Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1922)
- Date
- 1922-08-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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För Tschechoslowakei 1 I’otUpark1t'.»en״mt [״»»j־, Konto Nr, 1S6010. — Pedaktiotiasehiuß Sonntag• und Mittwoch oadbrnlttag» — ma—trai»at י׳ אב׳ תרס״י I XXVIS. Jahrg. por Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaltung einer ßllentlich-rec Milch gesicherten Helms’ötte In Palästina. ״Baseler Prooramm". Nach der Mamd Glückwunsch-Telegramme , Anläßlich der Bestätigung des Mandalas sandte der Baron Edmund \ >:1 Rothschild folgender, Telegram!« an Dr. Y/eizmann: ״Endlich hat der Triumph Ihre langjährigen Anstrengungen gekrönt. Sic haben!•jemals an den Er'• lg dieser gerechten Sache gczweifelt, und ich freue mich, daß dieser Tag Ihnen Ihren lohn bringt.'‘ , Audi Ex Präsident Wilson sandte eine Glückwtairihb:)!schaft an die Exekutive d׳er Zionistischen Organ is.1l ion. Sir i I erbe rt S a in u e I sandte eine Gratul ationsbotscliaft an die palästinensische Exekutive der Zionistischen Orgnmration. Der Vertreter des armenischen Nationalkomitces sandte ״!cichiail.־, eine Giückvvunsclidepcsche aa che Zionistische Organisation. Von beinahe sämtlichen zionistischen Landcsorganisationen, srowic von sinnlichen jüdischen Körpcrsdiaften Palästinas sind ,gleichfalls Giuckwuinschdcpcschcn in London clugeirolien!. Der amerikanisch•)«- di sehe Kongreß telegraphierte: Das amerikanische Judentum freut sich mit Ihnen und unseren Brüdern i:1 allen Lindem und erwartet große Resultate für den Aufbau des jüdischen Palästina, gez. Nathan Strauß, Levv, Richards. . ׳ ׳ Wie av.-, Amerika gemeldet wird, herrscht im ganzen Lande große Begeisterung über die Bestätigung des ,Mandates. Es werden große Anstalten für imposante Kundgebungen ׳;eftoffen. In New York hat sogleich eine ricrige spontane Manifestation stattgefunden. Die zionij'.isihe Exekutive und der Keren Hajcssod bewuhen sich, diese feierliche Stimmung entsprechend ausznuützcn, Die Zionistische Organisation hat ferner von der amerikanischen Poale Zion-O rg ani sation ein üiucku ua sch'.elcgranwn erhalten. Herbert Simuel In Transjordanien Jerusalem (J.C. B.). Der Oberkonunissar tir Palästina, Sir Herbert,,S a m u c 1 und der Zivi!- sekretär der Paiästina-Regicrung, Sir Wyndharn 0cedcs sind nach Amman in Transjorda- .1ien abgereist, um dem dort residierenden Emir Abdullah einen Besuch abzustatten. Wie es heißt, 11,1t die Ratifikation des Palästina-Mandates in shcrifisclicn Kreisen der transjordanischen Hauptstadt eine gewisse Enttäuschung hervorgerufen. Der Besuch der zwei obersten Leiter der palästinensischen Administration in Amman hat den Zweck, eine Beruhigung der dortigen Kreise ׳■icrbcizuführcn. Die muselmanische Assoziation in Haifa hat der palästinensischen zionistischen Exekutive anläßlich der Raffikation des Palästina-Mandates ein Glückwunschtelegramm geschickt. In der Depesche heißt es u. a.: ״Wir glauben, die endgültige Ratiiikai.ioa des Mandates werde eine neue Glücksära für alle Teile der Bevölkerung Palästinas einlciten. Ramscy Macdonald über das Mandat London (J. C. fl.). Der bekannte britische Arbeiter- '.•h.cr Mr. Ramscy Macdonald hat anläßlich der Raliü1;'׳tf):1 ('es I־alä51,1!1a-Mau.lates durch den Völkerbundsrat der Londoner Abteilung des J. C. D. folgen׳ic Be- :;ru 1" 1111g an das jüdische Volk übermittelt: ״Die Zu- ״üuinuii״ de!» VolkcrbiKidsrates zum Palästina-Mandat ‘ü in der Tat ein Ereignis von größter lüste rif c her Bedeutung für die ganze jüdische Basse. Die Welt wird mm von den■ Juden erwarten, daß sie der nun auf ihren Schultern ruhenden Verantwortung faktisch gerecht werden und gemeinsam mit der Rej.icru,!ו!,; ״ der Wegräumung al.er Hindernisse zu eiücin friedlichen Ausgleich und zu gcmciiischaftlieber Arbeit mit der arabischen Bevölkerung wirke« ״,:d die Ressourcen ihre3 alten 1 Icimailandcs entwickeln.“ Waad Lernt und Jewish Agency Jerusalem (J. C. B.). Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hat die Abordnung der pakii'ür.ensHchen Juden zur zionistischen Jahres- Konferenz beauftragt, eine Vertretung der palästi- 11״'-׳sischeii Juden in der Jewish Agency zu beanbagen. Die Abordnung bestellt aus David J c 11 i n, Ach ad Haara, M. Kalverisky, Beil Ou- *‘011 und' dem Sekretär des Waad Leünil, S. j Tscher uowitz. ais-BesiSiigmJö Der Waad Lcumi an die Araber Jerusalem (J. C. B.). Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hat eine Proklamation an die arabische Bevölkerung Palästinas veröffentlicht, in der er die Bevölkerung des Landes auffordert, gemeinsam mit den Juden für die Wohlfahrt des Landes zu arbeiten. Einberufung eines arabischen Kongresses Jerusalem, 30. Juli (J. C. B.). Die Exckulive des arabischen Kongresses hat eine Proklamation an die arabische Bevölkerung Palästinas erlassen, in der die Exekutive erklärt, sie habe der Ratifikation des Palästina-Mandates unaufhörlich widerstrebt, denn das Mandat in seiner gegenwärtigen Form bedeute die Versklavung der Araber des Landes. In der 'Bekanntmachung wird weiterhin erklärt, die ,palästinensisch-arabische Delegation in London werde sieh in der nächsten Woche hach Palästina z u r ü c k be ge bc 11. Sofort danach werde ein palästinensischarabischer Kongreß einberufen werden, der über die AbWelfrmi11el der Ara'- raber gegen die zionistische Gefahr beschließen soll. ' ’ ’ ' Von der arabischen Delegation London (J. C. 0.). Die •in London weilen Je paiäslincnsisch-arabkclie Delegation vcramtaltcte ein Frühstück zu Ehren der Mitglieder der syrischen Abordnung. Den Vor.-'lU führte der Präsident der palästinensisch-arabischen!>.•!< g.׳:tk>11 Musf.1I! ICasim Pascha, Anwesend war der Leiter der syrischen Delegation■ Emir Lotfnilah und die Mitglieder des englischen Oberhauses LordSydctih a in und Lord L a. m i n g t o n. Mussah Kasi.n1 Pascha erklärte in seiner Ansprache, die Delegation sei durch den Beschluß des Völkerbuikisrales bezüglich des palästinensischen und des syrischen Mandates entläuscUt,• werde aber auf ihren Forderungen bezüglich der• Rechte der Araber bcs t c 11 c n, ■ In einer längeren Rede •erklärte• das Mitglied der syrischen Delegation Emir Säckcdi Artian: Die Syrier legen der Reiifiiat'ron der Mandate keine Bedeutung hei. Sie werden trotz dieses Beschlusses weiter für ihre Unabhängigkeit kämpfen u:1׳:l sich gegen den Zionismus wehren. Die Araber gegen die palästinensische Anleihe Jerusalem (J. C.B.). Die arabischen Miiglicdcr des palästinensischen Advisory Council haben ihre Zustimmung zu der projektierten Anleihe der palästincmischcn Regierung verweigert mit der Bcgifmdr.ng, daß die Araber des Landes keine Kontrolle über die Verwendung der Anleihe durch die Verwaltung haben würden.! , Arabische Agitatoren sind nach den zahlreichen arabisehen Dörfern in Palästina gesandt worden, um gegen die Zionisten zu agitieren und die Araber niiLzufordcm, eine Petition zu niitcizciclwicn, die rieh gegen das Mandat wendet.!; ן . Die Schciks in den den jüdischen Kolonien naheliegenden Städten uni Dörfern zeigen sich bereit, große Strecken des Landes den Jude« zu verkaufen, fordern aber Wuch c rp re is e, da sic glauben, die jüdische Kolonisaüonsiütigkcit im Lande werde jetzt nach der Ratifikation des Mandates einer» großen Aufschwung nehmen, Arabischer Angriff auf eine jüdische Kolonie Jerusalem (J. C. B,). Am Sonnabend wurde die jüdische Kolonie J c s sod H a m a a 1 a in Gaiiiä von Arabern angegriffen. Der Kolonist• Friedmann wurde getötet. Mehrere Stück Vidi wurden weggeschleppt. Bestätigung der Verfassung des Waad Lcumi Jerusalem (j. C. B.). Oberkommissar Sir Herbert Samuel hat dem Waad Leumi (Jüdischer Nationnlrat Palästinas) mitgeteilt, er habe die Verfassutig des Waad Lcumi, sowi5 die Statuten der jüdischen Gemeinden im Lande, die die jüdische i>elegicrtcn-Versan1n1|tmg (Assifath 1 laniweharim) ausgearbeitet hat, genehmigt. Die Verfassung, sowie die Statuten treten automatisch gleich nach ihrer Bestätig■׳'״•׳ seitens des, Colonial Office in : aft- Djema1. Pascha Es gibt eine Symbolik der Ereignisse, die auch den kühlsten und nüchternsten ״Realpoli- ' tik-er“ im innersten seiner Seele — wenigstens vor sieh selbst und ohne Zeugen dieser Schwäche-— erschüttern, — und, wenn, mir vorübergehend, an den inneren und höheren' Sinn des politischen Geschehens, das an Historie grenzt, zu ermahnen vermag. Eine, solche symbolische Bedeutung kamt man auch der fast gleichzeitigen Verkündung der Festlegung der völkerrechtlichen Grundlagen der jüdischen nationalen Hcimsiälte, des angeblichen Gricehcnzugcs nach Konstantinepel und der Ermordung von Djcmal Pascha nicht absprechen. Zu früh ist cs noch über das mit Vcriaindung des Mandates abgeschlossene Kapitel der zionistischen ״Vorbereitungs-Politik“ zu schreiben. Aber nichts konnte vielleicht mit solcher unbarmherzigen und grausamen Deutlichkeit diesen Gedanken — über das Ende, dar Abschluß einer Periode — dem Gemiitc näher bringen, als diese Koinzidenz der drei Meldungen. Wenn wir jetzt im soeben vom Jüdischen Verlag veröffentlichten ersten Band von 1 ier/'s Tagebüchern nachlescti, mit welcher ״Natürlichkeil“ sielt auch Herzl, der so — hemmungslos, ohne jede Bindung durch irgendwelche Tradition — seinen ״Plan der Rettung des jüdischen Volkes“ durch eine Slaatsgründung verkündete, — Palästina und Türkei als integrale feile des politischen Programms aufzwangen, sehen wir, mit welcher inncren Ucbcrzcugung auch bei Merz! die realistischen Momente mit gewissen romantischen Untcrtöaei» der Ahnung intimerer Beziehungen um! Zusammenhänge verknüpfen, um ein Gefühl der ■Sympathie und der Verbundenheit auszulösen. Mit dieser aufrichtigen Sympathie und mit klarer Erkenntnis der realpoliiisch gegebenen Situation suchte der Zionismus auch nach Herzl auf den von ihm vorgezeichneten Bahnen in der Türkei Verständnis und Gegensympathien. Es gab Zeiten der Ebbe und der Flut auch in dieser Arbeit, aber die wenigen — wie z. B. Talaat, die in gewissen Momenten ein solches Verständnis zu haben und solcher Gegciisympatliitm fällig zu sein schienen — konnten gegen die Masse anderer, zu denen in erster Linie Djcmal gehörte, nur schwer aufkommen. In Talaat konnte man, trotz aller Unzuläng- Iiclikeitcn und aller Befangenheit im Zeitlichen und Parteipolitischen herausspüren, was die jungtürkische Verheißung in ferner Zukunft zu real;- siereit vermag. Djcmal mußte mit erschreckender Brutalität auch den im Glauben an die Türkei ft tout prix Beharrenden zeigen, wie die politische Gegenwart jeden Aufbaugerlanken seitens der Juden oder anderer ,,fremden“ Völkerschaft in der Türkei behandeln kann. L>a blieb bei ehrlich Denkenden kein Platz für literarisch dilettantische Komlruktionen der geineinsamen Plattform eines allumfassenden Asiatismus — in seiner praktischen Anwendung und Durchführung. Da wurde jede Illusion unmöglich. Wenn auch die realpolitischen 'Momente ihre Gültigkeit trotzdem behielten, und einer jeden Eventualität Rechnung auch weiter zu tragen war, so wurde cs einem jeden dem Vcrantwortlichkcitsge fühl nicht hoffnungslosen Verschlossenen klar, daß auch diesem nicht minder realpolitischeu Moment einer Möglichkeit der Anwendung der Djemalscheü Methoden und Praktiken auch auf die Juden in gewissem Umfange wenigstens Rechnung zu tragen war. Diese Methoden hat Djcmal Pascha In Syrien angewandt. Sie werden dort wohl auch heute noch kaum in Vergessenheit geraten sein. In welchem Geist Djcmal seine Politik ausfuhrte, darüber gibt eine ,,Unterhaltung“ mit jüdischen Vertretern, die er nach seiner Rückkehr aus Syrien zu sich bcorderte, genügende Aufklärung. Es wurden in IX-yrut, Damaskus und anderen Städten Syriens etwa 250 arabische Journalisten, Politiker usw. gehängt. Darauf auspiclcnd sagte Djcmal den von ihm berufenen drei angesehensten Juden Palästinas, sie seien schlimmere Verräter und Verbrecher, als die gehängten Araber und verdienten dasselbe Lqs, er würde sie ohne weiteres auch gehängt haben, aber er sei jetzt des Hängens müde. .Was