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Jüdische Rundschau · 1923-06-05 · Heft 45 (5.6.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 45 (5.6.1923)
Date
1923-06-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die Fülle der Anforderungen, die die verschiedenen Aktionen an den Einzelnen ■stellen, lassen (5 insbesondere den Gruppen• und Verbaiulsvorsländcn als {!wünscht erscheinen, nicht dauernd mit immer neuen und rtrschic<lcnen Aufrufen zu Geldleistungen für zionistische Zwecke hernuskommen zu müssen, sondern den ganzen Finanz.* [,(darf der Zionistischen Organ'sation möglichst in einem f;;,j1citlichc11 Beitrag von ihren Mitgliedern und den Freunden Palästinas eiiuuzichcn. Heute muß der Vorstand für fol- ״tndc Zwecke Aktionen regelmäßig durchführen: Keren Haicssod, Jüdischer Natioiialfonds, Schekel, Goldener Sclu'kel, Pafteisteuer, Ortsgruppenheitrag, Abonnement für die Partei- ,resse, dazu evtl, noch Bank-Drive und verschiedene andere Bedürfnisse, wie Kulturarbeit, Chaluzarbcit, Landespolitik usw. £5 wird oft der Wunsch geäußert, daß zumindest die Becürfnissc der Gesamtorganisation in einer einzigen Aktion ,erschmolzen werden sollen, womöglich unter Einbeziehung Per Sammlungen für Parteisteuer und Ortsgruppeubeitrag. \uf der anderen Seite wird als ein Mittel, die Eingänge j.,r Palästina zu steigern, eine Zerlegung der Aktion für den Keren Hajessod in verschiedene Aktionen für die verschiedenen i Zwecke des Palästiiiaaufbaus, also Kolonisationsfon :ls, Imnii• 1 *rationsfonds, Schulfonds usw., oder zumindest die Ergänzung : •ß Keren Hajessocl durch den einen oder anderer Spezialj [0״ds gefordert. Gegenüber allen diesen Vorschlägen muß 1 betont werden, daß nichts so sehr geeignet ist, •die Aut- 1 bringung der nötigen Mittel für Palästina zu beeinträchtigen, | j(s das fortwährende Herumdoktern an den dafür geschaffenen 1 Institutionen. Der Jüdische Nationalfonds hat sich seit langem '! Bürgerrecht in der jüdischen Welt erworben, cs wäre lächerlich, 1;hn in einem anderen aulgehen zu lassen. Dem Keren Ha- 1 jessod ist cs mit vieler Mühe und, richtig gesehen, in überj rischem! kurzer Zeit gelungen, sich in allen Teilen der j jüdischen Welt einzuführen, und wenn auch noch viel ge- I Küchen muß, bis er das Höchstmaß, seiner Möglichkeiten erzielt, so hieße cs doch, das bereits Geleistete zu zer• schlagen, wenn man jetzt schon an grundlegende Aende* rungen schreiten würde. Es mag hier unerörtert bleiben, ob nicht neben den bereits bestehenden Finanzierung« Institutionen etwas ganz Neues geschaffen werden sollte, das ginn aber etwas grundlegend Anderes sein müßte, d. h. rinc Anleihe. Solange diese nicht möglich ist, wäre cs Sünde, .113 einem Gefühl der Enttäuschung und aus Mangel der Erkenntnis der Gründe, die sie verursacht haben, die aus!::htsrcichcn Ansätze, die bereits geschaffen wurden, zu zer■ Hören. Nicht die Finanzicrungseinrichtungen sind zu ־ändern. ' sondern die Methoden, nach denen sic arbeiten, müssen ■ einer grundlegenden Reorganisation unterworfen werden. Die!ine Reform, die nötig ist, wurde hier bereits ausführlich besprochen: die Schaffung eines ausreichenden Beamtenstabcs kur Durchführung der Aktionen. Die zweite Forderung, die gestellt werden muß, betrifft die Systematisierung, die Ver׳ sinlicitliclnmg der Arbeit der verschiedenen Aktionen. Das eine muß man den Kritikern des gegenwärtigen Zu■ Standes zugeben: cs ist ein unerträgliches Durcheinander, das heute herrscht. Die verschiedenen Aktionen kreuzen sich konkurrieren miteinander, ja, manche bekämpfen sich und schädigen sich bewußt. Ein übler Rcssortparlikularismus ist entstanden, der sein Ziel nicht In der Aufbringung der größtmöglichen Gesamtsumme für Palästina, sondern in der Er• iitlung möglichst hoher Eingänge für die eigene Institution erblickt, ganz gleich, wie sich das im Gesamtbild der Finan licrung des Aufbauwerkes äußert. Die mit der Durchführung der Aktionen betrauten Personen, insbesondere die Vorstände | der Verbände und Gruppen, wissen sich vor der Fülle der von den verschiedenen Institutionen auf sie hcrniederprasscln den Aufrufe nicht mehr zu retten. Der einzelne Zionist um! Geber wird verwirrt und erbittert. Sowie ein Fonds eine gute Chance gefunden hat, stürzen sich alle anderen auf die gleiche und lassen inzwischen ■ die übrigen unaus■ (j genutzt. Jede Delegation, jeder Sammler denkt nur an seinen | Fonds, es herrscht wahrlich ein ״Krieg aller gegen alle". | Darum verlangen wir die Systematisierung der zionisti- I sehen Finanzicrungsaktioncn, ihre Durchführung nach einem ■j Mlicitjielicn Plan, d. h. aber die Vereinheitlichung I der zionistischen Propaganda. Wie die Dinge I h:ute liegen, ist die Finanzpropaganda der wesentlichste Zweig I der zionistischen Propaganda überhaupt geworden und wird ® ט für absehbare Zeit bleiben. Das bringt eine Reihe von;; Gefahren mit sich. Soll vermieden werden, daß die Zio- | ״Mische Organisation zu einer Gekimaschinc wird, so muß 1 & Propaganda so betrieben werden, daß sie nicht nur 1 >״f den momentanen Erfolg, sondern auf die dauernde Wirj Mnj» abzielt, d. h. daß sie sich nicht damit begnügt, Geld J bekommen, sondern auch die Seelen zu gewinnen. Ich; höbe bereits früher in diesen Blättern gezeigt, warum der °;t erhobene Vorwurf, die Zionistische Organisation sei zu Cicldmaschine erstarrt, nicht zutrifft, vorausgesetzt, daß Finanzpropaganda richtig geführt wird. Es erweist sicii, kß der richtige Weg, der nämlich, der darauf abzielt, nicht;1 *ur <|je Gelder, sondern die Herzen zu gewinnen, nicht ן ®’•«nientancn Erfolg, sondern dauernde Wirkung zu erzielen, ' } S‘fkhzeitig der ist, der den größten materiellen Ertrag ge | "■׳hrleistet, Es ist der Weg der großen Forderung, des!; Aasser“. Aber gerade hier zeigt sich, wie schwer es ist, *«cn Weg zu Ende zu gehen, wenn die Propaganda von j! 1’,t« möglichen Stellen unter den verschiedensten Gesichtsjj Punkten betrieben wird. Es ist bisher nicht einmal zu er■ | 1־Elm gewesen, daß die Keren Hajessod-Propaganda überall }! me» <|en gleichen Richtlinien erfolgt, und daß Keren Hajessod \ 11151 Nationalfonds sich dauernd ins Gehege kommen, ist | ®‘hu bekannt. Neuerdings kann man an einzelnen Stellen ] "*achten, daß die Werbung für den Verkauf der Böden }י *r I'alcsline Land Development Company in einem gej Gegensatz zum Keren Hajessod geschieht und die : . 5,bände wissen sich kaum noch Rat, wie sie die Finanzierung ׳ ';rtr eigenen Bedürfnisse durchführen sollen, ohne in der י te'!rii1ulung mit der für die Finanzaktionen der Gesamtorgani- חיי'4, י in Widerspruch zu geraten. In wachsendem Maße l!l>cn wir auch, daß einzelne Länder Sonderwege gehen, z. B. ייVerlangen, daß die bei ihnen erzielten Keren Hajessod-! ״kägnkse für bestimmte Zwecke dieser Länder — lands- Die Zionistische Exekutive hat den Endtermin für die Schekclabheferung bis zum 20. Juni 1923 verlängert. Die für die Sammlung nun noch zur Verfügung stehende Zeit muß mit aller Energie ausgenutzt werden. Wir erwarten, daß der nächste Schekclauswcis, der am 12. Juni erscheinen soll, günstige Resultate aufweisen wird. •ui* * •,וויי■"«"•;11! den Schemel I Zionistische Vereinigung für Deutschland B n n k ko n 1 0; Nation.״,Ibrnk für Deutschland DepositcnLasfc Kurfürstendamm 52. — 1' O s ts c h e c k k o n t o: Berlin Nr. 8091 mannschaftliche Siedlungen in Palästina — verwendet werden sollen. Dies alles ist nur möglich, weil der einheitliche Plan der Propaganda fehlt. Wir sehen auch, daß einzelne Finanzicrungsaktioncn mit Rückgangscrscheinungcn zu kämpfen haben; dies trifft inv besondere auf den Nationalfomls zu. Und wir sehen, daß der Nationalfomls allzu geneigt Ist, diese Erscheinung auf die Konkurrenz des Keren Hajessod zurückzuführen. Hier ist das Beispiel aus Deutschland allgemein typisch In Deutsch* land versagt allgemein die Biichsensammlung. Das beruht auf der Papicrgcldwirtschaft und der allgemeinen Verwirrung in bezug auf die Geld'bcwcrfnng, die infolge der Valuta* Zerstörung herrscht. Die Büchsen sind nicht besonders geeignet für die Aufnahme von Geldscheinen. Der Hauptfehler ist aber, daß eine Unmenge kleiner und kleinster Geldscheine im Umlauf sind, die die Münzen clarstcllen, die in die National* fondsbiiehsen geworfen werden, die aber an Wert weit hinter dem Wert der kleinsten Hartgcldmünzen Zurückbleiben, die früher den Grundstock des Büchscninhalts hildctcn. Statt nun dieser bedauerliche», aber vorläufig nicht zu besciti* genden Erscheinung durch eine besondere Propaganda und dadurch entgegenzuarbeiten, daß man aus der unbegrenzten Fülle der Sammclmöglichkeiten, die dem Nationalfonds zur Verfügung stehen, immer neue erfindet oder ausbaut, greift man zu dem einzigen Saminclmittel, das der Keren Hajessod für sich reserviert hat, der Agitation für einmalige größere Bei* träge. Und da man durch keine Maasserfortierung gehemmt ist, unterbietet man eben den Keren Hajessod, ist billiger als er, so daß auf diese Weise der Nationalfonds vielleicht wirklich größere Eingänge erhält, die aber nicht nur dem Keren Hajessod fehlen, sondern an deren Stelle der Keren Hajessod viel größere erhalten hätte, abgesehen von der Erschütterung und Zerstörung, die die ganze Idee des Keren Hajessod dadurch erleidet, Dabei aber stellen die Preise der einzelnen Saminclmittel des Nationalfomls In Deutschland in einem geradezu grotesken Mißverhältnis zur Ocldcntwertung. Hier müßte natürlich der Hebel eingdsetzt werden, ein Oelbaum müßte wieder wenigstens annähernd ebcpsovicl kosten, wie in der Vorkriegszeit, und die Propaganda dafür müßte mit demselben Widerstand rechnen wie damals, als er noch 6 Mark kostete, d h. der Preis müßte auf mindestens das 10000—15 000 fache der Fri densziffer erhöht werden. Dasselbe Ausweichen auf der Linie der Bequemlichkeit in das Gebiet der Nschh.tri lsiitution, das wir in diesem einen Falle feststellcn können, läßt sich mit gleichem Recht von der Methode behaupten, nacii der in sehr vielen Ländern die Keren Hajessod-Aktion betrieben wird. Hier ist gewohnlich der Nationalfonds der Leidtragende. Der Keren Hajessod dieser Länder verzichtet auf die große Forderung imd macht aus der Keren Hajessod-Aktion tatsächlich die SpcndcnsammUing, die die Grundlage und das Gebiet der Natiouaifondssammlung bildet. So sehen wir Verwirrung infolge des Mangels an Einheitlichkeit auf den verschiedensten Gebieten. Der eigentlich Geschädigte dabei ist Palästina. Die verschiedenen Möglichkcitcn der verschiedenen Aktionen werden nicht ausgenützt, die Apparate ergänzen sich nicht, benutzen «ich nicht gegenseitig, und der Gedanke, daß alle Aktionen letzten Endes nur einem großen Ziele, der Finanzierung des Palästina* Werkes dienen und dementsprechend alle nach einheitlichen Gesichtspunkten betrieben werden müssen, geht unter in dem Kampfe tun den besten Platz, den jede Institution für sich führt. ' 1 Es sollte sofort eine einheitliche Propaganda■ zentrale für die zionistische Arbeit geschaffen werden. Sic sollte zusammengesetzt werden aus Vertretern aller zionistischen Finanzinstitutionen, sie sollte einen der Exekutive verantwortlichen Leiter (Fachministcr) an der Spitze haben, der im Rahmen seiner Verantwortlichkeit gegenüber der Exekutive solche Vollmachten Haben muß, daß alle Finanzicrungsaktionen, die von zionistischen Institutionen ausgehen, sich an zionistische Organisationen wenden oder sich ilrrcr Hilfe bedienen, nur iin Einvernehmen mit der Propagandazentralc durcligcfiihrt werden dürfen. Die Propagandazentrale stellt zu Beginn jeder Arbeitsperiode im Einvernehmen mit allen in Frage kommenden Institutionen den Arbeitsplan fest. Sie prüft die einzelnen Propagandamethoden und Sammclmittel, fördert ihren Ausbau, sorgt für ihre gegenseitige Abgrenzung, Von dieser Steile muß die Initiative ausstrahlcn, die die ganze Arbeit fruchtbar macht. Sic schafft das nötige Propagandamalcrial nach einheitlichen Gesichlspunkten, das heute von allen möglichen Stellen und oft in mehrfacher und manchmal sich in widersprechender Ausführung her• gestellt wird. Ihre Aufgabe wäre vor allen Dingen die Zentralisierung des Nachrichtendienstes für Propagandazwecke und Presse, die Schaffung einer nach modernen Methoden arbeitenden ßcschaffungsstcllc von Propagandamaterial in Palästiua selbst. Man muß bloß an die Aufmachung denken, in der die Wirtscliaftsberichtc aus Palästina zu uns kommen, an die rückständige Art, in der wir mit Bildermaterial ver״ sorgt werden, an die uuausgenützten Möglichkeiten der Film- Propaganda und die vielen Mängel, die dank der ungenügenden fachlichen Ausbildung der in Frage kommenden Stellen hier noch zu verzeichnen sind, kurz an die gesamte ungenügende Art, in der die Möglichkeiten, Palästina selbst als Propagandamittel zu verwerten, bisher ausgenützt werden, um zu sehen, welch großes Betätigungsfeld die Propagandazentraie allein auf diesem Gebiete hat. Sic hätte die Tätigkeit der Dolegationen und Propagandarciscnden in ein System zu bringen, Wir behaupten, daß es keineswegs nötig Ist, daß jede In• stitulion für sich ihre Delegation in die einzelnen Länder entsendet In einer großen Zahl, wenn nicht in der Mehrzahl der Fälle, kann die Keren Hajessod-Dclegation ebensogut die Geschäfte des Nationalfonds durchführen, die Schekclsammhing beleben, die Aktion für den Bank-Drive cinlcltcnr usw,, wie das durch einen besonderen Vertreter, aber mit ungeheuer viel größeren Kosten geschehen könnte — und sclbstvcrständlicli umgekehrt. Ja, mehr als das, so und vielleicht nur so wird die einheitliche Stimmung geschaffen und ausgenützt, mit der alle Unsere Finanzicrungsaktioncn rechnen müssen. Jedenfalls muß vermieden werden, daß nicht mehrere lnstitutionen ihre speziellen Vertreter zur gleichen Zeit oder 80 kurz nacheinander in dasselbe Land schicken, daß eine fruchtbare Tätigkeit ausgcschlr ssen erscheint. Die Propagandazentrale muß mit anderen Worten den Fcldmgsplan für das ganze Jahr schaffen. Sic muß wissen, wo und wann sic ihre Verschiedenen Propagandainstrumente cinzusclzen hat, dann*, das größtmögliche Ocsnmtrcsultat erzielt wird. Die Schaffung einer solchen Zentrale würde auch dem Immer bedrohlicher werdenden geistigen Verfall der Zionistischen Organisation Einhalt gebieten können. Wer, wie der Schreiber dieses, Gelegenheit hatte, die zionistischen Verbände der verschiedensten Länder nacheinander kennen zu lernen, weiß, in welch beklagenswertem Zustande sich die allermeisten von ihnen befinden. Von einem wirklichen zionistischen Leben ist kamn irgendwo etwas zu spüren, und zionistische Tätigkeit entfaltet sich bestenfalls bei den versebiedenen Sammlungen. Wir haben auch in absehbarer Zeit keine Möglichkeit und vor allen Dingen keine Mittel, die zionistische Ideenpropaganda ״pure sang“ durchzuführen. Um so mehr müssen wir die Finanzpropaganda für diesen Zweck ausnutzen, zumal cs diese Methode ist, die auch den materiell größten und den Längst dauernden Erfolg sichert. Wie dies gescheiten kann, dafür haben wir in unserer Arbeit in Rumünien Beispiele gehabt, wo die Keren Hajessod-Aktion systcinatisch und mit Erfolg darauf ausgeht, einen hohen Standard der Keren Hajessod-Zcichmtngcn zu erlangen, die Nationalfonds-Sammlung zu etablieren, die Schckelsamtnlurtg zu beleben und die Aktion für den Goldenen Schekel durchzuführen, dabei auch die Innenarbeit der Gruppen zu intensivieren, Abonnements auf die führenden zionistischen Zeitschriften aufzunehmen, die Jugend- und Frauenarbeit ganz neu zu gestaben, die soziale Arbeit in den Gesichtskreis der Zionisten zu rücken, kurzum zionistische Bewegung zu machen. Noch fehlen für eine so ausgedehnte Propaganda die Kräfte, aber diese Arbeitsmethode hat auch dazu geführt, daß gerade aus Rumänien voraussichtlich schon in absehbarer Zeit uns eine ganze Anzahl girt ausgcbildctcr Kräfte für dauernde zionistischc Tätigkeit zur Verfügung stehen oder sich zur Ver- Fügung stellen werden. . Zwei Punkte bleiben noch zu erörtern. Es ist anzunchmen, daß die einzelnen Institutionen Bedenkep haben, die Fest- Setzung ihrer Propaganda einer Steile außerhalb zu überlassen. Dem wird in unserer Forderung dadurch Rechnung getragen, daß wir die Propagandazentraie airs Vertretern aller in Frage kommenden Institutionen zusammengesetzt sein lassen, so daß jede Institution dort zu ihrem Rechte kommen muß. Im übrigen aber würde sich die Fähigkeit des Leiters dieser Stelle darin zu erweisen haben, daß die Systematisierung der Propaganda alle Institutionen so entwickelt, daß sich der Erfolg in der dauernden Vergrößerung der Gesamtcinnahme für Palästina sinnfällig ausdriiekt. Das aber kann leicht und schnell konstatiert werden, so daß evtl. Mißgriffe bald rektifiziert werden können. 1: . ׳ Den zweiten Widerstand schätzen wir höher ein, weil er von kleineren Gesichtspunkten getragen sein dürfte. Das ist der Widerstand der einzelnen Verbände. Tatsächlich liegt hier eine der Hauptqucüeii dp langsamen Fortschrittes unserer Finanzierung. Die Verbände und ihre leitenden Stellen sind nicht geneigt, sich von draußen hincinreden zu lassen. Sic verlangen zwar immer Propagaudakrüftc von auswärts, aber sic wollen sich beileibe nicht den örgamsatiorischen Erfordernissen fügen, die nötig sind, um die Tätigkeit dieser auswärtigen Gesandten fruchtbar zu gestahen. Zum Teil ist es die ganz gewöhnliche Angst der führenden Personen vor der Notwendigkeit, mehr Geld, den Maasscr, zahlen zu müssen, eine Angst, die alle möglichen Vorwände findet, um sich hinter angeblich sachlichen Motiven zu verstecken. Die Eitelkcif, die Herrschsucht der einzelnen Stellen spielt eine Rolle, sic fürchten, daß ihnen ihre Macht entgleitet, wenn sie Organisationsformen aufkunmen lassen, die nicht von ihnen abhängig sind; die Sorge um die Finanzierung der Verbände und lokalen Bedürfnisse reizt zuin Widerstand. Hier ist das Defizit einer Zeitung zu decken, dort müssen Wahlen durchgeführt und die Geldbeutel und die Empfindlichkeiten geschont werden, hier ist ein Loch in der Verbandskasse, und man hat Angst, daß cs nicht beseitigt werden könnte, wenn nun von außen her die Palästinaforderung auch materiell mit ihrer ganzen Gewalt in das Land herein bricht usw. Demgegenüber muß mit aller Entschiedenheit und Deutlichkeit betont werden: die Lage Palästinas, die Notwendigkeiten der Organisation erlauben keinerlei Rücksichtnahme auf derartige unsachliche Begründungen. Wir müssen erwarten, daß alle Verbände und ihre Leitungen sich der Fordming unterordnen: salus Palnestin,1c suprema lex esto! Die Verbände können dies um so eher, als jetzt schon bewiesen werden kann, daß so, wie der bisherige Zustand nicht nur die elende Lage in Palästina verschuldet, sondern auch die organisatorische und geistige Verarmung der Organisation hcrbcigcfülirt hat, die Vereinheitlichung der Propaganda nidit nur der Gesamtorganisation, sondern auch den Verbänden wieder auf die Beine hilft. Die aus der neuen Methode resultierende Intensität der Bewegung drückt sich nicht nur in großen Geldcingängcn für die verschiedenen Fonds aus, sondern auch in einer verstärkten Aktivität der einzelnen Glieder, die ihrerseits wiederum ein erneutes Wachstum der Verbände und ihrer Finanzen zur Folge hat. . , Nur nebenbei mag bemerkt werden, daß die von uns vorgeschlagene Schaffung einer Propagandazentraie mit der Vollmacht, die gesamte Finanzicrungspropaganda der Zionistischen Aktion zu vereinheitlichen, in engster Beziehung steht zu dem ebenfalls von uns verfochtenen Plan der Schäftung eines Beamtendezernates für die Zionistische Organisation. Ob und inwieweit der Aufgabenbereich der beiden Stellen zusammenfällt, ist eine Frage des Details, die hier nicht erörtert zu werden braucht. Wohl aber sei darauf hingewiesen, daß auch die heutige Forderung geeignet ist, uns einen erheblichen Schritt weiter zu bringen auf dem Wege zur Schaffung einer unpolitischen, von der Exekutive eingesetzten und ihr verantwortlichcn zionistischen Verwaltung. Alles, was die Propagandazentralc zu tun hat, ist sachlicher, von den allgemeinen Bedürfnis!«! diktierter Natur, verlangt eine fach* liehe, nicht eine politische Einstellung, so daß uns die Erfüllung dieser Forderung in jeder Hinsicht weiter bringen würde, näher zu dem Ziel einer lebendigen, schlagkräftigen, leistungsfähigen Organ isatic 11.

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