Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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.י• *■«. Nr. G9 fu e סt s'c h e rotd־s־c־h au Sette 405 Ho ׳.« IV sinhoh•‘ IV-; Arhiii . S C0;1X iln Ort Des,ח!\־\ Kör!Kt. CitC Vr. Cisc j״j. Uch—, Vt;i Grgw rbeit 3citrc >,^1״«s1'f wirs ,;je jmiisdte ivonieit ist. lernt. Noch j,n1|!::teilte rim 1;;. her ai. z,.; auf 1!r, eni a:|i *-״ Kr;i» etteini,- istisctif•[ isoiuier:; statu!;: er Ba-;־. dingi;;;״־■ tiüenuf md de» 'iajessul mit ein- »Irrende;■ Daibc.':• hen!ru:(it *OrtugrS issisdir: Belgien, Komi! . Nicht-!der er■ . n a d a, '1r.ltms.se j rkennen,! ist. 101 tcr deraf onismus | ejeniges; xike bc-, in, ein« 1 sehen; bei .p;I; Satz bei st. Die er! den e ganze!hen. In d-Komi* :rbandtj j dies« rncr die cas de: lg einei at. Be■ die von gf and istischen A sso« Drden n einer em einen m Ende eten zu!r Unit 1-Bud. irz 192י rde, im und im d;1s all•■ sidi ü Unter• b a 11 k, ) Pmnil () Piund wo für zu bi!• gezahlt r weite• wünscht fajcssod ' diesen sntJichef werdm :ן 1 konnte > mäßigen g hm des', für dm j ren. Es 0 piund di, aus 1 La״'; inküni|־ allen»*' igets zu T.-itions•! :11t oder :!ständen •fajesso1 ren «*>., :״ aber ־ *«, daf• breiten i.-F. ef; vird ו Dirck-1 1 z einen־!sdilüss1. jf einc!l; Was muß fcststellcn, daß eine wirklidi gewissenhafte ׳ ’ pnrdisePimg des Maasscr-Gcdnnkcns bisher nur in einer . :1,-111111 Anzahl von Ländern und im Vergleich mit der 1 (il..-;r11thcvo!!:crm1׳r־ in einem relativ kleinen Kreise gelungen l;t. Aber diese Erfahrung bat andererseits doch auch hewie* ton, daß die Diirdiuilmmg jlcs Maasscr-Prinzip.! im Bereich i'cr Möglichkeit liegt. Ls ist allerdings zu einem groBei! fei! ein« nuüerordenUiclm Aufgabe der Erziehung des jiiilih-Ihii Volkes in allen seinen Teilen notwendig, bevor der lieh wieder zu einem die jüdische Leistung iiir Heimstätte in Palästina regelnden Prinzip gc- Noch sind wir voi dem Ziel sehr weit eiltgibt es äLmicr, in denen offener Widerstand Apathie zu überwinden und in denen Aufldäs- und Erziehungsarbeit im größten MaBstab erforderlich tut« Leistungen zu erzielen, die man an der Maasstr-;,lalerung messen kamt. ' ivr Bericht zieht daraus die Konsequenz, daß der Maasscr• .,linke aufrecht crhn'tei! und weiter durdrgelührt werden ״!, daß cs sich aber hier um eine erzieherische Aufgabe ■ -j.!t uiicl man in denjenigen Ländern, in denen eine .״;gor starke zionistische Trajiiton und ein weniger starkes ä.uiiüriies Verantwortungsgefühl der Zionisten existiert, das js-er-Priiizip erst aümältiich wird zur Durchführung brin- ■ können und inzwischen versuchen muß, oline dieses 'Prinzip . fiiinnziellcn Ergebnissen zu gelangen, Leber das Verhältnis des Keren Hajcssod und des Na- ■r.lionds, insbesondere über die Qrfmde, die zum Rückgang ׳ Nation,!lfonds-Einnahmen geführt haben, äußert sich das :';apibiiro mit Argumenten, wie sie sich auch in dem von :bereits publizierten Artikel von Schwarzmann finden, ,,wie oben ausgeführt, die Uchcrwcisung der dem National- -,is vertraglich gebührenden 200,0 der Keren Hajessoü-ELn- «r,ton stell als unmöglich bcrausgestellt hat, i.t ein Abunten in Vorbereitung, wonach diese Bestimmung aufgehoben ,;alctt soll, Ul. Die Arbeit für den Keren Hajcssod. Die Arbeit für den Keren Hajcssod wird von dem aus Herren F c i w e 1, K a p 1 a 11 s k y, Naiditsch, H ה I - ■זוזי bestehenden in London wohnhaften Mitgliedern des;ren J lajcssod-IXrcktor'niim geführt Dem Direktorium unterkt die Abteilung für Zentralenropa, geleitet von den Herren erg er, 111 u nt e )1 f e 1 d, liantke und Jacobson. L>le :)p.igamla für den Keren Hajcssod litt iu einem gewissen Je noch immer unter den oppositionellen Ströengen im Zionismus und durdt die bis zum 2t. Juli;rrogc rte Ratifizierung des Mandats. Hinzu;■nt die wirtschaftliche Lage und die damit verbtnt* ■c Entwertung der mittel- und Osteuropa i- :heit Valuten. Damit gewann die Keren II ijessod-Arbcit den hoclivalutarisdicn Ländern, vor all:m in Amerika an ■kiiinng. Die Arbeit in Amerika wurde bekanntlich von er Delegation, bestehend aus (len Herren Sokolow, Jaotinsky, Warburg, Gold stein und Patterson :■:!■stützt. Die Arbeit litt unter der Tatsache, daß eine all- :.g gut funktionierende Organisation noch nicht vorhanden .r und an der Unmöglichkeit, das Maasscr-Priiizip zur Durchrung zu bringen. Die Opposition der Brandeis-Gruejipc •! den Keren Hajcssod boykottiert. Die Aktion des Joint ■J die Sonder,aktioit der Hadassah beeinträchtigten ebenfalls :1 Erfo'g. So ist das Gesamtergebnis hinter den Erwartu iacn; Kongresses zurückgeblieben. Die Erzielung größerer Pc-;:.:te liegt aber durchaus im Bereiche der Möglichkeit. Die .!;■;:,iHon hat sich auch der Arbeit iu Kanada angenommen, ';und in Südamerika Dr, Wilensky, sehr gehemmt :dt die wirtschaftlichen Verhältnisse, in Südafrika mit;:m Erfolge Dr. Lew in arbeitete. Was die sonstigen Itvalulaiisdten Länder anbetrifft, so hat Herr Dr. Ben• on in Indien und Mesopotamien gearbeitet. Die ':st in E ngland bat bisher stark versagt, man hofft jedoch, i nach dtr Mamlatsbcstiitigung sieh Erfolge hcrat1sstelk1!־ :den. Die Ocsamtcingiinge des Keren Hajcssod per 31. März;12 belaufen sielt auf 427 855,11,9 P.'tnv.l. Das amerikanisch« :־en Hajcsrod-Biiro bat bis zu diesem Zeitpunkt den Betrag 504,74 1090 מ Dollar nach London überwiesen. jiK'isciteii 111.01 Polnischer Ilrld Von Josef Blumberg. Der konsiitu'ercnde Sejm ist in die Ferien gegangen, jd'ig. Es heißt, im September sollen noch einige Silztm- : abgclialtcn werden. Diese wer■;!.‘11 aber nur Kleinigkeiten erledigen haben, wenn sie überhaupt staitfinden. Denn die :malige Unterbrechung gliclt fast einer Flucht. Einer du vor sich selbst. In seinem Bericht über die Tätigkeit 1(1 i TWUnor Tolenl:ווי׳ 11, £t :׳,I»nl«ll«cl10 Vor.'lnljjitfuf, Ilorlln 0 30, Sayd«11tr»8• 8 ״/׳nimm 0111/15 . lV>»t*ohocUk׳mto Kt. liMOO rlin NW 7, 1Cn«»rnvf>rwnltnn>f ilnr ü. Z. V, 6 Uhr .Soamxljetv!, «ton 3. 1<ןי.ח «nUmi* 10110*1 ll.r.lr, Im Halm, LtnpMtr. 10t Vorirai’ von Il"rn1 l»l|!l..lnjr Al(ra<l IlArllnaM .,'U״ Ch»!u*brK(1*mn In!)(BtaehlkiM!1'. D»1 Kraolialnon »llar Ctmworia» i»t ffllvHU Qkat« •wllUtommen Ls Deputierten im Sejm sagte Grün bäum zu• '■:eml, ״der gegenwärtige Sejm hasse sieh selber". Und ״:■־.c!1 britt: viel.eicht kaum ein Parlament je glänzender i>e~ ■wn. Der fv:-jm war zu au!1m11׳g.׳t1׳( teil, a's Po'en nadi 1 ':.hielt drückend er Knechtscka't wieder seine Freiheit er- J hatte, Er erfreute sieh im Anfang der Sympathien aller .■■■׳Ikertingr-kreise. Die erste Sita ng de-t konstituierenden ה verwandelte sich in eine inv>03a׳tte Demonstration der ׳:i'f'icn nationa'cn Beireitutg. Dies alles ist längtt vorbei.;״ יi׳>t jetzt in Polen keine weniger geachtete Institution als ’ WJn.cliaiur Sejm. Von dem nationalen Sdwvung, der Lu den!'•׳G1 'Ly;( 11 die Volksvertreter beseelt hatte, ist läng t keine e iiiclir gfbliebe״. Nicht deshalb, weit seine Hauptaufgabe ' die Scita: fmtg der Verfassung — sich a'.lzuhngo verzögert '•! auch nicht wegen der unglückliclicn 1 *aneik•.)nstdtation,; kerne feöc Mehriieit schaffen 11:H kci.ic sichere Basis für ך: dr.iiemde Rcgienmgspolitik bilden konnte, sondern der '■'-re Geist des Parlaments war cs, der ihm die Achtung und j ‘ Vertrauen der Bevöikentng entzog. Ls fehlte ihm der 1 :t'־cr'11alü׳;ju׳c Geist, und man kann ruhig sagen, die nationale j 'd׳t, t.ot/ der hochtönenden nntionaüsiLciieu l'hrasen, die; (h׳r Sejml ribiine immer erklangen, wenn cs die Partei oder ntercsscn za verteidigen galt, war wieder der alte poiiiische Nationalfclilcr — vollk:;er Mnugel an nationaler Disziplin, der die ganze pol_- '•׳: Geschichte hiiitliudi sich bemerkbar machte. Jcde>Partei, Vertrctcrgruppc i:n Sejtn fühlte sielt nidit als ein Teil Ganzen, wollte nicht d.e rdlginiciacn Staats- und Nationalr«sen liölier gelten lassen als die ihrigen. Für Partei- und;'grazwecke sind alle Mittel erlaubt, auch wenn sie me g׳az des Staates in!Tage steilen. Eine Ausnahme bilden •Geht die linken Elemente des polnischen Parlaments. Aber ie weiden oft von der allgemeinen Strömung ■•:.] .Prinzip3; fl1• In dieser Beziehung ist ungemein charakteristisch die , ״1׳',־p der pol ui י che 11 Parteien zu der Jude 11 frage. Nie- , ׳!:!l unter den polnischen Poiitikcrn leugnet, daß der Antiscmt- ,'!:!|י für Polen eine schwere Gefahr bedeutet. Trotzdem V"'!n die meisten Parteien ihre wilde Pogromhetze fort, '; das für ihre Somlcrintercsscn nützlich erscheint. Daher i; '-r tmmiu'urc Wimvarr. im polnischen politischen Leben, Rcgierrungskriscti, die oft den Bürgerkrieg j 1•'׳-Jiiztibcsdiwörcn drohen,!,., Die i;11־!״.ich. M1U ״,״״ ״..״ . .... 3'־:zwar den Wucher in Handel und Industrie schwer bc ‘־‘Gt, der Landwirtschaft aber vollkommen freie Hand ■ kcillt darin wörtlich: ״Der Wucher 111 Handel rl't״t wird bestraft mit Gefängnis bis zu 7 Monaten und c.tier bis zu einer Million Marie, ausgenommen die .“'י'׳• v•irtschaftliclien Produzenten.“ Dieses ,(je- ׳•■־ U in,;Linde, den Handel vollkommen zu »*״. - ibcsdnvörcn drohen. . t letzte Sitzung des polnisch011 Sejm war ebenso wenijg h. Zuerst kam das etwas p kante ״Wuchergesetz , läßt, und Inn*chm. 0 Uhr Kamnm! Lnwy; Ji«Hnrpph«nf d«r אבוח ,!?iS d«r«a ZeHfteichtcht«, Montag den i, *bondi 8 Uhr Gruppe der /toot*te« *a« dem Otten im Klotnon .1ח^ I״nHr״rvoroin1hauH0», A loxandoistf. 40-41 Kntrr CirnP״pnRhpm1 nach rft!1!־'«■rlen Uorr T)r. י,,,זרית «kii 1^1״»<• nt•<5יוזן»4«1ו»זק dar hrbrMeeh«• tr.lterfttoi44 Fornir Hozitation tl«1 LoUa n»1־»ri DM ־וי«1!10»ךןדו* Imber aui elgoneu Werktnt nm*ikalt»obo VorlrH^n. Uionntng, don 5- זחי1מזח)יזי»א •bontls 8 Uhr ZlcnlnlUdior 52 V>rUm? voi Krau Oortlfi Arlogr)'׳oft» ״!>:« Kntwlrklunjf dtr pft}äatlaen«1Uel1«a AcbeUtrtebaft41« MUtwocb, den 1י, t'opt» mltfr «band• ^9 Uhr KUiun!? dtr Vertraterrrmmmtniif( der B. f. V, In tlon rtüumrm!ןי10!#0ו)י*ןתר׳1^ 4 0׳ Jnunndverein•, HaitifC^CTMatitr.62 nicren und natürlich hauptsächlich den iü. dischcn Handel. Es halten keine Proteste der Linken, das Gesetz wurde angenommen. Dann kam die ICo r f .1 n t y l n t c r pcU a ti« n. Es handelt sich darum, daß ICorfanty an der Spitze einer französischpolnischen Gesellschaft steht, die die wichtigsten Kohlengruben in Polmsdi-Oberschh'sien unter den denkbar günstigsten Bctüngangen vom Staate aufgekauft hat. Als Scimdcputicrtcr darf Konanly nach dein Gesetz keine gewinnbringenden Geschäfte mit dem Staate treiben. Zuletzt wollten die Bauemdcputierten noch rasch eine Verbesserung des Kraiikcnkasscngesctzcs durdt• setzen. Die Bauern und Gutsbesitzer sollen von Krankenkassen• emzabhingen für ihre Arbeiter befreit weiden. Das war den Unken doch zu viel. Die Arbeiterdeputierten begannen eine so heftige Obstruktion, daß die Sitzung nidit fortgesetzt werden konnte. Dar Sejm wurde vertagt. im Herbst soll das neue vcrlnssungsmäßigc Parlament zusaiiimentreten. Die Wahlkampagne hat bereits begönnen. Alle Parteien rüsten sich mit großem Eifer, obwohl es noch nicht ganz fcststcht, ob die Wahlen wirklich im Herbst statifiiuli'u werden. Die ostga'izisdic und die Wilna-Frage sind noch nicht gelöst, und cs füllt der polnische« Regierung doch nicht ganz leicht, Wahlen in diesen Gemeinden 7m veranstaltcn, die v.ahrsdiein'.idi einen scharfen Protest Englands hervonufen werden. Besonders die ostgalizischc Frage ist sehr heikel. Die englische Regierung hat schoa wiederholt ihre Unzufriedenheit darüber geäußert, daß Ostgalizien als polnisches Gebiet behandelt wird, während es doch nur Mandatsgcbict ist. Die polnische Regierung möchte die Wahlen etwas liinausschiebcn, um einem etwaigen englischen [,rötest vor/ubeugen. Das wird aber nicht leicht gehen, da die r>01nischeu Parteien sidi in dieser Frage schon fcstgclegt haben und es unmöglich scheint, den lästig gewordenen alten Sejm noch weiter leben zu lassen. Welches sind mu die Aussichten der kommenden Wahlen? Die Stimmung im Lande ist jetzt so,'daß cs wenig Aussichten' für. einen ״besseren'‘, lebensfähigeren Sejm bietet. Nach Ansicht cer polnischen Presse haben die rechten Parteien fast mehr Aussicht auf Erfolg. Die sozialistischen Parteien werden vor- ,־nsssicht'.ich einige Mandate verlieren, i!n übrigen wird die Pnrteikonste'.iatkm dieselbe bleiben. Viel schliminer gestaltet sich die Lage für die nationalen Minderheiten. Die Wahlgcometrie des sozialistischen Ministers Moratschcwski hat dafür Sorge getragen, daß die Juden und die Deutschen keine allzu große Anzahl von Mandaten bekommen. Dennoch ist es einer klugen Taktik mög'idi, eine bedeutende Veitreterscbnft im künftigen Sejm zu bekommen. Vor allem dürfen die Kräfte nidit zersplittert werden. Der Block der Nationalelf Minderheiten ist bereits eine Tatsadie. Immerhin besteht noch nicht einmal ein jüdlstfhnatkmalcr Block für die koimnmdcn Wahlen 1 Erst vor kttr/em haben die volkistischen Scjindcputiertcn ihre nationale Einsicht dadurch bewiesen, daß sic es ablchntcn, die Gcset/csvorlage zu unterzeichnen, die vom Jüdischen Nationalrat im Sejm cingcbracht worden war. Die Begründung: In der Gcsctzcsvorlage werden der lu'brüisdicn Sprache die gleichen Rcdito wie der jüdischen cingeräunit. Das Zustandekommen des Blocks der Nationalen Minderlieitcn läßt hoffen, daß die Vertretung dieser Minderheiten itn künftigen Parlament nidit so kldn sein werde, wie man cs ursprünglich bdiirclitct hatte. Allenfalls wird cs die nc’ic jüdische* Vertretung sicherlich nicht so schwer haben, wie iin Grümiungssejm. Der jetzigen Vertretung kann man viele Mangel nachsagen, eines ist "aber gewiß: Sic hat in! Parlament eine gewisse Stellung■ erobert ln den ersten Tagen des Grünchmgs’sojm wurde sic von den polnisdien Fraktionen ab quantit;:1״Kg!igcab!e betrachtet. Man ignorierte sic einfach. Allmäh'.kiraber, durch zähe Arbeit und schweren Kampf, brachte sie es dahin, daß nun ihre Worte nidit mehr einfach überhören kann. Während der letzten Regienm״skrisc war ihre Sieüuii!..nähme (in Verbindung mit der der deutschen) sogar entscheidend für die Regierungsbildung des jetzigen Ministe• ritims Nownck. Die polnische rechte Presse klagt auch, daß die gegenwärtige Regierung eine jüdisdi-dcutsdic ist. Bis jetzt aber hat sich der Dank der neuen Regierung für die jüdische Unterstützung in der Weise geäußert, daß die Schikanen der jüdischen Schulen in Polen mit unverminderter Energie fortgesetzt werden. Die jiklisdien Sdiulcti werden nidit nur nicht staatlich subventioniert, sondern sogar verboten. Dem ganzen jüdischen Schulwesen ln Polen droht ein vollständiger Untergang, wem! die Sdiikaneu der Regierungsorgane in derselben’Weise fortgesetzt werden. Unlängst hat der Sejmdepu-!iert•‘ Hirschhorn eine Interpellation cingereieht. i!1 der er ülwr die Verfolgung der jüdischen Schule bittere Klage führt. Dabei werden sie nicht (huch irgendwelche offizielle Verordnungen oder Gesetze verfolgt, sondern durch allerlei hinterlistige Schikauen, die aber das jüdische Sdmlwcscii völlig lahmlege״. Man requiriert Wohnungen, man entzieht den jüdischen Lehrern das Recht ־zu uuterriclUcu usvv. Besonders schwierig ist die Lage der jüdischen Schule im Wilnacr Gebiet geworden. Im Jahre 1915, tu der sdiwerstcu Kriegszcit, ist in Wilna der Grundstein für die jiidisdie weltliche Schute gelegt worden. Seit damals hat dort die jüdische Schule tiefe Wurzel gefaßt. Diese Schulen werden dtirdi das ״Zentrale Bildiingskoinitcc" beaufsichtigt, das ungefähr 25 Erziehungsanstalten in seinem I’crcidi hat. Diese Anstalten sind verschiedenster Art: Kindergärten, Volksschulen, zwei Realgymnasien, ein Lehrerseminar, päda׳<>״Ksd1e Kurse, Abendsdmlen für Erwadisene, Muster- Internate, Kindcrbibl«flicken und Klubs, ein eigener Verlag mit periodssdien pädagogischen Aufgaben für Kinder und Erziehcr usw. .. ,Tarbuth“ unterhält drei hebräische weltliche Volkssdiulcn, ein hebräisches Lehrerseminar und pädagogische Kurse. Es bestehen auch hier religiös-nationale Schulen, um die sich der Misradii und ein Teil der nichtzionistisclicn Ortliodoxie gruppiert. Dazu kommen nod! die verschiedenen Jesdiiboth hinzu. , ״ ,״ ... . , Bis jetzt war die politische Situation für das jüdi'dic Schu'wrvn sehr ciuriiig. denn die wediselnden Machthaber hietten es nidit für ratram, die jiidisdie Pxwölkcrimg in die Opposition zu drängen. Jetzt aber, mit der Inkorjwricnirig des Wiliwgcbictes in den polnische:! Staat, bat sich die Situation vollständig ■geändert. Der neue Kurator Gonsiorowski hat er■׳ klärt, daß die jüdisdicn Sdiulcn übe rflässig seien, Wilna werde dieselben polnischen Sdiulcn mit Sabbat brüh c ״ml ״Rcli״ions• mit erricht“, die in Warschau, I.otlz, Krakau usw. bcsiclwiL bekommen, , Es ist jetzt noch verfriiht, etwas über den Ausgang dieses Kampfes 7u sagen. Allenfalls wird er sehr sdiwer sein De jüdische Vertretung in dem neuen Parlament wird also vor eine neue Aufgabe gestellt sein: Sie wird den Kampf gegen! die Po'.onkierung der jüdischen Massen in den Randgebieten Polens aitliK'bmen müssen. Es ist also sehr begreiflich, daß das polnische Judentum den neuen Wahlen mit größter Sore« cntgegcnsiclit *־ Spartiscltcs Pafronaf über die Heiligen Statten? Die ״Yossischc Zeitung“ bringt folgende Meldung die wir nur mit allem Vorbehalt wiedergeben: ’ Nach einer Meldung der spanischen Regierung hatte der Außenminister mit dem von Rom zurückgekchrten Nuntius eine Unterredung in San Sebastian, die das spanische Patronat über die Heiligen Stätten zum Gegenstand Die Aussichten werden als günstig bezeichnet. hatte. Manwirim Die Alaawirim, Transport A.-G., Berlin N.24, Airmsf. Straße 15, bringt hiermit zur Kenntnis, daß zu den Syrien dampfern (Postdampfer) vom 3. und 17. September, keine Passagiere mehr abgefertigt wenden können, da der Deckbc'cpt^ist״11״ <Jicsc *’citJcn ^a!nplcr bereits voßstäudig! in glcidier Weise dürfen für die Eildampfer vom 8. Setv fernher keine Deckkarten au :gegeben werden, da dieser Dampfer auf Deck «neu Waisenkindertransport führt, so daß der Deck•׳ raum vollständig belegt ist. Herr daß von besichtigt Herrn Gold 111 nun Der Markenho! Go'dmann-Frcilmrg, hütet uns, bekannt zu geben, letzt ab der Mnrkcnhof nur von solchen Personen werden kann, die hierzu von dem Besitzer desselben, ausdrückliche Erlaubnis erhalten habe». die An die Zionisten in BerlinI Anläßlich der Ro s ch - H a s cb a n a (1 - AkHon des Jüdischcn Null m.-ilfoiids werden in Berlin vom 3.—18. September siimtüdic 1 äk-liseninhabcr zwecks Biichscnlcerung und Entgc״ennähme von Rosdi-Hascfiannh-Spcmlcr! bc iidit. Um Unkosten zu erspare«, erhalten die Berliner Zionisten keine besonderen Ankimdigimgcn der Biidiscnlcerung. Wir bitten daher hierdurch a.le Zionisten, ihre i:iic'׳scn zur Leerung bercitzuliaiten und' soweit sic nicht!•!:'.»;t zage-en sein können, die Aushändigung der Büchse u:1׳.t der Rosch-Haschanali-Spenden an den \fertraucnsmami zu veranlassen. fttütcilur.gen des Palästina •Amtes Die i1nn1igration־al1tcilung unserer Exekutive in Jerusalen» erreichte bei der Regierung die Einreiseerlaubnis für *125 Bau• handwerker, V;on diesen entfallen 3j auf Dcutaciifand, und zwar folgende Kategorien: Zemcntaibcitcr .. -. .■.5 ״.^.״.^■.^״■.....,״ Zimiuerku'.e, Bau- und Möbeltischler ... 10 Steinmcacn und Maurer (für Ziegel- und Steinbau) 10 Schlosser, Schmiede, Maschinisten r., ..... , ., 5 Rohrleger .. . .... . __- 5 Zusammen 35 Es kommen nur gut ausgcblldcte, fachlich er■• fahre 11e tbamlwerkci׳ i:1 Frage, die durch Zeugnisse ihre vollendete Ausbildung iiachwcLcn können, Die Voraussetziingen für die Einreise sind: 1. Ein Paß, 2. ein pnlhäliciios Fiiiinrngszcugnis, 3. ein ärztüciics Attest, 4. Reisegeld <10—12 £). Sofortige Meldungen sind zu richten an das Palästina- Amt, Berlin W 15, Sächsische Straße 8. Die Visa müssen bis zum 30. September erteilt sein. Der Beznlcl in Jcru alrm sucht einen Arbeiter, der ln Vitragen, Glasmalerei und Z1un111n1er-'.e!׳;n1g*farbiger Gläser erfahren ist, •Entsprechend (!mlLi/ierlc l’cr^onen werden gebeten, sich &n das Pa'üstina-Amt zu wenden. MlUtllitn^cn des Tccbnisdicn Chaluzickrciarlats Fine größere Zahl von Fragebogen sind immer nach nidit eiitp.ebcfeit* worden. Wir b'Lcn, es 11:11 ׳־ehenj zu tun, weil wir fcsistellcn nuisneu, wieviel CIki 11 ■׳.i:11 mit iärcr Au bihlimg fertig sind und welche Leute im laufe der nadirtcu Zeit fertig werden. Wir machen aui die Mitteilung des Pa‘äitinaamtes aufmerksam, wonach sich nl'e diejenigen Uauhandwerker melden sollen, die mit ihrer Ausbildung soweit fertig sind, daß sie hi dm nächsten Wochen nach Pa'lirtlna fahren können. Wir suchen einen Mitaihfiter für das Sekretariat, der evtl bereit ist, im Rnhrgebiet se'.lntämiig zu arbeiten. Gc su eilt: Lehrmul Volon'.ärsie’lcn für Schlosser (Automobil-, Bar;c!1'.0:ser), Maurer uni Tischler. Technisches Chaluzsckrcfariat, Berlin W. 15, Sächsische Straße 8. Jüdisches Arbeitamt Zionisliit, die iu Palü.tina ihre Kcnntnis-c verwerten wift, suciit hier einen Posten, wo sie sich im Schneidern vcrvollkommnen kann. Sic ist 27 Jahre alt, hat bereits Praxis, Angebote «bitten wir an den jüdischen Arbeitsnachweis, Monbijoupfatz 10. Außerdem suchen wir für eine IG jährige Kimlcrpfkgcrin mit crstklas?igcm Zeugnis und einjähriger Praxis bezahlte Stellung im Kindergarten, Hort oder Heim in Berlin. Angeböte erbitten wir c״e1ua!U an den Jüdischen Arbcitsnschweis, Monkijouplatz 10. Das Jüdische Ai hedsamt sucht uragehend für einen kaufniännisdi gcbl.dctct! Herrn, (Aeg\ pter), der in der deutschen, französischen, cnglisciietr, ita'ieiiisciK-11 Sprache vollkommen bewandert ist. Ilcsciiüfügun״ als Dolmetscher. Meldungen August- Straße 17. t Das JiMische Arbeit;amt irherniinint für die bei 111m gemeldeten jüilisdicn arbeitslosen Flüchtlinge vorübergehende Beschäftigung in Adresscnschrcibcn, Kartliothckarbeitcn, sonstigen schrill iclicn Arbeiten usw. Meldungen ein Tag vorher unter Norden 2133. Schluß des redaktionellen Teils. f ,3!;»/•*־.r i f 7Avs׳y•'•/׳- Hr* W y/, «NorcirGO'PQiaciicr IW««**'!'!«•*»«!*!»1*4» »••׳ Hambutl Dd>kt« •״*י4יו^*י«*!חייייס 4ייי| n« 4» »l %1l 14•« י Fttfcf «f 4 * 4«*V«rvr*)lns^t