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Jüdische Rundschau · 1922-08-29 · Heft 68 (29.8.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 68 (29.8.1922)
Date
1922-08-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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An»«lfrn(chl«ßl DifmUjr oml Frtitepr rtaihmitt•? 4 Uhr. *־-<1 —ך —ז!"־««טזי^יי[m1n1nnr>w1M■■—«m ■ 1 m!י■»i—i—1 ־■■!!—וiiHMiw«.11■■׳ וי!׳וווw11>1 hit—— ־mn W^5«8g9r^111־w|1׳׳׳׳m1i׳a1>זוזי׳■ w! 1•«יי■ו״יו mi'Vbwwwi Telephon: UKUntl NS «.846, PoiUchi׳ ־Skonto! Btriin Nr. 17 52יי. Pur Oe<t<־rr«iri1. 7\1«t*p«rkajrrnemt Wien, Konto Nr. 156 039. F ur TsdtttSioilowrkri: PoiUptrkaitcnamt Pr■,, Konto Nr. 1S603G. — Re<!aktion»m})1t13 Sonnt•, und Mittwoch!»■dbmiH*,. — ה" אלול׳ תרס״ב j xxvn.jahrg. per Zionismus erstrebt för das Jüdisch© Volk dlo Schaltung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Hcimsl&tto In Palästina. ״Basoler Programm. ־5* .&יךלד kß I © w. si 11 s• © m tiSit rin Voi* der ESrttfjFnMiajv׳ Von unserem nach Karlsbad entsandten Bericlitcrstattcr. RW. Karlsbad, 21. August. Wieder sind die zionistischen Delegierten aus allen 1 lindem in Karlsbad zusammcngckonmicn, das nun teilen eri traditioneller zionistischer Konferenzort zu v• erden hegumt. Seit Beginn der Woche ist die Stadt 1״n /.;oiiisten aus aller Weit bevölkert, was um so pniir in ErHwimmg tritt, als Karlsbad in diesem Jahre ,.;eit leerer ist als in anderen Jahren. Vom Kurhaus fditern die blaivvoißen Fahnen und man begegnet!i.n bekannten Clc-ta'ten der zionistischen Kongresse, l'ebcral! bilden sich Gruppen, die die Fragen der Jahretkonferenz eifrigst vordiskutieren. Erinnerungen מ den XII. Kongreß werden wach, wenn auch der Besuch naturgemäß viel schwächer ist. Karlsbad ist leer und düster. Die hohe tschechoi slowakische Valuta, die von Tag zu Tag mit beätigsägender Schnelligkeit in die Höhe schnellt, hält viele He melier mul Kurgäste fern. Und dazu kommt das stideclde Weiter; es regnet und ist kalt wie im Herbst. Auch über der Jahrcskonfcrenz hängen die Wollten «.rhwrrer Sorgen. Die Bliitenträmnc des vorjährigen k'1 ■ngresses, der über U,3 Millionen Piund disponiert, sind nicht ״ereilt und eine der Hauptaufgaben der k1i1re»ko!:fcre1!z ist cs, sich den gemachten Erfahrungen anzupassen um', das Budget in Uebereinstimmung mit den Tatsachen zu bringen. Dies fällt um so schwerer, als jeder venmhvoitungsvolie Teilnehmer sich dessen bewußt ist, dal' kein Posten entbehrlich ist, und trotzdem gilt es, zwischen den einzelnen eine Entscheidung zu treffen. Es ist eine paradoxe Situation, dal! gerade nach der Bestätigung des Mandates von Einschränkung sielt von Erweiterung der Arbeit gesprochen werden muß. Aber die veränderten Verhältnisse, die die Zionistische Organisation zur Jewish Agency gemacht haben, erlauben nicht, die Budgetfragen von dein Gcsiciitspunkt der Propaganda zu behandeln, sondern zwingen zu streng sachlicher und nüchterner Betrachtung, die im Finklang stellt mit den Funktionen einer öffentlichen llu-perschaft. Die Exekutive hat bereits mehrere Sitzungen nbgchalten, die vertraulich sind und von denen nur!׳!;kontrollierbare Gerüchte in die Ocffervtli;lilceit dringen, die wir zu verzeichnen verschmähen. Die Exekutive I.׳e:teilt bekanntlich aus zwei Teilen, einer Sektion_ in j l.endou und einer in Palästina. Diese beiden Teile sind j cs t hier in Karlsbad zusammengetroffen, so daß die blcn.ir :t,־ung׳:n erst vor kurzem begonnen haben. Außer Herrn Joseph Cowen sind sämtliche Mitglieder der Exekutive anwesend, die sechs Herren aus Palästina sind vollzählig hier, auch das neue, erst kürzlich vom Ward Lctmii delegierte Exekutivinitgiied, Herr Kalv nris k v. Die palästinensische Exekutive kommt vom bclinuplatz der zionistischen Aufbauarbeit, wo tagtäglich die verschiedenen Bedürfnisse auf sie eindrängen, sie sieht leibhaftig vor sicii die Erfordernisse einer auch mir bescheidenen Aufbauarbeit und fühlt sich dem Volk gegenüber besonders verantwortlich. Was Wunder, v1׳m die Herren aus Palästina nur sehr ungern und 1:.;ter dem Zwang der Verhältnisse sich dazu ver-;■teilen, ein kleineres Budget aufzustdlcn. und Posten zu streichen, von deren Unentbehrlichkeit sic überzc׳׳״t 411(1. Auf <!er anderen Seite steht der Finanz-!' Wirtschaftsrat, der unter gewaltsamer Ausschalg aller Geiüliisniomentc und Nützliclikcitscrwägungcii ׳!ui nur von ökonomischen Gesichtspunkten leiten lassen kenn. Sein Sprecher ist Dr. Haipe rn, der stets an >;:<:!׳■:! Antragsteller, der die Vergrößerung eines Postens verlangt, die unerbittliche Frage stellt, welcher andere Posten gestrichen werden soll, da der Betrag des fier-amtbutlr'ds sich nicht erholten darf. Die Lxckutivc ’•im! der Finanz- und Wirtschaftsrat sind nach langwieiigen Verhandlungen endlich zu einem Resultat gekommen und haben dem A.-C. ,dessen Geschäfts';,ltzung 1;r.1 einen Tag verschoben wurde, den Antrag aut 3V;C1 0״-fuml Vorgcicgt. Das A.-C, hat nach langen Verhandlungen doch ein Pius von 22 000 beschlossen, hauptsächlich für Immigration statt 36000 Piund 50000 Uegcsct/t. Der Finanz- und Wirtschaftsrat bleibt bei sciium Antrag, so daß der Jahreskonferenz wieder mehrere Vorschläge unterbreitet werden. Uebcrhaupt bat es schon jetzt den Anschein, daß alle bisher im A.-C. geführten Diskussionen nochmals im Plcnuin der Jahrcskonfcrenz wiederholt werden sollen, was keines- Wegs besonderer Oekonomie der Kräfte entspricht. Eine besondere Rolle spielt dabei die Frage der Se.iaffung eine; cinencii Fonds für das Schulwesen und für die medizinische Hilfe. Gegen die Schaffung solcher Fonds erheben sich gewichtige Stimmen, z. Besprach sich niicii Herr Naiditsch, der Vorsitzende des Finanz- und Wirtschoftsrntes, rrepen diesen Plan aus, da eine Scnadi^un^ 1'׳cs Keren Ilajcssod befürchtet wird. Es wird darauf buigcuiescn, daß dann neben dem Keren Hajessou hammlimgcn für das Rutcnberg-Projckt, für den Univers:t:;tT01111* , Ihr das Schulwesen und für die Hadassaii 'or sich gehen werden, so daß eine völlige Ver- 'v irrt mg eintritt. In dieser Frage wie in allen Geldfrage» interessiert vor allem die Stellung der amenbinbeltcn Delegation. Der Sprecher der Amerikaner, Herr Goldbcrg, hat den Standpunkt vertreten, daß!u>c Separatsaimn’hing für Schulwesen und Hospitäler 1*i Amerika durchzuführen ist; er fordert, dau der Keren Ik © 21 f © r © m 3 Hajessod allmählich In einen reinen Kolonisations- und Immigratioiistonds umgcwnndclt wird, was heute schon darin seinen Ausdruck finden soll, daß man beschließt, alle Einnahmen, die über das veranschlagte RH;׳ t heraus etwa noch gemacht werden sollten, au ■cl! 1 li-!1(11 für Kolonisation lind Immigration zu verwenden. Dieser Antrag wurde im A.-C. auch angenommen, doch dürfte die Minorität an die Jahrcskonfcrenz appellieren. Die Araberfragc. Die politischen Fragen wurden bisher im A •C. nicht behandelt. Ich habe Gelegenheit genommen, Herrn Kalvnrisky, der bekanntlich seit Jahren um eine Verständigung mit den Arabern bemüht ist, über seine Anschauungen bezüglich der gegenwärtigen Lage zu bc« fragen. Herr Kalvnrisky, der die Haltung der ״Jiidiscbcn Rimdscliati“ in der Araberfrage billigt, betont, daß die heutigen Schwierigkeiten in der Hauptsache daher rühren, daß wir wohl in Europa Politik gemacht haben, aber die Erfordernisse einer palästinensischen Politik vergessen haben. Hätten wir seit Jahren eine richtige Araber• jxoiitik gehabt, dann wären auch die Schwierigkeiten von seiten der Engländer viei geringer gewesen. Heute gibt es in Palästina zwei arabische Verbände: d:e ,,tno.1:• misdi-christliche Gesellschaft“ uml die ״moslemisdi-nationalc Gesellschaft“. Während die erste uns feindlich ist uivJ auch die bekannte Delegation nach Ijondon sandte, ist die zwcitgenimitc Gesellschaft der jüdischen Einw.u1• ilemng und Arbeit freundlich gesinnt, und ihr Einfluß wächst zusehends. Leider rechnet die Regierung nur mit der moslemisch-christlichen Gesellschaft, teils' um ihre Unparteilichkeit zu beweisen, teils, weil gewisse englische Beamte uns nicht gut gesinnt sind. Interessant ist, daß die vielbesprochene Demission des Präsidenten der 11103• lemisch-cliristliclicn Gesellschaft ihren Orund darin hat, daß sein Bruder Präsident der moslemisch-nationalen GefeH'cliaft geworden ist. Herr Kalvnriskv ist der A:1. sicht, (laß die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Ver• standigung sicii allmählich sowohl bei den Arabern als mich bei den Juden Bahn bricht. Selbstverständlich ist die erste Voraussetzung einer glücklichen Araberpolitik das Vcrstündis für die Schwicrigkcite des Problems auf Seilen der Zionisten. In manchen zionistischen Kreireit, sagt Herr Kalvnrisky, stellt man sich noch heute vor, daß man mit den Arabern nur Politik führen könne, indem man eine ״Exnedition von Derwischen" aussendet. In Wirklichkeit aber kann man mit den Arabern sehr gut französisch oder englisch und sognr deutsch verhandeln, sie sind sehr vernünftige uml scharfsichtige Leute und auch für Ideen zugänglich. Selbst unter den antizionisti- ‘-.dun Extremisten' gibt cs Leute, die für die Idee des Pnn'emilisinus Verständnis bähen und die vieiPiclit in nicht zu ferner Zeit für uns gewonnen werden können. Natürlich darf iveht jeder lüde, der zufällig arabisch kann, diese Politik auf eigene Faust führen, vielmehr muß sie in den Händen einer verantwortlichen Körperschaft ruhen. Die Resolution des vorjährigen Kongresses war ein gutes Wort zur rechten Stunde, aller immerhin nur ein Wort. In der tiigliclien Kleinarbeit müssen wir auch die rechten Taten finden. Kleine Versuche, wie die hebräischarabischen Schulen in Tiherias und Rosrh-Pinnh haben sicii schon bewährt, ebenso verschiedene Anfänge sozialer uml medizinischer Fürsorge. Die Jabreskonfercnz. lut noch nicht begonnen. Die Vor-Stin1mm1g erinnert an London 1020. Damals nach San Reino, beute nach dem Mandat. Wieder stehen schwierigste Probleme zur Lösung und wieder wird die Lösung erschwert durch interne Fragen, zum Teil sogar durch Personellfragen. Heute ist noch nicht die Stunde gekommen, ein Urteil über die Situation zu bilden. Fortgang der A.-C,־Sitzung (Offizieller Pressebericht.) Die zweite Sitzung des Actions-Comik's wurde am 23. August, 10 Uhr vormittags, eröffnet unter Vorsitz Dr. Hantkes und war vollständig der Frage des Palästinabudgets (gewidmet. Namens der Exckutive berichtet Dr. Ruppin über den Beschluß, der am Vorabend von der Exekutive gefaßt worden ist. Dieser Beschluß geht dahin, die einzelnen Posten des Budgets so zu kürzen, daß ein Gesamtbudget von 337.500 £ aufgesteüt wird, und darüber hinaus ein Erpünzungsetat von 100,000 £, der erst nacli Deckung des Hauptetats in Kraft tritt. Dr, Ruppin legt dar, daß die Palästina-Exekutive das vom Kongreß bewilligte Budget von 656.000 C um 156.000 £ unterschritten hat, da sic nur zirka 500.000 £ verausgabt hat. Die tatsächlichen Eingänge haben aber auch dieses gekürzte Budget nicht voll gedeckt. Infolge dieser Verhältnisse müssen einzelne Posten des Budgets gekürzt werden, um zu verhindern, daß Verbindlichkeiten eingegangen werden, die später nicht erfüllt werden können, ln dem vornescl'.lageneii Budget ist Landwirtschaft mit 00.000 £, Erziciitmg mit 60.000 £ und HadassaJt Medical Unit mit 42.000 £ eingesetzt. Der Vertreter des Waad hachümdi hat gefordert, daß Sun gestattet wird, das restliche Krziclumgsbudget durch Scparatsammlungcn zu decken. Die Entscheidung hierüber ist von prinzipieller Wichtigkeit. Nacli Dr, Ruppin begründet Dr. Halpern namens des Finanz- und Wirtschaftsrats die Notwendigkeit der Kürzungen und erklär^ daß man bei Auf- Stellung des Budgets von der Deckungsfrage ausgellen muß. ln der darnuffolfwmlcn Dhkussion, die den ganzen Tag in Anspruch nimmt,1 werden verschiedene Abäiuiermigsanträge ein gebracht. 111 ■besondere erörtert die Debatte die prinzipielle Frage des Erziclumgsbudgcts und des 5(ו1יו)ו30יך Seiiu’fonds. Dr. Mossiusobn schil- (iert die bedenkliche Situation, die durch Einschränkung des Schulwesens entstehen würde. Er erklärt, daß der Waad hachiinidi selbst durch Zusammenzieluiiig von Klassen das Budget von 100.000 C auf Sß.O'.X) £ herabgesetzt hat. Diese 85.000 £ sind ein Minimum. Wenn ein spezieller Scliuüonds geschaffen werden soll, so möge die Zionistische Organisation mit ihrem Apparat diese Arbeit besorgen. Ab״. Gold b erg (Amerika) betont die Notwendigkeit, das Erziehung»- und Sanit-iisliud; et abzulnuen, wenn dies auch allmählich geschehen liifiCtc. Dar Keren Hajessod muß ein Fonds für Immigration uud_ Kolon!- tion werden, mit dieser Parole wird man beim Volk Verständnis finden. Es ist durchaus möglich, in Amerika daneben Spczialsammltmgcn für einen Schulverein und für Hospitäler erfolgreich durchzuführen. Twersky fordert Erhöhung des Budgets für Arbeiten, Farbstein Erhöhung des Postens für Imnii• gratkan und für Kredite zur Fördern:!״ der K'.eiiamlustrie, Rtibaschow einen Posten von 20,' 00 £ für öffentliche Arbeiten und 10.000 £ als Darlehen für Hin:;erbau- Genossenschaften, Jcliin 20t'0 £ als Beitrag zur Schaffung der gei5tcs\vi'־.senHnft!:c!1en Eal.u'.tät der Univerrität. Im Verlauf der Debatte nehmen ferner das Wort die Herren Dr, Hantke, der Aufnahme von 2f).('/)0 £ als Abzahlung für den J.N.-F. ins ordentliche Budget fordert, Stricker, Dr. Reich, Dr. Jacobson ferner von Mitgliedern der Exekutive und des Finanzwirtschnftratcs: Kaplansky, _ Naiditsch, Motzkin Spriitzak, Pick sowie endlich im Schlußwort nochmals Dr. Halperu und Dr. Ruppin. Dr. Halpcrn gibt Aufklärungen über da־. Rutenberg-P!ojckt, Dr. Ruppin betont mit großem Nachdruck, daß die Aufstellung dieses Budgets ledigÜdi unter dem Zwange der Verhältnisse erioigt ist; man tn׳e■ ■e jedoch dem jüdischen Volk klar sagen, daß für diesen miuinnkm Betrag die jüdische Heimstätte nicht aufgebaut weiden kann. Das Budget ist der Aufgabe völlig inadäquat. Wir müssen dies offen sagen, vielleicht werden wir dann vom jüdischen Volk die richtige Antwort bekommen. In später Abendstunde wird die Sitzung ge3cb!o;sen und die J׳**\timmt10״ über das vorgcsciilagcne Budget auf morgf^J-ertagt.' Die Eröffnungssitzung der ]ahreskonferenz Die Jahreskonferenz wurde a25 11׳. August, 11 Uhr vormittags, in Karlsbad, Kurhaus, eröffnet. Anwesend sind die Mitglieder der Exekutive, des Finanz- und Wirtschaftsrates und des Actions-Comites, sowie die Deicgierten der Landes- und Sonde!־verbände, insgesamt zirka I0Ö Teilnehmer (Präsenzliste wird nadigctragcn). Ferner sind die Vertreter der Presse und ein kleiner Kreis von Gästen zngelasscn. Die Versammlung wird eröffnet dirrcii eine hebräische Ansprache des Präsklentcn der Zionistischen Exekutive, Herrn Nahum Sokolow. Die Rede Sok'olows Sokolow (hebräisch): Asclirenu, Heil uns, daß wir dies erreicht haben! Es ist heute unser Feiertag, ein Fest, das man im Laufe eines Vierteljahrlumdcrts feiert. Man nennt es Jubiläum. 23 Jahre sind verstrichen seit jenem Tage, an dem wir uns in Basel versammelt haben. Es sind hier unter uns Männer, die dort gewesen sind, die den Wert dieser Stunde einzusduitzen wissen. Damals haben sie den Anfang einer neuen Epoche erlebt; sic haben kaum ahnen können vor 23 Jahren, was wir jetzt erreicht haben. Arm und! gebrochen an Körper und Seele haben wir uns damals versammelt, um eine neue Bewegung ins Leben zu rufen, die dem ganzen Volke Richtung weisen soll. Am Anfang war das Wort, und diesmal vielleicht nicht einmal das Wort, sondern nur eine Erkenntnis. Es war nicht •die Fahne einer f'.lee, sondern cs war eine Tat des Lebens, eine Bewegung mit all ihrer Vielfärbigkeit; was wir jetzt sehen, ist eine Folge von Basel! Wir hallen die Epoche des bloßen Wortes überwunden und sind in. die Epoche der Tat eingetreten. Damals erschien uns der Stern des G'anzes, ein Komet, der auf dem Horizont auftauchic und wieder verschwand und nicht mehr da ist: Theodor Hcrzl. (Die Ver- Sammlung erhebt sich.) Ich sagte, er ist nicht mehr; welch ein Irrtum! Er ist auch liier mit uns, und er war mit 1ms die ganze Zeit. Uns alle umfängt die Atmosphäre der Wiedergeburt, die damals von ihm geschaffen wurde. Wir sind erwachsen. Wenige Organisationen mag cs geben, die nach 23 Jahren ihres Bestehens auf soldie Erfolge hinweisen können wie wir. Vergleichen Sie die Lage vor 23 Jahren und von heute! Damals traten! die ersten Richtlinien unserer Politik hervor, — Palästina, die internationale Grundlage •־־ der Fels, auf dem wir bauen können. Dieses Fundament war damals uns{«*

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