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Jüdische Rundschau · 1923-01-09 · Heft 3 (9.1.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVIII (1923)
Issue
Heft 3 (9.1.1923)
Date
1923-01-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 3 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Ben Jehudns Lcbenswcrk vollendet Die Familie Ben Jchudas veröffentlicht im ״D 0 a r Haj,) m“ \2 ו1ו0יh. Dezember folgende Mitteilung über das pro!1« Wörterbuch Ben Jelnulas ״Thesaurus 'fotitis Hcbraii.itis“: p.11r.I I bis V tles Wörterbuches sind bei der Verlagsfirina Langenscheklt in Berlin käuflich zu haben, Band Vl erscheint demnächst( Band VII und VIII sind durch den Verfasser selbst druck fertig gemacht und werden ebenfalls in der vorgesehenen Zeit erscheinen. Ihm! IX, der die restlichen Buch“ s'.ahen bin Ende R (Resdi) enthält, ist fast ״ganz durch den Verfasser bearbeitet, der X. Band mit den beiden letzten Buchstaben (Sin mul Taw) wird in der Hauptsache mir das Rohmaterial enthalten, das der Verfasser noch selbst mit zahl* reiche« genauen Anmerkungen versehe» hat. Damit wird «fcm grolle Wörterbuch Ben Jchudas fast so vollendet voritegci!, wie sein Verfasser es sic!» in seiner 43 jährigen Arbeit vor• gestellt hat. Ben Jchtida hat gleichzeitig bei seinem ,Aufenthalte in Amerika Vorrede und Einleitung für sein großes zweibändiges Wörterbud» druckfertig vorbereitet. Diese Einleitung enthält eine umfassende wissenschaftlich Untersuchung über die Geschichte der hebriiisdicn Spradie und die Entwicklung ihrer Grammatik im Laufe <icr jahrhtvnderle. Schiffsverkehr mit Palästina Wie die palästinensische Expreß-Company mittciit, werden hu Luifc dieses Winters vier direkt aus Amerika kommendes Dampfer der Schiff;linien Red Star und Witlie Star in Haifa anlcgcn. Der erste Dampfer kommt nach Haifa am 30. Januar und der zweite am 9. Februar, beide mit Touristen aus Amerika. Das dritte und vierte Schiff troffen am 16. und 31. März ein. Der an» 16, März aniegende Dampfer ״Adrutic“ wird eine grolle Zahl Zionisten aus Amerika bringen, die beabsichtigen, Pessach ia Jerusalem zu verbringen. Dies« Gruppenfahrt ist durch die Gesellschaft ״Oie Regel Leere־/. Israel“ in New York organisiert, eine Tochtergründmig der Expreß-Company hi Jerusalem. Die Deutsche Levante Linie in Hamburg teilt für die Monate Dezember 1m־l Januar die Abfahrt folgender in Palästina anlcgenden Dampfer mit: ״Morca“ ab Hamburg, ladend 12.—16. Dezember, ״Georgia“ ab Hamburg, ladend 20.—23. Dezember, ,,Arcadia“ ab Hamburg, ,ladend 27.—30. Dezember, ״Abessima" ab Hamburg. ladend 6.—10. Januar; ab Bremen ״Georgia“, ladend 18.—19. Dezember; ab Antwerpen ״Smvrna“, ladend 14.—19. Dezember, ״Georgia“, ladend 26.—30. Dezember und ״Hcraklea“, ladend 6.—10. Januar. Von Genua fahren im Januar folgende Schiffe der ״Sozieth Italiana di Servizi Marittimi“ (״Sitmar“) nach Patästiiva ab: am 2. Januar die ״Sizitia“ und am 30. Januar dia ״Uinbria“, Ein Ussischkin ־ Archiv Jerusalem. (J.C.B.) Herr AL M. Ussischkin hat sein gesamtes Archiv, das er aus Odessa mitgebraebt hat, der National bibliothek übergeben. Das Archiv umfaßt viele tausende Dokumente und Briefe aus der ganzen Zeit der öffervthehen Wirksamkeit Ussischkins. Die Bibliothek wird in nächster Zeit an die Ordnung dieses Archivs herantreten, das, zusammen mit den bereits in der Bibliothek befindliehen Archiven, dc:1 Grundstock eines Arclm*9 der jüdisdren nationalen Bewegung abgeben wird Zur Agudahkonfcrciu F rank für t a. M. (J.C.B.) Der auf der Breslauer Konferenz des Zentral rafes der allwcltlichcn Organisation ״Agudas Jisrool“ angenommenen bekannten Resolution über jewish Agency und Weltkongreß (über die wir bereits in der vorigen Nummer berichtet balzen. Retf. d. ״J. R.“) ging eine längere, sehr lebhafte Diskussion voraus, in wcldier zwei Haupt- Achtungen zu Worte kamen. Die eine, durch Dr. Nathan Birnbaum und Dr. Pinchas Kohn (Wien) repräsentiert Richtung versuchte gegen die pa l ä stin a f reu nd 1! ch Tendenz innerhalb der Agudah anzukämpfen und Lind besonders unter den Delegierten aus der Tschedio- Slowakei starke Unterstütz»!!!‘*, die alle Berührungspunkte, mit den Zionisten vermieden wissen wollten. Diese Richtung blieb aber in der Minderheit, Die Majorität sowie die maßgebemisten Agu-Jahkrcisen waren für die Teilnahme an einer Wc 11 ko n f eren z für den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas. Da aber die Minderheit imtiachgiebig blieb, wurde die Resolution in der bekannten vcrklaiisaliertcn Form angenommen. Separatistische Keren Hajessod Arbeit In Hollend? Wie der Haager J. C. B. - Vertreter erfuhren haben will, wurde anläßlich der Anwesenheit Dr. Ruppins in London zwischen den Vertretern des holländischen Keren Hajessod- Kuratoriums, dem Direktorium des Keren Hajessod in London und Dr, Ruppin als Vertreter des Lanchvirtschafis-Ocpartcmcats der Palästina-Exekutive, Unterhandlungen geführt, mit dem Resultat, daß das Direktorium des' Keren Hajessod und Dr. Ruppin zugestimmt haben, daß 40 «/» von «len in Holland aufgebrachten Keren I injessod-Gdde.rn für ein noch näher fest zu st eilend es spezielles Kolonisationsprojekt auf der Basis der ״individuellen Wirtschaft“ und unter der finanziellen Verantwortung des holländischen Keren I Iajessod- Kuratoriums Verwendung finden sollen. Scnsatlonsgerflehte j Die Londoner ״Jewish World" (und ״Jewish Gironiele“) veröffentlicht «in Gerücht, daß Dr. Wclzmann amtsmüde sei und bei der bevorstehenden A.-C.-Sitzung zurücktreten werde. Das Blatt hat sogar sdion ein«! Nachfolger bereit, und zwar James de Rothschild, den Sohn des Pariser Barons. Allerdings sei zu zweifeln, ob Rothschild das Amt annchmcn weide. — (Haben manche rbitter den Ehrgeiz, durch soldlic geheimnisvolle Andeutungen den Beweis zu erbringen, daß wir schon ein richtiger Staat sind, mit Regierungskrise«, Kombinationen und Lanzierungen?) Ans der Berliner Jüdisclicn Gemeinde Jüdische Kinder und Weihnachtsfeier (Sitzung der Rcpräscntantenversammlung am 17. Dez. 11*22.) Von unserem Bericlitcrslalfer, Aus den Verhandlungen der Versammlung Ist die von der Fraktion der Jüdischen Volkspartei eingcbrachte Interpellation über naclisieliemlcri Vorfall an der Aiigustc-Vikloria-Scliulc von besonderem Interesse. Auf Antrag der jüdischen Lehrerin an dieser Schule, Frliulcfn Komm, war beschlossen worden, daß die jüdisclicn Kinder an der Schule entgegen dem bisherigen Brauche nicht mehr an den Weihnachtsfeiern teil* nehmen sollten. Hiergegen wandte sich das Mitglied des Vorstandes des Krankenhauses der Berliner Gemeinde, Herr Keiler, welcher mit einer Dame, deren Kind an» Christliehen Religionsunterricht teilnimmt, heim Direktor bcscliwcrdcführcnd vorstellig wurde. Keiler hat nun bei seinem Eintreten sieh dadurch besondere Autorität gegeben, daß er sich in einer noch nicht ganz einwandfrei aufgeklärten Welse auf den Umstand berief, daß er ln der Verwaltung der jüdischen Gemeinde tätig sei oder doch einen maßgebenden Einfluß dort habe. Diese Intervention bewirkte es nun, daß der erwähnte Beschluß wieder aufgehoben wurde und dadurch auf die jüdischen Kinder doch immerhin «in moralischer Druck 7ur Teilnahme an den Weihnachtsfeiern ausgeübt wird. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei fragte mm den Vorstand au, ob er das Benehmen des Herrn Keiler als mit der Würde eines Ehrenbeamten der jüdischen Gemeinde für vercinbar halte, und ob er nicht darauf hinwirken wolle, daß Herr Keiler sein Amt im Kra » k enbausvoretand nicdcrlcge. Der Vorstand hatte eine Aeußcrung Keilers cingcfordcrt, die int wesentlichen den Tatbestand zugab, aber die Sache so darstellle, als ob er mit seiner Intervention beim Direktor nur gegen den Zwang auftreten wollte, die jüdischen Schülcrinnen von den Weihnachtsfeiern fernzuh,alten, was ihm im Interesse der Parität nicht wünschenswert erschien. Die Debatte in der Rcpräscntantenversammlung, von Herrn Dr. Klee eingeleiict, den! auch besonders wirksam Herr Professor Dr. Locwc sekundierte, führte zu einer deutliehen Scheidung der OeSrier. Der einzige, der in jeder Hinsicht Herrn Kcitefr vyteidlgt.e, war Herr Profcrsor Dr. Tiirk, während der ebenfalls liberale Herr Direktor Dr. Gutmann schon;merklich von dem eigentümlichen Vorgehen des Herrn Keiler abrücktc. Es äst jedenfalls als ein Svmpiom für die Entwicklung, die sich allmählich unter den liberalen Juden vollzieht, anzusefteti, wenn fast von sämtlichen Liberalen einmütig erklärt wurde, daß die Stellungnahme zur Teilnahme an Weihnachtsfeiern an sieh für einen bewußten Juden nicht zweifelhaft sein könne. — Vom Vor- Stands tisch gab der Vorsitzende, Herr Ocheimrat Dr. St c r!1, die Erklärung ab, daß der Vorstand nach eingehender Untersuchung der Angelegenheit cs bedauere, daß Herr Keiler seine Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Krankenhauses in der Unterredung mit dem Direktor betont habe, wodurch der Eindruck erweckt werdet^ konnte, daß der Gemeinde- Vorstand sich mit seinem .Vorgehen und seinen Ansichten identifiziere. Diese etwas! ausweichende Erklärung genügte den Interpellanten nicht. •Wahrend die Verhandlung ihren Fortgang nahm, berieten die Vorstandsmitglieder unterenander, und nachdem keine Einigung erzielt werden konnte, erklärte Herr Badt, daß cf zwar eine ausdrückliche Stellungnähme des Vorstandes nicht verkünden könne, aher für seine Person als Jude und als Vorstandsmitglied aufs allercntschiedcnstc die Teilnahme jüdischer Kinder an Wcihnachtsfeiern verwerfen müsse, weil er darin ein Symptom der Kriecherei und Nachäffung erblicke. Damit schloß diese in der Geschichte der Rcpräscntantenversammlung bisher einzig dastehende Aussprache. Die übrigen Ilcratiingsgcgensiändc betrafen keine prinzipiclicn Fragen, abgesehen von einem Nachtrag zum revidiertcu Gcmcindcstatut, nach welcher!» das Etatsjahr mit dem Kalenderjahr zusammcnfallcn soll und einige Aendcrungen in den Grundsätzen der Steuererhebung einfreten sollen; 11. a. verlieren die Gemcindebcamten fortan das Privileg der Befreiung von «len Gemeindesteuern, Im Verlaufe der Sitzung nahm an passender Stelle Herr I)r. Klee die Gelegenheit wahr, um Herrn Dr. Minden, der aus der Rcpräscntantenversammlung au »scheidet, die Hoch- Achtung der Fraktion der jüdischen Volksparici zum Ansdruck zu bringen und seine Verdienste um die Gemeinde- Verwaltung rühmlich hervor/uheben. Herr Dr. Loewc riehtete gleichfalls warme Worte an Herrn Dr. Minden in hebräischer Sprache. Die Mitglieder der anderen Fraktionen schlossen sieh der Ovation für Dr. Minden an. Ir» der Sitzung der Repräsentanten-Vcrsamtnltmg vom 23. Dezember 1922, der letzten im bürgerliche« Jahre und voraussichtlich der letzten Sitzung vor «len Wahlen, hielt Herr Dr. Klee, der zum letzten Male den Vorsitz in der Vcrsammlung führte, eine längere Schlußrede. Besonders hervorzuheben ist seine Schilderung der augenblicklichen Lage der deutschen Juden, der Hinweis, daß sic, die früher für die Ostjudcnheit zu geben gewohnt waren, jetzt durch ausländische Institutionen, im wesentlichen von Ostjuden, für die notleidenden Anstalten , der Gemeinde die einstigen Gaben zitrückcrlialtcn. Darin sei ein besonderes Zeichen der jüdischen Solid,•»ritiit zu erblicken. | Herr Dr. W i tk o w s k y hat sein Aunt als Repräsentanteni Stellvertreter nlcdcrgclegt. An seine Steile wurde Herr Löß er; berufen, an dessen Steile ist Herr Dr. T ugc nd rc Ic h ein- 1 gefühlt worden. für die RepräKentaivtemvahlen eingercichte Einhcits- | Mordectial Martin UpschSU jj Am Donnerstag, «len 4., starb nach kurzer, sdiwerw Krankheit Herr Martin Mordecuai Lipscliütz, Vorstandsmitglied der Gruppe der Zionisten aus cte.in Osten, Mitglied der Vertretcrvei'sammlung der II. Z. V. und Mitglied des Finanz« aussehusscs dcr_ Z. V. {. D., Der Verstorbene erfreute rieh hd all seinen Freunden und Bekannten sowie in der Berliner Organisation der aufrichtig den Wertschätzung. Nach eines gediegenen jüdisclicn Erziehung — der Verstorbene war ein Lnkci des bekannten grdi;׳ riehen Industriellen Ch. L Lipsdiütz -« kam Martin Lipsrfiütz vor mehr als zwei Jalirzdmten nad< Deutschland, wo er sich dtrn.11 Fleiß und eiserne Ausdauer zum Mitinhaber mehrerer großer lärmen emporarbeitete. Mit seinen enteren Landsleuten unterhielt er dauernden Kontakt und erwarb sich namentlich bei der Organisierung der Jude« und Zionisten aus dem Osten große Verdienste. Er war Oiftndttngsmitglicd der ״Gruppe der Zionisten aus dem Osten“, der er seine liaiipliiehlidic zionistische Arbeit widmete. Ala konstruktiver OcscMUomann bereitete er zahlreiche auf PaK« stina bezügliche Unternehmungen vor. Sein Lebensideal war, sobald ah möglich ir» Erez-Israd die Erfahrungen, die er ia Europa gesammelt, zmn 1 teile des Landes verwerten zu können. Kurze Zeit vor seinem Tode arbeitete er intensiv an der Schaffung eines Fonds zur Errichtung eines jüdischen Volkslidmes in Berlin. Eine plötzliche Krankheit raffte ihn hinweg und zerstörte jäh alle seine Pläne und Träume. Der Verstorbene hintenaßt eine Witwe und zwei Kinder, die im Geiste des Verstorbenen treue Anhänger ttnscrer Bewegung suu.1 M. Schaft st.am/ i und besten Führer. Von Begründung cfcx Bewegung an bis zum letzten Atemzuge war er uns ganz ergeben, einer der wenigen Alten, <Ge unserer Sadie die persönliche Aktivität bewahrten und nichts wissen wollten vom Altherrcntum. Ihr» beherrschte bei der Arbeit für das gemeinsame Ziel jen* nie verlöschende Jugendlichkeit, die — gepaart mit Vornehmheit und Sdiliditheit — den vollendeten Führer aus/cidmct. Wir, nannten ihn mit Recht ״Vater «ier Jüdischen Tumcrsdtaft“; denn väterlich war er um sie besorgt. Darum trat er aud» an jenem denkwürdigen Scptcmbcrabcnd auf der Jäger-hohe zu Karlsbad in das Präsidium des jungen MakkabiweHverbandes ein. Sofort schuf er un׳; eine reale finanzielle Grundlage. Wenn in diesen Tagen <iie Jugend! in Erez Israel Ttrm- und Sportgeräte und die Lehrer eine Fachbibliotbck er11,alten, dann war da# sein uustcrblidies Verdienst. Im Mai 1922 bereiste er mit besonderen Aufträgen des ״Makkabi" England, und schon wurde eine gleiche Aktion für Amerika geplant, da entriß uns der Tod den Mitarbeiter und Freund zugleich. Das Präsidium des Makkabi* Welt -Verband«, I. A. Heinrich Kuhr». Ein Arier jüdischer Abstammung Zu einem Prozeß von einer gewissen Komik kam es in diesen Tagen nach einem Bericht der ״Deutschen Zeitung“ vor, dem Schöffengericht Berlin-Tcmpclhof. Wegen Beleidigung des Schriftstellers Dr. Falb war Herr Arthur Trcbitsch-^ Lincoln nngcklagt, der aus der Kapp-Putschzeit ja bekannt'.*1 ist und den neuen Typus eines ״Ariers jüdischer Abstam- ' mung“ darstcllt. Die Angelegenheit war schon wiederholt vertagt worden, weil Herr Trebitsch-LIncoIn den Vorsitzenden als befangen abgclelint hatte, da dieser jüdischer Abstammung sei. Er behauptete, daß ein Angehöriger der jüdischen Rasse nicht in einem Prozeß urteilen könne, wo es sich um ein*.. Kampf für die deutsch-protestantische Sache gegen die jüdisch-katholische Alliance handle. Im übrigen drehte cs sich um die Behauptung, daß Herr Dr. Falb ein ״Abkommandierter Zions“ sei, d. h. von den Juden für seine Tätigkeit bezahlt werde. Dieser Dr. Falb erklärte, er stehe auf deutsch-völkischem Boden. Der höchst merkwürdige Prozeß, bei dem ein Jude einem Dcutschvöikischcn vorwirft, daß er von den Juden bezahlt sei und bei dem ein Jude einen anderen ablchnt, weil er für seinen Kampf für die deutschprotestantische Sache kein Verständnis haben könne, endete mit einer Verurteilung des Angeklagten zu 50000 M, Geldstrafe. In» Urteil wird erklärt, daß der Versuch des Herr!» Trcbitsch, die Existenz eines jüdischen Geheimbundes nach• zuweisen, nicht gelungen sei und daß er sich nicht auf die ״Weisen von Zion“ berufen dürfe, da dieses Buch Phantasie sei. Der Angeklagte habe sich in seine Ideen verbohrt und sei in dieser Beziehung vielleicht pathologisch zu bcurteilen. Wir empfehlen dem Verband nationaldcntschcr Juden, Herrn Trcbitsch zmn Beitritt aufzuforrWn. Er wird eine Zierde dieses Verbandes sein. düng gewährt wirf, als Pressicmsmiffcl eine selbständige Liste cingcrcicht haben. Es wird, sofern die Liste der Beamten nicht rechtzeitig zurückgezogen wird, wohl ein Wahlkamp! stattfitiden. Wir behalten uns «ine nähere Beleuchtung dieser Angelegenheit vor, Verband jüdischer Ingenfeure. Donnerstag, den 11. d. M., abends 8 Uhr, im Sitzungssaal des Zionistischen Zcntralbüros, Sächsische Str. 8: 1. II. Vortrag des Herrn Dipl.-Ing. Max Hecker über ״Technische Kräfte und technische Erziehixig ln Palästina“. 2. Der Rest der Tagesordnung vom 3. Januar findet seine Erledigung. Es wird um pünktliches Erscheine!» gebeten. Der Vorstand. Im Renaissance-Theater geht Dienstag, am 9. d. M, zum erstenmal und von dann an täglich das berühmte Schau« spiel ״Die Juden“ von Tschirikoff In Szene. In den Hauptrollen: Roma Bahn, Alexander Granach, Regie: Karl Heinz Martin. Der Dichter Tschlrikolf wird den ersten Vorstellungen voraussichtlich beiwohnen. Der Vorverkauf findet täglich vormittags von */all—2 Uhr an der Tages« kaase statt. Verbot jüdischer Gcmelndcw&hlen in Lettland Riga. (J.C.B.) Alts Mitau wird mitgeteilt, daß die ' lokalen Behörden die Bewilligung zur Durchführung der Wallten zur jüdischen Gemeinde mit der Begründung verweigert haben, daß die jüdische Gemeinde in Lettland nicht legalisiert sei. j Bficherschau Soeben erschien: Hans Kohn, Nationalismus. Ucbcr die Bedeutung des Nationalismus im Judentum und in der Gegenwart R. Löwit Verlag, Wien und Leipzig, 1922. — Aus dem Inhalt: Perspektiven, Fragmente zu einet Kritik Achad Haams, Der Augenblick. Briefe an Freunde. Brief an die Jugend. Zur Araberfrage. Asiens Nationalismus. Aufgaben der Stunde. Jean Barois. Nationalismus. üir hltlQ®, die ׳'bis zum 31. De2em&er 1922 rickstäiiclfeen Keren!!clcssod-Hdträise sofort zu ilbemeisen und dem Büro große Ausgaben m Port©, Material ms?#, fir Malinungen zu ersparen. Postscheck-Konto: Berlin 104951 Bank-Konto: Darnistldter und IMaflonaiiank, Berlin, Schinkelplatz 1/4. es:

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