Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 86 (31.10.1922)
- Date
- 1922-10-31
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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t<; , , 1 1 Nr. 88 Nr. 83 JUEDISCHE RUNDSCHAU P_1!HstinCn S ■rls• 4״״! cl'fn \ H. ra!1 RfoH.I V״ Jcr;,j >־ Awi״. ■ den! י ״* je üVe;1 ‘cl't durch ־ ״)־'!־■ An.; ״Sl'rl>!0cR ‘ iMndiscrci ן 1 1)11,1 u.r ו;i »AV 011. j ' crr1ch;C| 1 Vollendunj! «t kurjejj esten Teil '־on Haifj; eben Sied.1 '■011 Jaffa,; 'gen 1 ron־ •M Dun.1!:, ני er זגח.: er anderer iiartcnstadi t3׳ Häu5״ bisher n1.׳r eine An. eil Jahre er, gegen• |und inten, im Land? nd Butin Hie Bajiih 00 Diiiiam Rolle:!. arJen, 1mJ mit dein drei judc.1, :mchter i־,t per Jnlir, Sanitil־• und Baum• Gemeinde ekelt, ohne nvürti.: ein urarwa®• Die Juden als Träger einer neuen Wirtschaft in!,alästina Line Antwort an Herrn Dr. Tartakower TOI» Fritz Sternberg. In Nr. 63 der ״Jüdischen Rundschau" ist in der Palästinaftcilape auf S. ■bö eine sehr ansfiiiirliehe Kritik meines Buches rrlolitt. Fs »st. an sich nicht meine Art, auf Kritiken zu jiilwortcn. Zwei Gründe veranlassen mich dieses Mal zu einer jlcpük. Einmal besitzt der Zionismus noch beute kein «■issciischaitlidics Organ, das sich mit theoretischen Öko- ־■׳'■' iiomischcn Fragen bcscliältigt. Ware dies der Fall, dann lütte ieli eine Antwort nicht nötig, denn seinen Lesern wäre |״ein Buch bekannt, und sie hätten eine Kritik mit Lächeln jiitpeiioninicn, die entscheidende Zusammenhänge nicht ein- 1!1sl sinngetreu wtcder/.ugcben vermag. Aber ilcr Mehr/ahl ,!er Leser der ״Jüdischen Rundschau" ist mein Buch nicht h'kaimt, »״<! Herr Ur. Tartakower hat es nicht für piiti!׳ hcfmulen, in seiner drei Spalten langen ICritik auch nur eine Zeile meines Buches als Beleg zu zitieren. Dies der eine Grund; der zweite ist iiir mich noch schwerwiegender: 11.1s OeiicisscnschafL-problctii ist meiner Ansicht nach eines der fiiiKl.uuentalsicn für den genamten Auib.au Paliis.inas, und es jirdet in ,der rartakowersehen Kritik eine Behandlung, von der ich nicht glaube, daß sie dem Laude zum Segen gereichen 1v1r<l. Ich werde mich bei der Behandlung des GenossenjäiaiRproblcms nicht mit einer Antikritik begnügen, sondern jjeicli/citig zu einige״ Ausführungen zionistischer Autoren (Samuel, Preuß) Stellung nehmen. Noch eine Vorbemerkung. Ich halte es für unsere Arbeiten nicht gerade f 11 r . ersprießlich, wenn Kritiken in ,חמי loa gehalten werden, in dem es L)r. Tartakower getan Int, — und werde ihm auf dieses Gebiet nicht folgen, ich «erde vielmehr in völliger Sachlichkeit auf jeden Funkt seiner Kritik eingehen. Charakteristisch sind die Tarlakowersclien Eingangssätzc. Er schreibt, daß die bisherige palästinensische Literatur ״fast immer auf das allgemeine, zusammenfassende, ich .möchte sage«: mehr literarische ausgelit“. Es ist ein beliebtes Argument der Praktiker, die von der ״Realität“ ausgehen, jlicoretischc . Erwägungen mit ״Literatur" zu identifizieren, ich kann diese Anschauungsweise nicht besser charaktcri-!ioren als durch ein Wort Josef Schumpeters, .eines der ji.irksten jetzt lebenden theoretischen Talente (der sich übrigens ,auch in der ״Pmis“ bewährt hat); er sagt einmal: der tin/i!c, der gegen die Theorie nicht noleinisiercn darf, tei der Praktiker, denn er arbeitet mit nein theoretischen R.soiineiueut — von vor '.:00 Jahren. Und Herr Dr. Tartakotver bestätigt diesen Ausspruch von Schumpeter. Denn tus besagen seine Ausführungen, daß die Schriften des är.Lstischen Nationalökonomen ״zu Führern und Ratgebern «erden sollen für den Industriellen, den Arbeiter, den Landwirt t:::d den Verwaltungsbcamtcii“ anderes, als dali die nationalökonomische Theorie im Jahre 19-2׳ identifiziert wird mit Merkantilismus und einem Zusatz von Kamerahvissciischafti Ich stelle mir den Aufgabenkreis des zionistischen Nationaltkoi■ »int 11 etwas anders vor, — ohne allerdings den Glauben!11 halieu, mich mit meinem Kritiker darüber zu einigem lh er so über den Ausgangspunkt mit mir stark different 1t, so ist cs nicht zu verwundern, tk!ß er mit der Art, «ic gewisse Tatbestände von mir behandelt werden, nicht einverstanden ,ist; soweit ist alles in Ordnung. Nur betont 1r, — und dies trifft alle Teile seiner Kritik — nicht init [einigender Deutlichkeit, daß wir bereits in diesem Ausga;;gspunf.t völlig verschieden sind, und schiebt mir Ablichten unter, die ich nie gehabt habe. So zum Beispiel, äjt ich den Versuch unternommen hätte, alle Fragen des Wirtschaftslebens zu besprechen (wo steht diese Behauptung L־< meinem Buch?) und dali ieli natürlich dem nicht gerecht [worden bin. Als Beispiel — zur Warnung wie man cs icht machen soll — wird zunächst meine iJelianölung der 1.1׳(lust1ie herausgegriffen. Wie steht cs damit? Dr. Tartalower hat zwar den Titel meines IJnche3 zitiert, s heint aber beim Lesen nicht einmal meine öriiiidabsicht gespürt zu haben. I)ic war und ist: mich mit dem Problem des sozialen Aufhm auscinaiidorzusctzcn, Ich habe die industriellen Mög. chkcih’n lediglich behandelt, um dem Leser zu zeigten, daß auf realem Boden stellen, wenn wir eine nicht unbedeutende industrielle Entwicklung in Paläs.Ina annehmen. Unter diesem Gesichtspunkt bin ich in einem bewußt kurz gehaltenen Kapitel auf die Industrie eilige •;äugen. Herr Jr. Tartakower dagegen gibt mir ein Rezept über Unter- :ucliiingcn industrieller Möglichkeiten, das in dieser Allgemein• heit jedes zweite Semester kennt, das zum ersten Male den rtiosalökoiiomisclicii Grundriß von i’iiiiippov,ich gelesen hat. ' verwechselt mein Buch mit einem Gutachten an «las nndtrt: 11 c r schündm 1p?!7C!,C:lf e 1 נ h;51| t die lb.!a 0. 0.45(! p.11־äs.incnsiscl1cn Regierung. Was äcsamlzaW | der Personen י>2 ftO 18 70 40 60 18 2t 10 90 70 84 22 20 10 18 4« 30 42 13 33 23 280 180 120!80 25 SO 08 1« ß* Zumutung lür ein . Im ersten Abschnitt meint lc»t behaupten wollen, I Tartakower, ragen nach Art Betriebes genau fcc- Miistrfoleparleirieiit der nala! es für einen Sinn haben, in einem Augenblick,'"in denn palästinensische Zolltarif noch nicht fcs׳.gelegt ist, in “in eines der wichtigsten Probleme unseres Landes: die 'trsorgmig mit Elektrizität noch völlig in der Schwebe ist, ®נ Speziahmtcrsucliimgcn zu kommen. Herr Dr. Tartakower,!™ soviel Wert auf die Behandlung von RcaUaten legt, kann i!1:h einmal informieren, inwieweit wisscnschsilkhe Unter- Mehungen über industriclie Möglichkeiten die Entwicklung '°זז Industrien in Koloiiialländcrn gefördert haben. Und wenn von den Kapitalien schreibt, die nicht herübe!kommen;",trden und ״die Ausführungen ä la Sternberg nicht davon!wecreiigcii werden", so habe ich mir zu erwidern, daß keine «״e von mir geschrieben wurde, um Kapital en für industrielle «ctl.e nach Palästina zu ziehen, uebrigeii•; eine merk- '1“'digc Zuniutumr für ein wissenschaftliches Duell. ieli werde selbst und Größe des jä hsiiiicnsisclicn huidwirlscbälTichcn zu Imben. Gewiß, Herr Dr. Tartakower, Sic haben das werde ich nicht behaupten. In der Zeit — ich ver- 1'?se Sie auf die deutsche wissenschafdichc Literatur über r‘־ Imndv.'irtschaft, z. B. auf Buchenberger, Sekriug, Acrcboc, 1 « r n״u in Deutschland unter Gelehrte«, die selbst herfJrmcndc Landwirte sind (Acreboel), in den wichtigsten (,apn der ürölknverhältniiwc des laudwirlFthafÜichen Henicht einig ist, soll ich, der ich nicht Agronom bin, VV* 1uaü ^1,jße des palästinensischen Betriebes behandeln?1 rii»! ןlerr Dr, 't artakower nicht, daß man in Palästina ״ .(!c1» Problem ringt, die geeigneten landwirtschaftlichen .״5׳insformen zu finden, daß in Palästina tätige Agronomen verschiedenen Urteilen bisher gciaiigt sind, daß vzir 1l’i? ״lctlt einmal die grundlegenden Uniersiidmngen über I ״. geologischen Bedingungen der cinz. Inen Ocbiclr,teile ll,!׳a'V'• «ml da 8011 ich '״gm!,׳me‘* Untersuchungen anstellen? a־‘1״״» verlangt demdhe Kritiker, der nicht genug gegen •iii.'cliiichkeiteii pro׳,:sturen kann, I, Nim zur Frage der Nationalisierung des Bodens. Nachdem ״, ""r »,hicriici die erdenklichste Muhe gab, etwas genauer 1 wert! •־ ........ ihil 1T", "’ic mein Kritiker betont, im.ic ich gehöht, . ,cr 1״ir hierin etwas folgen werde; statt dessen schreibt , im ■-P Allgemeinheiten, di* ihm kein Mensch bestreiten wird , «er Eiiiwcndim״ gegen mich. ״Man Rann sich kaum '11er ft1״asserc״ Miügrifi vorstellcn, «’s den, die Proklamicrung 1biciri, cnnationaIis;crun״ mit der Aufhebung der Bedensperre iiiäs Al5ct׳c״•" Bitte, Herr Dr. Tartakower, wo habe ich 5)(j '״?':גDadurch, daß wir feierlich beschlossen haben,!Vollי» ,״* gesamte Boden in Palästina nur Eigentum des ן w* werden, ist uns wahrlich kein Quadratmeter Boden »!gewachsen.״ Bitte, Herr Dr. Tartakower, wo habe ith das behauptet? ״Wir müssen ihn, nach wie vor, hauptsächlich durch Kauf erwerben und werden es, angesichts der nicht allzu großen GeUleinguiigc der Zionistischen Organisation und der ständig steigenden Bodcnprcisc wohl durch Jahrzehnte oder Iv'fJa.lirhuudei 10 machen müssen, bis wir den gesamten Boden laluslitias 111 unseren Händen haben werden." Bitte, Herr 1>r. i artakower, zeigen Sic mir eine Zeile in meinem Buche, 111 der ich das Gegenteil behauptet habe? ״Es wird also von einer Wirkung der aufgehobenen Bodensperre aut Jahrzehnte hinaus in Palästina nichts zu spüren sein." Auch damit bin ich einverstanden; wohl aber, und das vergißt Herr Dr. Tartakower, wird bereits in den nächsten Jahren etwas zu spüren sein, wenn der Nationalionds bei großen *bilden auf die Bodcnpreisgcstaltung in Land und Stadt (Erbbaurecht) ei 11 wirkt Was ist cs für eine Absurdität, die Frage der Arbeit»- 'osigkeit die letzten Endes eine rein« Geldfrage ist — mit Aufhebung der Bodensperre und Naiionalisienmg des Ikxlens zusammen Zubringern Nehmen wir einmal den hypo* tlicüschcn l all, wir besäßen die Bodenfläche des ganzen Landes, aber keine Geldmittel, dann wäre eine große Ärbeits- Insigkeit, obwohl doch gewiß keine Bodensperre vorlicgt! Man verzeihe, dal! ich solche elementaren Sätze nicdcrschrcihe, aber ieli bin dazu gezwungen worden. Bevor ich zum Gcnossenschaftsproblem und den daran anschließenden Fragen übergehe, wenige Worte zur Kritik über mein AraberkapiteL ich habe noch etwas anderes getan, als den Arabern ״vorerzählt", welche Vorteile sie von der jüdischen Kolonisation haben; ich habe auf die gerade im nationalen Sinne große Gefahr der bisherigen jüdischen Kolonisation lüngewiesen (ganz im Einklang mit den soeben in deutscher Sprache erschienenen Aufsätzen von Rubaschow, die ich demnächst hier ausführlich anzcigen werde). Ich habe eine allmähliche Beseitigung der landwirtschaftlichen Lohnarbciteischaft verlangt, die den Arabern zeigen wird, daß wir keine Herren kolonisation treiben werden und habe weiterhin ausgeführt, daß die jüdische Landarbeiterfrage verknüpft ist mit der Intensivierung der einheimischen arabischen Land• Wirtschaft Ich glaube, daß dieses Programm ln die Realität umgesetzt, denn doch die Beziehungen zwischen Juden und Arabern merklich beeinflussen würde. Ich weiß, daß ts noch unendlich viel Punkte gibt, die hierbei anzufüliren wären, und wäre Herrn Dr. Tartakower dankbar gewesen, wenn cr auf einige cingcgangen wäre. II. Nun zu den letzten beiden Kapiteln meines Buches, in denen es nach dem schönen Wort von Herrn Dr. Tartakower ״vor Ungenauigkeiten strotzt". Zunächst zun! Genossenschaft»• riroblem. Ich bekenne offen, daß mir dieser Teil der Tartakowcrsciicn Kritik am unverständlichsten war, Ich habe die einzelne — wohlgemcrkt die einzelne — iiidusiricllc Arbeiter- Produktiv-Gciiosseaschaft -- ich bitte jedes Wort zu bcachten — aus wohlerwogenen theoretischen Gründen abgelehnt. Aus Oriinden, die ich meinem verehrten Lehrer Franz Oppenheimer verdanke. Dr. Tmtakower hält cs nicht für notwendig, diene Gründe auch nur zu streifen, Bondern senrefbt: ״Du mein lieber Gott. Dann mlilllcn wir doch sofort alle unsere Kwuzoth. unsere Genossenschaften zur Ausfiihrung öffentlicher Arbeiten und unsere Handwerker- Rcnossenschaftcii »1» den Städten nutlöscii, da sie ebensoviel Stätten sind, wo der Mehrwert aufgehüuft wird!" Nein, Herr Dr. Tartakower, das müssen wir nicht. Denn darin bestellt ja die fundamentale Leistung Franz Oppenheimers, daß cr die H:tr,chcidende Differenz ’zwischen imhistricilcn und latul• wirf schaff liehen Arbcitcr-Proclukllv-Ocuosscnscha.'tcn auf ge• wiesen hat. Genossenschaften für öffentliche Arbeiten und Handwerkergenossenschaften — es nützt nichts, man muß schon etwas ״Theorie“ treiben — hat noch nie jemand als industrielle Arbcitcr-Produktiv-Ocncstuuchnficn bezeichnet. Und Herr Dr. Tartakower hätte mich In meinem Buch finden können, daß ich die Frage: landwirtschaftliche Kwt'zah oder Liinzelsiedlung ofienlassc, iiir Arhc'.Hgcuosscnncliaf.cn ein trete und für Produktiv-Cicnosscnschaf,cn( soweit sie in das GenossenscUaftssyMcm eingebaut werden Minnen. Doch viel leicht hat Dr. Tartakower dies• gelesen. Denn cs heißt weiter j bei ihm: ״Sternberg verläßt übrigens in der Folge seiest ' diesen ganz uniuöp;lieben Gedanken und scheint an einen GcnossenschaiUacrhiismus, etwa im Sinne der Genossen• sclialtsschuic von Dimes zu denken , . .״ Nein, Herr Dr.; Tartakower, ich verlasse nicht diese.» unmöglichen Qedanken,! denn mir in Ihrem Kopf habe ich ihn gehabt. (Wenigstens l ist bisher kein anderer außer Ihnen darauf gekommen.) Ich denke auch gar nicht an einen Genosscnscliaitsso/ialismus! der Schule von Dimes, sondern ich habe nicht,! anderes getan, ‘ als die Oppenheimerschcn Gedanken auf die palästinensischen Realitäten angewandt. j Ich hatte Tarl.akowers Satz in der Mitlc abgebrochen. Ieli zitiere jetzt weiter: . . fällt aber natürlich (sie) in* folge der oberflächlichen Betrachtung der Dinge wiederum in Widerspruch nicht nur mit der gesunden Logik, sondern auch mit seinen eigenen früheren Ausführungen." Ich halte , nämlich die Forderung der Beherrschung des Landes durch 1 das Konsumvereiiiswescii gestellt. An welcher Stelle, bitte, Herr Dr. Tartakower? Und 1111:1 mein Beispiel von den j dänischen lamiv.irtsehr.ftliclicn Genossenschaften und dem der j englischen Großcitiknufszentrale. Ich habe cs gebraucht 013! das i 1 großen F'orincn einzige Beispiel in der Welt, in , dem imtcf Bcselligimg alles Zwischenhandel« hndwirfschait- 1 liehe Produkte an” den letzten Verbraucher kommen. Mein Kritiker ist im Irrtum, wenn er meint, daß eine Verbindung zwischen Konsumvereinen und bmlwirischait'i he!» G nassen• schäften mir deswegen nicht ttattgcfuiulcn hülle, weil für! die landwirtschaftlichen Produkte in der öänischon Stadt keine; Absatzmöglichkeiten wären. Sehr große Teile des landwirt- ' schaftlichcn ProdulUs gehen auf dem Wege des Zwischenf bandeis von den dänischen Landwirten zu den dänischen! Konsumvereinen; ebenso wie in Deutschland —• hier meist j aus politischen Oriinden — keine Verbindung zwischen den! meist politisch kanscrnvtiven!;■.luKvirfEcbaft'.ichcn Genossen- I scliaftcu und den 1!o:׳.ia!1!emokraiisoI1e11 Konsumvereinen bei stand. Tartakower hat recht, ich habe die Forderung nach 1 Autarkie abgeleimt. Nichtsdestoweniger wird man in Städten! einen großen Teil der iaiulwirtsdiaft.ichcn Produkte brauchen,! und mein Kritiker braucht mir nicht zu erzählen, daß ein I großer Teil der laiidwirtr.cliniliiclien Produkte auf Export! angewiesen ist. Oh man diese Exporizcnlralc älr, Pendant; der Kottsumvcrcins-Eiukaufszcnlrale aaglicdcrt oder tl? ganz selbständig gestaltet, ist eine sekundäre teclmiache Frage, 1 die meinen Oedankengang nicht Im mindcBlcit berührt, , Ieli wende mich jetzt zu‘ einem Anis.atz von Preu II int Juliheft des ״luden", dessen Kenntnis Ieli natürlich voraussetze. Preuü!)diaiKlelt im vierten Abschnl t die Ikdouliiiiß des Misrads als sodnlistRclicn Faktor in Palästina, In diesem Abschnitt fim’en sich und eben« In einen» früheren Aufsatz. Rudolf Samueln tatsächlicher Intumer (Uicr die llaüenIschen ArbeitPuenosscimcIiaficn, die ich z.um'idict einmal richtigstellen will. Preuß schreibt: ״Genossenschaften, die räch ohne Kapital, nur zun» Zweck der Uebernahme gewisser meist öffentlicher Arbeiten bilden und sich dann entweder auf* lösen oder sich als Vorstufe zu landwirtschaftlichen• Pachtgenosscnscliaften betrachten, können ihrem Werdegang nach von großem Interesse für die palästinensische Arbeiterschaft sein, aber naturgemäß keine weiteren Wirkungen ausübeu , Preuß hatte kurz vorher von italicuischcit Arbcilsgcnosscn• Seite 573 schaffen gesprochen. Er hat wohl auch mit diesen Sätzen an sie gedacht. Demgegenüber stelle ich fest: die italicnlsehen Ärbeltsgenosscnsdiaflcn (die man ln zionistischen Kreisen immer noch nach dem veralteten in Italien schlecht beurteiltem Buche von Preyer kennt), sind keine vorübergehen* den Organisationen, sie sind (mit ganz vereinzelten Ausnahmen) niemals in laiidwirtschattlidic Paditgcnossenschäften unigewandclt worden. Sie verfügen über sehr bedeutende finanzielle Mittel, und die Italienische Regierung hat zu ihrer und der Konsumgenossenschaften Unterstützung eine Bank gegründet ״L’institut national de Credit pour la Cooperation11. Diese Bank ist leider bei uns noch sehr wenig bekannt, obwohl ihre Erfahrungen der palästinensischen Arbeiterbank sehr nützlich sein konnten. Ich betone dies hier, weil aus der Preußsclicn Darstellung hcrvorgclit, daß der Misrad manchen Hehler begangen hat, der sich bei Kenntnis der italienischen Erfahrungen wahrscheinlich hätte vermeiden lassen. Gegenüber Samuel ist zu bemerken, daß in Italien eine industrielle Artidtcr-Produktiv-Genosscnscbaft, d!e sich nicht transformiert hatte, zurzeit nicht bestellt. Es wird des öfteren behauptet, daß die Entwickln!!״ einzelner ArbcLs-Produktiv- Gcnofsenschaitcn in Palästina deswegen leichter möglich sei als in Europa, weil Palästina noch kein so ״kapitalistisches“ Land sei. Die Verfechter dieser Anschauung übersehen nur, wie ich bereits in meinem Buche betonte, daß der Kapitalisrniis in Europa die Entwicklung des Konsumvcrcinswcsens mit seiner bedeutenden Eigenproduktion nicht zu verhindern vermocht hat. Ich konstatiere mit Freude die Uebereinstimmung mit Preuß, daß die isolierten — ich sage in meinem Buche einzelnen —• Arbeiter-Produktiv-Oenossenschalten seiner Ansicht nach keine Bedeutung für das Land gewinnen werden. Was cr weiterhin über die Entwicklung«• möglichkciten des Misrad sagt, geht konform mit meinen Vorschlägen, und er scheint mir in einem Irrtum zu sein, wenn cr — allerdings nicht klar formuliert — der Ansicht ist. im Gegensatz zu Oppenheimer zu stehen. Das wesent* liehe Problem des Misrad wird ja erst — auch darin glaube ich mit ihm einig zu sein — in dem Augenblick akut, in dem der Misrad nicht mehr auf fremde Bestellung Arbeiten ausführt, sondern selbst Unternehmer wird. Zurück zu Tartakower. Er kommt zu meinem letzten Kapitel. Zunächst zur Arbcitergcwinnbeteiligung. Ich kann hier den ganzen theoretischen Oedankengang nicht klariegen, der mich zu einer Ablehnung veranlaßt hat. Charakteristisch ist wieder, daß Tartakower cs nicht für nötig hält, sich mit einem Wort damit aiiscinanderzusctzcn. (Nebenbei widme ich der Frage nicht ein ganzes Kapitel, sondern drei Seiten.) Tartakower schreibt: ״Man kann sich der Gewinnbeteiligung der Arbeiter und der Teilnahme ain Betriebe widersetzen. Man kann cs, wenn man glaubt, daß hierdurch die Interessen der Arbeiter geschädigt werden könnten, indem die Einführung der Gewinnbeteiligung eine Kürzung der festen Löhne nach sich ziehen kann oder eine andere Uebervorteihmg der Arbeiter möglich macht. Dies wäre ja auch die Haupt- Ursache der ablehnenden Haltung der Gevverkvereine in Europa gegenüber dem Prinzip der Gewinnbeteiligung." Hier ist klar und deutlich, daß cr meinen Ocdankcimang nicht einmal verstanden hat, ebenso wie cr die nb'.chncmic Hnüunft der Gewerkschaften nicht begriffen bat. Sie haben die Ge• winnbcteiligung nicht deswegen verurteilt, weil in vielen Fällen Lohn Gcwinnbeiblnng nicht mehr betragen haben wie früher der Lolin, sondern in erster Linie aus dem Grunde, weil die gesamte Gewerkschaftsbewegung auf der.» Prinzip der Bcrufsvercinigung aufgebaut ist; und die Gewerkschafts• ׳ fiihrcr hatte!» die berechtigte Befürchtung, daß eine ins Gewiciit fallende Ocwinnhctc.ügung die Arbeiterschaft zu sehr an die einzelnen Betriebe knüpfen würde und sa ihre ganze Organisation in Trümmer ginge: inan ging in Arbeiterkrcisoii so weit in der Bekämpfung der Zusammenfassung der Arbeiter nach Betrichen, daß man die Betriebsvercine zeitweilig mit gelben Strcjkbrcchcrorg.misnlioiicn identifizierte. Ich gehe auf Tartakower« Bemerkung ״marxistisch geschult" nicht näher ein. Ich bekenne voll Freude — ohne in irgendeiner meiner Publikationen jemals auf streng marxistischem Boden gestunden zu haben — daß ich keinem sozialwisscnschaftliclien Denker des 19. Jahrhundert soviel verdanke wie Marx, — und cr sollte doch darüber erhaben sein, im Vcrsammlungstoii behandelt zu werden. Ich bin nicht der Ansicht meines Kritikers, daß ich bei genaueren Untersuchungen zu anderen Ergebnissen gekommen wäre. Ich würde mich freuen, »venu Herr Dr. Tartakower, durch solche ״genauen" Untersuchungen mich auch •nur in einer Frage zu einer Modifizierung meines Standpunktes bekehren würde. Immigration PalSstina-Wandeninj׳ über Rumänien Narb längeren Bemühungen ist cs gelungen, seitens der rumänischen Behörden für jüdische Palästina-Wanderer aus Polen die Erlaubnis der Transit-Wanderung über Rumänien zu erlangen. Damit i;t ein großer Vorteil in der Regelung der Immigration nach Palästina erzielt worden. Ersparen doch die Palästina-Immigranten bei Ihren» ,Wege über Rumänien ungefähr ׳,נ» der Reisekosten, die sie bei einer Fahrt über Triest ausgclien müssen. In den letz,en Tagen hat ein Tramport, bestehend aus 10 i’ersoncn, die vom Palästina-Amte in Lemberg abgefertigt wurden, Czernowitz passiert; am II. Oktober ist der erste größere Transport von Palästina-Emigranten aus Warschau, bestellend aus 37 Familien, zusammen 53 Personen, in Grigore Ghica Veda cingetrof.cn und wurde hier vom Czernowitzer Palästina-Amte übernommen und nach Galati wcitcrgeschickt. Es handelt sich bei diesen Transporten durchwegs um qualifixierte Handwerker, die mit ihrem ganzen Werkzeug nach Palästina reisen. Die Emigranten waren sehr gut ausgerüstet und machten einen vorzüglichen Eindruck. Jüd sctie Handwerker nach Palästina Qaintz. (J.C.B.) In den letzten Tagen haben zwei Pcrsonendanipfcr den Hafen von Galatz mit dem Ziel Palästina verlassen. Auf einem der Dampfer befanden sich 58 jüdische Handwerker, die aus!,ölen kamen, yon' diesen hatten einige ihre Familien mit sich. Mit dem zweiten Dompter Itiliren 28 j ü d i s c 11 c 11־ andwerker, die zuletzt In der Bukowina wohnten. Es handelt sich meist um Chaluzim aus der Ukraine. Ihre Einreiseerlaubnis für Palästina erhielten sic auf Orund Ihrer Handwerkerzeugnisse, Städtisches Für Juli gibt die offizielle Statistik die Einwanderung mit 319 Personen (115 Männer, 126 Frauen, 108 Kinder )an. PresscschBU Die ״Frankfurter Zciting“ vom 15. Oktober brachfe in Ihrem HmrJclib'.att einen Artikel über die Rute aberg- Konzession, worin die Einzelheiten der Konzession wiedergegeben werden. Zum Schluß wird auf den w-irisdiaftiiciicn Auuehwung Palästinas und das Wachsen Yc' AvT'S hi״■ gewiesen.