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Jüdische Rundschau · 1923-03-27 · Heft 25 (27.3.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 25 (27.3.1923)
Date
1923-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.59410. — Rcdalctionischluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. — י׳ ניכן׳ תרס״ג fj-imtner 23 fpp 71h.fi pjr Zionismus erstrebt für das indisches Volk dla Schaflang eins? üfJentllsh »reshtlict» gesicherten flolmsSütte In Palästina. ,, XXVIII. Jalirg. Baseler Prearamrn.“ C י-י.. ״i *bei,:״ ״< Ei?. 3, (פסח ״*־ »taursiq •׳.alir קי \ mas יי י> וזי, י, v״!׳^!יh י ..i»d»i a יי• **> י־/\ז «ihail, 01»®hlBDg, hitruH 4 1 m *«! ttX) itcl (Mir ura2 ז rata•• | lol Zoo Ikatloi וזח״ו I trfl 5-3 v Ui* <v־w״v I. U. 3506, S5. m נעיין Der Leiter des palästinensischen Handels- Dep;«rtcments über die Wirtschaftslage Auf der Halbjahrssitnmg der Jerusalemer Handelslummer hielt Dr, Solomon, der Leiter des Handels• und! indtfstiiedcpartcmcnts bei der palästinensischen Regierung, Me längere Rede über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes, die wir hier mit wenigen Kürzungen wiedergeben:; ״Seit unserem letzten Beisammensein ist eine große Zahl! wn Verordnungen und öffentlichen Kundmachungen über \!Lande] und Industrie erschienen, deren längste und schulej ngs'.e sicherliili die Winding Up of Companies' Ordinanec ist. Ich freue mich, daß ich bis jetzt noch nie { in die Lage gekommen bin, unter diesem Erlaß als Steueri eintreiber fungieren zu müssen, und ich hoffe, daß die Zeit i noch weit entfernt ist, wo ich etwa mit Bankrotten Ln I;, Palästina zu tun bekomme. Es ist dies eine Tatsache, zu der | sich die palästinensischen Kaufkutc und Fabrikanten nur!' kgjiickwüiiseilen können. Es gibt wenig Lander, von denen f aM jetzt das gleiche sagen könnte. Die Kaufleute und ן fabrikanten unseres Landes verdienen wahrlich Kredit, da ‘ iie bis jetzt ihren Verpflichtungen nachkommen konnten und i 1 ■iire Geschäfte mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln;'datdiführtcn und auf diese Weise die in anderen Ländern!urschenden kritischen Zustände erfolgreich umgehen konnten. [;n Wort des Lobes gebührt auch den Banken, deren Leitung es gelungen ist, während dieser Periode der allgemeinen Weltkrise in planvoller Art befristete Kredite zu gewähren, «, wenn sie noch liberaler gewährt worden wären, Zweifel-! i:s zur Folge gehabt hätten, daß die palästinensische Ge- , irfüfiswcit noch unternehmender gewesen wäre. Ej tut mir leid, feststellen zu müssen, daß in J a f f a die Geschäftswelt es nicht verstanden hat, ihre politischen Ge- ,'.:Me den kommerziellen Bedürfnissen ihrer Stadt unterzurdnen. Die Trennung ln zwei Handelskammern •lugt es mit sich, daß sic die Handclsinteresscn Jaffas nur .־.wesentlich fördern konnten. Die Regierung hält diese Tat-!״he für sehr bedauerlich. Den Kaufleuten Jerusalems ::bülirt Anerkennung, daß sie in einer einzigen und ein- «liehen Kammer arbeiten. Ich gratuliere dieser Kammer zu!:!> guten Beziehungen, die unter allen ihren Mitgliedern .;•rrsciicn. Nicht das geringste Verdienst hierfür gebührt ’ :׳־!! Präskieiiten Shelley, vnd es wäre nur zu wünschen, sä cs im Lande viele Shelleys gäbe, die einen so gesunden üinfluß ausübten und den unglückseligen Zustand, wie er I ד den zwei anderen großen Städten Palästinas herrscht, veränderten. Ich habe vor kurzem mehrere größere Industrieanlagen 7 Jaffa besucht, und es ist erfreulich, daß sie alle,' wenn;!eh in verschiedenem Grade, erfolgreich vorwärtskommen. . 7f allgemeiner Wunsch geht dahin, die, Regierung möge Schutzzölle einführen, um den Import der itn Lande sibst erzeugten Waren zu erschweren. Diese Tatsache wird!ג meinem Departement sehr sorgfältig studiert, und wir!!11(1 daran, amtliches Material über die Angelegenheit zu!1!«nein, um dem High Commissioner entsprechende Vorililägc unterbreiten zu können. Es gibt gewisse Industrien, *10 die Kerzen- und Möbelindustrie, von denen ich überzeugt . F.n, daß ihre Produktion im Lande alle Bedürfnisse zu be-!׳'ledigen in der Lage ist. Es ist Pflicht der Regierung, für tc'vissc Schutzmaßnahmen zu sorgen, und ich hoffe, daß die 1׳ fegicrung sich von diesen Gesichtspunkten leiten lassen wird.;Aber auch den palästinensischen Kaufleutcn obliegt die Pflicht, ■ te einheimischen Erzeugnisse zu bevorzugen. Leider neigen in )•den Fällen die Kaufleute dazu, in Palästina produzierte ..feen, Möbel und Konfekt zurückzuvveisen und lieber irnv-. Portierte Waren zu verkaufen. Ich selbst konnte mich über- *׳egen, daß die in Palästina hergcstellten Kerken den cingelehrten Fabrikaten in jeder Hinsicht gleichkommen. Ich gebe : n, daß unsere Möbelzeichner noch manches hinsichtlich der rjdi!ii׳׳kcit der Formen und der Schönheit der Ausführung knien haben; aber Leute, die sich Möbel anschaffen ־■' ׳■i wollen, daß sie für ihr ganzes Leben halten, werden ,.7er die in Palästina hergcstellten Möbel wählen. Die;'äse für die palästinensischen Waren sind allerdings wese nt- ‘7 hoher als für die cingcfiihrtcn Artikel. Es ist dies die ‘«ümivkiiidie Folge der Inflation in Zentraleuropa, wo die ■fe und die Krone eine beträchtlich höhere Kaufkraft im linde als außerhalb desselben haben. Unsere Fabrikanten!;i(i stets bereit, die günstigsten Zahlungsbedingungen zu?!'*‘ihren, und ich bin überzeugt, daß sich unsere Kausleuie )״״e große Schwierigkeiten mit unseren Fabrikanten dies- ‘Mißlich einigen werden. Die Jerusalemer Kauflcute sollten ts als Ehrensache anschcn, palästinensische Waren, wo immer zu haben, in Verkehr zu bringen; sic sollten ankündigen, r8 sie in ihren Läden palästinensische Erzeugnisse und «!ne anderen führen, und ich hoffe, daß bis zu unserem!־ Rehden Beisammensein dies die Regel und nicht nur die : AllSl!5hme bilden wird. , Wr lesen ständig in den Zeitungen und hören stets!, ן fe Caffis von der ökonomischen Krise* die das!{ Jnd durchmacht. Ein guter Teil dieser Nachrichten beruht!1 f ^ebertreibung. 5לן besteht tatsächlich ein vor- |: “*״gehender Mangel an Zahlungsmitteln, die von einzelnen j. 1.‘■,1•1•׳nstert worden sind, und zwar von Tiberias bis Gaza. ו hat zweifellos zu einer vorübergehenden Verlegenheit ,?c*fert, aber es ist gut, daß das Geld in erster Reihe im t geblieben und nicht ausgeführt worden ist. Ein׳ Teil jl j,'“0,11 wW möglicherweise in Form von Renten wieder , *ts'ig gemacht werden. Dazu kommt noch, daß das Fort- ‘ ״,rc|kn der Orangensaison und die in letzter Zeit Ihm großen Verkäufe von Getreide wieder Geld in d51Ui werden. Es wird Sie interessieren, zu hören. ״ während der letzten drei Monate über 7 Millionen Kilo Getreide von Haifa exportiert wurden, Im allgemeinen tu recht guten Preisen. Einzelne von Ihnen werden sich erinner״, daß die Regierung während des letzten Sommers von verschiedenen Gctreidchiindlern, aber auch anderen Kaufleiden bestürmt worden ist, Schutzzölle gcgcii importiertes Mehl festzusetzen, da das Auslaiidsmchl billiger wäre als das einheimische. Die Regierung wies diese Forderung zurück, da sie nicht nur Produzenten mul Kauflcute, sondern auch die Konsumenten zu berücksichtigen habe, ganz besonders in einer Zeit, wo die Lebenshaltung auf 275 «;0 über den Vorkriegsstand gestiegen ist. Die palästinensischen Getreidehämlkr müssen eben ihre Preise den Weltmarktpreisen an* passen können. Was geschah nun? Letzten Sommer fielen die Getreidepreise ständig, bis sie Anfang Oktober auf den Weltmarktpreis licruntergegangcn waren, uml auf einmal liefen Aufträge aus Aegypten, Syrien, Griechenland, Tunis und anderen Ländern ein. Als die Speicher sich zu leeren be- Rannen, stiegen die Preise wieder rasch an, so daß die Kauflcute nun auf dem rechten Wege sind, die während der letzten zwei Jahre erlittenen Schäden wieder ausznglcichen. Nicht ganz so befriedigend sind die Aussichten der O r an ge n e r n t e. Die auf den englischen Märkten erzielten Preise sind um vieles geringer, ah inan angenommen hatte und weit niedriger als die Preise des letzten Jahres. Hierfür werden von Farmern und Reedern die mannigfachsten Gründe angeführt. Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund in der guten Orangenernte in Spanien zu suchen. I!n vergangenen Jahr gab cs in Spanien eine Mißernte, so daß die spanische Konkurrenz ziemlich unwesentlich war. Dieses Jahr hingegen kann Spanien eine außerordentlich gute Ernte aufweisen und große Mengen spanischer Orangen ge* langten in gutem Zustande auf die englischen Märkte. Die Menge der aus beiden Ländern, Spanien und Palästina, auf den englischen Markt geworfenen Früchte übertraf bei weitem die Nachfrage, so daß die Preise sinken mußten. Die Nachfrage war auch sonst nicht so groß wie letztes Jahr, da uns diesmal keine Influenza-Epidemie zu Hilfe gekommen war. Im vergangenen Jahr herrschte diese sehr stark in England, Die verzweifelten Aerzte, die keine Mittel kannten, empfahlen die Jaffa-Orangen sowohl als Präventivwie auch als Heilmittel. Wir wollen eine solche Förderung unseres Exports für dieses Jahr nicht wünschen und hoffen, daß die Orangen aus Jaffa ihrer Qualitäten wegen geschätzt werden und nicht nur als Heilmittel, Auch mehrere andere Gründe kämen eventuell in Betracht, aber der Hauptgrund liegt in der günstigen spanischen Ernte., Von großer Wichtigkeit für Palästina ist auch die Lösung der Hai en frage. Der von der Regierung hierfür bestimmte Sachverständige, Mr, Palmer, wird mit Hilfe des ihm bcigcordnctcii Komitees diese Frage bald zur Lösung zu bringen versuchen,. Ich will nun Ihre Aufmerksamkeit noch auf einen Punkt lenken, und zwar auf die in London 1924 stattfindende Aus- Stellung des britischen Imperiums. Da Palästina Mandatsgebiet und infolgedessen nicht ein Teil des britischen Reiches ist, hat es an sich kein Recht, im Wembley Park auszustellen. Ich freue mich nun, mitteilcn zu können, daß nichtsdcstoweniger unser Land eine Einladung erhalten hat, sich an der Ausstellung zu beteiligen und daß, wenn Palästina sich entschließen sollte, diese günstige Einladung anzunchmcn, das Nötige veranlaßt würde, um die Ausnahmestellung Pa׳ Listinas zu kennzeichnen. Die Entscheidung darüber obliegt der Regierung und dem Legislative Council. Wenn wir nun die Einladung annehmen, so wird die Errichtung eines eigenen Pavillons und eines Ausstellungsraumes von über 2000 Quadratfuß auf mindestens 5000 äg. Pfd. zu stehen kommen einschließlich der Errichtung des Pavillons, der in der Art der Gebäude dieses Landes erbaut werden soll, nämlich ein rechtwinkliger weißer Bau mit einem Kuppeldach, der Innendekoration dieses Raumes, der Lichtanlage, Heizung, Bewachung und anderen kleinen Ausgaben, wie auch der Kosten des Transportes und Unterhalts der einheimischen palästinensischen Arbeiter, die man nach London schicken wird, um auf der Ausstellung ihr Gewerbe zu zeigen. Es ist dies sicherlich ein für ein 80 kleines Land ziemlich großer Betrag. Ich habe nun während meines Aufenthalts in England Schritte unternommen, um einen Garantiefonds von etwa der Hälfte dieser Summe zu schliffen, und ich kann Ihnen zu meiner Freude berichten, daß bereits alles getan wird, um die Aufbringung einer solchen Summe sichcrzu stellen. Es ist bereits jetzt für Kauflcute und Fabrikanten an der Zeit, darüber nachzudenken, ob die Beteiligung Pa■ lästmas an dieser Ausstellung ratsam ist. Indem ich. noch Ihrer Kammer und deren Ausschüssen für das nächste halbe Jahr Erfolg wünsche, hoffe ich, daß wir beim nächsten Zusammensein auf eine günstige Handels Periode werden zurückbfickcn können," (Ziko.) Die ökonomischen Verhältnisse und Aussichten in Palästina Von Gol. Kisch. In der illustrierten Palästina-Beilage des ,.Jewish Chronicle'* vom 23. Februar veröffentlicht der neue politische Vertreter der Zionistischen Exekutive in׳ Palästina, Gol. Kisch, folgenden Aufsatz über die ökonomischen Emtwickluiigsinögljclikcitcn in Palästina Das Problem des Aufbai« der nationalen Heimstätte ist nunmehr, da das Mandat, vom Völkerbund akzeptiert und zur Tatsache geworden ■ist, in erster Reihe ein' Zahlcnproblcm, ein Problem, das darin gipfelt, Mittel für die wirtschaftliche Eingliederung der Immigranten zu beschaffen. Dies würde selbst auch dann zutreffen, wenn die Mamtnlnimacht E'1׳j Schränkung bzw. Erleichterung der Immigration nlchf vtott den Schwankungen dieses Faktors abhängig gemacht hätte; Daraus folgt, daß für diejenigen, die nach Verwirklichung des nationalen Ideals streben, die Aufbringung der Mittel für die Immigranten und deren Anpassung an die Arbeitsbedingungen in Palästina die erste Aufgabe sein muß. Die Bedeutung der Förderung des Erziehung»• und Gesundheitswesens soll durchaus nicht herabgesetzt werden, aber ohnclntciisivicrung der Einwanderung ist ein Vorwärtskommen unmöglich, und ohne Vermehrung der Arbeitsge legen beiten können unsere Einwanderer nichtexisticren. , . Arbeitsgelegenheit für unsere Einwanderer kann nun durch zweierlei geschaffen werden: durch I a n d w i r t sc h a f tliehe Besiedlung und industrielle Entwicklung. Der letzte Zensus hat gezeigt, daß von einer jüdischen Bevölkerung von über 83 000 Seelen sich nur 15 000 niit landwirtschaftlieber Arbeit befassen. Auf den ersten Blick enttäuscht diese Zahl, um so mehr, als vor dem Kriege schon die jüdische. Landbevölkerung nahezu an 10000 heranreichte. Diese Zahl ging aber im Jahre 1915 infolge der Kriegscreignissc auf 7500 zurück. Wenn man nun die Leidenszeit des Landes während des Krieges wie auch die ungeheure Steigerung der Bodenpreise, die auf die englische Okkupation folgte, in Betracht zieht, so kann man mit Stolz auf die nationalen . Erfolge hinsichtlich der Zahl der landwirtschaftlichen Kolonisten zurückblicken, die sich während der letzten vier Jahre angcsicdclt und die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkerung verdoppelt haben. Andererseits ist es aber nur recht und billig, sich der Schwierigkeiten und Hindernisse bewußt zu werden, denen unsere Kolonisten durch den Mangel an entsprechender materieller Unterstützung gegenüberstehen. Kein Wort der Klage über ihre Not, und doch ist es unerbitthebe Wahrheit, daß in vielen unserer Siedlungen Fleischgerichte nur selten auf den Tisch gelangen. Diese ungenügende Ernähning, verbunden mit einem 12- bis 14stündigcn Arbeitstage, greift Kraft und Gesundheit unserer Kolonisten ersichtlich an. Hierüber schweigen sie, aber sie beklagen sich, und mit Recht, daß für vier Familien nur ein einziges Paar Maulesel vorhanden ist, daß sie nicht in der Lage sind, Saatgetreide für den gepflügten Boden zu kaufen, und vor allem auch darüber, daß ihnen, da das erforderliche Arbeitskapital und Kredite fehlen, ein Vorwärtskommen unmöglich ist. Dem muß unbedingt gesteuert werden. Diese selben Kolonisten ich habe eine bestimmte Siedlung von 85 Familien Ira Auge — haben am 15. Sclicwat einen neuen Wald von 35 CTO Eukalyptusbäumcn angcpflanzt, von denen drei Viertel in der Kolonie selbst gezogen worden sind, und daran mit wahrem religiösem Eifer von Sonnenaufgang bis Nacht gearbeitet — Männer, Frauen und Kinder, Die Entwicklung in Palästina hat gezeigt, daß das jüdische Volk wie nur je eines, Landwirte und Bauern hervorbringen kann, und daß man viel zu. gelernt hat seit den Tagen, da die ersten Kolonien gegründet und von einer vielleicht tu großherzigen Hand unterstützt worden sind. Nun ist die Lage so, daß Stallungen und Scheunen den Wohnhäusern vorangehen, daß das Klein- und Großvieh gefüttert wird, während die Besitzer hungern müssen. Diese Anstrengungen dürfen nicht umsonst gewesen sein. — Was die wirtschaftlichen Aussichten unserer landwirtschaftlichen Kolonisation betrifft, so sind die Fachleute der Ansicht, daß der Erfolg sicher ist, wenn hinreichende Mittel beschafft werden. Wir benötigen ein verhältnismäßig große» Kapital, weil wir wegen der hohen Bodenpreise gezwungen sind, intensive Farnnvirtschaft zu betreiben. Ständen uns Rcgicrungsländereicn zur Verfügung, wie wir cs dem Mandate gemäß hätten erwarten dürfen, so wäre uns die Trockenbcwirtschaftung, die nur ein relativ kleines Arbeitskapital erfordert, möglich gemacht worden. Unter den heutigen Umständen aber ist cs unmöglich, eine Familie mit weniger als £ 600 anzusiedeln; cs sind also eine Million Pfund nötig, um 1670 Familien oder 5000 Seelen als Landwirte anzusicdeln. Es ist eine Lebensnotwendigkeit, daß Quellen gefunden werden, die den Fortschritt unserer landwiitschaftliehen Kolonisation ermöglichen, aber aus dem Gesagten geht klar hervor, daß wir bei den vorliegenden Umständen die Mittel nicht aufbringen können, um die ganze für uns notwendige Einwanderung auf dem Lande zu absorbieren, während die Industrie nicht bloß eine billigere, sondern auch schnellere Bcsehaffungsmöglichkciten von Arbeit bietet. Um die industriellen Möglichkeiten zu Jbeurteilen, muß man zu allererst in Betracht ziehen, daß die passive Handelsbilanz für das Jahr 1921 ein Ucbervviegca des Imports gegenüber dem Export um 4700000 Pfund aufweist; für das Jahr 1922 wird diese Differenz auf 4 100 000 Pfund geschätzt; auf Einzelposten verteilt, betrug der Gesamtimport von Halb- und Fertigfabrikaten, die in Palästina "hätten hcrgestcllt werden können, im Jahre 1921 über 3 003CTO Pfund. Diese Zahlen werfen ein klares Licht auf die sich hier für die industrielle Entwicklung eröffnenden Mög'ichkeiten. Des weiteren sind auch ansehnliche Mengen Rohmaterial ans Palästina exportiert worden, von denen ein Teil in Form von Halb- oder Fertigfabrikaten wieder eingeführt worden ist. Nun ist es ja wahr, daß unsere ersten Bemühungen auf industriellem Gebiet nicht überall gleichmäßig erfolgreich gewesen sind, aber cs wäre falsch, daraus schließen zu wollen, daß die industriellen Aussichten in Palästina ungünstig seien. Es herrscht ständig wachsender Nachschub von gelernten Arbeitern in Palästina. Die Löhne für gelernte Arbeitet sind zwar noch hoch, fallen jedoch augenblicklich, und würden um so schneller zurückgehen, je regelmäßigere Beschäftigung die industrielle Entwicklung zu bieten imstande wäre. Andcrcrscits ist der Lohn der ungelernten Arbeiter sehr gering, , verglichen mit den in Amerika und Europa gezahlten Löhnen. Die. größtenHindernisse für die industrielle Entwicklung verursachen der Mangel an Kohle, der Mangel an guten liefen und die hohen Zölle für die Rohprodukte und da*

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