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Jüdische Rundschau · 1923-02-02 · Heft 10 (2.2.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 10 (2.2.1923)
Date
1923-02-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Postsch »—״«״״.״״ VII 1 l»u4BVUtH1IS t ltl^| UUIHV nt■« Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag, ekkonto; Berlin Nr. 17392. תרס״ג XXVIII. Jahr fr. Zlonlamu» orstreb» fir das JOdfactio Volk dl« ScitaBan«! einer C:?crd!lct> ■ rechtlich Gesicherten HelrastStto, In PelUstlna. ״Baseler Prcsramm." l'aWmarc-,; Krletrcr, 1J« biX).! u I a s s. 1?:es. tick, ividow. U5 Bäume!!arten, >k I s. u. I.ize Zelt Pr. Paula * Rosa L Eröffn.; Dresden, t S&O if. I Hildo Silstein z. ■hl mut. B,, zum l Elk an ah P i n k a s Im nah a. Bli. Gold• - 3 n., 1. * 18(» * r. Ludw. |(>r- Elias bli n e r. i. Sohnes .'i arte g. Paares tsdner; 3900 5jt eht n i s• th. Bach. »0, Dar. iliichtern, 1 je 1001), cn je 500, a bürg: a. cf. N. «gl. 60), nbu rg: l an!. L ׳rahara kle Rein• d s c h a i )chzeitsf. i, Rosen• thl '5 B, |in 2 B., 5. 10 B, Drüoncr, i lechzt. M a i e r ■ j. David j Martha tbe r:;• trg-Oana arten, 1 Vaters 00.!»hwvam. 57t. 13 X>. ük» JVLmrs« l Tuchtor• Mm. i'ro» Z. 0. ü «10r«*r, s. >rn ת i 11־' tun IKK) * 1r. M*▼■ n n-r tianU I>. Vor»• Nathnii r. ■ 3100 י• 1ף0;זז : Pr 2 B.;ra cm« $00$ Ecoiöor fll C»*5 * 122.35 < liucbi^!,'"•זי' ick’: ’ I Biicb•׳« rück: ' 17 U n i' ׳iok.« 11983? 11630,- iO 742,״ 1150 M• 1r. Di« f, laufe VJ vFir haben bereit» in der ״Jüdischen Rundschau" da! all- ״cjncincn Verlauf der politischen Debatte im Actkms-Comite ‘ ictkrgegcbcn und die Resolutionen veröffentlicht, mit denen l״s Actkms-Gomite zu den entscheidenden politischen Fragen Stellung genommen ltat. Wir sind heute in der Lage, den »cnaiic'n Bericht über das Referat zu geben, das Grünbaum finicns der politischen Kommission über die vorgescldagcncn resolutioncn hielt, sowie über die Debatte, die sich daran insdiloß. Die vorliegenden Resolutionen waren einmal die;Jilicßlich angenommenen ima von uns bereits publizierten, ׳erner eine weitere Resolutbn der Kommission, die aber ab• dehnt wurde und die besagte, daß dem A.C. nur der Mei- ,״mg der Majorität der Exekutive entsprechende Anträge und Vorschläge der Exekutive unterbreitet werden sollen. Das \.C. lehne cs ab, sich mit der abweichenden Meinung der einzelnen Mitglieder der Exekutive zu befassen. Sodann lagen noch die von Jabotinsky eingc- (,rächten Resolutionen vor, die folgenden Wortlaut hatten: < 1. Uge n r*1 m• י י - / <**ך*~>. 1-T 0 * 0 1 f* ׳״• r ייי/ p» ,'üHiillWilJiU «%־/ ך•׳ * ,1ui ix . Angesichts der gegenwärtigen schweren finanzidla» . der Zionistisclicn Organisation und des Keren Hajrssod, et den Erfolg unserer Konstruktiven Arbeit in Palästina bedroht, erklärt das A.C,: Wenn einerseits die oben erwähnten Schwierigkeiten eine» Beweis darstellcn, daß viel größere Anstrengungen und Opfer seitens der Zionisten in ihrer Keren Hajessod-Arbeit erforderlich sind; muß das A. C. andererseits aber konstatieren, daß diese Schwierigkeiten in beträchtlichem Maß einen Rückschlag des-; jenigen UnsidierhcitsgcfüWs darstdlcn, welches durch die Unklarheit der politischen Lage, insbesondere aber durch die in! Schreiben des Waad Lcumi geschilderte ungünstige Atn*> ipliäre in gewissen Kreisen der Palästina-Adinjnistratbn ent- »tamlcn ist. Das A.C. beauftragt die Exekutive, diese Tatsadic der Mandatar-Regierung und der Palästina-Administration zu erklaren, und Lire Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß die Organisation unter soldvcn Umständen, die die zionistische Energie schwächen, keine Möglichkeit acht, ihre Finanzic- 1 rungsarbeiten im vollen, den Erfordernissen des Aufbau- Werkes angemessenen Umfange durdizuführen. 2. Das A. C. konstatiert, daß die Amvcscuiicit antijüdisdicr oder anti-zionistischer britischer Beamter in der Palästina- Administration in Widersprudi mit dein Mandat steht, und : kauftragt die Exekutive, syvtcmatisdie Sdiritte zu unter- ■ nehmen, um dicw'n Zu (and zu beseitigen. : 3. Angesicht: der tierüchk־, als ob versdiledenc Dokumente der letzten Monate, insbesondere aber die Zustimmung (kr Zionistischen Exekutive zum Inhalte derselben einen Verzicht der Zionistischen Organisation auf die Prinzipien des integralen Zionismus bedeuten, erklärt die Versammlung, daß nach ihrer Auffassung kein Punkt in einem der oben erwähnten Dokumente in einer dem Inhalt und historisdien Geist des Basler Programms widersprechenden Weise iuterpretiert werden darf, und daß che Verpfliditungen der Zionistischen Exekutive gegenüber der Mandatsmacht nur in diesem Geiste aufzufassen sind. Grünbaum führte aas: Die Resolutionen, die wir Wer 'wiegen, sind dem Sinne nach dieselben, die wir seit dem letzten Kongreß immer angenommen haben. Es ist mclvr ein Unterschied der Temperamente als der Meinungen. Wir haben aus den Erklärungen Weizmanns erkannt, daß die Exekutive für die Sicherung unserer Redde kämpfen will, daß sie aber diesen Kampf mit aller Vorsicht fülrnen zu müssen meint in der jetzigen, Lage muß die Organisation vor weiteren Erschüttcrungcn behütet werden. Deswegen soll man diese hcruliigcndcn Resolutionen annehmen. Jabotinsky: In Punkt 3 der vorgdegten Resolutionen’) heißt et, daß nur diejenigen Mitglieder der Exekutive mit politischen Aktionen betraut werden sollen, die den politischen Standpunkt der Majorität vertreten. Gilt dies auch, wenn 'Vcizmann und Sokolow in der Minderlieit sind? Haben Mitfjiwlcr der Minderheit in der Exekutive das Recht, an das A.C. zu appellieren? Ich berufe mich auf § 46 des Statuts, jd» mödite ein Amendement der vorgelegte« Resolutionen In Form meiner drei Resolutionen vorlegen. Es handelt sidi für mich um die Frage, ob idi bei 90 tiefgehenden moralisdicn und politischen Untersdiieden weiter in der Exekutive arbeiten «*•nn. Ilalpern: Die Redigierung unseres Statuts über das Verhältnis des A. C. zur Exekutive ist sehr unglücklich. Aber (km Sinn nach ist die Exekutive die Regierung, das A.-C, dn Parlamentsausschuß. Ist man Mitglied einer Regierung, 30 «null man sich der Majorität fügen oder aus der Regierung wsdieiden. Es ist unmöglich, daß jemand in der Exekutive Weiht und ihre Maßnalumcn dauernd stört. Die gegensätzliche kdlung Jabotinskys zu den Ansichten der Exekutive ist zum Zentraiproblem unserer Beratungen geworden. Es hat nie- ״)and das Recht, innerhalb einer Körperschaft diese Taktik rinzasdilagcn. Er kann die Taktik der anderen bekämpfen, "emt er ausgetreten ist, darf aber nicht etnfadh sagen: Ich l'Kc die Arbeit nicht weitergehen, weil man sich mit meiner Jtgensätzlichca Auffassung beschäftigen muß. Deshalb ist ">c Resolution 3 parlamentarisch riartig. Solowcitschik: Diese Resolutionen, ehe einen kon- «den politischen Inhalt haben, sind der Anfang eines Weges zur Gesundung der Verhältnisse in der Exekutive. Wenn audi gewisse Wahrheiten in den Resolutionen J&botinskys enthalten sind, so sind sie doch Ausfluß verderblicher poiitisdicr Anschauungen. In der Exekutive müssen die Voraus- Setzungen für die Handhabung der politischen Geschäfte ge» schaffen werden; dazu sind die vorgcsdhlagenen Resolutionen d« erste Schritt. Lichthelm: Für ein Mitglied der Exekutive muß eine ״^Stimmung nach der Art der Resolutbn 3 von jetzt an ״'ndend sein. Wir sind kein Diskutlerkhib, sondern haben ’). Diese Resolutbn lautet: Das Actb!ts-Comit£ erachtet ״:•W selbstverständlich, daß mit politischen Aktionen nur aejenigen Mitglieder der Exekutive betraut sein können, die ׳״c politische Grundlinie der Majorität vertreten und sich *״* Boden ihrer Beschüsse steUeob . eine große Kolonisation und Verwaltung zu führen mit großen Finanzinstrumenten, rcrui cs kann nidit jedem Mitglied der verantwortlichen Körpcrsdiaft das Recht eingcriimnt werden, irgendetwas zu sagen, was ilian gerade durch den Kopf geht und was im Widerspruch zur Politik der Leitung stellt. Das schafft uruiiöglidve Zustände. Dis schafft eine Demoralisierung, und dcslialb braudicn wir eine Bestimmung dieser Art. Eine Acndcnmg des Statuts wird nötig sein: Alle Mitgik'dcr der Exekutive müssen auch stimmberechtigte Mitglieder des A.-C. sein. . Motzkin: In grundsätzlichen Fragen können wir nicht zwei Meinungen der Exekutive iiabcn. Ich habe z. B. in bezug auf die Araberpolitik eine andere Aulfassung als die Mehrheit der Exekutive. Aber wenn ich damit nicht clurchkommc, so kann ich nur aus der Exekutive herausgehen oder passiv bleiben. Kaplnnsky: Ich billige nidit den Punkt 3 der vorgelegten Resolutionen, sehe aber die Notwendigkeit einer einheitlichen Exekutive ein und unterschreibe alles, was darüber je gesagt wurde. Eine Leitung darf nidit dauernd dtirdt einen Zwiespalt lahmgclcgt werden. Im A.-C. muß aber ein Mitglied der Exekutive seme abwdehende Meinung zum Ausdruck bringen können. Das gilt audi von den Mitgliedern des Wirtechaftsrates. Dr. Wcizmann: Idh bin an der Abfassung der liier vorgdegten Resolutionen nidit beteiligt, sondern habe auch nur der Kommission gcgcnülicr meine Meinung ausgesprochen. Mir liegt daran, Aihcitsmöglichkeitcn zu sdiaffen. Wenn solche Arbeitsmöglichkeiten mir nicht gegeben werden, würde cs mir unmöglich gemacht, weiter an der Spitze der Partei zu bleiben, was ja nicht ohne Folgen für die Organisation sein dürfte. Idi befinde midi in diesem Dilenuna, die Arbeit nidit:, weiter führen zu können, oder für eine Ucbergangszelt, sagen wir bis zum nächsten Kongreß wenigstens, ein Minimum von Möglichkeiten für eine Weiterführung der Arbeit zu schaffen. Wenn in einer absoluten Grundfrage unserer Politik, wie unserer Stellung zu England, so divergierende Meinungen bestehen, dann ist es für Ihre Vertreter, die tagtäglich mit der Regierung des Landes zu tun haben, unmögiieh weiterzuarbeiten. Dazu müssen Sie sich offen erklären, da helfen weder Paragraphen nodi Reden. Ich glaube, daß Sie mir so viel Zutrauen schenken können, daß ich alles eben» schwer empfinde, wie Sie, und ich weiß nicht, was mehr bedeutet, die Sache so wie bi-her weitern!• führen oder mit einer d r am a tischen Geste va banque zu spielen. Idi la-sc mir von niemandem nachsagen, daß in den Onmdproblcmeti, die uns beschäftigen, wie z. B. bei der Alljah, die Exekutive und ihre politische Leihing nicht mit voller Gewissenhaftigkeit und Systematik den Weg verfolgt hat, den sie für riditig hielt. Ueber Samuel hat man liier ein ganzes Sündenregister aufgestellt. Ich könnte noch manches hinzufiigen, aber audi manches bestreiten. Mein Freund und Gegner Jabotinsky, mit dem ich seit Jahren zusammenarbeite, hat mich häufig als Kunktator bezeichnet. Gut, aber nur eine so geartete Taktik können wir führen, eine andere dagegen nicht. Sollten Sie eine andere haben, dann müssen Sie unsere Organe anders besetzen, mich werden Sic dazu nicht haben, Bedenken Sic, daß wir über das zentrale Problem nicht einig sind, und denken Sie sich in meine Situation hinein. Es ist jetzt nicht mehr die Zeit wie vor 8oder9 Jahren, und das England von 1923 ist ein anderes als jenes von 1917. In Palästina herrscht Ruhe, diese Tatsache ist mir jeden Moment gegenwärtig. Diese Ruhe, diese Tendenz des Abflauens der Gärung, die wir merken, ist eit) ungeheuer wichtiger Faktor. Das ist die Meinung Ihres politischen Vertreters, und ich glaube, auch der ganzen Exekutive, mit Ausnahme vielleicht des Herrn labotinsl»’. Das sind die Grundprinzipien unserer Politik. Wollen Sie sic amtehmen, dann stehen wir Ihne« zur Verfügung, entschließen Sic sidi für andere Prinzipien, dann werden wir schweigen, aber nicht die Bewegung führen. Sic können von mir nicht dasselbe fordern, was einst Brandeis verlangte, nämlich daß ich in Amerika einen Keren Flajcssod 90 machen 9011, wie er ihn haben will. Wenn in der Flaltimg Samuels, in seinen Handlungen, so mancher* anders ist, als wir cs uns gewünscht, als wir cs geliofft hätten, 90 hätte er doch auch 90 vieles gar nidit anders machen können. Der Fligh Commissioner von Palästina ist nidit der High Gonurissioncr des jüdischen Heims. Sprechen Sie sich für die von der Kommission unterbreiteten Resolutionen aus oder haben Sic den Mut, sich klar dagegen auszusprechen, denn ich kann nicht weiter mit Kelten am Halse arbdten, Geld sammeln und Situationen sdiaffen, damit die Sadie weitergeht. So liegt die Situation. Audi idi könnte dramatische Gesten machen und energisches Vorgehen, ja in gewissem Sinne Kampf mit der Mandatarinacht fordern. Aber das kann man doch nur einmal machen. Es ist auch nicht richtig, daß dieser Kampf nötig ist, um aus der gegenwärtigen finanzidlcn Krise herauszukommen. Wir sind imstande, bei Anderen Vertrauen zu finden, wenn wir nidrts als die nackte Wahrheit über Palästina erzählen. Ich habe dies erst jetzt wieder in Rom und Mailand gesehen, wo idi vor einem absolut nichtzionistisdien Publikum gesprodicu habe. Für unsere politische Arbeit bckomme ich große Summen von antizionistisdicn und jüdischen Organisationen, weil diese das Vertrauen haben, daß wir ehrlieh gearbeitet Iiabcn. Ich fürchte nicht, die Wahrheit über Palästina zu sagen, denn wir haben eine Menge zu zeigen, das Zutrauen erweckt. Sokolow: Man!tat hier die Organisation mit allem möglichen verglichen, nur mit dan einzigen nicht, womit sie vcrglidicn werden soll: mit der ZbnJstisdicn Organisation. Idi halte cs für notwendig, etwas Klarheit in die Frage zu bringen. Was ist die Exekutive und was ist das A.-C..? Nadi meiner Auffassung ist die Exekutive das führende Organ. Das ist die Bedeutung des Wortes und auch der Sinn der Sadie. Wir haben eine Legislative, und das ist der Kongreß. Das A.-C. ist ein Ausschuß des Kongresses und die Exekutive ist das ausfi'ilircndc Organ •des A.-C. und des Kongresses. Der Kongreß hat die Richtlinien für die Politik ausgegeben und es ist kein Odicimnis, dlaß diese Politik eine persönliche Poiitik ist, die Politik Dr. Weizmanns. Wir haben sehort häufig über diese Politik gcsproätieav Diese Politik hat ihre guten und Vielleicht audi ihre schwadien Seiten, aber der Kongreß hat seine Meinung über diese Politik zum Ausdruck gebradrt und sic [pilgdieilien. Ich will audi in eine« Namen, der ja dabei genannt wurde, erwäimcn. Kraft der Autor»- sation des Kongresses laben wir diese Poiitik fortgesetzt. Was die Methoden dieser Politik anbetrifft, so haben viele unter uns noch von Rußland her die Ten* dem, daß man immer kämpfen müsse. Auf unser Vcrhältnis zu England läßt »ich das absolut nicht anwenden. Es wäre politische Donquichoteric. Deswegen macht dieses fortwährende Schimpfen auf die Regierung der Mandatarinacht einen schlcchteil Eindruck, und das ist eine absolut schädliche Politikl Wenn wir jetzt über die Voraussetzungen unserer politischen Arbeit sprechen, 90 will ich auch offen sagen: wir naben ein einigermaßen personelles Regime, wcleines in der zionistischen Leitung historisch ist und durch die Verhältnisse entstanden ist E* ist kein Idealzustand, auch nicht für mich, da ich öfter nicht derselben Meinung bin. ich halte cs für meine Pflicht, dies hier zu sagen. Wir sind aber ehrlich bemüht, einen solchen Zustand hcrbcizuführcn, daß alles kollegial besprochen und beschlossen werden soll. Denn das ist der innere Sinn einer Organisation. Ich halte cs für durchaus möglich, daß die Exekutive eine ei»- heitiiehe Meinung in bezug auf die von ihr vorgelegten Berichte und gefaßten Beschlüsse dokumentiert. Treuxm Sie aoer die Sache nidit ad absurdum, wodurch jedem Mitglied der Exekutive die freie Meinungsäußerung genommen wird. Der Bericht der Exekutive kann verschiedene Nuancen enthalten, aber cs muß ein einheitlicher Beridit san. Wenn jeder mit einem anderen Prinzip kommt, dann ist das Anarchie. Jabotinsky: Der Brief des Waad Leurai ist von Jellin und Ben Zwi unterschrieben. Eines kann man diesen Herren nicht bestreiten: daß sic die Lage im Lande kennen. Ich würde bedauern, wenn man dem Notruf des Waad Leumi mit einer Rüge beantworten würde. Das wäre nicht gerecht und nicht praktisch. Der Waad Lcumi ist ein Kompaß, dessen Unruhe eine Gefahr beweist, ich behaupte, daß man durch festes und energisches I landein 100 ״/o unserer Forderungen durchsetzen kann. Unsere bisherige Taktik hat den heutigen Zustand hervorgerufen. Wollen Sic diese Taktik fortsetzen oder wagen Sie eine starke Taktik, die uns weiter bringt? Ich habe niemals etwas gegen die Beschlüsse der Exekutive getan und beabsichtige dies auch jetzt nicht. Es kommt nicht darauf an, daß Beschlüsse, die die Exekutive nur korporativ faßt, ausgeführt werden. Es handelt sich darum, daß überhaupt die Anwesenheit eines Menschen, der in diesen grundsätzlichen Fragen anderer Meinung ist, unbequem erscheint. Die Folge wäre, daß ich aus der Exekutive misichcklen »oll, weil deren Meinung sich nicht mit der mcinigcn deckt, (ilnuiwn Sie mir, 11.14 1u1a11.;e11etu11 sie, v«1״.׳s cs geben kann, ist, in einer Gruppe zu arbeiten, wo nun» nicht erwiinsdit ist. Es wäre also sehr angenehm für mich, auszuscheiden. Wao tut aber ein Mann mit seinem Gewissen? Dis Gewissen sagt mir: Du wurdest gcwäliit, damit Du Deine Anschauungen verteidigst. Id» fühle die Gefahr. Wir gehen dan politisdic» und finanziellen Ruin entgegen. Ich soll aus&chciden? (Zwisdienruf: Gewiß.) Das ist Ihr ״gewiß", nicht meiiics. Idi verteidige meinen Standpunkt, und daa ist meine Pflicht. Ich habe die Koalitionsregierung 90 verstanden, daß, wenn es versdiiedene Meinungen gibt, wird die Haltung der Exekutive die Resultante der Meinungen sein. Das ist eine Gewissensfrage, Ein Mann, der nicht seine Pflicht als Zionist erfüllen kann, soll aus der Organisation aiisschcidcn. Das A.-C. hat kein Recht, ein Mitglied der Exekutive zu strcidien. Ich wurde in der Exekutive sitzen und meine Anschauungen verteidigen und werde suchen, sie durchzusetz.cn. Ich werde die Gefahren der entgegengesetzten Anschaumigen abzuschwächen suchen, oder ich werde in der Annahme, daß zwi9d1e.11 meinem und Ihrem Gewissen ein Unterschied bestellt, die letzten Konsequcnzon ziehen. Vidleidit gibt es für einen soldien Typus keinen Platz in der Organisation. Orünbaura al* Berichterstatter der Kommission führt in seinem Schlußwort aus: Wie läßt sidi die Tatsadie erkläre«, daß Jabotinsky der Flcld aller unserer Tagungen ist? Idi er- Wäre cs mir folgendermaßen: Erstens weil man ihn liebt, zweitens weil er das Talent hat, Sachen zu dramatisieren, die absolut nidit dramatisch sind. Man hört nidit Ihre Gedanken, Herr Jabotinsky, sondern man hört Ihren Ton. Wann Sic nidit wollen und nidit können, dann madien Sie keine Dramatik. (Jabotinsky: Was ist die Folge?) Id» will cs Ihnen sagen: Ihr Ausscheiden aus der Exekutive. Jabotinsky ist allmählich zu einer ständigen Angelegenheit in der Zionistischen Organisation geworden. Seine Taktik ist immer Zuspitzung aut eine einzige Frage. Einmal war cs I Iebraisierutig, dann war es Heisingfors, und jetzt ist cs wieder was anderes. Diriti besteht das, was ich Dramatik nenne, weil Sie ganz gut wissen, daß die Sachen unmöglich sind. Aus dem, was wir Hier gehört haben, wird vielen der Sinn der hier vorgdegten Resolutionen klarer werden. Wir müssen bis nun midisten Kongreß eine er• träglidve Lage schaffen. Die Exekutive muß zu einem arbeits• fähigen Ausführungsorgan werden. Ich bitte nodimals um die Annahme der Resolutbn. Der erste Punkt der Resolutionen wird mit 13 gegen 2 Stimmen angenommen, ferner wird mit 6 gegen 4 Stimmen abgclchnt, über die anderen Anträge, darunter auch die Jabotinskys, abzustirmnen. Jabotinsky: Idi erkläre, daß idi audi weiter in der Exekutive verbleibe und für meine Anschauungen weiter kämpfen werde. Dr. Chajcs: In der Resolutbn des Herrn Jabotinsky heißt cs zum Schluß: ״Angesichts der Gerüchte, als ob versehiedene Dokumente der letzten Monate, insbesondere die Zustimmung deT Zionistischen Exekutive zum Inhalte, einen Verzicht der Zbnistisdicn Organisation auf die Prinzipien des integralen Zionismus bedeuten, erklärt die Versammlung, daß itad» ihrer: Auffassung nichts in einem der oben erwähnten Dokumente in einer dem Inhalte una 'historitxhcn Geiste des Basler Programms widcrsprcdieiiden Weise interpretiert werden darf, und daß die Verpflichtungen der Zbnistischcn Exekutive gegenüber der Mandatsmaclit nur in. diesem Geiste aufzufassen sind." ... Demgegenüber erkläre idi, daß die Zionistische Exekutive niemals auf irgend einen integralen , Teil des Zionismus irgendwo oder wann verzichtet habe. Wenn ftWr diese Resolutionen abgestimmt wurde, darf nidit die Frage aufgeworfen werden, daß 'durdi die Nichtannahtnc

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