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Jüdische Rundschau · 1923-03-13 · Heft 21 (13.3.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 21 (13.3.1923)
Date
1923-03-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 127 \ Nr. 21 IUEDISCHE RUNDSCHAU jlJUdi'C jiorcn Sr M I״ htj!, 0fK־a.; .;:>״e 2u׳ti. ' j:n <iec!;(, ie:1 Uöfff jücilt; t|) ■ : ״l!cr d:t j Ocr,r,1!;t. (jüdisch,■. iid!t cts j!״ Protcn.!',"!!ז alle ן J t'fozcnt.;11>.־ז U11|1-f!״smntcfirj ti W j■,!1 ProMni.!j^cn sin1|(; :■ Prozent!!;!י nur' i:* Claus!;!'־ ‘‘Crarlif״: :• t irbriyciis! bat!';1aßt, aber!! i;s richtig S i »chule so : eine ge•.. J0n ihrem?׳'' :brache soS :;lieht ei!;.j׳;;S<lcrs. Ej?׳ ׳(;artenden,■',• iJln übri?־ l.tfägliclica( jhen jitdi,־ instwcilcn •’ hrankung iß wieder ■bau wird nkeit dt; •iiität gt. i gcslcr: ist siehe:,, :crwcrlc.1, sc:! leistet! ־aß er an icr dcut- 1 da wir ,’gesegnet srung der , }ruß und 1 iitonoraen ist aber a ist am kräftiges «fremdet nscrem 11. Mir keinen Rassen-' dis dien ■ arisdie g sind ־isclicm Männer n(1 der } ,eh der j junirni• Ij n. 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Wir haben in der vorVen Presseschau Notiz von dem Artikel der ״Zionist Review" genommen, der sich mit der Wcizmannsclien Politik solidarisch erklärte. _ Heute liegen zwei gegenteilige Aeußerun״en vor: ״Jewish Chronicle“ beschäftigt sich pole- ,!lisch mit dem eben zitierten Artikel der ״Zionist Review", den ,je a|s offiziös inspiriert bezeichnet, und ״ H a t i k w a h ", das Organ der belgischen Zionisten, druckt einen Brief der Exekutive ab, der aus Jabotinskys Verlautbarungen fcststellt, j-ä er dem Weißbuch ausdrücklich zugestimmt und in ihm keine Behinderung der zionistischen Arbeit erblickt habe. Hatikwah" bleibt der Ueberzeugung, daß das Weißbuch eine schwere Schädigung der zionistischen Interessen bedeutet habe. ln diesem Zusammenhang sei noch ein Brief des Herrn ז H.Kann an die Redaktion des ״Jewish Chronicle“ erwähnt. Herr Kann kommt zu dem Ergebnis, daß Weizmann nicht ziirücktreten dürfe, weil er für die gegenwärtige Krise die Verantwortung trage. Er müsse im Amt bleiben, bis er die Organisation in' eine Situation zurückgeführt habe, bei der cin Wechsel in der Leitung möglich sei. ״Israelit“ und Bleu -Weiß Die Veröffentlichung des Prunner Bundesgesetzes des Bbu-Weiß gibt dem f,Israelit" in seiner Nummer vom 8. März Gelegenheit, sich mit der Jugendbewegung in Deutschland zu beschäftigen. Der Oedankengang des ״Israelit“ läßt sieh dahin zusammenfassen, daß das Oesetz des Blau-Weiß die Sehnsucht nach einer Autorität empfinden lasse und daß man den Bund und das Gesetz zu einer solchen Autorität erhoben habe, weil das allein verbindliche Oesetz der Thora nicht mehr anerkannt sei. Numerus clausus Der numerus-cIausus-Bcschluß der Wiener Technischen Hochschule hat cin überraschendes Echo gebracht: Der Wiener ״Tag“ veröffentlicht eine offiziöse Erklärung der ungarischen Regierung in ungarischen Blättern, die die Autonomie der österreichischen Hochschulen anerkennt und in dem mimcnis-clausus-Beschluß keineswegs eine Beeinträchtigung der Rechte ungarischer Staatsbürger erblickt. Diese Acußcrmig erregt zu midist Erstaunen, weil die un- ״arische Regierung im allgemeinen auf den Rechten ihrer Staatsbürger mit großem Nachdruck besteht und die un- ׳;arischen Juden durch diesen Beschluß der Wiener ״Technik" natürlich aufs schwerste betroffen werden. Dieser Widerspruch wird von der ״Wiener Morgenzeitung“ sicherlich mit Recht durch Hinweis auf die ungarische Ingcnieurordnung erklärt, die am 24. Februar von der Nationalversammlung beschlossen wurde. Im Art. 8 dieses Gesetzes wird nämlich die Zugehörigkeit zum Ingcnicurbcruf vom christiich-naiionalcn Bekenntnis des Ingenieurs abhängig gemacht und damit Sozialdemokraten und Juden der Ingcnicurberuf in Ungarn unmöglich gemacht. Das Oesetz enthält weiter die Bestimmung, daß ausländische Ingenieurdiplome in Ungarn bei Juden nur nach dem Prinzip des numerus clausus anerkannt werden dürfen, d. h. daß das Diplom eines Juden erst nach zehn Diplomen von Christen anerkannt werden darf. Der Beschluß der Wiener Technischen Hochschule stellt also, in diesem Zusammenhang gesehen, eine Unterstützung der ungarischen Antisemiten dar, indem nun ungarischen Juden auch in Wien das Ingenicurstudium fast unmöglich gemacht wird. Schuld der ״Alliance“ am Raltreinfall Der berüchtigte Antiscmitcnhäuptling Dr. Pudor ver- «endet eine ״Aufklärungskarte“, in der es heißt: ״Die Besetzung erfolgte im Aufträge der ,Alliance Isradlite Universelle', deren politische und militärische Vollstreckungs* Organisation die Entente »st. Weder das eigentliche England noch Amerika, noch selbst Frankreich haben Teil daran, sondern allein das internationale Judentum, die jüdische Hoch• finanz und die Börse und die Welt-Synagoge — zum Zwecke der jüdischen Weltherrschaft.“ lat das auch Wahnsinn, hat es doch Methode! Eitauen gelcgenhciten eine Person ernannt wurde, die keinesfalls das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung besitzt; diese Ernennung wird als eine Unterdrückung des jüdischen nationalen Recht» empfunden. Der National rat sieht darin einen Versuch der Zerstörung der jüdischen Selbstverwaltung In ihren demokratischen Grund- Ligen und erklärt, daß die gair/e jüdische Gesellschaft mit dem neuen Minister keinerlei Gemeinschaft haben wird. Der Nationalrat, der die jüdische Bevölkerung auf Orund des van der allgemeinen Gemeindekonfnrenz erhaltenen Mandate» repräsentiert, wird den neuen Minister als offenen Gegner und Zerstörer der jüdischen nationalen Rechte betrachten, 2. Die 10. Session des jüdischen Nationalrates ln Litauen billigt die Taktik der jüdischen Mitglieder des Sejm und drückt ihnen das volle Vertrauen aus. Hierauf wurde die Session geschlossen. Verlegung der mjtncrus cloucas - Prags W a r s c 11 a u. (J, C. B.) Der Bildungsausschuß des polnischen Sejm beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung abermals mit dem nationaldcmokratischcn Vorschlag wegen Einführung der Prozentnorm für Juden an der polnischen Hochschule. Der jüdische Deputierte Dr. Thon stellte den Antrag, die Abstimmung solange zu verschieben, bis über die folgenden Fragen Aufklärung geschaffen ist: 1. Wie ist das wirkliche Zahlenverbiiltnis zwischen den jüdischen und den polnischen Studenten an allen Hochschulen, die landwirtschaftlichen Hochschulen und das Polytechnikum inbegriffen? 2. Da laut § 84 des Schulgesetzes die Studenten• zahl an gewissen Fakultäten eingeschränkt werden kann, soll untersucht werden, wieviel Juden auf Grund dieser Beschriiiikung bis jetzt zumckgewiesen wurden. Es besteht nämlich die Erfahrung, daß meist nur Juden zurückgewicsen werden. Da der Regierungsvertreter keine erschöpfenden Ant• Worten auf Dr. Thons Fragen geben konnte, wurde beschlossen, die Frage bis zum 20. März zu vertagen. auch keine Hoffnung mehr. Sein Herzschlag wurde immer schneller und die Lungen nahmen mühsam cin wenig Luft auf. Am Nachmittag kam sein Enkelchen, das kleine Mädchen meiner Schwester, Max Nordaus echteste Freude, um den Großvater anzulac'ncln. Es war eine große Erleichterung für ihn, sie noch einmal zu sehen und des Kindes holdes Bild sich ehtzuprägen. Am Abend versammelte er uns alle um sich: meine Mutter, meine Schwester und den Schwager, mich und seine drei oder vier besten Freunde, die mau noch rechtzeitig hatte verständigen können. Er nahm Abschied von jedem, umarmte uns lang und schweigend — und schloß die Augen. Seine Lippen murmelten oftmals: ״Geendet.“ Er litt nicht mehr. 0 Sonntag vermochte er nicht mehr zu sprechen; aber er fühlte noch meine Anwesenheit und die meiner Mutter, die wir an seinem Belle saßen.* Er nahm unsere Hände in die seinen und drückte sie zärtlich. Noch einmal streichelte er das kleine Kätzchen, das er sehr liebte; das Tierchen schaute trüb, als verstände cs, was hier vorgehe. Am Abend verlor er das Bewußtsein. Die ganze Nacht hindurch tönte uns sein röchelnder Atem schmerzlich ins Ohr, aber er litt nicht mehr. Um 1 Uhr 5 Minuten weilte Max Nordau nicht mehr unter den Lebenden. Er, der stets für andere gelebt und nie an sich selbst gedacht hatte, wollte noch im Tode einen Lichtstrahl auf die werfen, denen er so viel gegeben hatte. Befreit von aller krampfhaften Spannung, in ruhiger Regelmäßigkeit verjungten die edlen, feinen Linien seines Gesichtes noch mehr sein Antlitz, als wollte er uns eine letzte Vision von Sch««• heit hinterlassen. Nichts läßt sich mit dem Adel und der Reinheit dieses elfenbcinharten Antlitzes vergleichen, das da ln ewigem Frieden ruhte! Das Totenklcid und der Tallis verstärkten noch den klaren Ausdruck dieses Prophetenkopfes. Es w׳ar, als spräche die Glorie seines Antlitzes: ״Sehet, die allerhöchste Majestät erfüllt mich mit ihrem Licht!! Beweinet mich nicht! Ich bin glücklich in euch, unter euch!“ Ein einfacher Alter aus dem Volke sagte: ״Ein Mensch, wie er, braucht nicht unsere Gebete. Wenn es ein Paradic! gibt, so werden seine Tore für ihn sicher offen sein!“! Maxa Nordau. Ein Assimllant gegen Minderheitenschutz Eine in Warschau veröffentlichte Note des polnischen Vertreters beim Völkerbund, Prof. Askenazy, bekannt• lieh ein Jude, an * den Völkerbundsrat wendet sich gegen die Politik des Völkerbundes in der Minderheitenfrage sowie gegen den Versailler Zusatzvertrag über den Minderheiten• schütz. Der Vertrag, der damals Polen und den Staaten der Kleinen Entente• aufgezwungen worden sei, verletze den Grundsatz der internationalen Gl eichbc ree h• t i g u n g. Der Schutz der Minderheiten dürfe nicht die Kon• solidicrung eines Staates gefährden. Die Minderheiten Polens ständen mehr oder weniger unter dem Einfluß Deutschlands bzw. Litauens, Rußlands •und der Ukraine, und gerade die Frage der Minderheiten habe seinerzeit den Vorwand zur Aufteilung Polens unter den Nachbarstaaten gebildet. Auswärtige Interventionen zugunsten der Minderheiten wären nur geeignet, Verwicklungen hervorzurufen und die Lage der Minderheiten selbst zu erschweren. Der Völkerbundsrat habe ferner (durch sein Eingreifen zugunsten der deutschen An• Siedler) den Vertrag über den Schutz der Minderheiten verletzt, welcher ein Eingreifen des Volkerbtmdsrates lediglich auf die Initiative eines seiner Mitglieder, nicht aber aut Grund von Positionen von dritter Seite gestatte. Mitteilungen des Ciernowiter Palästlnaarales Das Palästinaamt teilt mit, daß auf Grund der speziellen Einreiseerlaubnisse, die von der englischen Regierung für die Zeit vom 1. Januar bis 28. März erteilt wurden, für 106 Personen (verheiratete und unverheiratete) die Visa nach Palästina verschafft wurden. Diese Wanderer verteilen sich auf folgende Berufe: 18 Tischler, 7 Schlosser, א Schneider, 3 Elektrotechniker, 4 Anstreicher^ 2 Seifensieder, 1 Baumeister, 1 Ingenieur, 1 Klempner, 1 Schuster, 1 Müller, 3 Land• arbeiter, 4 Arbeiter; der Rest ohne Beruf. Unter den Obenangeführten befindet sich auch die 16. rumanische Kwuzah, bestehend aus 18 Personen. Die Emigranten sind am 5. März mit dem Schiff ״Bucuresti“ nach Palästina abgefahren. * . , , . W. ■ Am 27. Februar Ist ein Transport von 101 jüdischen Emigranten in Ncpolokoutz eingetrofefn. Am 1. März cin zweiter Transport von 153 Emigranten. Die Transporte wurden von Beamten des Czernowitzer Palästinaamtes in Ncpolokoutz übernommen und nach Galatz geleitet, von wo sie mit denj Schiff ״Bucuresti“ am 5. März nach Palästina reisten, Aus dem Sejm — Judenexzesse Kowno. (J.C.B.) Nachdem in der Sitzung des litaul- *dien Sejm vom 5. März der christlich-demokratische Antrag «cf Ausschluß eines volkssozialistischen Abgeordneten wegen seiner Angriffe auf den Präsidenten der Republik mit Hilfe der jüdischen Stimmen abgelehnt worden war, brachten die christlichen Demokraten in der Sitzung vom 6. März ein Vertrauensvotum für den Präsidenten ein, das auch mit einer Mehrheit von einer Stimme angenommen wurde. In derselben Sitzung wurde der Vorschlag, zum zweiten Sekretär den jüdischen Deputierten Oarfunkel zu wählen, mit einer christlich •demokratischen Mehrheit abgetehnt. Kowno. (J.C. B.) Im Anschluß an die Abstimmung im litauischen Sejm, laut weicher die Wahl eines jüdischen Deputierten in das Sekretariat abgclehnt wurde, zog eine Menge aus dem Sejmgebäude in die besonders von Juden bewohnten Straßen und schlug in den jüdischen Geschäften die Scheiben cin. Der jüdischen Bevölkerung bemächtigte sich große Panik. Bald waren in der ganzen Stadt die jüdischen Geschäfte geschlossen. Die Polizei verhaftete einige der Exzedenten, doch wurden diese auf dem Wege zur Kommandantur auf eine kategorische Aufforderung litauischer Offiziere, die gedroht hatten, von den Waffen Gebrauch zu machen, wieder auf freien Fuß gesetzt. 038 Ergebnis der Natleatlmfsseseloa in Litauen Kowno (J. C. B). Nach der stürmisch verlaufenen ernten Sitzung der diesmaligen Session de« jüdischen National• frts in Litauen, war zu der zweiten Sitzung die orthodoxe Fraktion ״Aclidufh“, deren Verhalten in der Frage des jü■ dischen Ministeriums zu den Auseinandersetzungen Anstoß ׳?äb, nicht mehr erschienen. Zum neuen Vorsitzenden des Nationalrates wurde Dr. Sch. Rosenbaum neu gewählt, Sodann wurde cin Aktionsausschuß aus 4 Personen eingesetzt. Die Session nahm die folgenden 2 Resolutionen an: 1. Die 10. Session des jüdischen National ratet in Litauen *»srtatierf, cl;,ß tum MiüiMat f®*!Milch« Die letzten Tage Max Nordaus Geschildert von seiner Tochter. Maxa Nordau, die älteste Tochter Max Nordaus, hat von den letzten Lcbenstagcit ihres Vaters in einer englischen Zeitschrift eine Schilderung unter dem Titel ״Meines Vaters letzte Tage“ gegeben. Wir lassen diese Schilderung hier folgen: Ende Dezember verlor mein Vater schon ganz *einen Lebensmut Das starke Herzklopfen quälte ihn sehr, und er fühlte, wie die Kräfte seinen stämmigen Körper verließen, dessen Gesundheit durch zweijährige Krankheit bereits untergraben war. Er verließ das Zimmer nicht mehr, und die vermehrte noch seinen Unmut. Sonntag, den 14. Januar, mußte er sich zu Bett legen. Seine Atemnot machte ihm viel Beschwerden, aber sein starker Geist ließ sich nicht besiegen. Täglich las ihm meine Mutter, die ihn nicht eine Minute allein ließ, die Post und die Zeitungen aus aller Welt vor, deren Masscnslrom sich auch jetzt nicht verminderte, und half ihm bei der Korrespondenz. Wenn meine Schwester und ich nach Hause kamen, mußten wir dem Vater, wie stets, die kleinsten Einzel• heiten des Tages erzählen; alles Interessierte ihn, und׳ ein Lächeln trat auf seine Lippen. Jeden!Morgen fütterte er unsere Siamkiitzchcn, deren Gesellschaft Ihm bi» an sein Lebensende Freude bereitete. Er liebte sie mit jener Zart• lichkeit, die von ihm auf alles ausstrahlte, was da lebt, was schwach ist und hilflos. Die besorgten Mienen der Aerzte erschreckten uns: aber hat man den Mut, ein Unglück vor״ auszusehen? Von Tag zu Tag wurde der Vater schwächer und schwächer. Das schlimmste war die gänzliche Schlaflosigkeit, gegen die infolge der Herzschwäche keine Schlafmittel an• gewendet werden durften. Sein Atem, 4er immer kürzer wurde, pfiff furchtbar und schreckliche Hustenkrisen unterbrachen ihn häufig. * Was der Vater wünschte, wurde sofort erfüllt. Worte reichen nicht aus, um die Treue und Ergebenheit zu schildem, mit welcher ihn Dr. Marmorck und Dr. Jacobsohn behandelten. Viele Male im Tag waren sie an seinem Kranken• beit, beriefen SpeziaLirzte und erprobten alle Mittel, die neues!en Errungenschaften der medizinischen Wissenschaft. Max Nordau entzog siel! keiner Art der Behandlung; aber er wußte, daß alles vergeblich sei — als scharfblickender Arzt beobachtete er selbst die Fortschritte seiner Krankheit; und er wollte nicht mehr leben. Seit zwei Jahren war seine Ver• bittcrung darüber, daß er sein Werk unvollendet lassen müsse und daß er der Cirau'vamlceit und dem ecklcn Getriebe der Welt gegenüber ohnmächtig sei, so groß, daß alle Liebe der Seinen seinen Kummer nicht lindern konnte. Auf den Tod sah er von der Höhe seiner großen Seele herab. Samstag, den. 20. Januar, fühlte «r, daß ei ru Ende Er ,wurde ruhig ut!4 1;U ttjc!\i nidir; m bitte Die Sprechstunden des Palästina-Amtes, Emser Straße12/13, sind täglich (außer Sonnabends) von 9—12 Uhr vormittags, Infolge starker Inanspruchnahme ist uns eine Abfertigung de* Publikums außerhalb der festgesetzten Zeit leider nicht möglich. Wir bitten daher, die Sprechstunden unbedingt cinzuhaltem, Palästina-Amt Berlin. Alfred Nosslg-Ausstellung Sonntag, den 18. März, 12 Uhr mittags, findet die Er» Öffnung des neuen Berliner Kunstsalons Brenner 8! LengyeJ statt (Kurfürstendamm 150, Eingang Ncstorstr.). Zur Aus- Stellung gelangen biblische Skulpturen von Alfred Noisig, sowie eine größere Serie seiner Porträtmedaillons. Oenannt sei besonders die seinerzeit in Parts vollendete Plakette Max Nordaus. Die zweite Abteilung der Ausstellung umfaßt Altertümer aus den Sammlungen von Alfred Nosslg, Darunter Architektur-Fragmente aus den Königsgräbem und aus dem salomonischen Tempel, ferner aus dem Parthenon und aus mcsopotamischcn Moscheen, . 1 Die ״Jüdische KUnetlorgcsellschaft“ veranstaltet am Sonntag, den 18. März, 7«/» Uhr abends, Im Scharwenka» Saal, Lützowstr. 76, ein Konzert mit jüdischer Musik vom bekannten jüdischen Komponisten Gabriel Grad. Es wirken mit: Leo Gollanin (Tenor), Prof. Alfred Wittenberg (Violine). Scrafima Radinowa (Sopran). Am Flügel der Komponist Qabrie! Orad. Der Ausweis am 16. März. des Jüdischen Nationalfonds erscheint Nicderlassungstnögllchkeit Wir können jungem Akademiker (Zahnarzt, Rechtsanwalt und Facharzt für Lungcnlcidcn) Nicderlassungsmöclichkeit in einer nordwestdeutschen Kleinstadt mit großem Landbezirk nachweisen. Zionistische Vereinigung f. Deutschland. Sächsische Str, & Verein für Arbeitsnachweis E. V. (Leh'rstellenvermittlung und Berufsberatung.) Wir suchen für Witwe Hausdamenstellung bei einem einzelnen Herrn oder einer einzelnen Dame, e׳׳il. auch in einem Großbetrieb. Oute Zeugnisse und gute Referenzen vorhanden. Wir suchen Lchrmädchenstellen in kaufmännischen Be• trieben für Kontor, Lager und Expedition jeder Branche. Wir suchen Stellen für Anfängerinnen, höhere Schulbildung, möglichst in Geschäften, die am Sabbath geschlossen halten. Wir suchen Lehrstellen in Geschäften, die am Sabbath ge« schlossen halten. Jüdische Berufsberatung und Lchrstellenvermittlung. ’ _ Monbijouplatz IQ. v יי" "י..1

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