Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 09 Seite 05! JU ED IS CHE RUNDSCHAU PalSsUna ־ Arbeiterbank (The Workcrs’Bank I.td. Palcstine) Die Bilanz per 30. September zeigt folgende Ziffern: Aktiva: £ E, Miß, Kassa und Bankguthaben . , , Unverk. Aktien und ausständige Raten Darlehen■. 5 816 582 « t I 1 1436L776 öffentliche Arbeiten . . . י 14 275.297 lamlwirtsch. Betriebe . , , , ‘ 208.000 Kooperativen .! , , . 3?91.802 Iustituioncn usw. . , s . 8 853.100 19 617.292 Durchlaufende Beträge , . Spesen: 1 1 « 1 4591.089 Grümhmgskostcn 813.840 Verwaltung?kosten T 214.219 Aktienvcrlrieb und Inkas» . , , 238.019 2 296.108 Inventar . , , ״ ״ , , , י * י I 138.000 70 609. H9 Passiva: £E. Mill. Grundkapital (Aktien) . . . * ■ 30 000.— Diirlchensfonds der Z!an. Org. _ ״ ״ 23 712.500 De]H1<uien (Kto. Kurrent) - . * , 7 210.933 Kreditoren. 7 852,921 Gewinn (Zinsen und Provisionen) , , « $ 1 982.795 vo oo-j.Mv (Anm. d. Red.) Im Vergleich zur Bilanz vom 31. Mai (veröffentlicht in Nr. ft dieser Beilage) zeigen sich folgende Veränderungen: Der Betrag, der für Aktienverkauf angegangen ist, hat eine Vermehrung um zirka 7000 Pfund erfahren, Es ist nunmehr etwas filx’r die Hälfte des Aktienkapital« cingegangcn. Der Betrag der Darlehen entspricht ungefähr dem Kredit, den die Zionistische Organisation der Bank gewährte. Die Depositen haben sich ungefähr auf gleicher Höhe erhalten. Der V/cchscleskomptc, zirka 20.000 Pfund, wurde zirka je zu einem Drittel aus Bank• kredit, Depositen und Aktienkapital bestritten, wobei wahrsdicinüdi der Bankkredit Reeskoinpte sein dürfte, Genaueres über die Rückzahlung der Darlehen ist nicht zu ersehen, cs scheint aber jedenfalls ein großer Teil der Rück- Zahlungen in der Form von Wechseln erfolgt zu sein. So entsprirfit «ler Verminderung des Kredits für öffentliche Arbeiter» (zirka 4000 Pfund) der Stand der Wechsel aus diesem Tätigkeitszweig. Auffallend Ist der Rückgang der Kredit׳• für Landwirtschaft von 16,700 Pfund auf 203 Pfund, respektive mit den Wechseln aus diesem Zweig auf 3.300 Pfund. Es wäre wichtig zu wissen, ob dies nur wegen der natürlichen Bewegung (Rückzahlung nach der Ernte) der Fall ist, oder ob die Bank ihre Darkhensläligkcit für die landwirtschaftlicher» Betriebe stark eingeschränkt hat, Auffallend Ist die große Summe, die tu» ״Institutionen“, die nicht näher genannt sind, verliehen wunlc, zirka 7.770 Pfund, dazu Wechsel zirka 8.850 Pfund, zusammen zirka 16.600 Pfund. Die Bank wird wahrscheinlich ■nach Abschluß des ersten Tätigkcitsjahrcs über all das nähere Auskunft geben. Vielleicht wird sic dann auch den schon einmal erwähnten, kaufmännisch nicht richtigen Vorgang cinstcllcn, die nicht verkauften Aktien unter Aktiva cinzustcllen, um unter Passiva das volle statuarische Aktienkapital anführen zu können. Dieses könnte, wie beim J. C. T., gesondert angeführt werden. Landwirtschaft Agrikulfurbcrlclit der Regierung (Oktober 1922) Größere Quanten Winter- und Sommergetreide sind in Gruben aufbewahrt worden, in der Hoffnung, daß sich die Marktverhältnisse bessern werden. Die Getreidepreise schwankten zwischen 65 bis 90 Piaster für 100 kg. Verschiedene Proben türkischen Tabaks sind zur Untersuchung an das Internationale Landwirtschaftliche Institut in Rom gesandt worden. Die Verfügung, daß die Einhebung der Tabaksteuer verseilalen werde, hat unter den Pflanzern sehr befriedigt, sic wurden dadurch befähigt, ihre Ernte früher zum Markt zu bringen; Saatgut wurde von syrischen Pflanzern in Vorrat beschafft, un» der großen Nachfrage zu genügen. Die Olivciscrntc hat begonnen; die Früchte sind sehr ungleich. Die Administration bat empfohlen, die Praxis, unreife Früchte zu pflücken und die Oliven durch Stöcke abzuschlagen, aufzugeben, der Erfolg wird sich im nächsten Jahr durch verbesserte Erträge zeigen. Die Orangcnerntc verspricht im Jaffadistrikt gut zu werden. Vorbereitungen für den Transport sind getroffen worden, und die frühesten Ernten wurden schon nach Aegypten gesandt. Große Quanten getrocknder Feigen kamen auf den Markt, und eine gute Ernte von Granatäpfeln wird zu besteh Preisen verkauft. Die PJiylhixcra breitet sich im Safe der Distrikt noch immer aus. Es ist Vorsorge getroffen worden, 153 003 r11ncrik.ini;che Stöcke in den von der Krankheit ergriffenen oder bedrohten Flächen ir, den nördlichen Di,trikt;11 zur Vericilimg zu bringen. In Malaha, am Huleh-Sce, ist ein Versuch unternommen worden, die minderen inländischen Reissorten durch bessere aus Acgvpfcn und dem Osten zu ersetzen. Die Versuche mit BaumwoUpflanmugen in Acre und Baisan sind schon abgcerntet, doch sind die Erfolge in Frage gestellt durch die Erkrankung der Pflanzen durch den einheimischen ״Pink“• BauimvoIIwurm. Eine Ernte von Zuckerrohr ausgezeichneten Wuchses (Acre) ist in Verkauf. Durch die ägyptische Konkurrenz werden die Gemüse- Pflanzungen eine Einschränkung erfahren müssen. Das Landwirlscliaftliclie Museum der Zionistischen Organisation Das Landwirtschaftliche Museum erhält folgende Abteilungen: 1. Abteilung der Früchte, enthält Muster von Früchten des Landes, zirka 60 Arten. Die Früchte sind in Formalin konserviert. 2. Aufforstiuigsabtcilung, enthält 200 Arten von Wald- und Zierbäumen. 3. Wandtafeln der Pflanzen des Landes (1000 Arten der palüstineiisistlim Pflanzen, gesammelt, getrocknet und geordnet). 4. Reiche Sammlung von Bildern der Kolonien und Farmen, die vom J. N.-F, gegründet wurdet». 5. Sammlung von Bildern, gemalt in Wasserfarben (Bäume, Früchte, Blumen). 6, Diagramme über die Meteorologie und Geologie Palästinas. 7. Zoologische Sammlung, enthaltend 250 Vogelarten, eine Anzahl von Säugetieren, 50 Arten Schlangen und Kriechtierc und eine Anzahl von Fischen, die sich In den Gewässern des Landes finden. & Mineralogische und geologische Sammlung von einigen hundert Mustern von Gesteinen und Versteinerungen Palästinas. Das Museum besuchen besonders dl« Schüler der Jerusa- Jemer Schulen und von Zeit zu Zeit auch die Schüler aus anderen Städten und Kolonien des Landes, Auch viele von den Touristen, die das Land im Frühling besuchten, besichtigten das Museum, Im Durchschnitt besichtigen die Sammlungen im Museum 20 Personen täglich. Es wäre zu betonen, daß sich unter dem Besuchern des Museums häufig auch Vertreter des alten Jischub befindest Das Museum ist ein wichtiges Erzlclumgslnitltut für alle Schichten des Jischub geworden. Ernteschatzungen Das offizielle Bulletin schätzt die mit Herbst 1922 abgc« schlosse ne Ernte in den Hauptfrüditen wie folgt! Welzen 7,278 t, Gerste 1,171 t, Linsen 235 t, Kersaneh 345 t Ausdehnung der Milchwirtschaft In Cliedera Die Kolonisten von Cliedera organisieren dort eine Mitdtgcnosscnschaft, die das ganze Jalir hindurch Milch würl liefen» können. Eine große Zahl von Kühen wurde neu importiert, große Fl,äclien wurden den» Futterbau gewidmet, ebenso verschicdcnc Maschinen nufge-stcllt. Im Sommer!922 wurden ln Cheden 18 HAtucr und 14 Ställe neu gebaut. Verkehr Scbiffalirfsverkelir von April — September 1922 (mit Ausnahme der Kriegsschiffe) Haifa Dampfer Tonnen Segler Tonnen England 51 72 396 32 1559 Belgien 2 — ~ Aegypten — — 39 1 889 Frankreich 17 50 481 Deutschland 30 16471 Griechenland 8 11 208 3 126 Holland 12 13 756 — — Italien 53 110925 9 847 Norwegen 1 857 — — Palästina — — 105 874 Rumänien 7 12 392 Schweden 1 930 Syrien _ 380 4 941 Amerika 2 7143 — Albanien — 1 112 Gesamtzahl 181 . 293 559 569 10 348 Jaffa Dampfer Tonnen Segler Tonnen . England 49 69612 8 271 Belgien 3 5 413 '• — Aegypten k— — 93 5322 Frankreich 23 76 348 3 69 Deutschland 34 32 577 1—4 Griechenland 11 12395 l-j Holland 11 11249 4״״k Italien 55 113 826 15 1522 Norwegen 1 853 — Palästina 264 3 013 Rumänien 8 13 563 Schweden 4 2835 — Syrien r— «— 180 3 239 Ver. Staaten 2 7 406 —I jugoslaviet» 2 973 — — Gesamtzahl 203 * 347 085 563 13 436 Akko Dampfer Tonne!■ Segler Tonnen Aegypten 6 395 Italien 1 49 H-4 Palästina 192 1226 I—i Syrien 231 1 322 1— — Gesamtzahl 433 '2992 f—1 — Qaza Dampfer Tonnen Segler Tonnen Aegypten I—i — 11 935 Palästina k—1 — 19 426 Syrien — 19 502 Gesamtzahl —, — 49 1863 Automobil verkehr Es bestehen derzeit folgende regelmäßige Routen: Von Jerusalem nach: Jaffa, Jericho, Nablus, Tiberfas; von Jaffa nach: Tcl-Awiw (Tcl-Awiw—Secküste), Rlschonle-Zioo, Jerusalem, Ran»Ich; von Haifa nach: Beyruth, Acre; von Tiber! as nach: Semneh, Haifa, Jerusalem, Jaffa; toi» Nazareth nach: Haifa, Tiberfas, Jenitt. Einwanderung und Reiseverkehr im September kamen 3255 Personen nach Palästina, davon 131 Touristen und 1079 rückkehrende Palästinenser, dagegen verließen 2708 Personen das Land, davon waren 22 Arhci1slo.se, 91 Auswanderer (21 Juden, 46 Christen, 24 Moslem) und 131 Einwanderer, die nicht 1m Lande bleiben wollten (davon 49 Juden). 712 Einwanderer, davon 688 Juden, wursten zugelassen. Von den Jtiden kamen 213 aus Polen und 238 aus Rußland und der Ukraine. * Zwischen Kantara und Rafa Ist eine neue Station ״Khirba" eröffnet worden. Die Jüdischen Ingenieure ״Hnarez" vom 19. Oktober berichtet über die Konferenz der Ingenieure in Tcl-Awiw, bei der Ingenieur Pacovaky das Haupirefenit hielt und die von 69 jüdischen Ingenieuren besucht war. Die drei arabischen und fünf englischen Ingenieure, die cs noch 1111 Lande gibt, Mellen siel» fern, trotzdem man um I ihretwillen das Wort ״jüdisch“ vermieden hatte. ״Hoarez.״ I führt bittere Klage über das Fehlen jedes nationalen Bewußt- 1 scins bei dieser Versammlung, ־׳ Städte Die Bautätigkeit in Jafla und Tel-Awlw Die Entwicklung der beider» Städte schreitet sichtlich vorwärts, ebenso der I lauserbau in den verschiedenen Teilen der Hauptstadt, Handelszentrum. Es ist geplant, das neue Handels- Zentrum, das ״Sheikh Ali“ benannt wurde, aus Häusern nach modernsten Systemen zu bauen. 75 0/4 des dafür be« stimmten Gebietes situ) zur Behauung bestimmt, der übrige Teil für Straßen und Plätze; in jedem Häuserblock sollen ungefähr 30 Geschäfte sein. Im ersten Stock liegen Wobnurigen und Büros, nur 60 0/0 des Raumes sollen oben verbaut werden, um Vorsorge für eine breite Terrasse an der Stirnseite der Läden zu treffen. Es Ist auch geplant, Kühl* 11 äuscr zu errichten, ebenso eine Markthalle für Tel-Awiw. Die Entstehung des 1 Inndcls/ciHrums wurde durch ein Darfeilen von 70000 ägypt. Pfund möglich, das die Anglo Egyptinn Bank bewilligte. Es ist zu erwarten, daß vier oder fünf Block* bis Ende 1922 beendet sein werden. Einige Teile des Qcsamtgcbictcs sind für den Bau einer Straße vorgesehen, als Fortsetzung der Hcr/lsiraßc, und außerdem eine Straße, die senkrecht zur King George Avenue geführt wird. Auch die Gemeinde Jaffa ist sehr tätig und plant die Erweiterung und Fortführung der Straße vom Menschleh-Viertel an parallel zur See. The Palcstine Enterprise C0. Ltd Diese Oe• Seilschaft ist verantwortlich für die Erricl1t1mg der Geschäft»- hätiser, die nt» der King George Ave׳;«׳* liegen werden, und beabsichtigt, einen zweiten Black aufzuführen parallel zum ersten, nber mit größerem FlÜchenraum, ungefähr 800 m*. Es wird bereits seit August gebaut, im ganzer» sind 50 Arbeiter beschäftigt. Andere Bauarbeiter» ln Tcl-Awiw schließen die Mchussarc Dirotli, die Nachlath Koder» und Hatikwahgruppc ein. Erstcrc liegt in der Nähe der Silikatfabrik, nördlich vor» Tcl-Awiw, I>ie Mitglieder der Baugruppe sind Handwerker. Das Land gehört dem Jüdischen Nationalfond, und die General Mortgag« Bank von Palästina hat die finanziell unterstützt. Den Hüuscrbau hat die jüdische Arbeitergenossenschaft ülrcmommcn, und zwar »ollen 150 Hauser gebaut werden, von denen 96 bereits fertig sind, die restlichen 51 wahrscheinlich bis znin nächsten Jahr, Die Häuser bestehe!» meist aus zwei Räumen, einer Küche und einer Terrasse, die Baukosten stellen sich auf 200 ägypt. Pfund, Die Mitglieder der Nachlath Kedem und Hatikwahgruppc sind begüterte und beabsichtigen 210 Häuser zu bauen, nördlich von Tcl-Awiw, nahe der Küste. Dieses Unter- , nehmen plant die Anlage einer Gartenstadt, der Platz dafür ist bereits vorgesehen; sie dürfte noch 1923 beendet werden. Die Mitglieder hoffen freie Pacht für Häuser und Laad zu erlangen. I r Ganim und Borochow-Viertel. Die ״Ir Ganim“ Gesellschaft hat einige 1800 Dunam erworben, auf denen eine Stadt atifgchntrt werden soll, 300 Dunam wurden dem Jüdischen Nationalfonds verkauft, der hier eine Gartenstadt ״Borochow" errichten will. 23 Häuser mit je 2»/t Dunam sind schon fertig. ln Ir Ganim, das 1530 Dunam hat, sind erst vier Häuser gclmut; die Gesellschaft hofft eine Anleihe aufnehmet» zu ,.können, um bis zum nächsten Jahr die Bauten fcrtigstellea<• | zu können. Es wurde beschlossen, daß jedes Mitglied mm-! destens 5 Dunan» Land erwerben kann. Die größere Zahl der Mitglieder, die derzeit 240 betragen, plant intensiven Gemüsebau und Milchwirtschaft. Ungefähr 20 Familien wohnen sehen dort. Die Pläne sehen auch eine Reihe von Plätzen, darunter einen Fußballplatz, Schulen, eine Synagoge und eii» Gemeindeamt vor. Ir Ganim stellt eine ganz selb• ständige, unabhängige Niederlassung dar. Die Gesellschaft ״Bait wc Gan", deren Mitglieder. Misrachi sind, hat von der P. L. 1>. C. ungefähr 1500 Dunam' erworben, auf denen 530 Hiiu'cr errichtet werden sollet». Vorläufig sind nur •10-50 Grundstücke verkauft ן es ist aber unwahrscheinlich, daß vor dem nächsten Jahr mit dem Bauen begonnen werden kann. Das Land liegt derzeit ziemlich isoliert vor» Jaffa und Tcl-Awir, aber cs ist möglich, daß die King George Avenue ausgedehnt wird und dann durch die direkte Verbindung mit Tcl-Awiw hcrgestcllt wird. Der Arbeifsm&rkt In Haifa Die Zahl der Arbeitslosen in Haifa hat abgenommen und war Ende Oktober nur 30 —10. Ein neues Lager wurde in Sich ran Jacob errichtet. Die Einwohner, zirka 50 Mann, wurden beim Bau eines Wege* von der Station zur Kolonie beschäftigt. Die Jddlsche Acrziescliaft Laut einer bis zum Juni cL L durchgeführtcii Statistik leben ln Palästina im ganzen 173 jlhlisdie Aerzte, von denen 72 im Dienste der medizinisch-hygienischen Organisation ״Ha* dansah" tätig sind und 71 eine ׳Privatpraxis ausiiben. Außerdein nehmen 19 Aerzte öffentliche Stellen in den Kolonien ein und nur 6 stehen in» Dienste der Regierung. Die Grundlagen der palästinensischen Oekonomik Von Dr. Arjeh Tartakower. I, DIc Auta rk 1 e. Wir hahen In bezug auf Pnl/istina bereits viele Illusionen durchlebt, auf politischem, auf wirtschaftlichen», ja, sogar auf flozlalem Gebiet. Fs hat sich nicht immer um klar aus* gesprochene, seluirf umrissene Programme gehandelt. Oft war es ein unklares Streben, ein Impuls, der von einer gewissen Seite umging, in eine best'׳■minte Richtung drängte und eine Gärung verursachte, ohne daß man sich darüber klar wurde, ob das zu Erstreitende wirklich erstrebenswert ist und nicht vielleicht ein anderer Weg zu wählen wäre. Uä!d daher hat der Zusammenbruch derartiger Illusionen immer viel Enttiiuseluing, wenn nicht geradezu Verzweiflung verursacht, obwohl es oft Im Grunde genommen zu derartiger Stimmung herzlich wenig Grund gab, Ich beginne den Aufsatz über die Frage der Autarkie deswegen mit diesen Worten, weil es nur scheint, daß hinter diesem Schlagwort, das hei uns seit einigen Jahren populär zu werden beginnt, auch eine derartige Illusion 'steckt, 11s Ist allerdings l;nmn anzunchmcit, daß sich rings um diese Lo»u g eine größere Masse gruppierten wird, daß sic das Leitmo iv einer Bewegung werden wird, wie cs rnit so vielen anderen l'al.istlna-Seliiagwortcn geworden Ist. Es gehört Immerhin ein gewisses Maß ökonomischer Vorbildung und ökonomischer Auffassungsweiso dazu, um den Gedanken der Autarkie richtig erlassen zu können. Ja *elbst In Palästina,