionistischen Bewegung genommen hat, müsse doch jeder Jude tiefe Sympathie für den Zionismus fühlen. Doch könne er nicht mit gewissen Phasen der zionistischen Politik übcrcinstirnmcn. Er könne niclit die übertriebenen politischen Interpretationen billigen, die eine Zeitlaug der Balfour-Deklaration gegeben wurden. Gegenwärtig könne man nicht mehr tun, als die Interpretation anerkennen, die die Regierung in dem White Paper Churchills gegeben hat. Dabei ist noch ein weites Feld der Tätigkeit offen, und die Wiedergeburt der hebräischen Sprache und Kultur werde auclr für die andern Juden, die außerhalb Palästinas bleiben müssen, von Bedeutung sein. Im übrigen beschäftigte sich die Konferenz, nach dem Bericht des ״Jevisli Chromde“ zu schließen, hauptsächlich mit technischen Fragen. RftliUKjSäldion!Irr die Juden Veincns Wien (]. C. B.). Dieser Tage hat sich in Wien cm Komitee aller orthodoxen jüdischen Organisationen Oesterreichs zwecks Durchführung einer umfangreichen Hilfsaktion zugrinsten der verfolgten Juden Ycmcns gebildet. Wahrend der Generalversammlung wurden Briefe yememtischcr Rabbiner verlesen, in weichen die Mehlungen »her die Versuche, die ycmcnitischen Juden durch Peinigung und Todesdrohungcu zur Taufe zu zwingen, vollauf bestiiigi wurden. Dem Wiener Vcrwaltungskonritce gehören die Wuwlerrabbincr von Czortkow, lioyan, Wiznitz, Sadagnra, I lusiatyn n. a. au. Der Verein bereitet in der orthodoxen jüdischen Welt eiirc umfangreiche Aktion zur Rettung der ycmcnitischen Juden vor. Verzieh! aut den nitnicrus clausus Bukarest. (J. C. B.) Eine aus Vertretern des Exekutivkomitecs der rumänischen Studenten zusammengesetzte Delegation überreichte dem Unterrichtsminister Anghclescu ein Memorandum, in .welchem der vorläufige Verzicht auf den n 11 m er 118 clausus und die Bitte ausgesprochen wird, daß die Kurse und Prüfungen sofort beginnen mögen. Die Delegation erklärte, daß das Memorandum im Ein- Verständnis mit der rumänischen Studentenschaft in den neuen Provinzen abgefaßt wurde. Der neue litauische Sejm 'Kowno. (J. C. B.) Am 5. Juni trat der neue litauische Sejm zu einer ersten Sitzung zusammen, in welcher das Präsidium gewählt wurde. Vorsitzender ist der Christliebe Demokrat Tumcr.äs, erster Vizepräsident ein Volks- Sozialist, iür den auch die Juden gestimmt haben. Der jüdischc Deputierte G .1 r f 1111 k c I Wurde in die Mandatskommiss Ion mnclngewülilt. Die christlichen Demokraten unterhandeln mit den Volkspaitcüen! wegen der Bildung einer Rcgicrungskoalition. Dabei stellen die Volkspartciler unter anderem die Bedingung, daß du־ privaten Banken, speziell jüdische, geschlossen und der Verkant von Waldungen an Ausländer verboten werden soll. AelierVerteilung, in BeSarabicn Bukarest. (J. C. B.) Die ״Egalitäten“ meldet: Auf Grund des A g r;1 r r e f o r m g e s c t z e s erhielten die judisclicn landwirtschaftlichen Arbeiter ungefähr 20(JOD ha im Werte von 120 Millionen Lei in den Bezirken Ohtoin, Balti, Soroca, Bender, Akermann usw. Die Vereinigung der Landwirte verteilte unter die jüdischen Bauern 042 Pferde und 20a Wagen. Aii.sfjeuüliUc KongreBredcn Soeben erschien im Verlag des Berliner Büros der Zionistischen Organisation als 4. Heft der ״Zionistischen Broschürenbibliotliek“ eine Sammlung ״Ausgewäliltc Kongreßreden“. Es enthält die Eröffnungsrede Theodor Hcrzls zu in I.Zionistcnkongreß, ferner Reden von Prof.Mamlelslaimn,Gronemann, Ruppin und Wci/mann über die Jiiilcnfragc, zionistische Propaganda, Kolonisation Palästinas und die Hebräische Universitat in Jerusalem, gehalten auf dem 11״ VII. und XL Kongrell. Diese Reuen, die die wichtigsten Probleme zionistischer Arbeit behandeln, haben noch über den Kongreß hinaus, auf dein sie gehalten wurden, praktische Bedeutung und gelten ihre Aussprüche und Schlußfolgerungen noch heute ebenso wie vor 25 (Hier vor 10 Jahren. Gerade jetzt, vor dem XIII. K011greß, dürfte diese Sammlung besonderem, auclr historischem Interesse begegnen und in weitesten Kreisen, auch nicht* zionistischen, freudige Aufnahme finden.