Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 82 (17.10.1922)
- Date
- 1922-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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PS8T3BIK ׳aJk* SSBLESm^ Nummer 82 ev_ss..173־c=7ar.— אוי אי1 ביג בי» גור רו דיג Ü ליב מיג׳ סבג צווו שב שטו שרג ־>־* 11G 11-41 <י: iU!11 11 ווו » ־: 1! per Ilonismui erntrobt für da» indisch« Volk die Schaffung einer ttffontUeh ■ rechtlich gccichartan Heimstatt« In Palästina. ״Baseler Programm.* ״3000 1־ I Die Minoritätenfragen vor dem Völkerband Interview mit Leo Motekln Berlin. (J. C. B.) Wie bekannt, bildeten die Fragen 'der nationalen Minderheiten im allgemeinen und der jüdischen Minderheiten im besonderen eine der Hauptfragen der letzten Völkcrbumlslngung. Der Generalsekretär des Komitees der jüdischen Delegationen, Dr. Leo Motzkin» hat dem Vertrcler des J. C. B. ein knappes Bild Von dem Verlauf der letzten Genfer Verhandlungen entwickelt, Herr Dr, Motzkin führt aus: ״Als mir unmittelbar nach der Karlsbader zionistischen Jahrtskonferenz der Auftrag zuteil wurde, nach Genf zu gehen, waren cs zwei Aufgaben, um derentwillen ich diese Reise unternahm: Die Sicherung der Minderheitsrechte der lett• ländischen J ud eil sc h a f t und der jüdischen Autonomie in Ostgalizicn. Die Frage Ostgalizicns ist jedoch t~ entgegen den 11:1s aus verschiedenen Quellen zugegangenen Benachrichtigungen <-ר in dem erwarteten Umfange nicht zur Sprache gekommen, dagegen war Lettland direkt und indirekt ein Gegenstand der Völkcrbundsvcrhandlungen. Es standen noch offen die Frage der jüdischen Flüchtlinge in Wien und die Frage der ungaris-chcn Juden. Was die Naturalisierung der großen Massen der jü* dischen Flüchtlinge in Wien anbclangt, war cs vorher weder dem Komitee noch anderen jüdischen Organisationen gelungen, den Völkerbundsrat dazu zu bestimmen, daß er den Vertrag von St. Germain in einem für die Betroffenen günstigen Sinne kommentiere. Im Hinblick auf die absolut ablehnende Entscheidung des Völkerbundsrates mußte das Komitee der jüdischen Delegationen von irgendwelchen Schritten absehen, die in dem gegebenen Momente zum mindesten nutzlos waren. Die sonst unternommenen diesbezüglichen Versuche büchen auch völlig unbeachtet. So ist auch die Frage der ungarischen Juden — entgegen anderslautenden Meldungen — vorläufig nicht auf die Konferenz des Völkerbundes gekommen. Erst in Zukunft wird sich eine wirkliche Möglichkclt zur Aufrollung dieser Frage bieten. Außer der Frage der lettländischen Juden waren es die prinzipiellen Diskussionen über die Minderheftsfragen im allgemeinen, welche in der 6. Kommission des Völkerbundes entwickelt wurden. Der Engländer Murray, der Vertreter Südafrikas, wollte eine spezielle Kommission, welche sich permanent mit diesen Fragen bcschattigen würde, vom Völkerbund eingesetzt wissen. Interessant war dabei, daß die Lettländer, welche trotz ihres bei der Aufnahme gegebenen feierlichen Versprechens die konkreten Mindcrheitsklauscln gegenüber dem Völkerbund nicht unterzeichnet haben, die Resolutionen Murrays zum Anlaß nahmen, um eine prinzipielle Debatte hervorzurufen und die weitgehendsten Forderungen für alle Staaten aufzustcllcn, damit sic sich momentan von ihren besonderen Verpflichtungen befreien könnten. Estland folgte dem Beispiel Lettlands, und sie fanden auch viele Freunde innerhalb der Kommission. Spätere Völkerbundstagungen werden sich deswegen abermals mit den gleichen Problemen befassen müssen. Das Komitee der jüdischen Delegationen hat sich hauptsächlich mit zwei realen, Dingen befaßt: Mit der lettländisehen Frage und mit der Zustellung von allgemeinen Materialien zur Minderheitsfrage. Seine Vertretung in Genf (der Generalsekretär des Komitees, Motzkin, und sein ständiger Repräsentant, Aberson) suchte durch mündliche und briefliche Verhandlungen mit den maßgebenden Faktoren einer Reihe von Staaten die Taktik Lettlands zu durchkreuzen und bestand darauf, daß Lettland dieselben Klauseln zu unterzeichnen habe, wie sie verschiedene Staaten während der Friedenskonferenz und neuerdings auch Litauen unterzeichnet haben. Die Entscheidung über die ganze Frage befindet sich in den, Händen des Völkerbundsrates, welcher demnächst die Angelegenheit endgültig erledigen muß. Durch er- Ranzende mündliche und schriftliche Informationen hat die Vertretung des Komitees der jüdischen Delegationen den Wahren Stand aufzuklären versucht Die von Lettland und Estland aufgeworfene prinzipielle Krage der Mindcrhcitsvcrpflichtungen aller Staaten hatte andererseits einen günstigen Beschluß zur Folge. Der Englinder Murray nahm das Prinzip auf und formulierte eine Resolution, wonach der Völkerbund die Hoffnung ausdrückcn sollte, daß alle Mitglieder des Völkerbundes *!!mindest solche Minderheitsrechte bei sich zur Geltung bringen, wie sie die durch die Friedenskonferenz und später geschaffenen Staaten cingefuhrt haben. Die Resolution wurde *»!genommen. 5005c®״; , Str. Zentralkomitee jüdischer Fraaenvereine Aus Jerusalem wird berichtet: Aus den Delegierten aller jener jüdischen Frauenvenesne, welche unter ihre Aufgaben den Mutterschutz und die Kinderfürsorge zählen, wurde vor ״urzeni ein Zentralkomitee gebildet, an dessen Spitze Lady Herbert Samuel als Präsidentin und Fräulein Henriette ®*old *j, Schriftführerin stehen. Dieses Komitee wird als Beratungsstelle für alle in Befracht kommenden Organisationen Emzdpersoncn dienen, welche an der Förderung dieser ®0*Wen Arbeit in Palästina Interesse haben. In Jerusalem Nüst soll das Zentralkomitee eine Zusammenarbeit gleichgerich- Ktcr Organisationen herbcifWircn und eine Zersplitterung der Kräfte verhindern, ln dem Zentralkomitee sind bis jetzt die Ha<U*»ah, die Internationale zionistische J'*uenorgaolsatlon, der Eser Jaldot (H11 fsverein r״r,Mädchen), eie Histadruth Naschltn Iwriot (Jüdische PMenorganinatioo) usw, vertreten. ■r ׳ •׳ * * Der Propaganda• Plan 1 w Vom Hauptbüro des Keren Hajessod ln London wird uns׳ geschrieben: 1! עיי ן׳.:׳ Während und nach der Jahkskonferenz in Karlsbad hielt das Direktorium des Keren Hajessod mit den Vertretern der Keren Hajessod-Koinitecs der einzelnen Länder Beratungen über die Keren Hajessod-Tätigkeit im Herbst und Winter dieses Jahres ab. Bei diesen Beratungen wurden alle schwebenden Fragen der Organisation und Propaganda besprochen, Erfahrungen ausgctau.scht, Wünsche und Beschwerden enigogengcnoinmen und so die Gelegenheit benutzt, um die kommende Arbeit so gründlich als möglich vorzubcrcitcn. Audi wurden eine Reihe van Delegationen, die vom Direktorium des Keren Hajessod und seiner Abteilung lür Zcntraleuropa aus zu entsenden sind, vercinbart 'ויו , Das für die Eingänge des Keren Hajessod wichtigste Land sind nach wie vor die Vereinigten Staaten. Es wurde beschlossen, in diesem Jahr von der Ent- Sendung einer Kollektiv-Delegation Abstand zu nehmen, dafür aber eine Reihe von hervorragenden Persönlich* Leiten nach Amerika zu delegieren, die sich für die Keren Hajessod-Arbeit zur Verfügung zu stellen bereit sind. Der erste Delegierte des Direktoriums ist der Abgeordnete Colonel Josiaii C. Wedgwood, der sdion in deti Vereinigten Staaten eingetroffen ist. Noch im Laufe dieses Monats folgt ihm Dr. Schmarja Levin, mit dem zusammen Herr Dr. Arthur Ruppin reisen wird. Weitere Delegierte werden in späteren Stadien der Arbeit folgen״! Das Diicktorium veriiandelt zurzeit auch mit Kanada wegen der Auswahl geeigneter Delegierter; ebenso auch mit Argentinien, wo eine intensive Keren Hajessod-Aktion durdigcführt werden wird, sobald die vom dortigen Komitee verlangte Entsendung eines Delegierten zustande gekommen sein wird. In Südafrika wird die Keren Hajessod-Aktion noch in Fortsetzung der von Dr. Devin durchgeführten Campagne weitcrgelcitet, wobei Herr Dr. Olswanger dauernd das Land bereist. Von nordafrikanischen Ländern ist bisher nur das spanische Gebiet Tanger und Marokko von Dr. Bonsion im Aufträge des Direktoriums bereist worden, während in Tunis unter der Leitung von Herrn Valensi ein Keren Hajessod-Büro eingerichtet worden ist. Ende dieses Jahres wird Herr Jabotinsky eine Reise nach Tunis, Algier und Marokko unternehmen. Tripolis steht mit dein Keren Hajessod-Büro für Italien in Verbindung und wird, sobald sich die Möglichkdt ergibt, von Herrn Advokaten Padfici aus Florenz besucht werden. Von Ländern Asiens wird Mesopotamien! vom Delegierten des Keren Hajessod Dr. Bensian bearbeitet, der sich zurzeit in Bagdad aufhält. In Palästina selbst ist die Keren Hajessod-Aktion auf Grund der in Karlsbad nbgclultcnen Besprechungen unter die Leitung des Waad Lcumi gestellt worden, der ein besonderes Keren Hajcssod-Komitcc einsetzen und eine große Keren Hajessod-Campagne durchführen wird, für die die gesamte Bevölkerung, auch die Arbeiterschaft, herangezogen werden soll. Die Bearbeitung von Syrien und Aegypten soll In Zusammenhang mit einer Reise des Herrn Dr. Viktor Jacobson in Angriff genommen werden, der sich in den nächsten Wochen vorerst in Bulgarien aufhalten!wird, um dann Griechenland, die Türkei, Syrien und Aegypten zu besuchen. In Belgien hat vor kurzem Herr Dr. Schmarja Levin eine Versammlung abgciialtcn. Die Arbeit winl vom belgischen Keren Hajessod regelmäßig weiter geführt Dr. Levin sprach bekanntlich auch in zahlreichen Keren Hajessod-Versamtnhingen in Deutschland und dqr Tschechoslowakei. In Holland hat der Dclcgicrtcntag der Niederländischen Zionisten zu einer Festigung der Richtung geführt, die die positive Mitarbeit für den Aufbau Palästinas für die Hauptaufgabe Mit. Eine Besprechung zwecks weiterer Organisierung der Arbeit wurde anläßlich ejncs Besuches van Eh, Feiwcl in Holland abgehalten. ' ’ ' ' * י ' ' Eines der wichtigsten Arbeitsgebiete des, Keren Hajessod ist Rumänien. Herr Sokolow׳ hat sich zu einem Besuch Rumäniens bereit erklärt, wenn für eine großzügige organisatorische ,Vorbereitung gesorgt ist. Zur Durchführung der notwendigen Arbeiten wird sich im Laufe des Monats November Herr Berger von der Abteilung für Zcntraleuropa nach Bukarest begeben. Wegen Entsendung eines anderen Delegierten schweben noch Verhandlungen. In Transsylvanien (West-Rumänien) wird def Keren .Jfojcssod Arbeit ä» BrätMa &CJÄJ504-W« Walter Turnowsky, dem Generalsekretär des deutschen! Keren Hajessod, organisiert werden. j Der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für) Deutschland, Herr Rechtsanwalt Felix Raaenblüth, wird( in den nächsten Wochen eine längere Reise durch Jugo' siawien unternehmen. ’ ' Herr Dr. Hantke von der Abteilung für Zentraleuropa besucht im Monat Oktober Polen und nimmt! hierauf an eine.׳ zionistischen Tagung in der Tscliecho- Slowakei teil. Es besteht der Plan, daß Herr Sokolowt vor einer Reise 11;1:11 ו Rumänien die Tschechoslowakei! besucht, und eventuell späterhin auch Polen, wenn dort! die organisatorischen Vorbereitungen zur Durchführung] einer erhöhten Tätigkeit getroffen sein werden. | In Lettland und Esthland wird Ende Oktober Her* Dr. Wilensky cintreffen, um auch dort die Aktion, diel bislicr nicht genügend Resultate ergab, zu entwickeln^ In Litauen ist die Arbeit dauernd in gutem Fort«( gang, ln Memel, das bisher mit Litauen in engstert Verbindung stand, wird ein Besuch von Delegierten da! Abteilung für Zcntraleuropa erwartet. j Das Komitee für die Keren Hajessod-Arbeit un'edj den russischen Juden im Ausland, mit dem Sitz im Berlin und unter Leitung von Herrn Dr. Trivus, arbeitet sehr erfolgversprechend weiter. י- .\. Die amerikanische Keren Hajessod-Arbeit Das Ergebnis des ersten Jahres Das Zentrale Büro des Keren Hajessod für Amerika In New York 50, Union Square, gibt folgenden Bericht tiFcr die bisherigen Ergebnisse der Keren Hajessod-Aktion: Auf der letzten Convention der Zionistischen Organisation von Amerika, die im Juni in Philadelphia stattfand, gab der. * Generalsekretär des Keren Hajessod, Emanuel N e u »n a n n » den Bericht über die bisherige Tätigkeit. Dieser Bericht fand eine ganz besondere Aufmerksamkeit auf der Convention, Nach Schluß der Tagung erhielt das Büro zahlreiche Zuschritten, die um Veröffentlichung dieser Angaben baten. In diesem Sinne wird die nachstehende Zusammenstellung ver-» ötfcntlicht. Sie umfaßt die Einnahmen und Ausgaben de*, ersten Jahres von der am 17. April 1921 erfolgten Begründung des amerikanischen Keren Hajessod-Büros bis zum 50. April 192Z Bei diesem Bericht darf nicht vergessen werden, daß unmittelbar auf die Gründung des Büros die Sommermonate folgten, in denen sich die Organisation noch, in ihren ersten Anfängen befand. In dieser Zeit mußte die Tätigkeit eine sehr begrenzte sein, und die Eingänge waren sehr klein, so daß der Bericht zwar formell 12 Monate, in Wirklichkeit aber nur eine Aktivität von 7 oder 8 Monaten dantclit Der Prozentsatz der Spesen beträgt 9»;». Bericht Ober die Eingänge und Ausgänge des Keren Hajessod-BUros New York vom 17. April 1921, bla 30. April 1922. Einnahmen. Keren Hajessod-Einginge , , , Sonstige Eingänge , . , . , Bankkredite.. , Gesamte Barclngänge, , , , . Nichtbezahlte Zeichnungen, die Zcntralbüro mitg|teilt wurden Dollar dem 1 603832,95 1 659,23 20000,00 Dollar 1 6542,23 25־ 007307,63 2 ״ n » Dollar Ausgaben. Ausgaben der tokalkomitces ״ , Allgemeine Administrationsspesen , . , ״ Kleinere Ausgaben « Mobiliar usw. , , . , ... ״ Gesamtausgaben Dollar Abrechnung Londoner Büro. Ueberwlcsen dem Keren Hajessod-Dircktorlum London Dollar ,Ueberwiesen der Hadassah , , , , , ״ Dollar 3 632 849,66 18 729,73 287197,56 22512,28 10 586,39 339 026,01 1 163 896,36 72500,00 Dollar 1 236 396,36 Die Aktion In Boston Boston, 27. September 1922. Eine gut besuchte Ver- Sammlung führender Bostotver Juden fand gestern abend bet Herrn Max Schulmann statt. 111 dieser Sitzung wurde die Keren Hajessod ■Kampagne für Boston organisiert. 1 neige Roscnblatt berichtete über die Fortschritte der Arbeit In Palästina und betonte, daß es ohne den Keren Hajessod nicht vorwärts gehen könne. Der Generalsekretär des Keren Hajessod, Emanuel Neu mann, betonte die Wichtigkeit des neuen Drive. Er forderte die Anwesenden' auf, sofort ein Komitee für die Aktion zu bilden. Daraufhin wurde einstimmig Herr Max Schulmann zum Leiter der Kampagne in Boston’ gewählt und nahm das Amt an. Die Arbeit wird zu Beginn «es November einsetzen. Ihr Ziel ist die Aufbringung׳ von 250000 Dollar in ״Oreater Boston". An Colonel Wedgwood, dessen Besuch ln Amerika der Versammlung durch Herrn Neumann inltgctdit woiden war, winde die, Einladung gerichtet, zur Eröffnung der Aktion in Boston an* wesend zu sein, zumal diese Tage gleichzeitig der Feier der Mandatsratifizierung gewidmet sein sollen. In dem Aufruf, mit dem die Bostoncr Juden auf die Keren Hajessod- Aktion vorbereitet werden, findet sich auch der Name de« Reformrabbiners Levy, der bis vor kurzem eia entschiedener Gegner der Paästinabestrebungen . *ms