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Jüdische Rundschau · 1923-02-20 · Heft 15 (20.2.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 15 (20.2.1923)
Date
1923-02-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 85 JM־. l : 1!'Via3 >' די׳ k;. Nr.5י JUEDISCHE RUNDSCHAU Deutscher Hcclialuz ,הס >■'״־ i;iUl i;1 ,c!1S, vcr, V>crv'e;11 ■Inn ס!,׳ «m ז; :! :1> Haie.,, 1 t»r di־;ule ei:. :«״ wirj '׳zichurh ״0׳:,< ין crkcnntii. ,־:•!) 111:11' ,\b;r die ¬י an die wenn {;;rn r;j!1i ״cdih;:«. « amlen en?, ן «C it t w ers ׳rsetzu lau• imi,'■ ׳erden: :1תו" ■Weii '■teilen, wie iiode,!gemessen sidi tzur, tun״. Mciln gerne kielt rsudiun- Inlults;ritisdif statte! crr.: J! r-gc bin chauspid, Erl '50 feitkla nur für des. gkeit zu nrpen dt; C:n Dir.:;׳ ,ufklärun; Immerlr, der Vor•, ■ ״in z.’o•: « Pilid!' , daß bis, re Bcen-. muß cs . werden, ■ I für 61;' : Führer,״ — seine oll diese 8 madii rden, Bern. 1 der Die גיס., ileu• ne eil über 31.su• sind eine rdi״, die fkliselif D1׳s(ane־ (ouderet reffend־ Igt »ש! Pfund• mit R־t <r all״־ נ Im!«5• 01011152• :tce S:' heu «« nd a«s" ״,tclit51־ lurcl»* Rundschreiben Ober die GrUndnn^ssHzang Oie Oründungskonferenz des H chaluz hatte naturgemäß , e doppelte Bedeutung. Sie war ,Abschluß einer bestimmten Fntwicklung und Anfang einer Neugestaltung. Die bisherige r,1tu־Icklung hatte gezeigt, daß bereits eine recht ansehnliche 7,1111 von jungen Menschen in Deutschland den Willen bekündeten, sich a!s Chaluzim zu organisieren. Es waren ״ Pclcgicrte anwesend, die 317 Chaluzim vertraten. Daß .!!eh andere Organisationen und Parteien des deutschen Zio- :־lfluj mit Interesse und Sympatliie unserer Tätigkeit gegenübersiehe!!, beweisen Anwesenheit und Begrüßung durch die 7 V, f. D., Hapoiil-Hazafr, Poalc-Zion usw., wie auch der Vcr• (/der des Wcltliedialuz, des polnisch-litauische« Hcclialuz d anderer. Darüber hinaus zeigte sich aber, daß sich •n jer großen Schar derer, die aus mannigfachen Gründen yjr Berufsumschichtung gesell!itten sind, eine bestimmte Vor- Stellung vom Wesen des Chaluz gebildet hat. Es fand dieses ,jcl1 Ausdruck darin, daß sich an das Referat von Viktor Ooldsclnnidt kaum eine prinzipielle Diskussion anschloß. Alle ״fCn sich darüber einig, daß bestimmte Minimalvoraus- Setzungen erfüllt sein müssen, wenn man sich als Chaluz bezciclrncr* will. Und alle waren sich auch darüber einig, daß es heil hierbei nicht um prinzipielle, politische und sonstige Stellungnahme handeln könne, sondern nur um ein persön• lichcs, in hohem Maße verpachtendes Bekenntnis. Eines ücr grundlegenden Dinge, zu denen sich die Chaluzkonferenz und damit jeder Einzelne, der an Ihr teilgenommcn hat, bekennt, Ist die enge Zusammengehörigkeit mit der pa astinensisehen Arbeiterschaft. Es ist ein Zeichen fruchtbarer und konsequeuter Entwicklung, wenn der Teil der deutschen Jugend, der heute am ernsthaftesten die Verwirklichung des Zionismus als־ seine Aufgabe ansieht, weiß, daß diese aufs innigste mit der paläst'n nsisrhen Arbeiterschaft verknüpft ist, und es ist wesentlich, daß sich gerade hier unter den vielen auseinanderstrebenden Tendenzen Innerhalb der deutschen Jugend die klare und deutliche Einheitlichkeit der Stellung• nähme ergeben hat. Gerade die eindeutige Betonung dieser Stellungnahme war allerdings einer der wichtigsten Punkte der Diskussion, und die Abänderungsvorschläge, die zu den vom Referenten vorgcschlagenen Thesen eingebracht wurden (speziell von den Vertretern des Hapoül-1 lazair) bezogen sich in der Hauptsache hierauf und auf ein zweites: die hebräische Sprache. Es gab eine lange und nicht unbedingt erfreuliche Diskussion über die letzte, bis es einer Kommission gelang, eine Formulierung zu finden, die die unbedingte Tendenz des Hcclialuz, sich in die hebräische Bewegung cinzustcllen, & fraglose Notwendigkeit für jeden einzelnen, Hebräisch richt nur zu lernen, sondern auch ln absehbarer Zelt zu können, zum Ausdruck brachte, ohne allzu schroffe Be¬ •-;;ingcn und Umwandlungen vorzunchmen. Aber auch hier icgtc schließlich das starke Streben aller beteiligten Fakren, einen einheitlichen Hcclialuz zu schaffen, über Scliwiefjkcitcn, die mehr in der Form als im Wesen der Sache ' it'jcn. Deshalb war es auch möglich, über bestimmte noch ungeklärte Erscheinungen in der Jugendbewegung, z. B. die ganze Blau-Weiß-Angclcgcnheit, in diesem Rahmen hinweg• zugehen. Die Blau-Weißen, die sich klar und eindeutig zum Programm des Hechaluz bekannt haben, werden das, falls es Mtwendig ist, ihrer Leitung gegenüber zu verantworten wissen, während es Aufgabe des Hechaluz nur sein kann, auf die unbedingte Innehaltung der von ihm aufgcstellten Prin• zipien zu achten. Auf jeden Fall hat diese Konferenz gezeigt, daß ein klarer Wille zur Schaffung eines autonomen Chaluz in Deutschland bei allen Teilen der jüdischen Jugend vorhancicn ist und hat es vermocht, diesem Willen eine bestimmte Richtung und den ersten organisatorischen Ausdruck zu ver• leihen. Ls war klar, daß dieser Hechaluz Anschluß sucht bei der gleichgerichteten Jugend anderer Länder, und zwar auf dem Wege des Welthechaluz. Wenn dieser auch noch nicht das Ausmaß seiner Tätigkeit erreicht hat, welches seine Arbeit erst fruchtbar machen könnte, so stellte er doch bisher die einzige legale und auch reale Vereinigung der Chaluz• bümft der verschiedenen Länder vor, ohne ein bestimmtes, parteipolitisches Programm zu vertreten. Und wir wissen, daß in so schwierigen Zeiten wie heute besonders eine Vcr- ' tinigung gleichgerichteter Kräfte notwendig ist. Der deutsche Hechaluz kann durch die Verbindung mit dem Welthechaluz «nd anderen Landesorganisationen ganz bestimmte Bereicherangen erfahren, besonders da er auf diesem Wege zu einer J immer engeren Verbindung mit den Teilen des jüdischen i Volkes und der jüdischen Jugend kommen kann, welche, was I Jüdischkeit anbetrifft, zu den lebendigsten gehören. E׳r selbst : ton dagegen die besonderen Möglichkeiten, die sich in i Deutschland für Ausbildung und Vorbereitung bieten, auch! icn anderen Chawerim nutzbar machen. Als letztes Ergebnis wurde noch ein Organisationsstatut!׳-schaffen, um wenigstens die primitiven Grundlagen einer! Itßdcn Partei zu haben. Das wichtigste dieses Statuts ist «ne Zweifel die Gründung eines Keren Alijah we Hach- *chaa. Wenn vielleicht auch die Mittel, die wir in der ersten : Zeit aufbringen werden, nicht allzu bedeutende sein mögen,! 0־ kommt cs doch darauf an, zu zeigen, daß der Chaluz als solcher entschieden gewillt ist, gerade die Frage der Geldrafbringung nicht mehr dem zufälligen Eingreifen fremder Hände zu überlassen, sondern gerade diese Arbeit, die an Verenworüichkcit größer und schwerer ist, als die meiste zionistische Tätigkeit, auf eine gesunde und dauernde Grund- ׳sgc zu Hellen. Der Keren Alijah we Hachschaa ist eine!.vingende Demonstration nach außen und nach innen. Den *״deren soll er immer wieder und immer dringender die Notwendigkeit vor Augen führen, große Summen für diese : picduktivste aller zionistischen Institutionen flüssig zu 55’״iclien, uns selbst aber die bindende Verpflichtung auf- : **gen, aus eigenen Kräften, soviel wir nur irgend können,; il;ch materielle Mittel aufzubringen für unsere eigensten , 2'vecke. Gerade eine solche materielle Verpflichtung kann i die innere Selbständigkeit und Zusammengehörigkeit von außerordentlich erzieherischem Einfluß sein,! Wenn so die Konferenz gerade eine Bewegung abschloß, ' von den verschiedenen Seiten ausgehend und aus ver- ' ,H'icdcncn Strömen zusammengesetzt, dennoch jetzt zu einer Einheit kam, so wird cs gerade ihre Bedeutung für die Zukunft sein, dieser bisher mehr prinzipiellen Einheit den tcal«n und materiellen Untergrund zu geben. Es wird darauf : »«kommen, einmal alle die in Deutschland zerstreut lebenden Chaluzim in engste Verbindung und ständigen Zusammenhang ״ bringen und zu erhalten, sodann aber such die Orgaai* sationcn, die in irgendeinem Sinne an der Chaluzarbcit beteiltest sind, ־zu einer geordneten Miteinamlcrnrbcit zusammenzuführen. Es wird darauf ankommen, daß die Pri izipicn, diu auf der Konferenz fcstgelcgt wurden, auch in die Wirklichkeit um,gesetzt werden. Dabei ist Voraussetzung, daß klar und dcutlieh mir solche Menschen bei uns aufgcno.nmcn werden, die wirklich ihrem Wesen und ihrem Leben nach zu uns gehören, denn der Hcclialuz darf weniger a's irgen 1eine andere Organisation Propaganda auf Kosten der Ehrlichkeit und Eindeutigkeit machen. Es wird ferner darauf ankommen, in ständiger Verbindung mit allen unseren Chaluzim zu stehen, um auch die Teile unseres Programms, die mögitohst genaue Informationen aus Palästina über Leben und Arbeit dort erfordern, zu verwirklichen. Die Aufgabe, die sich die Exekutive des Hechaluz für die nächste Zeit gestellt hat, ist also eine doppelte. Zunächst kommt es uns darauf an, in das chaotische Durcheinander, in dem sich die verschiedenen Arbeiten unserer Angclc/ciihcitcn bislang noch befinden, eine bestimmte und Hifi!•״׳"׳! ׳׳<.%* ׳<4» •< H׳•*״ kkky ky m zu Gunsten des Keren Kojcmeth Lcjisrael am Sonnabend, den 24. Februar, abends 6 Uhr in den Gcsamlrfiumen des Brfldervcreins« Hauses Kurfürstenslraße 115/16. Programm: Tana / Tombola / Kabareif, Eintrittskarten »um Preise von 1500 M., Inkl. Steuer, sind im Büro dos Keren K»jcmeh, lirriln W 15, Sfietuticbo Sir.S und im Büro der U.Z.V., ieydelilr.) *u haben. k-:.I..11.11U11.1;/. li.l n!!1 45 Q ö Ci Ci I C'i a ilillliiilil! fruchtbare Ordnung zu bringen. Der erste Schritt auf dem Wege hierzu war ein Beschluß, mit der Z. V. f. D., speziell mit dem Chaluzsckrctariat in enge Arbeitsgemeinschaft zu treten. Wir haben bestimmte Leitsätze für die gemeinschaftliehe Arbeit aufgcstcllt, stehen jetzt bereits in engem Konnex miteinander und werden in kurzer Zeit durch die Zusammen- Icgung der Büros noch besser Zusammenwirken können. Des weiteren sind wir im Begriff, mit dem Arbeiterfürsorgeamt, der Awodah und anderen Organisationen, bestimmte Gemeinsamkeiten der Arbeit herauszugreifen, damit auch hier doppelte und verwirrende Tätigkeit möglichst vermieden wird. Es kommt uns darauf an, die besonderen Mittel und Erfahrungen, die die einzelnen Organisationen bereits ivaben und uns zur Verfügung stellen können, für unsere Arbeit fruchtbar zu machen. Wir werden im Verlaufe der nächsten Wochen auch mit uns noch ferner stehenden Organisationen (Bund jüdischer Ingenieure, Orlh usw.) Zusammenkünfte haben, die besonders in der Klärung bestimmter Einzelfragen der Berufsausbit düng und Berufsberatung gewidmet sind. Wir werden den Chawerim Berichte über die Ergebnisse dieser Beratungen sofort zugehen lassen. Auf jeden Fall glauben wir, in absehbarcr Zeit in gutem Zusammenarbeiten mit allen diesen Organisationen, in geordneter Welse und großzügigerem Maßsiabe als bisher die Chaluzarbcit in Deutschland betreiben zu können. Nach innen hin bedarf unsere Arbeit zunächst einer gewissen Konsolidierung. Der Zusammenhang der Chawerim in Ortsgruppen, wie auch direkt mit der Zentrale muß befestigt und dauerhaft gemacht werden. Zu diesem Zwecke werden einmal die meisten Chaluzgruppen, insbesondere die landwirtschaftlichen, in absehbarer Zeit von Berlin aus besucht und sodann von jetzt an durch regelmäßige Rundschreiben über den Stand der Arbeit in Deutschland informiert werden. Es gehört dazu aber auch, daß sowohl Ortsgruppen, wie einzelne, einen innigen Verkehr miteinander und mit der Berliner Zentrale führen, speziell angeforderte Berichte und Nachrichten übergeben, uns bei der Stellenvcrmittlung durch Nachweise helfen, die Beiträge pünktlich einzahlen usw. Wenn wir gegenüber den anderen Organisationen immer wieder die Rechte eines selbständigen Hechaluz betonen, so müssen wir uns auch dabei auf die gefestigte Organisation und den engen Zusammenhang unserer Chawerim stützen können. Wir müssen zeigen, daß wir nicht nur zu fordern verstehen, sondern auch zu leisten wissen. Weiterhin wird es Aufgabe der Exekutive sein, auf die Durchführung bestimmter Beschlüsse der Konferenz einzuwirken. Wir haben zu diesem Zwecke dreierlei zu tun und bereits in Angriff genommen. Um eine geordnete Berufsberatung durchzuführen, sind einzelne in diesen Dingen bereits relativ erfahrene Chawerim aufgefordert worden, bestimmte Richtlinien und Grundsätze für die einzelnen Berufe, ihre Auswahl und Lchrwcise festzusfelien, Sic haben den besonderen Auftrag gerade hierzu auch Wissen und Erfahrung anderer, selbst nichtjüdischer Persönlichkeiten, her* beizuzichcn. Die Arbeit dieser Chawerim wird In kurzer Zeit abgeschlossen sein und soll dann für unsere weitere Tätigkeit auf diesem Gebiet die Grundlage abgeben. In der Erkenntnis, daß über die rein technische Ausbildung hinaus auch ganz bestimmte theoretische und geistige Dinge in den Ausbildungsbereich unserer Chawerim fallen, soll die Einrichtung von Kursen ln erhöhtem Maße durchgeführt werden. Es stehen hierfür besondere Mittel zur Verfügung. Wir bitten daher alle Ortsgruppen und die einzelnen Chawerim, uns mitzutcilen, ob und weiche Kurse in ihrem Umkreise bereit» stattfinden, welche noch cinzuriditen wären und welche spcizellcn Notwendigkeiten und Möglichkeiten bei ihnen sind. Eine besondere Rolle spielen hier die hebräischen Kurse, deren strikte Durchführung wir zu einer der wichtigsten und aktuellsten unserer Aufgaben gemacht haben. Alle Chawerim haben uns umgehend iniraitcilen, ob sie bereits hebräisch können oder nicht (wenn nicht, die Gründe), ob bestimmte und passende Unterrichtskurse und andere Möglichkeiten für sie bestehen oder in welchen Formen sic cinzurichten wären. Wir werden dann uns von Berlin aus dafür cinsetz.cn, daß in absehbarer Zeit jeder Chawer in die Möglichkeit und Notwendigkeit versetzt wird, hebräisch zu treiben. Es wird jetzt von Berlin aus regelmäßig ein Informationsbericht über die Lage in Palästina, unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der Arbeiterschaft, an die Chawerim abgeschickt werden. Es soll damit sowohl der vc!l.fln י י fen Vc l imdcnheit mit der palästinensischen Arbeiterschaft konkreter Ausdruck verliehen, wie auch bestimmte notwendige Kenntnisse über das Leben dort vermittelt und ein enger, lebendiger Zusanimciiliang geschaffen werden. Ihr sclit, Hebe Chawerim, cs ist nicht wen:g, was an Arbeit begonnen worden ist. Jedoch muß eine Bcd ngtmg erhüt werden, wenn wir auch nur etwas zu einem fruchtbaren Ende führen wollen: und dieses ist der enge Zusammenhang mit allen Chawerim in Deutschland. Wir können nicht ln Beilin die geringste Arbeit untemch nen, ebensowenig den anderen Organisationen gegenüber die Rechte und Pflichten des Hechaluz vertreten, wenn wir nicht sicher sind, daß hinter uns und ln lebendigem Zusammenhang mit der Berliner Zentrale die Chaluzim sichen. Wir fordern daher alle Chawerim auf, unverzüglich insbesondere auf die hier gestellten Fragen zu antworten und uns von dem Fortgang Ihrer Ausbildung zu berichten, evtl. Wünsche mitzutcilen, den Betrag einzusertden usw. Nur im engen Zusammenarbeiten mit allen unseren Chawerim wird der Hechaluz das werden können, wozu er sich auf der Gründuugskonftrenz selbst verpflichtet hat: die autonome Organisation aller Chaluzim in Deutschland. Resolutionen*), angenommen von der Konferenz des deutschen Hechaluz am 14., 15. und 16. Dezember 1922. I. Wesen und Aufgaben des Hechaluz. 1. Die Konferenz beschließt die Gründung eines Hcclialuz• Verbandes, in dem sämtliche in Deutschland arbeitenden Chaluzim zusammenzufassen sind. 2. Der Verband legt seinen Arbeiten folgenden Leitsatz zugründe: 1. Der deutsche Hechaluz ist ein unparteiischer Verband, der sich auf den ideellen Grundlagen der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisationen in Palästina aufbaut. In ihm schließen sich die in Deutschland arbeitenden Chaluzim zwecks Wahrnehmung ihrer gemeinsamen Interessen zusammen.' 2. Die Organisation des deutschen Landesverbandes Hecha* luz bzw. sein gewähltes Exekutivorgan ist die einzige legitime Vertretung sämtlicher deutschen Chaluzim, sowie auch aller Gruppen derselben. 3. Dem deutschen Landesverband Hechaluz kann jeder angehören, der a) einen landwirtschaftlichen, handwerklichen oder ande• ren, unmittelbar für den Aufbau des arbeitenden Palästinas (Ercz-Isracl owedet) lebenswichtigen Be• ruf erlernt oder ausübt und der b) sich organisch cinglicdcrn will in das Leben der palästinensischen Arbeiterschaft durch 1. Awodas azmith bli menazlim mucnuzallm (Eigen* arbeit ohne Ausbeuter oder Ausgebeutete), 2. durch die Einfügung in die hebräische Arbeitskultuz Palästinas. Tarbut awodah. 3. Der Verband nimmt die Angelegenheiten der Chaluzim , gelbst in die Hand und stellt sich insbesondeje folgend« . Aufgaben: 1. Die Vertretung der Chaluzim bei der Zionistischen Or* ganisation und ln der Oeffentlichkeit überhaupt X Die Herstellung eines lebendigen Kontaktes zwischen der palästinensischen Arbeiterschaft und den deutschen Cha. luzim. 3. Die Zentralisierung der gesamten Hachschara-Arbeit fa Deutschland. a) Einrichtung einer zentralen Stellenvermittlung; ' 1 b) Erleichterung der Berufswahl und der Spezialisierung im Beruf durch regelmäßige Informationen aus Pa« lästina; c) Förderung der Chaluzim in ihrem Fach und im Hebräischen durch Einrichtung von Kursen; d) Darlehnsbeschaffung für Unbemittelte. 4. Organisierung der Alijah. a) Auswahl der Chaluzim, b) Beschaffung der ,Visa. II. Zum Referat über die Stellung des deutschen Hechaluz zum Welthechaluz, 1. Die Chaluzorganisation Deutschlands beschließt auf ihrer ersten Konferenz, sich als Landesverband der Weitorgani• sation des Welt-Hechaluz anzuschließen und sich durch deren Leitung mit der palästinensischen Arbeiterschaft und der Zionistischen Weltorganisation zu verbinden. 2. Die Konferenz beauftragt ihre Vertreter auf der Kon• ferenz des Welthechaluz: a) Die Aufmerksamkeit der Leitung des Welthechaluz er• neut auf die Arbeit ln Rußland zu lenken. b) Von der Leitung des Welthechaluz zu fordern, durch politische Stellungnahme nach außen und erzieherische Beeinflussung nadi innen für die Erweiterung der Alijah zu wirken. c) Für die Schaffung eines Keren Hechaluz zusammen mit den übrigen daran arbeitenden Organisationen und Institutionen clnzutreten. III. Die Organisierung. t. Die oberste Instanz des deutschen Hechaluz ist der Chaluz• tag, der jedes Jahr stattzufinden hat. Da der deutsche Hechaluz noch ira Anfang seiner Entwicklung steht und organisatorische Einzelheiten erst später — der Entwick• lung Rechnung tragend — erledigt werden können, hat der weitere Vorstand des Hechaluz den genauen Wahlmodus zum Chaluztag bis spätestens 6 Wochen vor Zusammen־ tritt des zweiten Chaluztages auszuarbeiten. — Die Wahlen zum Chaluztage erfolgen nach gleichem, direktem, allge* meinem Wahlrecht. 1. Der Vorstand: Der Chaluztag hat alljährlich einen weiteren Vorstand von 9 Leuten zu wählen, der die Exekutive des Hechaluz «larstellt und für Ausführung der Beschlüsse des Chaluztages und des weiteren Vor- Standes verantwortlich ist. — Die Mitglieder des engeren Vorstandes haben das alleinige Recht, nach außen hin als Vertreter des deutschen Hechaluz aufzutreten. — Sie sind für ihre Arbeit dem weiteren Vorstand und dem Chaluztag verantwortlich. — Die Mitglieder des *) TeilweU« von uns schon einmal abgedruclrt. Red. <L ״/. k,״

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