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Jüdische Rundschau · 1923-05-04 · Heft 35-36 (4.5.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 35-36 (4.5.1923)
Date
1923-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Anzeigenpreis für die achU’espnllcncNonparcillczcilo 500M. i ür licbr\Anm<;on 150% Aufschlag. l'ür Auilnndsinicrul« lOO%VftluUzu0chUg Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. / \ r\ CmJ / '1 Telephon: Pfalzbur:? 6697u.0603, Postscheckkonto: BcrlinNr. 17392. Für Oesterreich: Postsparkatsenamt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: PosUparkassennmt 1’rag, Konto Nr.59410. — Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. — 1 י״ח אייס תרס״ג! xxviii. ja!־.« gCf Zionismus orstirobt fQr das JödiachQ Volk dlo Schnürung! einer CKentücti rechtlich gesichertem tlaimEtlllto in PaK'sllna. ״Daaelar Programm.1 •גד״י» «״־־ i *.iS 4L!״ g\ .V; ׳ י ״* r*x I ך־׳־״ן ״*•/ ס׳י I ( ^4.^.. |2»~ ■י «•40 . '* ץ7 ןך# %׳״ & & י 11 x ^'ך־" דךן \ / *ל׳חייץ ץךידץייז"/ ין * י0,׳ 1! \^* /ל* ^רידדץ■^ ןידל1יץ*״7] *ב"׳", ן־ןי"יי^"/ ^רן j ן1 i C.i**u** 2«» »«*■ Am »■»» & U üa* 41L ***** <*■»* 4*3• i«4 "fa/*!“!■»» ״־*'*&' 4*2 i׳** «4*• £14 Ml4 JLik 4J Eine Ergänzung des Heren Hajessod! Vor Antritt seiner Tournee durch Middle West erklärte; pr. Weinnann Vertretern der jüdischen Presse, daß in : Amerika die Bildung eines großen finanziellen lni jjjtuts zur Förderung des Aufbaus und der Entwicklung j Palästinas beabsichtigt sei. Die geplante Gründung dieses > Instituts bildete das Haupttliema eines von Miss Friedmann,; jkr Schwester des verstorbenen Millionärs Andrew Friedmann, j zU Ehren Dr. Weizmanns gegebenen Diners, an dem neben s anderen cinüußrcichcn jüdischen Persönlichkeiten auch Louis Mars hall und der ehemalige amerikanische Gesandte in I Kor.slantinopcl, Oscar Strauß, tcilnahmen. Eine weitere •i Besprechung werde, wie Weizmann erklärte, am 3. M a i bei! Louis Marshall stattünden unter Beteiligung von Dr. Georg i Halp c r n , den Weizmann aus England zu dieser Besprechung | berufen hat. j ״Ich sehe eine Revolution im amerikanischen!Zionismus“ —• erklärte Weizmann den Zciuingsvertrclern — ״eine neue Epoche der zionistischen Bewegung dieses ן Landes voraus, falls dieser unser Plan Eingang gefunden haben j vird in jene hohen Kreise, denen der Zionismus bisher fremd j war; auch die breiten jüdischen Massen werden dadurch dem zionistischen Ideal ergebener werden.“ Auf die Frage über die Keren Hajessod-Kampagne erkürte Weizmann, daß der Anfang zufriedenstellend sei. Nach dem bisherigen Verlauf der diesjährigen Kampagne lasse sich eine wachsende Tätigkeit für den Keren Hajessod in allen Schichten der jüdischen Bevölkerung fest- ' stellen. Der Gedanke, daß die Errichtung unseres nationalen i Heims vom Keren Hajessod abhängt und daß die Zukunft I unseres Volkes nur in seinen eigenen Händen liegt, dringt stets tiefer in alle Klassen und Richtungen der hiesigen Juden ein. Die Kampagne in den Synagogen, die gute Arbeit der Rabbiner und die aufopferungsvolle Hilfe aller Keren Hajessod- Mitarbeiter sei ermutigend und lasse die besten Resultate erhoffen. Ueber das Verhältnis der neugcplanten finanziellen Institution zum Keren Hajessod erklärte Weizmann: ״Das neue Institut muß 'als Ergänzung des Keren Hajessod aufgefaßt werden. Der Keren Hajessod ist das Fundament sller Arbeit in Palästina. Ohne den Keren Hajessod kann das jüdischnationale Heim nicht errichtet werden. Keine finanzielle Institution kann sich mit den Arbeiten befassen, die der Keren Hajessod in Palästina übernommen hat, wie . 1 B. Unterstützung der Immigranten, des hebräischen Schulwesens, des Sanitätswesens, der Kolonien, der Chaluzim usw. Ei gibt aber auch viele Gebiete, ebenfalls von großer Be- dcutung, die in das Tätigkeitsgebiet dieser neuen Institution | lallen sollen.“ I Auch Louis Marshall und Oscar Strauß machten einem1 j Vertreter des ״Moming Journal“ Erklärungen über die Aus- ן licht der Beteiligung der reichen amerikanischen Juden am j Aufbau Palästinas, Louis Marshall erklärte, daß die Teilnehmer an dem von Miss Friedmann gegebenen Diner, gegen 30 der angesehensten und reichsten Juden New Yorks, die größte Sympathie dem Gedanken des Aufbaus Palästinas cntgcgcnbrachtcn, um Millionen Juden, die in den osteuropäischen Ländern unterdrückt werden, die Möglichkeit der Rettung zu geben. Er hoffe, daß diese Besprechuiig gute Resultate zeitigen wird. Er werde sich euergischst bemühen, um die reichen Juden am Aufbau Palästinas zu interessieren. Die Stimmung unter den Teilnehmern am Diner war die, daß Palästina aufgebaut werden m üsse, nicht dem Zionismus zuliebe, sondern aus einfachen Mcnschlichkcitsgründcn. Alle fühlten, daß Palästina jetzt die einzige Hoffnung für alle Juden ist, die auswandern müssen und nicht wissen, wohin. Er werde seine Bemühungen fortsetzen und hoffe, etwas za erreichen. Oscar Strauß schilderte vorerst die Einzelheiten des Diners, dessen Toastmeister er gewesen war, und wies auf den großen Idealismus und die Ergebenheit Weizmanns für die Kolonisierung Palästinas hin unter besonderer Unterstreichung des Wortes ״Kolonisierung“, wobei er betonte, daß er zwar für die Kolonisierung, aber gegen den politischen Zionismus ist. Er lobte sodann Weizmann als klugen Menschen und Idealisten, der sich einer Bewegung gewidmet hat, die nicht bloß die Zionisten, sondern alle Juden ohne Unterschied der Partei und Schattierung interessieren müsse. ״Ich sympathisiere," erklärte Strauß u. a., ״mit der Balfour- Deklaration als Amerikaner und als Jude. Sie gibt unseren unterdrückten Brüdern in Rultland, Rumänien, Polen, Ungarn und Deutschland, ja auch Deutschland, die Möglichkrit, in ein Land zu kommen, wo sie frei leben können. Ueberhaupt jetzt, da die Tore Amerikas so gut wie verschlossen sind, ist es noch wünschenswerter, daß unsere Brüder ein Land haben, in dem sic sicher und unter dem Schutze für alle gleicher Gesetze leben können. Von diesem Standpunkt aus wird, wie ich sicher bin, der Wiederaufbau Palästinas nicht bloß die Zionisten, sondern alle Juden intercssicrcn und ihre Unterstützung finden." Mr. Straus wies des weiteren auf den starken Eindruck hin, den Weizmanns Reden und vor allem seine SchUderungdcrChaluzim auf die Anwesenden gemacht haben, und erklärte sodann: ״Ich kann noch nicht sagen, welche Pläne gemacht werden- Es wird noch Zeit und Geduld erfordern, um diesen Idealisinus in einen praktischen Plan für die Kolonisierung umzuwandeln. Ich will nur noch erklären, daß es, milde ausgedrückt, unmenschlich ist, unseren Brüdern in den Ländern der Unterdrückung nicht zu helfen, ein friedliches Heim in dem Lande unserer Ahnen zu finden. Der Appell an die reichen Juden in den freien Ländern, sie mögen ihren Brüdern zu Hilfe kommen, ver• pflichte t." 1״,a*/ *»wu1kr,uu.• ״ .ג־:״ x*s־״ Anfragen Im Unferliaas Die Lkkranpn lür das Rutcabcrg-Untcmchmcn Das Unterhausmitglied Bock er richtete in der letzten Sitzung des Unterhauses an dn Unterstaatssekretär der Kolonien die Frage, ob angesichts der Beträge, die England für die Sicherheit und das Wohl Palästinas verausgabt hat, nicht ein besonderes Abkommen getroffen wurde, daß alle Lieferungen von Maschinen und Materialien zur Ausnutzung der Wasserhafte des Jordans ausschließlich in England untergebracht werden sollen. Der Unterstaatssekretär der Kolonien, Ormsbv Gore, *heilte auf die Frage eine verneinende Antwort. Mr. Becker fragte darauf, ob nicht wenigstens für den fall, daß die palästinensische Anleihe in England *rtolgrcich placiert wird, die genannten Lieferungen in Engvergeben würden. Unterstaatssekretär der Kolonien, Örmsby Gore: Nein. Heber die Lieferungen entscheidet ein privates Unternehmen h Palästina. Nach den Bedingungen des Mandats sollen alle Volk er, die Mitglieder des Völkerbunds sind, Bleich e Rechte mit Bezug auf den Handel in l’sbsiina haben. Mr. Beeker: Ist das Mandat, das in der Versammlung des Völkerbundes, nicht aber im englischen Parlament ge- Wimigt wurde, für England bindend? Ormsby Gore: Die Frage hat nichts mit der Ge- Nchinigung dieses Hauses zu tun. Wir haben uns verpflichtet, Pniästina im Einklänge mit den Bedingungen des Mandates zu Gewalten. Die Zollpolitik ln Pal listin« Das Parlamentsmitglied Gilbert fragte den Unfersiaats- «״retär der Kolonien, ob die englischen Waren, die in J’c'äslina importiert werden, einer Verzollung unterliegen? '13'״m ja, wie hoch die Verzollung sei? Handelt es sich um 11:äa prozentualen Zoll auf den Wert der Ware? Unterliegen ®1'ät die aus Palästina exportierten Waren einer Verzollung? 1*ün j3, werden die nach England exportierten Waren 6'■ü Vorzug behandelt?. , ׳ v־ >׳ ׳*״ '׳“ . .... ... Unterstaatssekretär Örmsby Gore antwortete auf die erste Frage bejahend. Die zweite und dritte Frage, sagte er, würden zu ausführliche Erklärungen erfordern und würden am besten in individuellen Gesprächen geklärt werden. Die vierte Frage beantwortete er mit Ja, die fünfte mit Nein. Das Palästina-Mandat, erklärte Ormsby Gore zum Schluß, gestattet keine bevorzugte Behandlung des englischen Imports oder Exports. Emir ÄMa’la und Palüsfina Das Bulletin der Zionistischen Organisation feilt mit: Die Zionistische Organisation Ist von höchster autoritativer Stelle benachrichtigt worden, daß die in der Presse erschienene Mitteilung, das Kolonial-Amt hätte dem Emir Abdullah Briefe gesandt, die ihm die Oberherrschaft über Palästina und Trans- Jordanien anbieten, wenn er sich auf die Balfour-Deklaration verpflichten würde, frei erfunden ist. Dieses Dementi bezieht sich offenbar auf eine Nachricht, die der Sonderberichterstatter der ״Daily Mail“, Mr. J. M.. N. Jeff ries, der vor kurzem aus Palästina zurückgekehrt ist, in dieser Zeitung veröffentlicht hat und worin es heißt: ״Das Kolonial-Amt hat an den Emir Abdullah von Tram- Jordanien einen Brief gesandt, in welchem ihm die Ober* hcrrschaft über Palästina und Transjordanien angeboten wird, wenn er die ungesetzliche und perfide Balfour-Deklaration — den zionistischen Charter — anerkennen würde.“ Mr. Jeffrica behauptete ferner, daß die Zionistische Or* ganisatiou mittellose Emigranten in das ״Land der Araber'‘ importiert auf Grund eines einzigartigen Arrangements, wonach ein zionistischer Immigrant unbehindert einwandern kann, wenn Personen in den Vereinigten Staaten die Verpflichtung übernehmen, als Acquivalcnt 10 Pfund in monatlichen Raten zu zahlen. ■ ׳ Bk lnwaiäcrr.r.g 11 Palästina Jerusalem. (J. C. B.) Während der dritten Aprilwoche sind in Palästina .450. Immigranten einfr% 00 n •p # 44 & V* Berlin, den 2. Mal. Nur noch drei Monate trennen uns vom XIII. Zio* nistenkongreß, der, wie das offizielle Bulletin der Zionistischcn Exekutive in seiner letzten Nummer ausführt, die Aufgabe haben wird, zu prüfen, ob die heutigen Formen unserer Organisation und unserer Arbeit den Aufgaben des Augenblicks noch angepaßt sind, während der XII. KJongreß im wesentlichen sich damit begnügen mußte, den legalen Zustand nach dem Intermezzo des Krieges wieder hcrzustcllen. Angesichts dieser ge« waltigcn Aufgabe, die nicht nur von der Exekutiv* sondern von der gesamten Bewegung, die sich danach sehnt, endlich wenigstens aus der inneren Krise herauszukommen, empfunden wird, .sollte man erwarten, daß in allen Kreisen der Bewegung die Vorbereitung des Kongresses zum mindesten in einer liefen, ernsten und sachlichen Diskussion der Probleme zu erkennen wäre. Die Diskussion jedoch, die bisher die zionistische Welt beschäftigte, kann nicht gerade als eine glückliche Einleitung bezeichnet werden. In der zionistischen Presse verschiedener Länder und verschiedener Sprachen sind bereits Aeußerungen erschienen, die einen stark polcmisehen und persönlichen Charakter tragen und im wesentliehen Stellung nehmen zu Erklärungen, die Dr. Weizmann abgegeben haben soll oder abgegeben hat. Bereits vor der letzten Actions-Comite-Sitzung wurde es bekannt, daß Dr. Weizmann gewisse Rcorganisationsvorschläge zu machen hat, und es wurde sogar die Nachricht verbreitet, daß er zu demissionieren entschlossen ist, wenn das A.-C. seine Vorschläge nicht annimmt. Diese Gerüchte wurden allerdings von Weizmann in der A.-C.-Sitzung selbst dementiert, aber kurz nach der Sitzung erschien das ominöse Interview mit dem Korrespondenten des New Yorker ״Morgen-Journal“, das später von Weizmann offiziell dementiert wurde, aber trotzdem allgemein als Grundlage der Polemik genommen wurde. Die Form und zum Teil auch der Inhalt jener Aeußerung hatte zur Folge, daß eine starke Opposition gegen Dr. Weizmann entstand, die sich z. B. in Palästina auch in recht persönlicher Weise äußerte. In Palästina hat sich in der letzten Zeit ein starker Umschwung in der innerzionistischen Parteigruppierung vollzogen. Wir haben schon seinerzeit anläßlich des letzten Besuches Weizmanns in Palästina darauf hingewiesen, welche zurückhaltende, ja zum Teil ablehnende Haltung die liberale Presse ihm gegenüber eingenommen hat. Diese Haltung hat sich in der letzten Zeit verstärkt und besonders nach Bekanntwerden des Interviews wurden im;,Haarez“ eine Reihe von Artikeln veröffentlicht, die geradezu den offenen Kampf gegen Weizmann proklamierten. Die Stimmung im Lande, wo er vor kurzem noch eine starke Position hatte, ist heute gegen ihn. Lediglich die in den nationalen Kreisen nicht sehr geschätzte Gruppe des ״Doar Hajom“ hat für ihn Partei ergriffen. Um diesen Konflikt zu verstehen, muß man wohl auch persönliehe Momente hmnzichcn, über die offen gesprochen werden muß. Weizmann, der immer wieder sich von Affekten hinreißen laßt und große taktische Fehler begebt, auch ein hohes Maß persönlicher Rücksiehtslosigkeit besitzt, hat in jenem Interview, wie auch bei anderen Gelegenheiten, sich sehr abfällig über Persönlichkeiten geäußert, die in den russisch-zionistischen Kreisen, die heute die öffentliche Meinung Palästinas beherrschen, sehr einflußreich sind. Er hat insbesondere wegwerfende Bemerkungen über mehrere seiner Mitarbeiter, führende Persönlichkeiten der palästinensischen Exekutive, gemacht, die er als persönlich für ihre Posten ungeeignet bezeichnet. Diese Bemerkungen hat man Weizmann mit Recht sehr übel genommen, und sie sind um so bedauerlieber, als nichts falscher wäre, als die heutige Krise einfach’ auf einen Personenkonflikt zairiickzuführcn. Der Chefredakteur des ״Doar Hajom“, Bai Jehudas Sohn, Ben Awi, hat in einen» großen Artikel den — wie er sich ausdrückt — ״Waffenstillstand“ gekündigt, den er anläßlich der Tagung der zweiten Assefath Niw« ch'arim mit Ussischkin geschlossen hatte, jene Kundgebung, die seinerzeit in Palästina als der Herstellung der Einheitsfront mit Jubel begrüßt worden war. Ben Awi erklärt, daß heute wieder die Zeit scharfer Partei« nähme gekommen ist, und daß er, der früher als Brandeis• Anhänger Weizmann bekämpft hat, heute Weizmann mit aller Kraft in seinen Reformbestrebungen unterstützen will. Diese neuartige Konstellation in Palästina ist nichts weniger als erfreulich; denn durch diese Solidarisierung Weizmanns mit der Doar Hnjom-Gruppe werden auch .diejenigen Elemente Weizmann entfremdet, die früher Weizmann gesinnungsmäßig als sehr nahestehend empfanden, vor allem die Arbeiterschaft. Die Kampagne gegen Weizmanns .Vorschläge oder angeblichen Vor^ 0 A

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