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Jüdische Rundschau · 1922-09-01 · Heft 69 (1.9.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 69 (1.9.1922)
Date
1922-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Anzeigenpreis Ihr die achtßcspaltcncNonparcillezeilc 15.-M. Für hchrliicha Anreisen 50% Aulichl»{. Anzeigenschluß: Dienstag und Freit,aß nachmittag 4 Uhr. ~1־י~ן ך,/ י־ ד—ז'3—ז׳׳ד־לר"■׳•/ ■־!־ד־־ד/ ץ rr• י } \ ' יw / : ׳, , .• \ / ן י יי! 1«י.» -; v•''.!! \ ״/ 1 1 ״ י j / 1 {/ . ־׳ \ ( \ז! ' : '! I N _ ״ I’ . ' 'נ ז י י£ 'י f 1. . ׳ t 1' J Telephon: Uhland 645 u, 846. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392, Für Oesterreich: Postsparkassennmt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Poslsparkasscnamt Praß. Konto Nr. 156 030. — Rcdaktionsscliiuß Sonntaß und Mittwoch nachmittag. — L ^־ 1״«•ך«*,.״ ז״ץןד-ד׳ ח" אלול׳ תרפ״ב Cr-Sr<־bt tUr daa *0dI5cho Voik dia Sshsfgiing cI1»2j- ÖJfontlicJ» .rechtlich Besicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ BMTnfL.»r»rnm11«.111■ -!1— mmii»! iüi II .. .. . . ** V, o M \k A t־i Politische Debatte ץ־י׳ך׳), it «T־* * I, ß .. ,Rev0°,־ldblo0m (England): Im Namen der en1 -״ tischen Zionisten erkläre ich, daß wir alle und vielleicht alle Juden Englands mit den politischen Erfolgen zufi icdcn sind und das _ größte Vertrauen zu Weizmann und Sokoknv haben. Der zionistische Gedanke hat sich in allen Schichten der jüdischen Bevölkerung Englands durchgesetzt und es ist »gar ge nügen, den Boards of Dcputics und die Aimb Jcwish _ Association ihr die Mitarbeit ani Keren HaiV.sod zu gewinnen. Wir hatten ursprünglich große Bedenken peren ,Weizmann und Sokolow, aber als wir ihre Arbeit tmcl die ungeheuren Schwierigkeiten und Kampfe sahen, haben wir ilineri ,unser vollstes Vertrauen geschenkt. Heute, nach der Ratifizierung des Mandntesj hätte niemand wagen dürfen die alLn Klagen aus/ugraben. Das Volk ist mit uns, m׳r manche von uns sind alt und schwach geworden. Herds Stärke war, daß er an sich glaubte und auch wir alle an uns gl ühten. Darum maß heute der erste Ruf nicht an das jüdische Volk, sondern an unsere eigenen Freunde ergehen. 1 . Dr-, Weizmann: Die Debatte sollte in keiner Weise eingeschränkt werden. Ern Antrag auf Schluß der Rednerliste wird abgelehnt. Eine Rede Dr. Ruppins Auf drei Pfeilern beruht der Zionismus: Auf der Sympatlue ocr großen Welt, auf der Freundschaft mit den Arabern und der Verständigung mit ihnen und schließlich auf der Opfcnv;l!1gkcit und dem nationalen Willen der Juden. Die Sympathie der Welt hat il ren Ausdruck gefunden im Mandat, lieber die Frage der Op'crwiUigkeit der Juden werden wir in den nächsten Tagen ausführlich zu sprechen haben. Ich möchte jetzt von dem zweiten Pfeiler, von der Frage der Annäherung zwischen Juden und Arabern sprechen. Wir haben bisher zu dieser Frage nicht die richtige Einstellung gehabt. Wir haben die Wichtigkeit und Bedeutung der Wiederannäherung der beiden Völker noch nicht in ihrer Tiefe erfaßt. Dr. Weizmann hat vorhin bereits betont, daß wir nicht gegen, sondern mit den Arabern am Aufbau Palästinas arbeiten wollen. Ich möchte über Dr. Weizmann hinausgehen und sagen, wir können und dürfen Palästina nicht gegen die Araber aufbauen. Wir können es nicht aus den Machtverhältnissen heraus, denn wir sind die Schwächeren und werden die Schwächeren bleiben. Wir können in Palästina nur dann arbeiten, wenn wir in den Arabern die Lieberzeugunp; wecken, daß unsere Arbeit ihnen nicht im geringsten schadet, daß wir, indem wir nach Palästina kouiineii, Sie nicht verdrängen, daß jeder jüdische Arbeiter, der hinkommt, nicht nur einen Mund zum Essen hat, sondern auch zwei Hände mitbringt, und mit dem nötigen Kapital vor- Sehen ist, um dort zu arbeiten und Güter zu schaffen. Aber wir wollen auch nicht, selbst wenn wir es könnten, )gegen die Araber arbeiten. Ich sehe mich genötigt, hier einmal mit ein paar Worten auf die Grundlagen des Zionismus fcinzugehen. Was wollen wir eigentlich? Das zionistische Programm ist festgeiegt, cs hat zum Ziele, die nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Aber nach tneinem Gefühl ist auch diese Heimstätte in einem höheren Kinne nicht das letzte, was wir woßen, sondern wir wollen durch diese nationale Heimstätte unsere Wesenheit als Nation Und Rasse konservieren, weil wir glauben, daß wir dank Unserer einzigartigen Geschichte und unserer Rassencigcnavt feinen Typus der Menschheit verkörpern, der infolge seiner intellektuellen Hochzüchtung geeignet ist, in der allgcnicincn Menschheitskultur eine eigene und wichtige Note ertönen Hi lassen, deren Fehlen die Weltkultur Irmer machen würde. Die Menschheitskultur ist ja nichts Einheitliches, sie geht Weiter durch das Medium der Nationalitäten. Mir scheint, daß hierin die tiefste Berechtigung unserer nationalen Heim* slätte liegt. Vor dem höchsten Forum, vor der Menschheit, werden wir, wenn wir uns in Palästina ungestört entfalten können, beweisen, daß es uns möglich ist, bedeutende Kulturwcrte zu schaffen. Denn das ist der Vorzug von Palästina, daß wir dort nicht nur unseren natürlichen Standort, die Geburtsstätte unserer Rasse, wiederfinden, sondern daß auch die uns umgebenden Araber uns stammverwandt sind, obwohl sie durch ihre äußere Geschichte von uns Getrennt wurden. Ich sehe im palästinensischen Araber von heute der Rasse nach im wesentlichen den Juden von vor 2000 Jahren. Instinktiv habe ich für den prachtvollen Typus des arabischen Fellachen, wenn er am Plluge geht, stets die tiefste Zuneigung gefühlt. Wahr ist, daß die Araber seit Jahrhunderten unter der türkischen Herrschaft keine Kulturwcrte licrvorgcbraclit haben. Sie sind hinter den eurofäischcn Völkern zurückgeblieben. Durch technische Vor- Besserungen kann man ihnen helfen, viel Mcnschenkralt, die jetzt vergeudet wird, zu sparen. Palästina ist heute incnschcnleer, cs kann noch Massen Menschen aufnehmen. Ein Land kann aber heute nicht leer bleiben. Und die Araber werden sich damit abfinden müssen, daß neue Menschen hereinkommen, denn sie sind ebenso wie wir auf die Sympathien der Umwelt, der ganzen Menschheit angewiesen. Wenn sie jetzt dem jüdischen Ahasver, der von allen Enden der Erde in sein Heimatland zurückkehren will, den Zutritt und die Freiheit der Entwicklung versagen wollen, werden sic für ihre eigene Freiheit die Sympathie der Menschheit '׳erscherzen. Ich rlcnkc trotz allem, daß wir mit den A rnbern zu einer Verständigung gelangen werden, wenn wir ihnen mit aufrichtigem Herzen die Bruderhand hinstrecken. Wir Vollen uns nicht abschrecken lassen dadurch, daß heute in Vielen arabischen Kreisen Abneigung gegen uns besteht Wir müssen appellieren ab Arabis male informatis ad Arabos melius infnrmandos. Wir müssen ihnen unseren guten Willen 7.ur Zusammenarbeit beweisen, und zwar nicht nur durch Worte, sondern durch unsere Taten in Palästina. Es is't keine leichte Aufgabe, die uns bcvorstcht. Es ist ein geschichtiicher Prozeß, der Jahrzehnte erfordern wird, aber k׳ir müssen ohne Verzug den Weg beschreiten, der zur An- Datierung der beiden Völker führt. Ich will hier nicht 1m tinrclncn die Mittel anführen, wie das zu erreichen ist. Es kann natürlich nur mit voller Aufrichtigkeit, durch gemein• samc kulturelle Arbeit, durch Aufzcigung unserer gemein- Samen Interessen bei der Wiedererwerbung der Ku.tnr des Vorderen Orients, durch Hercinnahme der Araber m unsere h'irtschaftlichcn Unternehmungen geschehen. Darüber wird kn einzelnen noch zu sprechen sein. W as mich hier b״.- k i ri י״*/ / j 1 n 1 1 * - J [J ן v l‘ j y \ ( Ussischkin auf dem Delegiertenfag Karlsbad (Telegramm). Die Herren U ssi s cli - j (Jerusalem), Motzkin (Paris), Kahvarisky (Jaffa), Lipsky (New York), Ooldberg (New York) Sprinznk (Palästina) und Schinaja Lcvin werden am Dclegicrteiitag in Kassel tcilnehmen. Uebersscdlung des Keren Kajcmeth nach Palästina l!n Laufe des Monats September übersiedelt das Hauptbüro des Keren Kajenieth Lcjisracl aus dem Haag nach Jerusalem, ln Jerusalem sind alle Vorkehrungen getroffen, damit die reguläre Aufnähme der Tätigkeit des Büros Anfang Oktober erfolgen kann. Alle für das Hauptbüro bestimmten Zuschriften sind an Keren Kajcmeth, Jerusalem, Palcstinc (Tele* gramm-Adressc: ״Kcren-Jcrusalem“) zu richten. Der arabische Kongreß 'Jerusalem (J. C. B.). Die Entscheidung des gegenwärtig in Nablus (Schcchem) tagenden paläslinensisch-nrabischcn Kongresses, das englische Mandat in Palästina als nicht existierend zu betrachten, hat bereits bedenkliche Folgen gezeitigt. In den Städten tauchen Agitatoren auf, die verhetzende Reden führen. Es sind auch schon verschiedentlich Ruhestörungen vorgekommen. Die Lage wird hier als bedrohlich' angesehen. Dem Ernst der Lage Rechnung tragend, ist in Tcl-Awiw mit Erlaubnis der Behörde eine spezielle Polizeitruppc organisiert worden. Auch andererwärts wurden Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Eine Delegation palästinensischer Juden wird sich zu Sir Herbert Samuel begeben, um ihn über die Haltung der Regierung zu befragen. Eine Deputation des Waad Lcuini (Jüdischer Nationa'rat). erschien zu dem gleichen Zwecke bei dem Ziviisckretär der Palästina ־ Regierung, Sir Wyndliam Decils. Uebcr den Kongreß selbst ist zu berichten; Das Erscheinen der palästinensisch-arabischen Delegation vor idem Kongreß wurde von den Teilnehmern mit Entluisinsmus begrüßt. Der Bericht der Delegation über ihre Tätigkeit im Auslande, sowie dessen Schlußfolgerungen, die Wahlen zu der palästinensischen gesetzgebenden Verfassung zuboykotticrcn und dicpalästinen* sische Nationalität abzulehncn, wurde einstimmig gutgeheißen. Es wurde ferner bcschlossen, Palästina als Land der Araber auszurufen. Um die Mittel für eine ausgebreitete Propagandatätigkeit gegen den Zionismus zu beschaffen, wurde die Entsendung von Propaganda-Missionen nach vcrschicdenen Ländern, insbesondere nach den Vereinigten Staaten, zwecks Gcldsanitnlung unter den dort lebenden Arabern beschlossen. Das Propaganda - Hauptquartier soll in London seinen Sitz haben. Ein in Mekka stattgefundener Araber-Kongreß faßte den Beschluß, die Juden, sowie alle anderen Fremden, einschließlich Franzosen und Engländer, zu boykottieren und für die Unabhängigkeit der arabischen Länder, Palästina inbegriffen, zu kämpfen. 'A P . Hände habe. Die sind das Keren Hajessotl kein Geld Die jüdische Bevölkerung Von der Wclihilfskonfcrtnz Berlin. (J.C. B.) In den letzten Tagen fand hier die erste Plenarsitzung der neuen, von der Heidelberger Konferenz gewühlten Exekutive der Wclthilfskonfcrenz statt. Der Vorsitzende, Herr Motzkilt, stellte die zunehmende Entwicklung der Welthilfskonfereiiz fest, indem er darauf Itinwics, daß in den letzten Monaten ans den entferntesten Ländern wie Indien, Japan usw. Geldsummen für die Zwecke der Wclthilfskonfcrenz cingelangt sind und daß sich jetzt einige I iilfstransporte im Werte von mehreren Millionen Francs auf dem Weg nach Rußland befinden. Der Generalsekretär Efroikiit berichtete hierauf, daß der Wclthilfskonfcrenz im Verlauf der letzten zwei Monate 1 060 900 frnnz. Eres, aus den verschiedensten Ländern zugekommen sind, zum erstenmal auch aus Bombay und aus Palästina. Die Exekutive nahm hierauf die Berichte der Herren T e m k i 1! und Latzki entgegen, die während ihrer jüngsten Anwesenheit in Polen die Vereinigung aller dort existierenden Emigrations- Organisationen durchgesetzt haben. Vorn Vertreter der Welthiifskonfcrcnz beim Nansen-Komitee in Genf traf die telegraphische Mitteilung ein, daß der Vertreter der Welthilfs- Konferenz in der Ukraine Dr. V. Adler vier neue öffentliehe Küchen in Cherson, Nikolajclisavctgrad und Odessa eröffnet hat. Es wurde , eine Verstärkung der llilfsarbeit für die Hungernden und die Emigranten beschlossen. Die Konferenz beschloß eile Schaffung eines 30 000-Ercs,-Fonds für Darlehen an Emigranten und stcl tc vorläufig der neuen Emigration-zentrale 2500 Frcs. für diese Zwcckö zur Verfügung. schäftigt, ist lediglich das Prinzip, daß wir zur 1 ganzen arabischen Frage psychologisch eine andere Einstd'iiüg gewimien und verstellen müssen, daß׳ ohne die Ver t indigung mit den Arabern der Zionismus seine höchste Aufgabe n cht erreichen kann. Ich freue mich, daß auch auf arabischer Seite, obwohl viele Kreise uns feindlich gesinnt sind, doch Stimmen hörbar werden, die die Bedeutung einer Zueammenarbeit von Juden und Arabern für die Erweckung de ג Orients verstehen Redner verliest ein Zitat aus einem Briefe, der vor kurzem von einem Araber an einen Juden geschrieben urde und in dem es heißt: Die Erweckung des Orients durch eine Entente zwischen den Mitgliedern seiner Völkerfamilicn wird die Aufgabe sein, der ich mein ganzes Leben weihe. Die Zwistigkeiten zwischen Juden und Arabern müssen aufhören und Platz lassen für eine enge und herzliche Zusammenarbeit zwischen beiden Völkern, zum grollten Nutzen der Wiedererweckung des Orients. Dies wird beiden Völkern• gestatten, ihren alten Ehrenplatz in der (jemciriächaft der Nationen wieder ciiizunchnicn, (Lebhafter Beifall.) Dr. Korngrnen (Warschau): Ich schließe micli d n Worten Sokolows an, daß wir nur von den aktud'sten Dingen reden sollen mul als die aktuellste Frage sehe ich die Ali iah an. Ich möchte auf Grund meiner dreijährigen Erfahrungen die Ucbcrzcugnng nusdri'teken, daß die heute geltenden Ei!nv,111־tlcnmg:;vorsehnltcn eine nennenswerte Alijah unmöglich erscheinen lassen. Ich spreche nicht von Masseniminigration. Aber auch an die kleinste Einwanderung ist unter den herrschenden Vorschriften nicht zu denken. Sie stehen in gar keinem Zusammenhang mit der ökonomischen Struktur des jüdischen Volkes. Es gibt in diesen Bc- Stimmungen keiner! Platz, in den man die produktiven EU•- mente unseres Volkes hereinbringen könnte. Dazu kommt, daß nach den geltenden Bestimmungen es den Organen der Zionistischen Organisation unmöglich ist, die Kontrolle über die Einwanderung auszuüben. Die jetzige Praxis gibt uns keine Haiidliabe, das Menschenmaterial nach unseren Wünschen ausziixvählcn. Und so sage ich: die Vor- Schriften über die Immigration sind unver• einbar mit der Idee des jüdisch-nationalen Heimes. Ich wende mich daher an die Herren von der Exekutive mit der Bitte, diesen Dingen ihre besondere Aufmerksarnkeit zuzuvvenden. Das Wort Weizmann s, daß erst das Geld komme und dann die Alijah, ist nicht richtig. Ich halte mich vielmehr an das eben gehörte ausgezeichnete Wort Dr. Ruppins, daß jeder jüdische Einwanderer nicht nur einen Mund, sondern zwei Kapital. Ohne Alijah wird der bekommen. Dr. Göttlich (Polen): , . Polens hat mit besonderer Wärme und Herzlichkeit die Erfolge Sokolows in Amerika begrüßt. Wir schließen uns dem Wunsche der Exekutive an, unter die Debatte über die Zeit vor dem Mandat einen dicken Strich zu machen. Die Diskussion über die Politik muß daher möglichst schnell geschlossen und sogleich dazu übergegangen werden, die Fragen der praktischen Arbeit zu behandeln. Mit diesem Wunsche wenden wir uns besonders an die Opposition. Der Vorsitzende Rabbi Mc i r Berlin bringt sodann den Vorschlag für die Zusammensetzung der Mandats- Prüfungskommission vor. Diese Kommission soll bestehen aus den Herren: Bernhard Hausner, Loewenhcrz, Dr. Margulics, Mcrcminsky, Felix Roscnblüth, Rosmarin und Twersky. Der Vorschlag wird angenommen. Darauf schließt* der Vorsitzende, nachdem die Rednerliste für die politische Debatte geschlossen und die Rede* zeit für die weiteren Redner dieser Debatte auf 10 Minuten beschränkt worden ist, die Sitzung. Die nächste Sitzung findet Sonntag Vormittag statt. Schluß der Sitzung 6 Uhr 10 Minuten abends. DritteSitzung. U Sonntag, den 27. August 1922, vorm. IC1/» Uhr. .. Vorsitzender: Dr. Lewin. Dr. Löwe tiher7. erstattet den Bericht des Verifikationssausschusscs. Der Ausschuß hat die Frist für die Ablieferung der Schekel bis zum 26. August verlängert. Demgemäß nehmen an der Jahreskonfcrcnr rechtmäßig teil 83 Mitglieder. Von diesen sind 56 gewählte Delegierte, die 319140 Schckelzahler repräsentieren. Von den 56 gewählten Delegierten sind 39 Vertreter der Landesverbände, 9 des Misrachi, 5 der Hitachduth, 2 der Zeire-Zion, 1 d er Poalc* Zion, 1 der Achduth Haawodah und 1 des palästinensischen Hapoel-Haz.Tir. Außerdem nimmt ein Delegierter als Vertreter Rußlands mit beratender Stimme teil. Der Verschlag des Berichterstatters des Verifikationsausschusses wird ohne Widersprucli angenommen. . , .... Auf Antrag Struck (Misrachi) wird den Vertretern der Sondcrvcrbändc für die politische Debatte die doppelte Redezeit eingeräumt. . . , Bernhard (Rumänien) stellt die frage, ob bezüglich der Anerkennung der Organisation als Jcwish Agency bereits eine (omialc Mitteilung der englischen Regierung an die Organisation vorliege. , Kaplan (Hitachduth): Das Mandat ist ein großer Sieg, aber wir müssen nach seiner praktischen Bedeutung fragen. Durch das Weißbuch und die Rede Samuels ist das Mandat sehr eingeschränkt, Herbert Samuel erklärte, daß das Mandat keine Neuerung■ bringt und sprach mit Genugtuung von der Abnahme der Einwanderung. Die Jnhrcskonfcrcnz nniß erklären, daß sic diese Auffassung nicht akzeptiert. Wir müssen dagegen protestieren, daß man die Alijah abhängig macht von unserer wirtschaftlichen Lcistutyjsfahigkeit und die Kontrolle von jüdischen in nichtjüdisehe blande übergeben hat. Der politische Kampf der Zukunft muß vor allem für freie Einwanderung geführt werden. In dem Kampf um die öffentliche Meinung haben wir an dein Mangel eines klaren politischen Programnics, besonders bezüglich des Verhältnisse! zu den Arabern, gelitten. Der letzte Kongroß hat die von der Hitachduth ciugebrachtc Deklaration, daß Palästina dns gemeinsame Heim beider Völker sein muß, angenommen. Aber trotzdem ist dieses Prinzip auch in den gestrigen Reden unserer Führer nicht genug klar zum Au! druck gekommen. Dadurch haben wir es dazu gebrach daß man uns als Konzession eine Auffassung abgezwungen hat, die wir längst als unsere freie Uchcrzcugung hätten proklamieren müssen. Redner fragt schließlich über die Grcnzhcstimmung im Osten und Süden. Abr. Goldberg (Amerika): Es ist beinahe überflüssig, etwas zugunsten der politischen Arbeit zu sagen, denn bisher hörte man keine Kritik, mit Ausnahme der Rede Jean Fischers. Aber es gibt eine Anzahl Zeitungen, die fortgesetzt diese Stellung vertreten. Es ist nicht klar, wer kritisiert wird, ob unser« politischen Führer oder die englische Re• gierung. Redner bespricht die großen Veränderungen in der allgemeinen politischen Weltlage seit 1917, die auch auf unsere Lage gewirkt haben. Wenn wir trotzdem das Mandat erreicht haben, ist das eia großer Sieg. )Vir werden aue»1 1! n

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