Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1923-04-06 · Heft 28 (6.4.1923) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 28 (6.4.1923)
Date
1923-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2651273-2652595-2652502-2652528--16484-2674130
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

81 fit PC:?. 9. •n Q4v. Bang# onni׳;c ר ■יי ff 8) 1wll plica bei fstr.4l Str. I 11 ex Zur gcr nfi: r ■■■*; / ד־יססך״ז ך *■ t I i I i L. /J { i ׳ 1 I i ״'' v! \ j i . .] t ר׳. X r \ L ך/ ד־■ .«**«ן ןך—««ן %—־־י••»! 1״־■««-<! ך 11׳i1N I \ j 1 I I \ I . v.j l נ 1 'X 1יי״־/^ ן——~ן 1[ Dc<Jsktionu.VerlagW15, SüchslscheStr.8. ErscheintfcdcnDicnstait ״J Freit®(!• BcuiiJsprcis bei der Expedition 5SOO.-M. Vierteljahr-’ Jich in Deutschland. Bestellung bei den Postämtern monatlich. »erdtn 111 der Wlhrunj der ekreleea LJoder berechnet. atamer 28 Berlin, 6. IV. 1923 ,ü.4iTs Anzeigen «V cnvnUunf*; •TädDclie Rundschau G.in.b.II., Berlin W15, SSchsUcha Straße 8, - Telephon! Amt I'lulcburiJ 6097, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis für die achtgcspaltencNonpareillezclle 300 M. Für hebr.Anxei^'n 150% AuUchUj*. Für Au«lant!1in*er«U 100%V*luUi;u*eliUg Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon! Pfalzbur(*6697u.6693. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392, Für Oesterreich: Pojlsparkn-.scnamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei.: l'o-.tspar Fassen.imt Prag, Konto Nr.59410. ־• Redaktion tschluB Sonntag und Mittwoch nachmittag. — כ׳ ניסן׳ תרס״ג |j xxvm. jr.hrg. »t?־,Oft, *!,äu °CH l,i. gcf zionlsmua erstrebt für da» IBdlsche Volk K *n ץל״ץךךך דן r^rfrj ךן r\ Von Pinskers Definition des Antisemitismus als hereditärer Massenpsychose“ bis zu den neuesten Ver- Juchen der Auseinandaicgung seiner Motive und EntsU'hunc:,Ursachen, wie sie beispielsweise in dem Buch *s Wiener christlichen Aristokraten Freiherm von Coudenhove-Calergi oder der Artikelreihc Arnold Zweigs im 5. Jahrgang des ״Juden“ unternommen wurden, ist der Charakter des Antisemitismus als intcrnationaler, nicht an ein bestimmtes Volk gebundener Bewegung feststehend. Doch ist erst jetzt die merkwürdige Erscheinung zutage getreten, daß diese Internalionalität keine nur zufällige, durch die Gleichartigkeit der psychischen, wirtschaftlichen oder anderer Tatbestände in den verschiedenen Völkern erklärliche, sondern eine gewollte, organisierte und programmatische ist Zwar liat diese so völlig paradoxe Bewegung einer antisemitisdien Internationale ,bereits ein historisches Antezedens in dem Dresdener Antisemitenkongreß von 1882, auf dern (ebenso wie heute) der deutsche und der damals durch den Tisza-Eszlar-Prozeß zu höchster Leidenschaft angcfnchte ungarische Antisemitismus sich verbrüderten. Audi der Hinweis auf die judcnfeindiidien Strömungen im ״Auslande“, mit dem die russisdie Regierung zur Zeit der Judenpogrome von 1881—1883 ihre Ausnahmegesetze £c״cn die Pogromopfer begründete, ist hier zu erwähnen. Es wurde damit ziemlidi dcutlidi auf die Judenhetzen der Stöcker, Treitschke, Marr, Henrici usw. in der Nachkriegszcit seit 1870/71 angespielt. Damals wie heute War Deutschland das Ursprungsland eines!»Zusagen!״systematischen“ Antisemitismus! systematisch als!Theorie und Lehre und systematisch auch als organisierte *politische Richtung und Partei. An die Stelle Rußlands >״t heute Polen getreten, ln diesen drei Ländern:!Deutschland mit dem stammverwandten Deutsch- Oesterreich, Ungarn und Polen, hat der Antiiremitismus der .Gegenwart die höchste Blüte erreicht; j das ״Herz“ von Europa schlägt also durchaus anti- (׳:mitisdi. Und wie dieses körperliche Zentrum entsendet ^der mitteleuropäische Antisemitismus seine Blutwcllen jin alle anderen Teile des Menschheitskörpers. Nicht mehr 'metaphorisch, sondern ganz real gemeint ist die geradem *erschütternde Erkenntnis, die ein wissenschaftlich kühler und sachlicher Betrachter aus dein erstaunlichen Pliii- Inomen der heutigen Gleichheit und Gleichzeitigkeit der jantisemitischen Reaktion gewinnen muß: diese ״Infekj!1011“ oder, nach antisemitischer Terminologie, dieser!,,Gesundungsprozeß“, durch den die Welt genesen soll, I ist kein künstliches Experiment, sondern eine organische ן Erscheinung. Es bleibt unbegreiflich, woher angesichts j dieser Tatsache der aufgeklärte Rationalismus der Assi-! imiationsthcorie noch den Mut, weiter zu existieren, heri nimmt. Die Beurteilung des Zionismus als bloßer Reaktion j auf den Antisemitismus, als nationalistischen Gegen-! drucks gegen den exzessiven Nationalismus der andern, j diese humanistisch verschleierte Bejahung und Privilcgie- | rang eines fremden Nationalgefühls als des erlaubten | primären, diese ganze trübe Dialektik kann umgekehrt werden. Der jüdische Nalionalgcdanke lebt nicht von i Gnaden des Antisemitismus, sondern die Assimilation von der Fiktion seiner Irrealität. Lediglich eines der Kri- Serien, eine der Erkenntnisqucllcn für die Richtigfeit selbständiger naiionaljüdischer Politikist der Antisemiti-nnus, nicht aber ihr Lcbcn sg rund. Doch ist fr auch Kriterium gegen die Assimilation und ständiges Zeugnis ihrer Undurchführbarkeit; gegen ihre innere brechtigung besagt er allerdings nichts. Diese muß ebenso wie beim Zionismus in ihr selber liegen und nur d rt zu sudien sein; das problematische Mittel eines Indizienbeweises mit dem naheliegenden Irrtum׳ des post bc, propter hoc sollte in solcher Diskussion als ein rein dialektischer Kniff verpönt sein. Der Zionismus existiert!'■15 eigenem Rcdrt und verliert dieses nicht, wenn der Antisemitismus aufhörte. Und für die Assimilation als Lee würde cs auch nichts bedeuten, wenn ein in unverbilderter Vehemenz anhaltender Antisemitismus sic prakd di unmöglich machte. Da aber die Praxis bisher mehr der zweiten Möglichkeit entspricht als der ersten, bleibt die Fixigkeit immerhin bemerkenswert, mit der ein tmpirisdicr Beweis gegen die Assimilation in ein anti- ־*>«istisches Argument verwandelt wird. Es wäre interessant, von den früheren Ideologen des Antisemitismus als einer ״vorübergehenden“, auf ״wirt- 'baftlidien Ursachen“, z. B. ״Konkurrenzneid“, beruhenbn, oder einer nur ״Verhetzung“, ״niedrige Gesinnung“ gratenden, evtl. als״Verimmg“ verzeihlichen Erscheinung Idzt ein neues Urteil zu hören. So ganz an der Oberbdie wird selbst eine Betrachtungsweise wie diese ״Abv.׳d1r“-Mcntalität heute nicht mehr haften können. Das Erstaunliche an dem Nachkriegs-Antisemitismus ist nicht W03 sein ungeheures Wachstum und seine heute kaum (חו Land übergehende Geschlossenheit. England kennt rtzt den Antisemitismus ebenso wie Amerika, Italien und die anderen einst als ״antisemitismusfrei“ ewaj einer OWcntflch rachtllch gesicherten IScImstSKo in :Una. :der Programm, die in der jüdischen Welt hochgdobten Länder. Viel merkwürdiger ist die Einheitlichkeit der Methoden, der Ausgangspunkte, der ״Infektionsherde“ und des ״Kranklicitsverlaufs“ dieser organischen ״Reaktion“. Das ist durch die Einheitlichkeit der antisemitischen Agitation, des ihm am ehesten geneigten Milieus und die oben erwähnte vielfach schon sehr eng bestehende organisatorischc Verbindung zwischen den antisemitischen Bcwegungen der verschiedenen Länder nicht restlos erklärbar. liier müssen psychische Dispositionen oder ״kon* stitufionelle Erbanlagen“ vorhanden sein, die so stark und alt sind, daß die Haltlosigkeit der beliebten Analogie mit dem Phänomen des Deutschenhasses im Weltkrieg sogleich sichtbar wird. Es läßt sich schon gar nicht mehr zählen dieses sich immer wiederholende Echo, das die Talen des Hoclischulantisemitismus in anderen Ländern finden. Dem Leser jüdischer Zeitungen des letzten Halbjahres braucht man nur die Namen der Städte und Hochschulen ins Gedächtnis ‘zurückzurufen, um die einzelnen Etappen der antisemitischen Spezialität, die als ״n u - mcrus-clausu$“• Bcwegung ebensolche Berühmtheit erlangen dürfte ',׳ie die bis dahin ebenso unbekannten Begr;rie des Pogromsund der Prozentnorm zu bezeichnen. Die Prager deutsche Universität und technische Hochschule, die Wiener Universität, technische Hochschule, Exportakademic, tierärztliche Hochschule, die Universitäten von Klausenburg, Bukarest, Krakau, Lernberg, Warschau, Kowno, Riga, Dorpat, Bu* d a p e s t, vorher die Harvard-Universität in Arnerika und, wenn man auf glorreiche Vorkricgstraditioncn zurückgreifen will, die deutschen und Schweizer Hochschulen, von den russischen zu schweigen — alles Stationen derselben Marschroute: numerus clausus nicht nur der Lern-, sondern auch der Lehrfreiheit, Beschränkung also nicht bloß der Anzahl jüdischer Studenten, sondern auch der Professoren. — Daß die Losung gerade jetzt von Prag ausging, der Hauptstadt der Tschechoslowakei, die als Nationalitätenstaat die Nachfolgerin Oesterreichs ist, ist nicht bloß auf die ״Schmach“ zurückzufühcrn, daß ein wenn auch nur der Abstammung und Konfession nach jüdischer Rektor an der Spitze der einzigen deutschen Universität des Landes stellt. In diesem Nationalitäten-• ]and Böhmen war das Prinzip des ״numerus clausus“ etwas Wohlvcrtrautes. Es entspricht der Forderung der ״verhältnismäßigen Beamtung“, dem berühmten ״nationalcn Schlüssel“ bei den Riclitcrcrnennungcn, die jalirzehntelang das Hauptobjekt des nationalen Kampfes gewesen waren. Es ist mit einem Wort das Prinzip der gerechten Proportionalität, des ״suum cuique“, des demokratischcn Ausgleichs. Proporz ist Trumpf! Proporz auf und im Tod, Proporz auf und im Leben, wie die blutigen Auseinandersetzungen von •Budapest, Wien und Bukarest und die von Klausenburg, wegen der ungleichen Proporlion zwischen jüdischen und christlichen Leichen beweisen. ׳ Die Frage des numerus clausus in dieser tieferen Bedcutung aufziirollcn, sic als Prinzip politischer und ethischer Gerechtigkeit zu würdigen und auf ihre Zusammenhänge mit der Frage der nationalen Autonomie, die erst durch sie in ihrer ganzen unendlichen Kompliziertheit, Tragweite und Schwierigkeit vielleicht erkennbar wird, hinzuweisen, würde mehrere Aufsätze erfordern tind muß darum׳ für später Vorbehalten bleiben. Nur auf einige Gesichtspunkte sei hingewiesen, die bezüglich der naheliegendstea Mißverständnisse und falschen Schlußfolgerungen hervorzuheben wichtig erscheint. Gegen den Proporz ist nicht viel einzuwenden, er ist gut, gerecht und fortschrittlieh. Aber nicht der Proporz dort und dann, wo und wann er einem gerade paßt, 80ndern,wennschon Proporz,dann Universal- und Geschichtsproporz. Wir verlangen den ״nationalen Schlüssel“, dann nicht bloß für die Hochschulen und die akademischen Berufe, sondern für die Staats-, Landes-, Gemcindcbcamtcn, die Offiziere und Landwirte. Und wenn ihr Antisemiten die jüdischen Leichen in den medizinischen Iiörsälcn vermißt, wir sind bereit, sie zu stellen: die Hunderttausende der Toten in der Ukraine und in Polen. Die Staatsbürgerschaft ist da kein Hindernis, es werden auch Ausländer seziert. Mir scheint, auf einige Zeit ist damit die ״Prozentnorm der jüdischen Leichen“ erreicht. Und dann verlangen wir, daß ihr uns die Leichen ״anrechnet“, die wir vorher, zwei Jahrtausende lang liefern• mußten: die Juden, die ihr erschlagen, verbrannt und gemartert habt. Nur die Toten von der Zeit Chmiclnickys bis zu den russischen Pogromen brauchten gezählt zu werden; sie würden für alle Sektionen dieser Zeit und der Zukunft reichen. Und Proporz heißt ferner, daß wir für jeden Juden, dem ihr einen Beruf, eine Schule oder einen Erwerb verschlossen habt, die infolgedessen in anderen Berufen, Schulen und Erwerben Uebcrzähügen•״aufrechnen“ dürfen. Und auch hier nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Geschichte. Alle jüdischen Jünglinge und Mädchen dieser und noch mancher anderen Generationen könnten dann die Hochschule besuchen. Wenn schon reglementiert werden soll, dann bitte alles und zu jeder Zeit. Z. B. auch die Verbrecher. Jeder Monat Zuchthaus für nichtjüdische Raubmörder, Totschläger und Notzüchtcr ist gegen die von der Kriminalistik vorgesehene höhere Monats za 111 der Gefängnir,strafen unserer Betrüger, Hehler und Mädchenhändlcr anzurcchncn — alles selbstverständlich im Prozcntualvcrhältnis der Bcvöikcrungszitfcrn, kurz, eben in dein proportionalen Sinne des numerus clausus. Und ein schlicßlichcs Defizit an Sünden ist uns entsprechend in ״Tugend“ gutzubringen, z. B. eben in der veriiältnismäßigen Privilegierung jüdischer Studenten. Diese Bercchnungsart ist die allein gerechte; sie genügt aber hoffentlich, das ganze Prinzip ad absurdum zu führen. Der Schlüssel also, der nicht bloß den Antisemiten für bestimmte ״verjudete“ Lokalitäten, sondern der überall paßt, erschließt uns mehr als er uns versperrt. Das ist auch die eine Antwort, die man den von höchster Besorgnis erfüllten jüdischen Gegnern der nationalcn Mindcrheitsrcchtc geben kann. Die andere besteht in dem Hinweis, daß der numerus clausus in Ungarn bereits längst cingeführt ist und am schärfsten gerade in diesem Lande gchandhabt wird, dessen Judenschaft man am wenigsten nalionaljüdischc Gefühle und Postulate von allen nachsagcn kann und konnte. Und daß er zuerst den gut deutsch fühlenden Prager Rektor, Prof. Steinherz, getroffen hat, diesen Vertreter einer jüdisch-dcutsehen Gruppe, die für die Prager deutsche Universität durcli Zahl und Zahlung sehr viel bedeutet. Also auch deutsche National- und Opfergesinnung schützen vor dem numerus clausus nicht. Die Politik der nationaljüdischen Minoritätsrcdite hat also nicht viel zu wagen. Hingegen immerhin einiges zu gewinnen, wie der Minoritätenblock bei den letzten polnischen Wahlen auch neuerdings gezeigt hat. Die jüdische Diaspora-Universität, die ja keine spezifische und ausschließlich jüdisdie zu sein braucht, kann der numerus-clausus-Bewegung vielleicht eher ein Ende bereiten als die verstärkte Flucht in fremde Nationalitäten. Auch die Taufe ist kein Schutz, wie die Rassenrubrik der österreichischen Volkszählung beweist Dr. Siegmund Kaznelson, Berlin. Die Unruiien in RumSnien Exzesse in Jassy Bukarest, 31. März. (Tschecho-slow, PreßbQro.j In Jassy veranstalteten die Nationalisten Mittwoch abends antisemitische Sträöcndcmonstrationcn, worauf Kavallerie die Menge zerstreute. Einigen Gruppen gelang es, in der Nacht in das jüdische Viertel zu gelangen, wo Tausende von Fensterscheiben zertrümmert und einige Per* sonen verwundet wurden. Mehr als 50 Personen, meistens Studenten, wurden verhaftet Die Ausschreitungen in Bukarest vor dem Parlament Bukarest. (J. C. B.) Im rumänischen Parlament sind dieser Tage die letzten antijüdischen Ausschreitungen zur Sprache gekommen. Der Abgeordnete von Czernowltz, der jüdische Sozialdemokrat Dr. J. Frist in er, iiitcrpelliertc den Minister des Innern und den Justizministcr wegen der im Euforia- Theater verübten Exzesse und sagte unter anderem: ״Die Exzcder.tcn hatten die feste Absicht, die Vor- Stellung zu verhindern. Vor einiger Zeit habe ich den Innenminister gefragt, was für Maßnahmen er getroffen hat, um die geplanten Exzesse der antisemitischen Studenten hintanzuiialtcn. Der Minister hat daraul keine Antwort erteilt, allein die Antwort wird täglich von den Studenten gegeben. Die Exzesse mehren sich von Tag zu Tag und die Lage der jüdischen Bevölkerung wird von Tag zu Tag ernster. Die Regierung beweist aber nicht den aufrichstigen Wunsch, solche Exzesse zu verhindern. Was sich soeben in der Hauptstadt Rumäniens ereignet hat, ist Anarchie. Schauspieler werden irn Spiel verhindert, Juden werden aus den Restaurants gezerrt und geschlagen. Die Gleichgültigkeit der Regierung diesen Ereignissen gegenüber ist charakteristisch für ihre Steilung, da die Regierung bisher jede ungesetzliche Bewegung und selbst oppositionelle Strömungen stets zu unterdrücken verstand. Ich fordere nicht brutale Maßnahmen gegen die Studenten, ich beantrage nur ein gründliches Strafverfahren gegen die Urheber der Exzesse.“ Der Minister des Acußern, Vaitcianu, erwiderte: ״Es ist eine Tatsache, daß am Freitag, den 23. März, eine Gruppe Studenten, der sich auch andere Personen angcschlossen hatten, den Plan gehegt hat, eine ausländische jüdische Schau- Spielerin am Spiele zu hindern. Die Veranstalter dieser Demonstration wurden aber verhaftet.“ Der jüdische Deputierte Dr. Stern fragte darauf: ״Warum sind keine Vo r beug u ng s m a ß re ge l n getroffen worden?“ Minister Vaitcianu antwortete: ״Die Regierung hatte keine Nachrichten über die bevorstehende Demonstration. Es ist eben ein leichtes für eine Gruppe Menschen, sich zu versammeln und Fensterscheiben einzuschlagen. Es ist aber auch Tatsache, daß die Polizei den Gewalttätern entgegen; getreten tot und sie verhaftet hat.“!. ז .11■ 1 * I ' '1! I '׳׳׳ I *I. h.: '1 , 1 r w L,!!,Ü t' H i, I!: i ■; I >: v

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.