Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 64 (15.8.1922)
- Date
- 1922-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652466--15109-2673548- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 D,T! l 'felg i®« Mt I giltSC Hl I CTd!1 Dfrjf r: ■ ■; iCi.'' SA;,;־ ״”׳J ß< .י־יס■ 1 urs2 Fort- »H7.ÖC, r&isch, fUH£CB Ivorui, littacs rdcmim ( Zoo f 25•:־^xK^o /׳ 5 ו \ i 1 V \ '/ 1 ץזק־י‘•־•"* י ß״—*tr Ko.iüktio» •nd VerUy W 15, Sächsisch« Str*E0 8. £r*dheint j«*Je» Pi«m*U? uod FretUy. ß«zt1£apreia bei der Erpe<Ui^n tmd den Pot(a«it>ra tiert«lj«hrUci» 50.— M. ia Deutschland. A««l»n<U»l>oune* lueata *,tttA• u io der Wahrung der •in *einen Liadhr berechnst Nummer 64 ׳ | Berlin, 15. VIII. 1922 Antel gcn-Verwaltiing: Jüdiiche RuadschauC.m. b.H., Berlin W15, Sächsische Stf. 8 Telephon: Amt Uhlaadl 845 «ad 846. AaBttgenpraia (Sr di• •(ebengeapeltene Nonp*reUitst!le 8,— UL, Für hebfUiche AnzCigea 50% A«f«ehl*f. An«ntffea«ehta£l Dienst•* «ad Freite? •acharitUf 4 Uhr, Telephon: Ul.land B45 «.846. Fo«le<41rAkonto: Berlin Nr. 17392. Pur Ooaterreidh. Poalaperlryirnamt Wien, Konto Nr. 156 030, Fäur Tachochoilowakeil Po«hp»rka*»enamt Pref, Konto Nr. 156090. *־— Rodaktionaadüuö SonrtU* und Mittwoch aithtmVUf. י— כא׳ אב׳ תרפ״ב I xxvn. jahrg. «■■■■MMimmaMnasinHgHBMHMiMM■■■■■■ per Zionismus erstrebt fflr das JDdlscho Volk die Schaffung einer Ottcntllch-rechtUch gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm**. Perspektiven UM® tUsi1re©Ii:©11f©M11z: RW., Berlin 13, August. Das Recht des jüdischen Volkes auf Errich- <1m״ einer nationalen Heimstätte ist nunmehr völkerrechtlich anerkannt und iiitcrnalionnl gnrnntiert. Die historische Verbundenheit des jüdischen Volkes mit Palästina, di.־ jahrhundertelang min״ achtet worden ist und deren Proklamieren״ durch erleuchtete Persönlichkeiten der allerletzten jiidisehen Vergangenheit za Spott und Hohn Anlaß gegeben hat, ist 25 Jahre nach dem ersten Zi> nistenkongreß von der obersten in der heutigen Welt existierenden internationalen Instanz - dem Völkerbund — bestätigt worden. Wir stehen in einer Etappe der jüdischen Geschichte, clic zu erreichen noch vor zehn Jahren uns selbst phantastiseh geschienen hätte. Es ist keine Vcrkleincrang dieses gewaltigen Ereignisses, wenn wir — außerstande uns der feierlichen Betrachtung hinzugeben — den Blick i:1 die Weit der Tr.Uachen zurückwerideii und prüfen, wie weit die Wirklichkeit dem nun anerkannten Ziele entspricht. Die Anerkennung unseres Rechtes ist eine 1111vcrlöschbnre Tatsache, sie ist von stärkerer Bedcutung als die einzelnen Maßnahmen tmd Vorgär. ge der Tagespolitik, die nicht von Dauer sind und sich der jeweiligen Situation anpassen. Wir stehen heute in einem Augenblick, wo wir prinzipiel! viel erreicht haben, aber die Tagespolitik uns nicht günstig ist. Die Araber haben nach der Bestätigung des Mandats ihren Widerstand gegen die Errichtung des jüdischen Nationalhcims nicht anfgegeben. Die arabische Delegation kehrt nach Palästina zurück und wird dort mit großen Kundgebungen empfangen werden. Am 20. August soll in Jerusalem der arabische Kongreß stattfinden, der die Richtlinien der künftigen arabischen Politik zu bestimmen hat. Es ist unschwer vorauszusagen, daß diese Veranstaltung zu Demonstrationen Anlaß geben wird, wenn wir auch hoffen, daß es zu ernsten Ruhestörungen nicht kommen wird. Die arabische Politik hat im wesentlichen einen einzigen Progranimpunkt: die Bekämpfung des Zionismus. Darum erkennt sie auch das Mandat nicht an und setzt sich offen in Gegensatz zur englischen Verwaltung. Besonders auffallend war das Verhalten der arabischen Mitglieder des Advi- ‘ sory Council zu der von Herbert Samuel vorgeschlagen«! palästinensischen Anleihe. Die Araber lehnen die Anleihe ab und erklären sic für über»- flüssig; sic stehen auf dem Standpunkt, daß man das Geld für die englische Verwaltung sparen könnte, indem man Palästina die Unabhängigkeit gibt, und dadurch würde die Anleihe überflüssig. Die Anleihe wird trotzdem durchgeführt werden, und man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszuschen, daß sie trotz der arabischen Resistenz fast ausschließlich oder zum größten Teil für arabisehe Zwecke verwendet werden wird. In der letzten Zeit haben die arabischen Agitatoren eine beson״ ders gefährliche Waffe ersonnen. Sie verbreiten in de mohammedanischen Welt das Gerücht, daß die Juden die Oman-Moschee in einen jüdischen Tempel verwandeln wollen. Es werden Bilder verbreitet, die die Moschee mit jüdischen Fahnen darstellen. Durch solche Lügen wird die mohammeda״ nische Welt in eine antijüdische Stimmung ver* setzt, deren Gefährlichkeit nicht gering geschätzt werden darf. Der Waad Leumi hat in einem Manifest an die Araber diese Verleumdungen zu- Tückgcwicscn und auch beim König von Hcdschas telegraphisch dagegen protestiert. Die Antwort des Königs, die nichts weniger als freundlich ist, beweist, wie stark die Agitation der palästinensischen Effcndis bereits ihre Wirkung getan hat. Der Waad Leumi hat, wenn auch reichlich spät, ein brüderliches Wort an die Araber gerichtet; es wird einer langwierigen und entschlossenen Tätigkeit bedürfen, diesem Wort Gehör zu verschaffen. Wir haben an dieser Stelle seit vielen Monaten a1|f die Notwendigkeit eines Einvernehmens mit den Arabern aufmerksam gemacht und vor allem vor allen Akten gewarnt, die provokatorisch auf״ gefaßt werden konnten. Leider hat man von jüdischer Seite zu viel Zeit verstreichen lassen, ohne die antizionistische Agitation durch entsprechende Tagesordnung der 'Jahreskonferenz, Kurhaussaal,* Karlsbad, 25. August—1. September 1922. I. Verhandlungstag, Freitag, 25. August, Vorniittagssitzung. 1. Eröffming. . 2. Wahl des Bureaus. 3. Politischer Bericht der Exekutive. Nachmittagssitzung. 4. Politische Debatte. 5. Wahl eines Verifikations-Ausschusses. II. Verhandlungstag, Sonntag, 27. August, Vor- und Nachmittagssitzung. 6. Bericht des Verifikations-Ausschusses. 7. Referat: Die Zukunftsaufgaben der Zionist»• sehen Organisation als Jewish Agency. 8. Debatte. UL Ver h an dl u n gsta'g, Montag, 28. August, Vor- und Nachmittagssitzung. 9. Fortsetzung der Debatte. IV. Verhandlungstag, Dienstag, 29. August, Vor• und Nachmittagssitzung. 10. Referat: Budget für das Jahr 5683. 11. Debatte. V. Verhandlungstag, Mittwoch, 30.August Vormittagssitzung. 12. Referat: Der Arbeitsplan der zionistischen Finanzinstitute, 13. Debatte. Nachmittagssitzung. 14. Fortsetzung der Debatte.' VI. Verhandlungstag, Donnerstag, 31. Aug, Vor- und Nachmittagssitzung. 15. Referat über organisatorische Fragen: a) Einführung des ״Goldenen Schekels"; b) Regelung des Verhältnisses der leitenden Instanzen der Organisation; c) Geschäftsordnung des Kongresses und des Zcntralrates und Wahlreglements. VII. ,Verhandlungstag, Freitag, 1. September, 17. Abstimmungen. 18. Schlußsitzung. Zur Teilnahme an der Jahreskonferenz sind auf Grund des Organisations-Statutes berechtigt: 1. Die Mitglieder des Aktions-Komi fees: Dr. Reich, •M. Abrahams, Dr. Chajcs, J. Sitnen, A. Podlinzewski, j. Grüivbaum, Dr. A. Hantkc, R. Stricker, A. J. Frciman, A. Bernhard, Dr. V. Jacobson, A. Goldborg, L. Lipsky, Dr. S. Levin, Davit! Ycllio, M. Berlin, Rabbi Fischmann, H. Struck, L. Levin-Epstein, H. Färb• stein, E. Kapliti, Dr. A. Katzenclson, N. Twersky, S. Rubasclrow und J. Mcrcminsky. 2. Der Präsident des XII. Kongreß: Nahum Sokolow (gleichzeitig als!Mitglied der Exekutive). 3. Ein Vertreter des Jewish Colonial Trust (noch nicht nominiert). 4. VertreterdcsjüdischenNational-Fonds, Prof. Warbur״. 5. Vertreter des Keren Hajcssod, Hitlil ZU• topolsky. 6. Der Vorsitzende des Kongreßgerichtc* Dr. Rodcnheimer. 7. Der Vorsitzende <!« 3 Ehrengerichtes. Rechts• amvalt Groncnia.nn. 8. Der Kongreßanwalt, Dr. Margulies. 9. Die Vertreter der Landes- und Sonder, verbände, deren Namen nach Bekanntgabe durch die betreffenden Verbände veröffentlicht werden. Bi■ nun sind folgende Vertreter nominiert worden: Argentinien: Dr. Alexander Goldstein; Kanada: Mr. Louis Fitch; Südafrika: Dr. S, Lcvin (gleichzeitig A. C.. Mitglied); Tschechoslowakei: Dr. Hugo Herrmann; Hol. land: Mr. Ncbernia de Licme; Wcst-Galizien: Dr. Osias Thon und Herr Joachim Neiger; Oesterreich: Dr. Josef Löwenherz. Außerdem nehmen an der Jahrcskonfcrenz teil: ׳ 10. Die Mitglieder der Exekutive Dr. CH. Weizmann, N. Sokolow, J. Cowen, V. Jabotinsky, R. Lichtheim, L. Motzkin, Dr. M. Soloweitsdiik, M. M. Ussischkin, Dr. M. D. Eder, Prof. Pick, B. R09enblatt, Dr. Ruppin, J. Sprinzak, M. Kalvarisky, 11. Die Mitglieder des Finanz, und ,Wir t sclia f t s r a t es Dr. B. Fciwcl, Dr. G. Halfern, I. Naiditsch, Dr. A. Barth, S. Kaplansky, S. Schocken und P. Schweitzer. 4. Gäste: Die Beratungen der Jahreskonferen* sind nicht öffentlich. Nur die Ersatzmitglieder des A. C. werden als Gäste den Verhandlungen beiwohnen. Ueber den Verlauf der Verhandlungen wird ein tägliches Com• munique Bericht geben. Wohnungen und Auskünfte: Zur Vorbereitung der Konferenz ist ein Bureau in Karlsbad errichtet worden, dessen Adresse lautet: Bureau der Zionistischen Jahresiconferenz, Kurhaus, Karlsbad. Konferenzteilnehmer, die Reservierung von Wohnungen wnscheün, mögen sich dorthin wenden. Im Falle von Schwierigkeiten in der Beschaffung von Visen wolle man sich an das Zionistische Distrikts• komitec, ul Ruzowa 21, Prag, wenden. Aktionslcomitccsltzung: Das Aktionskomitee ist für Diensta'g, den 22., nach Karlsbad zu einer Sitzung dnberufen worden, die drei Tage in Anspruch nehmen dürfte. Diese Sitzung findet ebenfalls im Kurhaus statt. Generalversammlung des J. C. T.1 Donnerstag, Iden 31. August, um 10.30 Uhr vormittags, wird im Kurshaussaal die ordentliche jährliche Generalversammlung des J.C.T. (Jüdl• sehe Kolonial-Bank) stattfinden. Sitzung des Statutenkomitees: Das Statutcnkomiice wird von Montag, den 21,, bis Donnerstag, den 21, August, In Karlsbad tagen. Gegcnaufkiärung unter den Arabern zu paralysieren. Es muß hei dieser Gelegenheit auch daran erinnert werden, welch große Rolle bei den Ercignissen der letzten Zeit vor der Mandatsbestätigung die Araber-Resolution des Karlsbader Kongresses gespielt hat, deren Bedeutung noch vor einem Jahr in Karlsbad bei weitem nicht von allen Zionisten eingesehen wurde. Die scharfe Agitation der Araber hat ihre Wirkung auf die englische Verwaltung nicht verfehlt. Wir haben hier kürzlich die Rede Herbert Samuels wiedergegeben, die ausschließlich an die Adresse der Araber gerichtet ist und nachzuweiscü sucht, daß die englische Verwaltung das Interesse der Araber in erster Linie vor Augen hat. Herbert Samuel hat in diesem Zusammenhang über die jüdische Einwanderung in einer Weise gesprechen, die geeignet ist, viele Illusionen zu ztrstören, die von mancher Seite an das Mandat geknüpft wurden. Wir können zionistische Arbeit nur dann leisten, wenn wir ohne Selbsttäuschung der Wirklichkeit ins Auge sehen. Die Rede Herbert Samuels bedeutet nichts anderes als das Zugeständnis an die Araber, l daß keinerlei öffentliehe Hilf« und püter für: die Jüdische Arbeit in Palästina zur Verfügung gestellt werden. Danach ist — wie schon erwähnt — zu erwarten, daß auch die palästinensische Anleihe, die walfrschein״ lieh zum größten Teil von Juden gezeichnet werden wird, nicht in erster Linie für die Beschäftigung jüdischer Arbeiter verwendet werden wird. Die Einwanderungsbcschränkungen werden nicht aufgehoben werden. Wir sehen, daß die palästinensische Regierung dem arabischen Drucke immer mehr nachgibt, ohne daß die Araber auf ihren grundsätzlichen Widerstand verzichten. ,Was folgt daraus für die zionistische Arbeit? Das einzige unmittelbare Resultat ist die Erkenntnis, daß wir in Palästina nur dasjenige durchführen werden, was wir mit unseren eigenen Mitteln und Kräften tun können. Das jüdische nationale Heim kann nur von uns selbst erbaut werden. Diese Erkenntnis hat weiter nichts erschreckendes, sie hat vielmehr eine moralische Kraft, die die jüdische Bewegung mit besonderem Schwung erfüllen müßte. Aber während wir angesichts dieser Sachlage die Möglichkeiten Überlegen, werden wir gleichzeitig inne, das ,wir ein armes, schwaches Volk sind. Wären ,wir heute imstande mit ungeheuren Mitteln ins r ד kJ