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Jüdische Rundschau · 1923-03-27 · Heft 25 (27.3.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 25 (27.3.1923)
Date
1923-03-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 149 K. \L t Ni'. 25 Rundschau 11׳ erv; 1,6;!!('iic:! צ den Vct" ri'dic ,ir;; üu'ßcn er. tiiicli ן״,,., sic ״;cl:,; Tes ruhi• i ,n;erstaau. \ lt;L Juden 1 >י ״ in P4.; idlCIl 1inj } hrunmlssj. 11 d« pal! Ln: Obe:.’ Ätor des' o 10 m 0!!,ן eriis.ilcnier' :!;kündigt.) j Wonel Sir I cn an, ob! Wn in Pj. j Aittcln er•! *»gewiesen j Vcrpfiich. j!de». Lnn >־ O 0 re, fij gs in der|l: t, wie die;? ז i v a t cn;׳t nde Sub• ’; ung allen «!35 :;:iermigs. Ctär beab , der Ri. n efundenen ten wurde 1 Staaten• m Prinzip und ver• I und die ’ Palästina 1 in Assir, Kimmen eien Re• mit 225 dagegen, larliciten :worden, c 1 Blauworden. im.lptrnU 1j; Worten, daß wir uns alle1׳ oft die Palästina pc wesen, •agte fol• setz, he• eint 11h-'r übel dr.s cn! mit unn B'uiv!1e1;:rn r;;e,1 is'. Vdß dr;1?3n!!-'fU en will. Jnas מ' Die vergangenen Wochen standen im Zeichen zweier Tagung'•'11, der einen in Ercz-Isracl, der anderen im Ga- 1,1(11, die in einem engen geistigen Zusanunenhang stauden: Der zweiten Konferenz der palästinensischen Arbcitcrschaft und der Tagung der Weltorganisation des Hcchaluz. in dieser trüben Zeit unserer Bewegung, wo mehr als genug von der Krise und vom Stocken unserer gesamten Arbeit die Rede ist, wo das unleidliche Geldproblein im Vordergründe unseres Interesses steht, wenden sich unsere Augen mehr ׳als je auf denjenigen Teil unserer Bewegung, wo der Ernst der Lage sicherlich nicht weniger erkannt wird, die < Schwierigkeiten, in denen wir uns befinden, gewiß nicht unterschätzt werden, wo aber allein jene Tatenfreudigkeit und jener Schwung besteht, der uns die Positionen im Lande erbaut hat und hält und der uns neue Positionen gewinnen wird. Pie palästinensische Arbeiterschaft wartet auf den Zuström, den ihr die im öaluth beruflich und menschlich vorbereiteten Kreise des 1 feclialuz zufi'ihreu sollen. Und diese Kreise des Hcchaluz, diese beste Jugend unseres Volkes, findet in der palästinensischen Arbeiterschaft jenes Ziel, zu dem sie hincilt und dem sie ihre Kräfte zufiihrcn will. Mit Recht hat die Tagung des Weltltcdialuz ebenso wie der palästinensischen Arbeiterschaft wieder einmal die Forderung erhoben, daß die Tore geöffnet werden, d,1ß die Immigrationsbeschränkungen aufgehoben werden. Diese Forderung ist nicht zum erstenmal auf diesen Tagungen erhoben worden, aber sie muß wiederholt werden, bis ihr der Erfolg zuteil wird, der erst die Vor- ,׳mssctzmig für eine wirkliche Aufbauarbeit im Lande schaffen kann. Auch für die zentrale Frage der Finanzicrung des Aufbaus ist das ungehinderte Gelingen der Alijah, ist das Zufiihrcn neuer Kräfte in den Kreis des arbeitenden Palästina eine unentbehrliche Voraussetzung. Beide Tagungen waren durch einen Geist der Sachlichkcit und der realen Arbeit gekennzeichnet, die vielleicht nur da möglich sind, wo sie auf der Grundlage einer absoluten Klarheit über die prinzipiellen Voraus- Setzungen der Arbeit entstehen. Die Tagung des Welthcchaluz hat Prinzipien der Vorbereitung in der Diaspora mul der Durchführung der Palästinawanderung aufgcstellt, und sie hat praktische Vorschläge gemacht, wie auf dem nächsten Kongreß diejenigen Elemente zusammengeschlossen weiden können, die, sei cs in Palästina, sei es im Galuth, den Gedanken des arbeitenden Palästina zu verwirklichen suchen. Es kann für die ganze Bewegung von unschätzbarer Bedeutung werden, wenn die Kreise des Hcchaluz und der palästinensischen Arbeiterschaft auf diesem Kongreß mit aller Stärke auftreten und mit allem Nachdruck versuchen werden, den Geist tatenfreudiger arbeitender Gesinnung in die Organisation zu fragen. Auf der Tagung des' Wcitbcchaluz ist darüber Klage geführt worden, daß die Zionistische Organisation dem Hcchaluz innerlich fremd gegenüber steht, daß sic ihn zwar lobe und bewundere, aber nicht jene unmittelbare Verbindung mit ihm verspüre, die notwendig sei. In diesem Vonvurf liegt sicherlich manches Berechtigte. Nicht in dem Sinne, als ob in den Kreisen des allgemeinen Zionismus die Bedeutung der Chaluzbcwcgung verkannt werde, wohl aber darin, daß die gesamten Vorstellungen von der zionistischen Arbeit nodi immer zu stark von Momenten der Politik, der Organisation und der Partei beherrscht werden, zu wenig aber von dem Gedanken des Aufbaus und von dein Gedanken des Volkes im Lande. Die zionistische Auffassung, die heute herrscht, die Ideologie, die unserer Arbeit zugrunde liegt, wird noch immer bestimmt durch eine frühere, heute überwundenc Epoche unserer Bewegung. Immer noch liegt der Nachdruck auf aller Vorbereitungsarbeit, wie es in einer Epoche natürlich war, die an die praktische Arbeit in Palästina nicht herangchen konnntc. Es wird Sache der arbeitenden Kreise des Jiscluiw und der mit ihm in engstem Kontakt stellenden Kreise der Chabizbcwcgung sein, immer stärker den Gedanken zu vertreten, daß das Ziel des Zionismus der Aufbau Palästinas ist und daß dieser Aufbau Palästinas zwar auch Arbeit im Galuth verlangt,• vor allem aber Arbeit in Palästina, Daß das in erster Linie eine Parole für zionistische Erziehung und damit für zionistische Jugendbewegung ist, braucht nicht gesagt zu werden. Man wird den Prüfstein für den Wert zionistischer Jugend ausschließlich darin zu finden haben, ob sie den Erfordernissen genügt, die sich aus dieser entscheidenden Aufgabe unserer Generation ergeben. ■Diese Aufgabe heißt: berufliche, menschliche und jüdische Vorbereitung auf Palästina, um dann dort als Teil der arbeitenden Kräfte am Aufbau Anteil zu nehmen. 1•־Hin und nur darin kann heute die Aufgabe einer zio- 11fischen Jugend liegen, >,וי.חסזו:,1ו i.r 1;t!bau- A s■■ ins ך־ fl 1,׳ V ici^ 1״ en f'iau• ן vorsnciif. .■ shna 1n) ' . l-'.Toci j: : liw.ro׳; ״ 7t La!•'• f 1U D. li sein. Jtf ■: , iinvcr• 1 f dü.'df A י'־1'1״(.1:ן f; Hl I1 :c.r j! S € U» i: Auf die allgemeine politische Weltlage werfen zwei LTigi'.issc ein interessantes Schlaglicht. Das eine ist die ’1'׳Tadie, daß das englische Parlament in tagelangen Dishursionen die Stärke der englischen ׳Luftflotte mit ',Ar der französischen verglichen hat und daß offensichtüch diese Debatten in das Vorkriegsstadium der Wettriistmigcn ziirückführen. Die andere Tatsache besteht ^rin, "daß: Professor Albert Einstein, der auf der T.üekrcisc von seiner Japanfahrt nach seinem Aufenthalt in Ercz-Israel und in Spanien sich in Zürich befindet, toü der ״Neuen Züricher Zeitung“ mitgcteilt hat, daß fr der heim Völkerbund bestehenden Kommission iur intellektuelle Zusammenarbeit austrete. Einstein gibt in seiner Begründung dec Ueberzeugung Ausdruck, daß JUEDISCHE RUNDSCHAU der Völkerbund weder die Kraft noch den guten Willen zur Erfüllung seiner Aufgaben habe. Deshalb lialte er als ernsthafter Pazifist es nicht mehr für richtig, dem Völkerbund irgendwie anzugehören, Diese beiden Ereignisse können jedem, der noch daran gedacht hat, daß nach den furchtbaren Jahren des Wellkrieges es doch, in irgendeiner Form zu einem anderen Leben der Völker führen könne, die letzten Illusionen nehmen. Die Wcltsituation hat sich gewandelt, aber cs ist eine Wandlung rein politischer Art, wie sic nach großen Kriegen einzutreten pflegt, Mächtige Staaten sind zusanimengcbrochcn, andere auf einen Gipfelpunkt ihrer Macht erhoben, unterdrückte Nationen sind zur Freiheit, freie Nationen sind zur Knechtschaft verurteilt worden. Dieselben Mittel der Gewalt, der Rüstungen und des Krieges beherrschen die Welt noch wie vor dem Kriege. Und der Völkerbund hat — wir lassen dahingestellt, ob den guten Willen — jedenfalls bisher nicht die Kraft bewiesen, in diesem Hexenkessel auch nur ein Ventil dar- ־zustcllcn, das die schlimmsten Ausbrüche zu verhüten imstande ist. Daß insbesondere die neuentstandenen Staaten in Osteuropa in keiner Weise eine andere Minoritätenpolitik zu treiben beabsichtigen, als es vor dem Kriege ihnen gegenüber geschah, lehrt uns jeder Tag von neuem. Alle Proteste, alle Minoritätenverträge haben es nicht zu verhindern vermocht, daß das rumänische Parlament die Verfassung angenommen hat, durch die nicht einmal die bisher als Fremde angesehenen Juden Altrumäniens die staatsbürgerlichen Rechte ohne weiteres erhalten. Jene Bestimmungen des Berliner Vertrages von 1S7S, die die rumänische Regierung bisher sabotiert hat, werden auch in Zukunft nicht in der Weise Gesetz werden, wie cs schon damals erwartet wurde, * Wir haben In der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ eine Eingabe veröffentlicht, die der Verband bayerischer Kuitusgemcindcu an die bayerische Regierung gerichtet hat. Die Worte, die hier gefunden wurden, um die gegenwärtige ständig vom Pogrom1 bedrohte Lage der bayerischen Juden zu kennzeichnen, werden ihren Eindruck nicht verfehlen. In Deutschland, das zwar die Mutter des modernen Antisemitismus gewesen ist, das aber mit Stolz sagen durfte, daß der Antisemitismus niemals hier das Recht und das Leben der Juden angetastet habe, in diesem Deutschland muß heute der Rechtsschutz angerufen werden, der dem Staatsbiirgcr zustclit. Die In aller Oeffentlichkcit in erlaubten Versammlungen vor sich gehende Pogromhetze, die den Tag der Abrechnung mit den Juden ankündigt, beweist, wie sehr die Art des nachkricgsmäßigcn dcutsehen Antisemitismus heute sich derjenigen Art nähert, die vor dem Kriege nur ein Vorrecht Osteuropas war. Wir wissen nicht, ob der Schritt der bayerischen Ge* meinden zu einem Erfolge fülircn wird. Das eine muß freilich gesagt werden, daß an den bisherigen Zuständen die bayerische Regierung selbst einen großen Teil der Schuld trägt. Die offenkundigen Sympathien, deren Mittler und seine nationalsozialistischen Freunde sich erfreuen, die Ausnahnicvcrordnungcn, die gegen ihn erlassen, aber nur gegen seine Gegner angewendet werden, müssen diese zu allen Ausschreitungen neigenden Banden in ihrer Auffassung bestärken, daß die bayerischen Juden vogclfrci seien. Hoffentlich haben die Erklärungen des bayerischen Ministerpräsidenten gegenüber der jüdischen Abordnung mehr zu bedeuten als frühere Versprechungen. In Wien sind die Erfolge und die Ausschreitungen des Antisemitismus noch etwas größer gewesen als in Mündien. Aber sic haben in Wien zu einer jüdischen Einheltsfront geführt, bei der Logen und Gemeinden mit den Zionisten zusammen die Rechte der Juden wahrten. Man hat auch in Wien den Mut gefunden, den Kampf gegen den Antisemitismus anders zu führen als bloß durch Protestkundgebungen und Resolutionen. Man hat es nicht vermieden, auf die Straße hinabzusteigen, die bisher allein das Tummdfekl antisemitischer Aufschreitmigen gewesen war. Auch im deutschen Judentum sollte man den Ernst der Lage begreifen und ihm dadurch Rechnung tragen, daß man wieder und wieder die Methoden nachprüft, die bisher zur Verteidigung angewendet worden sind und daß man überdies immer wieder den Grundfragen sich ־/»wendet, die die gesamte Lage des jüdischen Volkes im Golus betreffen. Dann wird auch im deutschen Judentum die Erkenntnis stärker werden, daß nur aus einer positiven Einstellung zum Judentum, aus dem Glauben an die unerschöpflichen Lebenskräfte des jüdischen Volkes und aus dem Willen, freudigen Anteil an den positiven Aufgaben der jüdischen Gemeinschaft zu nehmen, die Voraussetzungen entstehen können, aus denen dem Antisemitismus erfolgreicher Widerstand geleistet werden kann. ' F. L. Persönliches Herr Kurt Rosenbaum, der seit dein' Jahre 1010 Sekretär der Zionistischen Vereinigung für Deutschland war und die letzten Jahre hindurch das Paliistinaamt leitete, ist •am 1. März aus seiner Stellung geschieden, um sich einem kaufmännischen Beruf zuzuwemien. Das Palästinaamt verliert in ihm einen ungewöhnlich hingebungsvollen und aufopfcrungsfähigeii Leiter, der sich stets mit aller Kraft und gutem Erfolge für die Interessen der Chaluzhn eingesetzt hat. Klerikalismus oder Religiosität Lieber dieses Thema referiert im Aufträge der B. Z. V, unser Gg. Dr. Robert Weiß, Frankfurt a. M״ .ant Donnerstag, den 29. März, abends 8 Uhr, im Lehrerv e r c i n s 11 a u s. Anschließend Aussprache, zu der insbesondere die Gg. vom Misrachi, Hapoel-Hazair und Poale- Zioa eingeladen seien, ׳ Die jfidisclie Oeffciilliclikeii und das Palästinawerk Von Dr. Robert Weiß, Frankfurt a, M. Aus dein demnächst erscheinenden ״Handbuch de» Zionismus“ veröffentlichen wir den nachstehenden Beitrag mit Genehmigung des mitteleuropäischen Büro» «kr Zionistischen Organisation, das dieses Werk herausgibt, Jüdisches Gemclngefiiltl und jüdische Ocffcntlichkelt Die Geschichte unseres Volkes im letzten Jahrhundert hat wieder eine jüdische Oeifcntlidikcit geschaffen. Lange, jahrhundertelang gab es nur Kchiliaus, welche sich hin und wieder zu gclcgcniiii'hcii Deputationen vereinigten; im aHgemeinen aber waren die Jtidcnsicdlungcn zersplittert und isoliert und der Willkür nichtjüdischer Machthaber preisgegeben. Gewiß haben religiöse Strömungen und Bcwegungen engere Bindungen im Mosaik der jüdischen Gemeinden gestaltet, aber abgesehen davon, daß elementare religiöse Bewegungen stets nur sporadisch aufkamen, besaßen sie nidit genug Schwungkraft, um das demütige und fast immer resignierte Verhalten der jüdischen Gemeinden und ihrer Notabcln grundsätzlich zu ändern. Für die im Westen Europa» siedelnden Teile des Volkes begann erst seit den Tagen der französischen Revolution die Zeit eines wiedcierwachten politischen Ocmcingcfühls, das sich aber weniger in der Richtung einer Bejahung der jüdischen Eigenart au»- wirkte als vielmehr im Bestreben, der nichtjüdischen Majoritätsbcvölkcrimg Frankreichs, Deutschlands, Oesterreich* politisch-rechtlich gleichgestellt zu werden. Die Durchführung kultureller und zivilisatorischer Konzessionen an den Oeschmack und die Ocistcsrichtiing der Nichtjuden wurde hierbei als selbstverständliche Voraussetzung jeglicher EmanzJpation bctraciitct. Das eben erst erwachte jüdisch-politische EinheiLsempiindcn des Westjuden drängte typischerweise zunächst nach der Liquidation des Judentums und der Preiagäbe einer uralten jüdischen Nationalkultur. ' ’ Erst der Zionismus lenkte das se't der französischen Revolution sich auswirkende jüdisch-politische Gemeingefühl in die umgekehrte, dem Votkswesen rugewandte Richtung, Auch er erstrebte die politisch-rechtliche Konsolidierung de* Volkes, aber er sah in der Preisgabe des jüdischen Eigen- Seins nicht nur ein unwürdiges, sondern auch ein untauglichcs Mittel zur Beheimatung Ahasvers. Denn nicht schwächliehe Anpassung, sondern die von innerer Kraft überströmende Selbstbehauptung wird die politisch-rechtliche Ebenbürtigkeit des Volkes nachvvcisen, nur sie kann dem jüdischen Volk die dringend notwendige psychische und physische Sammlung ermöglichen. , , Die ostjüdischen Massen durchleben jetzt politisch-soziale Zustände, die zwar nicht völlig, aber immerhin in wesentlichen flauptzügcn denen der westeuropäischen Emanzipationszeit gleichen. Das jüdisch-politische Problem, das damit aufgeroltt wird, ist demnach: das auch im Osten neu ent» tan'• dene jüdisch-politische Gemeingefühl der Massen von vornherein in eine volkszugewandte Richtung zu lenken, damit ihnen jene» Intermezzo der fast allgemeinen Assimilation erspart bleibe, dem weite Schichten und Provinzen der westeuropäischen Judenheit zum Opfer gefallen sind. , Das politische Gcmcingcfühl im Fünfzehnmillionenvolk der Juden konnte eine jüdische Ocffentlichkeit ausbilden, einen Personenkreis, dessen Glieder zum Problem der Zukunftsgcstnltung unseres Volkes irgendwie Stellung genommen haben. Organe der jüdischen Oeffentlichkcit entstanden: Vereine, Zeitungen, Parteien, Organisationen. Daa adäquate, angemessenste Instrument des neuen jüdischen Oemeingefühis war und ist aber der Zionistenkongreß. Das Entstehen patriotischer Vereine jüdischer Staatsbürger blieb ein Versuch, die Juden eines Territoriums, eines Lande» zu organisieren. Der Zionistenkongreß war das erste würdige politische Organ des über die Grenzpfälile hmmisstrebcnden, interterritorialen jüdischen Einheitsempfindens; er war die Repräsentanz der Aktivsten, der Kernmasäe der nunmehr wieder alle Erdteile umspinnenden jüdischen Ocffentlichkeit. Die Entwicklung drängt weiter, sie formt die Voraus- Setzungen zum jüdischen Weltkongreß. Es soll durch ihn das oberste Organ der jüdischen Ocffentlichkeit geschaffen werden. Ke Tatsache der Einberufung eines Weltkongresses und seine Beschickung durch einen beträchtlichen Teil des Volkes bedeutet aber die Uebcrwindung des Intermezzos der Assimilation 1'ilr die West- Siedlungen und der Stagnation für die Ostsicdlungen der jüdischen Nation. Ein wirklicher Weltkongreß bedeutet eine innerliche Heimkehr der Juden aus den vier Enden der Welt zur Bejahung Ihres Volkstums. Er vernichtet das Werk derjenigen, welche für das jüdische Gemeingefühl mir die eine Losung kennen: Assimilation an das Niehtjüdische. Er ist die offenkundigste Manifestation, daß unser Volk sich selbst bejaht. Der Weltkongreß wird «ich zunächst nur mit den dringliebsten Aufgaben des Palästinawerkes beschäftigen. Denn die Sorge tun den Jischmv Ercz-Jisraels, um die Besiedlung des historischen Jndcnlaudc» ermöglicht am leichtesten und dennoch am schwersten die Zusammenfassung Millionen ein* geschüchterter Jtulenseelen zu einer politisch und Wirtschaft- Ijch aktiven jüdischen Ocffentlichkeit. Die Vereinigung der geistig und geographisch zersplitterteil Volksteile im Rahmen des ■ Pnlästir.awerkes ist deshalb leicht, weil schon heute wahrnehmbare Früchte der Bauarbeit eine stille Sehnsucht nach dem Volk auch bei denen aufkeimen lassen, weiche den nationalen Nöten ansonsten gleichgültig gegenübergestanden wären. Die Konzentration der jüdischer! Oeffentlichkcit Im und auf das Palästinawcrk ist aber nichtsdestoweniger sehr er• schwert, weil die größtmöglichen Gegensätze geistigreligiöser und sozial-wirtschaftlicher Art dann sofort aufcinanderpralicn müssen. Aber dieses weltanschauliche Ringen ist notwendig, damit die endliche Synthese der uneinigen Telle zum einigen, heiligen jüdischen Volk erstehen kann. Mit dem politisch-wirtschaftlichen Pnlästinawerk wollen wir gemeinsam beginnen und bei der Wiederaufnahme der gottgegebenen urjüdischcn Aufgabe enden. Der Binjan Haarcz ist die Voraussetzung des Binjan Haam. Und dieser führt zur Erlösung der Welt. (Fortsetzung folgt.) K. J. V. Wir bitten alle Aktiven, die »Ich zurzeit nicht am Orte einer Korporation befinden imd die innerhalb acht Tagen die soeben erschienene Nummer des ״J. St.“ nicht erhallen haben, sich bei uns zu melden. Di« Prisidlvm de« K. J, V,

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