Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVIII (1923)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1923)
- Date
- 1923-05-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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« ו ן־ב •זז- Kr. 37 Aus der BeirHiignls Von Berl Kaznelson. ■”» man 5 cr liiuttr* , 1 Juden ן!-,!« j'üdi״;;.., i G 11 c 110" tasim!]r,tj0.‘ danken |)Cr, 1 tn und ein .־»srneh-Jj •. fcei i.*. 0 01', e die lukiic Jse Maue;,! Insjiirntir.n ■' m Mnteu.ii , fisscnr,ch,ן[( nktioii 2״;n ״ wir selbst 'i Hier sind 'j der lieber. '1 f m über. •| ^rgan״en. ״i a schaffen. :§ ingeheuere <J les Riesen. | s eine In. ■| nration r1 . I 1, die ich ... einzelnen ■; it ist. in '| Paiastim '] 1it Emir 1 ti. Unter I von dcu .] lien niest! .türkische | herüber, j ir, mußte i äden bis | und dann , I 1 War ich •( ste, über! cs Roten j cn durch gesandt, * Anzahl Kamelen •cn Tage h a f t c s i c. ,Wie jdc, dar. | at. Und ) ■c:\tz zu i Zug von ] iaiz zum ן 1 zu be* ) nich zu י ich und I 1'3'end, | : fühlte, j »nd be•?1 Urvater | in Weg;J Gottes e Jahre swolint, ׳.׳ ,nichts. rar das fiillung, I Ihnen len ich •! dt auf- : ו Weg; pegen-; en, um tu sein. Der letzte ״Kuntres‘1, das Or״a11 der palästincnsischen Arbeiterpartei ״Achduth Awoda“, bringt an leitender Stelle den folgenden Notschrei eines u’er bc• kannten Führer der Partei. Wir glaube», daß die-cr Ruf überall gehört werden soll, damit das jüdische Volk sich seiner Verpflichtung bewußt wird, durch Itei- Stellung von Mitteln zur Schaff״״״ von Arbeitunögiich- Reiten brizutragen. Die drohende Radikalisierung 11er Arbeiterschaft, die sich heute schon aus der Arbeit׳;- losigkeit entwickelt, erschüttert heute beinahe die Autor!- tat 'der Histadrutli, der Arbeiterorganisation, die alkin in der Lage ist, die Abhilfe zu organisieren. Die Verantwortung für die weitere Entwicklung ruht auf dem ganzen jüdischen Volk. Red. ״J. R.“ In unseren! Leben gibt cs Lagen und Erscheinungen, über die wir vorziehen zu schweigen. Vielleicht ״um nicht den Teufel an die Wand zu malen", vielleicht aus Furcht, das noch schlummernde Böse könnte aufwachen oder aus Sorge, der Fremde könnte unserer Zerstörung spotten oder ans furcht vor der äußeren Macht, die uns beherrscht und die jederzeit droht, die Spitze unserer inneren Kritik auf uns selbst zu wenden und sic in unser Fleisch zu drücken. Aber in ungewöhnlich schweren Stunden verschwinden diese bcfürchtungen, da das Böse schon da ist und uns schon mit einem Spinngewebe umgibt. In solcher Lage siegt die Ueberzeugung, daß das Schweigen den Stachel des Bösen rieht nehmen, daß es die Bitterkeit der Lage nicht versüßen bann. Es bleibt nur ein Mittel —• die Gefahr auszurufen, das Gesicht der Dinge zu offenbaren, zur Tat und zur Pflicht• irfüllung alle diejenigen zu rufen, in deren Händen irgend Kraft und Möglichkeit ist, zu retten und zu bessern. Solch eine schwere Stunde durchleben wir heute. Das Unheil, das heute über uns herrscht, und das fiir jeden, der in ihm lebt und es fühlt, an sich drohend ist und noch furchtbarer in seinen Folgen, die unsere ganze Existenz zu erschüttern drohen, dieses Unglück heißt Arbeitslosigkeit. Und die Wahrheit muß gesagt werden: Dieses Unheil ist uns nicht neu. Seit vielen Monaten, den Wintermonaten — der natürlichen Periode der Arbeitslosigkeit — wird die Arbeit immer weniger, steht das Bauen still, wird die lndustrie immer schwächer. Und seit vielen Monaten herrscht in den Zelten der Arbeiter, die erwachen und sich zusammenrotten, große Not. Ein Arbeitstag muß mehrere Genossen der Gruppe ernähren. Die Eß-Rationen werden immer kleiner. Eine Anleihe von 25 Piastern aus der Leihkassc der Arbeiter• Organisation muß einen Wochenverdienst vertreten! Und wäre nicht der lautere Klassencharakter der Arbeiterschaft, wäre nicht die Organisation und ihre Institutionen mit ihrer äußersten Anstrengung, mit ihren tausenden täglich erneuten Kombinationen, mit seinen aus dem Nichts geschaffenen Arbeiten des Amtes für öffentliche Arbeiten, mit de״ 1׳Zetteln‘1 des Hainaschbir, die der großen Geldnot abzuliclfcn suchen, mit den inneren Anleihen der Arbeiterbank, mit der armseligen Hilfe der Leihkasse, wäre nicht diese ganze ökonomische Tätigkeit und organisatorische Anstrengung — wer weiß, wohin wir heute gelangt wären. Und nur diese besondere Lage im Lande, in der die Arbeiterschaft für sich selbst sorgt, aus sich selber schafft, von dem eigenen Safte saugt, jeglicher Möglichkeit eines Wirtschaftshes'tandcs und der Arbeitsbeschaffung zu Hilfe kommt, keine Gelegenheit vernachlässigt, um unter allen Umständen sich zu behaupten, nur dies alles hat die Katastrophe hinausgeschoben, hat das Leiden nach innen konzentriert, macht es nach außen hin unsichtbar und unhörbar. Aber der Winter ist vorbei, und die Lage hat sich nicht gebessert. Und die Kraft zu leiden wird immer schwächer. Der Arbeiter hungert. Der Arbeiter ist unbeschäftigt. Die Not umringt die gesamte Arbeiterschaft, vom Fach- »rbeitcr bis zum Neuangekommenen, der sich noch im Lager befindet und der sich danach sehnt, aus diesem Schlamm der Beschäftigungslosigkeit und des Gnadenbrotes herauszukommen. Und die weitere Folge: der Arbeiter geht zugraute. Die Hoffnung auf produktives Leben, auf eine irgendwie menschlich? Existenz durch Arbeit — wjrd ihm genommen. Seine Welt wird ihm immer mehr zerstört. Und all dies geschieht nach innen, im innersten Innern. Innerhalb der Zelte und der Baracken. Was weiß davon der Hausbesitzer, der Politiker, das Mitglied der Kolonieverwalt!!ng, der Leiter des Finanzinstitutes? Der ganze Schmerz, die ganze Bitterkeit und Ungeduld wenden sich nach innen, an die einzige Kraft, mit der die Arbeiterschaft in Berührung kommt, an die Organisation, an ihre Institutionen, an diese wenigen Menschen, die ihre Sorge tragen, ihre Mühe und ihre Leiden, die bis zur Erschöpfung sich bemühen, zu retten, was nur möglich ist. Die Last des Hungers und der Arbeiisbugkeit, die die Kraft des Einzelnen aufreibt und frißt, wird zu einer Geißel, die droht, alles hinwegzureißen, was wir in all den Jahren unserer Mühe geschaffen haben. Und in dieser Stunde, schwer von Gefahren, in der die Arbeiterschaft unter ihrer Last zusammenbricht, mit dem Hunger und der Verzweiflung ringt, wo sind all jene, denen die Verantwortung für die . Lage auferlegt ist? Wo sind dl die Institutionen, deren materielle Möglichkeiten, wenn such heute begrenzt und verringert, so doch um vieles die finanziellen. Möglichkeiten der Arbeiterinstitutionen überragen? iW'o ist die Hypothekenbank, auf die so große Hoffnungen gesetzt wurden? Wo sind die vielen Banken der Brandeis• Gruppe, von denen man in Amerika Großes und Bedeutendes «!,zählt? Keiner leidet, keiner fühlt und keiner beachtet das tobende Verderben. Stauer,!tc der Kulteswegen t«, eiern aticr.3• wu, förr.c?, ihrunr? 11% fre- ׳ז״ן ZU " der ־ * >E9 ist nicht die Absicht dieser Worte, die Lage ganz ״ zu Schilden!, wie sic ist. Noch haben wir die Ueberzeugung; der Notwendigkeit, uns zu beherrschen, uns zusammenzu- ’j "Hirnen. Aber mögen diese Worte eine Warnung sein. Eine Jj schwere Warnung. Möge das Verantwortungsgefühl diesmal It *rwaehen. Die Öeffcntlichkeit soll davon wissen, die Presse |j *rüber schreiben. Mögen die Stadtverwaltungen es fühlen, 1׳ die Geld-Institutionen, die öffentlichen Mächte. Mögen diese ä Worte sogar in den Kolonien gehört werden. Mögen *‘t wissen, daß die Lage sieh bald ändern muß. I: Sehr bald! F ׳ Eine Salonlkter Abordnung In Jerusalem. In Jerusalem |1 w׳ei]c1, gegenwärtig führende Mitglieder der Jugend! irgaiti• u fJtion ״Zioniah11 ans Saloniki. Auf einer vereinigten Sitzung i «er Zkmiah-Dclegation mit der sephardisehen Jugemtorgam- ■ f:1|0n ״Qialuzc Hamisrach11 wurde eine Zusammenarbeit der ‘1׳-!den Organisationen auf folgenden Gebieten beschlossen: י. Underwtrb, 2. Häuserbau, 3. Hilfe für neu® Emigranten. JUE.DISCHE RUNDSCHAU Seife 22! /מ V Ed Italic über Reorgrinteltaa , Wie wir bereits kurz berichtet hoben, veröffentlicht Neh e-!1יי a de Li eine in der belgischen ״Hatikwah׳‘ einen Aufsatz Zionistische Reorganisation. Eingangs kündigt er an, daß in chm nächsten Tagen eine Broschüre erscheinen wird, die 11.15 oppositionelle Programm enthalten wird. 50• dann ■ äußert er Zweifel über die Nhtzlidikcit einer solchen Diskussion, die bisher im zionistischen Lager gewöhnlich mit großen Ideen ohne Beachtung der Tatsachen geführt wird und daher wertlos sei. ״Nehmen wir z. 0, die kcntralisatioi! in unseren Finanzen. Trotz den schlechten Resultaten dieses Systems kann man zu seinen Gunsten noch Argumente geltend machen und ein Diskutierklub könnte dierem Zweck einen s^lir gelungenen Abend widmen. Der Kern der Sache liegt meiner Meinung nach darin, daß unsere Leitung selbst sich an kein System hält, heute heftig bekämpft, was sie morgen durchführen will, zu spät und so falsch, daß sic es übermorgen wieder aufgeben muß. Man würde ihr mit U11recht vurvverlcn, daß sie ihre täglich wechselnden Anschau- »"gen i״it wenig Geschick verteidigt, denn dies ist nicht 1 (ףך:ףי;׳ן״ p H'ß Uteäd t?w.te.jÜwk*F.J IciLre.tl Veranstaltet vom ESetTOa I»C!Ic!r«se£5» E»Qji3r0cl am Donnerstag, den 10. Mal, abends 7,9 Uhr in dcu Musikrr-Fe6tfdU0n, Borlin C25, Kaber-Wilhelm-Str. 81 JAD.3CJ□, d!e neue Siedlung In Erez Israel Itcduor: Herr Rechtsanwalt Dr. Kle«, Ilorr Pr. raed. Tugondreich, Harr Generahokroüir des Keron Knjemeth P 0 U ti k der Fall. Aber In einem Ist Ihre■ Beweisführung bi* heute konsequent geblieben, daß eie sielt nämlich durch die Tat- Sachen der Wirklichkeit nicht stören läßt, Infolge dieser Metimdcn sind die Versammlungen unserer gesetzgebenden Körpcredsaftcii auf das Niveau von Volksversammlungen herabgesunken und unser Meinungsaustausch bekommt den Charakier eines Diskutierklubs, Die wichtigste Reorganisation, die wir durdiz’uföhrcn haben, nd eine Reorganisation der Idee. Um eine solche Frage wie die der Zentralisation zu behandeln, genügt cs nicht zu widerlegen was andere darüber gesagt haben. Sondern wir müssen eine gewisse Distanz zwischen uns!fnri der Sache bewahren. Wenn wir heute sehen, daß plötzlich ein großer Teil und zwar gerade die wichtigsten der von umsern Freunden verkündeten Reformen, das Programm der Leitung geworden sind, ist das kein Anlaß Uns zu freuen. Nicht nur deswegen weil wir nicht wissen, wie lange diese Meinungen Inhalten werden und welche Reformen trotzdem zu spät kommen, sondern weil die zentralen Gesichtspunkte fehlen, von denen wir nusgvhcn, Es handelt siel! ־nicht darum, um jeden Preis Recht zu haben, sondern cs handelt sielt tim Palästina. Paiäsiina ist zu wichtig und zu heilig, ah daß man Witz und Geist üben dürfte in Diskussionen über Teilprobleme, ohne eine Gcsamtanschmmii״ zu haben. Nur eine Leitung, die die Frage in ihrer ganzen Schärfe als prinzipielle Frage aufrollt, könnte eine Aenderung licrbciführen. Diese zentrale Anschauung formuliert de Licm'e in folgerufen Thesen: _ 1״. Die Palästinaarbeit kann nicht führen zur nationalen Heimstätte, wenn die völkerrechtliche Situation versagt In einem Diskmicrklub.kann man leicht nacliwciscn, daß wir beute politisch mehr erreicht haben, als das Baseler Programm voraussah. In Wirklichkeit aber ist die Situation in Palästina für die ganze Welt׳so klar, daß — mit Weizmann zu sprechen — jeder einfach wissen soll, daß in Palästina heute in Wirklichkeit keine Rede ist von einer jüdischnationalen Heimstätte, Diese Wahrheit wird noch klarer, wenn wir sie aus der politischen Formel in die ökonomische For* mel übersetzen, wir sagen! 2■ Unsere ökonomische Arbeit in Palästina kann nicht zur nationalen Heimstalic führen, wenn sic nicht anders gemacht werden kann, als auf dein Wege privatwirtschaltlicner Methoden. In bezug auf die ökonomische Arbeit nehmen wir, ohne die ökonomische und politische Position der übrigen Bcvölkerun״ zu beeinträchtigen, eine Lage ein, welche keine paritätischc sondern eine Vorzugsbchandlung nötig macht. Im .Mandat findet diese ökonomische Notwendigkeit ihren politischen Ausdruck in der der Mandatarmaeht auferlegten Verpüidiiung, Palästina ökonomisch und’ politisch in eine solche biüintkm zu versetzen, daß der Mandatszweck — die jüdischnationale Heimstätte ־— erreicht werden kann. Es genügt nicht, daß der Völkerbund feierlich erklärt, Palästina ist die nationale jüdische Heimstätte; ps ist auch nötig, daß uns die Möglichkeit gegeben wird, diese Heimstätte daraus zu machen. Zur Schande unserer Bewegung ist der Opportun!'«• inus schon so'weit gediehen, daß die Dezeichnung nationale Heimstätte eine elastische Interpretation gefunden bat, um die Geister zu verwirren. Zur Zeit der Balfour-Deldaration war dies .noch nicht der Fall. Wir wünschen nicht die Ausdehnting der Diaspora; wir wollen ans Palästina da* jüdisclie Land machen, in dem1 wir die Majorität bilden. Man befreit sich heute aus dem Dilemma durch einen Sophis• nius: Gebet der Palästinaarbeit eine breitere Basis und alles übrige wird von selbst kommen. Aber diese breitere Basis bedarf einer Sanktion des Völkerrechtes, einer vorzugsweisen Dchaiidlung. Sie kann nicht im Wege der Privatwirtschaft erworben werden. Man vergißt, daß für den Weg der privat• xvirtschafUichcn Gleichberechtigung kein Mandat nötig war. Es bandelt sich dabei nicht um mangelnfiles Vertrauen zu England, Im Gegenteil, wir haben genügendes Vertrauen zu. England, um zu glauben, daß, wenn Palästina eine Krön-’ kolonie gewesen wäre, c3 ihm nicht eingefallen wäre,' die Juden zu verhindern, sich privatwirtscliaftlicli in Palästina fest• luselzen lind in das vernachlässigte Land große Geldmittel zu bringen. Wir präzisieren alsö unsere Anschauungen über die ,Paläsiinaarbeit folgendermaßen: 3. Unsere Arbeit jn Palästina hat zum Ziele in erster Reihe die Fcstrefzung (Kolonisation) und die schlicOliche Errcickuug der Majorität im Lande, 4. ’'Die Fcst ctzung ist einzig und allein möglich durch rine_ Verrtlirkuiig der produktiven Grundlage und der protluktivcn Kräfte im' Laude. ־ 5. Die liierter notwendigen Mittel können nur durch da# Aufgebot aller geistigen und materiellen Mittel unierfi Volkes beschafft werden. ׳.'•׳׳ .! ׳ , ׳ . r! « Diese Thesen waren vor der Herrschaft des OpfcortunUm'üs in unseru Reihen fast allgemein anerkannt. Heute ist es aber sehr sei!" cr, die Zionisten zur Erkenntnis zü bringen, daß die P.etrachtun״ eines Jcilprabicms ohne Anerkennung dieser These« sinnlos ist.“ ln! zweiten׳ Teil de#' Aufsatzes bespricht de t»cm'e die Frage der Jewish Agency. ,,Erst sollte sie der Ausfluß eines Weltkongresses *ei!!, ■diese Anschauung war de!׳ amenkanisdien entgegengesetzt, welche die Zionistische Organlsafion als Trägerin dieser Funktion sehen wollte. Wenn wir die kürzlich veröffentlichten Interviews lesen, sehen wir. d.1& unsere Führer diese Anschauung aufgegeben haben Una ein« künstliche Lösung vetkünden, 'die aus der Jewish Agency ein aus Mitfjlink■׳n einer ahgesundcrini zionistischen Gesellscibchaft (Socitilt• siomste separec) zusammengesetzte* Organ,' macht. Handel» es siel: hier um eine *vstematisdie Getarnt• ansdiaming unserer Probleme? Keineswegs. Betrachten wir zunächst einige Fragen. Wir haben einen zentralen Fond«, den Keren Hajes-sod, der nicht imstande ist, unser Budget zu decken. ... Je deutlicher es wurde, daß diese Methode der Finanzierung unserer Bewegung notwendig untauglich ist, desto starker sehen wir die zentralistische Tendenz in der Verwaltung des Fond« hervortreten. Dieser Fomk wurde als neutraler Fonds propagiert, was er bis heute nich* ist. Und cfa, wie in allen jüdischen Sammclkomitees, auch hier einzelne Nichtz.iouisien einen oder den anderen Ehrenplatz ciimeluncn, ist es ciiesem oder jenem eingefallen, die Verwaltung des Fonds Nichtzionisten zu übertragen und aua ihnen die Jewish Agency zu bilden. 1 '׳ Bisher glaubten wir stets, daß die Funktion sich ihr Organ sthaftt und nicht Umgekehrt das Organ die Funktion. Um bei den im ersten 1c.le dieses Artikels entwickelte« Grundideen zu bleiben, stellen wir folgende Fragen: Welche Funt;tin!1 soll die Agency erfüllen? Soll sie hohe Diplomatie machen? Wir glauben, daß dazu nach der Dcklaraiion Churchills der Appetit vergangen ist. Die Aulgabe der Jewish Agency ist es, bei den palästinensischen Behörden die zur Entwicklung unserer Arbeit nötigen Maßregeln diirchzusetzen. Glaubt man wirklich, daß d,cs durch ein« Reprisentation des jüdischen Volke« geschehen kann und nicht' durch Organe, die die Arbeit in Palästina durchführen? Wer weiß, wie die politische Arbeit von jedem Leiter eines ökonomischen, kulturellen oder sozialen Unternehmens in täglichem Kontakt mit der Regierung gemacht werden mtiß, ist die Antwort nicht zweifelhaft. Außerhalb^ Palästinas ist für die Jewish Agency kein Platz. Die ursprüngliche jewish Agency, wie sie nacn der Halfour-Dcklarauon gedacht war, hat ohnedies nach der Cnurcliül-Ddriar.ition ihren Sinn verloren und ist ein Organ ohne Funktion geworden. (Man sicht, wohin cs fteirt, ein Eiiizclpr-obicm ohne den Zusammenhang mit der aonistischcn Zentralidec zu betrachten.) Die Jewish Agency war die logische Konsequenz einer Konsiniktion nach der Palästina dem jüdischen Volk als seine nationale Heimstätte gegeben würde, mit dem Aufträge an den Mandatar, die Juden in Palästina vorzugsweise zu behandeln. , ’ Noch einige Punkte. Wo Weiht die Zionistische Organisatiou in dieser Kombination? Nimmt man ihr die Funktion, was bleibt der zionistischen Bewegung. Bisher hat sich noch niemand mit dieser Frage beschäftigt. Niemand gibt sich Recheiisclmft, daß man auf dem Wege ist, die zionististhe Bewegung zum Tode zu verurteilen, ohne sie durch etwas annehmbares zu ersetzen.! Und weiter: Der Keren Hajessod deckt nicht unser Bud* get. Hat der Keren Hajessod die Form, um das ganze jü• dische Volk hinter sich zu scharen? Diese Frage kann vielleicht in einem Diskutierklub, aber nicht in ernster jpli* tischer Arbeit bejaht werden. In Osteuropa wird es vielleicht möglich sein, nach ״roßen Anstrengungen eine jüdische Vertretung für Palästinaaiigeicgenhcitcn zu schaffen. ln Amerika kann inan vielleicht den Schein davon erzeugen, ln Westeuropa ist aber das Judentum höchstens in religiösen Gemeinschaften oder in Hilfskomitees organisiert. Wenn wir annehmen, daß ein oder zwei Jahre lang in einzelnen Landem die Einnahmen steigen werden, so ist das das Höchste, was erreicht werden kann. 1 1 ׳ ' Die Mobilisierung des jüdischen Volkes für Palästina ist ein ebenso langsamer Prozeß wie die ökonomische Besitznohmc Palästinas. Diese Mobilisierung kann nicht dadurch erfolgen, daß die Durchführung unserer nationalen Ideale dem' einen! oder anderen Assimilanten anvertraut wird. Sie kann lediglich erfolgen durch die Dezentralisation un• seres F in a n z s v ste m s, durch die Reform unserer Arbeit und unserer Organisation und durch eine Begrenzung des Tätigkeitsgebietes unserer Organisation. Wenn die Palästinaarbeit z. B. durch die Dezentralisation der Fonds (z, B. Erzichungsfonds und Sanitätsfonds!, durch die Entwicklung der Privatinitiative auf Grund von Kreditinstituten Gemeingut ,eines weitern Kreises von Juden geworden sein wird, dann wird das Organ der Vereinigung auf ganz natürlichem Wege aus dieser fortschreitenden Mobilisierung entstehen, daß dann die Funktionen der Jewish Agency zu erfüllen hat,“ .Wir versagen es uns zu dem Artikel Stellung, zu nehmen, da wir hoffen, daß die angeküfuiigte Broschüre klarer zum Ausdruck bringen wird, was de Lieme in unserer heutigen Situation praktisch-positiv vorschlägt, j 7 » -..— ■ Eine IMIon für Jad]11r in Berlin Das Hauptbüro des Keren Kajemeth in Jerusalem hat dadurch, daß es den einzelnen LandcssammelstcÜen bestimmte konkrete Aufgaben gegeben hat, die Propaganda in danken*• werter Weise auf eine ganz neue Basis gestellt. Es muß gelingen, bis zum 31. Dezember 1021 in Deutschland den Gegenwert für die Ablösung der Kolonie Jadjur bei Haifa aufzubringen. Die ■ Nationalfonds-Kommission für Deutschland hat sieh entschlossen, an einzelnen Orten und geschlossenen Landestcilen intensive Aktionen zu veranstalten, welche geeignet sind, jeden einzelnen Juden für den speziellen Aufbau von Jadjur zu interessieren. Nachdem in Fiannover durch eine derartige Aktion zufriedenstellende Ergebnisse erzielt worden sind, ist bestimmt worden, in Berlin im Monat Mai eine 1 י ■ , Jatijur-Akt ion durchztifiihrcn. Am Donnersiag, den 25. April, fand eine wohlgclungcnc Versammlung aller Mitarbeiter die sich bisher zur Verfügung gestellt haben, statt, auf der Herr Dr. Arlosoroff über die Bedeutung der Keren Kajemeth-Arbeit ln Erez-Isracl, Herr Dr. Baer über die Tätigkeit in Deutschland und verschiedene andere Gesinnungsgenossen über die spezielten Vorbereitungsarbeiten der Berliner Aktion sprachen. Alje Anwesenden erklärten sieh bereit, nicht nur sich seihst mit allen Kräften zur Verfügung zu stellen, sondern auch weiter Mitarbeiter zu werben. Die Aktion, welche den ganzen Monat Mal in Anspruch nehmen wird, wird durch großzügige Sammlungen und persönliche Besuche durchgeführt werden. Die Schewuaus-Tage, welche mitten in den Mai falten, sind dazu ausersehen, dem Keren Kajemeth in den Synagogen der Geldentwertung entsprechende Nederspenden zu bringen. Das Kontingent Berlins zur Ablösung von Jadjur beträgt 2-100 £ für beide Jahre. Die jetzige Aktion muß einen wesentliehen• Teil dieses Kontingents ergeben. Ihr Gelingen hängt in erster Linie davon ab, daß in Berlin eine arbeitsfreudige Schar von Mitarbeitern gewonnen wird, welche gewillt ist» für die erhabene Aufgabe des Keren Kajemeth in den großen jüdischen Manen werbend einrutrtten, , ' < •י׳ > ,!.': ׳, h ״; ׳1ק .1 ‘V r, l ‘V h :<1 IM!!»!1 ' p '׳ ח!; r 11: ,% ״ י‘! » י 1 - %