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Jüdische Rundschau · 1923-01-23 · Heft 7 (23.1.1923) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 7 (23.1.1923)
Date
1923-01-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr l1»l1r.An7fi(!m 1MJ<Aufaclil«(•. l'ilr AuilandamirrnttlOOÜäVnlulniuichlaJ Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. ־ —T. 3..1. ־KC: Telephon: Pfalzburg6697u.6698. Postscheckkonto: BcrlinNr.17392. Für Oesterreich: PosUparknssenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr.59410. ־־ Redaklionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. — XXVIII. Jalirg ו׳ ״״jah 110... תרס״ג Dar Zionismus erstrebt für da» JQriiacha Volk dlo Schaffung einer Gffentikh rochillch geslcherlan Heimstätte In Paffistlna. ״Baseler Programm f * SM Zu unserem Bcriclit über die Actions-Gomitd-Sitzung ist uodt naclizutragen:; In der Frage des Weltkongresses winden nadi eingehender Diskussion nadislehcndc Resolutionen angenommen: ״Das Ariions-Gomite beauftragt die Exekutive, in weiterer Vorbereitung des jüdischen Weltkongresses für den Aufbau Palästinas a) die notwendigen Schritte bei der britischen Regierung gemäß Art. 4 des Palästina-Mandates zu unternehmen, b) eine breite Agitation für die Idee des Palästinakongresscs in allen Ländern zu entfalten, c) einen Wahlmodus für den Weltkongreß im Einvernehmen mit den Landesorganisationen attszuarbeiten und der nächsten Sitzung des Aclions* Comites zur Bestätigung vorzulegen.! Die ganze Arbeit muß in dem Sinne verlaufen, daß als Resultat schon vor dem Kongreß gewisse Voraussetzungen für eine nachträgliche ständige organlsatorische Zusammenfassung weitester Kreise des jüdischen Volkes zur Mitwirkung am Palästinaaufbau geschaffen werden. Auf diesem Wege wären dort, wo i das für zweckmäßig eracitct wird, die Landeskon- י ferenzen für den Aufbau Palästinas einzuleiten. 1 Der Weltkongreß soll nicht später als im Jahna | 1924 statlfinden.“ ׳•'; ן י Zur Budgetfrage wurde beschlossen{ '* i ״Da die bisherigen Eingänge dem festgesetzten Bud• 1 j»et nicht entsprechen und um eine weitere Verschuldung I in Palästina aufzuhalten, bevollmächtigt das Actions- | Comite die Gesamt-Exekutive, für die Zeit, solange die Einnahmen nicht das angenommene Budget erreichen, die 1 möglichsten Ersparnisse voTzunehmen und die Verteilung jj der eingehenden Gelder auf die verschiedenen Arbeitsj zweige den Erfordernissen enfepredtend vorzunehmen.“ Ferner wurden gemäß dem Besdilusse der Jahres• konferenz, Kontrollorgane für die Anstalten und Körper•; schalten der beiden zionistischen Exekutiven zu sdiaffeu; (Antrag Jean Fischer), zwei Revisionskommissionen ein- : gesetzt. Die Revisionskommission für die Londoner ,! Exekutive setzt sich aus den Herren Dr. Klumel (Warschau), Jean Fischer (Antwerpen) und E. Kaplan j zusammen. Die Revisions-Kommission für die Pai lästina-Exekutive besteht aus den folgenden! Herren: Nowomeyki, Ephraim Biumenfeld, Elijahu Bcr-! ligne und Hermann Struck.;!::; L!!;•! j Der Demissionsbrief Jabotinskys. , 1 [1 J. C. B. veröffentlicht den Brief, den Jabotinsky ans Prä• j! sidium des Actions-Gomite gerichtet hat. Da unseres Wissens || das Präsidium und das Sekretariat des Actions-Gomite den j; Brief nicht veröffentlicht hat, 90 kann man wohl annehmen, (j daß Jabotinsky selbst den Brief dem J. C. B. übergeben hat.; 1 Dies ist wohl der Anfang der von :hin angekündigten Kam-! Pagne gegen die Exekutive. Die Notiz des J. C. B. lautet:! Aus dem Schreiben Jabotinskys an den Präsidenten des , Äctöns-Gomitc's sind die folgenden Stellen bemerkenswert: Jabotinsky konstatiert, daß ihm die Beschlüsse des Actions-; Comites mit den Prinzipien imef den Interessen des Zionismus; unvereinbar erscheinen und fährt dann fort:! i , T- ״Der Waad Halctttnl, die gewählte Vertretung der palästinensischen Judenlicit, bat an das Actions- Comite ein Schreiben gerichtet, in welchem die Be- Ziehung der Landesregierung zu den Juden und zum Zionismus und die dadurch geschaffene politische Lage mit bitterer Entrüstung geschildert war. — Das Actions- Comite hat diesen Notruf zurückgewiesen. 2. Der XII. Kongreß hatte seinerzeit beschlossen, an Sir Herbert Samuel eine Delegation zu senden, um ihm die Notwendigkeit einer grundlegenden Aendcrung seiner Politik zu unterbreiten. Dieser Kongrcßbcschluß wurde von der Exekutive fallen gelassen. Jetzt habe ich das Adions-Comitü nufgefordert, daß wir dein High Commissioner und seinem Vorgesetzten in England es klar machen sollten, welchen zerstörenden Einfluß die durch seine Politik geschaffene Lage auf unsere Geld• Sammlungen nusübt. —! , ן 3. Ich habe das Aciions-Oomitc zu einer Stellung• nähme in bezug auf die Anwesenheit von antizionistisehen und sogar antisemitischen Hodibcamten im ״National Homc״-Landc aufgefordert. — Das Actions*Comit£ hat diese Resolution fallen gelassen. '4. Angesichts der weitverbreiteten Auffassung, daß die Zionistische Organisation auf das Hcrzlschc Ideal verzichtet habe, wurde das Adions-Comitd von mir auf•’ gefordert, zu erklären, daß die Bewegung fest auf dem Boden des Inhaltes und historischen Geistes des Basler Programms steht, und daß unsere Verpflichtungen gegen• über der Mandatarmacht nur in diesem Sinne aufgefaßt werden dürfen. — Das Actions-Gomite hat cs abgefeimt, diese Erklärung abzugeben. 1: ׳ ׳ Durch diese Beschlüsse hat es! das Äctions-Conilt(: ermöglicht, diejenige Taktik, die die Bewegung zum Ver• fall und die jüdische Arbeit in Palästina zum Bankerott zu bringen droht, ohne Aendcrung fortzusetzen. Ich betrachte cs daher als meine Pflicht, diese schiid• liehe Taktik durch öffentliche Bekämpfung und durch unabhängige politische Schritte unmöglich zu machen. Da ich aber die Lage der Jcwisli Agency soweit wie möglich schonen will, erkläre ich damit meine Demission aus der Exekutive, und — da ich sclbstverständ• lieh die Autorität dieser Exekutive nicht mehr anerkenne ׳ betrachte ich mich aus der Zionistischen Organisation als ausgescliicdcn.“ '! , ן; י ן;! Wie bereits berichtet, rjwtcsttertcn fn der Sitzung der Vorsitzende Dr. Hantkc sowie dar Referent der politischen Kommission Grünbaum gegen Jabotinskys Darstellung. Es wurde vor allem erklärt, daß das Actions-Gomite keineswegs die von Jabotinsky ihm zugeschriebenen Anschauungen ver• tritt, wenn es auch die Methoden von Jabotinskys Politik ver• worfen hat Wir werden auf diese Sache noch ausführlicher zufiickkommcn. ,! r 1 י,* , ׳• 1 Wörterbuch Ben Jchuda Nach' Anhörung des Berichtes des Präsidenten der Organ!• sation empfiehlt das Acttons-Gomitd der Exekutive, sich an einem zu bildenden kompetenten Komitee zur Herausgabe der letzten Bände des Milon Ben Jchuda moralisch und fi* ו nanziell zu beteiligen. \ , : |! j ' i Amtliche Veröffentlichung der Erklärung Devonshires; Jerusalem (J. G B.). Die palästinensische Regierung i hat die vom Minister für die Kolonien, Herzog von Dcwnshire, |; der palästinensisch-arabischen Delegation ant 11. Januar in I London abgegebene Erklärung über die Unabänderlichkeit der 1 : englischen Palästina-Politik hier amtlich! veröffentlicht. 1 , Eine Gegenerklärung der arabischen Delegation London (J. G B). In einer Unterredung mit dem Vertreter des ״Daily Expreß“ erklärte der Vorsitzende da1 palästinensisch - arabischen Delegation Muza Kaslnt Pascha: ״Wir werden die palästinensische Verfassung, die der letzten Koalitions-Regierung stammt, niemals anefkennen. El>c 11 sowenig wird das Volk je aufhören, auf seine Rechte zu podicn“. I 1 1׳ j 1 '׳•!•• Muza Kaslm Pascha setzte dann fort{ ö 1 '•^•“1־׳ _ .,Unsere Unterredung mit dem Herzog Von DevonsJnre am v°rigen Dsnncrstag war nur ein vorbereitender Schritt Der Herzog behauptete, er sei unvoreingenommen, da er aber erst seit kurzer Zeit im Amte ist, könne er nichts Endgültiges sagen, bevor nicht die Frage von der Gcsamtregienmg behandelt sein wird. Im Gegensatz zu dem mitgctcilten Bcriclit hatte ich. den Eindruck, daß große Hoffnung vorhanden ist, daß die Regierung von der im Weißbudie vom 2. Juni 1922 festgelegtcn Politik abwcichcn wird.“ | ' I ׳! Die hier gegebene Darstellung der Stellungnahme des Herzogs von Dcvonshire übergeht das Entscheidende, daß teunlidi eine Aendcrung der britisdien Palästina-Politik siebt w Bctradit komme, Wicdcrcrschcinen des ״Haolam“ ' Das hebräische ZentraloTgan der z!0nistischen Bewegung, ״Haolam“, ist am 17. ja• nu.tr in Berlin zum erstenmal wieder erschienen. Der gelbe Umschlag, der Titel, die ganze Aufmachung erinner 11 an den ״Haolain“ vor dein Kriege und an die ״Welt“, das deutsche Zcntralorgan der zionistischen Bewegung bis zum Kriege. Die erste Nummer ist außerordentlich reichhaltig und läßt die beste Prognose für die weitere Entwicklung des! Zentralorgana zu. Nach einer kurzen Mitteilung der Redaktion an die Leser folgt eine allgemeine Umschau, die das Bialik-Jubiläum, die politische Lage der Bewegung, das Problem des Weltkongresses, die Pogromwclle, die Verhältnisse in Polen behandelt. Dem Bialik-Jubiläum söli übrigens die ganze nächste Nummer des ״Haolam“ gewidmet sein. Die vorliegende Nummer bringt ferner einen Nachruf auf Idclson und einen Nachruf auf Ben-Jchuda', den Beginn einer Äufsatzrcihä von Nahuirt Sokolow, einen Aufsatz von Bialik, eine Reifee von Sonetten von Tschenuchowsky, einen Beitrag übedie hebräische Universität von Klausner. Wir geben unserer Freude Über das Wiedererscheinen unseres Zeatralorgans Ausdruck Und hoffen, daß. es dazu beitragen möge, die Teile der Zionistischen Organisation enger miteinander zu ver« binden und des Ö.efahr cinc^ ^uselnnnderfalisi' JiJ0r2ubeugen^ : ' '־"■־“־־•־“־ ־ ~ י ■. _ ן?• י._ ■ Die palästinensische Tageszeitung ,ßiittü1 erschein! seit dem 1. Januar in Tel Awiwi, Ma?c Noirtlau ernsthaft erkrankt Wie der ״Jcwish Clironicle“ nach einem Pariser Telegramm vom 15. Januar meldet, ist Max Nord au crnstiiaft erkrankt. Sein Zustand wird als bedrohlich angesehen, Nordau war bereits seit mehreren Monaten leidend. .! ׳ Wie wir soeben aus Paris erfahren, ist der Zustand Dr. Nordaus hoffnungslos, so daß leider mit der Todes• nachricht stündlich gerechnet werden muß. Nordau ist ohne Besinnung, 1 . ’ Wahlsieg Arthur llcndcrsons Bei den Ersatzwahlen für das Unterhaus ln* Wahlkreis« Newcastle ist der Führer der Arbeiterpartei, Hcndcrton, der bei «len letzten Wahlen nicht wiedcrgewiihlt wurde, mit 11066 Stimmen gewählt worden. Der Kandidat der Unab• hängigen Liberalen erhielt 6682 Stimmen, der Kandidat der Konservativen 6108. Hendcrson ist bekanntlich ein warmer Freund unserer Sache. ־! ,;. Keren Ffajessod Beginn der Keren llajcssod-Aktion in Deutschland Wie bereits bekannt ist, hat die Keren Hajessod« Zentrale für Deutschland im Einverständnis mit dem Landesvorstand der Zionistischen Vereinigung füc Deutschland die Zeit vom 20. Januar bis 2. Fe« bruar dazu bestimmt, die Keren Hajcssod-Aktionunter den Zionisten in ganz Deutschland «lurchzuführen. Es kann festgestellt werden, daß bere its vor Beginn der Aktion in vielen Orten eine intensive Arbeit zur Neufestsetzung der Keren Hajessod-Zeichmingen dngesetzt hat. Die wachsende Valuta-Verschlechterung zeigt die Notwendigkeit, die gezeichneten Beträge sofort in ihrer vollen Höhe einzuzahkn, damit von Seiten der Keren Hajessod-Zentrale über die eingehenden Gelder zweckmäßig disponiert werden kann. Es ist Vorsorge getroffen worden, die eingehenden Gelder sofort so zu verwerten, daß auch eine weitere Entwertung der. Valuta die abgegebenen Zahlungen nicht in Mitlcidcnschaft ziehen würde. Das Beispiel Polens zeigt, daß bei einer intensiven Arbeit trotz schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse und einer entwerteten Valuta immerhin für den Keren Hajessod Beträge flüssig gemacht werden können, die bei der Deckung des Palästina-Budgets ins Gewicht fallen. Es muß nochmals betont werden, daß die Höhe der Zeichnungen der Zionisten bestimmend sein wird für die Beteiligung der Nichtzionisten in diesem Jahr, die in immer größeren! Maße bereit sind, für den Keren Hajessod zu zeichnen. ־ - Die Verwendung des dänischen Keren Hajessod - Geldes Die aus Mitteln des deutschen Keren Hajessod an• geschafften Maschinen sind in Palästina eingetroffen und auf Nuriä bereits in Betrieb genommen. , / Neue Bilderbroschüren des Keren Hajessod Der Keren Hajessod, Abteilung für Zentralcuropa, hat soeben in Fortsetzung der zweiten Serie seiner Biklerbnoschriklcn drei neue Heftdien ״Im Schweiße deines Angesichts“ in deutsch und jiddisch und ״Der Aufbau des Landes“ Iicrnusgegeben. Die erste Broschüre bringt als Ghaluz-Broschürc Bilder vom Straßenbau und der Arbeit in den neiten Siedlungen im Emck Jesrecl, die zweite gibt hauptsächlich Reproduktionen aus der Bautätigkeit In Palästina wieder. Eine ungarische Ucbersctzung ist in Vorbereitung. Beide Broschüren erscheinen in besonders guter Ausstattung und auf besserem Papier als bisher, m Von den bisher erschienenen Bilderbroschüren ״Das neue Pa« lästina", ״Jüdische Arbeiter in Palästina“ und ״Alt-Neuland‘* sind bereits üb« eine halbe Million abgesetzt worden. (Zika) "׳L " ' J 1 , Die!andwIrtschaHHche Kolonisaüoo in Palästina Ergebnisse der Arbeit im Oktober und November 1922. Trotz «5er finanziellen Schwierigkeiten der Zionistischen Organisation ist die landwirtschaftliche Kolonisation auch im Oktober und November 1922 fortgesetzt worden. In den neuen landwirtschaftlichen Zentren im Emck Jesrecl war die allgemeine Situation um diese Zeit folgende: In Nahalai, wo jetzt 72 Familien angesicdelt sind, wird der Bau von 60 Ställen und von Baracken für die Kolonistenfamilien fortgesetzt, ln diesem Jahre sollen 4000 Dunam Land ln Bearbeitung genommen werden, ln G i w' a t h Jccheskel, wo 40 Familien angesicdelt werden, wird der Bau von 30 Ställen und Wolinbatacken fortgesetzt Es sollen ln diesem Jahre 3M)0 Dunam bearbeitet werden. Der Gdud Haawodah in Ejn Charod hat 4000 Dunam gepflügt und gesät, es sollen aber im Laufe des Jahres 10000 Dunam bearbeitet werden. Es befinden sich in Ejn Charod und TeDJoseph jetzt 400 Siedler. In Gewa haben die dortigen 30 Siedler das erste Jahr in zufrieden• stellender Weise gearbeitet Es sind 600 Dunam unter den Pflug genommen worden. Die Siedlung besteht aus 50 Mite gliedern der Gruppen des Haschomer Hazair und der Kwuzoth Chefzibah und Zwi.

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