Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 100 (19.12.1922)
- Date
- 1922-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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~r^iiFj r ר־־״־ז C. ץ*י / / f יי-״ז«וי>| |jy*• *-*״—*■׳•ן «1 ‘! r.. 3 c Redaktion und Verlag W15, Sächsische Straße 8, Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition und den Postämtern vierteljährlich 650,—M. in Deutschland. AuslandsahonnrmenU werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. Anzelf|c11-Vcfwalt«n1t: Ife. 11 ,3 1r״j Nummer 100 sa!tsmsm1m\ Dar Zionismus erstrebt Berlin, 19. XII. 1922 a für das JOdlsch• Volk die Jfldfnclio Rundschau G.m.b.H., BerlinWJ5, Süchdscli« Straße 8, - Telephon! Amt Pfalzburg 6697, 6698 u. 6699. Anzeigenpreis für die acht gespaltene Nonpar cillczcil# 35,-N. I i'Or 11«brSl«Uu 50JJ Auliclil■(. j AnzelgcuncliluÜ! Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr, Telephon! Pialzburg 6697 u.6698. Postscheckkonto! BcrlinNr. 17392. Für Oesterreich! Postsporkassenamt Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei: l’ostsparkassennmt Prag, Konto Nr, 156030, RcelaktlonsschhiO Sonntag und Mittwoch nachmlttog, — מם כסלו׳ תרפ״ג Sehaffung einer lliyemttlct» ■ rechtlich 0esIch«jr»©n Hcimstiltta ln Pa lästlna. XXVII. Jahrg. , mm ,,Baseler Programm. Der ®lifijüdisdae Kers In Oeslcrrcida Eine antisemitische Rede des Bundeskanzlers. — Der EeWor für die völkischen Studenten Vom unserem Korrespondenten. in, h, Wien, Anfang Dezember. Die gegenwärtige läge der Juden in Oesterreich ist מוג treffendsten durch zwei Ereignisse der aHcrjiingslen Tage gekennzeichnet, die, obgleich äußerlich völlig Zusammenhangins, beide i!11 Grunde auf dasselbe hinausi.iufcn: auf das iinu 1 kennbare Bestreben, die Juden dieser Republik in ihrer staat-bürgerliche» Gleichstellung zu verkürzen. Gemeint sind nämlich die in der Sclihrßdcbattc zum Wicrtcraufbawgcsetz im österreichischen Nntioualrnt scharf nk/c׳nlu:erlen antisemitisehen Auslassungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel und die clcnischvölkisclie Attacke g 17 neu die Lehr• und Lernfreiheitr der Juden in Oesterreich. I iinsidillieli der Stellung Dr. Seipels ab! Führer der christlich-sozialen Partei zur Judenfrage, konnte nicht der geringste Zwei lei obwalten, daß sie natur• sind progranungemäß eine negative sei. Vom Bundeskanzler Dr. Seipel dürfte inan jedoch erwarten, daß er in! Interesse des österreichischen Staates und des Keltungspl.irws seine antiscmitischcn Gefühle unterdrücken werde. Es war daher keine geringe Ucbcmscliung, als der sonst vorsichtige Politiker i:11 Vollhcwulltseir» seiner Autorität und Verantwortung■ von der Parlamentsfribiine herab erklärte, daß der Segen des Sanierungswerkes sich ausschließlich auf das bodenständ i g c, christliche, deutsche Volk beschränken werde. Dazu geschah dies in einem Momente, wo eine innere Anleihe ausgeschrieben wird und wo man darangeht, eine be- Irächtliche Eihöhung der Steuern vorzunchmeii, die ja an die jndcusdiaft als eine städtische, Handels- und industrictrcibcnde Bevölkerung die größten Anforderungen stellt Es mag zwar in einem gewissen Grade richtig sein, daß der Bundeskanzler sich zu diesen Aeußcnrngei» ״durch die persönlich geführten Kümpfe gegen die Sanicningsgcsctzc“ habe bin reißen lassen. Im höchsten Maße charaktcrislisch ist es immerhin, daß mau die ״persönlichen Kämpfe“ der Sozialdciuokraten mit einer jgmz unbegründeten Herausforderung der Judenschaft bcant- »»•ortet, Der Druck erfolgt eben in der Richtung des sch wä ehe reu Wid ers tnndcs. Was die antisemitischem Kämpfe an den Wiener Machschule» anlangt, so unterliegt es keinem Zweifel, daß diese ein Ring in der Kette der Bewegung für den nitmcrus clausus sind, die wir zu gleicher Zeit in Ungarn, Feien und Frag beobachten konnten und die von einer zentralen Steile aus geleitet zu werden scheinen. Namentlich waren cs die Frager Vorfälle, die auf die Wiener hakcnkrcuzlcrischcn Heißsporne nufeuernd wirkten. Haben ja schon einige Tage vor Ausbruch der Krawalle in Wien die hiesigen dculschvölkisclicn Situlen• hui in einem ״den Deutschen“ gewidmeten Aufruf ״den!)rudern in Prag deutsche Treue“ gelobt Diese ״deutsche Treue'1 versuchten sie zunächst in der Wirtschaft»- stelle der Exportakademic zu bekunden, indem sic bei Auftcilimg der Ausland »spenden den numerus clausus für die Ausländer, lies: Juden, cir,führe!» und für die«, ohne Rücksieht auf ihre Zahl und Bedürftigkeit, bloß 30 Prozent der Beträge festsclren wollten, l)eu Widerstand der jüdischen Vertreter in der geiKinnten Wirt sehn ft sslcllc und den sieh daraus entwickelnden, ziemlich belanglosen Konflikt, nahm die gesamte dcutschvölkisclic Studentenschaft zum Anlaß für ihre Attacke, welche infolge der offensichtlichen antisemitischen Haltung des Rektors der Wiener Universität, Dr. Diener, zur vorübergehenden Sperrung aller Hochschulen und zur einseitigen Aburteilung der Oesamtvertretung der jüdischen Studentenschaft seitens des Universilätsrektors führte. Als das wesentlichste an der ganzen Sache erscheint jedodt die Tatsache, daß der genannte Rektor die Forderungen der deutschen Studentenschaft nach dem numerus clausus für die jüdischen Hörer und Lehrer und nach einem Ausschluß jüdischer Professoren von den akademischen Würden als Grundlage für die Behandlung dieser Frage im akademischen Senat anerkannt und somit sich selbst auf die Seite dieser Studentenschaft in dieser prinzipicllcn Frage gestellt hat Dieser Umstand war es auch vornchmlich, der den Kultusvorst,und veranlaßt, «ine aus dem Kultuspräsidiiun 1.1x1 dem Oberrabbincr Dr. CHiajcs zusaminengeset/.ic Abordnung an den Bimdcskanzler zu entsenden, um bei der Regierung gegen diese numerus clausus-Kanipngnc Verwahrung eiüztikpoi). Die Abordnung hielt dem Bundes• kmizier bei die Gelegenheit auch seine vorcrwäliiiten Aeußerungen im Nationalralc ־vor. Der Bundeskanzler beruhigte die erschienenen Vertreter der Judensdiaft, daß cs wohl eine verschiedenartige Stellungnahme der politischen Parteien zur Judenfrage gebe, «laß aber bei dem friedlichen Charakter der Bevölkerung kein Anlaß zu Befürchtungen vorhanden sei, zumal die österreichische Judensdiaft loyal und patriotisch fühle. Bezeichnend ist, daß die Bemerkung über die patriotische twid loyale Haltiwig der Juden in dem übrigens sehr gewundenen offiziellen Comniunique, dis über diese Aussprache verlaut!«rt wurde, überhaupt nicht enthalten ist Was den jüdischen Vertretern vom Regierungs- «Aef innerhalb der vier Räume erklärt wurde, muß aber für die große Ocffenflichkeit ein Geheimnis bleiben. Das antisemitische Verhalten des Universitätsrektors Dr, Diener löste aber auch in solchen Kreisen eine Protestbewe* {jung aus, die dem nationalen und sogar dem offiziellen Judentum fcrnstchen. Dcr״Vercin zur Erhaltung der Wiener Universität“,der vor zwei Jahre!» auf Initiative des Regierungsrates Kleb! nder bis Leben gerufen wurde, beschloß, die Zahlungen an die Universität bis auf weiteres cmzustcllcn und inhibierte eine viele Millionen betragende Auszahlung־, die gerade in diesen Tagen bitte erfolgen sollen, da dieser Betrag nahezu ausschließlich »6« jüdischer Seite herrüiirt und di« Auszahlung dive Verhol»- nung der Spender wäre. Dieser unerwartete Schritt riet in manche« Kreisen geradezu eine Bestürzung hervor, und aus Angst, es könnte tatsächlich der Brotkorb hölicr gehängt werden, cntschioß sich mich der Rektor Dr. Diener, dirröb ihm ״nahestehende Kreise“ in de!״ ׳Neuen Freien Presse“ erklären zu lassen, daß im Rektorat ״der Zwischenfall auf das lebhafteste bedauert wird und daß dem Rektor 1»Le in den Sinn gekommen ist, die ganz un m ög I ichcii F 0rderurvgen des Memorandums der deutsche»» Studentenschaft zu billigen“. Freilich dauerte der Schrecken des Rektor» nicht lange, und mit der gewonnenen Gewißheit, daß die Einstellung der Zuwendungen seitens des genannten Vereines noch keine beschlossene Sache sei, sondern daß diese Frage im Schoße des Vcreiusvorsiandcä bloß «rwogen wurde, stellte sich seine dcutschvölkisclic Gesinnung wieder ein. Uiul so verlautbarte der Rektor auf dem schwärzeit Brett der Universität folgende ״Kundmachung an die Studierenden": , , ״Der jüdische Hochschtilmissdihiß hat eine Eingabe an den akademischen Senat gerichtet, in welcher die der leitimg der Vereinigung ,Judäa‘ ausgesprochene Mißbilligung als Unrecht^bezeichnet und dagegen der Protest beim akadänischen Senat eingelegt wurde. Denselben Inhalt hatte eine an den Senat adressierte Resolution, welche von der jüdischen Studentenschaft Wiens in dieser Angelegenheit gefaßt wurde, Der akademische Senat hat in der Sitzung vom 7. d. den einstimmige« Beschluß gefaßt, diese Proteste zurückzmvciscn und festziistellen, daß die Proteste ihrer Form und ihrem Inhalt «ad» ganz nngeiRirig seien. Der akademische Senat hat ausgesprochen, daß er Amviirfe gegen den Rektor, wie sie in diesem Protest enthalte« seien, sich verbitte, und beschlossen, dein Rektor sein volles Vertrauen und seinen Dank zum Ausdruck zu bridgen. In derselben Sitzung hat der akademische Senat die Eingabe dw deutschen Studentenschaft, welche Forderungen cuUiäit, die ich als Grundlage für die Verhandlung der Frage im akademischen Senat anzunchmon erklärte, zur Kenntnis genommen und einer Kommission zur Vorberatung zugewiesen. Ich setze hiervon die Studierenden in Kenntnis. Der Rektor der Universität Wien: Diener m. p.** Also nicht bloß der Rektor, sondern der g t!1 zc akad emische Senat nimmt die bekannten Forderungen der deutschen Studentenschaft zur Kenntnis, Ja noch mehr, er weist sie sogar einer speziellen Kommission zur Vorheratimg zu. Und da wagen noch manche von einem Sieg über ein» Relrior zu sprechen? Es gehört wahrlich kein hellseherisches Auge dazu, um zu erkennen, daQ dieser Kampf noch lange nicht zu Ende Ist und daß der Judenschaft In Oesterreich noch sehr schwere Tage bcvorstclien. Gerade die letzten Ereignisse haben cs der Judcnschaft zeigen können, wie wenig man mit ihr rechnet und daß sie nur dann etwas bedeutet, wenn sic im Abwehrkampf zusammenhält und il»1» mit vereinten Kräften führt. Die Devise des österreichische»» Judentums für die nächsten Tage laufet daiicr; Schaffung einer jüdischen Einheit»- front. Die Ermordung des polnischen Staatstitels In der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ haben wir initgctcilt, daß die Wahl des neuen polnischen Staatspräsidenten Naruto-wicz durch eine aus der bäuerlichen Mitte, den linken Parteien und den Minderheitsgruppen gebildete Majorität zu einer großen Aufregung und zu pogromartigen Ausschreitungen geführt hat, da mau den gewählten Präsidenten als den ״Jude«- Präsidenten“ ansah. Inzwischen hat, wie ans den Tages- Zeitungen bekannt ist, diese antisemitische Hetzstimmung zu einem furchtbaren Ereignis geführt. Narutowicz wurde, angeblich von einem Unzurechnungsfähig ca, ermordet Diese Tat charakterisiert von neuem die außerordentliche Unsicherheit, in der die Juden ln Polen sic31 befinde«. Wir hoffen, daß diese Mordtat den polnischen Behörden ein Waniunpssignal sein wird und daß cs zu keinem weiteren Blutvergießen kommen wird. Der Rassenkampf an der Prager Universität Prag. (J. C. B.) Bei der Immatrikulation erklärte der Dekan der medizinischen Fakultät In seiner Begrüßimgsanspcachc, daß die Universität im dcutscharischen Geiste geführt werde und daß alle Nichtarier bloß Gäste seien, die ihre Gastpflichten nicht zu vergesset» hätten. Ist auch der jüdische Rektor nur Oast? Erneute Ausschreitungen in Kattowitz Anläßlich von Streitigkeiten zwischen einem Polen und einem Juden kam cs, einem Tblcgramm des ״ft, T.“ zufolge, am Montag, den 1Z d, M., in Kattowitz zu Aus schrei.« tungen gegen zahlreiche jüdische Bewohnet, die auf der Straße und ü» c’nem Cafe überfalle!» ־umd verprügelt wurden. Die Unruhen nahmen infolge des schnellen Ein* greifen» der Polizei keinen größeren Umfang 41». DI6 Lage in Palästina Verhaninungen mit der Regierung — Araber fflr eine Verständigung Efer Korrespondent des ״Jewisli Chronidc* berfdhtet aus Jerusalem:! I Dr. WeizmanW wird am 22, Dezember Palästina verlassen und zunächst nadi England zurückkehren. In Jerusalem fand eine Konferenz führender zionistischer, Persönlichkeiten statt, in der Dr. Weizmann referierte. Die Sitzung war geschlossen und die Presse weiß nur mitzutcilcn, daß auf Grund der Berichte und eingehenden Diskussionen die Situation in Palästina ״ernst, aber zuvcnsiditlich“ beurteilt wird. Co! KiSdl» hat dem Oberkommissen1 offiziell die jüdischen Forderungen nach Erleichterung der Ei n wander« n gsbeschränkitngen und wegen eines Regicrtmgsbcitnigs zu den jüdischen Oeineindcaus« gaben vorgclegt. Darin wird verlangt, daß die Regierung und der Jischuw die Ausgaben zu gleichen Teilen tragen tollen. Der Oberkonunissär erklärte seine Bereitschaft, den Beitrag der Regierung zum jüdischen Erriehungswerk zu erhöhen, vorausgesetzt, daß die finanzielle Situation des Landes dies erlaubt Er hat ferner zugestimmt, daß die Möglichkeiten der Einwanderung bis zur endgültigen Regelung der Bestimmungen vergrößert werden. Die Regierung erklärte ferner ihr Einverständnis, in jüdischen Angelegenheiten mit der Jewisl» Agency, zusammenzuarbeiten. Die jüdischen Fülirer erörtern gegenwärtig die Aussichten der palästinensischen Anleihe. Sie haben der Regierung erklärt, daß die Teilnahme der Juden an der Zeichnung der Anleihe davon abhängt, welche Posten für jüdische Bedürfnisse ins pnliistinensisdie Budget eingestellt werden. Der Oberkommissär hat ein Budgctkoniitcc für 1923 ernannt, bestehend aus den Herren Jcllin, Eisenberg, Hussein!, Nassif und Tukan. Das Komitee wird jedoch nur beratende Funktion haben. Es hat sich1 nunmehr bestätigt, daß mehrere der palästinensischen Delegierte« zum arabischen Kongreß, der ,ursprünglich am 15, Dezember in Kairo eröffnet werden sollte, jedoch bis nach Schluß der Lausann er Konferenz aufgeschoben wurde, sich bemühen, zu einem Ein vern c 11111 e n milden Zionisten zu gelangen. Die öffentliche Sicherheit Jerusalem. (J.C. B.) Der Oberikommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel, hat eine spezielle Kominission eingesetzt, welche die Frage der öffentlichen Sicherheit in Palästina zu regeln haben wird. Den Vorsitz in dieser Kommission führt Sir Wymiham Deeds. Die jüdische Arbeiterschaft Die von der Arbeiterorganisation veranstaltete Zählung der jüdischen Arbeiterschaft h» Palästina ergab folgendes Resultat: ln Jerusalem 4597 jüdische Arbeiter, Tel Awiw 3757, Jafta 1308, Hhifa 185!, Tiberias 365 Arbeiter. Die Zahl der Arbeiterschaft in de!» Kolonien ist folgende! Petach Tikwah 452, Rischon k Zään 253, Chederah 149, Sich ran! Jacob 144). Die Gesamtzahl der jüdischer» Arbeiter in Pa״ fest Ina beträgt 16 554. Arabische Staatsschuld! Jerusalem. (J.C, B.) Wie der offizielle Regierung*- Anzeiger mitteilt, wurdet» im Laufe de» Monats Oktober in Palästina 16 neue Staatsschule«, für Araber eröffnet. Im ganzen sind während der Monate August bis Oktober 65 Staatsschuld» in Palästina eröffnet worden. Der arabische Wahlboykott Jerusalem. (J.C.B.) Der Sekretär der palästinensmch-nrnbisdicn Exekutive, D j e in n'l e 1 Hussein, veröffentlidit i!» der palästincnsisch-arablschon Presse eine Mit. tciltmg, daß in Haifa ein spezielles Komitee zur Organislcrung eines Wahlboykotts In ganz Palästina gegründet wurde. Die musclmanisch-cliristlichc Gesellschaft beschloß die Entsendung von Agitatoren nach allen Dörfern, um auch die Dorfbevölkerung für dm Wahlboykott zu gewiiwicit. Es ist zu erwarten, daß in vielen Orten der Wahlboykott vollständig seri» wird. So hat 11. a. der Gouverneur von Nablus (Sclicchcm) der Regierung rnitgetcllt, daß in seinem Rayor» die Durchführung der Wahlen unmöglich sei. Die Arretierung einer Anzahl Beduincmchcic*»• wegen Ihres Verbotes der Volkszählung blieb •ohne Wirkung. Die A.-C.-Sitzung verschoben Die auf den 25. und 26. Dezember nach Berlin einberufene Sitzung des Actions-Comitös ist verschoben worden und wird voraussichtlich Mitte Januar stattfinden. Der Qrund für die Verschiebung liegt in dem ausdrückliehen Wunsch Dr. Weizmanns, an dieser Sitzung teilzunchtncn. Weizmann weilt bekanntlich ln Palästina, von wo er Ende Dezember zurückerwartet wird.