Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 94 (28.11.1922)
- Date
- 1922-11-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652493--15356-2673822- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
. JU ■m. 3 n נע 1055 ״kt l i WZ!Ml« 4 I fl 28331 wen «5!fe9r oturn *Surnc Kr u ma“ נשר d. lUbb. T Kt'rh«, rkhtnp:; i«d MV *l. mi כ׳ינד 4 .11 .י idn, 791;;נשר » 1 ftphot rdon hr.aitj« iko’.ti: Sport- Sport- ״ödenan hl pBTJ j '׳i 3 | Str. 6| T, sas3. usncrss"■ 1 ■־,300 s, •r* >r«v- 1400.- tooo.- ייי|יי11*, 1000.- fOOO.־ JOOO.- JOOO.- ijittnil 1500.- -.00< ז 0500.- r״Mt<• J400.- 2400.- 1500.- 1r. Di« «•■>״ 4,1 •׳•v *\ —.00״ 4 -.2100, *יי11»1»||״,| LU ,TR•«* «S״. 3 D MOV, 2 ייד״ז ווך7ז T) r1 —11«■^—׳ j KSnecarxav:• Redaktion und Verlag W15, Sächsische Straße 8, Erochcint jeden DicusUj! und 1*rcitaji. BcntiSsprei» bei der Expedition und den Postämtern vierteljährlich 320.— M, in Deutschland. Auslnndsnhonnements werden in der Währung der einzelnen Länder berechnet. aWMWMrwCTBawaBrttutaaae r-scau3eBrwBBBK1 mmmmmm.-inr. י NmutMor 94 § Berlin, 28. XI. 1922 t• Dar Zionismus erstreb! fUr dns JUdlscho Volk dla «״JK'» ״?uns Anzeigen-Vcrv/altunj.*: Jüdische Rundschau G.ru.b.H., Berlin W15, Sächslscho Straße 8. - Telephon; Amt l’fuUburil 0097, (1698 u, 6699. Anzeigenpreis lür die nch((jespnUcncNonparcillczelle 33.r M, Nr hulmliiili* Anr.ijcit 50% Atifaelil■^. Anzel )!cnschUtß: Dicnslng und Frei (.ן! ו nachmllln(* 4 Uhr.;T».'»3.rfSt־.CÄ2^»«K?Ä3SSin»S׳:TÄXr.^»»f r~1 f1 *3SSSitlBift®ÄB8S?S-BO u״.j ו *^ää^SSlA^UBMEi. "■MeT .-."נ t. j "T?^. TSC " Telephon! Pfnhhurtf 669711.6698. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392. ‘.Sir Oesterreich! PoiUnarknMcnaint Wien, Konto Kr. 156030. Mr r.schccliosiownkci!!1״shpnrknsscnamt Prag, KootoNr. 1560.30. Kcdnklionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. — *"ח׳ כסדר* חרס I xxvii. in der letzten Sitzung des Board 01 Deputics (das Ge• flicindcparlaincut der englischen Juden) bi achte Mr. D'Avigdotlioblsmid eine Resolution zur Pjfästinafragc ein, die \1ו01י Joint Foreign Committee vorgeschlagcn und' bereits von der Anglo Jewisli Association akzeptiert war. (Das Joint Foreign Committee ist der gemeinsame Ausschuß für auswärtige An- Gelegenheiten des Board of Deputics und der A.J. A.). Die Resolution lautet: ״Der Board drückt seine Genugtuung über die Raiifi/ie rung des britischen Mandates für Palästina durch den Volkc1bundM-.1t ans und vcrptlichtet sich, mit seinen besten Kräften die Politik der Regierung bei dessen Durchführim׳׳ zu Rudern." Dr. Da ich es stellte einen Alünderungsanlrag und schlug folgenden Text vor: ״Per Board drückt seine Genugtuung Ober die?afifizicrung des britischen Mandates für Palästina durch den Völkerbund aus und verpflichtet sich, mit seinen besten Kräften der Rrg'crung bei!einer Durchführung zu helfen״. Dr. Daiches erklärte, er schlage diese Aenderung vor, um eine völlige Einheitlichkeit zu erzielen, da der erste Text bei vielen Zionisten Bedenken hervorgerufen habe, die im Wortlaut eine Festlegung auf eine bestimmte Politik selten. Der Vorschlag Dr. Daiches wurde unterstützt von Mr. Laurie Magnus, dem Chefredakteur des ״Jewish Guardian“, des t.'rgans der liberalen englischen Juden. Der Redner erklärte, «lall er den feinen pliiloiogisdicu Unterschied zwischen den zwei Fassungen nicht verstehe und gern bereit sei, die zweite Fassung zu akzeptieren. Auch Lord Rothschild luiU’tstüizIc den Antrag, dein sich schließlich der Antraglieflcr Gokisinkt anschloß, so daß die Resolution eins timwig unter großem Beifall angenommen wurde. Die Herstellung einer Einheitsfront der englis clicn Juden, die siel! in ihrer repräsentativen Behörde nunmehr auf eine Unterstützung der Politik der jüdisch-natio• ualcn Heimstätte fcstgclcgt haben, wird in der Londoner jüdischen Presse aller Schattierungen mit großer Befriedigung rittfgcnommcn, ״J c w i 8 h O u a rd i a n“ betont, dal! die neue englische Regierung, welche gerade in dieser Worbe dem iiengewählten Parlament gcgcnübcr&tcht, nunmehr eine klare Meinungsäußerung der offiziellen Vertretung der englischen Judeiiscl’.aft bezüglich Palästinas vor sich habe. Die Unter- Stützung, zu der sich der Board verpflichtete, interpretiert das liberale Blatt als konstruktive Beratung (״constriictivc cotinscl“) und unter Umständen ״mäßigende Einwirkung“‘, falls übermäßige Forderungen gestellt weiden sollten. Dadurch soll der durchführbare Zionismus (״piactlcahle Zionism“) Sir Herbert Samuels unterstützt werden. Wir können nicht umhin zu bemerken, daß wir bei der in Aussicht gestellten Hilfe vor allem auch an materielle 11 i 1 f e denken, von der tmvcrständliclierwcisc das englische Platt nicht spricht Mit Ratschlägen allein ist heute in Pa- Fistina nicht viel anzufangen! man braucht vor allem Geld, um wirtschaftliche Positionen zu schaffen, was auch die Regierung vor allem andern von den Juden erwartet. Gerade das englische Judentum hat bisher in dieser Richtung fast völlig versagt; nichts beweist das augenfälliger, als der letzte Keren Hajessod-Ausweis, demgemäß sogar Deutsch• land mit seiner zerrütteten Valuta um 50®/» mehr nufgc• bracht hat als England. Die Teilnahme der Delegierten des Board of Dcpiities an der Keren Hajes־״«!-Konferenz läßt uns hoffen, daß die englischen Juden sich allmältlich auch ernster als bisher iltrer materiellen Verpflichtungen bewußt werden. ״Jewish Cltroniclc“ weist darauf hin, daß durch diese Resolution das unglückselige Manifest widerrufen wird, welches vor der Publi/icrung der Balfour-Dcklaration die damaligen Prüf,identen der Deputics und der A, J,A. gegen den Zionismus erlassen haben. ” Der s» und die polnischen' Antisemiten Das Endresultat der polnischen Sejmwrltlcn 36 jüdische Deputierte Warseil au, 23. November. (J.C, B) Die Hauptwahlkontntission hat mm «das amtliche Resultat der Scjimvahie» endgültig fcstgcsteilt und die Verteilung der Mandate der Rachslistc auf die einzelnen Parteien vorgenomtnen. Atti Cmmd der Entscheidung der Hauptwahikommission erhältdir BlocJ( der nationalen Minderheiten auf die Rcichsliste 11 I rgätizungsmatui.ite, die Liste der ostgalizischcn Juden 2 Ergänzungsiuandatc. Fs ergibt sielt - nunmehr die folgende endgültige Zusammensetzung des polnischen Sejm: Rechtsparteien I(U, Linksparteien 186, Block der nationalen Minderheiten 83. Unter den Deputierten des Minderhcitsblocks befinden r.ich 36 jüdische Vertreter. Die in ihren Wahlkreisen durchgcfalicncu jüdischen Kandidalen der P. IV S. wurde» tut.i tteltr auf der Reichsliste gewählt, so daß entgegen der ersten Annahme auch die Scjmfraktiuu der polnischen soziaidemokra Lehen Fand (P. P. S.) einige jüdische Mitglieder zählt. Es sind dies die folgenden Deputierten: Dr. Perl, Dr. Dia ntand, Dr. Liehe rmann und Dr. Prager. Auch in den Senat wurde auf die Liste der P. P. S. ein Jude gewühlt: Professor M. Pose ne r. Razzia auf jud;sche Emigranten in Warschau Warschau. (J.C. B.) ln diesen Tagen _ wurde auf Anordnung des Regit rtmgskonunir.sars in einet׳ Reihe jüili eher Herbergen Razzien veranstaltet, wobei eine grolle Anzahl j ü - d i s c h c r F i ii c h 11 i 11 g c u 11 d i: tn i g r a n t c n , unter ihnen zahlreiche Greise, Frauen und Kinder, amtiert wurden. Fast alle arretierten Emigranten wollen sich zu ihren Verwandten nach Amerika begeben und hatten die nötigen Schritte zur Erlangung von Visen unternommen. Trol/dem wurden sic in Haft behalten, und es droht ihnen die Gefahr, über die sogenannte ״grüne Gren/e“ nach Rußland ahgeschoben zu werde». Eine solche Abschiebung, wo die Emigrauten von einer politische״ Patrouille an die Grenze gebracht und dann ihrem Schicksal überlassen werden, bedeutet für die Abgeschobencn während des Winters eine ,direkte Lebensgefahr. Wahrend des vorigen Winters haben durch diese Abschicbungsntcthodc viele jüdische Emigranten ihr Leben eiiißcbiißt. Antisemitische Attacke gegen einen Assltn'lanhn Die Lemberg er polnische Zeitung ״Slowo Polskic“ rcröf(entlieht einen Leitartikel ״J ud a c o P ol 011 i a“, in dem sie einen heftigen Angriff gegen den bekannten Assi- «miauten, den bei der Völkerliga bevollmächtigten Minister Prof. Askenasy wegen seiner vor einigen Tagen' in dem Warschauer ״Nowiny Oodzienne“ veröffentlichten Interviews »her die Stellung Polens zum englischen Palästina- Mandat und der damit verbundenen Gründung einer nationaljlklischcn Heimstätte richtet. In diesem Gespräch äußcite *ich Prof. Askenasy dahin, daß ihn die Frage des Palästina- Mandats als Menschen, Europäer, Polen und Juden gleich interessiere. Er betrachtet die Angelegenheit auch in Hin- *icht auf die Interessen der Juden Polens als besonders bedeutungsvoll. Bezüglich der M i n 0 r i t ä t s b e s t i tri - 1"‘tilgen de» F ried on 8 ve r.t ra ge s sagte Ptof. Askenasy, daß sic von Pole» gewissenhaft eingchaltcn werden würdet). ״Slowo polskic“ wirft nun Prof. Askenasy vor, daß er unter dein Eindruck des glänzenden Wahlcrfolgcs Juden die bisherige Maske seines polnischen Patriot s- *““* habe fallen lassen und jetzt ohne Einschränkung als V« r Schaffung einer öffentlich rachUUh pasKliarUn Holmstauo In Palästina. ״Baseler Programm.•® Die Lage in Polen nach den Wahlen Der große Erfolg der nationalen Minderheiten in Polen hat die Idee des Minderhcitsblocks glänzend gerechtfertigt. Ohne den Zusammenschluß zu einem ein- ' Itciilichcn Walilblock hätten alle Minderheiten nicht entft-rnt soviel Mandate bekommen können, wie es nun der Fall ist. Diese Tatsache hat vor allem das Ansehen der Zionismen außerordentlich gehoben, da die Idee des Blockes von den Zionisten ausging. Der unermüdliche Schöpfer des Blockes ist der Abgeordnete Cirünbaum, der nach Erlassung des neuen Wahlgesetzes, das auf Ausschaltung der Minderheiten angelegt war, als erster den Gedanken des Blocks zur Diskussion stellte. Der Block war ein'Experiment, über dessen Aussichten sich von vornherein niemand im kl,רre» war. Es bandelte sich um eine Rechnung, die mit vielen Unbekannten operierte. Denn die Minoritäten mit Ausnahme der Juden und der Deutschen waren bis dahin nicht organisiert, und es wurden vielfach Zweifel laut, ob es gelingen kann, geeignete Führer dieser Gruppen zu finden, hinter denen das Volk stehen wird. Auch die! polnisdic Öffentlichkeit bat der Bildung des Blocks mit relativem Gleichmut zugesehen, da sie darin keine große Gefahr sah. Die Polen nahmen an, daß die ukrainisehen und weißmssiselten Bauern keineswegs ihren eigenen Intellektuellen Folge leisten werden, insbesondere wenn diese sich mit den Juden verbinden, gegen die man noch immer am wirksamsten mit der Walle des Antisemitismus kämpfen kann. So schien es, daß die Liste der Minderheiten überall geringe Aussicht hatte: Die russischen und ukrainischen Bauern werden keine Liste wählen, auf der Juden stehen, und andererseits werden die jüdischen Massen keinen großen Gefallen daran finden, eine Liste zu wählen, die von einem ״Goj“, einem Ukrainer oder Weißnissen geführt wird. Die Er• falintng hat gezeigt, daß dies« psychologisch« Prognose der Polen falsch war. Sämtliche Minderheiten haben geschlossen für die Liste des Blockes gestimmt, und die von den Nationalpolen aufgestellten Gegenkandidaten, z. B. der Pogromltckl Bulacliowicz, den man zu einem weißrussischen Nationalhekien stempelte, ist kläglich dtirchgefallcn. Dieses Resultat bedeutet eine große Ueberrasebung. Aber auch abgesehen von dem durch diese Wahl erbrachten Beweis von der Stärke der nationalen Minder* lieiten hat das Wahlrcsuitat schwerwiegende Folgen für die praktische Politik. Infolge der Verteilung der Sejmsitze auf die Rechte und Linke wird schwerlich eine Regierungsbildung möglich sein, die die Minderheiten gegen sich hat, es sei denn, daß die bisher zur Linken zählende Bauernpartei (Witos-Partei) sieh bereit finden sollte, mit den Nationaldeinokratcn zusammen eine Re* gicrung zu bilden, die aber wahrscheinlich nicht von langer Dauer sein könnte. Eine ״allpolnisclic“ Koalition zur Unterdrückung der Minderheiten, wie sie analog j heute schon in der Tschechoslowakei besteht, dürfte in ן Polen, wo die Verhältnisse anders liegen und die ״Ge* I fahr“ nicht so groß ist wie in der Tschechoslowakei, schwerlich möglich sein. Da im übrigen aber auch die 1 sogenannte Linke einschließlich der Sozialdemokraten den Minderheiten ziemlich ablehnend gegenubersteht, so sind : in Polen selbst schon Stimmen laut geworden, die eine Auflösung des Sejm verlangen. Aber selbst wenn Ge* wahmaßnnliiiicn dieser oder anderer Art angewendet 1 werden sollten, so sind diese Wahlen doch nicht mehr aus der Weltgeschichte zu streichen, und es würde, falls , sich die Polen zu einer derartigen unklugen Politik entschließen, der ganzen Welt klar sein, dal! es sich um einen Akt der Gewalt und der Unterdrückung handelt. Viel klüger wird es sein, wenn sich die gemäßigte« 1 Gruppen der Polen entschließen, auf die berechtigten I-'ordcrtingcn der Minoritäten Rücksicht zu nehmen und _ diese zu einer Beteiligung an einer positiven Politik zu gewinnen. | Ueher die Haltung der Minoritäten im neuen Sejm bestellt noch keine Klarheit, . Per Block war zunächst ein rein technisches Wahlbündnis, Nun entsteht die Frage, ob er in dieser oder jener Form auch im Sejm j ln Erscheinung treten soll. Nach unseren Informationen 1 ist es wahrscheinlich, daß im Sejm die einzelnen Nationaiitütcu eigene nationale Klubs bilden werden, die jedoch in eine Art Arbeitsgemeinschaft treten werden. Jedenfalls ist jetzt schon das Bestreben von polnischer Seite deutlich, cin/.elrc Minderheiten an sieb zu ziehen und dadurch den Block zu sprengen. Diese Bemühungen haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt und dürften auch weiterhin ihren Zweck verfehlen, denn cs ist eine zu durchsichtige Taktik, ,wenn man der einen Minderheit»- iiation hinter verschlossenen Türen Vorteile auf Kosten der «anderen in Aussicht stellt, Die Minderheiten werden leicht erkennen, daß eine solche l'olitik des ividc et iinpcra ihnen allen Nachteil bringen muß. Für die Juden laedeiitet das günstige Wahlergebnis auch ein i 11 n c r j ii Uipc 11 es Ereignis. Bevor überhaupt der Block der iintiopälcn Minderheiten gebildet werden konnte, war es ja ein nicht weniger schwieriges Stück, tretcr jüdischer Interessen aufircte. E* sei das erstemal, daß sich Askenasy so rückhaltlos als Jude bekannt habe. Bisher hätten seine politischen Freunde bei jede! Gelegenheit betont, er wäre ein polnischer Ueherpatriot, wobei man sich auch auf seine historischen Publikationen berief, die, abgesehen von ihrem wissenschaftlichen Wert, die politischen Interessen Polens in hohem Maße gefördert haben. Wie nun Prof. Askenasy diesen i’atriolis.mis mit seinem Judentumvereinigen könne, das sei nach Ansicht des ״Slowo polskic“ das Geheimnis des talimidiaäicn Geistes dic.'.es ״polnischen Slaalsmatntcs“. Angesichts der Ziffer von 119 Senatoren und Deputierten, über die der Block der nationalen Minder- Leiten in der Nationalversammlung verfügen dürfte, würde sich Polen dank der politischen Unbesonnenheit der Linken allmählich in ein ״Judüo-i’yk'tt“ verwandeln, was Prof. AfI:cu.tr,y ermutige, nunmehr offen als Jude hervor■aitrclcn, Bald werde ihm auch die Leitung der auswärtigen Politik des Reiches übertragen werden, und vielleicht sei es sogar schon an der Zeit, an Stelle des den Rabbis als Jude 11 freundlich angenehmen p.lmJski einen echten Hebräer zum Staatsehe! zu wählen. I AntisemiUsclie SFdc«dcrd״n1<v’Slfn1fon In Warschau | Warschau. (J. C, B) Am 23. November fand an der Warschauer Universität eine große Versammlung aller antisemitischen Akademiker der Warschauer Univcr;,itiit und des Warschauer Poiileclnvikunis statt, in welcher die Forderung nach Einführung des numerus clausus für jüdische Sind cn ten au diesen Hochschulen nui'gcdcllt wurde. Die Wände des Versaminluiigssnalc» waren mit Karikaturen heschmiert, welche jüdische Studenten darstcllcn sollten. Es wurde an de» Hingängen eine strenge Kontrolle ausgeiiht, so dal! nur Mitglieder pobiBch-natlonaler Organisationen Einl,1!S erhallen kvjiiiiteii. Pfarrer Lutosiawski hielt eine aufreizende Rede gegen ״die jüdische Gefahr“, worauf die Versammelten einstimmig den!!eschlitlJ faßten, die Einführung des mmtci'us c! u-1״s für die jüdischen Akademiker zu forder 11 und für dieses Postulat mit allen Mitteln «iimitretcn. Nach der Versammlung veranstaltete die polnische Stutlcnlcnschnft eine lärmende Straßendemo 11 stratio 11, bei welcher fortwährend antisemitische Rufe erschollen und mehrere jüdische Studenten überfallen und mißliaiulclt wurden. Eine von der Versammlung entsandte Dclc- Ration begab sieh in dns Gebäude des Kultusministeriums, um dem Kultusminister die Resolution der Versammlung 7.11 iiberj'ibeit. Der Kultusminister weigerte sich aber, die Dolegatiou zu empfangen. Die polnische Regierung gegen den numerus clausus Die Demonstration hat in Warschau peinliches Aufsehen erregt. Nachdem der Untcnichtsminisicr sich geweigert hatte, die Abordnung der,, demonstrierenden Sin- «.leuk-n ,־iii/.uiiehuicn, ׳!iießeii die Studenten Sclimültriifc gegen die Regierung und I fochr ifo auf den ״p 01 n i sc 11 c n Faseismus“ aus. Aus der vor.mgcgangencii Versammlung wird noch bckaivnt, dal! die Redner gefordert hatten, man möge jüdischen M-edi/.iuern flicht gestatten, christliche Leiber ztt sezieren, Die liberale polnische Studentenschaft äußert ihre Erhitlcrmig über das Vorgehen der antisemitischen Studenten, _ Die Stuclcutcnkorpor.itio» ״Uralni pouioc“. sowie andere Studentenkorporationen erklären offiziell, daß sie mit der Manifestation der DcnumstricfciKicu nicht solidarisch sind. Das Kultusministerium veröffentlicht eine Verlautbarung, *laß eine Elnführong des mmieruJ clausus für die jüüisclte Sliidentcits« 1׳aft gegen die Konstitution wäre.