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Jüdische Rundschau · 1922-11-03 · Heft 87 (3.11.1922) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 87 (3.11.1922)
Date
1922-11-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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H? Seite 580 JUEDIS« UHDSCII A U 'Nr, 87 Die Jalircskonferent der amerikanischen Poale-Zion New York. (J.C. B.) Die in Toronto «!»gehaltene Konferenz der amerikanischen Po,ile-Zion-Organisation nahm u. a. folgende Beschlüsse an: 1. Wicdcrausgabc des täglichen Parteiorrai» ״Die Zeit“; 2. Protest gegen die jüdischen Koniinuni;ten in Rußland wegen ihrer Vertonung der jüdischnntionalen und der zionistischen Bewegung; eine Aufforderung an die russische Regierung zu riditen, den Chaluzim und anderen jüdischen Emigranten die Ausreise aus Rußland zu gestatten; 3. Vereinigung mit der Linkspartei der ״Zcire-Zion“; 4. Unter- Stützung des Pcoples Relief Committee;. 5. Anschluß an die Wiener Internationale. Das jetzt in Amerika weilende Mitglied des englischen Unterhauses, Oberst Wedgwood, wurde zum Ehrenmitglied der Partei ernannt. , Aus dem Mhrschi Rabbiner Dr. Schönfeld sendet der J. P.Z. eine Erklärunp, worin er seinen Austritt aus der Exekutive des Wcltmisrachi damit begründet, daß infolge der Vereinbarung des Misrachi mit dem Keren Hajessod die Eigenexistenz des Mirachi gefährdet sei. Zwar sei die cinhcitliehe Front für unsere politischen Unternehmungen von höchster Wichtigkeit, aber die Prinzipien der jüdischen Tradition seien zumindest ebenso wichtig. Das Berliner Misrachiorgan ״Die Jüdische Presse“ kritisiert die Erklärung Schönfelds, da sie zu antizionistischen Ausfällen der agudisihclien Presse Anlaß gäbe. Das Blatt betont die Notwendigkeit einer kräftigen Unterstützung des Keren Hajessod, von dem cs erwartet, daß er auch die misrachistischen Institute in Palästina fördern wird, und bezeichnet es als grundlose Furcht, daß Schönfdd die eigene Existenz des Misrachi gefSIirdct sieht. — Der ״Israelit“ bezeichnet den Rücktritt Dr. Schönfclds und seine Begründung als ״feierliche Bankrotterklärung der misrachistischen Politik“. yTV*. 4/s״ j ״■׳■ -r— t V ר"- ,ג¬י¬ / / / V ,er Unterzeichnete Finanzauschuß, der vom Dclcgiertentag in Kassel gewählt worden ist, hat sich eingehend mit der Frage beschäftigt, in welcher Weise die Einnahmen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland dem gesunkenen Geldwert und zugleich dem vergrößerten Auf-! gabenkreis, der sich insbesondere aus der Notwendigkeit intensiver Propaganda-Tätigkeit ergibt, angepaßt werden können. In Übereinstimmung mit dem Landesvorstand sind wir einmütig zu dem Ergebnis gelangt, daß die Zionisicnsicuer in noch weit höherem Maße als bisher ־ die finanzielle Grundlage der Arbeit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland werden muB. Damit sie zu dem wirksamen finanziellen Instrumente, das uns unerläßlich ist, ausgcstaltet werden kann, ist eine Vermehrfachung ihrer bisherigen Erträge erforderlich. Diese wird nur herbeigeführt i werden können, wenn nicht nur der Kreis der Zionistensteucrzahler erheblich vergrößert wird, sondern auch die bisherigen Zeichner ihre Zeichnungen ganz wesentlich erhöhen. Unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen ist ein Wirtschaften mit einem Jahresetat f ganz unmöglich. Die Zionistensteuer muß deshalb in Zukunft vierteljährlich gezeichnet und er• hoben werden. Wir haben eine Arbeitskommission eingesetzt, die jedes Vierteljahr einen Index; feststellen wird, nach welchem sich die neuen Zionistensteuer-Beiträge erhöhen oder, falls etwa i die Kaufkraft des Geldes wieder größer werden sollte, ermäßigen.; Für das IV. Quartal des Jahres 1922 haben wir die Steuerstufen wie folgt festgesetzt: Kr des , cU-ige beseht durch: p 1 } ( ןa C fö.'icls ־,c1*le neuls Cham |)1ma| Kostet kl jtidei» ZU «" c% *Id Art/afl des N werde Tagen?ehe der F selbst־( leute ■ werde tragen besitz, Russland Die Idgcskom - Konferenz Der Sonderberichterstatter des J. C. B. in Rußland berichtet: Am 10. Oktober wurde die jüngste Konferenz des Idgeskoms (jüdisches Gesellschaftliches Komitee in Rußland) nach dreitägiger Dauer geschlossen. Die Konferenz faßte mehrere wichtige Beschlüsse über die künftige Hilfstätigkeit der Organisation. Sic hielt es als den Umständen angemessen, die Ausgaben des Idgeskoms für das kommende Jahr mit einer Million Dollar zu veranschiagcn. Die Konferenz war sich darüber klar, daß kaum 10 »b dieser Summe von den Ortsgruppen aufgebracht werden können, und daß das Budget hauptsächlich auf die Unter- Stützung anderer Organisationen, in erster Reihe der Organisation des ״Joint“, ״Ort“ und der sogenannten amerikanischen Landsmannschaften angewiesen ist, wie überhaupt das ganze System der Hilfsarbeit in Rußland in weitem Maße von der Mitarbeit der amerikanischen Landsmannschaften abhängig ist. Die künftige Tätigkeit will das Idgcskom hauptsächlich auf die Kinderhilfe und auf das bcrufstcchnischc Bildungswesen konzentrieren. Die Konferenz beschloß ferner, eine Bank für landwirtschaftlichen und industriellen Kredit ins Leben zu rufen, um dem Wucher der gewerbsmäßigen Geldvciieihcr entgegenzuarbeiten. Das Mitglied des Präsidiums, Ostrowsky, der die linken Poale-Zion repräsentiert, schlug vor, das Tätigkeitsgebiet des Idgcskoins so zu erweitern, daß es in der Zukunft eine Basis für die j ü d i s c h - n a t i 0 n a 1 c proletarische Autonomie sein sollte. Andere Redner traten auf das entschiedenste diesem Vorschlag entgegen und wiesen darauf hin, daß das Idgcskom nur eine zeitweilige Institution und dazu berufen sei, die Regierung zu unterstützen, bis in Rußland soweit normale Bedingungen eingetreten sind, daß die Regierung selbständig die Situation beherrschen kann. Die Ucbcrgangspcriodc werde zumindest 10 Jahre dauern, und nach Ablauf dieser Zeit wird mit der Auflösung des Idgeskoms zu rechnen sein. Mehrere Redner haben darauf hingewiesen, daß die Existenz des Idgeskoms auf dem Wunsche beruht, die jüdisch-amerikanischen Arbeiter zu veranlassen, ihren Brüdern in Europa Hilfe zu leisten. Es wurde dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß sich die jüdisch-amerikanischen Arbeiter in der nächsten Zukunft nach dem Beispiel der Schneider-Vereinigung, die Herr Hilman gegenwärtig in Rußland repräsentiert, der wirtschaftlichen Erneuerung Rußlands widmen werden. Die Konferenz stellte als Hauptprinzlp die Ausdehnung der Idgeskom-Tätigkeit auf territoriale Gebiete und nicht auf nationale Bevölkerungsgruppen auf. Es kämen aber dabei hauptsächlich in Betracht Gebiete, die eine dichte jüdische Bevölkerung aufweisen. Die Konferenz beschloß noch die Absendung eines Begrüßungsschrcibciis an Lenin. Idgcskom und die jüdische Hilfstätigkeit in Rußland Das Ministerium des Aeußeren der ukrainischen Sowjetrepublik ordnete die Auflösung der lokalen Hilfs■ komitccs an, die uni egalisierte fremde Organisationen repräsentieren. Durch diese Verordnung werden in erster Reihe die sogenannten jüdisch-amerikanischen Landsin a n n s c h a f t e n betroffen, die angesichts der Auflösung ihrer Komitees in Rußland in der Zukunft ihre Hilfstätigkeit nur durch die Vermittlung des Idgeskoms (Jüdisches Gesellschaftliches Komitee in Rußland) werden forlführcn können. Da Idgcskom schon jetzt als Ausführungsapparat für einen großen Teil des Tätigkeitsfeldes der Organisationen ״Joint“ und ״Ort“ füngiert, wird die neue Verordnung das Idgcskom endgültig zum wichtigsten Ausführungsorgan der jüdischen Hilfstätigkeit in Rußland machen. (J. C, B.) Die Rätewahlen in Rußland und die Juden Riga. (J.C. B.) In Besprechung der kommenden Rätewählen in ganz Rußland schreibt die jüdisch-kommumistiscive Zeitung ״Emes“ in einem Leitartikel; ״Man muß in den jüdischen Städten und Städtchen das Wahlrecht nach der Richtung kontrollieren, daß nicht allein die Eintragung der religiösen Funktionäre in die Wahllisten verhindert wird, sondern daß auch alle aktiven Zionisten aus den Listen eliminiert werden. Man muß alle Mittel anwenden, daß in die Räte kein Menschewist, Sozialist-Rcvolulionär, Zionist oder Poa 1 e• Zionist, auch nicht in der Maske eines Uooartciischca gewählt wird,“ 1. Stufe 2. Stufe 200 M. vierteljährlich 400 M. vierteljährlich 3. Stufe .... 1000 M. vierteljährlich 4. Stufe .... 2000 M. vierteljährlich 5. Stufe .... 3000 bis 5000 M. vierteljährlich und mehr. Wir richten an alle Gesinnungsgenossen die dringende Aufforderung, unverzüglich auf : Grund der vorstehenden Festsetzung ihre Zionistensteuer-Erklärung für das IV. Quartal des i Jahres 1922 abzugeben und sofort auch den Stcuerbetrag an die Zionistische Vereinigung für Deutschland (auf Postscheckkonto Berlin 8091 oder durch Postschecküberweisung) einzuzahlcn. Wir hoffen und erwarten mit Bestimmtheit, daß jeder Gesinnungsgenosse sich selbst darüber! Rechenschaft ablegen wird, in welche Steuerstufe er sich nach seinen wirtschaftlichen Verhältnissen [ einreihen kann. Diejenigen Gesinnungsgenossen, die bisher Zionistensteuer überhaupt nicht gezahlt ־ haben, werden angesichts der schwierigen Situation, die sich aus den gegenwärtigen Geldverhält• i nissen für unsere Organisation ergibt, sich nunmehr unverzüglich zur Zahlung der Zionistensteuer i entschließen müssen. Die Gesinnungsgenossen aber, die bisher bereits Zionistensteuer gezeichnet und gezahlt haben, werden — soweit irgend möglich — nicht nur ihre bisherige Zeichnung nach Maßgabe der vorstehenden Festsetzung dem gesunkenen Geldwert anpassen, sondern darüber hinaus sich noch in eine höhere Steuerstufe als bisher einreihen müssen. e=5a Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen, sich vor Augen zu halten, daß die Erhöhung der Zeichnung, die jetzt durchgeführt werden muß, nur scheinbar eine Erhöhung ist. Die Kaufkraft der neuen Zionistensteuer wird bei der großen Mehrzahl der Gesinnungsgenossen — trotz sehr erheblicher Erhöhung des Papiermarkbetrages — noch immer niedriger sein als die Kaufkraft der bisaet von ihnen gezahlten Beträge. Wenn die Zionistensteuerzcichner sämtlich nur den Betrag in Gold• mark zahlten, der im Frieden durchschnittlich für die organisatorischen Zwecke der Zionistischen Vereinigung für Deutschland gezahlt wurde, so wäre unser Etat vollkommen gedeckt 1 Wir wissen, daß das angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht erreichbar ist. Aber jeder Gesinnungsgenosse sollte, bevor er seine neue Zionistensteuer-Erklärung abgibt, gewissenhaft prüfen, inwieweit es ihm möglich ist, seine Zeichnung der gesunkenen Kaufkraft des Geldes anzupassen und so die Fortsetzung unserer Arbeit und die Aufnahme neuer produktiver Arbeiten zu ermöglichen. H Berlin ,,$,1x01 bittet Ifilung diese י Fcucfi adress L« Kation tag W nun ci Mark) wenig( der ii fonds haften buch f Aussei den Ä Fmülii cs sic dem N buch l knüpf U Fa in i 1« Wocht Familli dürfte, auch נ F;1 יל s! I1' Sichert die Arbeit unserer Organisation! Zeichnet und zahlt ZionistensteuerI Der Hnanz -Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deuisdtl&nd׳• Georg Gerson, Berlin Berthold Cohn, Berlin, Isaak Feuerring, Berlin, Siegfried Hirsch, Halberstadt, Alfred Jarislowsky. Berlin, Alfred Landsberg, Wiesbaden, Boris Lcibowitsch, Hamburg, Willi Lipschitz, Berlin, Erwin Michel, Berlin, Mein hold Nussbaum, Nürnberg, Bruno Perl, Berlin, Willy Preis, Berlin, Alfred s, Cassel, Louis Tumpowsky, Leipzig, Jacob Wolff, Frankfurt a. M- ' ' ' 1 ־*rן*~-—־־"ל —;™—ך— ~~~ " *־— '—*־ Kt 8 «I I : 11»'. Schwarz, Berlin, Simon Verweigerung der Etnrdcc Kowiio, (J. C. B.) Auf amtes des Kownoer jüdischen .kommissari.it der Moskauer R Einreise einer zweigliedrigen 1 nach Rußland, um den i!1 den haltenden jüdischen rläcIiUingeii ,das Fiüchtiiiigsamt von der rti 11c!i13nl0 nach Rußland das Gesuch des Flüchtlings- Iratcs an das Außenwegen Erlaubnis zur Nritioi icrtiug legaticm des Flüctlingsamtcs russischen Zentren sich auf- Hilfe zu bringen, erhielt tischen Gesan .schalt in ii1i:li;;m:g, daß das Außciikommisfür die erwähnte Delegation ver- Kowno die offizielle Ve; sariat die Einreiscerlaub!: weigert hat. Pässe ftlr Litauer Im Asr.lanr!. Die juridische Abteilung des jüdischen N;!tire:.11r״ics in Litauen gibt allen im Ausland wohnenden lit anschen jüdischen Staatsangehörigen hekannt, daß der Termin der IV׳*־״if4rstion hei den litauischen Konsulaten im Auslände zwecks t;rk:n11״ng eines litauischen Passes am 9. Dezember 1923 zu Ende geht. Osljüdisclie Arbeit für Keren Hajessod | Bis jetzt war die Keren Hajcssod-Arbeit in den ostjuß!ן ־ sehen Kreise nicht genügend organisiert. Der Keren Hajcssi | in Deutschland hat nunmehr die nötigen Schritte unternomme״! f. um die Keren Majcssod-Arbeit auch in diesen Kreisen m g nächsten Zeit durchzuführcn. In der ״Zionistischen Gruppe g aus dem Osten“ wird die Arbeit vom Vertreter des K >•:<•'* s; Hajessod in Deutschland, Dr. H cif mann, und dem ־ h stände geleitet. | Die Mitglieder der Gruppe wurden auf den_ Vcwa־"•״ Pj langen und durch einen Zirkularbrief aufgcforiicrt, ihre ■I 1■!t •i dem Keren Hajessod gegenüber zu erfüllen. Sie werden g1ן ־ beten, sich in allen Keren Hajessod-Angelcgcnheiten sc* « g zu melden und zwar täglich in der Zeit von 3 bis 5 U 1! im Büro der Berliner Zionistischen Vereinigung, Seidels«, \ Je mehr Zeit durch die Selbstmeldung erspart wird, des größer wird der Erfolg der Keren Hajcssod-Arbeit sein. I

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