Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1923-04-13 · Heft 30 (13.4.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 30 (13.4.1923)
Date
1923-04-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652530--16498-2674146
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

iun21;:׳;ciintnissjj' Branche,' •׳;!:ncr in -ic 16c ׳;nögiidi:;- ־'*Inge ■Jji e in Bo ,:nsürinei :gcmaj^ :? ci;,1n ä-A. Dr. s Ihcnu: yon dem ',ezcmbcr 1י recht,;iichtun׳» rtr. Klea ״tscliKind ׳- ciuaizrjt nir dia "■יי allein', "׳l;:cn er- I Politiki ״nt Iiabq lese Art Auslands II in der 11c, irr» lohredif, icht gibt, 1 Liebes? 11t: man letzt auf ilhaltsort ׳. ihneji i:1d nr.di eiterigen;«1 sind, daß int morgen verarmta ׳•' treten , Wohl- Den und kr Sinn gelegtem 1 Symbol oß der ‘<en, und mfbauen ‘50 muß (;impfen, 3 lassen 4 an 5683, Montag, inndtag; 2, Neu« ratellun- :Ute r“ Bahn >;־il, um Montag, echtert'j I E.U. Lu 14־• גב־דדלך ־׳ mm l *< r ד־־!: '\; , ( . vl x, 1 \ * J s r~~1 rj 1׳nnu.Vcrla(jW15, Sächsische Str.8. Erscheint jeden Dienstag •t 1jt.itf.' Bezugspreis bei der Expedition 5800.-M. Vierteljahr- ^'1Deutschland. Bestellung bei den Postämtern monatlich. t ל ,ImtinoncBÜi wert!« In der WihrunJ dnr «imelnen Länder berrtchnct, Berlin, 13. IV. 1923 —••«ן ך ך ״-־- -"«ן i i; j 1 I ־ : \ \ t l 1.1' l 1 .iSBBTS Anacl;<cn-VenYallnn<t: Jüdische Rundschau G. m.b.Ii., Berlin W15, Sächsisch« Straße 8. — Telephon: Amt Pfalzburg 6697. 6693 u. 6699, Anzeigenpreis für die achtgcspaHcnoNonparcillczeilo 300M. l'ür tir’lir.Aiwdi!™ IMf-JAuI«cl11»!J.!•'Or AuiUndtlnteriUlOOJjViluUimchUj Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. r*1־ J Telephon: Plalzhurg 6597u.651״. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: PosUpark.w.t-namt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: Postiparkasscnamt Prag. Konto Nr.59410. — RcdnktionsschluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — jbasuacr 30^ , 118 וה53יז0ןן erstreb» für das Jüdische! Volk die Schaffung einer öffentlich ■ rechtlich gesicherten!jc כ״ז ניסן" תרס״ג ln —r: *‘.Programm •וב tTf 9 1i!1« ■^י<| ( 1 y*ןץןן. o ויי )(״iii ץף׳ךןגב-׳ו ץיי _ ‘ w;ץ-־»׳ f*”*)**'■*, Mao!am" veröffentlicht heute folgenden Artikel. Red. d. ״J. R.“ |n) House of Lords ist wiederum seitens einer ־רין von Gegnern der prozionistischen Regierungsein Vorstoß unternommen worden. Den Anlaß ',j bildete das vorläufige Ergebnis der Waiden in jjna, an denen bekanntlich nur eine geringe Anzahl ,!;:];er Wähler tcilnahm, während die überwiegende Ciicit der Waldcnthaltungsparole des christlich-moha* Mjiiisclien Koinilces folgte. Per bekannte Gegner des Zionismus Lord isling- 1, in c pdlicrte die Regierung über das Wahlergebnis 1, j benutzte die Gelegenheit, die von ihm schon öfters!;(,ihiteii Gründe gegen die Politik ■der Regierung :,;legen. Er wurde in der Debatte von einem anderen Cr des Zionismus, Lord Sydenham, unterstützt. .A4; auch der frühere Staatssekretär des Aeußeren und je Führer der liberalen Opposition, Lord Grev,; bi das Wort zu einer Rede, in der er einerseits mite, für den Zionismus von jeher Sympathie! -Linden zu haben, andererseits aber auf die Schwierigen der Verwirklichung dieser Politik hinwies und ynkn an ihrer Richtigkeit äußerte. | Die Antwort der Regierung, die der Kolonial-Stants-;:dar, der Herzog von Devons 11 ire, erteilte, war!: vorsichtiger Zurückhaltung diktiert. Der Staats- 1dir gab zu, daß die Wahlergebnisse die Regierung ' uischt hätten und bedauerte, daß die Bevölkerung ‘ s.inns so wenig Verständnis für den Versuch gezeigt ihr eine gewisse Selbstverwaltung einzuräumen.;1 erklärte der Herzog von Dcvonshirc, daß die;:w.kni *;c Regierung nicht für die von früheren Re- ’־.ingeii eiagegangenen Ve pflLhiungcn verantwortlich Geht werden könne. Zugleich aber ermahnte der nhl-Staatssekretär die Lords, nicht eine Sprache zu :11, die die schwierige Lage in Palästina für die , .je Verwaltung noch mehr komplizieren müßte. 1 eßlich wurde mit Zustimmung der Regierung der ij Lord Isüngtons angenommen, wonach gewisse Jinente veröffentlicht werden sollten, nämlich eine kdhrig der Einnahmen Palästinas für das vergangene : sowie ein vollständiger Bericht über die Wahlen ד Gesetzgebenden Rat. j Dieser neuerliche Angriff im House of Lords gegen (:Zionismus hat naturgemäß in der zionistischen und dien Welt Aufsehen erregt. Es ist notwendg festeilen, was dieser Angriff bedeutet, welches die Hai-;der ma' gcben len poli is.hen Krciie Englands und englischen Regierung ist, und welche Konsequenzen •1 die Leitung der Zionistischen Organisation aus » Vo; fall ziehen sollte. Die Beurteilung aller dieser;cn ist nicht ganz leicht. Sie setzt die Kenntnis ,1 komplizierter Ve.hültnisse der inneren und äußeren;Mk Englands voraus, und sie wird noch besonders wert durch die mangelhaften und zum Teil die .',sadien entstellenden Berichte, die durch Nachrichten- Miiren über diese Debatte im Oberhaus verbreitet ::Mn.; Was zunächst die Argumente der Gegner des Zionis- M ne trifft, so braucht an dieser Stelle nicht ausführlich;;l!e jene Scheinbeweise eingegangen werden, mit denen Ureis Islington, Sydenham und ihre Gefolgschaft seit?m operieren. Daß die Durchführung der zionistia Politik in Palästina gewisse Schwierigkeiten mit ,־',bringt, ist ja ohne weiteres klar, und die Zionisten M'hen diese Schwierigkeiten zu würdigen. Aber die v'irgumcnte, die der Zionismus für die Richtigkeit :;r Forderungen angeführt hat, werden durch die?!Diente der Gegner in keiner Weise erschüttert. Die '־fuigien Wünsche und Forderungen der arabischen "fkerung, deien Hauptzentren, deren nationale Kraftsich nicht in Palästina befinden, können erfüllt :״üj1, und dennoch kann und muß Palästina der;:hen Einwanderung und Kolonisation offen stehen.;st keine Gerechtigkeit, sondern höchste Ungerechtig-;u״d prak isdie Unvernunft, auf die großen Möglich- G die die Erfüllung des Zionismus in sich birgt,;Mrzichten, weil in dem vernachlässigten, dünn be-; Gen, halb verödeten Palästina gegenwärtig einige;'-iitiniiscnd Araber wohnen. Weitblickende englische ';Gniänner haben die weltgeschichtliche Bedeutung p°nistisc!1cn Bewegung erkannt und sie haben zu- .י׳יד Verstanden, daß es für England als Mandatar- M Pali istiiias von höchstem Interesse sein muß, wenn Mn jüdisches Gemeinwesen errichtet wird. Die ״״;: ׳e der Gegner des Zionismus sind nicht von banger und Liebe für die Araber in Palästina diktiert, xni von einer bornierten, auf antisemitischen Stirn- Gen beruhenden Feindschaft gegen die Idee der;Gcration des jüdischen Volkes. Es bleibt freilich :4'flieh, daß auch Männer vom Range Lord Grcys G «urcii die antizionistische Kampagne beeinflussen “'־a? Aul ihn scheint insbesondere die Behauptung I daß den Führern der arabischen Bewegung Vcrsprcchun- I gen gemacht worden seien, die mit der zionistischen Politik im Widerspruch stehen, Eindruck gemacht zu haben. Es ist für den künftigen Gang der zionistischen Politik wichtig, daß diese Angelegenheit klargestcllt wird, und cs sei deshalb besonders auf die folgenden Tat- Sachen hingewiesen: Die Balfour-Deklaration wurde bekanntlich am 2. November 1017 auf Beschluß des britischen Kabinetts erlassen. Vor diesem Datum sind den Arabern keinerlei Versprechungen gemacht worden, mit Ausnahme gewisser Zusagen, die sich in der Korrespondenz des britischen Generals Sir Henry Mac Maiion mit dem Scheriff von Mekka finden und aus den Jahren 1015/16 stammen. Der Sohn des Scheriffs von Mekka, der Emir Feisal, war als Vertreter seines Vaters bei der Friedenskonferenz in Paris anwesend und erklärte in einem Brief vom 1. März 1010 folgendes: ״Unsere Abordnung in Paris ist genau bekannt mit den Vorschlägen, welche die Zionistische Orgausation der Friedenskonferenz unterbreitet hat, und wir betrachten dieselben als maßvoll und berechtigt.“ Der Emir Feisal hätte eine solche Erklärung nicht abgeben können, wenn nach der damaligen ״Auffassung der Araber britische Zusicherungen Vorlagen, welche mit der zionistenfreundlichen Politik Englands im Widerspruch standen, und wenn insbesondere diese Zusicherungen an die Araber die Ein- Verleihung Palästinas in ein arabisches Reich enthalten hätten. Tatsächlich enthält die erwähnte Korrespondenz Sir Henry Mac Mähens init dem Scheriff keinerlei Zu- Sicherung dieser Art. Im Gegenteil schreibt Sir Henry Mac Mahon ain 14. Dezember 1015 an den Scheriff: ״Bezüglich der Wilajcts von Aleppo und Beirut hat die britische Regierung Ihre Bemerkung sorgfältig zur Kenntnis genommen, aber da die Interessen unseres Verbündeten, Frankreichs, betroffen werden, so verlangt die Frage sorgfältige Erwägung.“ Das Wilajet von Beirut, über dessen künftiges Geschick sich die britische Rcgierung noch nicht äußern wollte, umfaßte ganz Palästina mit Ausnahme des Distriktes von Jerusalem. Selbstverständlich konnte nicht daran gedacht werden, diesen Distrikt allein von Palästina loszulösen, vielmehr galt für das Gebiet von Jerusalem eine noch größere Zurückhaltung als selbstverständlich, da dort besonders viele Interessen zu berücksichtigen waren. Es ist auch sehr bemerkenswert, daß die erwähnten Verhandlungen mit dem Scheriff von Mekka stattfanJen, als Lord Grey das Foreign-Of.Le leitete. Trotzdem hielt es Lord Grey für richtig, im Dezember 1017 kurz nach der Balfour- Erklärung folgende Botschaft a-11 die ״Zionist Review“ zu richten: ״Ich bin in vollständiger Uebcreinstimmung mit der von Mr. Balfour abgegebenen Deklaration, und es freut mich sehr, daß diese öffentlich als die Politik der bri.Iscl.cn Regierung mitgctcilt wurde.“ Aus dieser Erklärung Lord Grcys muß man schließen, daß er die Balfour-Deklaration keineswegs als im Widerspruch stellend zu irgendwelchen Zusicherungen an die Araber betrachtet, und da es keine anderen Zusicherungen als die erwähnten gab, die eben unter der politischen Geschäftsführung Lord Grcys selbst zwei Jahre vorher abgegeben wurden, so muß man die jetzige Acußerung Lord Grcys als ein bedauerliches Resultat der antizionistischen Kampagne betrachten, kann aber diesen Acußcrungen keinerlei politischen Wert beimessen. Immerhin wünschte Lord Grey auch jetzt noch eine gewisse Sympathie mit dem Zionismus zu zeigen. Dagegen bedienten sieh jene Lords, die den Kampf gegen den Zionismus zu ihrer parlamentarischen Hauptaufgabe gemacht haben, höchst gewaltsamer Argumente, die nicht nur jede Spur von Verständnis und Sympathie vermissen lassen, sondern sich geradezu als Verleumdungen und Entstellungen erweisen. So behauptete Lord Islington, daß das Mandat von niemandem ratifiziert sei, und er bezweifelt, daß es jemals ratifiziert werden würde, da hierzu die Unterschriften aller Mitglieder des Völkerbtmdes notwendig seien. Tatsächlich ist das Mandat längst ratifiziert worden; es wurde vom Völkerbundsrat einstimmig gutgeheißen und nur die formelle Inkraft- Setzung davon abhängig gemacht, daß vorher eine Regdung gewisser Streitfragen zwischen Italien und Frankreich wegen des syrischen Mandats erfolgen solle. Höchst sonderbar berührt auch ein Argument Lord Sydcnhams, welcher anfiihrte, daß von den Geldern des Keren Hajessod nur 21/2 °/0 von englischen Juden gezeichnet worden seien, woraus der Lord den Schluß zieht, daß der Zionismus für die englischen Juden nicht von großer Bedeutung sei. Dabei ist gerade dieses Faktum ein Beweis für die Richtigkeit der zionistischen Politik vom englischen Standpunkt gesehen. Wenn die Judenheit der ganzen Welt große Summen aufbringt, um ein jüdisches Kolonisationswerk in Palästina zu begründen, wenn sic ohne jede Hilfe von seiten der. englischen Regierung und sogar fast ohne Hilfe von seiten der englischen Judenheit jährlich Hunderttausende von Pfund für Palästina aufbringt, so sollten die Lords den Vorteil begreifen, der damit für England als Mandatarmaclit Palästinas verbunden ist. Statt dessen suchen sie dem englischen Steuerzahler cinzurcden, daß die zionistische Politik das britische Reich mit großen Ausgaben belaste. Das große Publikum, welches die Tatsachen nicht kennt und gern auf Schlagworte hört, ist leicht geneigt, solchen Behauptungen Glauben zu schenken. Jeder englisehe Politiker aber sollte wissen, daß die Ausgaben für Palästina, die gegenwärtig nur 2 Millionen Pfund jähtlich betragen, verhältnismäßig sehr geringfügig sind und auch dann ausgcgelxm werden müßten, wenn England keine zionistische Politik triebe. Die Aufgaben der Landcsverwaltung werden bekanntlich aus den Einnahmen des Landes gedeckt, und England trägt nur die Kosten der militärischen Einrichtungen. Diese müssen in jedem Falle bestellen, es sei denn, daß England sich vollständig yon Palästina zurückzielien wollte. Kann und will England dies tun? Mit Ausnahme einer kleinen Gruppe beantworten alle englischen Politiker diese Frage mit ״Nein“. Will England aber in Palästina bleiben, so muß cs die Bedingungen nasführen, unter denen es die Verwaltung Palästinas übernommen hat und es muß das Versprechen halten, das es dem jüdischen Volke gab. Es ist nicht nur naiv, sondern es bedeutet auch eine gewissenlose Verdrehung der Tatsachen, wenn einige Lords im Oberhaus es heute so hinstellen wollen, als ob England die Wahl hätte, in Palästina zionistische oder antizionistische Politik zu treiben. England hat in den Jahren 1917/20 die Frage seiner künftigen Palästinapolitik geprüft und hat die Frage beantwortet Die Antwort ist in der Balfour-Deklaration und im Text des Palästina-Mandats enthalten. Es kann die einmal eingclcitete Politik nicht mehr rückgängig machen, und nicht die anlizionistischen Lords haben das Recht Klage zu führen, sondern das jüdische Volk muß sich darüber beschweren, daß die Durchführung der Politik durch gewisse Kreise in England gestört wird. Immerhin wäre es falsch, der letzten Debatte im Ober!]aus irgendwelche besondere Bedeutung beizumessen. Wir müssen freilich mit Bedauern feststellen, daß der Zionismus heute in England nicht mehr so populär ist, wie er in früheren Jahren war, und wir dürfen auch nicht die Gefahr verkennen, die im Schwinden dieser Popularität liegt. Wenn wir uns nicht auf das Wohlwollen der öffentlichen Meinung stützen können, so kann einmal unsere Situa ion ernstlich gefährdet werden, falls eine englische Regierung am Ruder ist, die aus irgendwelchen Gründen die zionistische Politik wieder aufgeben möchte. Darum ist es eine ständig notwendige Aufgabe der Zionistischen Organisation, die öffentliche Meinung Englands immer wieder über die Tatsachen aufzuklären, die Angriffe der Gegner zu widerlegen und die Bedeutung des Zionismus für Palästina und das Britische Reich darzulegen. Auf diesem Gebiet politischer Tätigkeit sollte vielleicht mehr geschehen, als in den letzten Jahren geschehen ist Vorläufig aber ist die angcdeutetc Gefahr keineswegs vorhanden, und es ist eine überflüssige Nervosität, wenn manche Zionisten in der letzten Debatte im Oberhaus eine ernste Bedrohung des Zionismus erblicken. Es muß daran erinnert werden, daß es immer wieder dieselben wenigen Personen sind, die im House of Lords Angriffe gegen die Palästinapolitik der Regierung richten. Einflußreiche freunde des Zionismus, die sicherlich zu seinen Gunsten gesprochen hätten, wenn sie anwesend gewesen wären, haben an der Sitzung nicht tcilgenommen; insbesondere Lord Balfour und Lord Milncr. Auch die Antwort der Regierung, so vorsichtig und zurückhaltend sie klang, ist keineswegs als ungünstig zu deuten.' Die jetzige konservative Regierung zählt unter ihren Mitgliedern einige, die ihrer Abneigung gegen den Zionismus ,vor und während der Wallten Ausdruck gcgeben haben. Es bedeutet eine gewisse innerpolitische Rücksichtnahme auf diese Elemente, wenn der Kolonial- Staatssekretär in seiner Antwort jedes wärmere Eintreten für den Zionismus vermissen ließ. Es darf aber nicht vergessen werden, daß die konservative Regierung bald nach ihrem Regierungsantritt׳ sich mit der Frage des näheren Orients befaßt hat, daß sie bezüglich Mesopotamiens zu dem Beschluß kam, die Ausgaben und Verpflichtungen Englands möglichst cinziischränkcn, daß sie auch an den militärischen Ausgaben für Palästina einige Strcidiungen vorgenommen hat, daß sie aber keineswegs gewillt scheint, dem Ruf der Gegner des Zionismus nachzugeben, die die Räumung Palästinas forderten. Die Regierung Englands, das kann mit Bestimmtheit gesagt werden, denkt nicht daran, Palästina zu räumen, und wenn England in Palästina bleibt, so kann cs dort nur nach den Bestimmungen des Mandats regieren. Die Regierung kennt die Verpflichtungen, die England gegenüber dem jüdischen Volk übernommen hat und trotz aller Angriffe in der Oeffentlichkeit und trotz der Bedenken, die manche Mitglieder• der Regierung selbst hegen mögen, wird sie ihre Verpflichtungen er-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.