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Jüdische Rundschau · 1923-01-12 · Heft 4 (12.1.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 4 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 17 Nf.4 «jrt!dte ei»« Tdils «ler an Ercz-Israd Interessierten Or- <”1, '״!K״׳Ca handelt . . . Al«er was hat dir.se• Konferenz Jur Zusammenhang mit der Frage des Weltkongresses, der ‘?'!0Neuwahl der jewish Agency vornehmen soll? Gewiß <'!e , ,׳uidi «lieser Kongreß sidt mit praktischen Palästina- .!״•n lu*f.1>;'«n, «»weit llebercinstiinuiung unter den Teil- AV״u׳r11 ״ie11־d>er besieht. Al*-r sein eigenllkhef Zweck wird der sein» ״die Monopolstellung der Zkzntetisdien Orgaui- 1,1'“ln m beinfigcJi und die■ nette Jewish Agency 7.11 schatten.“ *5“';)er Artikel zitiert dam» ein t»m Misrachi;m die Agtidi- 'fcrciiz gerichtetes Schreiten und beweist dann die Not- ^־,i^ncit einer demokratische 11 Zusammensetzung der i'.u-isii' Agency, d.1 l*ci einer ander«! Alt der Zusammensetzung ־'te'Zionistische Organisation «dir weitgehende■ '(״,-K-iidte stellen wird tuid mutt, die lea, die Amerikaner, PollU-Juld und all ehe andern, die mit Recht oder Unrecht ggi sagen, daß ״auf ihren wit udtattlidiea und moratisdu .1 Ic-stiinge״ <kr Jisdmtv bis zum heutigen Tage fast gänzlich idu'b.i'ut ist“, gleidifaBs weitestgehende Fordcnmggvsn stellen weiden. Da 10Ö °/0 sielt leider immer mir an; 2X50«/« zusimmcn setzen, so wit »•de ein soldtcs Gremium, ganz gleich, Ri cs .r.t1 3 oder 303 MitgFcdcrn bestehen sotltc, auf einer Konferenz mir durdi Verhandlungen unter den Organisationen ״jemals zustande zu bringen sem“ r י o L 7V. '2miQb?׳ י / y Finanzausschuß und Zentralkomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland haben sich in ihren letzten T.-tgurijicn erneut mit der Finanzlage der Z. V. f. D. beschäftigt. ,Der Appell, der im Oktober v.J. vom Fiimnznitssdiuli an die deutschen Zionisten gerichtet worden ist, ist nicht unoehört verhallt. Eine ganze Anzahl Gesinnungsgenossen haben ihre Zionistcnstcuer-Zeichnungen erhöht, und zu den bisherigen Zeichnern haben sich neue Zeichner gcsc'lt. Allein angesichts der katastrophalen Geldentwertung und des vergrößerten Aufgabenkreises der Z, V. f. D, reicht eine einmalige Kraftanstrengung nicht aus. Die Gesinnungsgenossen, die sielt über die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung unserer Organisation klar geworden sind, müssen ־— solange die gegenwärtige wirtschaftliche Situation arthält — jedes Vierteljahr von neuem die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis ziehen: cs gilt jetzt, die Zionistenotcuer für das I. Quartal des Jahres 1923 zu zeichnen und zu zahlen. Die Zahl der Zior.isfenslcuer-Zelchner ist immer noch bei weitem zu gering. Es gibt Ortsgruppen, die* obgleich sie über eine große Zahl zahlungsfähiger Gesinnungsgenossen verfügen, nur winzige Beträge zu» Zionistensteuer beigetragen haben. Die finanzielle Basis der Organisation kann und muß erheblich verbreitert werden. Der ״Ban n״. Obcrr.ibbiner Dr. Brody (Prag) veröffentlicht in der lud. Volkszeitung“ (Prcßhtirg) einen Brief an den Anistcräaiiirr Oberrabhincr L>r. Ondcrwyur, worin er sich rc-׳cn die Verleumdungen wehrt, die der berüchtigte agu- (!״Äsche Denunzi; nt, Oberrabbincr Weber in Frcßburg, fc.’en i!‘״ gerichtet lir.t, weil er offen Dich gegen den mittelaUeriichcn Wahnsinn des Issur, des von den orthodoxen lObhinern der Slowakei gegen alle Zionisten und Misrachistcn gerichteten Bann«, aufgetreten ist. Der Brief Brodys be- ]dichtet die ganze Angelegenheit zunächst vom religiösen Standpunkt und kommt dann auf den Vorwand zu sprechen, 4!;1(1 die hei der Volkszählung in der Tschechoslowakei meldeten 11 Personen ״jüdischer Nationalität katholischen Glaubens“ ein Beweis dafür seien, daß der jüdische Natioju'.isuiiis die Leute dem katholischen Glauben zuführc. in Wirklichkeit sei nicht fcstzustellen, um welche Personen cs fjcli bei dieser sonderbaren Meldung handelt, vielleicht um getaufte Juden, die aus irgendwelchen politischen oder gcs;h:dtlidtcn Gründen sich weder zur tschechischen,' noch 21:r deutschen Nation bekennen wollten und daher ״’Jüdisch“ in die Rubrik schrichen. Der interessanteste Teil des Briefes ist jedoch de׳■ Schiunteil, in dem Brody überzeugend nachv.ci-t, «laß die ganze Unternehmung lediglich ■ein politischer Shävsdmtg ist, um die von Herrn Weber und seinen Freunden :;gründete ״Politisch-konservative Partei“ gegen die ״Vcr- 1״;i:;l;'!1 jüdischen Parteien“ bei den ungebildeten jüdischen ,Messen zu stärken. — Dieser Herr Weber ist übrigens derselbe, der in einer öffentlichen Versammlung in Ilreslati anläßlich der Agudah-Tagung'erklärt hat, Weiznnr.n und Sokolow seien Schädlinge des jüdischen Volkes, sie hätten sich außerhalb des Judentums gestellt und seien daher ״nicht mehr als Juden anzuerkennen“. Diese AcuDcrung hat im Auditorium einen Sturm der Entrüstung hervorgerufeu, der beinahe zu einem Tumult geführt hätte, wenn cs nicht im letzten Moment gelungen wäre, die gegen Herrn Weber empörte Stimmung zu beruhigen. Es muß anerkannt werden, dal» die anderen Redner der Agudali sich tn dieser Vcrsammfi ng keineswegs mit Herrn Weber identifiziert haben, vielmehr verstanden sie es, trotz Darlegung ihrer gegnerischen Anschauungen, doch einen würdigen Ton zu wahren. Der Finanzausschuß hat bereits früher festftesteilt, daß zur Zeit ein Wirtschaften mit einem Jahreseta ganz unmöglich ist und daß deshalb die Zlonistenstcuer vierteljährlich gezeichnet und erhoben werden muß Die Zionistcnstcuersfufcn hat der Finanzausschuß für das!.Quartal 1923 wie folgt festgesetzt: 1. Stufe: M. 500 bis 800 vierteljährlich (bisher 200 M. vierteljährlich) 2. ״ 2000 , ״ 1000 ״ ״ (bisher 400 M, vierteljährlich) 3. ״ 4000 ״ 2500 ״ ״ (bisher 1000 M. vierteljährlich) 4. ״ 8000 ״ 5000 ״ ״ (bisher 2000 M. vierteljährlich) 5. 9000 ״ ״ r 12000 ״ (bisher 3000—5000 M. vierteljährlich). Wir richten an alle Gesinnungsgenossen die dringende Aufforderung, unverzüglich auf Grund der vorstehenden Festsetzung ihre Zionistensteuer-Erkkirung für das I. Quartal des Jahres 1923 abzugeben und sofort auch den Steuerbetrag an die Zionistische Vereinigung für Deutschland (Postscheckkonto: Berlin 8091 oder auf Bankkonto: Darmstüdtcr und Natlonalbank für Deutschland, Depositenkasse Kurfürstendämm 52) einzuzahlcn. Neben dem Beitrag für das I. Quartal 1923 müssen noch rückständige Beträge für das IV. Quartal 1922 unverzüglich beglichen werden. Wer auf Grund dieser Aufforderung seinen Zionistensteuer-Beitrag bezahlt und uns eine weitere Mahnung erspart, verringert angesichts der Kosten, die gegenwärtig ein einziger Brief verursacht, allein hierdurch die finanziellen Lasten der Organisation. Bedeuteten Gedankenlosigkeit und Nachlässigkeit in der Erfüllung der finanziellen Pflichten bisher eine unerfreuliche Erschwerung, so stellen sie jetzt eine sträfliche Schädigung unserer Arbeit dar. Wir erwarten von der Tatkraft unserer Gesinnungsgenossen, daß jeder Einzelne nicht nur selbst einen — möglichst hohen — Zionlstenstcucr-Beitrag zahlt, sondern auch andere zur Zahlung angemessener Beiträge anhält und für eine schnelle und energische Zionisten- Steuer-Aktion seiner Ortsgruppe Sorge trägt- Zionisten! Sichert die Arbeit unserer Organisation! Zeichnet und zahlt Zionisten steuert < DER LANDESVORSTAND DER ZIONISTISCHEN VEREINIGUNG FÜR DEUTSCHLAND. Selbstkritik der Opposition. 111 einem Leitartikel aus ״Joodsche Wächter“ (Rotterdam) s'hräbt Henri Edershcim, einer der Unterzeichner des Haager Manifestes «1er zionistischen Opposition: ״Wir hollan- <:.-fl.cn Zionisten haben mit Recht in großer Mehrheit der O/)׳-־!sition angehört, Wir müssen aber erkennen, daß « der Opposition nicht gelungen rat, etwas!*osilira zu erreichen. Sie ist zu lange 'unorganisiert geblieben, ohne genügende Kräfte und hat in ihrer splendid isoiation und Enthaltsamkeit gegen «iie Bedingungen gesündigt, welche eine Opposition in einer demokratischen Organisation erfüllen muß, sofern sic fördernd wirken will.“ Die Konferenz der Acliduili Awoda tJcbrr die Konferenz der Adiduth Awoda liegen jetzt nähere Nachrichten vor. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand «iie Frage der Existenz der Adiduth Haawoda als selbständiger Partei innerhalb der allgemeinen Arbeite (!Organisation bei gleichzehger Erweiterung der Kompetenz, der letzteren. Die Referate hielten Ben Gurion, Tabcnkin und Ben Zwi. Nach Lm.;1r Diskussion wurden mehrere Beschlüsse gefaßt, die in ilirer ejidgülteyen Redaktion folgendermaßen lauten: ״I. Adiduth Awoda sicht in der allgemeinen Arbeiter- Organisation (Histadruth Klalitli) die einzige Vertretung des Arbeiterstandes, die alle wirtschaftlichen, kolonisatorischen, kulturellen und politischen Angelegenheiten des jüdisdteu Arbeiters, seine Beziehungen zum Clialuz und der allgemeinen jüdischen Arbeiterbewegung der Welt zu organisieren und zu '״Iten hat Sie umfaßt alle von ihrer Arbeit lebenden Arbeiter ohne Unterschied der Weltanschauung(. II. Aufgabe der A ch du tl! Ha awoda bleibt 1, ßeeinflussimg der Tätigkeit der allgemeinen Organisation in der Richtung des sozialistischen' Zionismus. 2. eine ciniveitiidne disziplinierte Aktivität in der Organisation, 3. Stärkung des Klassenbcwußtsein'S und Nationalbcwufttscins der jüdischen Arba'tcr und ihre organisatorische, wirtschaftliche und sozialsti״ehe Schulung, 4.' Initiative im allen öffentlichen Siedhmgsu:U iCt;ltura!1׳,;e!ege11hdIe11 innerhalb der Histadruth, 5. Einigung a'-jer Teile «er zionistisdi sozialistischen Bewegung in der ydt, 6. Stärkung der Beziehungen zu den jüdischen Arbeitern j!!t üolus, 7. Hcrste’.hatg freundlicher Beziehungen zutn ara- «־';׳dien Arbeiter im Lande und Ausbau der Verbindungen mit dar allgemeinen allweltlidicn Arbeiterbewegung.^ Adiduth Haawoda führt selbständig jene Tätigkeitsgebiete, Ve nod1 nicht in die Kom-pelenz der Hisladmfi» fallen. Mit;;!;1.■•׳, der Adiduth Awoda kann nur werden, wer Mitglied der 1Ii$t,1druth ist. ul. Die Partei schlägt ferner der Mitte Januar zttsammentretenden zweiten Konferenz der allgemeinen Arbeiterorgan.> eat;on folgendes Aktionsprogramm vor: 1. selbständige energisch,» Tätigkeit zur Erlangung der'MiHel — insbesondere der Arbeitsgeräte — zum Aufbau der arbeiten«ien Gescllsdiaft in Palästina, 2. Anerkennung der Histadruth als Gesellschaft von Arbeitern, die untier ßtrer aus9dtl:eßlidten Herrschaft alle wjrtsriiaften der Arbeiter in Dorf und׳ Stadt als iJtr Eigentum vereinigt und ihre 'Führung uberwadht, 3. Schaffung eines Kolonisationsfonds der Arbeiter a!s zentralen Finahzinstru* mente!» der liistadnifli, 4. Sdtaffung von Gartenstädten für die städtischen und die EisenbahnarbeHer, 5. Verstärkung der Tätigkeit der Institute zur Verteidigung der Interessen der Arbeiter in Privatbetrieben, 6. Festigung des Einflusses der Betriebsräte in den Städten unter der zentralen Disziplin der JKstadniui, 7. Organisierung von Farltverbänden, 8. Herausgälte einer Tageszeitung, 0. Teilnahme der Histadru'Ii an der Amsterdamer Gewerkschafts-Internationale und Beteiligung jedes FadhverbarvJcs in der tnfsprechenden Fadiintcmationale, 10. Leitung der Wahlen der palästinensischen Arlvc.tcr zur gesefzgeBeit den Lancl?9uers.־tmm1u11jT und zu <lcn Stadtrit«1, 11. Systematische Ar'.zcit in der Ghaluzorganvsation des Auslandcs,“ — Ein Teil der Delegierten vertrat die radikale Anschauung■, daß die nUge.iwine Organisation als s.iziaHstisdic Klassen- Organisation anerkannt werden müsse. Diese Absicht vermochte jetlodt tiieht «Srirdizudringen, Trol/dem ist es fraglich, ob 11:eilt auch die vorgcsdilngene Plattform zu weit gellt, da «lic zweitgrößte Arbciteqiarlei im Lande, lfa!x>cl Hazatr, in seiner letzten Konferenz elier jiadt der entgegengesetzten Riditung neigte, die Koinjttictiz der Histadruth eintusdtriinken. Es hat «also den Anschein, als ob die alten Gegensätze zwischen < den hci«Ie11 Arbeiterparteien im Lande wiederum mit aller Schärfe .uifflackcrn sollten. Zur Kolorusalionsfr.-ige erstattete das Hauptreferit Pen Gurion, der die Ansielit vertrat, daß in der heutigen k.itastropfiifcn Situation die Erobcnmg der wirtschaftlichen Poailioncn durdi Einwanderung und Kolonisation die erste Forderung des Zionismus ist Nicht der Aufbau einer so oder so gearteten Gesellschaft zur Verwirklicht^ der Gereditigkeit ist das Ziel, sondern eine Gesellschaft, die die Lösung des zionistischen Problems bringt und dies ist nur die arbeitende Ucscllscliaft. Die Arbeitersdiaft intiii audi selbst die Mittel beschaffen, indem sic die Volksbewegung im Ga'.ntli wieder belebt. Zionistische Tilgungen in Lemberg Der Landeskonferenz der Hitaclulutli folgte die am 31, Dezeniber nbgdialtcnc Tagung der os t g a 1 i 1 is cli c 11 Clialuzim, deren Bescnickting und Verlauf den Beweis erbrachte, daß die Ci1,tln/in1-lk׳wegung unter der jüdischen Jugend starke Wurzeln geschlagen hat. Der Referent Dr. Stcrncr 110b hervor, daß eine Reihe ostgalizischcr Clialuzim in Holland als Gärtner und Gemüsezüchter nusgebildct werden. Die dortigen Arbeitgeber sind mit deren Leistungen so zufrieden, d,1Ü. sie die Mittel für ihre Ansiedlung in Ercz-Israet aufbringen wollen. — Leider mußte die!■'arm in Chlcbowirc infolge mangelnder Mittel aufgclassen werden. — In verschiedenen Ortschaften werden Clialuzim als Tischler Imd Schlosser aiisgcbiklct. Am 1. Januar wurde die diesjährige Landeskonferenz der ostgalizischen Misrachi-Organisation unter Teilnähme von 110 Delegierten aus 45 Ortschaften eröffnet. Der Sejm-Abgeordnete Dr. Hausner erstattete ein eingehendes Referat über die abgcl.׳t|tfenc Tätigkeitsperiode, wobei er 'festste!!'.«, daß die ostgnlizischc Misraclii-Organisation gegen• wlirtig 73 Ortsgruppen umfaßt, darunter auch eine sehr rührige Frauengruppe unter dem Namen ״Bnot Misrachi“ in Lernberg. Den pöütischcn Bericht erstattete Seim-Abgeordneter Dr. Federbusch. An der Tagung beteiligen siel» auch mehrere orthodoxe 'Rabbiner, darunter die aus Chorostkow, Jaz’owicc und Zbaraz. Auch die übrigen Mitglieder des Lcmbcrgcr Rabbinats waren als Gärte erschienen. . Sownarcbos und Palästina. Der höchste wirtschaftliche Rat der russischen. Regierung (Sownarcbos) hat dem1 russischen Zement-Tiust vorgcschlagcn, eine Filiale,in Jaffa zu eröffnen. Die arabische Delegation beim Kolonienminister London. (J.C. B.) Wie verlautet, werden die Mitglieder der palästinensisch-arabischen Delegation, die sich gegenwärtig in London aufharten, von dem Staatssekretär für die Kolonien, Herzog von Devonshirc, am Donnerstag, den 11. Januar, empfangen werden. Karlsbad im Zeichen des Hakenkreuzes Die Prager ״Narodni Politika“ schreibt: Der deutschnationale Akadcniikerverbanc', die deutsche Nationalpartei und die deutschen Nationalsozialisten haben nach Karlsbad eine öffentliche Versammlung cinfcerufen, um den Kampf gegen das Judentum zu organisieren. Uns wundort, schreibt das Blatt, daß gerade Karlsbad, dessen finanziehe Verhältnisse in einem geradezu kläglichen Zustande sind, ad etwas tut. Karlsbad ist seit Jahren abhängig von den jüdischen Badegästen, die der Stadt ihre Freundschaft auch in Zeiten der schwersten Krise bewählt haben. Von den 36 Stadtverordneten haben neunzehn Stadtverordnete, mehr als die Hälfte, dafür gestimmt, in das Wappen des Weltkurortes das Hakenkrcviz c i 11 z u f ü 11 r c n , ohne Rücksicht darauf, daß sie noch die letzten Freunde des Bades durch diese Tat vortreiben werden und Hunderte von Karlsbader Familien zugründe richten, die vom Fremdenverkehr lebten. Es ist in der Tat unglaublich, wohin der Wahnsinn der antisemitischen Bestie zu führen imstande ist. Eine Bialik - Fest ־ Versammlung in Berlin Anläßlich des 50. Geburtstages Bialiks findet am Dienstag, den 16. Dezember, Sy׳.• Uhr abends, im Großen Saat der Philharmonie, eine große Manifestation statt. Die Vcraustaltung ist von besonderem Interesse durch die Teilnahme bedeutender Persönlichkeiten der hebräischen Literatur, wie Ts c h c r 11 i cho ws k y und Sehne 11 r, außerdem weydeu die Mitglieder der zionistischen Exekutive, Sokolow und Jabotineky, sprechen, die beide auch Führer der hebräischen Bewegung sind. Das russische Judentum wird vertreten sein durch den bekannten Senator Gruscnbcrg. Außer den Ansprachen sollen noch musikalische> Bearbeitungen von Werken des Dichters zum Vortrag gelangen. Die Vcranstaltung wird eine Kundgebung der Liebe und Verehrung des jüdischen Volkes für seinen großen Dichter sein. Es ist selbstverständlich, daß an dieser großen nationalen Feier alles teilnehmen wird, was in Berlin Gefühl für die Werte unserer nationalen Auferstehung hat. — Kartenvorverkauf in der Ewer-Buchhandlung, Knesebcckstr. 54—55, Buchhand• lung Jalkutfc Kantstr. 57, Buchhandlung Kcdcm, Dahlmann- Straße 9, Büro der B. Z. V., Scydclstr. 3, Buchhandlung Gonzer, Oranienburger Str. 27.

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