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Jüdische Rundschau · 1922-12-12 · Heft 98 (12.12.1922) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 98 (12.12.1922)
Date
1922-12-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 643 Kr. 08 JUEDISCHE RUNDSCHAU Vermischte ]Nachrichten Eine Misracli! - Kolonie Bei der Jahrrskoitfeiviiz des aiiiemknnischcn Misrnrii), welche Im November in CtevoHnd *tntlland, wurde der Be- Schluß gefaßt, einen Fonds von 100 00.׳) Dollar zur Gründung riiver Misraclii-Kulonie in der Naive von Icnisnktm aufmbringen. Bei der Konferenz wurden 2003® Dollar «oforl ge• ycicBivct. Die Wahlen in die PartcilcUiiu•]: ergaben die Wieder* wähl von Rabbi Meir Berlin als Präsidenten. 111 den 1kbatten war Rabbi Berlin heftig angegriffen worden wegen seines Eintretens für <1011 Keren I lajesso:!, das ans orthodoxscparatislisclicn Gründen kritisiert wurde. Doch gelang cs dem Vorsitzenden, durch seine überzeugenden Darlegungen die Konferenz für seinen Standpunkt zu gewinnen. Antizionisticchcs Danket( London, (J, C. B.) Die ״National-politische Liga" veranstaltcte am 28, November zu Ehren des Prinzen H a b i b Lcttaiah, der sieb als Vertreter des Kcnlgs Hussein von ilcdsebas nach Amerika begibt, ein Bankett, welchem u. a, Lord Sydcnhnin, Kanitäu Poxcroft u. a. Parlaments• mitglicder beiwobnton. ln seiner Ansprache wies der Prinz darauf hin, daß die Entente die im Jahre 1015 mit dem arabischen König getroffene Abmachung; respektieren müsse. Auch müßten die Verbündeten cs König Hussein überlassen, die Angelegenheiten der arabischen Rasse zu regeln, Er sprach die Hoffnung aus, daß mit der Erneuerung der eng• fischen Regierung auch eine neue Acra für die Araber an• fangen werde, Lord Sydcnliam erklärte, England müsse seine Vcrpf 1 ielitn 11 igt-n gegen die Araber erfüllen. Die Balfour-Dc• klaratiou tlisurccliliere das englische Volk und müsse annuliert werden. Die Ansprachen der anderen Redner bewegten sich in den gleichen Linien, Rüge für JudRctie Studenten Wien. (J. C. B) Die Beilegung der antisemitischen Stndcntenkrawalle in Wien ist nicht ohne Konzessionen an die antisemitische Studentenschaft vor sich gegangen. Als eine dieser Konzessionen ist eine Bekanntmachung des Rektors der llauptunivcrsit.it zu betrachten, in welcher er der Vercinigung ״Judäa“ die Mißbilligung ausspricht, weil sie angeblich durch ihr Verhalten die Ruhe und Ordnung an der Universität gefährdet habe, In der Kundgebung erklärt der Rektor ferner, er erwarte, daß die deutsche Studentenscliaft in seinem urteil filier die Vereinigung ״Judäa“ eine ausreichende Genugtuung erblicken werde. Zunahme der Hungersnot in der Ukraine Moskau (J. C. B.). Der Sonderberichterstatter des J. C. B. in Rußland telegraphiert: In den südukrainischcn Hunger-Gouvernements wird die Lage von Tag zu Tag ver• zwei fetter. Die Landbevölkerung bringt sehr wenig Produkte in die Städte, weil sic ni:!1t den Gegenwert bekommt, den sie braucht. Die Städte sind nicht in der Lage, der Bauern- Schaft die von derselben benötigten Waran zu liefern. So kommt cs, daß die Juden als die ha1!p1־ächlkhe IVcvörkensng der Städte in erster Reiiie unter dem Hunger leiden. Ein klassisches Urteil lllll;!llll!!l!llllllll!liIllMl!lltlillli1n * בית וער עברי, ברלין * I. II | עורר ביום ה׳ .14 דצמבר באולם ICunslgcwcrbc-Muscum, Prira-Albrcclilstraßc 7a (| | הרצאה עם תמונוח אור על הנושא: I א> החפירות האחרונות בארץ־ ישראל m ן ס בתי־הבנסיות העתיקים. I המרצי׳ מר ל• ס ו ק נ י ק. | ה ה ת ח ל ח ב 8 שעות בערב בדיוק. 11111111n1:111111111111m iiuiiKiniiiiitiiiiitmiimiiiimmiimuiiümniimii De,1 ו׳H111u;iiiiti11mmmi111!i11m1iiii1ii11m1>Hn!11m11 KEILEN JtAJEMETH LEJI SRAEL Sonnt•?, 17. Dezember, H12 Uhr im Mozartaaal Noilendorfplati, Vorführung dei 5 1 11 t i g e 1 Film■ mit dem U n Ion t k •» t « r>0 r e h 1 1 t « r mit einer großen Anzahl neuester Aufnahmen der Ko'onien Sichren Jakol), Petnch Tikwali, Risdion le Zion a. a. Der Film wurde ferner durch Darrtellungen der NtttlonaUondatällgVeit In den letzten Monaten auf den Siedlungen im Emekjeireel ergänzt. rt» זדזי *r3u1u11׳ÄMtWS)a*f K*1ir1w»rvt»lc•‘»{ Ro*«1herf, Grenadferttr 38, Ewer. K!M*et>eek*!r.33«54• Jwruvioi Kl P1Ä»id«ut#nitf*3»Ort«rUy, Au|•bvrgar Star. 38! U. Z V.!S«y4«t*lr.3 י Deutschland Der Preußische G'ntelndeverfcund gegen die flewfssens- Vergewaltigung In Sachsen Einer Preßnotiz zufolge bat die sächsische Unterrichts• Verwaltung auf Grund einer Verordnung, die dir Lehrer u׳nd Schüler die Unter ielit;befrei11 ׳g an staatlich niefht anerkannten Feiertagen au'mhinslos verbietet, mehrere jüdische Schüler, die an da» diesjährigen hohen Feiertagen der Schule fern* blieben, mit Karzer bestraft. Mit Rücksicht auf die prinzipielle, über Sachsen wadt hinausgehende Bedeutung der Angelegenheit hat der Preu ßiseiie Landesverband jüdischer Gemeinden bei dein Reichsmlnir.terium des Innern und dem Reichstag gegen die Verordnung Einspruch erhoben und an den Reichstag eine Eingabe gerichtet. Budapest (L C. B.j Der Militärgerkttshof verkündete am Sonnabend das Urteil in dem Prozeß gegen den der Quäle* rei und des Mordes a n d ein Oro llhändler Landau beschuldigten Olicrleutnant Dausky und Genossen. Dauskv wurde wegen Amtsvergehens, begangen durch die Mißhawlhing der beiden Landau, Vater und Sohn, schuldig erkannt. Unterleutnant Paul Diskoveky wurde gleichfalls des Amts- Vergehens schuldig gesprochen, weil er die beiden Landaus zwang, drei bis vier Liter Wasser zu trinken, »wie ein antisemitisches Spottlied zu singen. Der Oflizicrstdlvertrctcr Ladislaus Gouda wurde wegen Mitschuld ver* urteilt. Oberleutnant Dausky crbielt sechs. Wochen (1) Professenarrest, Diskovsky und Gonda je zwei Wodven (!) Profcsscivarrcst zuerkannt. Die Strafen sind durch die Untersudiungshaft verbüßt. Die Rolle der Juden in Polen. In einem vom Lodzer Rozwoj-Burvd erlassenen Aufruf wind darauf hingewiesen, daß von den 16 Millionen Juden in der ganzen Welt sich allein in Polen vier Millionen befinden. Dabei wird unterstrichen, daß in Polen die Zahl der Juden das Fünffache der jüdischen Lmwohnenchaft Palästinas beträgt. Ferner wird darauf hmgcvyicsen, daß die Juden 79 <y» des polnischen Handels, 86 ״/# der Industrie und 52 ״/o des Handwerks in ilircn Händen haben. In den polnischen Städten »11 die ZaJd der Juden die der Nicht- Juden um 750000 übertreffen. 26 Millionen für jüdische Wohlfahrfsefnriclitungen Im Haushaltsetat des Rciclisnrbeitsmlnlsteriums ist auf Antrag des Reicfisvcrbandcs der privaten gemeinnützigen Kranken- und Pflcgcansfaltcn Deutschlands eine M11• Harde für die Unterstützung gemeinnütziger Anstalten, die aus Mitteln der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbänden nicht ausreichend unterhalten werden können, bewilligt worden. Der Zentralwol!!fahrtsstelle der deutschen Juden wurden von diesem Betrage 16 Millionen für jüdische Anhalten zur Fürsorge für Leidende. Hilflose, Bedürftige und Gefährdete zur Verfügung gestellt, die In aller Kürze gemeinsam mit dem Bund jüdischer Kranken- und Pflegcanstaltcn Deutschlands, welcher der Zentralwohlfahrtsstelle als Mitglied angcschlossen Ist, zur Verteilung gelangen. 2 Millionen davon sind «n den Wirtschaftsbund gemeinnütziger Wohl'ahrtselnrkhtungen Deutschlands abgeführt worden. Die übrigen 14 Millionen gelangen in aller Kürze zur Ausschüttung. Durch die J ii d i s c h c W c 11 h 11 f 8 k 0 n I e r e n z ist der Zcntralwohlfalirisstellc der deutschen Juden die Summe von 1€ Millionen für die vom Krieg und dessen Folgen be* trotfenen notleidenden Woblfalirlselnrichlungen Deutschlands zur Verfügung gestellt worden, die ebenfalls in allernächster Zeit verteilt werden. Jfiditjclie Erxiehungskonferm Von der Zentralwebtfalirtsstelle der deutschen Juden er* halten wir folgende Zuschrift: Die Gestaltung der Zeitverliältnisse hat auf die Ent- Wicklung des Kindes dieser Generation in kör• periieber, geistiger und sittlicher Beziehung einen starken Linfluß aasgeübt. Die Frage der Erziehung einer gesunden Generation unter den veränderten Zeitverhältidsf.en stellt Eltern und Erzieher immer wieder vor neue Konflikte, wenn sic die harmonische Ausbildung dm Kindes mit den Forderungen ihrer Zeit in Einklang bringen wollen. Angesichts der neuen Formen zeigen sich überall Bestrebungen, die teils aus der organischen Entwicklung der bestellenden Methoden und Anschauungen, teils aus neuem, von der Zeit losgelösten, . einer fernen Zukunft angepaßten Formen, heran,gewachsen sind. Dazu fordert die lugend selbst ein anderes Leben an Oegesundheit, Kraft und geistiger Bildung, als es ihr durch das Schul- und Er/ielmngswescn der letzten Jahrhunderte geboten wurde. Die Verantwortlichkeit der Er• zicher muß sich mit diesen Fragen auscinandersetzen, um das Bleibende und Wertvolle dieser Bewegung zu erkennen und fortzucntwickcln. Auf die jüdische Jugend wirken die Entwlck• Jungen stärker ein, bedingt durch die Gestaltung der besonderen wirtschaftlichen, sozialen, politischen Verhältnisse, unter denen die Juden in den letzten Jahrzehnten gestanden haben, LHe starke Großstadtkonzentrierung, eine einseitige Berufsschlchtung und U e b e r - Spannung der intellektuellen Anlagen haben Körner und Geist ln einer Richtung gebildet, die die heranwachsende Generation gefährdet, in vieler Beziehung schädigt. Dazu kommen die politischen Ereignisse des Ostens, die eine F i 11 c h t ii ng s und Wanderbeweg u 11 g hervorgerufen haben, welche gerade für die Entwicklung der Kinder gefährlich durch die Zerstörung der Familie, Verlust des Heims und der Möglichkeit einer geregelten Ausbildung, ist. Diese Erkenntnis führt zu der Notwendigkeit, stärker als bisher für die Erziehung des jüdischen Kindes neue Formen zu entwickeln. Wir sind auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre der Auffassung, daß die Wold fahrt der Juden von der Gestaltung der Erziehung des Kindes qbhängt und glauben daher als Voraussetzung jeder jüdischen KuI• turarbclt die Grundlage für eine gesunde Erziehung för• dem zu müssen. Um »He diese Fragen zu klären, veranstaltet die Zen* tralwohlfahrtsntelle der deutschen Juden gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund am 26. und 27. Dezember eine Jüdische Erzlchungskonfcrcnz mit folgendem Programm: Die soziologischen Verhältnisse der Juden in Deutschfand. — Notwendigkeit und Wege der Berufsberatung und ihr Einfluß auf die Erziehung für die männliche und die weibliche Jugend. — Der Einfluß der sozialen Fürsorge auf die Erziehung. — Der Einfluß der ärztlichen Fürsorge auf die Erziehung. — Religion und Erziehung. — Eltern• haus und Erziehung. — Schule und Erziehung. — Anstalt und Erziehung. — Jugendbewegung und Erziehung. — Einfluß neuzeitlicher Strömungen aut die Entwicklung der Jugendbewegung, — Die Erziehung der Erzieher. Mitteilungen über Teilnahme an der Konferenz sind bis zum 20, Dezember »n die Geschäftsstelle der Zentralwohl• fahrtsstclle der deutschen Juden, Rosenstr. 2/4, zu richten. Tagung des deutschen Hechaluz Wie bereits den einzelnem Oruppeti und Chawerim durch Rund schreiben, sowie aud» durch Bekanntmachung' in der ״Jüdischen Rundschau" mitgeteilt, findet am Donnerstag, den 14. und Freitag, den 15. Dezember in den Räumen ilcs K. J. V., Kurftlrslcnstr. 150, der erste deutsche Chaluztag statt, auf dem sich der Hechaluz in Deutschland in seiner endgültigen Form konstituieren wird. Wir bitten, daß sämtliche Delegierte, die uns noch nicht gemeldet sind, uns umgehend von ihrer Delo• , Ration Mitteilung machen. Zionisten, die an der Entwicklung der Cliahizdingc in Deutschland interessiert sind, können, so weit Platz vorhanden, als Gäste teilnelwnen. Die Tagung be* ghmt Donnerstag, den 14. Dezember, 6 Uhr naclun. gez. Deutscher Hedialuz, Walter Heimat»n. Zur Chaiuzkonferenz. Alle Chawerim des Hapoel-HazaTr, die anläßlich der Chaiuzkonferenz in Berlin sind^ werden auf- _ einzufinden. Erklärung. Durch eit» Versehen der Einsender sind bei den Unterschriften der in Nr. 97 veröffentlichten Erklärung folgende Namen ausgelassen worden: Dr. Bernhard Bartfela, Erna Bartfeld, Leo WisIicki. Oskar Baum über Bliiher Oskar Baum, der bekannte blinde Dichter, hielt am 10. d. M. »der Ewer-Buchhandlung einen sehr interessanten Vortrag über ilithers Schrift ״Sccessio Judaica“. Ausgehend von einer *Iiarakleristik dieser Zeit, die nidtt, ד\יי - inxvn meinen 90111־ c mi erchofft hatte, als Reaktion auf den Krug eine Zeit des tv־Sicf1־Ocl1cns und der gesteigerten Menschlichkeit, sonuern ine Zeit der Brutalität und Demagogie ist, besprüht er ah; ine ihrer typischen Erscheinungen das letzte Stadium der Enteidiimp f faus Blüh er s, der einst mit großen Erwartungen als!euer iüealistiscber P11ik>soph begrüßt worden war, begrüßt ror allem auch von Juden (Zustimmung der Juden nennt BlulKr >eka11n|!ich ein Merkmal der ״korruntiven Gedankengünge ). äuliers Schrift Seo:s^o Judaica ist das inr. Seelische transpovierte Märciicn vorn Ritualmord. Sic ist eine Ausl.ucht yor der ^»twendipkeit, nach de!« Zusammenbruch der wahnsinngrn feilt sehen 'Weltherrschaft v (räume, den Haß gegen sich schrM zu ׳leiden, eine Ablenkung auf ein Objekt, dem Je,zt in dem Zusammenbruch rugesdroben werden imiß, damit die Hypnose sich au,•wirken kann, das Volk tnüwe :lein jiidiselicn Einfluß Ivcfrcicn, auf daß der ffodg^woliU niüeksweff ungestört seinen Fortgang nehme. Baum versucht den Ideen״ cliaft der Schrift seines demagogisch-mystischen Padws zu entkleiden und prüft dann die itbrigb.cibciidcn Probleme• erstens, hallen die Juden einen übermäßigen Einfluß auf die Wirtsvölker, besonders das deutsche, und seitens, Ist d1<*er Einfluß nur sdiädJidi. In geistvoller Analyse und mit «mgen gut sitzenden Hieben legt Baum dar, we B-uher ״ verwirrt, wie er alle ncinar Begriimlunig ins Oesidit *cj י . Gegenbrispide igrooriert oder mit teiditer Ocste al tu srhlieliücJi in cd ne Selbstan-bctung verfallt, die »gar das CliristeiUum als dne sletitsdie Tat. t-lf:1'c,rs r״CT,4«*rhi ahorigirveliC rdipiosc Sciiöpfuu^ vciiKTilicht, 0.1AC d.c ln . ZU a eilte 11, daß dodi zuircndest zuerst ״das ^2‘na' d-J sein nraßte, Gerade das Beispiel der IjdKlubersctz f *p J-* der jüdische Einfluß auf deutsche Ku.ßir iimi scIk״ Gc1׳,t “hr positiv gewesen ist. Die Frage, ob Juuen ber ®p.'' ‘ ' ן fremder Kultur mltzur rbeiSen und g»e1d1ze1t1g an 11r f ” t fcstzi!halte», bejaht I’׳.m«n mit den! 1 Im-veis, daß müfktr zu b.aoen, wenn emc eil mellt zu rechtfertigen wäre, mi־:צ״ ׳■״״;״ ״•» ,^״״ril1rdl Kulturarbeit wartet, die sonst ungetan ’'1™f' f.T 11c von der Rassenversdiicdeißicit erzeugte״ »MW« » ׳sehen Eigenschaften vermag jedes .L^ct sich Veisc kulturell produktiv zu werden. Schlicßücli wmw« sicn ^amu gegen die Vgriicrrlichung der Idee ״Reich gegenüber ״Volk“, worin nichts anderes zu sehen Ist al* eine materiabslisdic Romantik, die gefährliche Verkleidung einer Ideologie lud' .lieht1,׳:er Eitelkeit. Damit allerdings rtolit die jiklisdic A.uffassimg in Widerspruch, die niemals ein Reich auf Kosten und durdi Kränkung anderer wird crridilen wollen, der vielmehr alles drauf ankommt, das Volk schöpferisch zu machen für seine menschliche Aufgalie. Die fein cmpftuidcnen, in glcielicr Weise von jüdischem Stolz und von weiter M<־n9cn!ichkcit be* sechen Atisiüiirungcn Oakar Baums wurden aufmerksam ango• hört und mit dankbarem Bcllnll aufgenomnven. — o — Vortrag Nathan Birnbaum Nathan Birnbaum, der einst zu den ersten Vcrkönclern der zionistischen Idee 7.1'ililie, dann über den GaluthnationalLw 11111s seinen Weg zur Orthodoxie nahm, I1ca1v5]>r11d1t wegen seiner einst bahnbrechende« Wirkung auch heute »och das Interesse de» Zionisten. In Seinern letzten Berliner Vorträge ül>cr ״Zcilp.-dst mvJ Judentum" stellte sich Nathan Birnbaum in betonter Entfernung von der Politik, die ״erniedrigt": Seine ricfmclitung betrifft die Beziehung des Menschen zum Metaphysische». Den Zeitgeist findet er charakterisiert durch die 1k:zicl1ungslos!g!;cit rum Metaphysisch neu, die dadurch erfolgte, daß das menscl’ilidie SclbsfgcfüJil der Gegenwart nh höclisfc In* glanzen des Seins entweder das Individuum oder ein Kolkktivum wie Staat und Volk proklamiert hat, statt wie die Religion ein über de» Erscheinungen Stellendes. Da den Zeitgenossen also nicht mehr die ״Beziehung zur Ewigkeit" letzter Ataßstab alles Hamlclns ist, haben die VerhäUnisw <kr politlsdiem tutd kultirrellci» Welt jene Verwimmq und Verderbni» angenommen, die zum Untergang fitlircn muß. 17as jüdische Volk ln seinem gesctz.estreuc» reu dagegen hat in seinem Sitten- und Ritital• grsclz ein liistrument von hödrilcr praklisdicr und ästhelisdwr Voflkommcnlieit, welclie* 'ihm in diesem Niedergänge 'der Mei*־,clihcits׳.;esehid1tc die richtige Verknüpfung nnit dem Ueberiixlisdie» als «jom wahren und segensreichen Pol, der die bewundern■־,werten antiken Kulturen geleitet hat, bewahrt hat 1i!k1 ca befähigen wird, den ״Untergang des Abendlandes“ zu überdauern. — Der Zionismus ist auch, wie die letzte Ent- Wicklung Birnbaums, eine Ablehnung des ״Zelt• geistes“. Wenn aber Birnbaum als den alleinigen Weg die religiöse-rituelle Traditio» betrachtet, so halten wir diesen nicht mir r ielit für den einzigen, sondern auch für sich allein genommen nicht für ausreichend. Denn die Bedeutung der Leime ist nur dann votikonunen, nur dann zukunltiträchtlg, wenn sie das gesamte Lebe» durchdringt. Wie aber könnte dieses erfolge», wenn große Bezirke des täglichen Lebens unziigäiw'icli bleiben? De Ratschläge, die Birnbaum an anderer Stelle dem orthodoxen Judentum zur Bildung eines Bauern- Standes und anderer Berufe gegeben hat, erscheinen uns für irgendeine Gegend außerhalb Ercz-I sracls als für die Zukunft des jüdischen Volkes und des Judentums nur von mittelbarer Bedeutung[; sie zeigen uns aber, daß diese Deckntpuigen nicht unberücksichtigt, doch von der Rastlosigkeit, mit der Birnbaum am Ziele zu sein wünscht, In ihrer Bedeutung verkleinert worden sind. Der Zionisumw glaubt aber überdies auch alle jene Teile des jüdischen Volkes, die der Tradition entfremdet sind, durch die Teilnahme an der besonderen, ethisch gerichteten, jüdischen Arbeit im jüdischen Lande der edleren Weltordnung, der ״Ewigkeit", teilhaftig werden zu lassen. , O. E, Grünfeld. Bficherschau M. Lehmann r Sprüche der Väter. Dritter Band. J. Kauff• mann Verlag, Frankfurt n. M. 1922, Der »eben erschiene ne Band enthält den 5. und 6. Ab- *chr.itt der Pirke Alxitli, mit ausfülirlichcr Erklärung und Etagere jedes einzelnen Misclina, vorwiegend für die Jugend. RnbbI Israel Baal-Schcm-Tow: Sein Leben und seine Lehre. Von Rabb. M. J. Gutman, Husi (Rumänien). Jassy 1922, (Hcbräiscli.) FelerldSnge. Gedichte, Wediselgespräche, Sing- und Festspiele für Israels Jugend zu Chanukkah und Purim. 2 Au fl. von S. Katz, Frankfurt a. M. 1923. J. Kaufimaivn Verlag. Klal-BIbliotlicK (jiddisch). Klnl-Verlag, Berlin 1922. Bd. 7: Dr. M. Wischnitzer, Jüdische Zcelien in Polen und Litauen. — Bd. 12: Der schlesische Proselyt Josef Stebllzki (Prozeß- Akten. — 15./I6,: Flaubcrt, Herodias. Uebersetzt von R. Setigmann. — 17./I8.: Kulbak. Lieder. — 19./20.: Baal Dimion: Humanismus in der älteren jiddischen Literatur. — 25-/26.: Baal Machschowes, SüJrussisdics Judentum und jiddische Literatur. Walther Rathenau, Eine Würdigung zu seinem Ocdächtnis von Max Sehcler, Eduard Hcimann, Arthur Baum• garten — lm Marcan-Block-Vcrlag zu Köln a. Rh., 1922. —• Diese BroseMre enthält drei bei einer Univcraität»-Trauerfeier gehaltene Reden; sie gelten nicht dem Politiker Rathenau, an• dem geben, besonders die ersten beiden, ein Bild seiner geistig« Persönlichkeit.

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