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Jüdische Rundschau · 1922-07-18 · Heft 55-56 (18.7.1922) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 55-56 (18.7.1922)
Date
1922-07-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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# Nr. 55/58 JUEDtSCHE RÜNÜSCHÄÜ Seite 385 Regierung war, bei deren humanem und wohltätigem Experiment die Zkmstisebe Organisation niiizuarbeitclr aufgefordert worden ist. Persönlich oder durch nndere, direkt oder itKlirckt hat er seine Autorität der Ansicht verliehen, daß Palästina so jüdisch werden sollte, wie 'England englisch, eine Ansicht, die fatale Konsequenzen für den guten Namen unseres Landes tmcf für die Hoffnungen unserer Glaubensgenossen in Palästina mit sich bringt. Jetzt hat er seine Erklärung widerrufen. Durch seine loyale Handlungsweise gegenüber der Politik der britischen Regierung lut er sielt und seine Organisation mit den praktischen Maßregeln des High Conunissioners in Einklang gebracht, und auch den Zionismus aus den Wollten zur festen' Erde herrsnter* gcltolt. Daß alle abwesenden jüdischen Parlaments- Mitglieder gegen den Antrag Joynson-Hicks. und zugimsten der Annahme des Mandats stimmen konnten, ist ein sicheres und willkommenes Zeichen, daß Weizinamis Mut Früchte tragen wird und daß Einigkeit in die eng lisch-jüdische Gemeinschaft zurückkehrt. Daß l>r. ,Wcizmaiai Schritte machen wird, um nein Beginnen zur Geltung zu bringen, kann .als sicher angc* sehen werden. Ea kann nicht bei einer Wollen Anzeige der Zustimmung bleiben; und, abgesehen von einer Säuberung der Zionistischen Organisation von ihren rebcliierenden Elementen, — eine heroische und schwer zu erfüllende Maßnahme — wird wohl der. beste Weg hierzu sein, sie durch einen Zufluß von Mitgliedern zu stärken, deren Ansicht in Ueberem- Stimmung mit ihrer jetzigen Politik ist und deren Einfluß nötig sein wird bei ihrer Durchführung, Wie die Lage heute liegt, sehen wir keinen Grund, warum Führer und öffentlich Tätige wie Mr. Anton de Rothschild, Sir Robert Waley Cohen und Mr. D׳Avi gdor Goidsmid nicht ihre Sachwalter verstärken und das nötige Gegengift gegen das Jabotinsky-EIcment bieten sollen. Dr. Weizmann wird jede Hilfe, die er erlangen kann, um seine lieberem- Stimmung mit der britisch«« itolitik wirksam zu machen, brauchen, und jetzt, wenn der jüdische Nationalismus ein toter Buchstabe geworden ist und die Zionistische Organisation von!Irren politischen Nährmüttern entwöhnt ist, gehen wir soweit zu sagen׳, daß das palistmen' sisclie Abenteuer, wenn es erfolgreich sein soll, die Kräfte einer anderen Klasse von Pflcgecltcrn gewinnen muß“ Von der Brand eis-Gruppe Die Tätigkeit des P. D. C. Jerusalem, 9. Juli. (J.C. B.) Am »6. Juli fand In Jerusalem die Grundsteinlegung des neuen jüdischen Viertels Bonc Bajit statt, welches mit Hilfe der neugegründeten. Kreditbank . d er,. B r a nöc is- Gruppe erbaut wird, Die Zeremonie der Grundsteinlegung vollzog die Gemahlin des Oberkonunissiirs Lady Samuel Der Vorsitzende der zionistischen Exekutive in Palästina, Ussischkin, hielt eine Ansprache, in welcher er die große Wichtigkeit der Arbeit der Brandeis-Gruppc in Palästina hervorhob. Der Stellvertreter des Gouverneurs von Jerusalem, Co k>nel Luke, beglückwünschte das Unternehmen und gab seinen Zuhörern das Versprechen, sobald er das nächste mal auf einer jüdischen Feier das Wort ergreifen werde, dies in hebräischer Sprache zu tun. Die Reformrabblner Amerikas und die Brandeisgruppe New York. (J. C, B.) Die Konferenz der Re formrabbiner Amerikas nahm mit großer Mehr■ heit eine von Rabbiner Isaac Landmanu cingcbrachtc Re solution zugunsten des ökonomischen Auf bau9 Palästinas an, damit dort diejenigen Juden angcsicdelt werden können, die sich dorthin begeben wollen. In der Resolution wurde ausdrücklich der Vor׳ behalt gemacht, daß sich die Rabbiner durch diesen, Beschluß dem politisch-nationalistischen Programm des Zionismus kc ines weg unter werfen. Die Konferenz ’der Rabbiner beschloß, mit dem Palestine Development Council (Brandeis-Gruppc) ein Abkommen zwecks gemeinschaftlicher Arbeit zu treffen, auf Grund dessen die Reformrabbiner im Rat des Palestine Development Council durch zwölf Delegierte vertreten sein sollen. Seitens der Brandeis- Gruppe hegt die Zustimmung zu einem solchen Abkommen noch nicht vor. (Der Antragsteller ist derselbe Landmarm, der versucht hat, die Palästina-Resolution des amerikanischen Kongresses zu hintertreiben imd dafür vor» einem christlichen Geistlichen zur Rede gestellt wurde. A. d. R.) ökonomischen Faktors beim Wiederaufbau Palästinas 90 wie andererseits auf der Anerkennung der Keren Ha- (essod als finanziellen Instruments der Zionistischen Organisation in London geführt. Sofort nach Schluß er Konvention trat das neuerwähtte administrative Komitee zu einer Sitzung zusammen, in welcher über die vom Sekretär des Palestine Development Council, Jakob de Haas, verfaßte Resolution für die Wiederlrerstcllung des inneren Friedens in der zionistischen Bewegung Amerikas verhandelt wurde. Schluß der Convention in Philadelphia Die Jahre!Konferenz der amerikanischen Zionisten in Philadelphia wählte in das administrative Ko* mite« Conireün, Goldberg, Nenmann, Robinson, Roüvcnborg, Schweitzer, Siegel, Louis Lipsky als Vorsitzenden und William Topkls als Schatzmeister. Der Exekutive gehören an: Brainin, Ma&lianskI, Richter Roscnblatt, Baromles, Lamport, Matz, Richards, Robert Szokl und Zototkof. fr» bezug auf das Rutenbe rgl»ehe Elektrffizicrungsprojekt haben die amerikanischen Zionisten die Vorpi'lichttm״ übernommen, über eine Million Dollar einschließlich von 75 einzelnen fausend-DoHar-Beiträgen wohlhabender Zionisten bei zutragen. Nahtnn So ko low faßte ln seiner Schlußamprachc die Ergebnisse der Konferenz dahin zusammen, daß der amerikanische Zionismus in finanzieller und politischer Hinsicht wohl ansehnliche Erfolge zu verzeidmen habe, doch sei die Organisation an •ich noch nicht genügend gestärkt, Domnächst oracholnt: ff w׳ w1 w׳y Eine Programmschrift Dio Schrift beleuchtet dlo Palästinaaufbaufrago von einem parteilosen, allgemein-jüdischen Standpunkt aus PREIS MARK 2.- Bol Sammelbestellungen Rabatt Bestellungen elnd zu richten an: 1ERUN W1S Dcutacbland ' XVIII. Dclcgiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der Dclcgiertentag findet Von Montag, den 11. bis einschließlich Mittwoch, den 13. Scpelmber 1922 in Cassel statt. — Am Sonntag, den 10. Septauber vor Eröffnung des Delegiertentagcs werden Sonderberatungen über Keren Hajessod- 1 Arbeit, Jugendarbeit, Gemeinde-Politik und Kulturarbeit abgehaltcn. , Außerdem steht für Minderbemittelte eine beschränkte Zahl von Privatquartieren, teilweise mit rituellcr Verpflegung, zur Verfügung. Für Jugendliche wird bei rechtzeitiger Anmeldung Unterkunft bei Privaten und in Jugendherbergen nach Möglichkeit beschafft werden. Es wird dringend empfohlen, Bestellungen auf Woh* ninig möglicfist sdion jetzt airfziigeben mit genauer Angal>c der gewünschten Preislage und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer. Insbesondere wird den Ortsgruppen usw. empfohlen, möglichst bald die Zahl der voraussichüich am D. T. tcilndrmendcn Delegierten und Gäste mitzuicilcn. Gesinnungsgenossen, die etwa beabsichtigen, vor dem D. T. ihren Sommeraufcnthalt ln Wilhclmshöne zu nehmen, können bei umgehender Meldung noch Wohnungen nachgewiesen werden. Alle Mitteilungen und Anfragen sind an Herrn Sally Kaufmann, Cassel, Hohentorstr. 9, zu ridrten. Antworten können nur erfolgen, wenn der Anfrage eine ausreichend frankierte und adressierte Postkarte, brw. Briefumschlag beigefügt ist. Die Wahlen der B.Z.V. zum Delegierlentag Die Wahlen zrtm Dcleglcrtentag der Z. V. I. D. finden in Berlin mich dem Proportion aisysteirt mit gcbutrdcneri Listen statt. Jedes Mitglied der B.Z.V, hat mit Vollendung des 18. Lebensjahres das aktive, mit Vollendung des 20. Lebensjahres das passive Wahlrecht, Mitglieder von Sondergruppen, die eigene Delegierte wühlen, sind nidit wahlberechtigt. Die wahlvorscnläge müssen von mindestens 60 wahlberechtigten Mitgliedern unterzeichnet' sein, von;denen einer als Bevollmächtigter für weitere Verhandlungen zu bezeichnet ist. Die Wahlvorschlace müssen bis spätestens Dienstag, den 8. August d. j., nadun. 1/25 Uhr, im Büro der B.Z.V. cingercicht sein. Kein Wähler darf mehr als einen Wahlvorschlag unterschreiben. Kein Bewerber darf auf mehr als einem Walüvorschlag an erster Stelle stehen. Die Bewerber sind mit Ruf- und Familiennamen und tn erkennbarer Reihenfolge aufzuzähfcn. Die Wahl- Vorschläge können beliebig viel Namen enthalten (Die Zahl der von ׳ der ü. Z. V. entsendeten Delegierten dürfte etwa 38 sein). Bei der Einreichung der Wahl- Vorschläge ist von jedem Vorgcschlagcncn eine schrlft- ' lidtc Erclärung bcrzulügcn, aus der hervorgeht, daß er mit seiner Aufstellung als Kandidat auf der bctreffenden Liste einverstanden ist. Mehrere Walrlvorsdrkige können miteinander verbunden werden. Die Verbindung muß gleichfalls bis zum 8. August, nachm. .45,נ Uhr, Im Büro der B.Z.V. bckanntgemacht sein. Die Wahlen selbst finden statt in der Zeit von Donnerst.״!׳, den 2t. August, bis Sonntag den 3. September 1 Uhr. Alles Nähere wird sowohl durch unser Nadrrichtenblatt der ״B. Z. V." als auch durch die jüdisdte Rundschau bekanntgegeben. Die Wählerkartothek liegt im Büro der B. Z. V. in der Zeit vom 13. August bis 20. August während der Biirostumleii zur Einsicht aus. Personen, die nach dem 20.. August ihren Eintritt erklären, werden in die Wählerliste nicht mehr au,'genommen und haben kein Wahlrecht. Mitglieder, die mit mehr als einem Quartalsbeitrage im Rückstände sind, haben gemäß Statut der B.Z.V. kein Wahlrecht, können dies also nur nach vorheriger Bezahlung ihrer rückständigen Beiträge ausüben. Die vom Vorstand der B. Z. V. erlassene Wahlordnung liegt im Büro zur Eurichtnahmc aus. De gesamte Wahlhandlung wird ״eichet und überwacht von einem Wahlausschuß, der '׳ sieh zusammensetzt aus Mitgliedern des Vorstandes sowie je einem Vertreter der Fraktionen, die sich an der Wahl durch Einreichung von Listen beteiligen. Der Hauptvorstand der B. Z. V, / Dr. Arthur H a n t k e. Wir weisen' nochmals darauf hin, daß sämtliche wahlberechtigte Grupp«! ihre Mitgliederlisten bis spätestens zum 10. August 1922 emgcschicUt haben müssen, da diese Listen dem Wahiprüfuiigsauischuf! vor* gelegt werden. Wir bitten dringendst darum, in diesen Listen nach Möglichkeit die Berufe der einzelnen Mitglieder auizu,geben, ebenso einen Vermerk bei den Verheirateten. Diese Angaben, die für statistische und nndere Zwecke verwendet werden sollen, sind für un» außerordentlich wertvoll. Wir bitten dringend, z,u beachten, daß die Landesbeitrüge vor der Vornahme der Dclegicfietnvahlcn an unser Büro abgeführt werden müssen, und zwar die Landesbeitriige für 1921 vollständig, diejenigen für 1922 mindestens zur Hälfte. Wir werden dem Dalogicrfcning eine Uebersicht über die finanziellen Leistungen der Gruppen, Insbisondere für die 7. io 11 r s t c n s t e uc r, vorlegen und bitten daher alle Ziouistcnsteuor-Kominissare dringend darum, die Werbeaktion für die Zionislcnstcucr in der noch zur Verfügung, stehenden Zeit tatkräftig in die Hand zu nehmen imd uns die erzielten Resultate so rechtzeitig■ bekannt zu geben, daß wir sie noch für die Delcgicrtenstatistik verwenden können. Untcikunft In C«s$cl während des Delcgferfcr.tagcs Wohnung Ihr die Delegierten und Gäste wird auf riestcllimg in den Casscler Hotels bereitestem. Die Preise betragen zurzeit einschließlich aller Steuern und Trink,״eldablosun״ pro Tag und Bett in Häusern { III. Ranges 50—<3 M., U. Ranges 75—100 M., L Ranges j von 100 M. an, doch ist bis zuin September mit weiterer Steigerung der Preise sowie einer möglicher- ®ehs auf der Grundlage der Anerkennung des Pale - I weise in Kraft tretenden städtischen Wohtistcucr von *tiac De velopra ent Councils als sozialen und > 40 9h zu rechnen״• Versöhnungsverhandlungen 1111 amerikanischen Zionismus Auf der Gaavention der amerikanischen Zionisten Wurde ein Ve rsö hn ungs ko m i't ec gewählt, dem die Aufgabe zufülit, sowohl mit der ßrandeis- Gruppe als nach mit ähnlichen, für den Aufbau Pa- Listiiias tätigen Gruppen Verhandlungen m führen, um die gesamte Paäistirmrbeit in den Vereinigten Staaten zu koordinieren. Das Versöluumg'komitce besitzt weitgehende Voümachten zwn Abschluß von Ucbcrcinkommen, doch soll in gewissen Fällen früher die Zu- Stimmung des Exekütivkomi'.ees ehigebolt werden. Die Verhandlungen mit der Brandeis-Gruppc werden einer׳ Palästina-Film und Bader-Propaganda Die Freunde des Nationalfonds haben in den bej vorstehenden Sommerfelder» sehr gute Gelegenheit, den , llodenkauf in Palästina zu fördern. Jeder Besucher eines Kur- oder Badeortes kam» sicher mit Leichtigkeit I andere jüdische Badegäste seiner Bekanntschaft für den | Aufbau Palästinas interessieren und zu Soenden für den \ N.-F, veranlassen. Die Zentrale des N.-F. stellt bej sondere S p c n d e n b! o c k s, auf Wunsch auch daj schone Spendenbueb des Nntionailonds für der-! artige Gcicgenhcitsr.amintungeu, die sich von jedem sicher!läufig und leicht durchführen lasset», zur Verfügimg. Ein noch wirksameres Mittel, au( das wir ganz besonders hinweisen mochten, best eh t in der uAfführung des neuer» Pa 1 ü s t i na f 11111», die allerdings mir für größere Kurorte in Frage kommt. Dazu müssen freilich diejenigen Gesinnungsgenossen, die die Aufführung des Films in ihrem Bnileatrienthalt übernehmen, sämtliche dazu crtordcrlicb.cn Vorarbeiten, wie Mieter» des Kinos, Druck der Pakete, Billetts, Annoncen usw. leisten; hierzu sinti etwa zehn Tage erforderlich. Jeder Veranstalter erhält aber von der Zentrale ganz genaue Riehtlinier!, 90 daß er die Anregungen nur «!sorgfältig ausvollste Propaganda erwiesen, die wir besitzen, und es ist dringend zu wünschen, daß in allen größeren Kurorten, wo ein sonst schwer erreichbares jüdisches Publikum durch eine solche Auffühnrng aufs «achhnltigste interessiert werden kann, dieses glänzende Werbemittel Anwendung findet Wer diese sehr lohnende Arbeit übernehmen wiil, der möge uns! sofort Termin und Adresse seine״ Badcaufcntha'tes mitlcüea, damit wir rechtzeitig eine geeignete Tournee zusammciistcilai können: denn die Aufführungen des Films werden um 90 rentabler, je mehr Orte hintereinander auf einer Tournee erfaßt werden. Wir bitten nochmals alle unsere Freunde, uns timgehend Termin und Adresse ihres Fcrienaufenllmltes anzugcbci» und durch Sammlungen und Fi lm-Aufführ ungen zur Stärkung der Aktie tiikraft des N.-F. in Palästina beizutragen. 1

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