Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1923-06-15 · Heft 48 (15.6.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 48 (15.6.1923)
Date
1923-06-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652546--16624-2674288
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I <jl ח ן 3 י־;ר,!ןן 1 brr n lla-?0 \ '״ui ui u ic. Kiilt'n, . Aii) 01 irap ubanlt C das ■SVI1c Uhu« 1;1;Tcn, I io der, Lipp-!. La 1 von :׳):'.(Kl- ד Ex- 1 zimi!rden. atnin- Herr intcr- Lage •istag, chk׳n Uesen Bad«- 5633, ffttiröfa'liR. ). Juui -Tyr. fällig. L ■Juni South* tonia* *• ,Coll-i. IRO» lige ÖQ“ not töd* \0. lÄW. m!rt »n ikHb. «*ע 1.1 k. IG 000 8(1000 iuu«a 0210 11 nio J f'00 6(1.100 4(1000 il oOO 27:0«)!, O.W J;t i'.oo Hl׳״'» U; ).010 >0“0 1:1 w» C, (CO 10 •:M Ui 10 000 H!:00 & V 0 UM OOO 1:11(10 IHtXX) 2UfO Oir0 St'«XI fit-« 0 ) (.00 1 »0 1 (oo f 0־״ 1)1.« 21100 B>."0 .1.1« 0 « «.'< '2400 J 51 (i »׳04 I U« J14 0 I («0 jiOO 01Kz0i,nut1?101 sco.-m. ־ r. L_..- t.. נ r..נ Anzeigen-Verwaltung «, m 1י . n. —_ : j * u• iivur./uuei^nn I j\)yi! Aulicni*; Nummer 4S ■■ | Berlin, 15. VI. 1923 ין Anzeigenschluß: Dienst : pof Zionismus erstrebt für das JUdischo Volk «Ile Schaffung einer öfi I XXVIII. Jahrs, 1entlieh rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina,!Baseler Programm.“! Der eiigliseli-aralilsckie?ertrag | Vor der lliilerzcicUnung ן London. (J. C. B.) Der zwecks Abschließung der i Unlciliiindiungcn über den Vertrag zwischen England | und dem König Hussein von Hedsclias in London eingc* ,1 trofli’iic diplomatische Vertreter König Husseins, Dr.Naj'1 | ei Ass il, hat in einen Interview mit einem ״Times“- 5 ,Mitarbeiter u. a, erklärt: ״Ich bedaure, daß Palästina 1׳ den Sinn und den Zweck des Vertrages mißverstan- ׳ den 11 at, hof.'e aber, sobald der Bevölkerung Palästinas ן der Sinn des Vertrages klar erläutert wird, die heutige | Opposition sowie die Kritik des Vertrages aufhören wer- | den. H-a kein einziger Artikel des Vertrages in Mekka »| oder in Aegypten veröffentlicht wurde, so sind alle Kom- I mciitare der Zeitungen dieser Länder auf Mißver-!י ständ nissen auf gebaut. Ich bin sicher, und diejenigen, die mit der Sache vertraut sind, werden mir zustiminen, daß die Opposition auf einer fiktiven Grundläge beruht.“ j ״Bevor ich Mekka verlassen hatte,“ s«agte ferner I der diplomatische Vertreter König Husseins, ״hat mein König seitens des Königs Fcisul, des Emirs Abdullah, des Emir Said sowie seitens der Führer der arabischen : Bewegung in Palästina die Versicherung voller Loyalität und Unterstützung erhalten. Das sind die Vor- *eichen der arabischen Einheit, die der Vertrag erstrebt.“ (Die Bemerkung über die Opposition in Palästina bezieht sich natürlich auf die arabische Opposition, nicht etwa auf die jüdische. — A. d. R. ״J. R.“) Der Wortlaut des § 2 Soeben erhalten wir die palästinensischen Zeitungen, ■ welche den Inhalt des Vertrages zwischen England und j dem König von Hedsclias veröffentlichen. Die offizielle Mitteilung der Regierung lautet: Das folgende ist die zusammenfassende Wiedergabe; des Vertrages zwischen S, M. dem König von England und S, M. dem König von Hedsclias. Der Vertrag ist nodi nicht endgültig unterschrieben. S. M. der König! von Hedsclias hat einige weniger wichtige Aenderungs- Vorschläge gemacht, deren Einzelheiten noch nicht bekannt sind und die gegenwärtig zur Beratung stehen. § 1 besagt, daß keines der beiden Reiche das Land eines der beiden 'Feile’ als Wirkungsgebiet gegen den ־; andern Teil benützen darf. j § 2 lautet: ״S. M. der König von England verpflichtet > sich anzuerkennen und zu unterstützen die Unabhängig-; keit der Araber in Irak, in Transjordanien und in den | arabischen Staaten auf der Halbinsel Arabien mit Aus- ן nähme von Aden. Was Palästina (Erez Israel) be- I trifft, hat sich S. M. der König von England bereits ן verpflichtet, daß in diesem Lande nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der arabi- I sehen Bevölkerung beeinträchtigen könnte. Falls einzelne 1 dieser Reiche oder alie ihren Willen ansdrückcn werden, ä ein Bündnis für Zollangelcgenheiten oder andere Zwecke ' zu bilden, wobei der Endzweck eines solchen Bundes!; die Schaffung einer Konföderation ist, wird S. M. der; König von England, falls er von den interessierten Par- 1I Kien dazu aufgefordert wird, seinen Einfluß dazu be- -j »ätzen, um diesen Willen zu fördern. I S.M. der König von Hedsclias anerkennt die besonj derc Stellung. S. M. des Königs von England in Irak, 1 Transjordanien und Palästina (Erez Israel) und ver- : pflichtet sicfi/daß er in allen Angelegenheiten, die seinem Einfluß unterliegen und sich auf jene Länder beziehen, i ä‘lcs tun wird, was in seiner Macht stellt, um S.M. bei j Kr Erfüllung der ihm aufcrlegten Verpflichtungen zu ׳; teilen“! ‘ Die weiteren Paragraphen beziehen sich auf die Grenzen des Hedsclias, die Rechtsstellung britischer ‘ Untertanen (Konsulargeriehtsbarkeit usw.), die Stellung der Wallfahrer, diverse Verwaltungsmaßnahmen (z. B. i Quarantäne usw.), das Verbot des Abschlusses von gegen : Q» Vertragspartner gelichteten Verträgen mit Dritten.; bestimmt, daß der Vertrag‘sieben Jahre von seinem j Inkrafttreten gelten soll. | Eie jüdischen Mitglieder des Advisory Council ׳ , Jerusalem, (J.C.B.) Yellin und Gh. Kalva- 1 r'sky sind vom Waad lcunu zu Mitgliedern der neuen ü )01י der Palästina-Regierung eingesetzten Beratenden f! Körperschaft (Advisory Council) ernannt worden. Herr Ycllin und Herr Kalvarisky gehörten auch dem;! ״äheren Advisory Council an, in welchem außer ihnen •I '0»li Herr A. Lisenberg die palästinensischen Juden ver- 1־ freten hat. . . ־ ' י ״. Die vom High Commissioncr ernannten arabischen. 1»״igliaier des Advisory 'Cöuncil haben — den letzten TeletPinimcn zufolge — sämtlich das Amt nicht ange- “0®Oien, An unsere Abonnenten! Wir machen alle unsere Einzelabonncnton darauf aufmerksam, daß die Wcitcrlicfcrung der Zeitung nach dem 1. Juli nur dann erfolgen kann, wenn die Abonnemenisgebühren durch sofortige Einlösung der allen Abonnenten zugesandten Nachnahme erfolgt. — Die Ortsgruppen und Vereine, die Sammelnbonnementa bestellt haben, werden nochmals darauf hingewiesen, daß wir für den Bezug der Zeitung im III. Quartal die für das II. Quartal aufgegebenen, Abonnenten anmeldca werden, wenn uns nicht sofort Änderungen der Abonnentenliste mitgetcilt werden. Nur in diesem Fallo ist eine Weiter- Zustellung dor Zeitung nach dem 1. Juli möglich. Die Ortsgruppen werden aufgefordert, die Abonnementsgebühren für die von ihnen bestellten Abonnements schleunigst zu überweisen, da mit Rücksicht auf die fast täglich steigenden Betriebskosten eine lange Stundung der sehr niedrig angesetzten Gebühren unmöglich ist. Verlag Jüdische Rundschau G. m. b. H. Berlin W 15, Sächsische Str. 8 Bankkonto: DnrmstSdter u. Nationalbank, Depositenkasse, Kurfürstendamm 52 Postscheckkonto: Nr, 17392 Keren!)ajessod Mai: 65,684 Pfand Provisorische Aufteilung der Im Mal 1923 in London bar eingegangenen Beträge £ U. b. A. a 4 42, roti. u. a Canada ....... 4,968. 9. 7 Tschechoslowakei . . . 2,098.18.10 England ... * 2,250.—— Argentinien. , . * 1,700.-.- Südafrika ... . י 1,600.-.- Litauen . . . . . '. . » . 1,229.18. 6 t lolland. v . 1,112.17. 4 Polen. 996. 9.— Russische Kolonie,' London S * * * 800.—.— D.111Z g « , . , . . , » 726.10. 3 Finnland. « t % 690.18. 3 Rumänien. , , , 663. 6.11 Deutschland ..... , , . 483.16. 4 Oslgalizicn ..... 428.15.10 Oesterreich. 330.13. 8 Norwegen. » « 300.14. 2 Frankreich (Paris £ 179.9.1 , Stiaßb. 81.19.9) 264. 8.10 Bukowina ...... ♦ 240.-.- Tunis 4 238. 6. 2 Schweiz.. 4 194. 3. 6 Lettland. « 103.19. 5 Estland. , , « « 135.16. 1 Schweden. י י 1 » 120.-.— Sibirien . . . . (. . , , « * 120.—.— Bessarabien , , , , , 100.—.— Griechenland. , , « « 80.-.- Jugoslavicn . . . . . . , .... 65. 1. ö Italien .. 85.10. 6 Dänemark ...... t . 29.—. 4 China.. . י , 11.10. 6 Ungarn. , . .... 27.-.- Brasilien. . . 6.—.— 65,484.—.10 Ferner von Palästina, Keren Hageulah Fund 200.12.- 65,084.12.10 Oesamteinnahme des Keren Hajessod-Hauptbüros in London per 31. Mai 1923 , , 912,035■—.11 ׳ *' Zu dem in Nr. 45 der ״J. R.“ veröffentlichten Ausweise des Keren Hajessod über die Eingänge aus den einzelnen Ländern, teilt uns das deutsche Keren Hajessod-Büj'o mit, daß in der Summe der aus Deutsch* I a n d eingegangenen Gelder ebenso wie im Vormona׳: die beim neutralen Keren Hajessod eingegangenen Gelder nicht berücksichtigt sind, so daß sich die Gesamtsumme der aus Deutschland eingegangenen Gelder erheblich höher stellt. Die Ica und die Jüdischen Kolonien In Galiläa Jerusalem. (J.C.B.) Vertreter der Organisation jüdischer Kolonisten in Oaliliia besuchten den Hauptvertreter ckr Ica, Herrn Frank in Haifa und überreichten ‘ihm ein Memorandum mit den folgenden Forderungen: 1. Die Regierung ist zu ersuchen, die Steuersummc zu ermäßigen! und dm Zahlungstermin zu verlängern. 2. Es soll eine Chaussee zwischen den Kolonien Galiläa angelegt werden.• 3. Einen Kredit zwecks Vergrößerung der Tabakproduktion zu gewähren. 4. Neue Familien der Kolonisation zuzuführen. 5. Vervollkonimnung der Wasserversorgung. 6. Anleihe von 2000 ׳Pfund zu gewähren. ״ . Herr Frank versprach! die Bitten nad> Möglichkeit zu erfüllen. ׳ Warscii2a 1au ßdtlmore Am kommenden Sonntag versammeln sich die beiden bedeutendsten Landesverbände der Zionistischen Organisation zu ihrer jährlichen Konferenz. Diesen Versa mmhingen kommt heute eine große Bedeutung zu, da wir unmittelbar vor dem Kongreß stehen, der über die wichtigsten prinzipiellen Grundfragen der Bewegung zu entscheiden haben wird und selbstverständlich in dieser Situation die Meinungsbildung der größten zionistischen Verbände, die zusammen die Mehrheit der zionistischen ()Öffentlichkeit überhaupt -repräsentieren, für die ganze zionistische Weit wichtig ist. Aber über diese rein quantitative Abschätzung hinaus verdienen die Konferenzen, die gleichzeitig in Warschau und Baltimore eröffnet werden, diesmal besonderes Interesse. Denn in dem Kampf, der in der letzten Zeit offen und unterirdisch in unserer Bewegung tobt, repräsentieren die beiden Konferenzen gewissermaßen die zwei gegeneinanderstehenden Heerlager. ln Warschau und in Baltimore werden die Lanzen für den Kampf geschärft werden, der in Karlsbad aus• getragen werden soll. Ein Vorspiel dieses Kampfes gab die Sitzung dc$ Actions-Comites, die soeben in Berlin geschlossen wurde. Allerdings war der Kampf dort einseitig und daher — ziemlich sinnlos. Denn Amerika und die übrigen übersecischcn Länder waren nicht vertreten, und dieser Umstand gibt dem Actions-Comite den Charakter einer Rumpfrepräsentanz, die es selir zweifelhaft erscheinen läßt,, ob das. Actions-Comite, gegen das sich ohnedies Bedenken geltend machen, als konstitutionelles Organ in unserer künftigen Verfassung bestehen bleiben kann. Das Aclions-Comite kann in tatsächlichen Fragen nichts entscheiden, insbesondere wäre cs wohl zwecklos, in allen Fragen der Finanzierung und Geldaufbringung Be- Schlüsse zu fassen, ohne daß das heute für die Finanzierung wichtigste Gebiet berücksichtigt wird. Trotzdem hat schon diese A.-C.-Sitnmg klar gezeigt, welche Gegensätze vorhanden sind und wie sich diese Gegensätze zuspitzen. Im Laufe der Diskussion kam cs vor allem seitens führender polnischer Zionisten zu Aeußerungen, die in ihrer Bestimmtheit und Heftigkeit nicht anders als als Kampfansage gedeutet werden können. Im Mittelpunkt des anhebenden Kampfes steht der ganze Komplex der Organisationsfragen. Diese Fragen zerfallen in zwei Gebiete: Erstens der organisatorische Aufbau der Zionistischen Organisation selbst und ihrer Leitung und zweitens die organisatorischen Formen, in welchen die Mitarbeit derjenigen nichtzionistischen Kreise, die am Aufbau der jüdisch-nationalen Heimstätte mitwirken sollen, ermöglicht werden und ihnen ein Mitbestimmungs-' recht cingcräumt werden kann. Was die erste Frage betrifft, so bestellt in der ganzen Bewegung wohl kaum eine Meinungsverschiedenheit darüber, daß der gegenwärtige Apparat sehr reformbedürftig ist. Die Teilung der Exekutive in zwei selbständige Körperschaften in London und Palästina hat sich nicht bewährt, da es nicht gelang, den dauernden Kontakt aufrechtzucrhalten. Eine weitere Komplikation kommt daher, daß bei der heutigen Lage gerade die besten Kräfte für die Gcldsanunlung benötigt werden, daher Reisen unternehmen müssen und auf diese Weise nicht einmal die Londoner Exekutive jemals vollzählig versammelt war. Gerade die führenden Persönlichkeiten der Exekutive empfinden es auch als praktisch untunlich, jeden einzelnen Schritt der politischen Leitung mit der ganzen umfangreichen Exekutive zu beraten. Ebenso ist die Institution des ״Finanz- und Wirtschaftsrates“, der teil* weise und in Einzelfragen, deren Gebiet nicht immer ganz klar abzugrenzen ist, in der Exekutive Stimmrecht besitzt, eine organisatorisch mißlungene. Daß das A.-C. nicht seinen Aufgaben gerecht werden kann, wurde bereits erwähnt. Aus dieser Sachlage ziehen die Ameri* kaner die Folgerung, daß der Kongreß eine kleine, bewcglichc und arbeitsfähige Leitung wählen muß, die für eine gewisse Periode zunächst selbständig unter eigener Verantwortung zu handeln hat, sich ihre Mitarbeiter selbst wählt und nur dein nächsten Kongreß wiedfcr Rechenschaft schuldig ist. Die Amerikaner sehen in einer solchen Erweiterung der Vollmachten der gewählten Führer keine Verletzung des Prinzips der Demokratie. Sie stellen vielmehr dem europäischen Begriff der Demokratie den amerikanischen gegenüber, der zwar die Wahl des Präsidenten demokratisch regelt, dem Präsidenten selbst aber während seiner Amtsdaucr weitgehende Handlungsfreiheit, auch bezüglich der Ernennung seiner Mitarbeiter, gibt. Gegen diese Großzügigkeit der Interpretation unserer Demokratie wehrt sich der etiropäische Zionismus, der vor dem Gedanken einer ״Diktatur“ zurückschreckt und gerade bei der Eigenart unserer Bewegung an den aiten Formen demokratischer Kontrolle fcsthalten zu müssen glaubt Den Amerikanern wird vorgeworfen, daß sie auf die demokratische Kontrolle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.