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Jüdische Rundschau · 1922-07-28 · Heft 59 (28.7.1922) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 59 (28.7.1922)
Date
1922-07-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 388 JUEDISCHE RUMDSCHAIT **״igf'* Nr. 59 | Deutschland Ein Wettstreit I , oder!'1 > Bl an-Weiß and Schwarz •Weiß-Rot : oder 1. Sorgen Das ,, Berlin er Tageblatt“ schreibt am 22. Juli; ״Unser Vcriagsliaus wird lungebaut. Der fürsorgliehe Baumeister hat einen Bauzaun errichtet, damit keinem der Vorübergehenden ein Stciq auf den Kopf , fällt. Damit nicht genug, hat er den Bauzaun auch ן noch fein säuberlich blau und weiß a«gestrichen. Als wir es zum ersten Male sahen, dachten wir uns: Weich’ überflüssiges Kompliment für Bayern! Ob wohl irgendein Münchener Blatt, wenn es einen Bauzaun 1 errichtet, ihn aus Sympathie filr uns Preußen schwarzweiß anstreichen würde? Aber schließlich beruhigten wir uns und dachten damit die Eintracht zwischen Nord und Süd gefördert zu haben. Die ״Deutsche Zeitung“ aber regt sich schrecklich auf; denn ihre Rcdaktionstalmudistcn haben fcstgcstcllt, daß Blau- ,Weiß nicht nur die Farben unserer bajuvari sehen Brüder, sondern die ״Farben des Internationalen Juden- Staates“ seien. Wir wissen nicht, ob das stimmt, * aber wir zweifeln nicht, daß die Sdiriitgclehrlcu der ״Deutschen Zeitung“ nichts Wahrhcitswidriges bcnaupten werden. Aber Schreckliches ist uns über die ״Deutsche Zeitung“ •berichtet worden. Sie soll vor einiger Zeit auf ihrem Gebäude die Kriegsfahne des Stammes Lcvi gehißt haben zum Entsetzen aller Umwohner; denn man kann doch nicht annchmcn, daß Männer, die sieh so intensiv mit den Fragen des Judentums und seiner Geschichte befassen, nicht | wüßten, daß die Kriegsfahnc des Stammes Lcvi die■ | Farben Schwarz-Weiß-Rot waren — Schwarz-Weiß- ן Rot, für uns andere Deutschen die Farben, unter deren Zeichen sich Deutschlands Einigung einst vollzogen hat. Wenn so etwas bei der ״Deutschen Zeitung“ passiert, auf wen ist dann in Deutschland• noch Verlaß!“ Dazu wäre zu bemerken, daß wir die guten Kenntnisse der ״Deutschen Zeitung“ auf dem Gebiet jüdischer Geschichte hier erstmalig anerkennen können. Vielleicht findet sich jemand in der Redaktion der ״Deutsehen Zeitung“, der den ״Preußen“ aus der Redaktion! des ״Berliner Tageblatts“ Nachhilfeunterricht in iiidi- ״ scheu Dingen erteilt. Ucbrigcns, vereintester Kollege 1 von der ״Deutschen Zeitung“ Blau-Weiß ist die Farbe j des nationalen Judentums, nicht des internationalen. . 'יי✓^ v v-! ,j!1 X4 ^,י•»s. *»11y ׳, j*«/Ü Bftroi Eorttaor Br.0 ג־י״X$» 8ey5}|tir.• T«l®ph.on,| Iu?n,u,:־un. £'"!7,1$ י> Ho. 12000 Berlin!rVV7, Kp^*nverrri'!L3יג־ Z, Y« 80xmtb«fid, <10ת Jall Abends 0 Chr HspoCl-Ilf-'if, in Krj^i Ztiniessir• l&L Ktntrih ▲rlarorov Bmmabond, äsa £0. JnH sbends ß1/• tJh*!!*:nn-TTas*!*•, IIthn ׳ Sex §. Abend FroMcr:to tZr die W0U!׳o?trהז■:־«* des nitaehdath Jlef.t OhavrorDr.Kföcnelioa tu;ar»l}&Bcxd ßidlr.r ן vatIstena&UoöaU*. Bonnabontl, den 23. Jali ' nachm# C Üb* Orf.'n!cnbT1r״<'rstF. 01. Edmtmd Lswy» üeipreeUcn״ nUli—'fhD t •:1ea EtU^setleM•, Gruppe Git je *:•ר rbspda 0 TJbr Boiaammeaesia im G&rton der Unlonsäl©, ür«ls*w*lä«f Hit, £*»3 Gruppe derZloalstaa Ass J«;IonlUtrW*ooh, Abda.S1/« tJhr Bi'aammfinißin im Eubli5a*m*nt HBelrcdor©‘4, An der JannowiCilurflok• (ioa Garten) בית ועד עברי. ברלין־ עורך ביום הרביע'״« לאויגוסט חטשודעשר באב. באולם KSt!1n8r«tr, 03, I10tiUr-S#fci נשן* ארצי־ישראלי ססרותי־טוםיקלי בהשתתפות טובי הכהות הספרותיים והטוויקליים האריים. הפרטים - במודעות מיוחדות._ üebrStselicr Elnücr^Ärtca CMsIottMfciirff, H0mt!*ff bis Fröltsjf ▼0a 9— 12 Uhr. Holöin^n && Frau V/Crlür^ntm״ Xlvloru0o, iTcitorstr. 4 iI«brü£tVh«r Klääfir&Dvtoa Vast, ab 1. Mai. tlbi* Frolts# von 10- 1 üht, Im S?uru5a*l von Fräsloia 061 L Wartbarßstr. 18 E0k% B&Uburcicr El«, UolAtmgou na Fran Pr. &os«ab«i|t % ׳ An^abur^or Elr. 17 (Otoi&pL Hsbzlliehef ßplelEachralÜag־ de» Gruppe Clu, 2mlg®a«t7fet fl» ist , BsiiHuraat. Heldnasen aiirviftt *n/tardr.m ent,ו1זתדן0ך׳ Be• ffnltnrdeaemAt des B. & T« ßoydoM?. B (ricntrnm miim. zu pflegen und sich gegen den liberalen Zelotismus der alten Generation wendet. Man sieht, cs handelt sich hier nicht um neue Wege, nicht tun ein Erwachen jüdisch-liberaler Kräfte zu positiv jüdischer Leistung. Allem jüdischen Leben sind diese Menschen lycätmfrcmd; sie bewegen sich in einer luftleeren Sphäre, in der säe vergeblich nach einem Malt suchen. Aber, daß sie suchen, daß sie unzufrieden sind, daß ihnen die Richtlinien-Formeln nicht mehr genügen, ist vicilekjit ein erstes Zeichen der Besserung, daß wir, genügsam wie wir durch unsere Erfahrungen mit dem Liberalismus geworden sind, gern rcglstiercn. Strömungen im jüdischen Liberalismus In der jüJi:ch-lii1er..le:1 Iugc:ü D.1! .nlr'ai. 15 macken sich Tendenzen geltend, die zu beachten nicht ohne Interesse ist. Wenn man die ״Mitteilungen der Arbeitsgcmeinschaft jüdisch-liberaler Jugcndvereinc Deutsch* lands“ liest,״ so findet mau in ihnen ein Suchen und Mühen, um’ncuc Inhalte und eine Unzufriedenheit'mit dem bisherigen jüdischen Liberalismus. Die Diskussion knüpft äußerlich an die bekannten ״Richtlinien“ *n, di« ein paar Jahre vor dem Kriege in Posen beschlossen worden w־ren, und die den blutleeren ״ethi- ,sehen Monotheismus“ als Inhalt des Judentums zu definieren suchten. Eine tiefe Enttäuschung macht sich heute geltend, weil diese Richtlinien nicht vermocht haben, das indifferente deutsche Judentum, das sielt atis unbekannten Gründen liberal nennt, zu neuem Leben zu erwecken. Rabbiner Dr. Nell haus, Slcttin, stellt fest, daß die Aufopferung des jüdischen Rcligions-Gcstzes, die eine Konzession an den Geist der Zeit und den schrankenlosen Subjektivismus der deutsdien Juden darstellen sollte, vergeblich war und fordert Zurückstellung der Individualität und stärkere Rücksichtnahme auf die historisch begründete Eigenart jüdischen Lebens. Bei ihm wie bei vielen anderen trägt zur Beunruhigung bcsonders der Umstand bei, daß die liberale Richtung durch Parteien mit positiv jüdisdier Arbeit, wie die Zionisten und die Orthodoxen, immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. 1111 ganzen liolite Dr. Nellhaus «och immer auf eine Belebung des Liberalismus durch die Richtlinien. ^>aß manchen diese Richtlinien noch nicht genügen, zeigt ein kurzer Artikel mit der Interessanten Ucberschrift ״Wir Laien“. Der Verfasser (oder die Verfasserin? Lo Roda, lallt diese Frage unentschieden) vcdangt von den Rabbinern eine Zusammenstdlung aller derjenigen Handlungen, die ein Jude hm darf, ohne zu sündigen. Hier haben wir also keineswegs jenen schrankenlosen Subjektivismus, über den Dr. NelUiaus klagt, sondern eine Art von Seibstzerquälung•, die stark an die katholische Kirche gemahnt Es ist schwer, sich in die Psychologie dieser Menschen zu versetzen, die nicht den Mut zu selbstverständlicher Entscheidung aufbringen, um selbst die Normen ihres Lebens zu bestimmen. Eine erfreulichere Note trägt dagegen ein Aufsatz von Friedrich Bradmtz, der die Notwendigkeit feststc'.it, jüdische Inhalte wieder mehr ITItöllöll Das |lddlsc}1e als Landessprache anerkannt (JPZ.) Der litauische Ministerrat hat auf seiner Sitzung vom 21. Dezember folgenden Beschluß gefaßt: ״Befehle und , Meldungen., der .,lokalen militärischen ,uro) zivilen Bchöidcn, die öffentlich bekannt gemacht werden, müssen in denjenigen Verwaltungsbezirken, wo laut den offiziellen Angaben mehr als 20 Prozent J uden, Polen oder Weißrussen wohnen, zugleich mit der Landessprachen auch in den Sprachen erwähnter National!- täten publiziert wenden.“ Eine Rede des kanadischen Premierministers Am 2. Juli fand in Ottawa die diesjährige Landeskonferenz der kanadischen Zionisten statt. Auf dieser erschien der kanadische Premierminister Mackenzie King, eingeführt durch1 das Mitglied des kanadischen Housc of Commons, Mr. Jacobs״ Er hielt eine Anspräche, in der er betonte, daß jeder gute Bürger eines Landes volles Verständnis dafür haben müsse,' daß auch die Juden ein eigenes Land wünschten. Die Liebe zur Heimat und die Liebe zur eigenen Vergangenheit sind die Grundlagen wirklicher Vaterlandsliebe; weil die Engländer ihr eigenes Land liebten, dantnr verstanden sic die Sehnsucht des jüdischen Volkes nach einer eigenen Heimat. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. , Kleine Fdustina * Nachrichten Seit dem Eintreffen von Professor Warburg in Palästina ist die Einrichtung der Versuchs- Station um ein großes Stück gefördert worden. Eine große Reihe von chemischen, botanischen und geo'.ogisclien Instrumenten und Materialien sind aus Europa cingetioffen, und die Arbeit hat bereits begonnen. Am 26. Juni fand die erste Zusammenkunft der Saciiverständigen statt, wo der Arbeitsplan »[gestellt wurde. Herr Wilkansky fungiert als Sekretär von Professor Warburg. ׳ «! ■ i ׳ , New York. (J.C.B.) Vor einigen Tagen Ist der Dampfer Eastcapc von hier mit dem Ziel Jaffa 13 See gestochen. Der Dampfer führt eine Ladung Werkzeuge für die jüdische Arbeiterorganisation in Pa• last Ina, ,darunter 40 große Maschinen für die Landwirt• schaft 1 ׳ ן ■ י Der hebräische ßeth Waad teilt uns mit: Die Mit• fdiedcrversammtoig des Bcth Waad in Berlin hat nach Anliörur״ des Referates des Herrn Hcrraoni über ״Der offizielle Zionismus und unsere,nationale Sprache“ sowie der Herren Meyer Aronsohn, David Mircnburg, Dr. Solcr, Dr. Pcrlmawn u. a. einstimmig folgende Resolution angenommen: 1. Sein« Verwunderung darüber auszusprechen, daß die zionistische Leitung in London die Herausgabe des einzigen offiziellen Organs ״Haolam“ eingestellt •; hat ohne bis heute für seine Erneuerung oder für die Herausgabe einer anderen hebräischen Zeitung zu sorgen. 2. Energisch zu protestieren gegen den Merkas der russischen Zionisten in Berlin wegen des gleich• gültigen Verhältnisses seines Berliner russischen Organs ״Raswijct“ zu unserer nationalen Sprache und zur Arbeit der Wiedererweckung der hebräischen Kultur. 3. Die Versammlung ersucht die Leitung des Beth Waad, die Initiative zur Gründung einer hebräischen, Zeitung für Mitteleuropa in Berlin zu ergreifen. Das K. J. V.cr Lager Ab 4. August ist rn dem Bönnstädter Chaussee* haus auf der Strecke Fricdbcrg-Hanau, Station Erbstadt- Kaichen allen K. J.Vera die Möglichkeit gegeben, ihre Ferien dort im Kreise von Bundesbrüdcm zu verbringen. Das Haus steht dem K. J. V. vollständig zur' Verfügung, und die Verpflegung geschieht durch eigene iKocligemeinsdiaft. Das Lager, wird voraussichtlich 3 bis 4 Wochen aufrecht erhalten werden. Alle Bundesbrüder, die ihre Ferienzeit dort verbringen wollen, wer• den ersucht, sich wegen näherer Einzeüicitcn an Bbr, Ernst Simon bei Karl Keller obenstellen de Adresse oder an das Präsidium des K. J.V. Berlin W35, Kurfürsten• Straße 150, zu wenden. Für die catjtldischcn Studenten, die sich an dcut• sehen . Universitäten immatrikulieren lassen wollen, findet jeden Montag, von 9—10 Uhr, im Lokal der JJ.Z. V., Sevdelstr. 3, eine Sprechstunde zur kostenfreien Beratung bei der Abfassung der Immatrikualtionsgesuche statt. Es wird allen ostjüdischen Stu• denten dringend empfohlen, sich zur Vermeidung unnötiger Schwierigkeiten vor Absendung der Gesuche dorthin zu wenden. Vom Palästinaamt Die leitende Korrcspondentenstcllc in hebräische♦, englischer und deutscher Sprache ist in einem Immigra• tionsamte zu besetzen. Bewerber, die mit Immigrations• Angelegenheiten vertraut sind, müssen sich verpflichten, raschest die italienische Sprache zu erlernen. Erstklassige Referenzen erforderlich. Offerten mit Photographie, Zeugnisabschriften, Le• bcnslauf und Geätaltsansprüchcn sind zu richten an das Palästinaamt, Berlin, Sächsische Str. 8. Die jüdische Bcrufsbcratungsstelle, Monbijouplatz 10, sucht für, ein junges Mädchen, das besonders begabt ist, auswärtige Schneidcrstclle bei freier Kost una Logis. Zuschriften sind ait die Jüdische Berufsberatung, Berlin, Monbijoypfatz 10, zu richten. Die Ortsgruppen Berlin. Am 10. Juli fand die erste Sitzung der neu• gewählten Vertretcrvcrsammtung statt. Bei der Wahl des Vorsitzenden der Vcrtretcrversammlung wird Herr Dr. Schwarz mit 25 Stimmen als 1. Vorsitzender gewählt, als 2. Vorsitzender Herr Dr. Th cilhaber, 1. Schriftführer Herr Fciwel, 2. Schriftführer Herr Dr. Schön. Hierauf wird dem früheren Vorstand De- Charge erteilt und zur Wahl des Vorsitzaulen der B. Z.V, geschritten. Herr R.-A. Eridv Colin schlägt als 1. Vor• sitzenden Herrn Dr. Hantkc vor, worauf sich eine längere Debatte entspannt. Die Gruppe Max Rosen• borg schlägt Herrn Dr. Steincrt als 1. Vorsitzenden vor, welcher aber die Wahl alildmt. Bei der darauf statt• findenden Abstimmung wird Herr Dr. Hantkc mit 26 Stimmen gegen 9 Stimmen für Margulies zum 1. Vorsitzenden gewählt. Es werden ferner in den Vor• atand gewählt; die Herren MarguUes als 2. Vor• sitzender, sowie Frank, Dr. Steincrt, Horn, Ka nni u k, Dr. Bab, Reg.-Rat Goslar, Hauser. Ein Antrag Frank zwecks Anstellung eines Sekretärs wird angenommen. Aus Dringliclikeitsgründen werden ferner sofort folgende Kommissionen gewählt: die Gemeindekonimission, bestehend aus den Herren Grünhatzm, Dr. Max Rosenberg, Dr. Bab, Dr. Bertbold Cohn, Dr. Siegfried Moses, Briinncr, Fett, Dobrczynski, Kirschenbaum 1 die F inanzkom• 1 mission, bestehend aus den Herren Frank, Norden, * Leo Barth, Frtedlander, Zamoiy, Kirsdienbaum, Abraham- CT 3 f**1 y* ׳ יו י; r 'j W ,J ^׳,0,.yt A* ״ . ’r ד ך*"’*,׳ tonii Jli u •*f ר־י?»1 few* 1 '***»LI Wdi v J 4 - ץ,־־ י׳ז ך־ז ו״״ן ץ*, ״r ך*" י ׳ ר־־^ r ך" PH y4־<—״?־/ו- ״*/. וי*1״» p H »ikai ''kii *V

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